die Färbung der Flugzeuge der
k.u.k. Kriegsmarine.
 
ein Überblick.
Grundfarben Rumpf, Motor und Tragflächen.
Die Flugzeuge wurden aus Holz, Metall und Leinen gebaut. Deshalb sind die Grundfarben des Rumpfs auch alle Schattierungen von lackiertem und gebeiztem Holz. Dazu: silberne Metallbeschläge, metallfarbene Motoren, rostrote Auspuffrohre und ockergelbe Leinenbespannungen.

Es gab auch bunte Vögel, wie z.B. das schon erwähnte "blaue Wunder A11", ein Lohner-Flugboot mit dem Gottfried v. Banfield der erste Nachtabschuss gelang (31.5.1917). Dieses Flugzeug werde ich noch im Detail beschreiben.

Die Landflugzeuge waren vorerst naturbelassen, später hellgrau gestrichen, die Fokker-Eindecker in einem hellen grüngrau. Doch davon mehr bei den Modellbesprechungen.
 
  die Seitenleitwerke.

Vor Beginn des 1. Weltkrieges waren schwarze Flugzeugnummern in einem rot-weiß-rotem Feld üblich. Dann gab es das rot-weiß-rote Flaggensymbol auf den Seitenleitwerken. Die schönste Ausformung stellt die Nachbildung der Kriegsflagge der k.u.k. Kriegsmarine dar: Die rot-weiß-rote Flagge wird mit dem Bindenschild mit Krone überlegt.
Eine Bemalung die - bis auf Ausnahmen - bis Kriegsende auf den Seitenleitwerken der Marineluftwaffe bleibt.

 
  die Hoheitsabzeichen und Kennzeichen.

ab 1916

Auf den Höhenrudern und Flügelspitzen wurden oben und unten (ab Kriegsbeginn) rot-weiß-rote Streifen gemalt.

Ab 1916 kommt dann das Eiserne Kreuz (EK) an Flügelober- und unterseiten sowie beidseitig am Rumpf auf weißem Grund - wie auch auf den k.u.k. Heeresflugzeugen und die der deutschen Bundesgenossen - dazu.
Das EK wurde auch auf den Bug gemalt.
Siehe Foto unten.
 


ab 1918

 
Mitte 1918 wurden das Eiserne Kreuz gegen das Balkenkreuz getauscht. Die rot-weiß-roten Streifen entfielen, die Kriegsflagge am Seitenleitwerk blieb.
Allerdings war das eine theoretische Anweisung: Eine Änderung der Bemalung erfolgte nur in Fällen von Reparaturen, Um- oder Neubauten.


Flugboot A132

 
  die Kennzeichnung.
Ab Mai 1913 gab es bei den Flugbooten Nummern am Rumpfbug. Ab November 1913 wurde ein Buchstabensystem eingeführt und zusätzlich vor die Ziffern gesetzt. Die Kenn-zeichnung sah handgeschrieben aus:
 
A für Arsenal E für Etrich
M für Mercedesmotor L für Lohner
R für Rhonemotor S für Schulflugzeug

Im Jahr 1916 änderte sich der Buchstabencode teilweise - es kamen einige Bezeichnungen dazu:
 
G für Großflugzeug A für Abwehrflugzeug
K für Kampfflugzeug J für Jagdflugzeug
R für Rekognoszierungsflugzeug (Aufklärer)
K 300 für Flugboote über 300 PS
C für die Hans-Brandenburg W29
 
Die landgestützten Flugzeuge wurden vorerst mit A. wie Abwehrflugzeuge und einem Punkt - ab August 1918 mit J. wie Jagdflugzeuge und einem Punkt - gekennzeichnet.
Beispiele: A4. bis A9. für Fokker EIII bzw. J.12 oder J.41

A.97 bis A.104 für Phönix D I
sowie A.106 bis A.118 - später J.1 bis J.20

Die im Juli 1918 aus Deutschland bezogenen Schwimmerflugzeuge: vier Rumpler 6B2 und acht Albatros W4 erhielten die Bezeichnungen E.1 bis E.4 und E.5 bis E.12, E für Einsitzer.

Noch etwas: Flugzeuge, die aus Deutschland kamen, hatten zwischen den Bezeichnungen einen Punkt. Zum Beispiel: C.1.
 
  die Färbung der Seeflugzeuge.


Anklicken für eine 3 Seiten-Ansicht des Flugboots L40
Rümpfe: Bei Flugbooten wurden die Rümpfe mit Holzfurnier (Erle, Birke) beplankt, die mit 6 Schichten Klarlack wasserfest gemacht wurde. Dabei konnte das Holz naturfarben belassen oder auch dunkel gebeizt werden.

Tragflächen: Die Tragflächenbespannung erfolgt mit Naturleinen, das mit Cellon beschichtet wurde. Die Farbe ist daher ein Leinenfarbton mit Gelbstich vom Cellon.
Einige aus Deutschland gelieferte Flugzeuge hatten auch eine wabenförmige Bemalung auf den Oberseiten.

Weitere Details: Beschläge verzinkt (silber), Benzinleitung rot, Ölleitung schwarz, Wasserleitung blau, Luftleitung weiß, Spannschlösser rot.
 


L127 steht heute im Italian Air Force Museum in Vigna di Valle/Rome.

Ab Mitte 1918 sollten die Unterseiten bombenwerfender Flugzeuge dunkel gestrichen werden, um sie im Scheinwerferlicht schwerer erkennbar zu machen.
Alle anderen Flugzeuge sollten über alles grau gestrichen werden. Die rot-weiß-roten Streifen sollten entfallen - nur die Kriegsflagge am Seitensteuer bleibt. Aber wie gesagt - das galt nur für neue oder renovierte Flugzeuge.
Angeblich sind in Pola einige Flugboote noch umgestrichen worden. Einige Grafiken und Modelle zeigen einen 2-färbigen Rumpf bei Flugbooten. Meiner Meinung nach ein Fehler.

Aber auch das in Italien noch erhaltene Flugboot L 127 - siehe Fotos links - hat diesen Anstrich. Richtig oder falsch? Auf einem vergilbten Schwarzweiß-Foto kann man einen Farbunterschied erkennen - aber der konnte auch von einem Wasserbelag herrühren - oder eben die angeordnete dunkle Bemalung der Unterseite sein. Es ist immer wieder spannend.

 
  die Färbung der Landflugzeuge.


Phönix DI
Zuerst wurden Fokker A III eingesetzt.
Sie waren graugrün gestrichen - die Motorverkleidung war metallen poliert.
Das EK am Leitwerk stand auf weißem Feld.

Die Phönix-Flugzeuge hatten anfangs - wie die Flugzeuge der k.u.k. Luftfahrtruppe - dunkel holzfarbene Rümpfe und die Tragflächen in Naturleinen.
Wie die Seeflugzeuge wurden die Tragflächen mit rot-weiß-roten Streifen markiert.
Die Leitwerke wurden der Kriegsflagge der k.u.k. Kriegsmarine entsprechend bemalt (Phönix DI und D II).
 

1918 sollten die Flugzeuge hellgrau über alles bemalt werden. Die rot-weiß- roten Streifen auf den Tragflächen sollte verschwinden - nur die rot-weiß-rote Leitwerksfärbung mit aufgelegtem Bindenschild und Krone sollte bleiben.
 
weitere Informationen.
Buchempfehlung: Sehr schöne Abbildungen und Farbskizzen finden Sie im folgenden Buch:
Peter Schupita
Die k.u.k. Seeflieger
Chronik und Dokumentation der österreichisch-ungarischen Marineluftwaffe 1911 - 1918
Bernard & Graefe Verlag Koblenz
264 Seiten mit 116 Fotos, 71 Flugzeugskizzen und
7 Tafeln. U.a. Skizzen aller Flugzeuge mit Bezeichnungen und Daten.
Taucht antiquarisch immer wieder auf!
Stöhr, Wien 7, fragen.
 
Besuchen sie auch die Homepage meines Historiker-Kollegen Alexander Traiiber www.kriegsmarine.at.
 
 

wird fortgesetzt!

 
 
 Seitenanfang