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 Betreff des Beitrags: Kampfwertsteigerung für "Pandur" A1
BeitragVerfasst: 23. Nov 2011, 19:48 

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Kürassier geht ab, Pandur rüstet nach

Zitat:
Die 112 neuen Ulan-Schützenpanzer bleiben, die 71 Pandur-Radpanzer werden teilweise sogar nachgerüstet. Auch die leicht gepanzerten Panzerfahrzeuge Dingo und Iveco LMV bleiben im Plan.



Dabei wird es sich wohl um die Waffenstation handeln, von der mir am Heldenplatz berichtet wurde:

_____________________________

Die technischen Herausforderungen bei Mannschaftstransportpanzern (Radpanzern) - Betrachtung der österreichischen Projekte

Zitat:
Die Notwendigkeit des Schutzes der österreichischen Soldaten in UN – Einsätzen führte im Jahre 1993 zum Start der Beschaffung des MTPz UN (Pandur 6x6).

Der MTPz UN besitzt durch seine Abmessungen, seine geringe Masse und seinen kleinen Wendekreis eine optimale Beweglichkeit, welche sich besonders im urbanen Gebiet, auf Forststraßen und Hohlwegen und im mittel – bis hochalpinen Gelände als vorteilhaft erweist. Einige festgestellte Mängel werden zurzeit behoben. Die Fertigstellung der Modifikation ist bis Ende 2005 geplant.

Trotzdem sind einige Probleme, durch die Konstruktion des MTPz UN bedingt, nicht gelöst. Die offene Turmvariante des MTPz UN kann man, da der Bordschütze im Anschlag stark exponiert, ungeschützt positioniert und daher ausfallsgefährdet ist, als schwer bis nicht vertretbar beurteilen. Diese Turmkonstellation ist in Einsatzszenarien, in welchen z.B. die Bedrohung durch Heckenschützen groß ist, nicht zu verantworten. Des weiteren ist zu bemängeln, dass die Nebelwurfanlage an der Wanne montiert ist und das Richten dieser Waffe nur durch das Drehen des gesamten Fahrzeuges erreicht wird.

Bei Fahrten mit offener Luke ist der Fahrer von vorne durch eine kleine abnehmbare Windschutzscheibe vor Witterungseinflüssen geschützt. Von den anderen Seiten ist er ungeschützt und bei Schneefall vereist sogar die Windschutzscheibe. Im Mannschaftsraum des MTPz UN herrscht aufgrund der mittigen Anordnung der Sitzbänke, die eine flexible Nutzung des Volumens verhindern, Mangel an Stauraum.

Verbesserungsansätze für weitere Modifikationen des MTPz UN wären eine scheitellafettierte Bordwaffe kombiniert mit Nebelwurfanlage, eine geschlossene Fahrerkanzel mit Sichtfenster und Wischern und die Anbringung von Stauräumen bzw. –kästen außerhalb der Wanne.

Zitat:
Das militärische Pflichtenheft für den „Radpanzer Neu“ wurde im Jänner 2004 genehmigt. Grobziel ist, die ersten Radpanzer im Jahre 2010 im ÖBH einzuführen.

Aus Expertengesprächen leitet der Autor Eckpunkte aus dem militärischen Pflichtenheft des Projektes ab, die mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit am Gefechtsfahrzeug der Infanterie umgesetzt werden:

     Gefechtsfahrzeug mit der Antriebsformel 8x8.
    
    Das Gefechtsfahrzeug wird Grundstein für eine Radpanzerfamilie für verschiedene Waffengattungen sein.
    
    Das Gefechtsfahrzeug der Infanterie wird luftverlastbar sein (entweder als Ganzes oder in Modulen).
    
    Die Bordwaffe wird mit ziemlicher Sicherheit, aufgrund der Gewichtsproblematik, scheitellafettiert sein, ausgerüstet mit Wärmebildgerät, Laserentfernungsmesser und Mehrfachwurfanlage.



Zuletzt geändert von theoderich am 15. Jan 2015, 02:17, insgesamt 3-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 24. Nov 2011, 09:18 
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Geplant ist es, die Waffenstation ERCWS-M von ESL Advanced Information Technology, bekannt vom Iveco LMV, zu integrieren, damit der Schütze nicht mehr so exponiert dahockt und auch eine Nachtkampftauglichkeit hergestellt wird. Nachdem man sich einen zeitgemäßen Nachfolger für den Pandur in nächster Zeit aufzeichnen kann, ein guter Schritt. Hoffentlich wird auch das Schutzniveau verbessert.

Bild
(c) Doppeladler.com


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BeitragVerfasst: 24. Nov 2011, 09:24 
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Das einzige was mir daran nicht gefällt ist das Wort "teilweise", Wahrscheinlich bekommen das wieder genau 10 Stück die für den Auslandseinsatz bestimmt sind.

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BeitragVerfasst: 24. Nov 2011, 09:55 

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Die unten dargestellte Lösung mit neuen PANDUR II 6x6 (ohne der abgebildeten Kommandoausstattung) wäre auf jeden Fall besser gewesen, als ein Fahrzeug aufzurüsten das das Jahr 2020 wahrscheinlich nicht mehr erleben wird (Ich kann mir das schon aufgrund der Einsatzbelastung kaum vorstellen.) und schutzmäßig hinter Fahrzeugen wie "Dingo" und LMV hinterherhinkt:

Bild
Bild


Aber in der aktuellen Situation ist der angedachte Schritt einer Umrüstung besser, als in dieser Richtung überhaupt nichts zu unternehmen. Ein "Pandur"-Nachfolger ist vor 2030 sowieso nicht zu erwarten.


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BeitragVerfasst: 24. Nov 2011, 11:54 

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Mit Verlaub, die Pandur sind rund fünfzehn Jahre alt - und wenn wir überlegen, wie alt das Material ist, das jetzt ausgeschieden wird, dann sollten noch Jahrzehnte ins Jahr ziehen, bis sie technisch am Ende sind. Ein höheres Schutzniveau wäre sicher wünschenswert, keine Frage.


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BeitragVerfasst: 24. Nov 2011, 21:24 

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Hallo Leute!

Zum Thema Waffenstation - sowas ist ja heutzutage in aller Munde - lohnt sich ein Gespräch mit einem Fachmann der Panzertruppe. Ein solches Gespräch habe ich heuer bei einem Vortrag über den M 60 in Zwölfaxing geführt.
Der Fachmann gibt der Waffenstaion 70 von 100 möglichen Punkten. Die Vorteile der Waffenstation ist natürlich das geschützte Abfeuern der Bewaffnung und das Wärmebildgerät.Die Nachteile sind der begrenzte Munitionsvorrat an der Waffe und die Tatsache, daß man zum Nachladen und Beseitigen von Hemmungen den Panzerschutz verlassen muß, was natürlich bei Beschuß nicht so prickelnd ist!
Der Fachmann gibt deshalb einem Einmannturm, bei dem die Bewaffnung unter vollem Panzerschutz abgefeuert werden kann, mit Wärmebildgerät und ausreichendem Muntionsvorrat 100 von 100 möglichen Punkten. Der Fachmann empfiehlt deshalb auch bei entsprechender Fahrzeuggröße einen solchen Turm!

Spannend - wie nah Topideen beim Anblick der Kommandantenkuppel des M 60 A3Ö doch manchmal sind - solch einen Turm mit neuer Technik drin müßte man halt einfach nachbauen!


Beste Wünsche und liebe Grüße

Euer Weinviertler


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BeitragVerfasst: 24. Nov 2011, 22:21 

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steff1 hat geschrieben:
Mit Verlaub, die Pandur sind rund fünfzehn Jahre alt - und wenn wir überlegen, wie alt das Material ist, das jetzt ausgeschieden wird, dann sollten noch Jahrzehnte ins Jahr ziehen, bis sie technisch am Ende sind. Ein höheres Schutzniveau wäre sicher wünschenswert, keine Frage.


General Entacher nannte vor zwei Jahren eine theoretische Nutzungsdauer des Iveco LMV von 15 Jahren, wobei es beim Bundesheer wahrscheinlich 30 Jahre werden würden. Wenn man die Nutzung des "Pandur", der ebenfalls ein gepanzertes Radfahrzeug ist das hauptsächlich im Ausland eingesetzt wird, von der Einführung 1996 ausgehend annimmt, kommt man auf eine theoretische Außerdienststellung spätestens 2026, also in 15 Jahren. Insofern kann man die geplante Umrüstung praktisch als "Midlife Upgrade" betrachten.

P.S.: Drei Beispiele: Der mittlere Kampfpanzer M60 war von 1964 bis 1997, also 33 Jahre, beim Heer in Verwendung (Und erhielt zwischen März 1987 und November 1989 ein Upgrade auf den Standard A3Ö.). 2002 wurden die Fahrzeuge nach Ägypten verkauft. Der "Kürassier" wurde 1972 eingeführt (Modifikation auf Standard A1 im Jahr 1995 und auf Standard A2 im Jahr 1999) und 2011 ausgemustert. Und die ältere Version der Panzerhaubitze M-109 stand von 1972 bis 1995 im Dienst des Bundesheeres, als sie auf den Standard A5Ö kampfwertgesteigert wurde. Ein Kettenfahrzeug beim Bundesheer hat eine mittlere Lebensdauer von ca. 39 Jahren.


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BeitragVerfasst: 25. Nov 2011, 00:35 

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Wir sollten davon ausgehen, dass nur ein kleiner Teil der PANDUR Flotte eine Waffenstation bekommen wird. Der Rest wird mittelfristig zum Sterben verurteilt sein.

Und ich glaube auch nicht, dass alle 56 Leo (die FS Fahrzeuge sind dabei schon inkludiert) betrieben werden wird. Maximal die Hälfte und der Rest wird abgestellt und wird nie mehr in Betrieb genommen werden.


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BeitragVerfasst: 25. Nov 2011, 14:35 

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Wenn man davon ausgeht, dass die Politik das Bundesheer weiterhin nicht als Einsatzorganisation, sondern als "Sparbüchse" und Propagandamittel betrachtet, stimmt das sicher.


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BeitragVerfasst: 25. Nov 2011, 19:15 

Registriert: 28. Okt 2006, 20:59
Beiträge: 279
Weinviertler hat geschrieben:
Zum Thema Waffenstation - sowas ist ja heutzutage in aller Munde - lohnt sich ein Gespräch mit einem Fachmann der Panzertruppe. Ein solches Gespräch habe ich heuer bei einem Vortrag über den M 60 in Zwölfaxing geführt.
Der Fachmann gibt der Waffenstaion 70 von 100 möglichen Punkten. Die Vorteile der Waffenstation ist natürlich das geschützte Abfeuern der Bewaffnung und das Wärmebildgerät.Die Nachteile sind der begrenzte Munitionsvorrat an der Waffe und die Tatsache, daß man zum Nachladen und Beseitigen von Hemmungen den Panzerschutz verlassen muß, was natürlich bei Beschuß nicht so prickelnd ist!
Der Fachmann gibt deshalb einem Einmannturm, bei dem die Bewaffnung unter vollem Panzerschutz abgefeuert werden kann, mit Wärmebildgerät und ausreichendem Muntionsvorrat 100 von 100 möglichen Punkten. Der Fachmann empfiehlt deshalb auch bei entsprechender Fahrzeuggröße einen solchen Turm!

Spannend - wie nah Topideen beim Anblick der Kommandantenkuppel des M 60 A3Ö doch manchmal sind - solch einen Turm mit neuer Technik drin müßte man halt einfach nachbauen!


Dem ist nicht viel hinzuzufügen. Betreffend Waffenstation ist noch festzuhalten, dass z.B. bei der Type 1530 die gegurtete Munition zwischen Gurtkasten und Waffe völlig im Freien verläuft und daher durch Schmutz Hemmungen verursacht werden können (siehe ISAF u. EUFOR Einsätze mit ATF Dingo 2). Ein wenig Abhilfe wurde hierbei durch einen Abdeckschutz mit integriertem Hülsenfangsack (Eigenentwicklung ARWT) erreicht.
Einmanntürme wurden auch am MTPz Pandur schon vor Jahren in Form des SP1 127 oder aktueller mit den Denel LIW CT 12,7 und 40 erprobt. Nachteil dabei waren die größere Silhouette, das zusätzliche Gewicht mit diesen Türmen (vor allem mit LIW) und dass der Bordschütze seinen Arbeitsplatz über der Wanne hatte. Dies waren z.B. auch bei der oben beschriebenen M60 Kuppel M19 die größten Nachteile- sie erhöhte die Silhouette und der Kdt war in der Kuppel mit dem Kopf über dem Turmdach (einige M60 Nutzerstaaten entfernten daher diese Kuppel).


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BeitragVerfasst: 26. Nov 2011, 10:31 

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A Comparison Between Remote Weapon Stations, Remote Turrets, and Conventional Turrets


Weitere Beispiele für Einmanntürme wären der Rheinmetall E8 ...

Bild


... und der am "Pandur II" bereits erprobte Konstrukta Defence KD-V30:

Bild



Zuletzt geändert von theoderich am 02. Mai 2012, 10:46, insgesamt 2-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 07. Dez 2011, 15:19 

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Der Auftrag für die neuen Waffenstationen ist offenbar offiziell erteilt worden:

Elbit Systems will Supply the Israeli Ministry of Defense and a European Army with Lightweight Weapon Stations under Contracts for Approximately $21 Million

Zitat:
Elbit Systems was also awarded a contract, valued at approximately $10 million, to supply a European Army with 12.7mm LWS. The stations are to be installed onboard Pandur 6x6 vehicles and will be supplied over a period of one year.



Vgl.: Die ORCWS-M für die LMV haben 25 Mio. Euro gekostet. Bei dieser Summe könnte ich mir vorstellen, dass alle 68 "Pandur" umgerüstet werden.


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BeitragVerfasst: 07. Dez 2011, 18:05 

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das kann ich mir nicht vorstellen, warum sollten alle ausgestattet werden, wenn nur mehr 20 Pandure weiter betrieben werden sollen?


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BeitragVerfasst: 07. Dez 2011, 19:30 
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Wer sagt das nur 20 Pandur betrieben werden sollen? Von Kürzungen bei den Panduren war nicht die Rede.

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BeitragVerfasst: 07. Dez 2011, 20:30 

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Beim "Pandur" sind die Kilometerbeschränkungen verschärft worden - der Bestand bleibt derselbe!


Kilometer-Limit für Radpanzer legt Ausbildung lahm (1. Mai 2010)



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