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300 geschützte Kfz u. VW Touareg als G-Ersatz geplant

Fahrzeuge, Waffen, Gerät, Ausrüstung und Uniformen
wolfgang
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Re: 300 geschützte Kfz u. VW Touareg als G-Ersatz geplant

Beitrag von wolfgang » 24. Jan 2009, 21:52

Nah endlich gibt es nähere Infos zum LMV. Ich bedanke mich bei dir Doppeladler. Ich hab schon geglaubt, dass interessiert keinen in Österreich, da in keinem einzigen Forum darüber geschrieben wurde. Echt toll.

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Re: 300 geschützte Kfz u. VW Touareg als G-Ersatz geplant

Beitrag von Doppeladler » 25. Jan 2009, 10:02

Die abgesicherten Informationen sind ja noch ein wenig dünn. Ich habe trotzdem einmal mit dem Bericht angefangen und werde laufend erweitern.
Iveco LMV für das Bundesheer: http://www.doppeladler.com/oebh/lmv.htm

theoderich
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Re: 300 geschützte Kfz u. VW Touareg als G-Ersatz geplant

Beitrag von theoderich » 29. Jan 2009, 12:03

Da das Kritisieren von Führungskräften aufgrund ihres Fuhrparks mitten in der Rezession Hochkonjunktur hat, haben sich die Oberösterreichischen Nachrichten (no na) das Bundesheer vorgenommen:

Luxusfahrzeuge für Offiziere - Heer kaufte 100 VW Touareg

WIEN. Auch beim österreichischen Bundesheer gibt es einen fragwürdigen Dienstwagen-Fuhrpark: Das Heer kaufte 100 Serien-Pkw vom Typ VW Touareg. Für den militärischen Einsatz sind die luxuriösen Sports Utility Vehicles (SUV) gänzlich ungeeignet.
Der Touareg gehört gemeinsam mit dem Phaeton zu den Topmodellen des Volkswagen-Konzerns und kostet in der günstigsten Version 50.482 Euro.


Das österreichische Bundesheer kaufte Anfang des Jahres 2008 genau 100 Stück des gediegenen Sports Utility Vehicle (SUV), das sich mit dem Porsche Cayenne die Plattform teilt.

Keine Militärausführung
Angeschafft wurde jedoch nicht die „Frettchen“ genannte Militärausführung, sondern die für den militärischen Einsatz gänzlich ungeeignete Serienversion des Touareg R5 TDI. Der 174 PS starke Touareg R5 TDI ist serienmäßig unter anderem mit 17-Zoll-Alurädern, einer CD-Soundanlage, Lederlenkrad und einer Einparkhilfe bestückt.

Im Gegensatz zum Puch G, der zu den weltweit robustesten und geländetauglichsten Offroadern gehört, bietet der Touareg zwar ebenfalls gute Geländegängigkeit, für den dauerhaften Einsatz in schwierigem Gebiet ist das Luxus-SUV aber nicht konstruiert.

Außerdem werden die Touareg laut Bundesheer ohnehin vorwiegend für Ausbildungs- und Verbindungsfahrten sowie als Erkundungs- und Aufklärungsfahrzeuge genutzt und somit fast ausschließlich auf öffentlichen Straßen bewegt. Die 100 Touareg kosteten insgesamt 3,3 Millionen Euro. Pro Stück zahlte das Bundesheer 33.000 Euro, was einem Rabatt von knapp 35 Prozent entspricht.

Steuergeld verschwendet
Dazu ein Vergleich: Hätte das Bundesheer bei gleich guten Konditionen 100 VW Golf Variant TDI mit Allradantrieb geordert, hätte sich der Steuerzahler mehr als 1,6 Millionen Euro erspart.

Auch bei den laufenden Kraftstoffkosten wäre eine Golf-Variant-Flotte günstiger: Der Touareg verbraucht im Schnitt um 35 Prozent mehr Diesel als ein Golf Variant TDI 4motion.

Laut Bundesheer handle es sich beim Touareg-Kauf „um eine notwendige Nachbeschaffung von handelsüblichen geländegängigen Fahrzeugen, bei dem sparsames Wirtschaften im Vordergrund stand“.

Nachdem heeresintern ein Anforderungskatalog für den Puch-G-Ersatz erstellt worden war, ermittelte die Bundesbeschaffungsagentur den Touareg als „bestgeeigneten Fahrzeugtyp“.



http://www.nachrichten.at/nachrichten/wirtschaft/art15,101568 [Version: 29.1.2009, 12:11]

Ich habe das in diesem Forum zwar schon mehrmals angemerkt, aber die Beschaffung des "Touareg" resultierte höchstwahrscheinlich aus einem Sonderpreis für das Heer und der Aufteilung der Transportkapazitäten auf je zwei Typen: einer Voll - Geländeausführung und einer Straßenausführung mit rudimentären Offroad - Eigenschaften (Zugegebenermaßen: Ich selbst halte den Kauf des "Touareg" ebenso für eine fragwürdige Entscheidung, aber wenn diese Fahrzeuge im Betrieb billiger sind als die Puch G, habe ich eigentlich kein Problem damit. Die "Touaregs" sind auch nicht mit Vollleder - Ausstattung oder ähnlichem Schnickschnack ausgestattet. Es steht jedoch außer Frage, dass die Autos hauptsächlich von höheren Offizieren verwendet werden und sie mit dem Puch G wohl kaum zu vergleichen sind. Dass die Journalisten als "Alternative" einen VW Golf anbieten zeugt nicht gerade von Sachkenntnis (eher von ausgesprochener Dummheit - das Bundesheer verwendet den Golf ohnehin schon, wenn auch "nur" in der Straßenausführung). Die Militärausführung des "Touareg" hat sich im Einsatz bekanntlich überhaupt nicht bewährt (wenn dieser Typ gekauft worden wäre, hätte man vermutlich getitelt: "Bundesheer erwirbt ungeeignete Militär - SUVs". Heutzutage ist außerdem jeder Journalist gleich ein Experte, wenn er einen Artikel von der APA mit Halbwahrheiten ausschmückt und möglichst irgendeine Person, Partei oder Institution dabei schlecht aussieht.).

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Re: 300 geschützte Kfz u. VW Touareg als G-Ersatz geplant

Beitrag von Cyclop » 29. Jan 2009, 13:32

Wie oben schon irgendwo geschrieben steht: Der Touareg hat die Ausschreibung der Bundesbeschaffungsgesellschaft gewonnen, daher sind in dem Zeitraum alle Dienstfahrzeuge der Republik, die geländegängig sein mussten eben Touaregs. Davor hat der Pathfinder von Nissan gewonnen - auch die gibt es seither beim Heer, Polizei, Feuerwehr etc.

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Re: 300 geschützte Kfz u. VW Touareg als G-Ersatz geplant

Beitrag von Beobachter » 26. Feb 2009, 21:17

Passent zur heutigen Meldung auf orf.at: Magna Steyr fertigt G-Klasse bis 2015.
Da sollte man sich im BMLV überlegen, ob man der Bundesregierung die depperte Verschrottungsprämie, mit der man vorwiegend die ausländische Autoindustrie subventioniert, wieder ausreden kann, um stattdessen die uralten Puch G beim BH durch neue Gs zu ersetzen. Damit könnte man wirklich das erreichen, was immer als Argumente für die Prämie genannt wurde:
1. Unterstützung der heimischen Autoindustrie und
2. alte Stinker und Spritfresser aus dem Verkehr ziehen.

Und ganz nebenbei bekäme des Heer weiterentwickelte Modelle eines vielfach erprobten Spitzengeländewagens und nicht irgendwelche deutschen oder asiatischen schicky-micky SUVs.

Würde das Heer 1.500 Puch G bestellen, verteilt auf 3 Jahre, wären damit in den nächsten 3 Jahren jeweils 10 % der Jahresproduktion verkauft (lt ORF werden in Graz 5.000 p.a. hergestellt) - wenn das kein Impuls für die heimische Autoindustrie ist/wäre. Damit könnte man diese Investition gerade jetzt relativ leicht der kritischen Öffentlichkeit und insbesondere Kronezeitung & Co verkaufen.

Vielleicht kennt jmd hier im Forum den burgenländischen Zivi im Chefsessel des BMLV und könnte bei diesem eine entsprechende Initiative anregen.

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Re: 300 geschützte Kfz u. VW Touareg als G-Ersatz geplant

Beitrag von PzBrig15 » 26. Feb 2009, 21:58

Inwieweit fertigt man momentan eigentlich ungepanzerte G-Modelle für die Bundeswehr ???
Ende 2008 / Anfang 2009 wurden über 700 Stück in Deutschland an die Bundeswehr übergeben.

Soviel ich weiß wird der Enok von einer Fremdfirma Aufbautechnisch gefertigt. Aus Graz kommt nur
das fahrfertige Fahrgestell mit Rahmen,Motor und Aggregaten .
Klagt nicht , kämpft !!!

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Re: 300 geschützte Kfz u. VW Touareg als G-Ersatz geplant

Beitrag von bs » 27. Feb 2009, 10:52

Das sollte man unserem VM echt mal vorschlagen, er sollte die Verschrottungsprämie in Anspruch nehmen, unsere G´s sind eh alle älter als 12 Jahre und er könnte 1500.-€/ Wagen bekommen. Sehe schon die Schlagzeile: VM spart "Millionen" mit Verschrottungsprämie!!!!
Ironie dabei - "leider" müßte er dann dafür auch neue kaufen

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Re: 300 geschützte Kfz u. VW Touareg als G-Ersatz geplant

Beitrag von theoderich » 27. Feb 2009, 11:11

Das Bundesheer wird in den Konjunkturpaketen bekanntlich nicht berücksichtigt. Und das Geld um alle derzeit im Bestand befindlichen Puch G binnen weniger Jahre zu ersetzen ist sicher auch nicht vorhanden.
Außerdem soll die Verarbeitungsqualität und Zuverlässigkeit des Mercedes G erheblich gesunken sein. Die Betriebskosten liegen noch dazu weit über denen eines VW "Touareg", auch wenn der "G" optisch besser zum Bundesheer passt.

bs
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Re: 300 geschützte Kfz u. VW Touareg als G-Ersatz geplant

Beitrag von bs » 27. Feb 2009, 12:21

http://images.google.at/imgres?imgurl=h ... e%26sa%3DN

Mal zum Ansehen, da kann man als BH nur neidisch werden!!!

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Re: 300 geschützte Kfz u. VW Touareg als G-Ersatz geplant

Beitrag von PzBrig15 » 27. Feb 2009, 21:31

theoderich hat geschrieben:Außerdem soll die Verarbeitungsqualität und Zuverlässigkeit des Mercedes G erheblich gesunken sein.


Das kann ich klar dementieren. Ich komme fast täglich mit den G-Modellen in Berührung.Die Qualität ist OK . Das größte Manko ist die Gewichtszunahme wegen den Schutzelementen und den verschiedesten Konfigurationen.Eigentlich ist das Konzept für diese Massen nicht geeignet. Nur durch konstruktive Weiterentwicklungen und Nachrüstungen kann der G weiterhin Marktführer in militärischen Fahrzeugen sein. Nicht umsonst sind deshalb gerade die letzten Grossbestellungen aus Deutschland, Australien und Kanada an das G-Modell gegangen.
Klagt nicht , kämpft !!!

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Re: 300 geschützte Kfz u. VW Touareg als G-Ersatz geplant

Beitrag von theoderich » 05. Mär 2009, 09:02

Die IGBO tritt offenbar für den Kauf des Achleitner PMV ein:

Ohne die Maßnahmen für sonstige notwendige Erfordernisse schmälern zu wollen ist daher zu fordern, dass für das Bundesheer mehr Mittel zur Verfügung gestellt werden und der aus der Verfassung abzuleitende Auftrag erfüllt wird.

Etwa durch (beispielhafte Aufzählung ohne Anspruch auf Vollzähligkeit):
- Bau zeitgemäßer Kasernen zur Belebung der Bauwirtschaft.
- Sichern des Industriestandortes Österreich durch den Kauf von hier entwickelten und gebauten Einsatzfahrzeugen, die einen Einsatz ohne Einschränkungen erlauben.

Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 26. Februar 2009 )


https://igbo.at/page/index.php

P.S.: Die "Interessensgemeinschaft der Berufsoffiziere" scheint keinen so offiziellen Charakter zu haben, wie die ÖOG.

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Re: 300 geschützte Kfz u. VW Touareg als G-Ersatz geplant

Beitrag von Bad Rabbit » 05. Mär 2009, 10:02

Laut diesem Text kann man dem Bundesheer nur ausreichende Mittel zu Verfügung stellen, wenn man österreichische Produkte kauft. Klingt seltsam.
Und was soll das sein? Erpressung? Protektionismus in Zeiten der Wirtschaftskrise?
Ein Wolf im Schafspelz bleibt trotzdem ein Wolf.

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Re: 300 geschützte Kfz u. VW Touareg als G-Ersatz geplant

Beitrag von theoderich » 11. Apr 2009, 12:49

In der Zeitschrift "Der Offizier" gibt es einen Artikel zur Beschaffung der Allschutzfahrzeuge [S. 17 im PDF]. Er gleicht dem Artikel "Geschützt unterwegs" auf dieser Website fast aufs Wort:

http://www.oeog.at/ow10/download/10/
Zuletzt geändert von theoderich am 01. Jun 2010, 23:21, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: 300 geschützte Kfz u. VW Touareg als G-Ersatz geplant

Beitrag von Doppeladler » 11. Apr 2009, 19:51

Der Artikel ist mit meiner Zustimmung im "Offizier" erschienen. Freue mich sehr über diese Veröffentlichung da er zeigt, dass unsere Arbeit breite Anerkennung findet.

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Re: 300 geschützte Kfz u. VW Touareg als G-Ersatz geplant

Beitrag von theoderich » 04. Mai 2009, 08:11

Offiziere wollen keinen "Dingo"

Der Kauf deutscher Allschutz-Lkw scheint fix. Die Truppe hofft, dass die Krise den Deal verhindert.

Es klingt seltsam, aber Offiziere setzen alle Hoffnung in die Budgetkrise. Denn dadurch könnte die Beschaffung von deutschen Allschutz-Lkw im letzten Moment verhindert werden. Den Beschaffungsvorgang für 145 "Allschutz-Fahrzeuge" hatte noch Verteidigungsminister Günther Platter (ÖVP) eingeleitet. Platters Ausschreibung ist so detailliert abgefasst, dass nur der "Dingo" des deutschen Herstellers Krauss-Maffei infrage kommt. Der Tiroler Fahrzeugbauer Empl hatte sich vorsorglich auch schon Dingo-Lizenzen gesichert.

Der "Dingo" ist aber nur eine gehärtete Fahrgastzelle auf einem serienmäßigen Unimog-Fahrgestell. Diese Fahrzeuge werden von Offizieren für die aktuellen Einsatzszenarien als ungeeignet beurteilt. Der "Dingo" sei nicht geländegängig und habe auch vor der Hitze im Tschad kapituliert.

Dingo-Armee
Dazu kommt der hohe Preis – 1,3 Millionen Euro pro Stück, was im Gesamtpaket knapp 190 Millionen ausmacht. Im Vergleich dazu wäre ein geländegängiger und wüstentauglicher Radpanzer "Pandur II" vom Wiener Hersteller Steyr-Daimler-Puch-Spezialfahrzeuge GesmbH (SSF) um 1,08 Millionen Euro zu haben.

Die Offiziere wollen nicht zur "Dingo-Armee" verkommen. In ihrer Not entdecken die Militärs sogar die Liebe zu einheimischen Arbeitsplätzen. In einer Studie heißt es, dass beim Kauf von Steyr-Panzern "von dem Millionenauftrag eine österreichische Firma profitieren würde und mehrere hundert Arbeitsplätze im Raum Wien erhalten blieben".

Doch das hilft nichts, denn Platters Nachfolger im Heeresressort, Norbert Darabos (SPÖ), könnte die Dingo-freundliche Ausschreibung nur gegen eine hohe Pönale aufheben. Jüngste Kommentare von Generalstabschef Edmund Entacher zum budgetbedingten Sparkurs lassen nun bei der Truppe wieder die Hoffnung keimen, dass die Dingo-Beschaffung wegen Unfinanzierbarkeit ausgehebelt werden könnte – was keine Pönale kostet. Und für das nächste Doppelbudget würde genug Zeit bleiben, eine neue Ausschreibung zu formulieren. Verteidigungsminister Darabos will eine Entscheidung treffen, sobald die Prioritätenliste des Generalstabes vorliegt, die festlegt, was mit dem Sparbudget noch machbar ist.


Artikel vom 03.05.2009 20:14 | KURIER | Wilhelm Theuretsbacher


http://www.kurier.at/nachrichten/315812.php

In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Truppendienst" ist ein überaus aufschlussreicher Leserbrief eines Offiziers, der außerdem an der Enwicklung der AC - Aufklärungsversion des "Dingos" ("DIngo" 2 A2) beteiligt war, erschienen.
Kürzlich hat es doch geheißen, dass der Kauf der 145 Allschutzfahrzeuge wegen budgetärer Engpässe gestrichen worden ist ?!

Allschutzfahrzeug versus Radpanzer?

Seit mehreren Jahren wird innerhalb des Österreichischen Bundesheeres eine heftige, leider meist emotionale Diskussion über Allschutzfahrzeuge (ATF) versus Radpanzer geführt. Ich beobacht diesen Vorgang sehr kritisch und stelle fallweise mit Befremden fest, welche Ansichten hiebei vertreten werden und wie dabei subjektiv und suggestiv Meinungsbildung betrieben wird.

Allschutztransportfahrzeuge und Radpanzer sind nur eingeschränkt miteinander vergleichbar. Beide verfügen zwar über Mobilität, Schutz und Wirkung und damit auch über Durchhaltefähigkeit, unterscheiden sich aber in der Qualität dieser Fähigkeiten beträchtlich. Würden alle jene, die das eine oder andere System favorisieren respektive schlecht machen, sich auf die geforderten taktischen, funktionellen und techniscchen Fähigkeiten, welcher ein Einsatz des Österreichischen Bundesheeres verlangt, konzentrieren, würden sie erkennen, dass beide Systeme zur Erfüllung der derzeitigen militärstrategischen Forderungen zweckmäßig und unverzichtbar sind.

Mit einem Personenkraftwagen kann man nicht sechs Tonnen Eisenschrott transportieren, dazu benötigt man einen Lastkraftwagen. Mit diesem kann aber eine Familie sicher nicht bequem verreisen. Ähnlich verhält es sich mit Allschutztransportfahrzeugen und Radpanzern: Die beschafften Allschutzfahrzeuge "Dingo" 2 und "Dingo" 2 A2 bieten einen hohen Schutz vor ABC-Gefahrenstoffen militärischenm, zivilen und subkonventionellen Ursprungs (den z.B. der Mannschaftstransportpanzer "Pandur" I nicht in dieser Form nachweisen kann), ebenso gegen Minen, improvisierte Sprengmittel und Beschuss durch Handfeuerwaffen. Beurteilt man nun einen konkreten Einsatz, wird man für Gefechtsaufgaben die keine Feuer- und Stoßkraft erfordern, eher ein Allschutztransportfahrzeug vorziehen. Besonders als Plattform für Sensoren, Patiententransport, rückwärtige Transportaufgaben, Patrouillen usw. weist dieses Vorteile gegenüber dem Radpanzer auf. Andererseits ist ein moderner Radpanzer, etwa ein leistungsgesteigerter "Pandur" II, zur Sicherstellung der Waffenwirkung im Verbund mit den Fähigkeiten der mitgeführten Infanteristen ein unverzichtbares militärisches Hauptsystem.

Bei allen Planungs- und Bereitstellungsverfahren spielt das verfügbare Budget eine wesentliche Rolle. Immer wieder wird argumentiert, dass ein "Pandur" II in der Beschaffung und im Betrieb gleich teuer wäre, wie ein "Dingo" 2. Das erscheint mit schlichtweg falsch und vielleicht sogar eine bewusste Irreführung der Entscheidungsträger zu sein. Jeder, der mit Vertragsabwicklungen und Designfestlegung (z.B. imZuge von Rüstsatzkonfigurationen) beschäftigt war und dabei unmittelbar mit einem Hersteller zu kooperieren hatte, weiß, welche finanziellen Mittel von optionalen Qualitätssteigerungen bzw. zur Erreichung erforderlicher funktioneller Fähigkeiten geradezu "verschlungen" werden. Als Mitdesigner der AC-Aufklärungsversion des "Dingo" 2 A2 musste ich erfahren, wie technisch aufwändig die Integration der einzelnen Komponenten in das System unter einhaltung der Schutzklassen war. Ein Radpanzer mit der Schutzklasse 4 und Ausrichtung auf Waffenwirkung (z.B. mit einer 3-cm-Maschinenkanone) hätte aber mindestens doppelt so viel gekostet (vgl. die Realkosten des Radpanzers "Boxer"), unter anderem auch, weil ein Radpanzer de facto keine Version eines handelsüblichen Fahrzeuges ist, sondern generell eine Sonderanfertigung. Der "Dingo" 2 basiert hingegen auf dem Unimog 5000, einem Serienfahrzeug, das weltweit vertrieben, verwendet und versorgt wird. Für den Radpanzer "Pandur" II muss die Wartung, Instandsetzung und das Bereithalten von Ersatzteilpaketen in einem wesentlich größeren - und damit kostenintensiveren - personellen und materiellen Umfang sichergestellt sein. Das gilt auch bei multinationalen Kooperationen, weil in den Streitkräften der Partnernationen weit weniger "Pandur" II eingeführt sind/werden als "Dingo" 2.

In der Diskussion wird oftmals auch ein genereller technischer Grundsatz außer Acht gelassen. Je höher der Schutz umso geringer ist die Mobilität (Geschwindigkeit, Reichweite, Wendekreis, Steig-, Wat-, Übersetzfähigkeit, Kippresistenz und Passierfähigkeit von Engstellen). Am Rüstungsmarkt befindet sich kein Radpanzer unter 30 Tonnen zum Transport einer Infanteriegruppe mit einer allumfassenden und der durch Ansprengungen und Beschuss nachgewiesenen Schutzklasse 4. Die lieferbaren Fahrzeuge sind breit und hoch. Sie verfügen über Mehrschichtböden und Zusatzpanzerungen. Mit solchen Fahrzeugen wird man aber im urbanen Umfeld hinsichtlich der Mobilität notgedrungen Einschränkungen in Kauf nehmen müssen; kann jedoch andere Mobilitätskriterien sehr gut meistern (vor allem Kippresistenz ud Überschreitfähigkeit).

Auch der "Dingo" 2 ist mit der Schutzklasse 3 bereits an der Grenze des technisch Machbaren - einem Kompromiss aus Mobilität und Schutz. Dennoch kann er auch in engeren Straßen fahren und verfügt über eine hohe Reichweite und Geschwindigkeit. Manche Argumente, z.B. dass die Seitentüren beim "Dingo" 2 (Breite ca. 2,5 m, Länge ca. 6 m) in Ortsstraßen nicht mehr eufgingen und daher ein Radpanzer mit Hecktüre besser wäre, wirken bereits peinlich, denn ein moderner Radpanzer (Breite ca. 3,2 m, Länge ca. 8 m) könnte in eine so enge Straße gar nicht einfahren!

Jeder, der sich an derartigen Diskussionen beteiligt, sollte daher alle geforderten und vorhandenen Fähigkeiten beachten und dann daraus die richtigen Schlussfolgerungen ziehen.

Wichtig ist auch die persönliche Einstellung des Soldaten zu "seinem" Waffensystem. Erhalten Vorgesetzte und Ausbilder ein neues System, das ein geändertes Verhalten erzwingt, und unterbleibt dabei eine umfassende Auseinandersetzung mit den Umfeld- und Rahmenbedingungen, folgt aus den daraus resultierenden, geradezu unausweichlichen Misserfolgen eine ablehnende Haltung zu diesem System. Diese Einstellung wird an die Untergebenen (Anwender) weitergegeben und prägt dann auch deren Meinung.

Viele Soldaten, v.a. jene, die im Tschad Dienst versahen, schienen eine negative Haltung zum Allschutztransportfahrzeug zu haben. Diese Einstellung beruht möglicherweise auf einer zu geringen Sensibilität für den Schutz des Individuums und der Kampfgemeinschaft. Ich würde als verantwortlicher Kommandant bei jeder Art von Bedrohung meine Soldaten lieber in geschützten Fahrzeugen sehen, als in offenen "Strandbuggys", weil mir das Leben meiner Soldaten / Kameraden immer schützenswert erscheint. Nur wenn die Bedrohung so gering ist, dass ich mit keinem Ausfall rechnen muss, würde ich ein relativ bequemes, (weil) ungeschütztes Transportmittel erlauben.

Allschutztransportfahrzeuge und moderne Radpanzer werden im Rahmen friedensunterstützender Einsätze die Soldatenzu einem anderen Verhalten als bisher zwingen, vor allem wenn diese ihren Auftrag unter möglichst hohem Schutz erfüllen müssen.

Weder Radpanzer noch Allschutztransportfahrzeuge müssen ihre Notwendigkeit für das Österreichische Bundesheer beweisen. Alle Verantwortlichen sollten deshalb in der Diskussion wieder zur Objektivität zurückkehren und klarstellen, dass jeder Soldat der bereit ist, sein Leben einzusetzen, das jeweilis bestgeeignete Mittel zu Erfüllung seines Auftrages erhalten sollte. Unsachlichkeiten dürfen nicht zu Verzögerungen im Planungsablauf und bei der Bereitstellung führen, und die Überlebenschancen unserer Soldaten darf nicht durch Subjektivität von Entscheidungsträgern und Vorgesetzten verringert werden.

    Oberstleutnant Otto Strele,
    1011 Wien
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