Infanteristen der Zukunft (D/GB/USA)

Wehrtechnik & Rüstung, Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik
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Robert T
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Infanteristen der Zukunft (D/GB/USA)

Beitrag von Robert T » 09. Mai 2005, 13:12

Die sehr empfehlenswerten Seiten auf army-technology.com zeigen seit kurzen einen Überlick über die Programme für die Infanterie der Zukunft.

Deutschland - IDZ Infanterist der Zukunft

Bild
http://www.army-technology.com/projects/idz/

Großbritannien - FIST - Future Infantry Soldier Technology

Bild
http://www.army-technology.com/projects/fist/

Land Warrior - Integrated Modular Fighting System

Bild
http://www.army-technology.com/projects/land_warrior/
Editor Doppeladler.com - Plattform für Österreichs Militärgeschichte - http://www.doppeladler.com

Para83
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Beitrag von Para83 » 22. Feb 2007, 14:43

Wozu das ganze Zeug???

Infantrie!!!!

Glaubt denn jemand das ein irakischer Mudschaheddin mit seiner halb verrosteten AK (die trotzdem noch zuverlässiger als M4, SA80 oder G36 ist) deswegen plötzlich kein tödlicher Gegner mehr ist?!
Auf den letzten 50 Metern ist das ganze Zeug nur mehr störend und die sinnhaftigkeit vonn soviel technisch anfälligem material ist sowieso fraglich! GPS, HUD, tactical radio, etc. und das zusätzlich zu Kampfgepäck und Ballistischer Weste verleiht selbst einem trainierten un top fitten Soldaten die mobilität und geschwindigkeit einer Riesenschildkröte in der Wüste Gobi!

Also ich bin nicht beeindruckt!
Mut, Tapferkeit und Treue

em
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Beitrag von em » 22. Feb 2007, 20:22

lieber para83 dann bleiben wir anstatt unserer stg-77 doch bei der steinschleuder sowie pfeil und bogen, die können auch tödlich wirken.
statt panzer ein kettenhemd für unsere soldaten und für die luftwaffe ganz fortschrittlich doppeldecker.

Manpower
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Beitrag von Manpower » 23. Feb 2007, 03:25

Para83 hat geschrieben:Wozu das ganze Zeug???

Infantrie!!!!

Glaubt denn jemand das ein irakischer Mudschaheddin mit seiner halb verrosteten AK (die trotzdem noch zuverlässiger als M4, SA80 oder G36 ist) deswegen plötzlich kein tödlicher Gegner mehr ist?!
Auf den letzten 50 Metern ist das ganze Zeug nur mehr störend und die sinnhaftigkeit vonn soviel technisch anfälligem material ist sowieso fraglich! GPS, HUD, tactical radio, etc. und das zusätzlich zu Kampfgepäck und Ballistischer Weste verleiht selbst einem trainierten un top fitten Soldaten die mobilität und geschwindigkeit einer Riesenschildkröte in der Wüste Gobi!

Also ich bin nicht beeindruckt!


Naja, kommt ganz darauf an, was man will.

Im Nahkampf Mann gegen Mann ist das ganze Gerödel bestimmt hinderlich.

Aber ansonsten hast du keine Chance. Effektivität des System in der Gruppe gepaart mit der Informationsüberlegenheit machen dich platt. :D

Die AK schießt ja auch nur unter allen Umständen, weil sie so schlecht ist. Bzw. trifst du mit der AK nix, weil sie so große Toleranzen hat...

Para83
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Beitrag von Para83 » 23. Feb 2007, 12:15

@ em

Nein, nicht Steinschleuder und Kettenhemd! Das hat damit ja nichts zu tun!
Natürlich gibt es viele technische entwicklungen die äusserst nützlich sind, aber viele der gezeigten Gegenstände sind einfach nicht brauchbar wenn sie an jedem Mann der ganzen Truppe hängen. Das meiste ist als Kommandantengerät oder besser am Gefechtsfahrzeug zu gebrauchen.
Ich kann mir jedenfalls nicht Vorstellen das es Sinn macht einen Soldaten der gerade die Stressituation in einem Gefecht durchmacht noch zusätzlich mit Informationen zu überhäufen aus denen er ja dann noch das für ihn "wichtige" filtern muss!
Meine Argumentation ist eigentlich die das man sich jeden Vorteil mit einem Nachteil erkaufen muss!
Gewicht, Unbeweglichkeit, technische Anfälligkeit, Informationsüberfluss,...
In meinen Augen ist das einfach zu viel!
Alles mit Mass und Ziel!

P.S.: Die britische Version ist wohl die realistischste!


@ Manpower

Richtig: Die Zuverlässlichkeit der AK 74 beruht auf den Toleranzen in der ungenauen Verarbeitung.
Aber: Es ist viel wichtiger das sie immer schiesst wenn sie nunmal schiessen soll als wie präziese sie ist. Alle Präzision der Welt hilft mir nichts wenns nicht BUMM macht und das Ding auseinanderfällt,
und das mit dem nix treffen ist auch nicht ganz richtig. Auf 100m spielen diese Toleranzen keine grosse Rolle, bedenke, wir sprechen von einem Sturmgewehr, und in einem Feuergefecht wie es zur Zeit abläuft sind die Schussdistanzen wesentlich kürzer als 100m.

Gruss

Euer Para

P.S.: Danke, guter Diskussionsansatz!
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Manpower
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Beitrag von Manpower » 23. Feb 2007, 13:22

Um ehrlich zu sein, das IdZ ist nun mal nicht so innovativ wie dargestellt. Die Amis rüsten doch schon heute alle Soldaten mit ManComs, GPS und BiV-Brille etc. aus. Aber ein Anfang ist zumindest auch in Deutschland gemacht.

Ich finde es in jedem Fall gut, dass man man endlich anfängt, auch die Infanterie auf den Stand des 21. Jh zu holen.

Die Infanterie fristete doch Jahrzehnte ein Schattendasein. In Anbetracht der Panzerschlachten zwischen Nato und Wp hatte man der Ausrüstung des Infanteristen keine Aufmerksamkeit geschenkt. Man hat die Mannesausrüstung seit dem 2. Wk quasi nicht weiterentwickelt. In Anbetracht von asymmetrischer Kriegsführung und MOUT verscheibt sich (endlich) das Gewicht weg vom "Schwermetell" hin zu den leichten und mobilen Kräften.

@para88: Ich kann deswegen deine Kritik nicht nachvollziehen

Para83
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Beitrag von Para83 » 23. Feb 2007, 15:12

Ich gebe dir natürlich recht, der Infanterie gehört dieses hohe Mass an aufmerksamkeit gewidmet!
Ideen und Innovationen gehören auch umgesetzt, in der Theorie sind sie sinnlos!
Ich möchte dennoch dabei bleiben: Alles mit Mass und Ziel!
Leichtgewichtige, ballistische Schutzwesten: Ja
wirklich brauchbare Nachtsichtbrillen: Ja
leichte und verlässliche Funkgeräte: Ja
GPS (zur UNTERSTÜTZUNG des orientierens mit Karte und Bussole): Ja
Alles gut und schön, ich nutze diese Dinge selbst sehr gerne!
Aber ein "normaler" infanterist benötigt keinen Laser-Entfernungsmesser oder eien halben Grossrechner in der Kampfmittelweste. Taktisch wichtige Informationen zu bewerten und weiterzugeben ist Kommandantenaufgabe!
Meine Sorge gilt dem Soldaten der auf dem Gefechtsfeld mit zuviel Informationen und zu viel Gewicht überfordert wird!
Ich kann mir nicht Vorstellen das ein Mensch unter hoher physischer und psychischer Belastung das ganze noch ordentlich, zeitgerecht und richtig verarbeiten kann!
Alle hier vorgestellten Dinge sind tatsächlich gut brauchbar aber nicht für jeden einzelnen Soldaten sondern vieles macht meiner Meinung nach nur Sinn in bestimmten Funktionen bzw. in der Richtigen Aufteilung innerhalb der Truppe!

Gruss
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Bad Rabbit
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Beitrag von Bad Rabbit » 23. Feb 2007, 18:38

der nachteil des amerikanischen systems ist es, dass ja grade ALLE soldaten mit computern ausgerüstet werden und dass extra milliarden für ein neues system investiert wurden
so viel computer lenken den soldaten ab

das deutsche system ist zwar einfacher, aber ich finde es besser, denn:
die systeme werden in der gruppe verteilt, so dass sich jeder auf seine aufgabe konzentrieren kann und nicht abgelenkt wird; es wird gewicht beim einzelnen soldaten fespart, und:

land warrior wird in einigen jahren veraltet sein, aber beim idz-programm hat man sich aktueller, vorhandener technologien bedient, die regelmäßig durch die industrie modernisiert werden sollen - so ist man immer auf dem neusten stand der technik und kann die weiterentwicklung sinnvoll planen (und dabei geld sparen)
Ein Wolf im Schafspelz bleibt trotzdem ein Wolf.

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Beitrag von Para83 » 23. Feb 2007, 20:25

@ Bad Rabbit

Hast du das mit diesem Neubeschaffungs- und Erweiterungsmanagement bezüglich des deutschen IdZ aus zuverlässlicher Quelle?
Die Idee wäre ja gut aber ob das die Bundeswehr das wirklich so umsetzen kann oder will?
Naja, Verteidigungsbudgets werden selten grösser, auch wenns wünschenswert wäre, gerade bei uns in Österreich!
Mut, Tapferkeit und Treue

Bad Rabbit
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Beitrag von Bad Rabbit » 23. Feb 2007, 23:12

ich hab das vor einiger zeit in einem artikel auf der bw-homepage gelesen
ist schon ein paar monate her, muss ich zugeben

und ich muss nochmal betonen: es ist (war?) so gedacht; bestimmt kommen da wieder paar schlipsträger, die meinen, dies und das machts auch noch mal fünf jahre um paar hundertausend euro zu sparen...
Ein Wolf im Schafspelz bleibt trotzdem ein Wolf.

kk1
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Beitrag von kk1 » 24. Feb 2007, 04:28

korrekt, das idz-system wird stufenweise erweitert.

-

http://www.army-technology.com/projects/idz/
http://www.danmil.de/10184.html
http://www.deutschesheer.de

fertiges idz-system:
Bild
Bild

gegenwart:
Bild
afghanistan
Bild
idz-einführung

Obi
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übertrieben!

Beitrag von Obi » 25. Feb 2007, 14:25

das fist ist ja schön und gut, aber das land warrior system ist übertrieben!

Bad Rabbit
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Beitrag von Bad Rabbit » 25. Feb 2007, 16:09

ein wandelnder cs-server?!? 8)
Ein Wolf im Schafspelz bleibt trotzdem ein Wolf.

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Beitrag von Para83 » 25. Feb 2007, 16:39

CS-Server ist gut,
bringt mich auf die Idee das vielleicht mit der Überflutung mit Informationen und dem ganzen tam-tam auch ein gewisses Mass an Realitätsverlust im Gefecht einher gehen könnte!

Weiss jemand wie es mit der technischen anfälligkeit, Manipulierbarkeit, Wasserfestigkeit, Witterungsempfindlichkeit und Stossfestigkeit von dem ganzen Zeug aussieht?
Mut, Tapferkeit und Treue

Stoni
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Beitrag von Stoni » 25. Feb 2007, 19:03

Mmh. Wär interessant zu wissen! Weiß jem. wie die groß die Anfälligkeit beim US System ist?

lg Stoni

PS: Würde mich wundern wenn in den nächsten 5-10 Jahren das Bundesheer etwas vergleichbares bekommen würde! Obwohl es wünschenswert wäre, zumindest bei den Auslandseinsätzen.

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