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BeitragVerfasst: 08. Apr 2016, 18:05 

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Begleitgruppe für die Evaluation und Beschaffung eines neuen Kampfflugzeuges konstituiert

Zitat:
Die Begleitgruppe soll sich in einer ganzheitlichen Sicht der Bedrohungen in und aus der Luft mit dem zweckmässigen Verhältnis zwischen bodengestützter Luftverteidigung und Kampfflugzeugen auseinandersetzen und alle Fragen im Zusammenhang mit der Evaluation und Beschaffung eines Kampfflugzeuges erörtern. Sie begleitet damit die Arbeiten einer VBS-internen Expertengruppe für die Evaluation und Beschaffung eines neuen Kampfflugzeuges.

Die Beratungen der Begleitgruppe werden vertraulich sein; eine erste Sitzung wird vor Ende April stattfinden.

Zusammensetzung:

    Alt-Ständerat Dr. iur. Hans Altherr als Vertreter der FDP (Präsident)

    Alt-Ständerat Dr. sc. techn. Peter Bieri als Vertreter der CVP

    Alt-Nationalrat Roland Borer als Vertreter der SVP

    Ständerätin Géraldine Savary als Vertreterin der SP

    Oberst i Gst Dr. iur. Stefan Holenstein, Präsident Schweiz. Offiziersgesellschaft

    Beat Brunner, Geschäftsleitungsmitglied von Swissmem

    Simon Plüss, Ressortleiter Rüstungskontrolle/Rüstungskontrollpolitik, seco, WBF

    Dr. Jon-Albert Fanzun, Kabinettschef des Vorstehers EDA

    Dr. Karl Schwaar, stv. Direktor, Eidg. Finanzverwaltung, EFD

    Korpskommandant Dominique Andrey, militärpolitischer Berater des Chefs VBS

    Botschafter Christian Catrina, Chef Sicherheitspolitik, stv. Generalsekretär VBS

    Korpskommandant Aldo Schellenberg, Kommandant der Luftwaffe

    Hans-Rudolf Sieber, Chef Finanzen VBS

    Peter Winter, Leiter Luftfahrtsysteme, armasuisse



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BeitragVerfasst: 12. Mai 2016, 15:20 

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Schellenberg ermahnt seine Kader

Zitat:
Unter Druck geraten ist im Zuge des von Bundesrat Guy Parmelin verfügten Sistierungsentscheids namentlich der für das Bodluv-Projekt verantwortliche Luftwaffenchef Aldo C. Schellenberg. Am Donnerstag trat er am Jahresrapport der Luftwaffe vor seine Kader. Gespannt warteten die nach Emmen gereisten 600 Mitarbeitenden und Milizkader der Luftwaffe auf Schellenbergs Standortbestimmung im Gegenwind.

Zitat:
Mit Blick auf die Wiederaufnahme des Evaluationsverfahrens für neue Kampfjets appellierte Schellenberg an seine Kader: «Wir haben die Chance, in diesem Projekt alles richtig zu machen.» Der Fahrplan der Luftwaffe sieht vor, dass 2020 der Typenentscheid gefällt wird. Darauf soll das Projekt wenn möglich ins Rüstungsprogramm 2022 integriert werden. Die Luftwaffe hofft, dass die ersten neuen Kampfjets 2025 geliefert werden können. Dannzumal gelangt laut Schellenberg die F/A-18-Flotte an ihr Lebensende. Falls eine Verlängerung nötig werde, müsste man wohl 500 Millionen Franken in die Hand nehmen.

Zitat:
Am Jahresrapport der Luftwaffe mahnte auch Corina Eichenberger, Präsidentin der nationalrätlichen Sicherheitskommission, zu vermehrter armeeinterner Geschlossenheit. Sie sei «Gripen-geschädigt», weitere Schüsse aus dem Hinterhalt ertrage es nicht mehr. Zum Bodluv-Projekt merkte die Aargauer FDP-Nationalrätin an, sie erachte die «aus wenig nachvollziehbaren Gründen erfolgte Sistierung» als bedauerlich.



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BeitragVerfasst: 08. Jul 2016, 16:32 

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Zitat:
Gareth Jennings
@GarethJennings3

.@LockheedMartin spies opportunity for #JSF in new fighter replacement programme for #Switzerland. Story to come...



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BeitragVerfasst: 25. Okt 2016, 13:18 

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Neues Kampfflugzeug



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BeitragVerfasst: 29. Okt 2016, 20:05 

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Zitat:
Neues Kampfflugzeug usw.

Im Nachgang zu Aussagen des Chefs der Armeeplanung, Brigadier Rolf Siegenthaler, an der Generalversammlung der Kantonalen Offiziersgesellschaft Thurgau von Mitte Oktober 2016 berichten verschiedene Medien, dass die Armee 55 neue Maschinen beschaffen wolle. Kosten: 10 Milliarden Franken. Weitere Themen sind die Kosten für den Erneuerung der Bodengestützten Luftverteidigung und der Panzerflotte. Das VBS stellt dazu klar.

    Warum wird der Kauf von 55 neuen Kampfjets 2022 stolze 10 Milliarden Franken kosten? Das ist auch pro Flugzeug deutlich teurer, als der gescheitere Gripen-Kauf?

      Die Anzahl Maschinen und die Kosten stehen noch in den Sternen. Eine Expertengruppe und eine Begleitgruppe erarbeiten zur Zeit die Grundlagen für einen Kreditantrag zur Planung, Erprobung und Beschaffungsvorbereitung (PEB-Kredit) eines neuen Kampfflugzeuges. Nach dem PEB-Kreditantrag soll gemäss gegenwärtiger Planung 2020 der Typenentscheid fallen, 2022 der Beschaffungskredit im Parlament beantragt und ab 2025 die neuen Flugzeuge geliefert werden. Genaue Anzahl Flugzeuge und auch die Kosten werden somit erst später abgeschätzt werden können.

      Bei der von Brigadier Rolf Siegenthaler genannten Zahl von 55 neuen Kampfflugzeugen handelt es sich um jene, die im «Konzept zur langfristigen Sicherung des Luftraumes, Bericht des Bundesrates in Erfüllung des Postulats Galladé 12.4130 vom 27. August 2014» genannt wurde. Die Schätzung der Investitionskosten basiert auf einer Annahme: modernes Mehrzweckkampfflugzeug mit Logistikpaket und Bewaffnung inklusive Fähigkeit zum Erdkampf, so wie es das Konzept fordert. Diese Aussagen nehmen ausdrücklich Bezug auf den Bericht des Bundesrates in Erfüllung des Postulats Galladé und nicht auf den Inhalt eines in sich in der Redaktion befindlichen Berichts zur Beschaffung eines neuen Kampfflugzeugs.



Teurer als der Gripen?
Armee rechnet mit 180 Millionen pro neuem Jet



Nach Gripen-Debakel wirds jetzt noch teurer
10 Milliarden für neue Kampfjets

Zitat:
Im Auftrag von Verteidigungsminister Guy Parmelin prüft derzeit eine Expertengruppe, wie gross der Bedarf an neuen Kampfjets nach 2020 ist. Der Wunsch der Armee ist klar: 55 neue Jets sollen die Tiger und F/A-18-Jets ablösen. An einer Veranstaltung im Thurgau Mitte Oktober hängte nun Armee-Planungschef Rolf Siegenthaler auch ein Preisschild an die Beschaffung: Auf zehn Milliarden Franken schätzt die Armeeplanung den Finanzbedarf für den Jet-Kauf im Jahr 2022.

    Sind 10 Milliarden für neue Jets okay?

      - Ja! Die Schweiz braucht eine funktionstüchtige Luftwaffe.

      - Nein! Der Bund hat aus dem Gripen-Debakel nichts gelernt.


    ABSTIMMEN

Damit wäre jedes einzelne Flugzeug mit 180 Millionen Franken nochmals 40 Millionen Franken teurer als beim Gripen-Kauf, den das Volk abgeschmettert hat.

Zitat:
SP-Sicherheitspolitikerin Chantal Galladé ist da anderer Meinung: «In Zeiten von Cyberkrieg sollte mir die Armee mal die Szenarien aufzeigen, bei denen man all die Panzer und Kampfjets braucht.» Das sei eher ein Weihnachtswunschzettel als ein seriöser Beschaffungsplan. Auch bei der Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (Gsoa) reibt man sich die Augen. «Diese Zahlen zeigen die Arroganz der Armee», sagt Sekretär Lewin Lempert. Die Armee wolle beim Jet offenbar die Luxusvariante. Dabei sei der Gripen auch wegen der hohen Kosten vom Volk abgelehnt worden. Die Gsoa verlangt schon jetzt: «Dieses Geschäft darf nicht am Volk vorbeigeschleust werden.»

Konventioneller Krieg wenig wahrscheinlich, aber immer möglich

SVP-Nationalrat Werner Salzmann kontert die Kritiker: «Die notwendigen Investi­tionen wurden von den Armeegegnern in den letzten Jahren so erfolgreich bekämpft, dass jetzt ein Investi­tionsstau entstanden ist.» Es sei logisch, dass es auch bei den Panzern eine Erneuerung brauche, um die notwendige Kampfkraft zu erhalten.

«Ein konventioneller Krieg ist derzeit zwar wenig wahrscheinlich, aber letztlich immer möglich.» Deshalb müsse man auch für den Kriegsfall gewappnet sein. Und dazu braucht es gutes Material auf allen Ebenen, von der Luftwaffe bis zum Panzer. Laut GLP-Nationalrat Beat Flach zeigen die horrenden Zahlen auch einen Kampf zwischen den verschiedenen Armee-Teilen.

Ein Sprecher des Verteidigungsdepartements betont, dass es sich bei den Zahlen von Siegenthaler um Planungen und Schätzungen handle und nicht um reale Projekte. Dabei werde ein vollständiger Ersatz der Systeme und die maximale Leistungserfüllung angenommen. Die Armee werde laut dem Sprecher Prioritäten setzen müssen, da auch mit fünf Mil­liarden Jahresbudget nicht alle Vorhaben umsetzbar seien.



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BeitragVerfasst: 22. Nov 2016, 06:46 

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Erste Erkenntnisse und unmittelbarer Handlungsbedarf aus den Arbeiten der Expertengruppe neues Kampfflugzeug

Zitat:
6 Empfehlungen

Zusammenfassend empfiehlt die Expertengruppe:

    1 Antrag auf den ersten PEB-Kredit von 10 Mio. Fr. zur Evaluation eines neuen Kampfflugzeugs in der Armeebotschaft 2017.

    2 Vorantreiben der Projektarbeit im Bereich Nutzungsdauerverlängerung der F/A-18C/D, um insbesondere über die Preisgestaltung Klarheit zu erhalten, damit die Massnahme den eidgenössischen Räten nach Möglichkeit in der Armeebotschaft 2017, spätestens aber in der Armeebotschaft 2018 beantragt werden kann.

    3 vorläufiger Verzicht auf die Ausserdienststellung zumindest eines Teils der F-5 Tiger und Aktualisierung des vorhandenen Ausserdienststellungskonzeptes mit dem Ziel, dem Parlament die Ausserdienststellung der nicht mehr benötigten F-5 Tiger mit der Armeebotschaft 2018 beantragen zu können.



F/A-18 und Tiger sollen länger fliegen

Zitat:
Unterschiedliche Reaktionen

Der Zeitplan stösst bei einigen Sicherheitspolitikern auf Kritik. «Mehr Mut» – das wünscht sich etwa Nationalrat Jakob Büchler (cvp., St. Gallen). Die Regierung schiebe das Problem vor sich her. Büchler fordert vom Bundesrat, dass dieser die Evaluation forciere mit dem Ziel, bereits im Rüstungsprogramm 2020 33 Flugzeuge zu beschaffen. Um eine Nachrüstung der F/A-18 werde man realistischerweise dennoch kaum herumkommen. Büchler gibt sich überzeugt: Beantrage der Bundesrat die Jets erst 2022, seien diese 2025 mit Sicherheit noch nicht bereit, in den Schweizer Himmel zu steigen. «Die Luftwaffe benötigt dringend neue Flugzeuge, nicht zuletzt, um den 24-Stunden-Luftpolizeidienst zu gewährleisten», meint Büchler.

Gerade umgekehrt sieht es Nationalrat Balthasar Glättli (gp., Zürich). Im Jahr 2025 seien bestimmt noch keine neuen Flugzeuge nötig. Zwar unterstreicht auch Glättli die Bedeutung des Luftpolizeidienstes, doch dieser sei auch ohne Neubeschaffung möglich. Was die Nachrüstung der F/A-18 anbelangt, fordert er vom VBS zusätzliche Informationen. «Vor der Gripen-Abstimmung wurde uns stets gesagt, eine Nachrüstung sei keine Option», sagt Glättli. «Gut und vorausschauend» nennt den Plan dagegen Corina Eichenberger (fdp., Aargau), die Präsidentin der Sicherheitspolitischen Kommission des Nationalrats, wie sie der Schweizerischen Depeschenagentur sagte.



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BeitragVerfasst: 08. Dez 2016, 19:38 

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BRUNS Peter: Bereitschaft von Kampfflugzeugflotten, in: Military Power Revue, Bd. 2 (2016), p. 57-67



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BeitragVerfasst: 07. Mär 2017, 12:10 

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16.1082 Anfrage
Neuste Beschaffungspläne betreffend Kampfjets

Zitat:
Eingereichter Text

    Gemäss einem Artikel im "Schweizer Soldat" (Ausgabe November) rechnet Rolf Siegenthaler, Chef Armeeplanung, mit Beschaffungskosten in der Höhe von 10 Milliarden Franken für 55 neue Kampfjets. Folgende Fragen dazu:

      1. Gemäss diesen Zahlen wäre der Kaufpreis eines neuen Kampfjets 180 Millionen, gegenüber den 140 Millionen, welche ein Gripen gekostet hätte. Wie ist diese massive Preissteigerung zu erklären?

      2. Gemäss VBS soll eine Expertengruppe bis Frühling 2017 die grundlegenden Fragen zu Bedarf, Vorgehen und industriellen Aspekten in einem Bericht beantworten. Wie kann Herr Siegenthaler vor Abschluss dieses Berichtes wissen, erstens wie viele Kampfjets die Schweiz überhaupt braucht und zweitens wie teuer diese werden?

      3. Gemäss dieser hohen Zahl wird beispielsweise eine Lösung mit Occasionsjets gar nicht geprüft. Stimmt dies? Wenn ja, warum nicht?

      4. Was für Kosteneinsparungen würde der Verzicht auf die Bombardierungsfähigkeit bringen?

      5. Wie stellt der Bundesrat sicher, dass die zuständigen Ämter aus allen Departementen und nicht bloss eine Begleitgruppe den Beschaffungsprozess steuern?

Antwort des Bundesrates vom 15.02.2017

    Anfang 2016 setzte das VBS eine interne Expertengruppe bestehend aus Vertretern der relevanten Fachbereiche von Armee, Armasuisse und Generalsekretariat ein. Diese erhielt den Auftrag, bis im Frühjahr 2017 - in Abstimmung mit dem möglichen weiteren Vorgehen im Bereich der bodengestützten Luftverteidigung - die grundlegenden Fragen zu Bedarf, Vorgehen und industriellen Aspekten bei der Beschaffung neuer Kampfflugzeuge zu klären und die Ergebnisse in einem Bericht darzustellen. Bei den Aussagen des Chefs Armeeplanung handelt es sich um dessen persönliche Ansichten, die er in einer Grussbotschaft vor einer kantonalen Offiziersgesellschaft geäussert hat, und nicht um erste Erkenntnisse aus den Arbeiten am Expertenbericht.

    Der Bundesrat beantwortet die Fragen wie folgt:

      1. Bei den vom Chef Armeeplanung geäusserten Zahlen handelt es sich um Schätzungen, die u. a. berücksichtigen, dass es sich bei den Investitionskosten für die im Mai 2014 abgelehnte Gripen-Beschaffung um ein für die Schweiz ausgesprochen vorteilhaftes Angebot gehandelt hätte. Systempreise moderner Mehrzweckkampfflugzeuge (inklusive Logistikpaket, Bewaffnung, Anpassung der Bodeninfrastruktur, Ausbildungssimulatoren usw.) liegen in der Regel durchaus in der von Brigadier Siegenthaler genannten Grössenordnung. Allerdings können konkrete Angaben zu Preisen und Leistungen von Kampfflugzeugen erst vorliegen, nachdem entsprechende Offerten bei den Herstellern eingeholt worden sind, d. h. nach Beginn einer Evaluation.

      2. Die genannte Zahl von 55 Kampfflugzeugen stammt aus dem Konzept zur langfristigen Sicherung des Luftraums (Bericht des Bundesrates in Erfüllung des Postulates Galladé 12.4130) vom 27. August 2014. Das Konzept legt dar, dass zur Gewährleistung eines dauerhaften Luftpolizeidiensts, bei welchem permanent zwei bis vier Flugzeuge in der Luft sein müssen, fünf Staffeln mit insgesamt 55 Kampfflugzeugen benötigt werden. Die Expertengruppe ist daran, ausgehend vom angestrebten Leistungsniveau einen in den 2020er Jahren konkret zu realisierenden Umsetzungsgrad zu definieren. Sie wird in ihrem Bericht auch Aussagen zur dafür benötigten Anzahl Flugzeuge und zu den voraussichtlichen Kosten machen.

      3. Die Frage, ob Occasionsflugzeuge für die Schweiz eine Option sein könnten, wurde von der Expertengruppe geprüft. Die Ergebnisse der Prüfung werden im Bericht dargestellt werden.

      4. Die technischen Voraussetzungen für Luft-Boden-Einsätze sind auf modernen Mehrzweckkampfflugzeugen bereits vorhanden. Der Kostenanteil zur Erlangung einer minimalen Grundbefähigung im Erdkampf, wie sie die Schweizer Armee anstrebt, belaufen sich erfahrungsgemäss auf einige wenige Prozente des gesamten Systembeschaffungspreises eines Mehrzweckkampfflugzeugs. Konkrete Preisangaben können allerdings erst vorliegen, nachdem von den Herstellern entsprechende Offerten eingeholt worden sind.

      5. Bei den aktuell laufenden Arbeiten handelt es sich um die Erstellung eines Berichtes, in dem die grundlegenden Fragen geklärt werden, bevor eine Evaluation eingeleitet wird. Die Arbeiten der VBS-internen Expertengruppe wird von einer Begleitgruppe unterstützt, die neben VBS-Mitarbeitern, Vertretern der vier Bundesratsparteien, einem Vertreter der Rüstungsindustrie und dem Präsidenten der Schweizerischen Offiziersgesellschaft auch Fachleute aus dem EDA, dem EFD und dem WBF umfasst. Es handelt sich aber nur um Vorarbeiten. Der eigentliche Evaluations- und Beschaffungsprozess wird gemäss der bei grossen Rüstungsvorhaben gängigen Praxis, d. h. unter Einbezug aller relevanten Ämter und Departemente, verlaufen. Der erste Schritt wird der Antrag für einen Kredit zur Projektierung, Erprobung und Beschaffungsvorbereitung (PEB) als Teil der Armeebotschaft sein.



Ein Kampfflugzeug für die Schweiz
Dokumentation zum Projekt F/A-18

Bild


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BeitragVerfasst: 30. Mai 2017, 22:30 

Registriert: 09. Sep 2008, 22:29
Beiträge: 20791
Empfehlungen zur Beschaffung eines neuen Kampfflugzeuges


    Zitat:
    12.2 Optionen für die Weiterentwicklung der Systeme für den Schutz des Luftraums

    Die Expertengruppe hat verschiedene Optionen geprüft, wie die Systeme für den Schutz des Luftraums in den 2020er Jahren weiterentwickelt werden könnten. Referenzgrösse für die Optionen bildet das in Kapitel 11 dargestellte Leistungsniveau. Es werden vier Optionen beschrieben, wie sich dieses in je unterschiedlicher Ausprägung und mit je unterschiedlichen Risiken konkret umsetzen liesse, nämlich:

      1. ein Ersatz der heutigen Kampfflugzeugflotte durch 55 bis 70 moderne Kampfflugzeuge und eine umfassende Erneuerung und Leistungssteigerung aufseiten der bodengestützten Luftverteidigung;

      2. ein Ersatz der heutigen Kampfflugzeugflotte durch rund 40 moderne Kampfflugzeuge und eine Erneuerung der Mittel der bodengestützten Luftverteidigung;

      3. ein Ersatz der heutigen Kampfflugzeugflotte durch rund 30 moderne Kampfflugzeuge und eine erhebliche Leistungssteigerung aufseiten der bodengestützten Luftverteidigung;

      4. die Beschaffung von rund 20 modernen Kampfflugzeugen bei gleichzeitigem Weiterbetrieb der F/A-18-Flotte [Das heisst über 2030 hinaus, wie dies mit der Nutzungsdauerverlängerung erreicht werden soll, die der Bundesrat in der Armeebotschaft 2017 beantragt] bis zu ihrem Ersatz Mitte der 2030er Jahre und eine Erneuerung der Mittel der bodengestützten Luftverteidigung.

    Neben diesen vier Optionen hat die Expertengruppe verschiedenste Alternativkonzepte eingehend geprüft, die nicht zuletzt auch in Politik und Öffentlichkeit mitunter in die Diskussion um die Zukunft der schweizerischen Luftverteidigung eingebracht werden (z. B. ein vollständiger Verzicht auf neue Kampfflugzeuge oder eine beträchtliche Intensivierung der internationalen Kooperation beim Schutz des Luftraums). Die Ergebnisse dieser Prüfung werden in Kapitel 14 dargestellt.

    Wenn in den nachfolgenden Optionen von einer runden Anzahl Kampfflugzeuge (z. B. «rund 40») gesprochen wird, so gilt es zu berücksichtigen, dass die konkrete Anzahl, die für die Erbringung einer bestimmten Leistung und insbesondere auch zur Sicherstellung der Durchhaltefähigkeit der Kampfflugzeugflotte benötigt wird, stark vom Leistungsvermögen und der Wartungsintensität (und damit der Flottenverfügbarkeit) der jeweiligen Flugzeugtypen abhängt. Über die konkreten Leistungsparameter und Wartungskonzepte einzelner Kampfflugzeugtypen kann indessen erst im Rahmen einer Evaluation Klarheit gewonnen werden. Aus diesem Grund ist es nicht möglich, bezüglich genau erforderlichen Stückzahlen definitive Aussagen zu machen. Wenn im Folgenden ausgeführt wird, dass für die Erfüllung einer bestimmten Leistung beispielsweise «rund 40 Kampfflugzeuge» benötigt werden, so beinhaltet diese Zahlenangabe immer eine bestimmte Bandbreite: Unter Umständen sind 40 Flugzeuge des Typs A erforderlich, 45 des Typs B und lediglich 35 des Typs C. Für die Berechnung der Flottengrösse, die zur Erfüllung des Leistungsniveaus erforderlich ist, wurde von einer Flottenverfügbarkeit von 60% ausgegangen [Das heisst, von 70 Kampfflugzeugen könnten 42 eingesetzt werden; von 40 Kampfflugzeugen 24, von 30 Kampfflugzeugen 18 und von 20 Kampfflugzeugen 12.] und von einer Verweildauer im Einsatzraum (ohne Kampfhandlungen) von rund einer Stunde (zuzüglich je 15 Minuten An- und Rückflug).

    Zitat:
    12.2.1 Option 1:

    Ersatz der heutigen Kampfflugzeugflotte durch 55 bis 70 moderne Kampfflugzeuge und eine umfassende Erneuerung und Leistungssteigerung aufseiten der bodengestützten Luftverteidigung

      Erforderliche Beschaffungen

      Im Konzept zur langfristigen Sicherung des Luftraums führt der Bundesrat aus, dass für einen länger anhaltenden Luftpolizeidienst im Falle von Spannungen mit zwei bis vier Flugzeugen permanent in der Luft an sich insgesamt 55 moderne Kampfflugzeuge erforderlich wären. Gleichzeitig macht er deutlich, dass die Erfüllung der Luftverteidigungsaufgabe noch anspruchsvoller wäre und zusätzliche Kampfflugzeuge erfordern würde. Zur Umsetzung dieses Leistungsniveaus wären insgesamt mindestens 70 Mehrzweckkampfflugzeuge nötig. Diese würden die heute vorhandenen F-5 Tiger und die F/A-18C/D gestaffelt ersetzen. Neben der Beschaffung von Kampfflugzeugen wäre zur vollständigen Erreichung des angestrebten Leistungsniveaus auch eine Erneuerung der Fliegerabwehr nötig. Dabei ginge es darum, ein System für die bodengestützte Luftverteidigung grösserer Reichweite zu beschaffen, mit dem gegnerische Waffenträger und partiell auch Marschflugkörper im mittleren und oberen Luftraum über einer Fläche von mindestens 45 000 km2 bekämpft werden könnten. Ebenfalls zu beschaffen wäre ein modernes System kleinerer Reichweite für den Schutz von insgesamt über zwanzig zivilen und militärischen Objekten im Nahbereich gegen Waffenträger und Marschflugkörper und nach Möglichkeit auch gegen Präzisions- und Bogenschussmunition sowie für die Verteidigung beweglich eingesetzter Verbände gegen Bedrohungen im unteren Luftraum (v. a. Kampfhelikopter und Drohnen).

      Leistungen

      Mit diesen Mitteln würde das in Kapitel 11 beschriebene, im Konzept des Bundesrats zur langfristigen Sicherung des Luftraums festgelegte Leistungsniveau der Luftwaffe ab 2025 vollständig umgesetzt. Die Schweiz wäre in der Lage, ihren Luftraum in Krisen und Konflikten praktisch vollumfänglich, mit grosser Eigenständigkeit und über einen längeren Zeitraum zu schützen. Die in einem ersten Schritt angestrebten beschränkten Befähigungen bei der Luftaufklärung und im Erdkampf könnten in einer späteren Phase ausgebaut werden, falls dies sicherheitspolitisch erforderlich ist. Die bodengestützte Luftverteidigung wäre befähigt, den Raumschutz im mittleren und oberen Luftraum überlagernd praktisch über der gesamten Schweiz sicherzustellen und im unteren Luftraum das Gros der einsatzrelevanten militärischen Infrastruktur und die drei mechanisierten Brigaden gegen Bedrohungen im Nahbereich zu verteidigen.

      Ausgaben

      Für die Beschaffung der Kampfflugzeuge wäre bei Umsetzung dieser Option je nach Anzahl beschaffter Flugzeuge (55–70) mit Ausgaben in der geschätzten Grössenordnung von rund 11–14 Milliarden Franken zu rechnen; hinzu kämen circa 4 Milliarden Franken für die Erneuerung der bodengestützten Luftverteidigung grösserer und kleinerer Reichweite. Erforderlich wären überdies weitere Beschaffungen von nachgeordneter finanzieller Bedeutung, beispielsweise zusätzliche Trainingsflugzeuge PC-21 für die Ausbildung einer grösseren Anzahl von Piloten. Der Betrieb der neuen Kampfflugzeugflotte würde mit deutlich mehr als einer halben Milliarde Franken jährlich zu Buche schlagen 60, derjenige der bodengestützten Luftverteidigung mit grob geschätzten rund 160 Millionen Franken pro Jahr für die Instandhaltung, wobei hier noch zusätzliche Betriebsausgaben hinzukämen, die sich aufgrund der fehlenden Vergleichbarkeit mit den gegenwärtigen eingesetzten Fliegerabwehrmitteln zum heutigen Zeitpunkt allerdings noch nicht quantifizieren lassen.

      Vor- und Nachteile

      Die Umsetzung dieser Option hätte den Vorteil, dass die Schweiz damit ihre Luftwaffe umfassend und nachhaltig modernisieren könnte. Diese wäre in der Lage, die Lufthoheit auch während längeren Spannungen eigenständig mit hoher Durchhaltefähigkeit zu wahren und den Luftraum in einem bewaffneten Konflikt in einem integrierten Verbund mit Kampfflugzeugen und Mitteln der bodengestützten Luftverteidigung über längere Zeit autonom zu verteidigen; mit rund 55 Kampfflugzeugen wäre es – je nach Abnützung in einer vorausgehenden Phase von Spannungen – möglich, zu Beginn eines bewaffneten Konflikts eine sehr hohe Anfangsleistung zu erbringen. Durch die Beschaffungen von Kampfflugzeugen in dieser Anzahl und die umfassende Erneuerung der bodengestützten Luftverteidigung würde die Schweiz in Europa an militärstrategischem Gewicht gewinnen.

      Die Nachteile der Option sind vor allem betrieblicher Natur. Für den Betrieb der Flotte wäre eine Erhöhung des Personalbestandes in der Gruppe Verteidigung erforderlich und auch die Ausbildung der Piloten wäre eine Herausforderung. Hinzu kommt, dass ein Ersatz aller heute vorhandenen Maschinen durch neue Kampfflugzeuge in dieser Anzahl wohl rund zehn Jahre dauern würde, weshalb die Beschaffung der neuen Flugzeuge vermutlich in Tranchen erfolgen müsste. Bei der zweiten Tranche würde es sich unter Umständen, was jedoch durchaus auch ein Vorteil sein könnte, um technisch bereits wieder fortschrittlichere Maschinen handeln.

    Zitat:
    12.2.2 Option 2:

    Ersatz der heutigen Kampfflugzeugflotte durch rund 40 moderne Mehrzweckkampfflugzeuge und Erneuerung der bodengestützten Luftverteidigung

      Erforderliche Beschaffungen

      Bei dieser Option würden rund 40 moderne Mehrzweckkampfflugzeuge beschafft und im Gegenzug die F-5 Tiger und die F/A-18C/D spätestens bis zum Zeitpunkt der vollständigen Auslieferung der neuen Kampfflugzeuge schrittweise ausser Dienst gestellt. Aufseiten der bodengestützten Luftverteidigung würde ein System grösserer Reichweite für den Raumschutz im mittleren und oberen Luftraum über einer Fläche von insgesamt rund 15 000 km2 Ausdehnung in mindestens zwei getrennten Räumen beschafft. Für den Objektschutz und die Verteidigung von Bodentruppen gegen Luftbedrohungen im Nahbereich würden vorläufig die vorhandene Mittlere Fliegerabwehr und die Fliegerabwehr-Lenkwaffen Stinger eingesetzt.

      Leistungen

      Mit diesen Mitteln wäre die Luftwaffe in der Lage, den alltäglichen Luftpolizeidienst autonom zu erfüllen (inkl. 24-Stunden-Interventionsfähigkeit). Mit rund 40 Kampfflugzeugen wäre sie im Falle von Spannungen befähigt, innert weniger Minuten mit fliegenden Patrouillen sowie zusätzlich mit Alarmpatrouillen in erhöhter Bereitschaft am Boden flexibel gegen Luftraumverletzungen und andere Bedrohungen im Luftraum vorzugehen. Es könnte entweder ständig eine fliegende Patrouille mit zwei Kampfflugzeugen während mehrerer Monate oder vier in der Luft eingesetzte Kampfflugzeuge während eines Zeitraums von rund einem Monat eingesetzt werden. In einem bewaffneten Konflikt könnte die Luftwaffe mit rund 40 Kampfflugzeugen eigenständig eine hohe Anfangsleistung erbringen und dabei einem Gegner die Erringung der Luftüberlegenheit zu Beginn während einer beschränkten Zeit und in einem beschränkten Raum über der Schweiz verunmöglichen und über entscheidenden Aktionen der eigenen Bodentruppen eine vorteilhafte Luftsituation erlangen. Darüber hinaus würden auch beschränkte, je nach sicherheitspolitischer Entwicklung ausbaubare Befähigungen zur Luftaufklärung und für den Erdkampf erlangt.

      Mit den Mitteln der bodengestützten Luftverteidigung grösserer Reichweite könnte der Raumschutz über einer Fläche gewährleistet werden, die in etwa dem Schweizer Mittelland entspricht; je nach Bedrohung könnten mit diesen Fähigkeiten aber auch andere Teile der Schweiz geschützt werden. Durch die Beschaffung eines Systems grösserer Reichweite würde in den 2020er Jahren eine funktionierende Grundbefähigung erlangt, d. h. ein kohärentes System, das die geforderte Leistung mit ausreichender Durchhaltefähigkeit erbringen und bei Bedarf weiter ausgebaut werden könnte. Gegen Bedrohungen im unteren Luftraum könnten mindestens sechs kleinere, besonders relevante Objekte (z. B. Militärflugplätze, Armeelogistikcenter, Objekte der zivilen kritischen Infrastruktur) innerhalb oder ausserhalb des Raumschutzes speziell gegen Luftbedrohungen im Nahbereich geschützt werden. Ferner könnten im unteren Luftraum operierende gegnerische Waffenträger, insbesondere Kampfhelikopter und Drohnen, zugunsten von Teilen der mechanisierten Brigaden bekämpft werden.

      Ausgaben

      Die Beschaffung von rund 40 Kampfflugzeugen hätte Investitionen in der geschätzten Grössenordnung von rund 8 Milliarden Franken zur Folge. Hinzu käme rund eine Milliarde für die Beschaffung eines kohärenten Systems für die bodengestützte Luftverteidigung grösserer Reichweite. Die Neubeschaffungen von modernen Kampfflugzeugen bei gleichzeitiger Ausserdienststellung der heutigen Mittel würden zu jährlichen Betriebsausgaben von weniger als 400 Millionen Franken führen. Die Instandhaltungsausgaben für die Mittel der bodengestützten Luftverteidigung würden sich auf geschätzte 40–50 Millionen Franken pro Jahr belaufen, wobei zusätzlich noch weitere Betriebsausgaben anfallen würden, die sich zum jetzigen Zeitpunkt aus den obgenannten Gründen indessen noch nicht beziffern lassen.

      Vor- und Nachteile

      Der Vorteil dieser Option läge darin, dass die gegenwärtigen Fähigkeiten zum Schutz des Luftraums in allen Lagen erhalten, modernisiert und auf zeitgemässe Bedrohungen ausgerichtet werden könnten. Mit Blick auf das heutige und soweit absehbar künftige Umfeld würden rund 40 Kampfflugzeugen ein beachtliches Potenzial darstellen: Die Durchhaltefähigkeit bei der Wahrung der Lufthoheit könnte auch während längeren Spannungen sichergestellt werden. Mit der bodengestützten Luftverteidigung grösserer Reichweite könnten grosse Teile des Landes abgedeckt werden und es würden neue Fähigkeiten zur Bekämpfung von Kleinzielen erlangt. Limitiert hingegen wäre der Objektschutz und der Schutz beweglich eingesetzter Verbände gegen Bedrohungen im unteren Luftraum: Es könnten nicht alle zivilen und militärisch relevanten Räume und nicht sämtliche Objekte gleichzeitig und nur Teile der mechanisierten Brigaden geschützt werden.

    Zitat:
    12.2.3 Option 3:

    Ersatz der heutigen Kampfflugzeugflotte durch rund 30 moderne Kampfflugzeuge und eine erhebliche Leistungssteigerung aufseiten der bodengestützten Luftverteidigung

      Erforderliche Beschaffungen

      Bei dieser Option würde die heute vorhandene Flotte durch rund 30 moderne Kampfflugzeuge ersetzt. Die F/A-18C/D würden bis zur vollständigen Auslieferung der neuen Flotte schrittweise ausser Dienst gestellt, die F-5 Tiger bereits unmittelbar nach Beginn des Zulaufs der neuen Flugzeuge. Die heutige Flottengrösse (26 F-5 Tiger, 30 F/A-18C/D) würde folglich auf rund 30 Kampfflugzeuge reduziert; de facto würde mit der Beschaffung neuer Kampfflugzeuge die heutige F/A-18-Flotte ersetzt. Um die im Vergleich zu den anderen Optionen geringere Anzahl Kampfflugzeuge möglichst zu kompensieren, würde die bodengestützte Luftverteidigung grösserer Reichweite stärker ausgebaut. Dabei ginge es darum, im mittleren und oberen Luftraum (analog zu Option 1) einen Raumschutz über einer Fläche von rund 45 000 km2 sicherzustellen und (analog zu Option 2 mit der vorhandenen Mittleren Fliegerabwehr und den Fliegerabwehr-Lenkwaffen Stinger) mindestens sechs Objekte und Teile der mechanisierten Brigaden gegen verschiedene Bedrohungen im unteren Luftraum zu verteidigen.

      Leistungen

      Mit einer Flottengrösse von rund 30 Kampfflugzeugen könnte der alltägliche Luftpolizeidienst qualitativ und quantitativ gut erfüllt werden; im Falle von Spannungen könnte der Luftraum gut zwei Wochen mit fliegenden Patrouillen (4 Flugzeuge) geschützt werden. Bei zeitlich anhaltenden Bedrohungen müssten folglich Risiken in Kauf genommen werden. Bei der Abwehr eines bewaffneten Angriffs dagegen wäre die Gesamtleistung in der Luftverteidigung durch die Kombination einer kleineren Zahl Kampfflugzeuge mit einer leistungsfähigen bodengestützten Luftverteidigung grösserer Reichweite vergleichbar mit der Option 2. Das Verteidigungsdispositiv wäre indessen statischer, weil dynamische Mittel zur Schwergewichtsbildung in geringerer Anzahl vorhanden wären.

      Ausgaben

      Würden rund 30 moderne Kampfflugzeuge beschafft, so wären dazu etwa 6 Milliarden Franken aufzuwenden. Für ein System der bodengestützten Luftverteidigung grösserer Reichweite wären zusätzlich geschätzte 2–2,5 Milliarden Franken erforderlich. Die Investitionen lägen somit insgesamt bei rund 8–8,5 Milliarden Franken. Die jährlichen Betriebsausgaben für die Flugzeuge lägen voraussichtlich bei rund 300 Millionen Franken; für die bodengestützte Luftverteidigung grösserer Reichweite wäre für die Instandhaltung mit Ausgaben von rund 100 Millionen Franken jährlich zu rechnen, wobei auch hier zusätzlich noch weitere, aus obgenannten Gründen zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschliessend bezifferbare Betriebsausgaben dazukämen.

      Vor- und Nachteile

      Der Vorteil dieser Option liegt darin, dass sich der alltägliche Luftpolizeidienst in der normalen Lage und die Luftverteidigung in einem bewaffneten Konflikt in guter Qualität erfüllen liesse. Der Ausbau der bodengestützten Luftverteidigung grösseren Reichweite zur Kompensation einer geringeren Anzahl Kampfflugzeuge wäre militärisch ein Gewinn, dies nicht zuletzt auch mit Blick auf die Verletzlichkeit der Luftwaffeninfrastrukturen gegenüber weitreichenden Waffen eines potenziellen Gegners. Ein Nachteil wäre, dass die Durchhaltefähigkeit beim Schutz des Luftraums mit 4 Kampfflugzeugen permanent in der Luft auf gut zwei Wochen begrenzt wäre. Mit den zusätzlichen Mitteln der bodengestützten Luftverteidigung könnten im Falle länger dauernden Spannungen keine abgestuften luftpolizeilichen Massnahmen ergriffen werden. Die Architektur zum Schutz des Luftraums wäre auf die Erfüllung des Luftpolizeidienstes im Alltag bzw. im Falle von Spannungen mit einer Durchhaltefähigkeit von gut zwei Wochen einerseits und auf die Abwehr eines bewaffneten Angriffs andererseits ausgerichtet.

    Zitat:
    12.2.4 Option 4:

    Beschaffung von rund 20 modernen Kampfflugzeugen bei gleichzeitigem Weiterbetrieb der F/A-18-Flotte bis zu ihrem Ersatz Mitte der 2030er Jahre und Erneuerung der Mittel der bodengestützten Luftverteidigung

      Erforderliche Beschaffungen

      Bei dieser Option ginge es darum, rund 20 moderne Mehrzweckkampfflugzeuge zu beschaffen, die künftig das Rückgrat der Schweizer Luftwaffe darstellen würden, und gleichzeitig die F/A-18-Flotte auch nach der Auslieferung der neuen Kampfflugzeuge, gegebenenfalls reduziert, vorläufig weiterhin im Dienst zu behalten. Für die Sicherstellung des Weiterbetriebs müssten die jährlichen Flugstunden auf dem F/A-18C/D reduziert und allenfalls zu Beginn der 2020er Jahre nochmals in die Flugzeuge investiert werden, zusätzlich zur Nutzungsdauerverlängerung, wie sie der Bundesrat mit der Armeebotschaft 17 beantragt hat. Mit den genannten betrieblichen Massnahmen könnten die F/A-18C/D bis in die 2030er Jahren im Luftpolizeidienst eingesetzt werden. Bei der bodengestützten Luftverteidigung ginge es – analog wie in der Option 2 – um die Beschaffung moderner Mittel grösserer Reichweite mit hohem Vernetzungsgrad. Für die Bekämpfung von Zielen auf kleiner Distanz (Objektschutz und Verteidigung beweglicher Bodentruppen) würden bis auf weiteres die heutigen Fliegerabwehrmittel eingesetzt.

      Leistungen

      Die Mischung von neuen Kampfflugzeugen und den vorhandenen F/A-18C/D würde es erlauben, bei der Wahrung der Lufthoheit im Falle längerer Spannungen eine Durchhaltefähigkeit von mehreren Monaten zu erreichen. Gleichzeitig könnte zumindest mit einem Teil der Kampfflugzeugflotte die Duellfähigkeit in einem bewaffneten Konflikt gewährleistet werden. Die Hauptaufgabe der neuen Kampfflugzeuge bestünde – in jeweils verschiedenen Rollen – primär in der Luftverteidigung, sekundär auch in der Luftaufklärung und im Erdkampf. Mit rund 20 modernen Kampfflugzeugen liesse sich in der Luftverteidigung eine beschränkte Anfangsleistung erzielen. Die F/A-18C/D würden – ergänzend zu den neuen Kampfflugzeugen – im Alltag für den Luftpolizeidienst (inkl. 24-Stunden-Interventionsfähigkeit) eingesetzt und während längeren Spannungen zusammen mit den neuen Kampfflugzeugen zur Sicherstellung der Durchhaltefähigkeit; in der Luftverteidigung könnten sie nur noch bedingt verwendet werden. Fähigkeiten und Leistungsvermögen der bodengestützten Luftverteidigung wären gleich wie in Option 2.

      Ausgaben

      Die Beschaffung von rund 20 modernen Mehrzweckkampfflugzeugen würde Investitionen in der Grössenordnung von rund 4 Milliarden Franken bedingen; für die Erneuerung der Mittel der bodengestützten Luftverteidigung grösserer Reichweite wäre rund eine Milliarde Franken aufzuwenden. Hinzu kämen allenfalls weitere Ausgaben für die Sicherstellung des Weiterbetriebs der F/A-18C/D, wobei es in erster Linie darum ginge, deren Flugtüchtigkeit zu erhalten. Die Betriebsausgaben für die neuen Kampfflugzeuge lägen bei deutlich über 200 Millionen Franken. Hinzu kämen noch die Betriebsausgaben für die F/A-18-Flotte in der Grössenordnung von nochmals rund 200 Millionen Franken, wobei dieser Betrag mit zunehmender Alterung des Systems noch ansteigen dürfte. Für die Instandhaltung der Systeme der bodengestützten Luftverteidigung grösserer Reichweite wären jährlich geschätzte 40–50 Millionen Franken aufzuwenden, wobei es sich auch hier in Ermangelung von Herstellerangaben nicht um die vollen Betriebsausgaben handelt.

      Vor- und Nachteile

      Mit dieser Option könnte sowohl der alltägliche Luftpolizeidienst als auch die Durchhaltefähigkeit während längerdauernder Spannungen qualitativ und quantitativ gut sichergestellt werden. Mit dem neuen Kampfflugzeug würde die Luftwaffe über zeitgemässe Luftkampf-, Luftaufklärungs- und Erdkampffähigkeiten verfügen, während das operationelle Leistungsvermögen der F/A-18C/D in Relation zu modernen Kampfflugzeugen allerdings sukzessive sinken würde. Ein Nachteil wäre, dass der Betrieb zweier kleiner Kampfflugzeugflotten, von denen sich die eine ihrem Nutzungsende annähert, zu einer Erhöhung der Betriebsausgaben führen würde. Weil die Schweiz ab den 2030er Jahren voraussichtlich die einzige Betreiberin des F/A-18C/D wäre (vgl. Anh. 2), müsste sie die Ersatzteilbewirtschaftung für diese Flugzeugversion alleine tragen, wobei diese Problematik etwas entschärft werden könnte, indem gegebenenfalls die Anzahl der weiterhin genutzten F/A-18C/D verringert würde. Damit die Durchhaltefähigkeit bei der Wahrung der Lufthoheit auch längerfristig gewährleistet werden könnte, müssten in den 2030er Jahren auch die F/A-18C/D ersetzt werden, da diese Flugzeuge dannzumal das Ende ihrer Nutzungsdauer definitiv erreichen werden. Die Erneuerung der heutigen Mittel würde folglich in zwei Tranchen erfolgen, wobei die Beschaffung der zweiten Tranche bereits in der zweiten Hälfte der 2020er Jahre angegangen werden müsste. Eine solche Lösung wäre folglich weniger nachhaltig als die anderen Optionen.


Neue Kampfjets sollen nicht vors Volk



Zuletzt geändert von theoderich am 31. Mai 2017, 16:04, insgesamt 5-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 31. Mai 2017, 14:02 

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Die Debatte um das Milliardenprojekt ist lanciert

Zitat:
Kaum ist der Bericht der Expertengruppe zum neuen Kampfflugzeug publiziert, geht das Feilschen bereits los: Braucht die Schweiz 70 Kampfjets, oder reichen zwei Handvoll aufgemöbelte F/A-18? Das sind die Extremvarianten, die am Dienstag gefordert wurden: 70 neue Kampfjets verlangt die Schweizerische Offiziersgesellschaft (SOG), mit 8 bis 12 (alten) Kampfjets möchten sich die Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA) und die Grünen begnügen. Die Experten selber stellen vier Optionen mit 20, 30, 40 oder 55 bis 70 neuen Kampfjets zur Diskussion.

Zitat:
SP-Fraktionschef Roger Nordmann wollte sich zwar noch nicht festlegen, hielt aber fest, dass «wir nicht grundsätzlich Nein sagen zur Beschaffung neuer Kampfflugzeuge». Auch Ignazio Cassis, Chef der freisinnigen Fraktion, will noch keine Zahl nennen: Zunächst müsse die Politik klären, welche Leistung man erwarte und auch bezahlen wolle. Man prüfe jetzt die Varianten, sagt SVP-Fraktionschef Adrian Amstutz; Priorität habe die Sicherheit, und das bedinge die Verteidigungsfähigkeit am Boden und in der Luft; um diesen Verfassungsauftrag zu erfüllen, sei das «notwendige Geld bereitzustellen». Für Isidor Baumann, CVP-Ständerat und Präsident der Sicherheitspolitischen Kommission, zeigt derweil der Expertenbericht, dass mehrere Wege zum Ziel führten, wobei die dritte Option als Ausgangspunkt für die Diskussion dienen dürfte.

Zitat:
Allerdings erachten es nicht nur die Grünen und die SP für falsch, ein Referendum auszuschliessen. Das wäre für das Volk kaum verständlich, glaubt Cassis. Es wäre nicht erklärbar, sagt auch Baumann; es wäre im Gegenteil viel Vertrauen gewonnen, wenn man früh klar signalisieren würde, dass sich das Volk dazu werde äussern können.

Verteidigungsminister Guy Parmelin äusserte sich noch nicht zum Bericht. Laut Claude Meier will er aber nach dem Sommer im Bundesrat eine erste Aussprache führen.



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BeitragVerfasst: 08. Jun 2017, 17:13 

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Der F/A-18 soll keine Bomben tragen

Zitat:
In dem Zusammenhang ging es noch einmal um die Kampfjets. Der Bundesrat beantragte für die Auswahl und Erprobung von Flugmaterial 44 Millionen Franken, davon 10 Millionen für die Evaluierung des neuen Kampfjets. Die Linke wollte den ganzen Betrag streichen. Zunächst brauche es eine umfassende Analyse des Dossiers Luftverteidigung, sagte Pierre Alain Fridez (sp.). Die Mehrheit stimmte dem Rahmenkredit jedoch klar zu.



Schweizer Kampfbomber im Nationalrat unter Beschuss



Nationalrat beerdigt Aufrüstung von Schweizer Kampfjets zu Bombern



17.3394 Motion
Grundsatz- und Planungsbeschluss über die Beschaffung neuer Kampfflugzeuge

Zitat:
Eingereicht von: Sozialdemokratische Fraktion

Sprecher/in: Galladé Chantal

Einreichungsdatum: 06.06.2017

Zitat:
Der Bundesrat wird beauftragt, der Bundesversammlung gemäss Artikel 28 Parlamentsgesetz einen Grundsatz- und Planungsbeschluss über die Beschaffung neuer Kampfflugzeuge in Form eines referendumsfähigen Bundesbeschlusses vorzulegen.

Zitat:
Der Bundesbeschluss soll dem fakultativen Referendum unterstellt werden.- Es ist in der Schweiz Usus, dass die Bevölkerung über grosse einmalige Ausgaben in Milliardenhöhe für Infrastruktur- oder Beschaffungsprojekte mitbestimmen kann (2. Gotthardröhre, NAF, Fabi, Gripen usw.).



Zuletzt geändert von theoderich am 07. Aug 2017, 23:16, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 20. Jun 2017, 18:33 

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Besuch des Rüstungschefs in Paris-Le Bourget

Zitat:
Vom 19. bis 21. Juni 2017 besucht der Rüstungschef, Martin Sonderegger, zusammen mit dem Chef Armeeplanung, Brigadier Rolf Siegenthaler sowie einer Delegation der armasuisse, die Luftfahrtausstellung in Paris-Le Bourget. Diverse Firmenbesuche sowie Gespräche mit Vertretern verschiedener Beschaffungsbehörden stehen auf dem Programm.

Neben Treffen mit den französischen, israelischen und amerikanischen Verteidigungs- und Beschaffungsbehörden sind auch Besuche und Präsentationen von Ausstellern und Firmen vorgesehen.

Im Fokus stehen dabei Firmen im Zusammenhang mit den Projekten „Neues Kampfflugzeug“ sowie „Bodengestützte-Luftverteidigung“. Mit Blick auf geplante Beschaffungen sollen Informationen ausgetauscht und über den aktuellen Stand der Arbeiten in der Schweiz informiert werden. Ziel des Besuches ist zudem, die guten Beziehungen zur Industrie und den staatlichen Organisationen und Vertretern aufrechtzuhalten und zu vertiefen. Die Schweiz wird zum gleichen Zweck weitere Gelegenheiten nutzen, um sich mit potenziellen Anbietern für die genannten zwei Beschaffungsprojekte auszutauschen.



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BeitragVerfasst: 05. Jul 2017, 05:52 

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Ein interessanter Film zur Beschaffung der F/A-18 durch die Schweiz, vor 25 Jahren:



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BeitragVerfasst: 05. Sep 2017, 21:04 

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«Das Scheitern ist schon programmiert»



Bis zu 40 neue Kampfjets für die Schweizer Luftwaffe

Zitat:
Am kommenden Mittwoch wird Verteidigungsminister Guy Parmelin (SVP) im Bundesrat einen Kostenrahmen von 9 Milliarden Franken beantragen. Mit dem Geld soll die Armee etwa 30 bis 40 neue Kampfflugzeuge kaufen, um die seit 1997 im Einsatz stehenden F/A-18-Jets abzulösen. Inbegriffen im 9-Milliarden-Franken-Antrag sind auch die Ausgaben für ein neues bodengestütztes Raketensystem zur Luftverteidigung. Das haben Recherchen von Tagesanzeiger.ch/Newsnet ergeben.

Das bedeutet, dass Parmelin im Gesamtbundesrat am Mittwoch einen Grundsatzentscheid für eine vollständig neue Luftverteidigung herbeiführen will. Parmelin strebt die totale Erneuerung sämtlicher Waffensysteme am Himmel und am Boden an, bei der Luftwaffe und bei der Fliegerabwehr.

Dass der Bundesrat am Mittwoch über die Empfehlungen der Expertengruppe Neues Kampfflugzeug diskutieren würde, war bekannt. Überraschend kommt jetzt aber, dass der SVP-Bundesrat bei dieser Aussprache sogleich Nägel mit Köpfen machen will. Von den beantragten 9 Milliarden will er 6 bis 8 Milliarden für Kampfjets einsetzen; je nach Flugzeugtyp soll das für 30 bis 40 Flieger reichen. All diese Zahlen stehen laut sehr verlässlichen Informationen in Parmelins vertraulichem Antrag an den Gesamtbundesrat. Zum Vergleich: Die 22 Gripen-Jets, deren Kauf 2014 in einer Volksabstimmung scheiterte, hätten 3,1 Milliarden Franken gekostet.

Den Rest der 9 Milliarden will Parmelin für ein neues Raketenabwehrsystem grösserer Reichweite reservieren. Dieses soll drei veraltete Fliegerabwehrsysteme ersetzen: die 35mm-Kanonen sowie die Lenkwaffen Rapier und Stinger.

Zitat:
Bei den Kampfjets hat der VBS-Chef klare Vorstellungen, welche Flugzeugtypen überhaupt in Frage kommen. Ebenfalls morgen will er sich mandatieren lassen, fünf Hersteller zur Evaluation einzuladen. Erneut in die Auswahl kommt der schwedische Gripen. Auch der Rafale und der Eurofighter sind in der Schweiz bereits gut bekannt; beide schieden in der letzten Evaluation aber gegen den Gripen aus. Auf Parmelins Wunschzettel stehen zudem zwei US-Jets. Dass das Nachfolgemodell der F/A-18, die Super Hornet, dabei ist, konnte erwartet werden. Eher überraschend ist jedoch, dass Parmelin auch den derzeit wohl teuersten und stärksten Kampfjet der Welt, die F-35, testen will.

Zitat:
Mit seinen Anträgen orientiert sich das VBS an dem Bericht «Luftverteidigung der Zukunft» von Ende Mai. Die Expertengruppe Neues Kampfflugzeug präsentierte damals vier Optionen und das VBS macht keinen Hehl daraus, dass es am liebsten die teuerste davon hätte — also 55 bis 70 Jets sowie Boden-Luft-Raketen für 15 bis 18 Milliarden Franken. Laut gut informierten Quellen ist das VBS nun selbst zur Einsicht gelangt, dass dies unbezahlbar wäre.

VBS will auch Kampfbomber

Mit seinen 9 Milliarden orientiert sich Parmelins Antrag nun am oberen Ende der mittleren Optionen zwei und drei der Expertengruppe. Die vierte und billigste Variante (20 Jets und Bodluv-Rakten für 5 Milliarden) ist für das VBS schlicht keine Option.

Für das VBS gibt es auch keinen Zweifel, dass die Luftwaffe künftig mehr können muss als bisher. So möchte Parmelin die neuen Jets so ausrüsten lassen, dass sie Bodenziele mit Bomben bekämpfen und Aufklärungsflüge durchführen können. Beide Fähigkeiten hat die Luftwaffe heute nicht mehr.

Referendum wie beim Gripen

Offen war bis jetzt die Frage, wer bei der Kampfjetbeschaffung das letzte Wort haben soll, das Parlament oder das Volk. Auch hier legt sich Parmelin überraschend früh fest. Er möchte den Kostenrahmen von 9 Milliarden Franken den eidgenössischen Räten in einem sogenannten Planungsbeschluss unterbreiten, der dem Referendum untersteht.

Zitat:
Ausgegeben würden die 9 Milliarden Franken voraussichtlich in den Jahren 2023 bis 2032. Pro Jahr macht das also rund eine Milliarde Franken. Das wäre mit dem heutigen Armeebudget eventuell knapp bezahlbar. Parmelins Problem ist aber, dass just in dieser Phase auch die Bodentruppen teure Waffensysteme ersetzen möchten — so etwa die Kampfpanzer Leopard und die M109-Artilleriegeschütze. Das alles ist mit dem heutigen Militärbudget nicht finanzierbar. Parmelin wird morgen im Bundesrat darum beantragen, dass das Militärbudget ab jetzt jedes Jahr um 1,5 Prozent oder rund 75 Millionen Franken erhöht wird — nachdem das Parlament den Zahlungsrahmen der Armee unlängst bereits auf durchschnittlich 5 Milliarden pro Jahr angehoben hat.



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BeitragVerfasst: 06. Sep 2017, 05:14 

Registriert: 09. Sep 2008, 22:29
Beiträge: 20791
Kampfjet-Beschaffung könnte finanziellen Engpass verursachen

Zitat:
Die Armee bekommt bis 2020 zwar nicht die versprochenen 20 Milliarden Franken über vier Jahre (NZZ 5. 9. 17). Dennoch zeigt sich die Sicherheitspolitische Kommission des Ständerats zufrieden mit der Finanzplanung des Bundesrats. Das sagt Kommissionspräsident Isidor Baumann (Uri, cvp.) nach der Sitzung von Anfang Woche auf Anfrage. Die Sicherheitspolitiker seien zufrieden damit, dass das Armeebudget jährlich steige und in vier Jahren über 5 Milliarden Franken betrage. Für ein grösseres Budget seien derzeit gar nicht genügend Projekte beschaffungsreif.

Das ändert sich jedoch schon bald, stehen doch in den 2020er Jahren mehrere grössere Beschaffungen an. Zum einen ist da das Paket zur Verteidigung des Luftraums, das neue Kampfflugzeuge und eine bodengestützte Flugabwehr umfasst. Zum andern sollen bei den Bodentruppen das Führungssystem und Waffensysteme wie Kampfpanzer erneuert werden. Deshalb hat die Sicherheitspolitische Kommission kürzlich einen Überblick über die anstehenden Neubeschaffungen verlangt. Das Verteidigungsdepartement (VBS) soll bis spätestens Ende Jahr Zeitplan und Kosten der Geschäfte auflisten.

Diese Gesamtschau ist laut Kommissionspräsident Baumann nötig, um das Vorgehen bei der Kampfjet-Finanzierung festzulegen. Denn das Paket aus Kampfflugzeugen und bodengestützter Flugabwehr könnte bis zu 9 Milliarden Franken kosten (siehe Zusatz). Baumann bezweifelt, dass die gesamte Summe aus dem ordentlichen Armeebudget bestritten werden kann, von dem jährlich rund eine Milliarde Franken für Rüstungsbeschaffungen zur Verfügung stehen. Möglich wäre deshalb eine Zusatzfinanzierung über einen Fonds, wie es bei der Gripen-Beschaffung vorgesehen war, die 2014 an der Urne scheiterte.

Wie teuer das Geschäft wird und wie die Finanzierung aussieht, hängt stark von der Anzahl neuer Kampfflugzeuge ab. So glaubt SP-Ständerätin Géraldine Savary (Genf), das Projekt wäre über das ordentliche Armeebudget zu finanzieren. Sie will jedoch nur 30 Kampfjets kaufen, darüber hinaus die Beschaffungsperiode verlängern und bei der bodengestützten Flugabwehr Abstriche machen. Während Baumann als Kommissionspräsident an 30 bis 50 neue Kampfflugzeuge denkt, braucht es für SVP-Ständerat Alex Kuprecht (Schwyz) gar über 50 Jets, was die Kosten jedoch weiter erhöhen würde.



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