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 Betreff des Beitrags: Schweiz: Programm FITANIA
BeitragVerfasst: 08. Mai 2014, 12:26 

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Unabhängiges Netzwerk für IKT-Systeme der Armee

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Zitat:
Rechenzentren VBS/Bund

Die vorhandene Rechenzentren-Infrastruktur genügt mittelfristig den Anforderungen an Verfügbarkeit, Kapazitäten und Schutz nicht mehr. Deshalb plant das VBS den Bau von drei neuen Rechenzentren. Zwei der Zentren werden mit erhöhtem militärischem Vollschutz ausgerüstet, um den Einsatz armeerelevanter Applikationen in allen Lagen sicherzustellen. Das dritte Zentrum wird auch zivilen Bundesstellen zur Benutzung offen stehen und entsprechend zivilen Schutzanforderungen genügen.

Die drei Rechenzentren werden geografisch getrennt realisiert und redundant betrieben. Dadurch ist gewährleistet, dass jederzeit und in allen Lagen auf die Systeme und Applikationen zugegriffen werden kann. Neben der hohen Verfügbarkeit und Sicherheit lassen sich durch die Konzentration der Rechenkapazitäten auf noch drei Zentren die Betriebskosten optimieren. Das erste vollgeschützte Rechenzentrum soll 2019 in Betrieb gehen, die beiden anderen jeweils ein Jahr später.

Führungsnetz Schweiz

Das Führungsnetz Schweiz ist ein standortgebundenes, fixes Transportnetz auf der Basis von Glasfaserkabeln und Richtfunk-Verbindungen. Basis für das Führungsnetz bildet ein bestehendes Kern-Netz, das bereits weite Teil der Schweiz erschliesst. Um die Verfügbarkeit hoch zu halten, werden verschiedene Verbindungen redundant aufgebaut. Im Endausbau wird das Netz eine Länge von knapp 3000 Kilometern und rund 300 Standorte umfassen.

Das ausgebaute Netz wird es erlauben, Daten verschlüsselt zu transportieren, und zwar zwischen jedem einzelnen Standort. Es ist auch bezüglich Energieversorgung so ausgelegt, dass es in Krisen und Katastrophen autonom von öffentlichen Energielieferanten betrieben werden kann. Das Führungsnetz soll nicht nur der Armee zur Verfügung stehen, sondern auch zivilen Organisationen mit sicherheitsrelevanten Aufgaben. Der Ausbau des Netzes und die technische Härtung sollen bis 2020 abgeschlossen sein.

Telekommunikation Armee

Um die relevanten Daten und Informationen von den fixen Standorten beziehungsweise ab dem Führungsnetz Schweiz hinaus zu den mobilen Teilen der Armee zu transportieren und um die Sprachkommunikation sicherzustellen, ist ein eigenes, gesichertes Telekommunikationsnetz erforderlich. Dieses wird als Ersatz von bisherigen, technologisch in die Jahre gekommenen und isolierten Systemen auf einer einheitlichen Plattform aufbauen. In einer ersten Phase geht es darum, die längerfristigen Bedürfnisse und Anforderungen der Benutzer an das neue Netz zu klären. Die Telekommunikation der Armee hat einen Realisierungshorizont bis nach 2025.


Die ersten Schritte für dieses Projekt wurden mit den Rüstungsprogrammen 2013 und 2014 beantragt:


In Österreich dürfte es nichts vergleichbares geben, abgesehen vom Backup-Rechenzentrum in der EZ/B in St. Johann im Pongau und dem ortsfesten Richtverbindungsnetz.


Zuletzt geändert von theoderich am 28. Okt 2017, 22:13, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 18. Aug 2014, 13:20 

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3,3 Milliarden für Armee-Kommunikation (13. August 2014)

Zitat:
Wie der «Blick» am Mittwoch offenlegte, will die Armee in den nächsten elf Jahren 3,3 Milliarden Franken investieren, um seine Kommunikationssysteme auf Vordermann zu bringen. Laut der Zeitung käme das Projekt damit plötzlich 800 Millionen teurer zu stehen, als von VBS-Chef Ueli Maurer im vergangenen Dezember veranschlagt.

Zitat:
Das Projekt umfasst drei Pfeiler:

    > Herzstück sind drei Rechenzentren, die zusammen 900 Millionen Franken kosten. Sie werden ab 2019/2020 parallel betrieben, so dass sich der Ausfall eines der Zentren kompensieren liesse. Zwei der drei Zentren werden «erhöhten militärischen Vollschutz» geniessen. Um die Bereitschaft im Krisen- oder gar Kriegsfall zu gewährleisten, hält das VBS zudem die Standorte der Rechenzentren geheim.

    > Um die Kommunikation innerhalb der Armee sicherzustellen, will das VBS 600 Millionen in den Ausbau seines Führungsnetz investieren. Das Netz auf der Basis von Glasfaserkabeln und Richtfunk-Verbindungen wird eine Länge von 3000 Kilometern aufweisen und rund 300 Standorte miteinander verbinden.

    > Mit einem fixen Kommunikationsnetz alleine kommt eine moderne Armee nicht weit. Der teuerste Teil des IKT-Pakets ist denn auch ein eigenes gesichertes Mobilfunknetz der Armee, das mit 1,8 Milliarden zu Buche schlägt. Die Investitionen begründet das VBS damit, dass es technologisch veraltete und isolierte Systeme erneuern und zu einer einheitlichen Plattform zusammenführen müsse. Diese soll nach 2025 einsatzfähig sein.



Das Führungsnetz gewährleistet krisenresistente Telekommunikation (armafolio, Juni 2014)

Zitat:
Mit dem Führungsnetz Schweiz (Fhr Netz CH) verfügen Armee, Bund und Kantone über ein krisenresistentes, sicheres und leistungsfähiges Übertragungsnetz, das ihre Führungsfähigkeit jederzeit sicherstellt. Das Fhr Netz CH gehört zusammen mit den Projekten «Rechenzentren VBS/Bund 2020» und «Telekommunikation der Armee» zum Programm FITANIA (Führungsinfrastruktur, Informationstechnologie und Anbindung Netzinfrastruktur der Armee). Es stellt die übergeordnete Koordination der drei Projekte sicher.

Zitat:
Schutz des Übertragungsnetzes

Bauliche Massnahmen schützen die Übertragungsinfrastruktur des Führungsnetzes Schweiz gegen aktive und passive Gefährdungen.

Der Zugang zu den Betreiberstandorten, der sogenannte Netzknoten, ist gesichert und überwacht. Durch Notstromversorgungen bleiben diese Standorte auch bei Stromausfällen in Betrieb. Sollte dennoch einer dieser Standorte ausfallen, erfolgt die Kommunikation über Ausweichrouten. Das Netz und die dazugehörigen Betreiberstandorte sind so miteinander verbunden, dass die funktionierenden Netzknoten einen Ausfall kompensieren können. Die Funktion des Netzes ist so entsprechend in allen Situationen gewährleistet.

Leitungen zur Verbindung der Standorte werden durch möglichst sicheres Gebiet geführt und umgehen Brücken oder auch Gebiete mit Erdrutschgefahr.

Das Führungsnetz Schweiz setzt zum Schutz der Daten Schlüsselgeräte ein, welche die zu übertragenden Daten während ihres Transportes unlesbar machen. Die eingesetzten Technologien ermöglichen es, verschiedene Netze über die gleiche Netzinfrastruktur zu betreiben. Damit stellt das Führungsnetz Schweiz den Nutzern eigene, unabhängige Netze zur Verfügung. Die Benutzer nehmen zwar die gleiche Infrastruktur in Anspruch, sind aber innerhalb des Netzes voneinander abgeschottet. Eine allfällige Kommunikation zwischen diesen Netzen erfolgt nur über definierte Schnittstellen. Die Datensicherheit ist damit erheblich höher.

Nutzen des Führungsnetzes Schweiz

Der Bau dieses Übertragungsnetzes löst bereits bestehende, am Ende ihrer Lebensdauer stehende Telekommunikations - und Managementsysteme ab. Diese verschiedenen Anwendernetze laufen beim Führungsnetz Schweiz zusammen, die Systemvielfalt nimmt dadurch entsprechend ab. Weiter erhöht das moderne Übertragungsnetz die Datenübertragungsrate und optimiert zugleich den Schutz des Netzes und der Daten.

Zitat:
Nutzer des Netzes

Das Führungsnetz Schweiz dient der Armee und dem Sicherheitsverbund Schweiz. Dazu gehören unter anderem Blaulichtorganisationen wie Polizei, Feuerwehr und Zivilschutz. Das Netz ermöglicht die Information bzw. Alarmierung der Bevölkerung.


Gibt es in Österreich irgendetwas vergleichbares?


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BeitragVerfasst: 18. Aug 2014, 16:46 

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BOS-Funk. Gibt es auch beim Bundesheer - die Motorola Geräte. Ich hab mal eine Einschulung an denen erhalten, verwendet aber nur zur Übung. Damals hat man uns gesagt man hätte sie zur Euro erhalten.


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BeitragVerfasst: 18. Aug 2014, 17:08 

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War jetzt eigentlich eine unnötige Frage von mir, denn ein ortsfeste Richtfunknetz (Das Führungsnetz Schweiz hat neben Richtfunkverbindungen auch noch Glasfaserleitungen.) existiert im Bundesheer schon länger. Sieht man beispielsweise an dieser Aufnahme der HNaA-Dienststelle auf der Königswarte:

Bild

Oder wie hier in der Schwarzenbergkaserne und im Amtsgebäude Stiftgasse:

Bild

Bild

Ich glaube aber nicht, dass eine Vernetzung über Glasfaser umgesetzt ist. Und solche Richtfunkantennen gibt es auch nicht in jeder Kaserne, sondern nur auf den Fliegerhorsten und an den Netzfunkstellen der Luftraumüberwachung.


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BeitragVerfasst: 22. Mai 2015, 11:35 

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Sicheres Datenverbundnetz (SDVN)

20.05.2015

Zitat:
An seiner heutigen Sitzung hat der Bundesrat eine Aussprache über ein sicheres Datenverbundnetz geführt, das auch in Krisenlagen die Verbindung zwischen dem Bund und den Kantonen gewährleisten soll. Als nächsten Schritt hat der Bundesrat das VBS beauftragt, das Vorhaben voranzutreiben und das Projekt zu konkretisieren.

Die Führungsfähigkeit auf Stufe Bund und Kantone bei einem Stromausfall und einer Strommangellage war ein zentrales Thema der Sicherheitsverbundsübung 2014. Dabei zeigte sich, dass eine anhaltende Unterversorgung mit Strom eine komplexe nationale Notlage hervorrufen würde. Ein Aspekt davon wären technisch bedingter Führungsprobleme, weil die normalen Kommunikationsmittel nach kurzer Zeit nicht funktionieren würden. Deshalb braucht es ein krisen- und abhörsicheres, flächendeckende Datenverbundnetz, das jene Stellen des Bundes, der Kantone und Dritte verbinden soll, die für die Sicher¬heit und Versorgung des Landes essenziell sind. Bis jetzt hat nur die Armee Übermittlungsnetze, die diesen Anforderungen genügen.

Ein sicheres Datenverbundnetz (SDVN) soll künftig auch in Krisen und Notlagen die Verbindungen zwischen Partnern des Sicherheitsverbundes Schweiz ermöglichen, d.h. zwischen den Führungsanlagen der Landesregierung, allen Departementen des Bundes, den Kantonen sowie den Betreibern kritischen Infrastrukturen (z.B. Kernkraftwerke oder Landesflughäfen). Das SDVN soll auch für die tägliche Kommunikation und den sicheren Datenaustausch genutzt werden.

Das SDVN und die Fachapplikationen, die darauf basieren, sollen auch gegen Cyberangriffe geschützt sein. Das Netz soll bereits bestehende oder geplante Glasfaserinfrastruktur nutzen, primär vom Führungsnetz Schweiz der Armee. Dazu kommen Netzkomponenten anderer ziviler Bundesstellen.

Die Investitionen für das Vorhaben werden auf 55 bis 60 Millionen Franken geschätzt, wobei die genau Zahl der Anschlusspunkte noch mit den Nutzern abgesprochen werden muss. Die jährlichen Betriebskosten, die ausschliesslich für das SDVN anfallen, werden sich gemäss aktuellen Schätzungen auf jährlich etwa 11 Millionen Franken belaufen.

Zitat:
Als nächsten Schritt hat der Bundesrat das VBS beauftragt, das Vorhaben voranzutreiben und das Projekt zu konkretisieren. Bis zum Herbst wird das VBS mit den vorgesehenen Nutzern Verteilschlüssel für die Investitions- und Betriebskosten prüfen. Diese sollen dem Bundesrat anschliessend vorgelegt werden. Die eigentliche Umsetzung des SDVN will der Bundesrat dem Parlament mit einer Botschaft voraussichtlich 2016 beantragen.



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BeitragVerfasst: 17. Apr 2017, 23:13 

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die Schweiz-Bern: Computerunterstützung und -beratung

2017/S 071-136271

Auftragsbekanntmachung

Dienstleistungen


Zitat:
II.1.4) Kurze Beschreibung:

Die derzeit in der Armee eingesetzten Informatik- und Kommunikationssysteme sind beschafft worden. Sie weisen aus heutiger Sicht eine ungenügende Durchgängigkeit der Informationen auf. Zudem stehen insbesondere für die beweglichen Einsatzelemente zu geringe Datenbandbreiten zur Verfügung. Dies führt aus technischen Gründen zu komplizierten und in der Folge verzögerten Planungs- und Führungszyklen, die gemäß Leistungsprofil den heutigen Bedürfnissen nicht mehr entsprechen.

Damit der Bedarf an Ressourcen flexibel abgedeckt werden kann, werden mit der vorliegenden Ausschreibung externe Partnerunternehmen ermittelt, mit denen jeweils ein Rahmenvertrag für Dienstleistungen im Bereich Kommunikationssysteme abgeschlossen wird. Die Ausschreibung wird in vier (4) Losen vergeben.

Zitat:
II.2.7) Laufzeit des Vertrags, der Rahmenvereinbarung oder des dynamischen Beschaffungssystems

Laufzeit in Monaten: 60

Dieser Auftrag kann verlängert werden: nein



Bericht
der Finanzdelegation an die Finanzkommissionen
des Nationalrates und des Ständerates betreffend
die Oberaufsicht über die Bundesfinanzen im Jahre 2016


vom 31. März 2017

Zitat:
4.5.4 IKT-Schlüsselprojekte im Programm FITANIA

Dieses Programm umfasst das Rechenzentrum des VBS, das Führungsnetz Schweiz sowie die Telekommunikation der Armee. Das VBS will damit über 20 Jahre insgesamt 3,3 Milliarden Franken in Führungsinfrastruktur, Informationstechnologie und Netzanbindung investieren (ohne bundesinternen Personalaufwand). Zusätzlich kommen noch rund 500 Millionen Franken für werterhaltende bzw. wiederkehrende Investitionen hinzu. Damit ergeben sich Gesamtkosten von mindestens 3,8 Milliarden Franken. Die EFK erachtet aufgrund einer Prüfung vom Frühjahr 2016 die Einzelprojekte als zweckmässig aufgestellt und das Projektmanagement als zielgerichtet. FITANIA als Programm übernimmt lediglich koordinierende Aufgaben und hat keine Weisungsbefugnis. Die EFK empfahl deshalb, auf die Bezeichnung des Programms als IKT-Schlüsselprojekt zu verzichten und stattdessen die Projekte einzeln als solche zu führen. Der Bundesrat folgte am 26. Oktober 2016 dieser Empfehlung.

[...]

Rechenzentren VBS: Der Bund plant für total rund 900 Millionen Franken die Erstellung eines Verbundes von vier bundeseigenen Rechenzentren (RZ), zwei davon militärisch gesichert. Ende 2015 ergab eine Prüfung der EFK, dass wichtige IKT-Konzepte und Spezifikationen zum Betrieb der militärisch gesicherten RZ noch in Arbeit sind. Die EFK formulierte diesbezügliche Empfehlungen, forderte aber unter anderem auch ein detaillierteres Controlling der Kreditverwendung durch eine vorgabenkonforme Leistungswertmessung. Das VBS seinerseits wies in seiner Stellungnahme vom April 2016 darauf hin, dass es in einigen Fällen bereits entsprechende Massnahmen getroffen habe. Bezüglich des Projektverlaufs stellte die Finanzdelegation im November 2016 aufgrund des Statusberichts per Mitte 2016 fest, dass das Projekt plangemäss verläuft. Allerdings ist der Trend negativ. Die Risiken nehmen insbesondere zu, weil die Schwierigkeiten beim Bauen im Fels unterschätzt wurden. Die Zeitreserven sind aufgebraucht und Verzögerungen sind nicht auszuschliessen. Die Finanzdelegation erwartet, dass das VBS im Rahmen seiner Führungsverantwortung die nötigen Korrekturmassnahmen einleitet.

Führungsnetz Schweiz: Aufgrund der eingangs erwähnten Prüfung vom Frühjahr 2016 stellte die EFK in der Berichterstattung des ISB an den Bundesrat und die Finanzdelegation verschiedene Mängel fest. So war die Transparenz der Gesamtkosten mangelhaft und die Leistungswertanalyse wies Fehler auf. Zudem empfahl die EFK, dringend die Koordination mit dem Projekt „Sicheres Datenverbundnetz“ des BABS voranzutreiben. Wie die Finanzdelegation Ende November feststellen konnte, ist das Projekt gemäss Statusbericht per Mitte 2016 gesamthaft gut auf Kurs. Allerdings haben sich mehrere Teilprojekte auf Nutzerseite verzögert, wodurch sich die Terminsituation etwas weniger gut präsentiert. Die grössten Risiken liegen jedoch bei den Personalressourcen; das Knowhow ist oft auf eine einzige Person beschränkt und diese Leute sind meist überlastet. Es gilt, dieses Risiko im Auge zu behalten.

Telekommunikation Armee: Das Projekt war bezüglich Kosten, Terminen und Projektmanagement gemäss Statusbericht per Mitte 2016 grundsätzlich gut unterwegs. Die noch fehlende Leistungswertanalyse soll in den nächsten Statusbericht integriert werden. Zu denken gibt aber, dass die Gesamtarchitektur immer noch nicht klar ist, obwohl diese auch für viele andere Vorhaben des VBS wesentlich ist. Dies führte dazu, dass das VBS den Stand dieses Projekt per Ende September 2016 in seiner Liste der Topprojekte auf gelb gesetzt hat. Aus Sicht der Finanzdelegation kommt der raschen Erarbeitung einer Gesamtarchitektur grösste Bedeutung zu, damit unkoordinierte Entwicklungen und Doppelspurigkeiten vermieden werden können. Wie die Erfahrung zeigt, stellt eine fehlende Architektur oft das grösste Risiko für das Gelingen eines Projektes dar.



Geschäftsbericht 2016 (23. März 2017)

Zitat:
Für das Grossprogramm «Telekommunikation der Armee (TK A)» entwickelte die Division an der Seite von armasuisse Konzepte und Planungsgrundlagen und führte fundierte Analysen durch. Weiter unterstützte sie als Technologiepartner Systemhäuser bei der Vorbereitung der Truppenerprobungen.



Taktische Kommunikation bei RUAG
am Beispiel des RUAG ARANEA Rapid


Workshop Assistenzeinsätze und Unterstützungsleistungen
9. November 2016



Gesamtsystem Schweizer Armee
Bedürfnisse und Antworten


Industrieorientierung / STA
3. November 2016



IKT-Systeme der Armee

Bild

Zitat:
Telekommunikation der Armee

Um Sprache und Daten von den fixen Standorten beziehungsweise vom Führungsnetz Schweiz hinaus zu den mobilen und teilmobilen Elementen der Armee zu transportieren, ist ein eigenes, gesichertes Telekommunikationsnetz erforderlich. Dieses wird als Ersatz von bisherigen, technologisch in die Jahre gekommenen und isolierten Systemen auf einer einheitlichen Plattform aufbauen. Telekommunikation der Armee ist ein Systemverbund, besteht also aus verschiedenen Systemen, die zu einem funktionierenden Ganzen zusammengefügt werden.

In der aktuellen Phase geht es darum, die Umsetzung des ersten Schrittes im Detail sowie den späteren Teil- und den Vollausbau grob zu planen und den Aufbau eines Systemzentrums vorzubereiten. Das Projekt Telekommunikation der Armee hat einen Realisierungshorizont bis nach 2026.


    Zitat:
    Etappierte Beschaffung

    Die «Telekommunikation der Armee» wird als Systemverbund betrachtet wobei jedes einzel-ne System respektive Teilsystem bereits eine Leistung erbringt. Es handelt sich dabei um ein Vorhaben mit hoher Komplexität, insbesondere, was die Vernetzung der verschiedenen mobilen Teilsysteme anbetrifft. Deshalb und aufgrund der Anforderungen an die Sicherheit des mobilen Datentransportes belaufen sich die geschätzten Investitionen für die Erneue-rung der «Telekommunikation der Armee» auf rund 1,8 Milliarden Franken.

    Jedes Teilsystem des Systemverbundes TK A durchläuft seinen eigenen Lebenszyklus. Von der Initialisierung über die Konzeption bis hin zur Planung, Realisierung und Einführung. Deshalb erfolgt die Umsetzung von TK A in Etappen, wobei die einzelnen Etappen «Kern-, Teil- und Vollbefähigung» heissen. Mit jeder Etappe soll der Systemverbund in eine nächste stabile Ausbaustufe überführt werden.

      Kernbefähigung von 2018 bis 2020:

      Das Schwergewicht liegt auf der Realisierung der taktischen Funksysteme mit militärischer Technologie

      Teilbefähigung von 2022 bis 2025:

      Realisierung der teilmobilen Datenanbindung (transportierbar, erbringt die Leistung jedoch stationär)

      Vollbefähigung von 2024 bis 2027:

      Beschaffung von teilmobilen Sende-Empfangsanlagen, Nachbeschaffung und Komplettierung von bereits implementierten Systemen



Prüfung
IKT-Schlüsselprojekt FITANIA - Eidgenössisches Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport

August 2016



Bericht
der Finanzdelegation an die Finanzkommissionen
des Nationalrates und des Ständerates betreffend
die Oberaufsicht über die Bundesfinanzen im Jahre 2015


vom 8. April 2016

Zitat:
FITANIA: Dieses Programm umfasst das Rechenzentrum des VBS, das Führungsnetz Schweiz sowie die Telekommunikation der Armee. Aufgrund des Statusberichts des Bundesrates per 30. Juni 2015 diskutierte die Finanzdelegation Ende November 2015 kurz den Stand dieser Projekte. Wie sie zur Kenntnis nehmen konnte, sind die Vorhaben gemäss Statusbericht insgesamt auf Kurs, der Gesamt-Status steht überall auf grün und die Risiken werden grösstenteils mit moderaten Werten ausgewiesen. Allerdings wird in allen Projekten auf die beschränkten Personalressourcen und das daraus resultierende Risiko von Verzögerungen hingewiesen. Interessant ist auch das beim Rechenzentrum erwähnte Risiko, dass aufgrund der langen Projektdauer immer wieder Fragen zur Notwendigkeit und zur strategischen Stossrichtung auftauchen. Aus Sicht der Finanzdelegation sind diese beiden Problembereiche – ungenügende Personalressourcen, lange Projektdauer – typisch für Informatikvorhaben des Bundes. Sie wird sich deshalb bei der Beurteilung von IKT-Schlüsselprojekten des VBS speziell mit der Frage befassen, in welchen Bereichen diese Probleme auftauchen, wo sie zu erheblichen Schwierigkeiten beim Projektver-lauf führen und mit welchen Massnahmen sie behoben werden können.

Zitat:
Liste der IKT-Schlüsselprojekte

Folgende IKT-Vorhaben der Bundesverwaltung werden als IKT-Schlüsselprojekte des Bundes geführt (Stand per 15. Oktober 2015):

[...]

    CMS VBS (Content Management System) beim Generalsekretariat VBS (GS VBS),

    SDVN/Polydata (Sicheres Datenverbundnetz) im Bundesamt für Bevölke-rungsschutz (BABS),

    FITANIA (Führungsinfrastruktur, Informationstechnologie und Anbindung an die Netzinfrastruktur der Armee) im VBS,

    BLSV / ar (Betriebswirtschaftliche und Logistische Systeme Verteidigung / armasuisse) im VBS,



Die Führungsunterstützungsbasis (FUB): für effiziente, sichere und permanente IKT- und elo Op-Leistungen in allen Lagen

Zitat:
Projekt «Führungsinfrastruktur Informations-Technologie und Anbindung Netzwerk-Infrastruktur der Armee»

Damit die IKT-Leistungserbringung längerfristig sichergestellt werden kann, wurden drei Projekte initiiert: «Rechenzentren VBS/Bund 2020» (RZ VBS/Bund 2020), «Führungsnetz Schweiz» (Fhr N CH) und «Telekommunikation der Armee» (TK A), die im Programm «Führungsinfrastruktur Informations-Technologie und Anbindung Netzwerk-Infrastruktur der Armee» (FITANIA) vereint, koordiniert und aufeinander abgestimmt werden.

Zitat:
Projekt «Telekommunikation der Armee»

Die Telekommunikation der Armee umfasst Sprach-, Daten-, Bild- und Videokommunikation für die Bedürfnisse der mobilen und teilmobilen Führung. Um diese Dienste von den fixen Standorten beziehungsweise über das Führungsnetz Schweiz bis zu den mobilen und teilmobilen Elementen der Armee zu transportieren, ist ein eigenes, gesichertes, modulares, teilmobiles und mobiles Telekommunikationsnetz erforderlich. Auch dieses Projekt stellt hohe Sicherheitsansprüche, damit die Datenübermittlung zwischen den fixen, teilmobilen und mobilen IKT-Systemen permanent, sicher, autonom und krisenresistent gewährleistet werden kann. Zur Anbindung der mobilen Nutzer werden autonom funktionierende, allenfalls selbstorganisierende, Kommunikationsnetzwerke benötigt. Die mobilen Endgeräte werden ausserdem die notwendigen Software-Applikationen beinhalten, welche über Sicherheitsgateways (umfasst alle IT-Systeme, welche für die IT-Sicherheit zuständig sind) den Zugriff auf die für den Einsatz notwendigen Daten der Führungsinformationssysteme (FIS) der Armee ermöglichen.



Zuletzt geändert von theoderich am 02. Nov 2017, 22:40, insgesamt 4-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Schweiz: Programm FITANIA
BeitragVerfasst: 29. Okt 2017, 10:18 

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Beiträge: 20787
Mit der Zeit gehen (Schweizer Soldat/November 2017)

Zitat:
Konkret geht es um den Ersatz der bewährten Funkgeräte SE-135/235. Sie bilden das taktische Armeefunk-System, das heute als veraltet gilt. Jedes Smartphone kann dank digitaler Übermittlung Karten, Bildmaterial, Videos, Positionsangaben und anderes mehr übermitteln und empfangen.

Die Funkgeräte SE-135/235 können dagegen nur Sprache übermitteln. Die Armeeführung hat deshalb entschieden, dass für die vernetzte Operationsführung ein neues taktisches Kommunikationssystem beschafft werden soll.

Elbit und Rohde & Schwarz

Wie bei allen Rüstungsgeschäften haben sich mögliche Lieferanten für das digitale Kommunikationssystem einem anspruchsvollen Auswahl- und Testverfahren unterzogen, das von der Armasuisse gefordert wird. In der Regel obsiegt dasjenige Produkt, das die Anforderungen der Armee am besten erfüllt. Alle Tests erfüllt und bis in die Endauswahl geschafft haben es:

    • der privatwirtschaftliche israelische Konzern Elbit Systems

    • und das bekannte deutsche Familienunternehmen Rohde & Schwarz mit ihren Produkten und Systemlösungen.

Entscheid im VBS

Wer schliesslich den Zuschlag erhält, soll noch diesen Herbst im VBS entschieden werden. Es ist vorgesehen, dieses Projekt mit der Armeebotschaft 2018 dem Parlament zur Genehmigung zu unterbreiten.

Der israelische Konzern Elbit sieht gemäss zuverlässigen Informationen vor, bei einem Zuschlag für die Lieferung des neuen digitalen Übermittlungssystems in der Schweiz eine lokale Tochterfirma zu gründen. Mit ihr soll der nahe Support für die Armee sichergestellt werden.

Elbit fasst Fuss

Des Weiteren wird mit dem Aufbau der Firma das Ziel verfolgt, ein europäisches Kompetenzzentrum für Kommunikationssysteme im UKW- und UHF-Frequenzbereich aufzubauen und eine Test- und Simulationsstelle für militärische Netzwerke und Frequenzen zu schaffen.

Mit diesem Kompetenzzentrum soll die Schweiz technologisch auf hohem Niveau bearbeitet und ganz Europa miteinbezogen werden. Gemäss eigenen Angaben unterhält Elbit zur Zeit das grösste Entwicklungsprogramm für taktische Kommunikationssysteme weltweit.

Roschi Rohde & Schwarz

Im Gegensatz zu Elbit verfügt Rohde & Schwarz AG in der Schweiz bereits mit Roschi Rohde & Schwarz AG über eine eigene Firma. Sie ist in Ittigen bei Bern angesiedelt und liefert und unterstützt die Behörden und die Armee seit Jahrzehnten zuverlässig mit ihren Spitzenprodukten und Systemlösungen.

Zitat:
Das der Schweiz offerierte taktische Kommunikationssystem von Elbit ist nach Angaben der Firma betriebsbereit und erprobt. Bis im Januar 2016 wurden über 20 000 Geräte ausgeliefert.

Weitere mehr als 22 000 Funkgeräte sind bestellt und werden in den kommenden Jahren ausgeliefert. Das taktische Netzwerk-System von Elbit wird auf vielen Armeeplattformen unter anderen in Australien, Österreich, Israel, Chile und den Niederlanden genutzt.



E-LynX Family Software Defined Radios (SDR)



Voranschlag 2018 mit integriertem Aufgaben- und Finanzplan 2019-2021 (7. September 2017)

    https://www.efv.admin.ch/efv/de/home/finanzberichterstattung/finanzberichte/budget.html#-373707372

    Zitat:
    PROJEKTE UND VORHABEN 2018

      Weiterentwicklung der Armee (WEA): Etablierung neue Führungsstruktur; Bildung der Verbände; Umsetzung Anforderungen für Leistungen in Einsätzen und Ausbildung; Abschluss erste Ausbildung zur Umsetzung des Bereitschaftsmodells; Auswertung der Lehren und Ableitung der Massnahmen für 2019

      Programm FITANIA (Führungsinfrastruktur, Informations-Technologie und Anbindung Netzinfrastruktur Armee):

        Projekt Rechenzentren VBS/Bund: Rohbau des Rechenzentrums CAMPUS in Frauenfeld

        Projekt Führungsnetz Schweiz: Weitere Härtung Backbone, Etappe 2 sowie Anbindung von Nutzerstandorten

        Projekt Telekommunikation der Armee: Beschaffungsvorbereitung für die Ablösung Integriertes Militärisches Fernmeldesystem

      Ausbau der Interventionsfähigkeit der Luftpolizei 24 (LP24) in Richtung 24 Stunden pro Tag: Konsolidierung der Bereitschaft von 8.00–18.00 täglich, inklusive Wochenende und Feiertage; Vorbereitung des nächsten Ausbauschritts zur weiteren Ausdehnung der Bereitschaftszeiten

      Neues Kampfflugzeug (NKF): Projektstart



Zuletzt geändert von theoderich am 02. Nov 2017, 19:12, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Schweiz: Programm FITANIA
BeitragVerfasst: 02. Nov 2017, 14:48 

Registriert: 09. Sep 2008, 22:29
Beiträge: 20787
Zitat:
In der Schweiz häufen sich die Turbulenzen im Bereich der Rüstung. Aktuell geht es um die (vorläufige) Sistierung der für 2018 geplanten Ablöse des ASCOM Funksystems und seinem Ersatz mit einem modernem, abhörsicheren und cyberfähigen taktisches Funksystem (Volumen ca. 200 bis 300 Millionen Franken). Bei der Ablöse des ASCOM Funksystems handelt es sich um ein komplexes Projekt. Tatsache ist, dass die Schweizer Armee ein neues "IKT-Nervensystem" erhalten soll. Unter dem Projektnamen Fitania arbeitet das VBS seit rund fünf Jahren daran, eine unabhängige militärische Informations- und Kommunikationslandschaft aufzubauen. Bis 2026 sollen dafür rund 3,3 Milliarden Franken investiert werden.

Zitat:
Mit der Verzögerung bei der Erneuerung des taktischen Funks sind nun aber bereits beim zweiten von sechs Beschaffungsschritten Probleme erkennbar. Inwiefern diese Schwierigkeiten auf andere Teilprojekte ausstrahlen, ist noch nicht absehbar. Das Besondere daran: Die Eidgenössische Finanzkontrolle (entspricht vergleichsweise der Revision im BMLVS) warnte 2016 vor der Komplexität des Teilprojekts Telekommunikation und regte an, dass das VBS einen Fachausschuss mit unabhängigen Experten hinzuzieht. Die Armasuisse erklärte, man habe alles im Griff.

Unter Berücksichtigung der obigen Ausführungen gibt die Aussage von Marc Dobler, Nationalrat und Präsident von ICT Switzerland, dem Dachverband der digitalen Wirtschaft, zu denken. In einem Interview mit der Zeitung "Der Bund" vom 30. Oktober 2017 sagt er: Der Bund ist bei der Cybersicherheit nicht dort, wo er sein müsste. Die IT des VBS ist fragmentiert, historisch gewachsen, und der Faktor Mensch ist groß. Das (neu entwickelte) Schweizer E-Voting ist sicherer. Tatsache ist, dass das IT-Risikomanagement einschließlich einer soliden Cyber-Verteidigung überproportional aufwendiger wird, je fragmentierter ein IKT-System ist.



Die Armee weiss nicht, wohin mit dem vielen Geld

Zitat:
Lücke von bis zu 300 Millionen

Auslöser der jüngst aufgeflammten Unruhe unter Sicherheitspolitikern ist, dass kürzlich ein seit mehreren Jahren für 2018 vorgesehenes, umfangreiches Rüstungsgeschäft gescheitert ist. Im kommenden Jahr wollte das VBS die in die Jahre gekommenen Ascom-Funkgeräte durch ein modernes, abhörsicheres und cyberfähiges taktisches Funksystem ersetzen. Die Kosten dafür dürften sich einem Experten zufolge auf 200 bis 300 Millionen Franken belaufen.

Doch vor wenigen Wochen hat Armasuisse die Reissleine gezogen. Der Beschaffungsschritt verzögert sich um zwei Jahre. Die zwei Anbieter für das Funksystem, die sich in der engeren Auswahl befanden, wurden bereits schriftlich über den Entscheid informiert. Dies bestätigen mehrere gut informierte Quellen. Gestern berichtete darüber auch die «NZZ am Sonntag».

Grössere technische Neuerungen erwartet

Auf Anfrage will Armasuisse die Verzögerung bei der Beschaffung des taktischen Funksystems weder bestätigen noch dementieren. Sie könne derzeit keine Angaben zu einzelnen Vorhaben machen, sagt eine Sprecherin. Der Bundesrat werde im ersten Quartal 2018 informiert.

Ein VBS-Kader erklärt Tagesanzeiger.ch/Newsnet, dass die Beschaffung des taktischen Funksystems verschoben worden sei, weil in den nächsten zwei Jahren grössere technische Neuerungen erwartet würden. Jetzt noch rasch ein Produkt zu beschaffen, das bald schon veraltet sei, bringe nichts. «Es ist klüger, ein, zwei Jahre zu warten, wenn wir dann ein besseres Produkt erhalten.»

Die Verzögerung kreiert aber neue Probleme. Zum einen ist denkbar, dass der Entscheid andere wichtige Telecombeschaffungen der Armee (Kasten rechts) in Mitleidenschaft zieht. Zum anderen kann bezweifelt werden, dass es Bundesrat Guy Parmelin (SVP) gelingen wird, die Lücke von bis zu 300 Millionen Franken in der Rüstungsplanung 2018 durch andere Anschaffungen zu füllen.

Bereits die diesjährige Einkaufsliste des VBS wurde von Kritikern als Improvisationsübung dargestellt. Nachdem Bundesrat Parmelin die für 2017 vorgesehene Anschaffung einer raketengestützten Luftabwehr abgebrochen hatte, setzte das VBS flugs ausserordentliche Munitionspakete für 225 Millionen auf die Einkaufsliste.

Nicht mehr zeitgemäss

Ob das VBS auch heuer Ersatz findet, wird von Sicherheitspolitikern bezweifelt. «Ich bedauere diese Verzögerung ausserordentlich», sagt etwa CVP-Sicherheitspolitiker Jakob Büchler. «Dieses ewige Hinausschieben von Beschaffungen muss endlich ein Ende haben.» Der Berg an überfälligen Investitionen wachse. Je grösser er sei, desto schwieriger werde es, ihn abzutragen. «Für 2018 droht jetzt ein Mini-Rüstungsprogramm», sagt Büchler. Er will sich an der heutigen Sitzung der Sicherheitspolitischen Kommission des Nationalrats nach den Gründen für den Aufschub der Funkbeschaffung erkundigen.

Bereits einen Schritt weiter ist FDP-Ständerat Eder. Er hat seine Fragen schon bei Verteidigungsminister Parmelin deponiert. «Die ständigen Verzögerungen bei solchen Beschaffungen bereiten mir Bauchweh», sagt Eder. Ihn ärgert namentlich die VBS-Haltung, man könne bei wichtigen IT-Projekten stets auf noch neuere, noch bessere Systeme warten. Gerade bei der Informations- und Telekommunikationstechnologie kaufe man heute nicht mehr fertige Produkte, so Eder. Vielmehr würden Systeme beschafft, die gemeinsam mit den Herstellern laufend weiterentwickelt werden könnten. «Das scheint man im VBS offensichtlich anders zu sehen. Ich frage mich wirklich, ob die Beschaffungsphilosophie noch zeitgemäss ist.»

SVP-Nationalrat Thomas Hurter teilt diese Bedenken. Er habe den Eindruck, dass Armasuisse Beschaffungen immer noch so durchführe, wie sie das in der Vergangenheit stets gemacht habe. Angesichts der hohen Komplexität der heutigen Systeme sei das nicht mehr zeitgemäss. Zwar treffe es zu, dass Armasuisse nicht genügend Ressourcen besitze. Doch werde dieses Problem dadurch verschärft, dass das Bundesamt für Rüstung immer noch möglichst viel selber erledigen möchte. Diese Arbeitsweise habe enorme Verzögerungen zur Folge, so Hurter. «Es braucht dringend ein Umdenken. Der Bundesrat muss sich umgehend mit diesem Thema befassen.»



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