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Bundeswehr: Prototyp IFV Puma vorgestellt!

Wehrtechnik & Rüstung, Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik
theoderich
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Re: Bundeswehr: Prototyp IFV Puma vorgestellt!

Beitrag von theoderich » 19. Apr 2015, 22:27

Der SPz PUMA in der Truppe (17. April 2015)

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Nach intensiven Tests bei den Wehrtechnischen Dienststellen, mehrmonatiger Erprobung in extremer Hitze und Kälte im Ausland und mehreren Einsatzprüfungen durch Soldaten der Bundeswehr ist nun ein weiterer Meilenstein im Projekt SPz PUMA erreicht worden – die Genehmigung zur Nutzung durch das BAAINBw ist erteilt.

Viele Voraussetzungen mussten dafür erfüllt werden. Einige wesentliche werden hier nachfolgend aufgeführt. Auf Basis von Tests und Erprobungsergebnissen wurden immer wieder technische Optimierungen entwickelt, qualifiziert und fortlaufend in die Serienfahrzeuge eingebracht. Danach ist das Mustergutachten durch die Zentrale Militärkraftfahrtstelle finalisiert worden, um die notwendige Betriebserlaubnis sowie Straßenzulassung zu erteilen. Schließlich erklärte der Inspekteur Heer am 13.04.2015 formal die Bereitschaft zur Übernahme des SPz PUMA. Damit konnte am heutigen Tage durch das BAAINBw die „Genehmigung zu Nutztung“ erteilt werden.

Damit wird die Nutzung planmäßig mit der Ausbildung der Ausbilder (AdA) in der nächsten Woche mit zunächst sieben Schützenpanzern beginnen. Weitere Fahrzeuge folgen in den nächsten Monaten. Diese AdA wird am Ausbildungszentrum Munster noch bis Ende des Jahres durchgeführt. Dort wurde eigens für den PUMA eine Einführungsorganisation (EFO) aufgestellt, die die Erstausbildung der Panzergrenadierkompanien am SPz PUMA für jeweils drei Monate am Ausbildungszentrum Munster durchführt. Die EFO übernimmt auch die Fahrzeuge vom Hersteller, komplettiert sie mit bundeswehreigenen Ausrüstungsgegenständen und übergibt sie an die dort auszubildenden Soldaten. So können die Panzergrenadiere „ihre“ PUMAs, im Anschluss der dreimonatigen Ausbildung an den jeweiligen Standort mitnehmen, um sich hier weiter mit „ihrem“ neuen Gerät vertraut zu machen.

Die notwendigen Verträge zur Instandsetzung und zur Technisch-Logistischen Betreuung sind zwischen der Bundeswehr und der PSM GmbH geschlossen worden, die Unterstützung durch die PUMA-Industrie ist somit sichergestellt.


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Der erste Schützenpanzer mit Kunstrasen / Fußabtreter auf der Kommandantenluke und am Turm. Wozu dient diese Oberfläche? Als Sicherheitsmaßnahme gegen das Abrutschen?

Weinviertler
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Re: Bundeswehr: Prototyp IFV Puma vorgestellt!

Beitrag von Weinviertler » 20. Apr 2015, 07:08

Servus Theoderich!

Der Herr Hauptfeldwebel in Munster sagte uns: "Bombletschutz!"


Beste Wünsche und kameadschaftliche Grüße

Weinviertler

theoderich
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Re: Bundeswehr: Prototyp IFV Puma vorgestellt!

Beitrag von theoderich » 20. Apr 2015, 15:13

Schützenpanzer Puma erhält Nutzungsgenehmigung



Europäische Sicherheit & Technik

    2 Std.

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Heute gingen die ersten Schützenpanzer (SPz) Puma der Bundeswehr in den Ausbildungsbetrieb in Munster. Damit wird die Nutzung planmäßig mit der Ausbildung der Ausbilder (AdA) in der nächsten Woche mit zunächst sieben Schützenpanzern beginnen. Weitere Fahrzeuge folgen in den nächsten Monaten. Diese AdA wird noch bis Ende des Jahres fortgesetzt. Am Ausbildungszentrum Munster wurde eigens für den Puma eine Einführungsorganisation (EFO) aufgestellt, die die Erstausbildung der Panzergrenadierkompanien am SPz für jeweils drei Monate durchführt.

Somit verfügt die Bundeswehr nun über einen der modernsten Schützenpanzer weltweit, der gegenüber den bisher in der Bundeswehr genutzten System einen deutlichen Fähigkeitszuwachs bietet. Zudem wurde mit dem SPz Puma erstmals seit sehr langer Zeit wieder ein vollständig neues System dem Heer zugeführt.

Die großen technischen Herausforderungen lagen darin, die Forderungen nach maximalem Schutz, überlegener Bewaffnung und hoher taktischer Mobilität in einem nach oben begrenzten Gewicht zu realisieren und zeitgleiche und zukünftige Entwicklungen mit Schnittstellen zum SPz Puma, wie z.B. Infanterist der Zukunft (IdZ), Führungsinformationssysteme (FüInfoSys) und eine neue Generation Funk, zu berücksichtigen.

Schutz

Die anspruchvollen Schutzforderungen wurden von Anfang an konstruktiv als integrierter ballistischer Schutz gegen Artilleriesplitter, Hohlladungen und Mittelkalibrige KE Munition sowie als Minenschutz gegen Blast- und projektilbildende Minen realisiert. Bereits damit erreicht der Puma ein sehr hohes Schutzniveau. Zusätzlicher optional adaptierbarer Dachschutz gegen Bombletts sowie ein aktives Softkill Schutzsystem MUSS gegen gelenkte Raketen erweitern das Schutzniveau. Zur Herstellung der Transportierbarkeit z.B. Lufttransport im A400M können die wesentlichen Schutzelemente mit einfachen Mitteln montiert und demontiert werden. Damit ist es aber auch möglich den Schutz entsprechend zukünftigen Bedrohungen bzw. neuartigen Schutztechnologien neu zu konfigurieren und so die Zukunftssicherheit sicherzustellen. Zusätzlich verfügt der SPz PUMA über eine leistungsfähige ABC Schutzanlage.

Neben diesen aktiven Schutzelementen tragen redundant ausgelegte Funktionen und abgestufte Betriebsarten dazu bei, dass die Einsatzbereitschaft auch bei partiellem Ausfall von Komponenten erhalten bleibt.

Feuerkraft

Als Hauptbewaffnung ist die vollstabilisierte, automatische 30mm MK 30-2 ABM in den ferngesteuerten Turm eingebaut. Sie ermöglicht die Zielbekämpfung mit hoher Trefferleistung sowohl aus dem Stand als auch aus der vollen Bewegung, 360 rundum mit einem Elevationsbereich von -10 bis +45. Neben eingeführter 30mm Vollkaliber Munition kann die neuentwickelte, durchschlagskräftige 30mm APFSDS und die ebenfalls neuentwickelte „Air Burts Munition“ mit tempierbarem Zeitzünder zur Bekämpfung verschiedenster Ziele verschossen werden. Der Richtschütze kann zwischen zwei verschiedenen Munitionssorten wählen, die aus der 200 Schuss fassenden automatischen Munitionszuführung zugeführt werden.

Neben der Hauptwaffe ist achsparallel die ebenfalls vollstabilisierte Sekundärbewaffnung, ein 5,56mm MG4 mit 1000 Schuss in der automatischen Munitionszuführung verbaut, welches alternativ zur Hauptwaffe eingesetzt werden kann. Zusätzlich wird der SPz Puma mit einem voll integrierten Panzerabwehrlenkflugkörpersystem MELLS ausgestattet. Eine entsprechende Beauftragung wurde 2008 erteilt. Damit kann der Richtschütze bzw. der Kommandant entsprechend der Bedrohung angemessen mit der entsprechenden Waffe reagieren.

Darüber hinaus kann noch eine weitere turmunabhängige Sekundärwaffenanlage adaptiert werden, die durch den aufgesessenen Schützentrupp bedient wird. Sie lässt sich mit ihrer 76mm nicht letalen Munition zur Bekämpfung von Flächenzielen im Nahbereich des SPz Puma einsetzen. Darüber hinaus ermöglicht eine zusätzliche 40mm Munition mit letaler Wirkung die Bekämpfung von Punktzielen im näheren Umfeld des Puma. Zwei Schützen des Schützentrupps können mit ihren Handwaffen bei Bedarf über Luke nach hinten wirken.

Die vielfältige Bewaffnung in Verbindung mit leistungsfähigen Waffensteuerungen und modernster Feuerleitung mit der Fähigkeit zur Bekämpfung mehrerer Ziel in sehr kurzer Zeit mittels „Hunter-Killer“ Funktionalität verschaffen dem SPz Puma eine sehr hohe Durchsetzungsfähigkeit in Konflikten hoher Intensität als auch die Möglichkeit zur angemessenen und vielfältigen Reaktion in anderen Einsatzszenarien mit der Möglichkeit zur Eskalation und Deeskalation.

Mobilität

Ein gewichts- und volumenoptimierter 10-Zylinder High Power Diesel (HPD) Motor von MTU bilden zusammen mit dem leichtbauenden hydrodynamischen Schalt-, Wende- und Lenkgetriebe Getriebe von Renk und der GABEL, Generator-Anlasser-Bordnetzversorgung und elektrischen Lüfter bilden zusammen eine völlig neues Triebwerk mit 800kW Leistung und bisher unerreichter Leistungsdichte. Vollausgerüstet mit dem zGG von 43t erreicht der SPz PUMA damit ein Leistungsgewicht von mehr als 19kW/t.

Das in einem Kampffahrzeug erstmalig realisierte abgekoppelte Laufwerk mit hydropneumatischem Feder/Dämpfer Elementen, der gewichtsoptimierten Kette und den integrierten Kraftstofftanks, bietet nicht nur Gewichtsvorteile gegenüber einem herkömmlichen Drehstablaufwerk, sondern auch verbesserten Minenschutz, optimale Anpassung an verschieden Beladungszustände über die gesamte Gewichtsbandbreite sowie deutlich verbesserte ergonomische Verhältnisse für die Besatzung hinsichtlich Schwingungs- und Geräuschbelastung.

Die Kombination aller innovativen Lösungen für Triebwerk und Laufwerk ermöglichen Fahrleistungen vergleichbar Leopard 2.

Führungsfähigkeit

Mit seinem ferngesteuerten Turm ist der SPz Puma mit Schwerpunkt für den Einsatz mit der Besatzung unter Luke in Verbindung mit dem auf- und abgesessenen Schützentrupp konzipiert. Erheblicher Aufwand wurde mit der Entwicklung und Realisierung eines hochleistungsfähigen tag- und nachtsichtfähigen Periskops mit kombinierter glasoptischer und optronischer Sicht sowie einer mit gleichen hochwertigen optronischen Sensoren bestückten Waffenoptik betrieben. Darüber hinaus ist der SPz Puma mit einer Vielzahl von optischen und optronischen Sensoren ausgestattet, die es ermöglichen, die gesamte Besatzung mit dem Schützentrupp in die Aufklärung und Zielbeobachtung mit einzubeziehen.

Aufgrund des durchgängigen Kampfraumes ist die direkte Kommunikation aller Besatzungsmitglieder sichergestellt. Unterstütz wird der vollständige Informationsaustausch zur Sicherstellung des ständigen aktuellen Lagebildes durch interne Monitore, auf denen wahlweise die verschiedenen optronischen Sensoren oder die Lagekarte dargestellt werden kann.

Gerade im Bereich der externen Kommunikation und Führungsfähigkeit mit dem Ziel der vernetzten Operationsführung laufen derzeit parallel zur SPz Puma Entwicklung eine Reihe von querschnittlichen Entwicklungsvorhaben wie z.B. Führungs- und Informationssystem IFIS, Infanterist der Zukunft, Digitale BV Anlage, QUAKS KommServer, SatCom BW sowie Software Defined Radio.

Eine große Herausforderung ist es, diese neuen Führungs- und Kommunikationsmittel nach Verfügbarkeit in den SPz Puma zu integrieren. Aufgrund seiner auf internationalen Standards z.B. CAN-Bus, Ethernet basierenden Schnittstellen ist der SPz Puma darauf vorbereitet.

Status

Alle wesentlichen Komponenten, Baugruppen und Teilsysteme des SPz mussten aufgrund der sehr hohen Anforderungen und des völlig neuen Konzeptansatzes mit einem ferngesteuerten Turm neu entwickelt oder mindestens in wesentlichen Teilen modifiziert werden und zu einem funktionsfähigen, standfesten Gesamtsystem zusammengefügt werden, dass trotz seiner Komplexität einfach und effektiv zu bedienen ist.

Dieses neuartige System steht nun der Truppe für die Ausbildung in Munster zur Verfügung.


Auf den neuen Fotos des "Puma" ist weit und breit kein MUSS auf dem Turm zu sehen. Kennt jemand den Grund?

theoderich
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Re: Bundeswehr: Prototyp IFV Puma vorgestellt!

Beitrag von theoderich » 03. Mai 2015, 16:02

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Die runden Lichter erinnern an den PMRS-Prototypen des Scout SV.
Zuletzt geändert von theoderich am 05. Jun 2015, 14:47, insgesamt 1-mal geändert.

theoderich
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Re: Bundeswehr: Prototyp IFV Puma vorgestellt!

Beitrag von theoderich » 05. Jun 2015, 14:06

Fünf Raketen pro Korvette

Die Details dazu stehen in einem Schreiben von Markus Grübel, Parlamentarischer Staatssekretär im Verteidigungsministerium, an den Verteidigungsausschuss des Bundestages vom 21. Mai.

Schützenpanzer Puma

Die Genehmigung zur Nutzung wurde am 17. April 2015 erteilt. Seit Kalenderwoche 17/2015 befindet sich der Schützenpanzer (SPz) PUMA im Rahmen der Ausbildung in der Nutzung. Die Hauptbewaffnung besteht aus einer Bordmaschinenkanone im Kaliber 30mm mit unterschiedlichen Munitionssorten. Derzeit verfügt er über die zur Ausrüstung der Panzergrenadiertruppe gehörende Panzerabwehrhandwaffe. Die Bordmaschinenkanone ist mit der Munition “Air Burst (kinetic energy time fuze)” in der Lage, die (Ziel-)Optiken gegnerischer Panzer zu zerstören und somit deren Feuerkraft zu reduzieren. Zukünftig wird die Waffenanlage MELLS [Mehrrollenfähiges leichtes Lenkflugkörper-System, T.W.] in den SPz PUMA integriert. Damit wird eine Bekämpfung stark gepanzerter Ziele möglich sein. Im Rahmen der Integration wird derzeit die Nachweisführung durchgeführt, welche voraussichtlich bis zum zweiten Quartal 2016 abgeschlossen werden kann. Das erste mit der Waffenanlage MELLS ausgerüstete Serienfahrzeug wäre dann frühestens ab dem ersten Quartal 2018 verfügbar. Der zeitliche Verzug ergibt sich aufgrund unerwartet aufgetretener Schnittstellen- und Vibrationsprobleme sowie Schwierigkeiten bei der Fertigung der Flugkörperstartplattform.



    Umfassende Bestandsaufnahme und Risikoanalyse zentraler Rüstungsprojekte

    Exzerpt

    Stand 30. September 2014

    Insbesondere aufgrund der Gewichtslimitierungen wurden parallel die militärisch‐technischen Komponenten mehrfach stark verändert. Die ursprünglich vorgesehene 50mm‐Bordmaschinenkanone, die eine Wirkung auch gegen stärkeren Panzerfeind erlauben sollte, wurde gegen die heute verwendete 30mm‐Kanone ausgetauscht; die dadurch entstehende Fähigkeitslücke soll durch das 2008 beauftragte Panzerabwehrraketensystem MELLS geschlossen werden. Das System MELLS wird voraussichtlich nicht vor 2018 eingerüstet werden können.

    Anstatt die Zielvorstellungen der nun gewonnenen Erkenntnisse anzupassen und zumindest den Zeithorizont neu zu kalkulieren, fiel dementgegen 2007 die Entscheidung zur Serienbeschaffung. Obwohl mit den bis dahin gelieferten fünf Serienfahrzeugen kein finaler Entwicklungsstand erreicht werden konnte, entschloss sich der Auftraggeber, nun in Serie fertigen zu lassen. Die weitere Entwicklung und Erprobung einzelner Systemkomponenten wurde auf die ersten Chargen der – sogenannten – Serienfertigung verlagert. Entwicklung und Serienfertigung überlappen sich demzufolge.

    Die Gründe für die mehrfache Phasenverkürzung und ‐überlappung sind in den uns vorliegenden Dokumenten nicht niedergelegt. Die planerische Absicht des Auftraggebers, die beiden Größen Zeit und Kosten gleichermaßen gering halten zu können und gleichzeitig ein Maximum an technischer Innovation zu erreichen, ist gleichwohl als zentrale Ursache der enormen Lieferverzögerung zu betrachten. Projektexterne Vorgaben sind in den uns vorliegenden Dokumenten nicht ausdrücklich niedergelegt, jedoch nicht auszuschließen.

    Vorgesehen ist nun, die vollständige Einsatzreife und den Zulauf aller SPz PUMA bis 2020 zu erreichen. Der Beginn der Nutzung im Deutschen Heer – mit noch nicht vollständiger Einsatzreife, insbesondere ohne die Waffenanlage MELLS – ist für November 2014 geplant.



    Wirksamkeit im Einsatz: Forderungen an das Mehrrollenfähige Leichte Lenkflugkörpersystem (MELLS) (Newsletter Verteidigung, Ausgabe 37 / KW 39 Dienstag, 22. September 2009)



    MELLS: Modernste Flugkörpertechnologie für das Deutsche Heer
    29.06.2009

    Am 26. Juni 2009 unterzeichneten das Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB), Koblenz, und die EuroSpike GmbH den Vertrag für die Beschaffung des MEhrrollenfähigen Leichten Lenkflugkörper-Systems (MELLS). Der Vertrag in Höhe von insgesamt ca. 154 Mio. EUR (einschl. MWSt.) beinhaltet zunächst die Festbestellung von 311 Lenkflugkörpern. Ebenfalls enthält er die Option für weitere 1.160 Lenkflugkörper des Typs SPIKE LR.

    Bereits im Dezember 2008 hatte der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags eine Vorlage zur Integration der Waffenanlage MELLS in zwei Vorserienfahrzeuge des Schützenpanzers PUMA mit einem Vertragsanteil von rund von 18 Mio. Euro (einschl. MWSt) für die Firma EuroSpike gebilligt. Der Vertrag beinhaltet eine Serienoption in Höhe von 68 Mio. Euro (einschl. MWSt). Die Integration MELLS in den PUMA ist eine der vom Bedarfsträger geforderten Zusatzleistungen, um die Ausrüstung des Schützenpanzers und damit das geforderte Fähigkeitsprofil für den weltweiten Einsatz im gesamten Aufgabenspektrum zu verbessern.

    SPIKE LR erfüllt als einziges System alle Kernforderungen des Bedarfsträgers:

      ◾Reichweite 4.000 Meter

      ◾Systemgewicht < 45 kg (in der Infanterieversion)

      ◾Einsetzbarkeit aus verdeckten Stellungen und umschlossenen Räumen, so dass der Schütze bzw. das Gefechtsfahrzeug maximalen Schutz genießt.

      ◾Möglichkeit des Missionsabbruchs sowie des Zielwechsels während des Flugs mittels Lichtwellenleiter („Fire & Observe-Modus)

      ◾Möglichkeit der Bekämpfung gepanzerter Ziele von oben („Top Attack“)

    Die Firma EuroSpike GmbH mit Sitz in Röthenbach a. d. Pegnitz ist ein Gemeinschafts-unternehmen von Diehl BGT Defence (40%), Rheinmetall Defence Electronics (40%) und Rafael (20%). Die EuroSpike GmbH ist für die Vermarktung und den Vertrieb der SPIKE-Lenkflugkörper-Familie sowie für die Programmabwicklung verantwortlich.



    Berlin, 17. Juni 2009
    Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages billigt Bundeswehrprojekte

    Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat in seiner heutigen Sitzung u.a. folgende Bundeswehrprojekte gebilligt:

    [...]

    Schützenpanzer (SPz) PUMA

    Mit der Beauftragung der Herstellung und Lieferung von 405 Serienfahrzeugen des SPz PUMA mit einem Volumen von rund 3,1 Milliarden Euro erhält das Heer ein System, das hinsichtlich des Schutzes, der Wirksamkeit und der Mobilität gegenüber bisherigen Schützenpanzern neue Maßstäbe setzt. Der SPz PUMA ist das zukünftige Hauptwaffensystem der Panzergrenadiertruppe und löst dort den über 30 Jahre alten SPz MARDER ab. Der Serienzulauf soll im Jahr 2010 beginnen und bis zum Jahr 2020 abgeschlossen sein.

    [...]

    MELLS (Mehrrollenfähiges leichtes Lenkflugkörpersystem)

    Darüber hinaus stimmte der Haushaltsausschuss der Beschaffung von 311 Lenkflugkörpern (LFK) des Typs MELLS mit einem Gesamtpreis von 35 Millionen Euro zu. Ebenso wurde die Vereinbarung einer Kaufoption für weitere 1.160 LFK MELLS gebilligt. MELLS ist ein allwetterfähiges tragbares LFK-System zur Bekämpfung gepanzerter Fahrzeuge sowie von Zielen hinter Deckungen und in Bunkern. Es kann sowohl vom Einzelschützen als auch von Fahrzeugen aus eingesetzt werden. Der Lenkflugkörper verfügt über eine Reichweite von bis zu 4.000 m und ist bei Tag und Nacht sowie bei eingeschränkter Sicht verwendbar. MELLS löst den LFK MILAN ab, der seit 25 Jahren bei der Bundeswehr im Einsatz ist.



    MELLS: Multifunktionalität und Ersttrefferwahrscheinlichkeit – Kernforderungen bei modernen Panzerabwehrwaffen (Newsletter Verteidigung, Ausgabe 06 / KW 8, Dienstag, 17. Februar 2009)



    19.12.2008

    Integration MELLS für PUMA beauftragt

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    Am 19. Dezember 2008 wurde zwischen BWB und der Firma PSM im Rahmen des Vorhabens SPz PUMA ein Vertrag über die Integration der Waffenanlage MELLS (WA MELLS; Mehrrollenfähiges Leichtes Lenkflugkörper-System) geschlossen. Damit erhält der SPz PUMA im Rahmen der ihm zugedachten Aufgaben eine der notwendigen Ergänzungen zu seinem geforderten Fähigkeitsprofil.

    Die Integration umfasst ein am Turm adaptiertes Startgerät für zwei Flugkörper. Der ausgewählte Lenkflugkörper SPIKE der Firma Eurospike verfügt über einen optronischen Suchkopf, dessen Bild über eine Glasfaser übertragen und der PUMA-Besatzung am Bildschirm angezeigt wird. Er kann mit den Bedien-, Steuer- und Kontrollelementen der fahrzeugseitigen Feuerleitanlage des SPz PUMA bedient werden. Damit erhält der Schützenpanzer die Fähigkeit, sowohl gegnerische Ziele mit hohem Schutzniveau und Hubschrauber zu bekämpfen, als auch Bedrohungen hinter Deckungen zu begegnen. Neben der autonomen Zielverfolgung durch den Flugkörper selbst hat die Besatzung die Möglichkeit, vom SPz PUMA aus in die Steuerung einzugreifen und z.B. einen Zielwechsel vorzunehmen.

    Mit diesem Vertragsschluss ist ein weiterer wichtiger Meilenstein im Gesamtprogramm SPz PUMA erreicht.



    MELLS für SPz Puma und Infanterie (Newsletter Verteidigung, Ausgabe 8 / KW 39 Dienstag, 23. September 2008)



    Mehrrollenfähiges Leichtes Lenkflugkörper-System (MELLS): Lösungswege und Realisierungsalternativen (Newsletter Verteidigung, Ausgabe 2 / KW 33, Dienstag, 12. August 2008)



Ein kurzes Video von der ersten öffentlichen Präsentation des "Puma" vor mittlerweile neun Jahren:


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Re: Bundeswehr: Prototyp IFV Puma vorgestellt!

Beitrag von MB » 06. Jun 2015, 13:49

theoderich hat geschrieben:Ein kurzes Video von der ersten öffentlichen Präsentation des "Puma" vor mittlerweile neun Jahren:



Ein Graus! Man kann nur hoffen, dass die Serienfahrzeugen nicht dermaßen Schaukeln und rußen wie ein 40 Jahre alter Panzer! Die Wanne ist auf dem Video so unruhig, dass man sich fragen muss, was da für ein Laufwerk verbaut worden sein soll?

theoderich
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Re: Bundeswehr: Prototyp IFV Puma vorgestellt!

Beitrag von theoderich » 06. Jun 2015, 14:28

em hat geschrieben:Die Wanne ist auf dem Video so unruhig, dass man sich fragen muss, was da für ein Laufwerk verbaut worden sein soll?


    Entkoppeltes Laufwerk:

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    Entkoppeltes 6-Rollenlaufwerk der Serienkonfiguration

      Laufwerksträger links und rechts zur Aufnahme der Laufwerkskomponenten
      Entkopplung durch Dämpfungselemente zwischen Laufwerksträger und Wanne
      Kraftstoffversorgungsanlage in Laufwerksträger integriert
      Hydropneumatische Federung
      Hydraulische Endanschläge an allen Laufrollenstationen
      Gewichtsoptimierte, 500 mm breite Stahlkette
      450 mm Bodenfreiheit in allen Gewichtsstufen


    Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte von gepanzerten Fahrzeugen ist die Entwicklung des abgekoppelten Laufwerks mit integrierter Kraftstoffversorgungsanlage für den SPz PUMA. Basis für die Entwicklung bildeten die Erkenntnisse des Technologieträgers Kette (TTK). Während bisherige Fahrzeuge für die Laufwerke Drehstäbe, die quer durch die Wanne laufen, verwenden, werden beim Puma gekühlte Hydrop-Elemente für die einzelnen Laufrollenstationen eingesetzt. Im weitesten Sinne eine „Einzelradaufhängung“, die für den Minenschutz ganz neue Möglichkeiten eröffnet.

    Der Laufwerksträger, der mit Abkopplungselementen an die Wanne montiert wird, beinhaltet die komplette Kraftstoffversorgung. Sowohl entwicklungstechnisch als auch fertigungstechnisch eine der größten Herausforderungen.


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Re: Bundeswehr: Prototyp IFV Puma vorgestellt!

Beitrag von Manpower » 06. Jun 2015, 22:43

MB hat geschrieben:
theoderich hat geschrieben:Ein kurzes Video von der ersten öffentlichen Präsentation des "Puma" vor mittlerweile neun Jahren:



Ein Graus! Man kann nur hoffen, dass die Serienfahrzeugen nicht dermaßen Schaukeln und rußen wie ein 40 Jahre alter Panzer! Die Wanne ist auf dem Video so unruhig, dass man sich fragen muss, was da für ein Laufwerk verbaut worden sein soll?


Also mal in aller Bescheidenheit. Der PUMA ist wohl derzeit und auch für die absehbare Zukunft einer der besten SPz.
Da rußt und schaukelt nichts. So ein Blödsinn.

In dem 9 Jahre (!!!) alten Video handelt es sich um ein Vorserien-Prototyp (nichts anderes ist der in dem Video zu sehende PUMA; 6-Rollenlaufwerk anstelle des 5-Rollenlaufwerks etc.)!

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Re: Bundeswehr: Prototyp IFV Puma vorgestellt!

Beitrag von MB » 06. Jun 2015, 23:33

Manpower hat geschrieben:
Also mal in aller Bescheidenheit. Der PUMA ist wohl derzeit und auch für die absehbare Zukunft einer der besten SPz.
Da rußt und schaukelt nichts. So ein Blödsinn.

In dem 9 Jahre (!!!) alten Video handelt es sich um ein Vorserien-Prototyp (nichts anderes ist der in dem Video zu sehende PUMA; 6-Rollenlaufwerk anstelle des 5-Rollenlaufwerks etc.)!



Mein Post bezog sich auf das tolle, schaukelnde und rußende Vorserienfahrzeug aus dem 9 Jahre (!!!) alten Video. Wer lesen (und gut sehen) kann ist ganz klar im Vorteil!

Und dieses "einer der besten" Gelabere lassen wir hier jetzt bitte besser, das ist schon so was von abgedroschen.

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Re: Bundeswehr: Prototyp IFV Puma vorgestellt!

Beitrag von theoderich » 23. Jun 2015, 08:35

Bei IHS Jane's setzt man offensichtlich Kristallkugeln zur Recherche ein:

___________________________

Der modernste deutsche Panzer hat ein Bremsproblem (8. Juni 2015)

Tests des Bundesamts für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) mit Sitz in Koblenz haben gezeigt, dass die ersten 20 Puma-Modelle aus der Vorserie bei Geschwindigkeiten jenseits von 50 Kilometern pro Stunde nicht mehr zuverlässig bremsen können. Die theoretische Höchstgeschwindigkeit des Pumas liegt bei Tempo 70.

Ein Glück, dass das BAAINBw die Probleme bereits im Teststand für die Motoren bemerkte, wie es aus internen Kreisen heißt. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn einer der gewaltigen Stahlkolosse im Feldtest Reißaus genommen hätte – ohne die Aussicht, die Geschwindigkeit drosseln zu können.

Schuld an alldem ist der sogenannte Retarder des Herstellers Voith Turbo aus Heidenheim – das Bremssystem war anfangs zu leistungsschwach, um das 40-Tonnen-Ungetüm sicher zu stoppen, wenn es Fahrt aufgenommen hat. Wenn die Technik ausfällt, hieße das, dass sich der Bremsweg verdoppelt bis verdreifacht. Bei einem Totalausfall könnte der Panzer überhaupt nicht mehr gestoppt werden, bis ihn ein Hindernis zum Stillstand bringt. Die Mängel beim Retarder haben dazu geführt, dass die Höchstgeschwindigkeit nun auf 50 km/h statt der vorgesehenen 70 km/h begrenzt wurde.

Hersteller tragen die Kosten für die Umrüstung

"Jetzt müssen die 20 bereits gelieferten Modelle wieder umgebaut werden", sagt ein Sprecher des BAAINBw. Wie viel das kosten wird, können weder die Bundeswehr noch die Verantwortlichen beziffern. Die Umrüstung soll vollumfänglich zulasten der Hersteller erfolgen. Diese übernehmen die Verantwortung für die Panne.

Die Firma Renk aus Augsburg hat den Retarder bei Voith Turbo in Auftrag gegeben. "Die Kosten für die notwendige Umrüstung werden von der Industrie getragen. Welches beteiligte Unternehmen welche Kosten trägt, ist noch einvernehmlich zu klären", sagt Jens Leissner, Pressesprecher von Renk.

Doch wie kann es überhaupt passieren, dass 20 moderne Panzer mit einem derart fehlerhaften System bestückt werden? "Wir liefern komplexe Produkte in sehr anspruchsvolle Anwendungen", sagt Markus Woehl, ein Sprecher von Voith. Man habe in enger Zusammenarbeit mit der Firma Renk bereits sichergestellt, dass die neue Generation von Retardern bestens funktioniere. Die Umrüstung habe bereits begonnen.

Das Bremsenproblem soll bei den künftigen Modellen gelöst sein: "Auf die Serienfertigung der Schützenpanzer Puma hat der mangelhafte Retarder keinen Einfluss", sagt ein Sprecher der Bundeswehr.


theoderich
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Re: Bundeswehr: Prototyp IFV Puma vorgestellt!

Beitrag von theoderich » 24. Jun 2015, 16:37

Schützenpanzer Puma an die Bundeswehr übergeben

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Am Mittwoch, den 24. Juli 2015, war es soweit: Die Industrie übergab den ersten Schützenpanzer Puma in der Nutzungsstufe 1 offiziell an die Bundeswehr. Generalleutnant Rainer Korff, der Kommandeur Deutsche Anteile Multinationale Korps und Militärische Grundorganisation, nahm symbolisch den ersten „Zündschlüssel“ für das Deutsche Heer in Empfang.

Die Projekt System & Management (PSM) GmbH, ein Tochterunternehmen der Düsseldorfer Rheinmetall AG, präsentierte den künftigen Standard-Schützenpanzer der Bundeswehr im Erprobungszentrum Unterlüß (EZU), nahe Munster. In einer statischen und einer dynamischen Vorführung wurde den etwa 150 Gästen aus Industrie, Politik und Bundeswehr das künftige Kampffahrzeug der Panzergrenadiere vorgestellt und anschließend offiziell an die Bundeswehr übergeben.

„Der Weg, den der Puma von der Bestellung bis zur Auslieferung genommen hat, war lang und beschwerlich. Und er ist auch noch nicht zu Ende. Zwar ist der Puma in der Nutzungsstufe, in der wir ihn jetzt übernehmen, noch nicht voll einsatztauglich – das wissen wir alle. Aber auch wenn er die volle Einsatzreife noch nicht erreicht hat, so sind wir doch heute immerhin in der Lage, unsere Besatzungen an diesem einzigartigen Schützenpanzer auszubilden“, sagte Generalleutnant Korff bei der Schlüsselübergabe.


Klingt nicht gerade begeistert ...

Bis der Schützenpanzer Puma seine hundertprozentige Einsatzfähigkeit erreicht hat, muss er allerdings noch verschiedene fähigkeitserweiternde Funktionalitäten erhalten und auch technische Hürden nehmen. Nach der Umschulung der Besatzungen vom SPz Marder auf den SPz Puma folgt in mehreren Schritten die taktische Ausbildung zur Übungsfähigkeit im Gefecht der verbundenen Kräfte innerhalb einer verstärkten Panzergrenadierkompanie bis hinauf auf Bataillonsebene. In den zwei letzten Stufen muss dann die tatsächliche Einsatzfähigkeit für Operationen hoher Intensität bis auf Bataillonsebene erreicht werden. Parallel dazu werden die technischen Systeme des Puma schrittweise den jeweiligen Erfordernissen angepasst.

Der Grad der Einsatzreife entscheidet über die Art der Nutzung. Ein einfacher Satz, der ein keineswegs einfaches Verfahren beschreibt. Speziell – und ausschließlich beim Projekt Schützenpanzer Puma – sind daher fünf Nutzungsstufen vorgesehen. Mit dem heutigen Tag übernimmt die Bundeswehr den Puma in der Nutzungsstufe 1. Das Erreichen der vier weiteren Nutzungsstufen orientiert sich jeweils am Projektfortschritt.

Mit der Nutzungsstufe 1 hat der Puma einen Einsatzreifegrad erreicht, der es erlaubt, die Umschulung der Panzergrenadiere auf das neue System zu beginnen. Das geschieht zunächst zentral in einem Lehrgang und später auch in der Truppenausbildung. Im Einzelnen heißt das, der Puma steht so „auf dem Hof“, dass die neun Soldaten einer Panzergrenadiergruppe zum Beispiel die Bedienung des Waffensystems einschließlich aller eingebauten Zusatzgeräte, die taktisch zweckmäßige Zusammenarbeit der Besatzungsmitglieder, das Schießen im scharfen Schuss mit der 30mm Kanone, und vieles mehr erlernen und üben kann, während in dieser Phase beispielsweise die Instandsetzungsunterstützung nahezu ausschließlich durch den Hersteller erfolgt.

In der Nutzungsstufe 2 werden die lehrgangsgebundene Individualausbildung, also die Regelausbildung der Panzergrenadiere sowie die Truppenausbildung durchgeführt. Es werden unter anderem die Führbarkeit in Gruppen- und Zugstärke trainiert. Danach folgt, in der Nutzungsstufe 3 die Truppenausbildung auf Kompanieebene. Einer der Schwerpunkte ist hier die Integration der Informationsübertragungs- sowie der Informationsmanagementsysteme.

Jede höhere Nutzungsstufe bedingt auch immer eine höhere Einsatzreife. Hier ist es wie bei der Ausbildung der Soldaten. Erlernt und geübt wird immer „vom Leichten zum Schweren“. Das ist schließlich im Zivilleben genauso. Jede Ausbildung, jeder Unterricht ist nach diesem Prinzip aufgebaut.

Bis zur Nutzungsstufe 4 muss das „System Puma“ eine Einsatzreife erreicht haben, die es erlaubt, im Gefecht der verbundenen Kräfte und im Rahmen eines verstärkten Panzergrenadierbataillons taktisch zu üben.

Von der Einsatzreife zur Einsatzfähigkeit

In die Nutzungsstufe 4 wechselt der Puma auch von der Einsatzreife zur Einsatzfähigkeit. Ist diese Stufe erreicht, kann der SPz PUMA nicht nur in allen möglichen Gefechtsarten zu Übungszwecken eingesetzt werden, sondern in allen geforderten Einsatzoptionen – von der Einsatzvorausbildung bis zu Operationen mit niedriger bis mittlerer Intensität – bestehen. Mit erfolgreicher Integration des Lenkflugkörpersystems MELLS wird der SPz PUMA eine wesentliche Voraussetzung für die Nutzungsstufe 5 erreicht haben.

Von heute bis zur Nutzungsstufe 5 ist es also noch ein langer Weg. Alles, aber auch alles am gesamten System muss den aktuellen Anforderungen entsprechen. Diese Anforderungen orientieren sich am Einsatz „hoher Intensität“, also der uneingeschränkten Einsatzfähigkeit im Gefecht. Das kostet Zeit und natürlich auch Geld. Und, bei einem System, das – wie der Puma – durch technischen Fortschritt und Änderungen der sicherheitspolitischen Lage während seiner Entwicklungszeit so manche Veränderung oder neue Zusatzausstattung erhalten musste, erhöhen sich damit sowohl die Entwicklungszeit als auch der Systempreis.



Sicherheit – Schlagkraft – Zukunft: Übergabe des neuen Schützenpanzers Puma an die Bundeswehr


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Europäische Sicherheit & Technik hat geschrieben:Die Möglichkeit, mit einem SPz schnell zwischen letaler und nicht-letaler Waffenwirkung wechseln zu können und im Rahmen einer urbanen Operation auch in die höher gelegenen Stockwerke von Gebäuden wirken zu können, soll zukünftig mit der Turmunabhängigen Sekundärwaffenanlagen (TSWA) erreicht werden. Sie kann von der Besatzung unter Panzerschutz bedient werden und verschießt Nebel-, Reizgas und HE-Munition verschiedenen Kalibers im Umkreis des SPz. In einem hochintensiven Einsatz sind die Panzer- und Panzergrenadiertruppe im Verbund nach wie vor die Hauptträger des beweglich geführten Gefechtes. Das enge Zusammenwirken dieser beiden Truppengattungen ist entscheidende Voraussetzung für den Erfolg. Besonders wichtig für den gemeinsamen Einsatz von Kampf- und Schützenpanzern ist Mobilität auf Augenhöhe.

Der SPz Puma übertrifft das Leistungsgewicht (Kilowatt pro Tonne) aller aktuellen KPz Leopard Varianten, dank seines leistungsfähigen Antriebes und erreicht daher die entsprechenden Geschwindigkeiten auch im Gelände. Um den SPz Puma weltweit einsetzen zu können, muss die Durchhaltefähigkeit der Besatzung auch unter extremen Klimabedingungen sichergestellt werden. Dazu wurde eine moderne Klimaanlage in das Fahrzeug verbaut, welche Heizen, Lüften und Kühlen kann.

Die Besatzung sitzt im SPz Puma in speziellen Sitzen, die nicht nur eine abgestimmte Sitzgeometrie, auch bei angelegter Ausrüstung des Infanteristen der Zukunft – Erweitertes System (IdZ-ES) garantieren, sondern sie auch durch eine vollständige Entkopplung der Sitze vom Fahrzeug vor der Übertragung von Kräften bei einer Detonation schützen.

In zukünftigen Einsatzszenarien werden Führungs- und Kommunikationsfähigkeiten zunehmend wichtiger. Ein Informationsvorsprung gegenüber dem Gegner schützt vor Überraschungen und schafft die Voraussetzungen für ein erfolgreich geführtes Gefecht. Um gemeinsam mit den anderen Elementen des Heeres Informationen effizient austauschen zu können, muss der SPz Puma in das Führungs- und Informationssystem Heer (FüInfoSys H) eingebunden werden. Die Informationsversorgung soll dabei vom Bataillon bis zum Schützentrupp sichergestellt werden. Um dies zu erreichen wird, neben leistungsfähigen, duplexfähigen (gleichzeitige Übertragung von Sprache und Daten) Funkgeräten, das Integrierte Führungs- und Waffeneinsatzsystem der Kampftruppen (IFIS) im SPz Puma zum Einsatz kommen. Zusätzlich ermöglicht ein innovatives und zukunftsorientiertes Funk- und Bordverständigungskonzept der Panzergrenadiertruppe einen effektiven Informationstransport über Daten- und Sprechfunk, sowohl im als auch außerhalb des Schützenpanzers, durch die Fernmeldefähigkeiten des IdZ-ES.

Die Führung des SPz „unter Luke“ wird zudem durch moderne und leistungsfähige Sichtmittel ermöglicht. Diese Optiken und Kameras überschneiden sich in ihren Sichtbereichen und ergänzen sich zu einer Rundumsichtfähigkeit.

Zuletzt geändert von theoderich am 25. Jun 2015, 23:03, insgesamt 4-mal geändert.

asdf
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Re: Bundeswehr: Prototyp IFV Puma vorgestellt!

Beitrag von asdf » 24. Jun 2015, 17:39

Man stellt sich langsam die Frage, warum in Deutschland bei jeder Beschaffung so viel in die Binsen geht.

NH-90, Eurofighter, G-36, Tiger, A-400M, Puma ...

Sicherlich, neue Geräte sind immer mit Kinderkrankheiten behaftet (vor allem große Systeme wie Panzer, Helikopter, Flugzeuge), aber hier wird das Klumpert an die Truppe abgegeben, obwohl man weiß, dass einiges nicht stimmt. Und dann fängt das herumdoktern an bestehenden Systemen an, die ihre Leistungsfähigkeit mitunter doch arg einschränken.

Bei den Beschaffungen der Bundeswehr der letzten Jahre kann man nur den Kopf schütteln. Nichts funktioniert eigentlich so wie es soll und die Truppe ist großteils enttäuscht.

Der Puma ist ja gerade ein Paradebeispiel dafür. Zu schwer, zu groß. Klar ist das Teil gut geschützt, aber wär's nicht sinnvoller gewesen, ein leichteres Modell zu konstruieren (dass vl. auch in eine Herkules passt) und das Geld in aktive Schutzsysteme zu stecken? Darin liegt die Zukunft.

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Re: Bundeswehr: Prototyp IFV Puma vorgestellt!

Beitrag von theoderich » 24. Jun 2015, 18:23

asdf hat geschrieben:Der Puma ist ja gerade ein Paradebeispiel dafür. Zu schwer, zu groß. Klar ist das Teil gut geschützt, aber wär's nicht sinnvoller gewesen, ein leichteres Modell zu konstruieren (dass vl. auch in eine Herkules passt) und das Geld in aktive Schutzsysteme zu stecken? Darin liegt die Zukunft.


Das haben die Amerikaner mit dem XM1206 Infantry Carrier Vehicle des Future Combat System schon versucht - und was dabei herausgekommen ist, ist bekannt.

    Congressional Budget Office
    AUGUST 2006
    The Army’s Future Combat Systems Program and Alternatives

    Description of the Army’s Future Combat Systems Program

    [...]

    Initially, the Army aimed to develop FCS vehicles that weighed less than 20 tons and that could be transported by the Air Force’s C-130 aircraft. However, the weight limit for the initial design of the manned FCS ground vehicles has been relaxed and is now set at 24 tons—which would nevertheless be about one-third of the weight of the latest model of the Abrams tank and roughly three quarters that of the Bradley fighting vehicle.

    Survivability

    Finally, several observers have questioned the basic assumption that underlies the survivability of the lightweight FCS components—which is that those lightly armored vehicles will be able to survive on the battlefield because they will have extensive knowledge of the enemy’s whereabouts, allowing them to avoid unexpected or disadvantageous encounters with enemy forces. If, however, the FCS sensors and communications network do not work as planned, the ability to avoid such encounters — and thus the armored vehicles’ survivability—are uncertain. Moreover, other people, including soldiers returning from duty in Iraq, have argued that the most sophisticated sensors will not be able to detect and predict the kinds of dangerous situations that are now prevalent there.

    Armored Vehicles Are Getting Bigger and Heavier

    The armored vehicles that make up the Army’s current fleet have grown heavier and larger as the service has modified and improved them. With the addition of armor and more-sophisticated electronic gear, the weight of succeeding models of each of the four types of armored vehicles has increased significantly over that of the corresponding original model.

      - The weight of the Abrams tank has grown by more than 16 percent, rising from 60 tons when the Basic version of the tank was introduced in 1981 to more than 70 tons for the latest model—which, in Addition to more and heavier armor, is equipped with a larger main gun.

      - The most recent version of the Bradley fighting vehicle weighs 33 tons, almost one-third more than the original vehicle introduced in 1981, which weighed 25 tons.

      - The weight of the M113 armored personnel carrier has grown from its original 12 tons in 1961 to 14 tons for the latest model.

      - The M109 self-propelled howitzer has become 14 percent heavier — its weight rising from 28 tons to 32 tons—with the fielding of the latest model in 1992.

    The increase in weight has led, in general, to a decrease in fuel efficiency, which intensifies the logistics burden of supporting these vehicles in combat or in other operations. Another concern of the Army’s planners is that the latest model of the Abrams tank is too heavy for many bridges in Europe, particularly older ones. Moreover, both the Abrams tanks and the Bradley fighting vehicles are too wide (12 feet and 11 feet, respectively) for many roads in built-up areas. Thus, the size and weight of the Abrams tank in particular and, to a lesser extent, of the Bradley fighting vehicle limit the vehicles’ usefulness in constricted spaces (such as urban environments) or in areas where roads and bridges are not designed to carry very heavy or very wide loads.

    The infantry carrier vehicle (ICV) is being designed to carry up to nine soldiers and two crew members and
    would replace some Bradley fighting vehicles and M113 armored personnel carriers in the current fleet. Compared with the Bradley, the ICV would be about 25 percent lighter, could cruise 70 percent as far on a tank of fuel that would be 40 percent smaller, and be capable of speeds almost 30 percent greater on roads. The ICV’s cannon, at 30 mm, would be slightly larger and more powerful than the Bradley’s 25 mm gun. Compared with the M113-based personnel carriers, the ICV would be roughly twice as heavy and have less than two-thirds of the cruising range but be able to travel at a higher speed. Since it would be equipped with a 30-mm cannon, however, the ICV would have greater firepower than the current M113-based vehicle, which is armed only with a machine gun.

Zuletzt geändert von theoderich am 24. Jun 2015, 18:40, insgesamt 2-mal geändert.

asdf
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Re: Bundeswehr: Prototyp IFV Puma vorgestellt!

Beitrag von asdf » 24. Jun 2015, 18:35

@ theoderich:

Tja, aber woanders scheints zu funktionieren: Korea, Russland ...

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Re: Bundeswehr: Prototyp IFV Puma vorgestellt!

Beitrag von theoderich » 24. Jun 2015, 18:54

Na ja. Der K21 und der Kurganets-25 haben eine Gefechtsmasse von ca. 25 t (Vgl. Spz "Ulan": Gefechtsmasse 29.300 kg), die maximale Zuladung einer C-130J beträgt 19,05 t:


Leichter geht's also schon, aber die Luftverlastbarkeit in der "Hercules" halte ich für eine übertriebene Forderung.


Schlüsselübergabe in Unterlüß: Panzergrenadiere erhalten Puma

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