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Bundeswehr: Prototyp IFV Puma vorgestellt!

Wehrtechnik & Rüstung, Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik
theoderich
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Re: Bundeswehr: Prototyp IFV Puma vorgestellt!

Beitrag von theoderich » 18. Jan 2014, 00:16

Eine wüste Tour

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Technisch gesehen ist der Puma die Quadratur des Kreises. Verantwortlich dafür ist vor allem die Vorgabe, dass die Bundeswehr den Schützenpanzer im neuen Transportflugzeug Airbus A400 M transportieren möchte. Zur Erinnerung: Der Airbus, der ab November 2014 an die Luftwaffe ausgeliefert werden soll, kann 32 Tonnen transportieren. Der Puma sollte also ein entsprechendes Gewicht haben und trotzdem den hohen Schutz eines modernen Schützenpanzers bieten.

Ausgelegt ist der Puma für drei Mann Kernbesatzung und sechs Grenadiere. Für das Fahrgestell ist der Partner Rheinmetall Defence zuständig, die Münchner Firma KMW baut den unbemannten Turm.

Als Triebwerk steuert der Motorenbauer MTU ein kompaktes Diesel-Powerpack bei, das aus einem vergleichsweise kleinen Hubraum von 11 Litern satte 1.088 PS Leistung mobilisiert. Zum Verleich: Der Marder hat 600 PS bei 22 Litern Hubraum, der Leopard entfesselt aus 47,6 Litern 1.500 PS. Das Powerpack samt Getriebe von Renk liegt vorne rechts neben dem Fahrer. Beides ist längs zur Fahrzeugachse eingebaut und direkt mit den beiden Antriebskränzen des Laufwerks verbunden. Revolutionär ist auch das Laufwerk.

Es ist von der Wanne des Panzers abgekoppelt, was den Puma vergleichsweise leise macht – zumindest für ein tonnenschweres Panzerfahrzeug. Für den Schutz sorgt die adaptierbare Panzerung, die teilweise reaktiv sein wird und abgenommen werden kann, um den Puma für den Lufttransport vorzubereiten; eine Matte als Bombletschutz gegen Beschuss von oben und das neue, abstandsaktive Multifunktionale Selbstschutzsystem MUSS vervollständigen die Schutzmaßnahmen.


„Der Puma ist anders im Handling“, beschreibt er den Unterschied der Neuentwicklung zu anderen Kettenfahrzeugen. „Er ist anspruchsvoller, der Fahrer muss mehr schalten.“ Grund dafür sei der relativ geringe Hubraum. Das führe dazu, dass man mit hohen Drehzahlen fahren müsse, wenn Leistung gefragt sei, etwa bei steilen Anstiegen oder auf schwierigem Grund.

Zum Vergleich: Fahrzeuge mit großem Hubraum entwickeln auch im niedrigen Drehzahlbereich viel Kraft. „Das stellt mehr Anforderungen an den Fahrer und seine Ausbildung“, resümiert Testfahrer Herrmann Görres.


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Re: Bundeswehr: Prototyp IFV Puma vorgestellt!

Beitrag von theoderich » 26. Jan 2014, 17:05

Unterrichtung durch den Wehrbeauftragten

Jahresbericht 2012 (54. Bericht)


4.4.5 Nachtkampfbefähigung des Schützen-panzers MARDER

Bereits im vorangegangenen Jahresbericht war auf Schwächen bei der Nachtsicht- und Nachtkampffähigkeit geschützter Fahrzeuge hingewiesen worden. Über den Jahresbericht hinaus sind die Probleme gegenüber dem Verteidigungsausschuss in zwei Zwischenberichten weiter konkretisiert worden. Der Verteidigungsausschuss hat die Hinweise des Wehrbeauftragten aufgegriffen und das Bundesministerium der Verteidigung in einem Haushaltsantrag aufgefordert, im Haushaltsjahr 2013 die Beschaffung moderner Wärmebildgeräte für alle in Afghanistan eingesetzten Schützenpanzer vom Typ MARDER 1 A 5 zu prüfen und bei Bedarf umzusetzen.

Mit dem neuen Wärmebildgerät würde die eindeutige Identifizierung feindlicher Kräfte, wie sie die Einsatzrichtlinien für den eigenen Waffeneinsatz fordern, deutlich verbessert. Im Rahmen von Einsatzauswertungen des Heeres ist auf die Notwendigkeit der Verbesserung der Nachtsicht- und Nachtkampffähigkeit des Schützenpanzers MARDER mehrfach hingewiesen worden. Trotz dieser Sachlage hat das Bundesministerium der Verteidigung mitgeteilt, dass das Schließen der Fähigkeitslücke „Nachtkampf“ für den Schützenpanzer MARDER nicht mehr vorgesehen sei. Zur Begründung verweist es darauf, dass nach 2014 der Schützenpanzer MARDER zum Schutz deutscher Soldatinnen und Soldaten in Afghanistan nicht mehr gebraucht werde und im Übrigen knappe Haushaltsmittel eine Priorisierung der Beschaffung des neuen Schützenpanzers PUMA erforderten, der zeitnah für die Einsätze zur Verfügung gestellt werden könne.

Diese Argumentation wird dem Schutz der eingesetzten Soldatinnen und Soldaten nicht gerecht. Beide Aussagen des Ministeriums fußen bisher auf Annahmen, deren Eintreten keineswegs gesichert ist. Weder kann sicher davon ausgegangen werden, dass der Schutz der verbleibenden deutschen Soldatinnen und Soldaten nach 2014 auch ohne den Schützenpanzer MARDER zu gewährleisten ist, noch gibt es belastbare Hinweise, dass der Schützenpanzer PUMA tatsächlich „zeitnah“ für Einsätze zur Verfügung stehen wird. Im Übrigen setzen sie die Soldaten bis zur Verfügbarkeit des Schützenpanzers PUMA dem Dilemma aus, sich im Falle einer nicht gesicherten Identifizierung feindlicher Kräfte entweder unter Verstoß gegen die Einsatzrichtlinien verteidigen zu müssen, oder sich durch die weitere Annäherung feindlicher Kräfte vermeidbaren Gefahren auszusetzen. Beides ist nicht hinnehmbar.


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Re: Bundeswehr: Prototyp IFV Puma vorgestellt!

Beitrag von theoderich » 11. Mär 2014, 22:06

Kleine Anfrage
Kostenentwicklung bei Großwaffensystemen

5. Wie hoch wurden die Kosten (Forschungs-, Entwicklungs-, Erprobungs- und Beschaffungskosten) für das Großwaffensystem Schützenpanzer Puma bei der Unterzeichnung des Entwicklungsvertrages veranschlagt, und wie hoch wurden die Kosten bei der Unterzeichnung des Beschaffungsvertrages für wie viele Systemeinheiten veranschlagt (bitte in Euro angeben, gegebenenfalls in DM umrechnen)?

    Die Kosten der Entwicklung des neuen Schützenpanzers (NeSPz) PUMA beliefen sich ausweislich der 25 Mio.-Euro-Vorlage vom 3. September 2002 (BMF-Vorlage Nr. 128/02 VS-NfD) auf 198,3 Mio. Euro (Selbstkostenfestpreis).

    Die Gesamtkosten für die Beschaffung von fünf Vorserienfahrzeugen Schützenpanzer PUMA (SPz PUMA) sowie einer Option zur Herstellung und Lieferung von weiteren 405 Serienfahrzeugen SPz PUMA beliefen sich ausweislich der 25-Mio.-Euro-Vorlage vom 25. November 2004 (BMF-Vorlage Nr. 153/04 VS-NfD) auf rund 3 069,8 Mio. Euro (Preisstand 12/2004).

    Die Serienfahrzeuge werden bei ihrer Auslieferung über die geforderte Grundausstattung und -funktionalität verfügen. Damit der Schützenpanzer das für den weltweiten Einsatz im gesamten Aufgabenspektrum der Panzergrenadiertruppe geforderte Fähigkeitsprofil erreicht, sind noch zusätzliche Leistungen in den Bereichen Ausbildung, Logistik, Waffenwirkung und Kommunikation in Auftrag zu geben. Hierüber hatte das BMVg dem Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages im Dezember 2008 berichtet (Vorlage BMF-Nr. 225/08 VS-NfD; Ausschussdrucksache 16(8)5719).


a) Wie hoch waren somit die ursprünglichen Beschaffungskosten pro Systemeinheit (bitte in Euro angeben, gegebenenfalls in DM umrechnen)?

    Zum Zeitpunkt des Abschlusses des Beschaffungsvertrages ergab sich ein rechnerischer Stückpreis von rund 6,5 Mio. Euro (Preisstand 12/2004) für ein Serienfahrzeug.


b) Wurde die Stückzahl im Laufe des Beschaffungsprozesses verändert (Stichtag 31. Dezember 2013)?

Wenn ja, in welchem Umfang wurde die (jeweilige) Stückzahl verändert, und wie wirkte(n) sich die Stückzahlveränderung(en) auf die Beschaffungskosten konkret aus (bitte jeweils Gesamtsumme sowie jeweils Stückzahlkosten bei mehreren Veränderungen angeben)?


    Im Rahmen der Neuausrichtung der Bundeswehr wurde im Juli 2012 über einen entsprechenden Änderungsvertrag die bestellte Stückzahl von 405 auf 350 Serienfahrzeuge reduziert. Zuvor hatten sowohl der Haushaltsausschuss als auch der Verteidigungssausschuss des Deutschen Bundestages in ihren jeweiligen Sitzungen am 27. Juni 2012 den endverhandelten Änderungsvertragsentwurf billigend zur Kenntnis genommen (Vorlage BMF-Nr. 88/12 VS-NfD; Ausschussdrucksache 17(8)4526).

    Die Reduzierung der stückzahlabhängigen Leistungen ergab eine Verringerung der Gesamtkosten für die Beschaffung der Serienfahrzeuge um rund 341 Mio. Euro. Die stückzahlunabhängigen Leistungen blieben dagegen unverändert. Durch deren Umlegung auf die verringerte Stückzahl ist der rechnerische Stückpreis des Serienfahrzeugs, der durch Preiseskalation und Umsatzsteueranpassung zu diesem Zeitpunkt 7,33 Mio. Euro betrug, auf 7,47 Mio. Euro gestiegen (Preisstand 12/2011).

    Unter Berücksichtigung der vertraglich vereinbarten Preiseskalation und Umlegung der Zusatzleistungskosten in Höhe von ca. 651 Mio. Euro auf die 350 Serienfahrzeuge ergibt sich im aktuellen Preisstand ein Stückpreis von rund 9,9 Mio. Euro.


c) Welche technischen Probleme traten auf mit welchen Folgekosten?

    Technische Probleme traten – wie bei der Projektierung eines hochkomplexen Kettenfahrzeuges mit modernster Schutz-, Antriebs- und Waffentechnologie zu erwarten war – bei diversen Baugruppen auf. So war z. B. die anfänglich unbefriedigende Agilität des Triebwerkes durch motorseitige Optimierungen grundlegend zu verbessern.

    In derartigen Fällen erarbeitete der industrielle Auftragnehmer in enger Abstimmung mit dem öffentlichen Auftraggeber Lösungsvorschläge, die dann im Weiteren verifiziert wurden. Die Abarbeitung der Problemfelder führte zu Verschiebungen der Projektmeilensteine. Die Behebung der technischen Probleme am Entwicklungsobjekt liegt in der Verantwortung des Auftragnehmers und erzeugt keine Folgekosten für den öffentlichen Auftraggeber.

    Im Ergebnis der bisherigen Einsatzprüfungen wurden durch das deutsche Heer positiv die hohe Mobilität, das stimmige Turmkonzept und die gute Treffleistung des Waffensystems hervorgehoben. Allerdings stellte der Nutzer auch fest, dass die Sichtmittel (d. h. optronische Systeme, die quasi die „Augen des Systems“ darstellen) – obwohl spezifikationsgerecht ausgeliefert – den Anforderungen an das Führen des Waffensystems im Einsatz „unter Luke“ nicht umfassend genügen würden. Die Forderungen des Heeres gehen damit in Teilbereichen über die vertragskonformen Leistungen der eingebauten Sichtmittel hinaus. Mit einem Sichtmitteldemonstrator sollen bis Mitte 2014 die realisierbaren Verbesserungsmöglichkeiten unter Verwendung heute marktverfügbarer Komponenten im Sichtmittelkonzept des SPz PUMA aufgezeigt werden. Die entsprechenden Nachrüstungen wären bei Anerkennung durch die Abteilung Planung zusätzlich in Auftrag zu geben und würden zu derzeit noch nicht quantifizierbaren Mehrausgaben führen.


d) Um welchen Zeitraum wurde der ursprünglich vereinbarte Auslieferungszeitpunkt der ersten Modelle der Serie (nicht Demonstrator) überschritten?

    Die Lieferung des ersten Serienfahrzeuges war zum Zeitpunkt des Abschlusses des Beschaffungsvertrages für den 31. Dezember 2009 vorgesehen. Tatsächlich geliefert wurde das erste Fahrzeug am 6. Dezember 2010.


e) Welche Folgekosten hat die Verzögerung, z. B. für Interimslösungen, verursacht?

    Ursächlich für die zeitliche Verschiebung bei der Auslieferung des ersten Serienfahrzeugs war der Zeitaufwand zur Lösung technischer Probleme, die im Rahmen der integrierten Nachweisführung mit den Vorserienfahrzeugen aufgetreten waren.

    Dadurch hat sich auch die Zulaufplanung aller weiteren Serienfahrzeuge verschoben. Innerhalb der festgelegten Stückzahlobergrenze von 350 Schützenpanzern werden als Interimslösung alte SPz MARDER länger in Dienst gehalten. Hierdurch fallen keine Mehrkosten an.


f) Sind Vertragsstrafen für die Nichteinhaltung des Vertrages vereinbart worden, und wurde dieses Instrument bereits genutzt?

Wenn nein, warum nicht?

Wenn ja, welche Vertragsstrafe war nach dem Vertrag geschuldet, und in welcher Höhe wurden Vertragsstrafen gezahlt?


    Vertragsstrafen sind im Beschaffungsvertrag nicht vereinbart, da sie im Zuge der Vertragsverhandlungen aufgrund der Monopolstellung des Auftragnehmers nicht durchsetzbar waren.


Unglaublich - der "Puma" kostet pro Stück doppelt so viel wie ein ASCOD "Ulan"! Da dürfte aber auch die verhältnismäßig geringe Stückzahl, die durch die Bundeswehr bestellt wurde, eine Rolle spielen. 350 Fahrzeuge sind für ein Land von der Größe Deutschlands nicht besonders viel. Alleine Schweden verfügt über 354 CV9040 und zusätzlich noch diverse Spezialvarianten des CV90.


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theoderich
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Re: Bundeswehr: Prototyp IFV Puma vorgestellt!

Beitrag von theoderich » 14. Jul 2014, 11:53

Schützenpanzer Puma: Feuerkampf am Bildschirm

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“Wir schießen hier im Rahmen der taktischen Einsatzprüfung des Schützenpanzers Puma”, erklärt Oberstleutnant Volker Gruß. Er ist Leiter des Prüfkommandos, das gemeinsam mit Soldaten des Panzergrenadierlehrbataillons 92 aus Munster sowie des Ausbildungszentrums Munster den neuen Schützenpanzer des Heeres intensiv testet. Im Schwerpunkt steht dabei die taktische Eignung des neuen Fahrzeugs.

“Das ist unsere neue Air-Burst-Munition (ABM)”, erklärt Hauptfeldwebel Christian Templin. Der 37-Jährige ist Panzergrenadier-Zugführer – und bereits seit mehr als einem Jahr mit dem Puma vertraut. “Damit können wir auch Feind hinter Deckungen bekämpfen.” Die ABM-Munition besteht aus 162 je 1,24 Gramm schweren Subprojektilen, die nach einer vom Schützen einstellbaren Zeit ausgestoßen werden und das Ziel mit einer Projektilwolke eindecken.

Zusätzlich gebe es noch eine Übungsmunition sowie ein Wuchtgeschoss für stärker gepanzerte Ziele, erklärt Templin.” Insgesamt haben wir 400 Schuss für die 30mm-Maschinenkanone im Fahrzeug – 200 im Magazin und 200 in der Reserve.”

Zwei Serienfahrzeuge hat das Prüfkommando aktuell zur Verfügung, dazu kommt noch ein Technologiedemonstrator. Mitte Juli sollen zwei weitere Serien-Pumas den Panzergrenadierzug komplettieren.

Noch in diesem Jahr soll die Serienauslieferung des Schützenpanzers PUMA beginnen. Über die zentrale Drehscheibe Munster wird dann die Einführung gesteuert. Der erste Verband, der komplett mit dem neuen Schützenpanzer Puma ausgerüstet werden soll, ist das in Neustadt am Rübenberge stationierte Panzergrenadierbataillon 33. Insgesamt will die Bundeswehr 350 der modernen Schützenpanzer beschaffen.


Im Spz "Ulan" werden 700 Schuss mitgeführt, im Scout SV sind es nur 78 CTA-Patronen, die rechts hinter der Primärwaffe untergebracht sind.

      November 2011 · Strategie & Technik
      Plattformschutz
      Hard- und Softkill-Systeme


      MUSS (Deutschland)

      MUSS (MUltifunktionales Selbstschutz System) ist ein Softkill-System, das Treffer durch ATGM oder lasergelenkte Munition vermeiden soll. Es ist das erste aaSS, das in der Bundeswehr zum Einsatz kommt und zwar auf dem SPz Puma.

      Die Systemarchitektur besteht aus den Baugruppen Zentralelektronik, Warnsensoren (vier pro System), IR-Jammerkopf, IR-Jammerelektronik, Steuerelektronik sowie zwei richtbaren Wurfanlagen mit Nebelmunition und Zündmodul. Das System nutzt dabei die im SPz Puma integrierten Bedien- und Anzeige-Elemente sowie die vorhandenen Turm-Inertialdaten.

      Die Warnsensoren haben einen Erfassungsbereich von je 90×70 Grad und eine Auflösung von ±1,5 Grad. Somit wird eine Abdeckung von 360 Grad im Azimut und von 70 Grad in der Elevation ereicht. Die Warnsensoren arbeiten passiv abbildend im UV-Bereich und überwachen stetig die Umgebung. Auftretende Bedrohungen werden anhand ihrer emittierten Strahlung (z.B. die von LFK-Triebwerken emittierte UV-Strahlung) erfasst und an die Zentralelektronik gemeldet. Automatisch werden Bedrohungsart und -richtung der Besatzung angezeigt, die geeigneten Gegenmaßnahmen vom System ausgewählt und je nach vorgewählter Betriebsart voll-IR oder halbautomatisch (d.h. erst nach Bestätigung durch den Bediener) ausgelöst. Die Gegenmaßnahmen werden in der vom System automatisch festgelegten zeitlichen Abfolge aktiviert.

      Als erste Gegenmaßnahme wirkt der IR-Jammer (in Azimut und Elevation richtbar und mit automatischer Ausrichtung auf die ermittelte Bedrohungsrichtung), der die Mehrzahl der derzeit im Einsatz befindlichen Panzerabwehrlenkraketen mit ihren im IR-Bereich arbeitenden Lenkanlagen so stört, dass sie ihr Ziel nicht treffen und in der Regel weit davor durch Bodenkontakt zerstört werden.

      Die zweite Gegenmaßnahme wirkt durch Ausbringen von pyrotechnischer Nebelmunition mittels richtbarer Wurfanlagen. Dabei werden diese durch die Steuerelektronik in die ermittelte Bedrohungsrichtung ausgerichtet und die Zündung der Nebelmunition gesteuert. Die Wurfanlage kann für den taktischen Einsatz auch manuell ausgelöst werden. Die pyrotechnische Nebelmunition erzeugt sehr schnell einen vom sichtbaren bis zum weiten IR-Bereich wirkenden Nebel und zusätzliche IR-Strahlung. Jede Nebelmunition enthält drei Submunitionen, die zur Verlängerung der Wirkzeiten zeitlich gestaffelt aktiviert werden.

_________________________________________

aktueller bericht (22.05.14)

Video | 22.05.2014 | Dauer: 00:40:02 | SR Fernsehen - (c) SR - Erprobung "Puma" in Saarlouis


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Zuletzt geändert von theoderich am 19. Sep 2014, 12:08, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Bundeswehr: Prototyp IFV Puma vorgestellt!

Beitrag von theoderich » 15. Jul 2014, 10:52

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Innenraum des Schützenpanzer Puma: Kommandant rechts, Richtschütze links.


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Re: Bundeswehr: Prototyp IFV Puma vorgestellt!

Beitrag von theoderich » 02. Sep 2014, 23:41

German Puma IFV moves towards service

Training of vehicle and maintenance instructors should begin by the end of the year, with training of operational users to begin in mid-2015. The first unit to be equipped with the Puma IFV will be the 92nd Mechanised Infantry Battalion in Münster.

Germany took delivery of the first two production Puma IFVs in Kassel, Germany, in December 2010 for verification trials but since then it has remained in low-rate production with about 20 vehicles completed so far.

The Puma IFV has already undergone a number of major design changes including modifications to the hull and remote-controlled turret (RCT), and IHS Jane's understands more are currently planned.

Already completed modifications include adding another set of road wheels to the vehicle and the installation of a new suspension system.

The RCT is armed with a stabilised dual feed Mauser MK 30-2 cannon, which can also fire air bursting munition, and a Heckler & Koch 5.56 mm MG4 co-axial machine gun (MG). Consideration is now being given to replacing this 5.56 mm MG4 with a larger calibre 7.62 mm MG, with the competitors being weapons from Heckler & Koch and Rheinmetall.

The Puma's suit of defensive/suppressive fire grenade launchers has also been altered.
This originally comprised a bank of four 76 mm electrically operated grenade launchers on either side of the turret, and a six-round 76 mm grenade launcher fitted at the rear of the vehicle. The six-round launcher has now been modified, while an extra array of 18x40 mm grenade launchers has been installed around it.

Additionally, two of the five pre-production Puma IFVs have been fitted a pod of two EuroSpike long-range anti-tank guided weapons on the left side of the turret, and it is anticipated that this will be fitted to production vehicles.

Meanwhile, the current black and white screens at the commander, gunner, driver, and squad leader positions will be replaced by colour displays.

The baseline Puma IFV weighs 31.45 tonnes, to allow air transport in the Airbus A400M transport aircraft, but when fitted with its full armour package this is increased to 41 tonnes, with a stretch potential to 43 tonnes.

The armour package is a mixture of passive and explosive reactive armour and, according to Thomas Schroder of Projekt System Management (PSM), "the Puma IFV has a higher level of mine protection that the Leopard 2 MBT [main battle tank]."

Additionally, survivability against some types of anti-tank guided weapon is provided by the installation of a defensive aids system (DAS), which has been developed by Airbus Defense and Space. This is installed on the turret roof and is the first DAS to be fitted to an operational German armoured fighting vehicle.

The original contract placed with PSM covered the supply of 405 Puma IFVs, but this was subsequently reduced to a total of 350 vehicles comprising 342 IFVs and eight driver training vehicles.

There are two Puma AIFV production lines, one for each contractor and under current plans production should be completed in 2020 - but this could well be extended.

The Puma IFV is the replacement for the Marder 1 that entered service as far back as 1971, with the latest version developed for Afghanistan being the Marder 1A5, which is expected to stay in service beyond 2020.



Entwicklung Schützenpanzer Puma


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Re: Bundeswehr: Prototyp IFV Puma vorgestellt!

Beitrag von theoderich » 18. Sep 2014, 12:06

Nowe uzbrojenie Pumy (17. September 2014)


Laut diesem Artikel evaluiert die Bundeswehr derzeit mehrere MGs für die Waffenstation des Spz "Puma". Momentan ist noch das Heckler & Koch MG 4A1 im Kaliber 5,56 x 45 montiert. Dieses ist aber wegen starkem Verschleiß der Kammer ungeeignet.



In der Auswahl stehen das Heckler & Koch MG 5A1, das Rheinmetall RMG 7.62, das Rheinmetall RMG .50 und die Browning M2HB. Das im Vergleich zur M2HB um ca. 1/3 leichtere RMG .50 ist aber wegen diverser Konstruktionsänderungen, aufgrund von veränderten Anforderungen der Bundeswehr, schon um fast zwei Jahre verspätet.

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Prinzipskizze RMG7.62


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Re: Bundeswehr: Prototyp IFV Puma vorgestellt!

Beitrag von theoderich » 04. Nov 2014, 16:23

Schützenpanzer Puma wird 666 Millionen Euro teurer

er neue Schützenpanzer Puma kostet zusätzlich 666 Millionen Euro. Wie die Bild am Sonntag berichtet, geht das aus einem Schreiben von Finanzstaatssekretär Steffen Kampeter an den Haushaltsausschuss des Bundestags hervor.

Mit 169 Millionen Euro zusätzlich schlägt allein die Ausrüstung des Puma mit dem Lenkflugkörpersystem Mells gegen Panzerfahrzeuge zu Buche, wie es demnach in einem Sachstandsbericht des Verteidigungsministeriums heißt.

Die Bundeswehr hat 350 Puma bestellt, die den Schützenpanzer Marder ersetzen sollen. Die Gesamtkosten summieren sich laut Experten nunmehr auf rund 3,7 Milliarden Euro.



Panzer Puma Jahre zu spät und 666 Mio. Euro teurer

Der Grünen-Politiker Tobias Lindner, Mitglied des Bundestags-Verteidigungsausschusses, sagte BILD am SONNTAG: „Die Bundeswehr erhält also einen Schützenpanzer, der nicht nur bedingt einsatztauglich ist, sondern auch nur unter erschwerten Bedingungen überhaupt in Einsätze transportiert werden kann.“ In welchem Zeit- und Kostenrahmen die volle Einsatzbereitschaft hergestellt werde, sei überhaupt noch nicht klar, so Lindner.

Die Bundeswehr müsse „schleunigst eine belastbare Zeit- und Kostenplanung vorlegen“.



Expertenbericht zu Rüstungsprojekten übergeben (6. Oktober 2014)

    http://tinyurl.com/p8sqmuf

    2.1 Schützenpanzer PUMA

    Gegenstand und Umfang

    Der Schützenpanzer („SPz“) PUMA ist ein 2002 begonnenes, rein national geführtes Projekt. Er soll als neues Hauptwaffensystem der Panzergrenadiertruppe den seit 1971 genutzten SPz MARDER ersetzen. Die grundsätzliche Konfiguration eines Schützenpanzers (Kettenlaufwerk, Bordmaschinenkanone als Hauptwaffe, Panzerabwehrraketensystem, Besatzung 3+6 durch Aufnahme eines Schützentrupps im Fahrzeugheck) wurde beibehalten.

    Der SPz PUMA soll insbesondere folgende Forderungen erfüllen:

       Hohes Fahrleistungspotenzial und Fähigkeit zum Feuerkampf aus der Bewegung (Stabilisierung der Hauptwaffenanlage), um das
        dynamische Gefecht gemeinsam mit und in den Leistungsdimensionen des Kampfpanzers LEOPARD 2 zu führen;

       Waffenwirksamkeit auch gegen Kampfpanzer, Bunker und Ziele hinter Deckungen;

       Fähigkeit zum Lufttransport im zukünftigen Transportflugzeug A400M;

       Nahezu weltweite Einsatzfähigkeit von Polarregionen bis in Heißklimazonen.

    Neben der stabilisierten 30mm‐Bordmaschinenkanone, dem Fire‐and‐Forget‐fähigen Panzerabwehrraketensystem MELLS und der erheblich stärkeren Motorleistung von 800 kW verdeutlichen insbesondere das von der Panzerwanne abgekoppelte hydropneumatische Laufwerk und der besatzungslose Turm die technische Innovationen gegenüber dem SPz MARDER.

    Besonderer Wert wurde auf die Fähigkeit zum Lufttransport im zukünftigen Transportflugzeug A400M gelegt. Dieses systembestimmende Merkmal (Gewichtsobergrenze 31,45t) erforderte einen erheblichen Konstruktionsaufwand und technische Innovationen, die einen Paradigmenwechsel für den Panzerbau als auch für die Militärtaktik der Bundeswehr bedeuteten. Die Aufteilung in zwei Konfigurationsstufen A (air‐transportable) und C (combat, bis zu 43t Gesamtgewicht) sowie der besatzungslose Waffenturm – daraus resultiert ein Wegfall des bundeswehrtypischen 'Führens über Luke' – haben in der konsequenten Ausrichtung auf die Luftverlegefähigkeit ihren wesentlichen Ursprung. Der Transport im A400M erfordert eine vorherige Demontage der seitlichen Panzerung sowie der Motorraumabdeckung. Die gleichzeitige Verlegung eines Panzergrenadierzuges (vier SPz PUMA) erfordert daher sechs A400M; zwei von vier Kompanien (2x 14 SPz PUMA) eines Panzergrenadierbataillons ließen sich folglich nur unter Inanspruchnahme der gesamten zukünftigen A400M‐Flotte parallel im taktischen Lufttransport verlegen.

    Ursprünglich war beabsichtigt, 1152 SPz PUMA in verschiedenen Ausstattungsvarianten zu beschaffen. Der Beschaffungsumfang wurde mehrfach signifikant reduziert. Die Vertragslage sah zunächst den Kauf von 410, heute von insgesamt 350 SPz PUMA (Serie 1. Los) vor. Bis heute wurden 13 Fahrzeuge in unterschiedlichen Konfigurationen zu Erprobungs‐ und Nachweiszwecken ausgeliefert.

    Projektentwicklung

    Nach mehrjähriger Unterbrechung infolge der veränderten Bedrohungslage wurden Ende der 1990er Jahre die Überlegungen zur Einführung einer „Neuen gepanzerten Plattform“ als gemeinsame Nachfolge von LEOPARD 2 und MARDER wieder aufgenommen. Aus Budgetgründen wurde die Überlegung jedoch ausschließlich zugunsten eines neuen Schützenpanzers weiterverfolgt. Dies mündete 2002 in die Entscheidung, von den führenden Systemhäusern der Panzerindustrie gemeinsam innerhalb von zweieinhalb Jahren einen sog. Gesamtsystemdemonstrator (GSD) – also den Prototyp eines neuen Schützenpanzers – entwickeln und bauen zu lassen. Mit dem Ziel, angesichts damals aufkommender Einsatzszenarien eine rasche Truppeneinführung zu erreichen, wurde die Planungsannahme der Verwendung von 60 % marktfähiger, verfügbarer Komponenten und eines Entwicklungsanteils von 40 % zugrunde gelegt. Vorgesehen war, ein erstes Serienfahrzeug 2008 vorzustellen, 2010 die Nutzungsgenehmigung zu erteilen und bis 2014 sämtliche Serienfahrzeuge an die Truppe auszuliefern.

    Nach Sichtung und Würdigung der vorliegenden Informationen ergibt sich im Nachhinein, dass für die Planungsphase zu optimistische, nicht validierte Annahmen getroffen wurden. Dies schlug sich in einer zu ambitionierten Zeitvorstellung und ‐planung nieder. Der Projektierungszeitraum von nur 30 Monaten als auch die schon vor der Vorstellung des GSD Ende 2004 ausgelöste Vorserienproduktion überraschen und können nicht sachlogisch abgeleitet werden. Vielmehr entsteht der Eindruck, dass kontinuierlich versucht wurde, die Zielsetzungen der maximalen politisch‐militärischen Fähigkeitsforderung (z.B. weltweites Operationsgebiet bis in polare Klimazonen, Lufttransportfähigkeit), der extrem straffen Zeitvorgabe und der technischen Realisierbarkeit gleichgewichtig nebeneinander auch nach ersten Zeitverzögerungen aufrecht zu erhalten.

    Insbesondere aufgrund der Gewichtslimitierungen wurden parallel die militärisch‐technischen Komponenten mehrfach stark verändert. Die ursprünglich vorgesehene 50mm‐Bordmaschinenkanone, die eine Wirkung auch gegen stärkeren Panzerfeind erlauben sollte, wurde gegen die heute verwendete 30mm‐Kanone ausgetauscht; die dadurch entstehende Fähigkeitslücke soll durch das 2008 beauftragte Panzerabwehrraketensystem MELLS geschlossen werden. Das System MELLS wird voraussichtlich nicht vor 2018 eingerüstet werden können.

    Anstatt die Zielvorstellungen der nun gewonnenen Erkenntnisse anzupassen und zumindest den Zeithorizont neu zu kalkulieren, fiel dementgegen 2007 die Entscheidung zur Serienbeschaffung. Obwohl mit den bis dahin gelieferten fünf Serienfahrzeugen kein finaler Entwicklungsstand erreicht werden konnte, entschloss sich der Auftraggeber, nun in Serie fertigen zu lassen. Die weitere Entwicklung und Erprobung einzelner Systemkomponenten wurde auf die ersten Chargen der – sogenannten – Serienfertigung verlagert. Entwicklung und Serienfertigung überlappen sich demzufolge. Die Gründe für die mehrfache Phasenverkürzung und ‐überlappung sind in den uns vorliegenden Dokumenten nicht niedergelegt. Die planerische Absicht des Auftraggebers, die beiden Größen Zeit und Kosten gleichermaßen gering halten zu können und gleichzeitig ein Maximum an technischer Innovation zu erreichen, ist gleichwohl als zentrale Ursache der enormen Lieferverzögerung zu betrachten. Projektexterne Vorgaben sind in den uns vorliegenden Dokumenten nicht ausdrücklich niedergelegt, jedoch nicht auszuschließen.

    Vorgesehen ist nun, die vollständige Einsatzreife und den Zulauf aller SPz PUMA bis 2020 zu erreichen. Der Beginn der Nutzung im Deutschen Heer – mit noch nicht vollständiger Einsatzreife, insbesondere ohne die Waffenanlage MELLS – ist für November 2014 geplant. Dem stehen gegenwärtig noch die mangelnde Einsatzreife bezüglich der Führungsfähigkeit und der Integration in den Führungsverbund „System Panzergrenadier“ sowie der Sichtmittel (Integration von Farbsichtdisplays) entgegen. Sollte dieser Termin eingehalten werden, beliefe sich der Zeitraum von der Projektierung bis zum Beginn der Nutzungsphase auf 12 Jahre, mithin eine Zeitverzögerung von sechs Jahren gegenüber der ursprünglichen Planung, d.h. eine zeitliche Verdoppelung.

    Kostenentwicklung

    Die Stückkosten für den SPz PUMA steigen bereits aufgrund der signifikanten Stückzahlreduzierung erheblich, etwa durch Umlegung der Entwicklungskosten. Der Preis wird zusätzlich von drei Kriterien beeinflusst: Anwendung der vertraglich vereinbartenen Preisgleitformel, Erhöhung der Umsatzsteuer 2007 und Einbeziehung von sogenannten Zusatzleistungen, insbesondere von zusätzlichen Waffenanlagen wie MELLS.

    Für eine Gesamtbetrachtung der mit der verzögerten Einführung des SPz PUMA verbundenen Kosten sind weitere Kosten – teilweise zulasten anderer Haushaltstitel – zu berücksichtigen; insbesondere die Kosten für den Parallelbetrieb des SPz MARDER, der voraussichtlich noch genutzt werden wird, bis alle SPz PUMA ihre volle Einsatzreife erreicht haben werden. Zu diesen Kosten kann aufgrund der uns zur Verfügung stehenden Daten an dieser Stelle keine Aussage getroffen werden.

    Probleme und Risiken

    Folgende wesentliche Probleme und Risiken konnten in der sechswöchigen Analyse (inklusive der Deep‐Dive‐Analyse) identifiziert werden:

      Leistung

        Risiko unzureichender optischer Zielerkennungsgeräte (Verwendung von Schwarz/Weiß‐Displays mit Defiziten bei der Freund‐/Feind‐Erkennung);

        Risiko ausbleibender, für die Nutzungsphase elementarer Rahmenverträge für die technisch-logistische Betreuung (insb. Ersatzteilversorgung) und die Werksinstandsetzung, die wenige Wochen vor dem geplanten Nutzungsbeginn noch nicht ausverhandelt sind;

        Risiko unpräziser Gewährleistungsklauseln, die zu einem ungeplanten Ausschluss von Mängelgewährleistungsrechten führen könnten;

        Risiko fehlender Einsatzreife aufgrund von Defiziten in der Führungsfähigkeit durch mangelnde Integration in den Führungsverbund „System Panzergrenadier“ und Nichtverfügbarkeit einer Funkanlage (siehe dazu unten unter Ziffer 2.7 – SVFuA).

      Zeit

        Risiko, dass die Nutzung aus Kapazitätsgründen (Auslieferung nutzungsreifer Serienfahrzeuge) als auch aufgrund nicht erteilter Nutzungsgenehmigung nicht im November 2014 beginnen kann;

        Risiko der Unabsehbarkeit eines Zeitpunktes, zu dem die Nachweisführung vollständig abgeschlossen sein wird, und dadurch drohender weiterer Nutzungsverzögerung.

      Kosten

        Risiko, dass sich die Kosten für die Integration des Panzerabwehrraketensystems MELLS in den SPz PUMA um mehr als 50 % erhöhen werden;

        damit einhergehend das Risiko durch Unklarheiten in den geschlossenen Beschaffungsverträgen, durch wen diese Kosten zu tragen sind;

        Risiko für die Nutzungsphase durch das strukturelle Problem einer fehlenden wettbewerblichen Situation, d.h. fehlender Mitbewerber des Auftragnehmers: Bei den Rahmenvertragsverhandlungen zur technisch‐logistischen Betreuung kann der Hersteller deshalb eine starke Verhandlungsposition einnehmen.

      Empfehlungen

        Sofortige, eingehende Prüfung der Vertragslage und eine Verständigung über den Leistungsumfang, um ein Kostensteigerungsrisiko bezüglich MELLS zu vermeiden;

        Klärung der Gewährleistungsklauseln durch interne oder externe juristische Expertise und ggf. Anpassung im Einvernehmen mit dem Vertragspartner;

        Rascher Abschluss technisch‐logistischer Rahmenverträge unter Berücksichtigung wettbewerblicher Konditionen, um die Nutzung zu ermöglichen;

        Erstellung eines die Risiken und technischen Hinderungsgründe enthaltenden Zeitplans, um Transparenz bezüglich der Erlangung der vollen Einsatzreife zu gewährleisten und dadurch drohende Zeitverzögerungen zu vermeiden.

    Das Projekt weist darüber hinaus weiteres Optimierungspotenzial auf, die auch in anderen untersuchten Vorhaben und Projekten identifiziert wurden. Einige dieser Risiken und Probleme werden sich in der Zukunft nicht mehr unmittelbar auf dieses Projekt auswirken, sind jedoch von struktureller Natur. Die diesbezüglichen Handlungsempfehlungen werden in Kapitel 3 behandelt.

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Re: Bundeswehr: Prototyp IFV Puma vorgestellt!

Beitrag von theoderich » 26. Dez 2014, 16:01

Marodes Material: Triebwerkprobleme halten Bundeswehr-Hubschrauber am Boden (19. Dezember 2014)

Auch Monate nach Bekanntwerden der Missstände habe sich die Lage nicht grundlegend gebessert, räumte Generalinspekteur Volker Wieker nach Informationen des SPIEGEL am vergangenen Mittwoch vor Parlamentariern ein.

Leicht entspannt hat sich laut Auskunft des Generalinspekteurs lediglich die Situation beim Schützenpanzer "Puma".


Sollte der Spz "Puma" nicht noch in diesem Jahr an die Bundeswehr übergeben werden?

In einem zehn Jahre alten Artikel aus "Soldat und Technik" steht, dass man den "Puma" auch als eine Art Fahrzeugfamilie einführen wollte:

    Neue Katze für neue Aufgaben (Soldat und Technik, November 2004, p. 20 - 21)
    Warum der Puma für das Heer so wichtig ist!

    Alle Panzergrenadierbataillone sollen deshalb je 44 Puma erhalten, 18 Puma sind Basisfahrzeuge für die „Joint Fire Support Coordination Teams“ (u.a. zur Koordination des Feuers z.B. mit dem der Luftwaffe) in den Artilleriebataillonen der Eingreifkräfte und weitere Puma dienen der Ausbildung an verschiedenen Schulen des Heeres.
____________

Soldat & Technik, Dezember 2002 hat geschrieben:Projektabteilung LAND-Kampf

[...]

Neuer Schützenpanzer „Igel"

Das am 12.September 2002 durch den Haushaltsausschuss des deutschen Bundestages gebilligte Projekt eines neuen Schützenpanzers für unser Heer hat einen bemerkenswerten Werdegang.

Am Anfang stand noch der Gedanke im Vordergrund, den bewährten, aber zunehmend nicht mehr bedrohungsgerechten Schützenpanzer Marder 1 durch ein Nachfolgesystem abzulösen. Die Absicht, dabei besonders innovative Technologien einzusetzen und die sehr anspruchsvollen militärischen Forderungen weitestgehend zu erfüllen, konnte im verfügbaren Zeit- und Finanzrahmen absehbar nicht realisiert werden.

Mit Weisung des (damaligen) Staatssekretär Dr. Walther Stützle vom 14.Juli 2000 wurde der neue Schützenpanzer ein Pilotvorhaben des CPM 2001 und nach diesen neuen Verfahrensregeln zu gestalten. Damit einher ging die Neuausrichtung der Bundeswehr, die sich in stark veränderten Forderungen an die Fähigkeiten auch des Heeres niederschlug. Daraus folgte eine grundlegende Umgestaltung dieses Projekts. Seither ist die strategische Luftverlegefähigkeit im Transportflugzeug A400M für einen zukünftigen Schützenpanzer unverzichtbar. Auch die Überlebensfähigkeit, hier explizit zu nennen der Schutz unserer Soldaten, hat vorrangige Bedeutung. Für die technische Auslegung eines Schützenpanzers bedeutet dies, dass zwei gegenläufige Trends - Leichtbau als Folge der Luftverlegefähigkeit und Gewicht zur Erfüllung hoher Schutzanforderungen - in ein ausgewogenes Verhältnis zu bringen sind. Entsprechende Marktanalysen und Untersuchungen verfügbarer Systeme zeigten rasch, dass die Hauptkriterien für die Systemauslegung

    • Strategische Luftverlegefähigkeit im FTA,

    • Aufgabenspezifisch konfigurierbare, bedrohungsgerechte Gesamtschutzausführung,

    • Missionsgerecht konfigurierbare Wirksysteme,

    • Modulare Sensor- und Bedienausstattung und

    • Aufgabenspezifisch konfigurierbare Schützentruppmerkmale

nur mit einem neuen Produkt im vorgegebenen Zeit- und Kostenrahmen realisierbar sind.

Am 12.Juni 2002 billigte Staatssekretär Dr. Stützle das Phasendokument „Abschließende funktionale Forderung „ (AF). Noch im Sommer 2002 wurde die Planung aufgrund aktueller Erkenntnisse aus den Einsätzen unserer Bundeswehr den neuen Forderungen angepasst. Gemeinsam mit der deutschen Heeresindustrie wurde in einer integrierten Arbeitsgruppe ein Konzept für einen neuen Schützenpanzer entwickelt, das

    • eine erste Verfügbarkeit technologisch ausgereifter Fahrzeuge in der Truppe ab Mitte 2005 garantiert,

    • bereits in der Entwicklung über 87 Mio. EURO weniger kostet,

    • das ursprünglich vorgesehene Leistungsprofil mit geringen, vertretbaren Abstrichen erfüllt, und nicht zuletzt

    • den berechtigten Interessen der deutschen Heeresindustrie Rechnung trägt.

Es kommt nun darauf an, den Zulauf der ersten 20 Serienfahrzeuge zu gestalten und die Beschaffung weiterer 390 Fahrzeuge optional zu vereinbaren. Der Rüstungsbereich und die gewerbliche Wirtschaft sind zuversichtlich, die vor ihnen liegende Herausforderung gemeinsam zu meistern, damit unsere Soldaten ihren Auftrag baldmöglichst mit dem neuen Schützenpanzer NSPz ausführen können. Das BWB wird seinen Beitrag dazu leisten.



Soldat & Technik, September 2002 hat geschrieben:Neuer Schützenpanzer nimmt Gestalt an

Nachdem der bis zum 10. Juli 2002 verfolgte Ansatz einer Neuentwicklung des Marder-Nachfolgers mit dem Namen Modernes Modulares WaffenSystem (MMWS) Panther abrupt beendet worden war, hatte eine integrierte Arbeitsgruppe mit Industriebeteiligung bis Ende Juli 2002 dem neuen Verteidigungsminister Peter Struck aus drei vorgegebenen Ansätzen eine Lösung vorzuschlagen. Dieser stimmte der sogenannten Komponentenlösung zu, die besagt, dass der Neue Schützenpanzer (NSPz) auf der Basis vorhandener Komponenten in Verbindung mit einer neuen Wanne, einem besatzungslosen Turm und einem neuen Triebwerk entsteht. Bei Wanne, Turm und Triebwerk allerdings beginnt man ebenfalls nicht bei Null. Von einer Weiterentwicklung des Marder und des schwedischen CV 90 hatten die Experten abgeraten. Am 1. August 2002 waren die Firmen Krauss-Maffei Wegmann (KMW) und Rheinmetall Landsysteme (RLS) zu einem Angebot bis zum 7. August 2002 aufgefordert worden. Dabei war ihnen freigestellt, getrennte Angebote abzugeben oder gemeinsam anzubieten. Dies taten sie, da sie immer wieder von der Politik und der Amtseite zur Konzentration aufgefordert worden waren, durch die „Panther System und Management GmbH" (PSM), die KMW und RLS am 22. Juli 2002 mit Sitz in Kassel gegründet hatten. Nach dem Vorstellen der gefundenen Lösung vor dem Verteidigungsausschuss (14. August) soll der Haushaltsausschuss (HHA) am 12. September 2002 der Entwicklung zustimmen, die noch in diesem Jahr beginnen soll.

Der Neue Schützenpanzer NSPz wird – die Zustimmung des HHA vorausgesetzt – Basisvorhaben für die Modernisierung der mechanisierten Kräfte des deutschen Heeres und das entscheidende Vorhaben für den Erhalt von Kernkompetenz in der Heerestechnik der Zukunft. (rj)



HILMES Rolf: 30 Jahre Schützenpanzer Marder (Soldat & Technik, Mai 2001)

Und die Zukunft?

Ein Ende der Nutzungsdauer des SPz Marder ist nicht absehbar. Ein erster Versuch, die Entwicklung eines neuen SPz einzuleiten, begann mit dem Marder 2 im Rahmen des Vorhabens Kampfwagen 90 (KW 90). Er sollte u. a. folgende Forderungen erfüllen:

    • Absitzstärke: sieben Mann als unverzichtbares Minimum,

    • uneingeschränkte Einsatzfähigkeit mit dem KPz Leopard 2, d.h. Waffeneinsatz aus der Bewegung (Waffennachführanlage) und adäquater Motorisierungsgrad, bzw. entsprechende Laufwerksleistung,

    • Hauptwaffe für Kampfentfernungen bis 2000 m (daraus resultiert 35-mm-MK); Kampfbeladung mindestens 300 Schuss,

    • Schutz partiell gegen 30-mm-MK; Bombletschutz optional; Maßnahmen zur Signaturreduzierung,

    • günstigere ergonomische Randbedingungen für Schützengruppe.

Die entsprechende Taktische Forderung (TaF) wurde hoffnungsfroh im Juni 1984 erlassen. Sie sah für den Zeitraum von 1997 bis 2001 die Beschaffung von 1000 Fahrzeugen vor. Nach Abgabe erster Konzeptstudien wurde Anfang 1988 überraschenderweise ein Vorschlag von Krauss-Maffei – die bislang noch nicht als SPz-Entwickler in Erscheinung getreten war – als günstigste Lösung ausgewählt. Erstaunlich schnell konnte Krauss-Maffei nach Eintritt in die Definitionsphase bereits am 17.September 1991 den ersten Gesamtsystem-Versuchsträger VT 001 vorstellen. Obgleich Insider dieses Fahrzeug als ein „Raumwunder" bezeichnen und es auch einen sehr kompakten Eindruck macht, führte die Umsetzung aller Forderungen zu einem Gewicht von 42,3 t.

Der Start der Marder-2-Entwicklung verlief außerordentlich glücklich, da u. a.:

    • sich der Bedarfsträger relativ schnell auf ein klares Konzept einigen konnte,

    • da die Leistungsforderungen mit aktuell verfügbaren (wenn auch noch nicht serienreifen) Baugruppen erbracht werden konnten und der Marder 2 nicht zu einem „Träger der Hochtechnologie" hochstilisiert wurde.

Immerhin konnte die Industrie bereits drei Jahre nach den ersten Konzeptüberlegungen ein funktionsfähiges Gesamtsystem vorstellen. Das Schicksal für den SPz Marder 2 kam aber in Gestalt der politischen Wende in Mitteleuropa: als Beitrag für die „Friedensdividende" wurde das Vorhaben (ebenso wie der JPz Panther und der PzKW 2000) am 15.Dezember 1992 aus der Planung schlichtweg „herausgenommen".

Insofern war es nicht ungeschickt, dass sich Nutzer, BWB und Industrie auch weiterhin um Modernisierungsmöglichkeiten beim SPz Marder 1 Gedanken machen. Die Palette reicht hier von Einbau eines leistungsstärkeren Triebwerks, Verbesserungen am Laufwerk, Veränderungen im Kampfraum bis hin zur Adaption eines neuen Turmes. Beispielhaft sei die Initiative der ehemaligen Fa. KUKA (Augsburg) mit ihrer Version M 12 genannt. Alle Vorschläge kamen bislang nicht zum Tragen, lediglich die Notwendigkeit zur Verbesserung des Minen-schutzes fand die haushaltsmäßige Zustimmung. So ist in den nächsten Jahren geplant, etwa 60 Marder mit Maßnahmen auszurüsten, die Schutz gegen 85Prozent aller vorkommenden Minen bietet – allerdings unter Inkaufnahme eines weiteren Gewichtsanstieges auf gut 36 t.

Vier Jahre nach dem „Begräbnis" des Marder2 wurde mit dem Vorhaben Neue Gepanzerte Plattformen (NGP) erneut ein Versuch unternommen, um u. a. für die Panzergrenadiere ein zeitgemäßes Fahrzeug zu entwickeln. Konsequent im Hinblick auf die taktischen Erfordernisse beim Kampf der verbundenen Waffen und ohne den Ballast technisch-konzeptioneller Problemstellungen zu kennen, wurde dabei mutig für den zukünftigen SPz die Forderung erhoben: Schutz wie KPz!

Es musste eigentlich schon damals bekannt sein, dass diese Forderung das heutige SPz-Konzept als Mehrrollenfahrzeug ad absurdum führt, da damit Fahrzeuggewichte jenseits von 70 t verbunden waren. Diese durchaus berechtigte militärische Forderung lässt sich übrigens nur durch eine Aufteilung auf zwei Fahrzeuge (waffenstarker Kampfwagen: siehe russischer BMPT auf T-72-Basis und absitzstarker Kampfwagen: siehe israelischer Achzarit) sinnvoll realisieren.

Da für den zukünftigen Schützenpanzer 3 (er ist inzwischen der einzige Überlebende aus dem NGP-Ensemble) an dem Mehrrollenkonzept festgehalten werden soll, ist derzeit unter Berücksichtigung der Gemengelage, bestehend aus militärischen Forderungen, technischen Möglichkeiten, strengen finanziellen Vorgaben und bestehenden Gewichtsobergrenzen, ein im Zeitrahmen umsetzbares Konzept noch nicht klar erkennbar. Glücklicherweise steht der VT 001 des SPz Marder 2 für Anschauungszwecke im Pan-zermuseum Munster zur Verfügung.

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Re: Bundeswehr: Prototyp IFV Puma vorgestellt!

Beitrag von theoderich » 25. Jan 2015, 11:25

MUSS
Multifunctional Self-Protection System


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Re: Bundeswehr: Prototyp IFV Puma vorgestellt!

Beitrag von theoderich » 28. Jan 2015, 09:32

Unterrichtung durch den Wehrbeauftragten

Jahresbericht 2014 (56. Bericht)


2.1.1.1 Nutzungsdauerverlängerung Schützenpanzer MARDER

In den vergangenen Jahren wurde im Jahresbericht wiederholt auf denModernisierungsbedarf des Schützenpanzers MARDER eingegangen. Dieser verfügt nicht über Nachtkampffähigkeit, so dass Soldatinnen und Soldaten Einsatzregeln bei der eindeutigen Identifizierung feindlicher Kräfte nicht beachten können. Darüber hinaus besteht ein erhebliches Fehl an 20 mm-Manövermunition, das zu schwerwiegenden Einschränkungen des Übungsbetriebs am Ausbildungszentrum der Panzertruppe führt. Die Munition ist nach der Erfahrung der Panzertruppe nicht mehr marktverfügbar.

Dem beschriebenenModernisierungsbedarf wurde seitens des Bundesministeriums der Verteidigung immer entgegengehalten, dass der Schützenpanzer MARDER zum einen in Afghanistan ab 2014 nicht mehr gebraucht
werde, zum anderen der neue Schützenpanzer PUMA „zeitnah“ zulaufe. Die Stellungnahme des Bundesministeriums der Verteidigung aus dem Jahr 2013 zum Jahresbericht des Wehrbeauftragten ging von einer Verfügbarkeit des PUMA in der Truppe ab 2014 aus.

Auch jenseits des Einsatzes in Afghanistan sind für die Bundeswehr Einsätze denkbar, die solche Fähigkeiten verlangen. Darüber hinaus stellt die Panzergrenadiertruppe der Bundeswehr regelmäßig Kräfte für die Schnelle Eingreiftruppe der NATO (NATO Response Force, NRF). So stellt beispielsweise das Panzergrenadierbataillon 371 den Gefechtsverband für 2015 mit 30 Schützenpanzern MARDER.

Die durch das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr beauftragte sogenannte KPMG-Studie kam im September 2014 zu dem Schluss, dass die volle Einsatzreife für den PUMA nicht vor dem Jahr 2020 zu erreichen sei. Dies deckt sich mit Erkenntnissen des Wehrbeauftragten aus einem Truppenbesuch im Amt für Heeresentwicklung.

Zum Erhalt der Fähigkeit bis zur vollen Einsatzreife des Schützenpanzers PUMA ist einMischbetrieb der Schützenpanzer PUMA und MARDER notwendig. Aus Sicht der Streitkräfte sei zum Parallelbetrieb unabhängig von der Anzahl der bereits ausgelieferten PUMA ein Mindestumfang von zirka 100 Schützenpanzern MARDER in Nutzung zu halten, bis die volle Anzahl von einsatzreifen Schützenpanzern PUMA zur Verfügung stehe. Daher regt die Studie an, notwendige Schritte zur Erreichung der Einsatzreife inklusive des verlängerten Einsatzzeitraums des Schützenpanzers MARDER über das Jahr 2020 hinaus zu ergreifen.

Diese Anregung sollte durch das Bundesministerium der Verteidigung zügig umgesetzt werden. Der Wehrbeauftragte hat hierzu in den Jahresberichten 2011 und 2012 konkrete Vorschläge unterbreitet.


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Re: Bundeswehr: Prototyp IFV Puma vorgestellt!

Beitrag von theoderich » 08. Feb 2015, 12:03

Puma-Lieferverzug
Schwangerenschutz beim Panzerfahren

Manager in der Rüstungsindustrie müssen sich in diesen Tagen die Augen reiben, wenn sie die Debatte über die neue Arbeitsstättenverordnung verfolgen: Um den Gesundheitsschutz von Arbeitnehmern zu verbessern, soll das bisherige Regelwerk nach den Wünschen von Arbeitsministerin Andrea Nahles gründlich überarbeitet werden. Setzt sich die SPD-Politikerin damit durch, sind Arbeitgeber künftig mit einem neuen Wust an Bürokratie konfrontiert. Denn ihre Pläne gipfeln in Vorgaben wie, dass Archive und Abstellräume mindestens 17 Grad Celsius warm sein sollten oder Teeküchen immer ein Fenster haben müssen.

Für Heiterkeit in Industriekreisen sorgt beispielsweise der Umstand, dass im Innenraum des Schützenpanzers Puma nach Maßgabe der Arbeitsstättenverordnung so gute Klimabedingungen herrschen müssen, dass selbst für hochschwangere Soldatinnen die Beförderung bei einem Gefechtseinsatz noch möglich ist.

[...]

Den dafür erforderlichen Grenzwert für die Schussgasbelastung im Fahrgastraum des Puma hatten die peniblen Prüfer der Beschaffungsbehörde in Koblenz jedenfalls entsprechend verschärft. Eine drohende „Fruchtwasserschädigung bei der weiblichen Puma-Besatzung“ ist seitdem zwar strikt ausgeschlossen. Doch solche Vorgaben erhöhten die Entwicklungskosten um einen Millionenbetrag und verzögerten die Auslieferung.

Trotz massiver Abstriche bei der Lieferung sind die Ansprüche an die technische Ausstattung des Puma jedoch keineswegs geschrumpft. Beispielsweise listen die Einkäufer der Bundeswehr in einer Leistungsbeschreibung für den neuen Schützenpanzer auf neun Seiten insgesamt 117 verschiedene gesetzliche Bestimmungen, Vorschriften und technische Vorgaben wie DIN-Normen auf, die die Entwickler und Konstrukteure von KMW und Rheinmetall zu berücksichtigen haben.

Da wundert es nicht, wenn Auftraggeber und Hersteller mit dem Pensum bisweilen überfordert scheinen. Gut zehn Jahre nach dem Start ist der Puma mit vielen technischen Mängeln konfrontiert, die aus bürokratischen Vorgaben und teuren Änderungswünschen der Abnehmer resultieren, sagen Kenner des Projekts.

Auch Sonderwünsche der Heeresplaner bringen die Hersteller regelmäßig in Nöte. So soll der Puma dem Kampfpanzer Leopard weder in Wendigkeit noch Geschwindigkeit nachstehen. Hinzu kommt, dass das neue Gefährt global einsetzbar sein muss - also wüstengängig, polartauglich und für den Lufttransport robust gebaut ist. Die Bordelektronik für den Puma, die im Wüstenklima ebenso wie bei Minustemperaturen störungsfrei arbeiten soll, erfüllt ohnehin die höchsten technischen Standards, heißt es stolz.

Wenig Zeit und geringe Kosten ist gleich Lieferverzug

Richtig teuer aber wurde es, als Tester der Bundeswehr monierten, dass die Schwarzweißmonitore im Innenraum des Puma zu ungenaue Bildwiedergaben für die Panzerbesatzung lieferten. Die daraus resultierende Umrüstung auf Farbbildschirme, die die Militärs prompt in Auftrag gaben, zog wiederum beträchtliche Mehrkosten nach sich. Noch 2013 kursierte für das Prestigeprojekt der Bundeswehr eine Mängelliste mit rund 1000 Positionen, die etliche Schwachstellen bei Elektronik und Stabilität markierte.

Bereits zu Projektbeginn galt der Puma mit einem Stückpreis von 7 Millionen Euro als der teuerste Schützenpanzer im Westen. Gegenwärtig dürfte der Systempreis, der Kosten für Bewaffnung und Zusatzausrüstung einschließt, rund 10 Millionen Euro erreichen. Das Fazit in dem Mängelbericht für die Bundeswehr, den Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen unlängst in Auftrag gab, fällt entsprechend nüchtern aus. „Die Absicht des Auftraggebers, Zeit und Kosten gering zu halten und gleichermaßen ein Maximum an technischer Innovation zu erreichen, ist als zentrale Ursache für die enormen Lieferverzögerungen zu betrachten“, heißt es dort.


Sind das die Auswirkungen des Faschings? Angeblich ist der Zusammenhang "Arbeitsstättenverordnung" und "Spz Puma" wieder mal völliger Unsinn:

    Rüstungsindustrie amüsiert über Arbeitsstättenverordnung

    Die Online-Ausgabe der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" berichtete, in Industriekreisen sorge der Umstand für Heiterkeit, "dass im Innenraum des Schützenpanzers Puma nach Maßgabe der Arbeitsstättenverordnung so gute Klimabedingungen herrschen müssen, dass selbst für hochschwangere Soldatinnen die Beförderung bei einem Gefechtseinsatz noch möglich ist".

    Der Sprecher sagte, in der Verordnung seien Arbeitsstätten als Arbeitsräume oder andere Orte in Gebäuden auf dem Gelände eines Betriebes oder auf Baustellen definiert. Panzer erfüllten diese Bedingungen nicht. Außerdem gebe es eine Ausnahme zur "Aufrechterhaltung oder Wiederherstellung der öffentlichen Sicherheit" unter anderem für Polizei und Bundeswehr, die auch in einer derzeit geplanten Neufassung dieser Regelungen enthalten sein werde.


Ich habe auf der Website des deutschen Heeres einen Artikel aus "Soldat & Technik", Ausgabe September 2004, zum Spz "Puma" gefunden:


Demnach sollten die ersten Spz eigentlich schon 2006 zulaufen ...

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Re: Bundeswehr: Prototyp IFV Puma vorgestellt!

Beitrag von theoderich » 16. Mär 2015, 13:58

Europäische Sicherheit & Technik

Die ersten Puma zur Ausbildung sollen nach jetzigem Zeitplan Mitte April 2015 in die Truppe kommen. Die offizielle Übergabe mit Reden und Sekt soll allerdings erst im Juni stattfinden. Warum der Zeitplan so interessant gestaltet wurde können wir leider auch nicht sagen.

19 Std.


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Re: Bundeswehr: Prototyp IFV Puma vorgestellt!

Beitrag von theoderich » 19. Mär 2015, 22:16

Bericht zu Rüstungsangelegenheiten an Bundestag übergeben


    Bericht des Bundesministeriums der Verteidigung zu Rüstungsangelegenheiten

    August

    Verzögerungen beim Nutzungsbeginn des Schützenpanzers PUMA


    Nach den Erkenntnissen des Jahres 2013 (u.a. taktisch-operationelle und technisch-logistische Einsatzprüfung, Auslandsklimaerprobung in den Vereinigten Arabischen Emiraten) stand im Jahr 2014 die Nachqualifikation und Einsatznachprüfung des Waffensystems Schützenpanzer (SPz) PUMA u.a. zur Abarbeitung noch offener Nachweispunkte im Fokus. Hierzu wurde der Industrie ein Zeitraum bis Ende Juli 2014 gewährt. Da auf Seiten des Herstellers Schwierigkeiten im Anlaufprozess der Serienproduktion (Serienanlauf) des Schützenpanzers PUMA auftraten, die zu Lieferverzögerungen auch der für die Nachweisführung vorgesehenen Schützenpanzer führten, konnten nicht alle offenen Nachweispunkte bis Ende Juli 2014 abgearbeitet werden. Die mit Stand Februar 2015 noch bestehenden 40 offenen Nachweispunkte stehen nach Einschätzung der Fachseite einem Nutzungsbeginn auf Ausbildungsebene nicht entgegen und werden im Laufe des Jahres 2015 abgearbeitet werden.

    Die im Rahmen der Einsatznachprüfung bis August 2014 im Bereich Führungsfähigkeit erarbeiteten Erkenntnisse zeigten einen Anpassungsbedarf im Systemanteil Funk- und Führungssysteme auf. Dieser wurde umgesetzt und abschließend in einer weiteren zweiwöchigen Erprobung im November 2014 überprüft und bestätigt. Darüber hinaus bestehender Verbesserungsbedarf bezieht sich im Wesentlichen auf die Beschaffung und Integration neuer softwarebasierter Funkgeräte und schränkt derzeit die Verwendbarkeit des SPz PUMA ein.

    Ein großer Kritikpunkt aus dem Jahr 2013, die vom Heer geforderte Verbesserung der Sichtmittel, wurde im Jahr 2014 mit einem Sichtmitteldemonstrator angegangen. Dieser durch die Industrie erstellte Demonstrator wurde in der ersten Jahreshälfte sowohl durch die Wehrtechnische Dienststelle für Waffen und Munition in Meppen (WTD 91) als auch durch das Deutsche Heer untersucht und zeigte Verbesserungsmöglichkeiten mit marktverfügbaren Produkten auf. Die WTD 91 und das Heer bewerteten die demonstrativ dargestellten Verbesserungsmaßnahmen als zielführend, so dass die geplante zweistufige Umsetzung (Sichtmittelverbesserung Anteil Turm und Anteil Wanne) weitergeführt werden kann.

    Der Beginn der Nutzung ist für Ende März 2015 und der Ausbildungsbeginn für April 2015 vorgesehen. Die zeitgerechte Lieferung der Serienfahrzeuge stellt hierbei das größte Risiko dar.



    Projektbezogene Informationen



Hochinteressant und die Informationen sind sehr gut aufbereitet.

theoderich
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Re: Bundeswehr: Prototyp IFV Puma vorgestellt!

Beitrag von theoderich » 14. Apr 2015, 22:27

Von der Leyen will Schadenersatz von Rüstungsfirmen (24. März 2015)

Wie aus einem vertraulichen Bericht des Ministeriums hervorgeht, prüft das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr die „Durchsetzung von Schadenersatzansprüchen“ gegen Rheinmetall und Krauss-Maffei Wegmann (KMW) wegen Verzögerungen und Mehrkosten beim Schützenpanzer Puma.

Bis Mai solle entschieden werden, ob und in welcher Höhe Ansprüche geltend gemacht würden, heißt es in dem Bericht des sogenannten Rüstungsboards an den Bundestag, der dem Handelsblatt (Mittwochausgabe) vorliegt.

Das Ministerium bestätigte die Überlegungen: KMW und Rheinmetall trügen Verantwortung für die jüngsten Verzögerungen beim Puma, die durch Reibungsverluste innerhalb des Konsortiums mitverursacht worden seien, sagte von der Leyens Sprecher. „Als mit Abstand wichtigster Referenzkunde der Firmen ist die Bundeswehr irritiert über die bislang wenig vertrauensfördernde Verhandlungsführung der Industrie in dieser schwierigen Frage.“

Die Verzögerungen beim Puma summieren sich laut Bericht inzwischen auf 53 Monate, die Kosten stiegen von zwei auf 4,4 Milliarden Euro. Die Techniker der Bundeswehr sind zudem bislang nicht mit der Qualität der Fahrzeuge einverstanden: Die eigentlich Ende Juli 2014 endende Frist für die Mängelbeseitigung musste deshalb bis Ende September 2015 verlängert werden. Die Juristen prüfen nun, ob sie für dadurch entstandene Mehrkosten Schadenersatz einfordern können.



Der geplante Ablauf der Einführung des Spz "Puma" ist in der 17. Ausgabe der "INAH - Information zur Neuausrichtung des Heeres" kurz beschrieben:


Antworten
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