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Schweiz: Projekt "BODLUV 2020"

Wehrtechnik & Rüstung, Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik
theoderich
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Schweiz: Projekt "BODLUV 2020"

Beitrag von theoderich » 06. Apr 2013, 10:38

Es gibt dazu zwar keine wirklich aktuellen Informationen, aber ich dachte ein eigener Thread zu diesem Planungsvorhaben könnte nicht schaden.


Trilaterales Treffen der Rüstungsdirektoren (6. März 2013)

Am 5. und 6. März trafen sich die Rüstungsdirektoren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in Bern. Schwerpunkthemen der trilateralen Gespräche waren aktuelle Herausforderungen im Rüstungsbereich.

Rüstungschef Ulrich Appenzeller besuchte mit seinen Amtskollegen aus Deutschland, Detlef Selhausen, und aus Österreich, Generalleutnant Freyo Michael Apfalter, am Mittwoch den Kompetenzbereich Wissenschaft und Technologie der armasuisse in Thun.

Im Vordergrund der Gespräche standen Themen wie die Entwicklung bei den Rüstungsorganisationen in den Schwergewichtsbereichen Forschung und Beschaffung, der Brückenpanzer Leopard 2 sowie die Bodenluftverteidigung.

Das nächste Treffen der Rüstungschefs von Deutschland, Österreich und der Schweiz wird voraussichtlich im Frühjahr 2014 in Deutschland stattfinden.



Kdt Rapport (4. März 2013)

Ausblick auf die BODLUV 2020

„Wir müssen die Glaubwürdigkeit mit TRIO behalten.“ ermahnt Brigadier Amstutz die anwesenden Kader. „Ansonsten gefährden wir die BODLUV 2020.“ Eine erneuerte BODLUV ist notwendig, weil sich die Bedrohung geändert habe. Die Waffensysteme sind präziser geworden, und können von Plattformen aus grosser Distanz eingesetzt werden. Ausserdem ist die Vernetzung und die Allwettertauglichkeit der aktuellen Systeme den neuen Bedrohungen nicht mehr vollständig gewachsen. Eine weitere Kampfwertsteigerung ist nicht mehr möglich.

Im Jahr 2013 wird es verschiedene Möglichkeiten geben, die Glaubwürdigkeit von TRIO unter Beweis zu stellen: Einsatz am WEF, die Volltruppenübung SION 33, die Übung MARMOTTA mit dem Heer. Und auch 2014 stehen wichtige Aufgaben an, beispielsweise die AIR 14.

Brigadier Amstutz zum Zeitplan der BODLUV 2020: „Aufnahme ins Rüstungsprogramm im Jahr 2018, Einführung ab 2020, Operationell im Jahr 2025.“ Dann wird die Armee über eine rundum erneuerte und effektive bodengestützte Luftverteidigung verfügen.

    http://www.lw.admin.ch/internet/luftwaffe/de/home/verbaende/lvbflab/archiv/
    archiv_news_2013/0/archiv_news_2013.html




Geschäftsmodell LVb Flab 33 2013

Bild

1.1 Veranlassung

Im Jahr 2013 werden mit dem Start Armeeprojekt BODLUV 2020 Mittel aus der be-stehenden Organisation LVb Flab 33 rekrutiert. Zeitgleich ist ein Konsolidierungsjahr notwendig um nach der Reduktion von über 45 Stellen in 2012 die Feinkorrekturen anzugehen. Mit diesen zwei Haupteinflussfaktoren muss das Geschäftsmodell ab 2013 neu ausgerichtet werden.


2. Vorgaben

2.1 Auftrag LVb Flab 33

    a. Grundbereite Fliegerabwehrverbände TRIO sicherstellen;
    b. Einsatzbereite Verbände und erfolgreiche Einsätze gewährleisten;
    c. Armeeprojekt BODLUV 2020 massgeblich mitgestalten;
    d. WEA planen.

2.2 Problemstellung 2013

    Die Problemstellung unterteilt sich in zwei Hauptbereiche:

      1. Stellenreduktion per 01.01.2012: Mit der genehmigten Strukturen 2011 reduzierte der LVb Flab 33 per 01.01.2012 über 45 Stellen (über 20% des Bestandes) in al-len Berufskategorien. Diese Herabsetzung verlangte Reorganisationen, deren Umsetzung nun greift und mit den ersten Erfahrungen die Feinkorrekturen in 2013 angegangen werden können.

      2. Keine Projektstellen für BODLUV 2020: BODLUV 2020 startet 2013 als Armee-projekt. Der LVb Flab 33 steht in der Verantwortung die berufliche Fachkompe-tenz sicherzustellen. Um diese Mehrbelastung abdecken zu können wird der LVb Flab 33 ab 01.01.13 Mitarbeiter aus der bestehenden Organisation herauslösen und die TRIO-bezogenen Aufgaben neu zuordnen.

3. Umsetzung

3.1 Strategie

    - Mit TRIO die Glaubwürdigkeit BODLUV durch stimmige Grundbereitschaft, erfolgreiche Echteinsätzen und realistischen Übungen behalten.

    - Mit BODLUV 2020 ab 2017 im Rüstungsprogramm antreten und bis 2025 operationell sein.

    - Die Transformation TRIO zu BODLUV 2020 in Abstimmung der geforderten Aufgaben und vorhandenen Ressourcen entlang WEA sicherstellen.


3.5 Aufbauorganisation

Die Struktur LVb Flab 33 mit den 4 unterstellten Kommandos orientiert sich am Dreiphasenmodell und bleibt in dieser Grundform 2004 bestehen. Es bedarf LVb-interne Abstimmungen Stufen Stab LVb Flab 33 und Kdo WAHK/GPC, um die notwendigen Leistungen TRIO und BODLUV 2020 erbringen zu können. Diese Abstimmungen gelten als Übergangslösung und unterliegen keinem Antrag für Strukturanpassungen.




Marschrichtung 2013
Lehrverband Fliegerabwehr 33

    "MIT TRIO UND BODLUV 2020"
    10. 11. 12


Die BODLUV 2020 wirkt von der letzten Meile bis in grössere Reichweite von 50 km.


ZUKUNFT GESTALTEN mit Ziel 4 – BODLUV 2020 + WEA

    a) Armeeprojekt gestartet -> Voraussetzungen für Evaluationen/Versuche ab 2014 geschaffen

    b) Personelle Projektkapazität für 2014 bereitgestellt -> Personalentscheide gefällt mit glaubwürdiger Besetzung zu Gunsten TRIO

    c) BODLUV 2020 in WEA berücksichtigt -> stimmig entlang DUOAMP

    d) Transformation TRIO zu BODLUV 2020 soweit geplant, dass Umsetzungsplanung 2014 angegangen werden kann -> stimmig in Leistung BODLUV, HR + Stationierung

    e) Konstruktive Mitarbeit in der WEA -> Pilotversuch 2 Startmodell im LVb Flab 33 (primär noch mit 21 Wochen) ab 2014 anbieten

    http://www.lw.admin.ch/internet/luftwaffe/de/home/verbaende/lvbflab.parsys.000110.
    DownloadFile.tmp/marschrichtung.pdf


Bodengestützte Luftverteidigung
Die Zukunft hat begonnen (armee.ch Luftwaffe, 1/2012)

Die Bedrohung aus der Luft gegen Objekte am Boden entwickelte sich mit der fortschreitenden Technologie und Computerisierung rasant. Stand noch bis Mitte der 80er-Jahre für die Flab das Bekämpfen der meist tief fliegenden Waffenträger im Vordergrund, sind es heute die Waffen selbst, welche bekämpft werden müssen. Dies resultiert aus der Tatsache, dass die heutige Waffentechnologie ein Eindringen des Waffenträgers in die Dispositive der BODLUV nicht mehr zwingend erfordert. Die Bedrohungssysteme sind komplexer und die Diversifikation hat zugenommen. Zusätzlich wird die Beschaffung und Anwendung von Wirkmitteln im Luftraum durch nichtmilitärische Akteure einfacher (Verfügbarkeit) und erschwinglicher (Kosten). Die Bedrohung Luft zeigt sich damit zunehmend in allen Lagen, in unterschiedlicher Ausprägung und Intensität. Folglich muss die BODLUV über Wirkfähigkeiten in allen Lagen verfügen, um die Kampfflugzeuge zu ergänzen und zu unterstützen und Objekte, Räume und Truppenverbände zu schützen. Dabei muss die volle Ausprägung der Gefechtsleistung unverändert bei der Abwehr militärischer Gewalt, also in der Verteidigung, zum Tragen
kommen.

Anforderungen der Zukunft

Die BODLUV soll im mittleren Bereich (bis rund 50 Kilometer) den Schutz von Objektgruppen, Truppenverbänden und Räumen möglichst vollständig übernehmen, um einerseits Redundanz zu den luftgestützten Mitteln zu erlangen und andererseits ein Schwergewicht der Kampfflugzeuge im Bereich ausserhalb der BODLUV-Reichweite zu ermöglichen. Im inneren Bereich (bis rund 10 Kilometer) soll die BODLUV als letztes Mittel den Objektschutz gegen alle gegnerischen Waffen und Waffenträger selbständig sicherstellen.

Lösungsansatz BODLUV 2020

Es handelt sich bei der BODLUV 2020 nicht um eine Ablösung der Einzelsysteme von «Trio», sondern um den stimmigen Übergang zu einem neuen Gesamtsystem BODLUV als integraler Bestandteil der Sicherheit im Schweizer Luftraum. Die künftige Architektur ist – im Gegensatz zu der heutigen unvernetzten Lösung – ein vertikal und horizontal vernetztes Gesamtsystem von Sensoren und Effektoren. Die Anforderung zur erfolgreichen Bekämpfung des Gegners und der unterschiedlich zu schützenden Objekte (statisch, mobil, klein, massiv, flächig, mechanisiert, usw.) als auch der physikalischen Gegebenheiten der Wirkmittel verlangen in der vollen Ausprägung den Effektorenmix. Dabei sind die Effektoren nicht als Einzelsysteme zu betrachten, sondern als einen Teil des System BODLUV 2020 im Gesamtsystem
Wirkung im Luftraum. Die Diversifikation muss möglichst klein gehalten werden, um der Komplexität und der daraus resultierenden Kostensteigerung entgegenzuwirken. Dabei ist der technischen und prozeduralen Einbindung von Sensoren und Effektoren in die Gesamtheit aller Massnahmen zum Schutz des Luftraums besondere Beachtung zu schenken. Ausgehend von den geforderten Fähigkeiten sowie den absehbaren technologischen und finanziellen Möglichkeiten geht die aktuelle Planung von zwei Teilsystemen aus, die heute als «Letzte Meile» (bis rund 10 Kilometer) und «Mittlere Reichweite» (bis rund 50 Kilometer) betitelt werden.


Die Planung geht heute davon aus, dass BODLUV 2020 den Schutz von sechs Objekten und 7200 Quadratkilometern Fläche sicherstellen soll und dazu zwei Teilsysteme, genannt «Letzte Meile» und «Mittlere Reichweite», benötigt werden. Der Kräfteansatz für die Milizverbände beträgt rund sechs Bataillone oder Abteilungen. Somit handelt es sich bei BODLUV 2020 nicht um die Ablösung der Einzelsysteme «Trio», sondern um den stimmigen Übergang zu einem neuen Gesamtsystem BODLUV als integraler Bestandteil für die Sicherheit des Schweizer Luftraums. Diese Ablösung ist in ihrer Dimension vergleichbar mit dem Übergang vom aktiven Luftschutz zum Gesamtsystem
Luftverteidigung mit den Systemen Florida, Mirage, Bloodhound und 35-Millimeter-Flab-Kanone anfangs der 60er-Jahre.

    http://www.lw.admin.ch/internet/luftwaffe/de/home/dokumentation/armee_
    aktuell.parsys.88241.downloadList.89703.DownloadFile.tmp/ach1002internetd.pdf




Bodengestützte Luftverteidigung 2020 (BODLUV 2020)
Start in die Zukunft (armee.ch Luftwaffe, 1/2011)

Bild

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    http://www.lw.admin.ch/internet/luftwaffe/de/home/dokumentation/armee_aktuell.parsys.88241.download
    List.46425.DownloadFile.tmp/ach1101internetd.pdf


Bodengestützte Luftverteidigung
Die Zukunft hat begonnen (armee.ch Luftwaffe, 2/2010)

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Am 16. September 2010 hat der Planungsrapport Verteidigung (Plan Rap V) das Grundlagenpapier bodengestützte Luftverteidigung nächste Generation (GLP BODLUV NG) bewilligt und damit die Zukunft der Schweizer Fliegerabwehr eingeläutet. Im Rahmen des damaligen Streitkräfteplanung-Ausschusses (SKPLA) wurde im März 2008 der Auftrag erteilt, ein unterschriftbereites Grundlagenpapier «BODLUV Next Generation» zu erstellen.


Gegen Granaten und Lenkwaffen

Bei heutigen und zukünftigen Bedrohungen aus der Luft geht es nicht nur um die Bekämpfung des Waffenträgers (Luftfahrzeuges) als solches, sondern vermehrt auch um die Unschädlichmachung der Waffe selbst. Einerseits sind damit Luft-Boden-Lenkwaffen und Marschflugkörper gemeint, andererseits aber auch Boden-Boden-Lenkwaffen kurzer Reichweite, Artilleriegranaten und -raketen oder Minenwerfergranaten. Das Grundlagenpapier BODLUV NG berücksichtigt diese Gegebenheiten.

Breit abgestützt

Mittels einer Projektorganisation, die den gesamten Bereich Verteidigung und damit Vertreter aus Armeestab, Luftwaffe, Heer, Höherer Kaderausbildung, Logistikbasis der Armee, Führungsunterstützungsbasis und armasuisse umfasst, wurden in einem gründlichen iterativen Prozess die Grundlagen für das Dokument erarbeitet. Diese beinhalten mögliche Bedrohungen und Szenarien in allen Lagen, definieren doktrinale Vorgaben und legen die zukünftigen Soll-Fähigkeiten der BODLUV fest. Unter der Berücksichtigung von Bedrohung und Soll-Fähigkeiten lassen sich acht Architekturvarianten ableiten. Diese decken das ganze Einsatzspektrum der Armee ab, von der Verteidigung bis zur normalen Lage.

Ausgangspunkt für ein zukünftiges BODLUV-Gesamtsystem ist der Verteidigungsfall. Darin werden alle Fähigkeiten verlangt, die sich bedrohungs- und auftragsorientiert in der besonderen und normalen Lage in tieferer Ausprägung und Intensität wiederspiegeln. Der Wirkungsverbund Luft als künftige Architektur für eine effektive und effiziente Kraftanwendung für die LUFLUV und BODLUV steht dabei im Zentrum.

Die BODLUV wird den Schutz von Objekten und Räumen sowohl in horizontaler, wie auch vertikaler Richtung möglichst vollständig übernehmen und wirkt damit redundant zu den luftgestützten Mitteln um diese für Schwergewichtsbildungen freizuspielen. Folgerung: Die Luftverteidigung bleibt luft- und bodengestützt, um gegen die Bedrohung zeitgerecht, wirkungsvoll und verhältnismässig reagieren zu können.

Anforderungen definieren

Am 23. September 2010 wurde das Kernteam bestehend aus Vertretern der Luftwaffe, des Armeestabes, der armasuisse und des Lehrverbands Flab 33 gebildet. Die nächsten Arbeitsschritte sind bereits in Angriff genommen worden. Es geht darum, die Machbarkeitsabklärung durchzuführen und die militärischen Anforderungen zu erstellen, welche bis Ende Mai 2011 vorliegen werden.

    http://www.lw.admin.ch/internet/luftwaffe/de/home/dokumentation/armee_aktuell.parsys.
    88241.downloadList.89703.DownloadFile.tmp/ach1002internetd.pdf
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Re: Schweiz: Projekt "BODLUV 2020"

Beitrag von theoderich » 02. Mai 2013, 16:45

Die Luftwaffe steht vor grossen Herausforderungen (ASMZ, 5/2013)

Der Kostendruck im VBS ist unverändert hoch. Warum leistet sich die Luftwaffe nach wie vor drei verschiedene Flabsysteme, welche alle nur den untersten Luftraum abdecken und für ein Kampfflugzeug mit moderner Bewaffnung keine Bedrohung darstellen?

    Die drei Flabsysteme der BODLUV – genannt TRIO – ergänzen sich gegenseitig: Stinger mit Infrarot sowie Fire und Forget- Eigenschaften; Rapier mit Radarlenkwaffen und die Mittelkaliber- Flab mit Kanonenmunition. Man kann nicht sagen, dass dieser Waffen - mix für moderne Kampfflugzeuge keine Bedrohung darstellt. Auch sie müssen die Wirkungsräume der BODLUV meiden. Dadurch wer - den sie gezwungen, höher zu fliegen und können somit besser durch Radars detektiert und durch die fliegende Komponente der Luftverteidigung bekämpft werden. BODLUV und Jagdflugzeuge ergänzen sich also. Es ist allerdings korrekt, dass die Systeme der BODLUV das Ende ihrer Lebensdauer erreichen und ersetzt werden müssen.

Mit welchem Ziel?

    Beim Ersatz der heutigen Systeme (Projekt BODLUV 2020) geht es auch darum, dass die Fähigkeitslücke bei der Abwehr von sehr kleinen Flugkörpern und bei der Wirkung auf mittlere Reichweite optimal geschlossen werden kann. Dabei steht der Erhalt bzw. der Aufbau entsprechender Kernfähigkeiten mit einer minimalen Anzahl Systeme im Vordergrund. Lassen Sie mich hier noch erwähnen, dass die Luftwaffe im Bereich BODLUV seit 1995 beachtliche Sparbeiträge geliefert hat – durch die Reduktion von vormals 38 auf heute noch 9 Flab-Abteilungen. Die Kampfkraft wurde dadurch verkleinert. Und dennoch, TRIO ist eine wirkungsvolle und zuverlässige Fliegerabwehr.

Die Finanzierung des Gripen wird das Budget des VBS stark belasten, auch wenn 5 Milliarden schlussendlich bewilligt würden. Das zwingend notwendige Projekt BODLUV 2020 kommt dazu. Wenn gleichzeitig die schlimmsten Löcher beim Heer und bei der LBA gestopft werden sollen, reichen 5 Milliarden bei weitem nicht. Wie stellen Sie sich, als Mitglied der Geschäftsleitung, das Vorgehen dazu vor?

    Das im Armeebericht 2010 geforderte Leistungsprofil und die in Aussicht stehenden finanziellen Mittel stehen in einem erheblichen Ungleichgewicht. Bereits ein Ausgabenplafond von 5.0 Mia. Fr. bedingt ein resolutes Sparprogramm für die Armee. Eine gemessen am Leistungsprofil finanzierte Armee – all inclusive, also inkl. Gripen und inkl. die Beseitigung der Ausrüstungslücken und des Instandhaltungsrückstandes bei Immobilien – würde über Jahre hinaus ein Budget von 5,4 Mia. Franken benötigen. Von solchen Beträgen kann jedoch nicht ausgegangen werden.



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Re: Schweiz: Projekt "BODLUV 2020"

Beitrag von theoderich » 11. Dez 2013, 12:14

Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser

Das Armeeprojekt Bodengestützte Luftverteidigung 2020 (BODLUV 2020) ist in der Phase der Vorevaluation. Dies bedeutet, dass zunächst von den Systemanbietern, welche auf der 'Longlist' figurieren, detaillierte und verbindliche Daten zu ihren Produkten verlangt werden. Technische Angaben zur Effektorik und Sensorik werden dabei ebenso behandelt, wie Aspekte des Einsatzes, der Vernetzung, der Logistik und der Ausbildung. Nach der Abklärung offener Fragen und dem Abschluss der Auswertung werden der Projektaufsicht die Evaluationsstrategie und die Kandidaten der 'Shortlist' beantragt. Dieser wichtige Meilenstein wird im vierten Quartal 2014 erreicht sein.


Unter der Leitung der armasuisse sind Vertreter des Armeestabes, des Führungsstabes, des Heeres, der Luftwaffe, der Logistikbasis der Armee und der Führungsunterstützungsbasis daran, die notwendigen Projektarbeiten voranzutreiben.


Als bodengestützte Komponente der Schweizerischen Luftverteidigung bekämpfen wir in Zukunft nicht nur Luftfahrzeuge, sondern auch abgeschossene Munition. Diese Fähigkeiten werden es erlauben, zivile und militärische Objekte sowie militärische Verbände und Räume gegen Angriffe aus der dritten Dimension zu verteidigen.
Seit August 2013 hat die armasuisse die Kommunikationsführung zu BODLUV 2020 inne. Bitte wenden Sie sich bei Fragen an die armasuisse.

Emmen, Dezember 2013

    Kdt LVb Flab 33, Brigadier Marcel Amstutz
    Projektleiter armasuisse, Herr Hans Knutti



BODLUV 2020 startet im August 2013 (16. Juli 2013)

Sehr geehrte Leserinnen und Leser

Das Armeeprojekt Bodengestützte Luftverteidigung 2020 (BODLUV 2020) startet im August 2013. Nach mehrjähriger Aufbereitung der Grundlagen wie

    - Grundlagenpapier BODLUV NG
    - Einsatzkonzept BODLUV 2020
    - Referenzszenarien BODLUV 2020
    - Militärische Anforderungen BODLUV 2020
    - Dokumentation Initialisierung Projekt BODLUV 2020

unter der Leitung des Kernteams BODLUV 2020 bestehend aus LVb Flab 33, LW und A Stab wechselt die Projektleitung nun an die armasuisse.

Ein wichtiger Meilenstein wurde mit der Fertigstellung der Grundlagen erreicht. Es schafft die Voraussetzung BODLUV 2020 als Armeeprojekt in die nächsten Arbeitsschritte zu führen und zu begleiten.


Unverändert aller noch nicht bekannten Herausforderungen ist eines klar, nämlich der Sinn und Zweck der BODLUV 2020: Die zukünftige Fliegerabwehr bleibt ein defensives, durch die Miliz getragenes Gesamtwaffensystem, welches wichtige zivile und militärische Objekte bzw. Räume und darin enthaltene Objektgruppen schützten kann und im schlimmsten Fall in der Lage sein muss, Land und Leute vor Angriffen aus der Luft zu beschützen. In dem Sinn nichts Ungewöhnliches und passend zur Schweiz.

Mit dem Wechsel der Projektverantwortung wechselt auch die Verantwortung der Kommunikation. Ab August 2013 ist die armasuisse für Kommunikation BODLUV 2020 an Dritte zuständig. Bitte wenden Sie sich bei Fragen betreffend BODLUV 2020 zukünftig an die armasuisse.

Besten Dank.

    Kdt LVb Flab 33, Brigadier Marcel Amstutz, im Juli 2013


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Re: Schweiz: Projekt "BODLUV 2020"

Beitrag von theoderich » 03. Jan 2014, 12:36

BODLUV 2020 – Armeeprojekt gestartet (ASMZ, 10/2013)

Teilsystem «Kleiner Reichweite»

Dem Teilsystem «Kleiner Reichweite KR)» kommt die Aufgabe zu, schwergewichtig die Waffe, z.B. Luft-Boden-Abstandswaffen, Cruise Missiles und im Bogenfeuer verschossene Munition (RAM), zu zerstören. Gleichzeitig muss das Teilsystem KR auch Luftfahrzeuge bekämpfen können und dabei so viel Energie ins Ziel bringen, dass auch Flugzeuge, welche sich auf ein Objekt stürzen wollen (Impact), zerstört werden können; dies auf eine Art, welche möglichst geringe Kollateralschäden verursacht. Das Teilsystem KR ist damit eine typische Objektschutzwaffe, welche einer besonders gefährdeten kritischen Infrastruktur einen qualitativ besonderen Schutz bietet und schlussendlich als Mittel der letzten Meile für die Wirkung in der 3. Dimension eingesetzt werden kann.

Teilsystem «Grössere Reichweite»

Der Wettlauf zwischen Angriffsflugzeugen und bodengestützter Luftverteidigung ist ein Ungleicher. Während Flugzeuge und damit auch ihre Waffen von einer grossen Initialhöhe und -geschwindigkeit profitieren können, startet die Munition
der BODLUV immer mit «0» Geschwindigkeit und Höhe. Die Entwicklung der Waffen geht, wie erwähnt, in Richtung zunehmende Reichweiten bei verbesserter Präzision. Das Teilsystem «Grössere Reichweite» GR) bekämpft in erster Priorität Luftfahrzeuge im Bereich «wenige Hundert Meter» bis «30 km» und sofern machbar) darüber hinaus. Lösen Waffenplattformen ihre Munition ausserhalb der Reichweite von GR aus, muss dieses Teilsystem aufgrund der Bedrohungsentwicklung auch befähigt sein, abgeschossene Luft-Boden-Waffen und Cruise Missiles auf Distanzen von wenigen Kilometern zerstören zu können. GR schützt mit diesen Fähigkeiten permanent Objekte, Objektgruppen, Räume und Formationen gegen alle Bedrohungsklassen, mit Ausnahme der RAM-Bedrohung.

Unsere Kampfflugzeuge können damit im Rahmen der Verteidigung ihre offensive Funktion besser wahrnehmen. Ihnen obliegt einerseits die Aufgabe, Luftfahrzeuge oder eben Waffenplattformen ausserhalb der Reichweite von GR zu zerstören, andererseits gegen die gegnerische Luft- und Landstreitmacht vorzugehen und damit unsere Verbände am Boden zu unterstützen.

Teilsystem «Taktisches Zentrum»

In der Operationssphäre Luft herrschen sehr kurze Vorwarn- und Reaktionszeiten. Konsequenterweise sind auch die Führungswege kurz zu halten. Deshalb kennt die Luftwaffe nebst der Kommandoführung entlang der Ordre de Bataille auch die direkte Einsatzleitung. Um den effizienten und effektiven Einsatz aller Luftverteidigungsmittel sicherstellen zu können, hat dieser so lange als möglich zentral ab der Einsatzzentrale Luftverteidigung (EZ LUV) geleitet zu erfolgen. Dies erlaubt unter anderem koordiniert Schwergewichte zu bilden, mit den unterschiedlichen Mitteln die Handlungsfreiheit zu erhalten, Mehrfachbekämpfungen des gleichenZieles zu verhindern und im Rahmen der Wahrung der Lufthoheit die Verhältnismässigkeit sicherzustellen.

Die BODLUV-Belange in der EZ LUV werden dabei personell und materiell mit dem Teilsystem «Taktisches Zentrum» TZ) abgedeckt. Die Einsatzoffiziere BODLUV und der Chef BODLUV tragen, analog der Piloten und der Tactical Fighter Controller TFC), unter der Leitung des Chiefs Air Defence CAD), die Führungs- und je nach Armeeaufgabe auch die Einsatzverantwortung. Im Rahmen der Kontrolle des Luftraumes Verteidigung) muss es bei Sättigung der zentralen Einsatzleitung oder Ausfall von Systemen möglich sein, die Einsatzleitung der BODLUV räumlich und zeitlich zu delegieren. Die Aufgaben, welche im «integrierten Status» durch das «TZ BODLUV» in der EZ LUV wahrgenommen wurden, werden nun vom TZ im «teilautonomen Status» im Einsatzraum übernommen. Diese Anforderungen der zentralen und dezentralen Einsatzleitung und damit beinhaltend die Bedrohungsanalyse, die Zielauswahl, die Zielzuweisung, der Feuererlaubnisgrad und die Feuerfreigabe respektive -auslösung stellen besondere Ansprüche an die Vernetzung und Datenübertragung.

Ausblick auf die Projektarbeiten

Mit dem Kick-off am 21. August 2013 wurde das Kernteam BODLUV 2020, welches sich aus Mitarbeitern aus armasuisse, NDB, A Stab, Luftwaffenstab und LVb Flab 33 konstituierte, aufgelöst. Die fähigkeitsbasierten Überlegungen sind gemacht und die Grundlagen liegen genehmigt vor5, jetzt beginnen die systembasierten Arbeiten. Dazu gehört die Definition der «Longlist» also die Auflistung derjenigen Anbieter, welche über die armasuisse mit dem Fragenkatalog bedient werden. Aber auch Sicherheitskonzepte, Schnittstellen zu anderen Projekten und Systemen, das militärische Pflichtenheft und erste Kostenschätzungen sind anzugehen. Der Abschluss der nächsten Phase bildet die «Shortlist» welche die Systeme zur Evaluation vorsieht. Diese Phase wird mit dem Meilenstein 25 im Herbst 2014 mit der Genehmigung durch die Projektaufsicht abgeschlossen sein. In der Folge werden gemäss Zeitplanung des Projektes in den Jahren 2015 und 2016 detaillierte Abklärungen im Rahmen der technischen Erprobungen erfolgen und Truppenversuche getätigt.



BODLUV 2020 : Sicherheit, Schutz und Verteidigung (ASMZ, 12/2012)

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Re: Schweiz: Projekt "BODLUV 2020"

Beitrag von theoderich » 17. Apr 2014, 18:29

Die Armeeplanung hat den neuen MASTERPLAN 2014 - 2022 publiziert:


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Re: Schweiz: Projekt "BODLUV 2020"

Beitrag von theoderich » 24. Mai 2014, 20:10

Jetzt hofft die Armee auf die Flab-Aufrüstung

Nach dem Nein zum Gripen muss die Luftwaffe ihre Hoffnung auf die Boden-Luft-Abwehr setzen. Schon in Kürze steht hier das nächste grosse Beschaffungsprojekt an: Innert weniger Jahre will die Armee die gesamte Fliegerabwehr vollständig erneuern.

Zum Stand der Planung gibt sich das Verteidigungsdepartement (VBS) derzeit allerdings zugeknöpft. Einen Tag nach der Gripen-Abstimmung könne man «nicht einfach zur Tagesordnung übergehen», sagte ein VBS-Sprecher am Montag. Zuerst müsse man nun eine Lagebeurteilung machen. Doch zumindest bis am Abstimmungssonntag waren die Pläne für eine total erneuerte Boden-Luft-Abwehr weit gediehen.

Über eine Milliarde

Unter dem Namen Bodluv 2020 – die Abkürzung steht für Boden-Luft-Verteidigung – arbeitet die Rüstungsbehörde Armasuisse bereits seit längerem an einer Vorevaluation. Schon im Herbst 2014 wollte das VBS eine Shortlist möglicher Anbieter erstellen. Bereits 2015 sollen technische Erprobungen sowie Truppenversuche stattfinden. Ziel der Armee ist, die neuen Waffensysteme bis 2025 in Betrieb zu haben.

Ganz so teuer wie der Gripen wird Bodluv 2020 zwar nicht, doch auch hier sind die Investitionen beträchtlich. Offizielle Zahlen gibt das VBS derzeit nicht bekannt; 2012 schätzte Flab-Brigadier Marcel Amstutz jedoch in einer Militärzeitschrift, «dass die Investition eine Milliarde Franken deutlich übertrifft».

Die hohen Kosten kommen unter anderem daher, dass das VBS innert weniger Jahre alle drei Systeme der Fliegerabwehr (Flab) ersetzen will. Heute verfügt die Flab über 32 Flab-35-mm-Kanonen, 96 Feuereinheiten der tragbaren Lenkwaffe Stinger und 40 Feuereinheiten Rapier-Lenkwaffen. All diese Systeme sind nach Ansicht der VBS-Planer am Ende ihrer Lebensdauer angelangt. Hinzu kommt, dass keine dieser Waffen im höheren Luftraum (bis zirka 20 Kilometer Höhe) wirken kann. Wirkungslos sind sie auch gegen Raketen und Artilleriegeschosse – ein Manko, das Bodluv 2020 ebenfalls beheben soll. Wie die «Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift» im Oktober 2013 berichtete, will das VBS zwei verschiedene Systeme beschaffen, eines für den unteren Luftraum und eines für grössere Höhen.

Nach dem Nein zum Gripen sei die Stärkung der Boden-Luft-Abwehr trotzdem prioritär, sagt der Zürcher FDP-Nationalrat und Milizoberst Hans-Peter Portmann, der bis vor kurzem einen Flab-Verband kommandierte. «Bodluv kann den Gripen zumindest teilweise ersetzen», sagt Portmann – etwa wenn es darum gehe, Teile des Luftraums zu sperren und Objekte wie Kernkraftwerke zu schützen. Portmann schlägt deshalb vor, die jährlich 300 Millionen Franken, die durch das Gripen-Nein frei werden, für die Boden-Luft-Abwehr einzusetzen.



14.3172 Interpellation
Falsche Prioritäten bei der Erneuerung der Luftwaffe?

1. Teilt der Bundesrat die Ansicht, dass heute die Risiken eines Angriffs durch Fernwaffen grösser sind als die Risiken eines konventionellen Luftangriffs mit Kampfjets?

2. Weshalb hat er die Beschaffung neuer Kampfjets der Beschaffung eines neuen Boden-Luft-Systems vorgezogen, obwohl gerade bei den Boden-Luft-Systemen grosse Fähigkeitslücken bestehen?

3. Wie gestalten sich der Fahrplan und die Finanzierung für die Erneuerung des Boden-Luft-Systems?

4. Welche Schritte hat er bereits ergriffen, um im Rahmen eines neuen Boden-Luft-Systems zur Abwehr von Raketen die Kooperation mit dem Ausland sicherzustellen?

    Stellungnahme des Bundesrates vom 14.05.2014

      1. Die Risiken von Angriffen mit Lenkwaffen aus grosser Distanz und mit Kampfflugzeugen sind beide kaum quantifizierbar. Feststellbar sind vor allem Fähigkeiten, und in dieser Hinsicht ist die potenzielle Bedrohung durch Kampfflugzeuge grösser als jene durch Lenkwaffen - schon allein deshalb, weil viel mehr Staaten über Kampfflugzeuge verfügen als über Lenkwaffen, welche die Schweiz erreichen könnten.

      2. Es besteht ein realer Bedarf nach einer Modernisierung der bodengestützten Fliegerabwehr. Der Bedarf nach einem Teilersatz für die F-5 Tiger ist allerdings noch akuter: Die Ausserdienststellung ist nicht weiter aufschiebbar, und 32 F/A-18 genügen nicht. Die bodengestützte Fliegerabwehr soll anschliessend modernisiert werden. Boden-Luft-Systeme können Kampfflugzeuge für den Luftpolizeidienst nicht ersetzen, weil sie nur die Wahl zwischen Abschuss und Nichtabschuss zulassen, während mit Kampfflugzeugen ein Augenschein vor Ort genommen werden kann und ein unkooperatives Flugobjekt auch zur Landung gezwungen oder abgedrängt werden kann. Letztlich sind Kampfflugzeuge und bodengestützte Fliegerabwehr aber keine Alternativen, sondern sich ergänzende Systeme. Für einen möglichst wirksamen Schutz des Luftraumes ist beides notwendig.

      3. Zur Erneuerung der Fliegerabwehrsysteme der Schweizer Armee wurde im November 2013 das Projekt Boden-Luft-Verteidigung 2020 (Bodluv 2020) gestartet, das die Ablösung der bestehenden drei Fliegerabwehrsysteme (Rapier, Fliegerabwehrkanone 35 mm, Stinger) sicherstellen soll. Bodluv 2020 dient dem Schutz von Räumen, Objekten und Verbänden und soll nebst der Fähigkeit zum Abschuss von Luftfahrzeugen aller Art auch befähigt sein, Luft-Boden-Lenkwaffen, Cruise Missiles und im Bogenfeuer verschossene Munition zu vernichten. Mit dem PEB 2013 (Kredit für Projektierung, Erprobung und Beschaffungsvorbereitung) wurden 18 Millionen Franken zur Beschaffungsvorbereitung bewilligt. Wann und in welchem Umfang das Projekt Bodluv 2020 realisiert werden kann, wird die laufende Vorprojektphase aufzeigen.

      4. Im VBS wird das Thema Abwehr ballistischer Lenkwaffen seit vielen Jahren beobachtet. Die Potenziale, welche die Schweiz erreichen könnten, haben zugenommen, allerdings ist umstritten, wie konkret die Bedrohung für Westeuropa tatsächlich ist. Bemühungen um eine gemeinsame Abwehr ballistischer Lenkwaffen mittlerer bis grosser Reichweiten finden in Europa ausschliesslich im Rahmen der Nato statt. Eine Kooperation der Schweiz in einer kleinen Staatengruppe ist nicht sinnvoll. Einerseits hat die Nato bisher keine Politik entwickelt, wie sie allenfalls mit Nichtmitgliedstaaten kooperieren will, womit eine Kooperation bilateraler Art mit der Nato für die Schweiz auf absehbare Zeit kein Thema ist. Andererseits wäre eine Teilnahme der Schweiz als Nichtmitglied an einem Nato-Programm zur Abwehr ballistischer Lenkwaffen grösserer Reichweiten unter dem derzeitigen Neutralitätsverständnis der Schweiz nicht möglich.

Zuletzt geändert von theoderich am 06. Apr 2016, 00:13, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Schweiz: Projekt "BODLUV 2020"

Beitrag von theoderich » 16. Jan 2015, 23:12

Vorevaluation für Projekt BODLUV 2020 abgeschlossen

Die Vorevaluation BODLUV 2020 wurde Ende 2014 abgeschlossen. Aus einer Liste von Herstellern konnte nach Auswertung der Grundlagen, der Konzepte und der geführten Gespräche eine reduzierte Kandidatenliste für ein System für die mittlere Reichweite bestehend aus den Firmen Diehl BGT Defence GmbH & CO, Deutschland, MBDA UK Ltd, Grossbritannien, sowie Rafael Advance Defense Systems Ltd, Israel, verabschiedet werden.

Die Beschaffung von BODLUV 2020 MR ist bereits mit dem Rüstungsprogramm 2017 vorgesehen. Als nächsten Schritt wird eine Schweizer Firma, welche über entsprechende Qualifikationen verfügt, als Generalunternehmerin gesucht. Sie soll im Auftrag des VBS die Beschaffungsvorbereitung (Risikoabbau) in den Jahren 2015 und 2016 durchführen.

Die Firmen RUAG, Thales Suisse und Rheinmetall Air Defence werden zur Teilnahme an der Ausschreibung als Generalunternehmerin eingeladen und erhalten die Möglichkeit, in der ersten Jahreshälfte 2015 ihre Offerten mit Varianten möglicher Konfigurationen für BODLUV 2020 MR dem VBS vorzuschlagen.


Die folgende Liste ist Spekulation meinerseits, passt aber in das geforderte Leistungsspektrum:



Und in Österreich soll es künftig nur noch ein Fliegerabwehrbataillon mit bestenfalls symbolischer Bewaffnung geben.


In der Schweiz gibt es allerdings auch nur einen Fliegerabwehrverband (Der aber deutlich breiter aufgestellt ist als in Österreich, wo das FlAB 2 nur über drei Batterien verfügt, zusätzlich zu zwei Batterien beim zur Auflösung vorgesehenen FlAB 3.):

    Organisation

    Der Lehrverband Fliegerabwehr 33 (LVb Flab 33) umfasst alle Fliegerabwehrmittel der Schweizer Armee. Dies umfasst

      2 mobile Fliegerabwehr Lenkwaffen Abteilungen(mob Flab Lwf Abt), mit den Waffensystem RAPIER

      3 Mittlere Fliegerabwehr Abteilungen (M Flab Abt), 35mm Fliegerabwehrkanone 63/90 und Feuerleitgerät 75/95 SKYGUARD

      4 leichte Fliegerabwehr Lenkwaffen Abteilungen (L Flab Lwf Abt), mit dem Waffensystem STINGER und Alarmierungssystem ALERT.


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Re: Schweiz: Projekt "BODLUV 2020"

Beitrag von Alarich » 17. Jan 2015, 20:59

Dann Dürfte der Rüstungsplan voll sein

-Drohne
und das System
- und vielleicht weiteres Seiber Abwehr

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Re: Schweiz: Projekt "BODLUV 2020"

Beitrag von Alarich » 21. Jan 2015, 21:19

http://www.armyrecognition.com/january_2015_global_defense_security_news_industry/swiss_selects_manufacturers_for_its_air_defense_systems_replacement_project_bodluv_2020_.html


[code]Armasuisse, die Schweizer Behörde für die Akquisitionen von militärischer Ausrüstung, hat am 16. Januar, dass es drei Hersteller ausgewählt für den Ersatz vorhandener Mittelstreckenflugabwehrsysteme im Einsatz in der Schweizer Armee. Das Projekt BODLUV 2020 (BODengestützte-Luft-Verteidigung 2020) zielt darauf ab, die Alterung der Schweizer kurz- und mittelfristigen Flugabwehrsysteme, die das Ende ihrer Nutzungsdauer ersetzt werden.
[code]

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Re: Schweiz: Projekt "BODLUV 2020"

Beitrag von theoderich » 10. Feb 2015, 20:16

BODLUV 2020 – Ein Blick nach Westen (BENZ Beat, Thales Suisse S.A., in: ASMZ 01/02/2014)


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Re: Schweiz: Projekt "BODLUV 2020"

Beitrag von theoderich » 14. Apr 2015, 15:32

Bilaterales Rüstungstreffen der Schweiz und Frankreich

Der Schweizer Rüstungschef Martin Sonderegger und der «ingénieur général de l'armement» und Vizedirektor Westeuropa und Nordamerika der französischen Beschaffungsbehörde DGA (Direction générale de l'armement), Vincent Thomassier, trafen sich am 13. und 14. April 2015 in Paris. Unter anderem lag der Fokus der Gespräche auf den Themen Telekommunikation der Armee und bodengestützte Fliegerabwehr. Beim Industriebesuch am 14. April 2015 besichtigte die Delegation die Firma Thales Group in Paris.

Weitere Besprechungspunkte betrafen die Rüstungsprozesse im Allgemeinen, die zwischen-staatlichen Kooperationsmöglichkeiten beider Beschaffungsinstitutionen sowie die mittel- und längerfristige Investitionsplanung von Frankreich und der Schweiz.



Projekt Bodengestützte Luftverteidigung 2020 (BODLUV 2020) (12. Februar 2015)

Bild

Das Projekt Bodengestützte Luftverteidigung 2020 (BODLUV 2020) - ein Top-Projekt der Schweizer Armee - hat die Phase der Vorevaluation erfolgreich abgeschlossen. Evaluiert wurden Angebote für die drei Teilsysteme Mittlere Reichweite (MR), Kurze Reichweite (KR) und Taktisches Zentrum (TZ).

Dabei wurde beschlossen, die drei Teilsysteme nicht parallel, sondern zuerst das Wirksystem Mittlerer Reichweite und das Taktische Zentrum zu evaluieren und zu beschaffen. Das Teilsystem KR kommt zu einem späteren Zeitpunkt. MR mit TZ wird vorgezogen, weil das Teilsystem MR den grösseren operationellen Nutzen generiert und weil nicht genügend Personal zur parallelen Evaluation aller Teilsysteme zur Verfügung steht. Die Rückstellung des Teilsystems KR bedingt, dass die M Flab länger als geplant betrieben wird. Sie ist aber auch das einzige Flab-System, welches dank dem Sensorverbund BODLUV 10 mittels zentraler Feuerauslösung, in der heutigen Lage zwecks Konferenzschutz, zum Einsatz gelangt. Die M Flab wird deshalb einer Nutzungsverlängerung (NUV) bis 2025 unterzogen. Dies wird dem eidgenössischen Parlament mit dem zusätzlichen Rüstungsprogramm 2015 im 2. Halbjahr beantragt.


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Re: Schweiz: Projekt "BODLUV 2020"

Beitrag von theoderich » 14. Mai 2015, 12:05

Im März 2015 wurde ein erster Bericht der Eidgenössischen Finanzkontrolle zum Projekt "BODLUV 2020" veröffentlicht (Stand: 11. September 2014):

    Projekt bodengestutzte Luftverteidigung 2020 (BODLUV 2020)
    Luftwaffe I Armeestab I armasuisse

    Für das Projekt wurden 18 Millionen Franken Projektkosten budgetiert. Für die eigentliche Beschaffung waren zum Prüfungszeitpunkt 500 Millionen Franken vorgesehen . Gemäss den aktuellen Planungen reichen diese Mittel für 2 Systeme kürzerer oder 2 Systeme längerer Reichweite aus. Eine Beschaffung jeweils nur eines Systems steht derzeit nicht im Vordergrund. Der Bedarf für Schulen und Kurse und allfällige Einsatze (WEF) kann mit jeweils einem System nicht abgedeckt werden.

    2.1 Systeme TRIO verfügen über kein Entwicklungspotenzial mehr

    Die LW und der AStab legten der EFK rund 20 Dokumente vor, welche die Entwicklung der Neuausrichtung der bodengestützten Luftabwehr (bzw. in alteren Dokumenten noch als Fliegerabwehr bezeichnet) seit dem Jahr 2005 aufzeigen. Auffallend dabei ist, dass in einem ersten Dokument (Entwicklungsschritt 2008/2011 Umbau der Fliegerabwehr, 2005) noch davon ausgegangen wurde, dass mit den bisherigen Systemen M Flab, RAPIER und STINGER (TRIO) die Anforderungen zumindest teilweise erfüllt werden könnten. Bereits im Jahr 2007 war aber klar, dass TRIO die gestellten militärischen Anforderungen nicht mehr zu erfüllen vermag. Zudem wird spätestens ab dem Jahr 2020 sowohl beim System RAPIER als auch beim System M Flab mit erheblichen Investitionen und zusätzlichem Betriebsaufwand für eine weitere Nutzung zu rechnen sein. ln verschiedenen Dokumenten wird zudem erwähnt, dass das taktische Fliegerradar TAFLIR ebenfalls "end of life-cycle" ist, und ein Weiterbetrieb nach 2020 unverhältnismässig hohe Kosten verursachen wird. Im Dokument "lnitialisierung BODLUV 2020 (2013)" wird bezüglich der Altsysteme folgendes Fazit gezogen:

      . .. Ein Weiterbetrieb der heute eingesetzten Systeme . . . verursacht unverhältnismässig hohe ... Investitionskosten und zusätzliche progressiv ansteigende Betriebsaufwendungen ... ohne eigentlichen Fähigkeitszuwachs .. .

    Im Gespräch wurde dargelegt, dass primar die fehlenden Perspektiven der heutigen Systeme den Entscheid der anzustrebenden Komplett-Ablösung stark gefördert haben.

    2.2 Bedarfsträger Luftwaffe definierte die Anforderungen

    Die folgenden Planungen der LW bewegten sich auf der doktrinalen Ebene und orientierten sich an den geforderten Fähigkeiten für die Luftverteidigung der Armee. Es wurde ein neues Gesamtkonzept für die bodengestützte Luftverteidigung erarbeitet und nicht lediglich die Ablösung des einen oder anderen Systems angestrebt. Das "Grundlagenpapier bodengestützte Luftverteidigung nächste Generation" legt umfassend sowohl Fähigkeitslücken als auch Lösungsvarianten (als Architekturvarianten bezeichnet) dar. Das Papier wurde vom damaligen Chef A Stab genehmigt. Gestützt auf die Erkenntnisse aus diesem Dokument wurde festgelegt, dass das Gesamtsystem BODLUV 2020 aus den Teilsystemen "Taktisches Zentrum", "Kleinerer Reichweite" und "Grösserer Reichweite" bestehen soll.

    Zusammenfassend kann die militärische Anforderung an dieses System wie folgt beschrieben werden (Auszug aus Projektauftrag):

      ... sind im Endzustand die drei bestehenden Fliegerabwehrsysteme durch ein Gesamtsystem BODLUV 2020 abgelöst. Das System nutzt vorhandene Infrastruktur und andere Armeesysteme (Sensoren oder Wirkmittel) derart, dass die gesamten Lebenswegkosten minimal sind.

      BODLUV 2020, als vertikal und horizontal zweckmässig vemetztes Gesamtsystem von Sensoren und Effektoren, bildet die bodengestützte Komponente der Integrierten Luftverteidigung. Dabei werden luft- und bodengestützte Mittel nach einheitlichen Standards zentral gefilhrt und komplementär eingesetzt. BODLUV 2020 verfügt zum Schutz von Schlüsselobjekten, Räumen und Verbänden über die Fähigkeit, nebst allen Arten von Luftfahrzeugen auch Luft-Boden Lwf (Lenkwaffen), Cruise Missiles und im Bogenfeuer verschossene Munition erfolgreich zu vernichten.

    Der Projektauftrag wurde am 8. Juli 2013 durch die Auftraggeber (Chef A Stab, Kdt LW und Leiter Kompetenzbereich Landsysteme armasuisse) unterzeichnet. ln einem Nachtrag unterzeichnete im November 2013 auch der Chef der Führungsunterstützungsbasis (FUB) das Dokument.

    2.3 Die Entwicklung und Beschreibung der Anforderungen ist nachvollziehbar

    Der Inhalt der Dokumente ist nach Ansicht der EFK schlüssig und in der Regel wurden wesentliche Erkenntnisse aus vorangehenden Dokumenten auch für die weitere, detaillierte Ausarbeitung in den nachfolgenden Dokumenten verwendet. Ausnahmen zu dieser Feststellung bilden folgende Teilaspekte:

      • Die militärische Anforderung an die Anzahl zu schützende Objekte oder Raume veränderte sich in den gesichteten Dokumenten immer wieder. Gemäss Auskunft der Armeeplanung definierte die LW als Bedarfsträgerin die Anforderungen an die Anzahl zu schützende Objekte und Raume. Da es sich um ein Verteidigungssystem handle, werde die Beschaffung so ausgerichtet, dass die Ausbildung der Armee sichergestellt sei. Das Bestimmen des definitiven Mengengerüstes "Anzahl Systeme" ist Aufgabe des Projekts BODLUV 2020.

      Eine erste, klarere Festlegung konnte im Dokument "lnitialisierung BODLUV 2020 (2013)" ausgemacht werden. Im erwähnten Dokument werden die eingestellten Mittel (500 Millionen Franken) als beschränkendes Element erkannt. Mit diesen Mitteln können höchstens zwei Systeme (entweder kurze oder grössere Reichweite) beschafft werden. Die Vorevaluation wird derzeit mit diesem Richtwert durchgeführt.

      • Die Anforderung, dass die Sensoren von BODLUV auch als Ersatz der Sensoren des Systems TAFLIR (end of life-cycle) verwendet werden sollen, kam im Verlauf der Vorhabensentwicklung dazu. Der Projektauftrag schränkt die Verantwortung des integrierten Projektteams (IPT) BODLUV aber insofern ein, als dass lediglich "die Anzahl der zu beschaffenden Sensoren derart zu bestimmen ist, dass nebst den Bedürfnissen für die Erstellung der erkannten Luftlage (Recognized Air Picture RAP) auch der Einsatz zu Gunsten von BODLUV zeitgleich abgedeckt werden kann". Nicht geregelt ist die entsprechende Finanzierung und auch nicht, ob eine Schnittstelle zu einem Nachfolgesystem von TAFLIR (ehemaliges Projektmob LUSYS) eingeplant werden muss.

      Die EFK anerkennt das Synergiepotenzial, dieser Lösung. Gleichzeitig sind aber auch Risiken aus der Vermischung von verschiedenen Bedürfnissen und allenfalls unterschiedlichen Projekten erkennbar. Insbesondere wurde in den von der EFK geführten Gesprächen auch erwähnt, dass für BODLUV geeignete Sensoren viel leistungsfähiger (und somit teurer) sind, als dies für TAFLIR oder dessen Nachfolger notwendig sei.

      • Wie dargestellt, soll das neue Gesamtsystem horizontal und vertikal vernetzt werden. Dies bedingt, dass Umsysteme erkannt, deren Schnittstellen definiert und letztendlich auch technisch realisiert werden müssen. Die von der EFK eingesehenen Grundlagendokumente erwähnen in der Regel als Umsysteme "vorhandene und geplante Systeme", ohne im Detail auf diese einzugehen. Im Projektauftrag werden die wichtigsten Schnittstellen in einem Kapitel auf rund einer Seite beschrieben. Eine umfassende Zusammenstellung der Umsysteme und der entsprechenden Schnittstellen konnte die EFK nicht ausmachen. Die Führungsunterstützungsbasis der Armee {FUB) wies darauf hin, dass eine detaillierte Definition und Beschreibung von Umsystemen und Schnittstellen vor Meilenstein 20 wohl möglich sei. Der dazu zu betreibende Aufwand stehe aber in keinem Verhältnis zum erreichten Nutzen, insbesondere zur Risikoreduktion. Mit Meilenstein 25 müssten aber diese Ergebnisse vorliegen, ansonsten das Risiko tatsächlich zu gross wird. Für diese Arbeiten müssen aber erst die notwendigen Personalressourcen beschafft werden. Diesbezüglich bestehen derzeit Engpässe und der Termin ist entsprechend gefährdet.

      Das Erkennen der betroffenen Umsysteme und die Schnittstellendefinition wird im weiteren Projektverlauf denn auch Aufgabe des IPT sein. Ebenso wird festzulegen sein, wie gross die benötigte Datenübertragungskapazität in den Netzen der Armee sein muss. Hier bestehen heute für den Sensorverbund 2010 gemäss einem der EFK vorliegenden Bericht bereits Engpässe.

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Re: Schweiz: Projekt "BODLUV 2020"

Beitrag von theoderich » 13. Jun 2015, 06:34

ARMSTUTZ Marcel / Christoph SCHMON: BODLUV 2020 – Auf dem Weg zur integrierten Luftverteidigung (Military Power Revue 1/2015)


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Re: Schweiz: Projekt "BODLUV 2020"

Beitrag von theoderich » 19. Jul 2015, 11:19

Kommandanten-Tisch (6. Juli 2015)

Positiv zu vermerken ist, dass in der Rüstungsplanung für die BODLUV erhebliche Mittel geplant sind. Einerseits 700 Mio. Franken für ein neues System Mittlerer Reichweite im Jahr 2017 und anderseits für die Nutzungsverlängerung M Flab im 2. Rüstungsprogramm 2015 von ca. 100 Mio. Franken.

Damit kam Br Amstutz auf BODLUV 2020 zu sprechen. Bekanntlich muss BODLUV TRIO (Kombination der Systeme mittlere Flab sowie Lenkwaffenflab Rapier und Stinger) in absehbarer Zeit ersetzt werden, weil die Reichweite von TRIO zu kurz ist, das Lebenswegende der Systeme erreicht wird, keine Integration (zentrale Führung) möglich ist und gegen die moderne Luftbedrohung nur ungenügende Wirkung erzielt werden kann. Das Konzept von BODLUV 2020 sieht zwei Teilsysteme vor, die bis 35 km als auch nahe am Objekt und gegen neue Bedrohungsklassen glaubwürdig wirken, zentral oder autonom geführt werden können und für die nächsten dreissig Jahre operationell sein sollen. Ende August dieses Jahres soll ein Generalunternehmer ausgewählt werden, der das Teilsystem Mittlere Reichweite (MR) mit dem Taktischen Zentrum (TZ) zur Beschaffungsreife bringt. Ende 2016 sollen MR und TZ evaluiert sein, damit die Beschaffung dem Parlament im Folgejahr mit dem RP 17 vorgeschlagen werden kann.


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Re: Schweiz: Projekt "BODLUV 2020"

Beitrag von theoderich » 28. Jul 2015, 12:20


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