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 Betreff des Beitrags: Neue Schweizer Rüstungsprojekte
BeitragVerfasst: 02. Mai 2012, 19:17 

Registriert: 09. Sep 2008, 22:29
Beiträge: 20714
In einer Broschüre des Ausbildungszentrums HEER (Erstellungszeitpunkt unbekannt, dürfte aber relativ neu sein) finden sich folgende neue Projekte der Schweizer Armee:

    MBAS (Modulares Bekleidungs- und Ausrüstungssystem)

    Neue Generation Radschützenpanzer

    Neue Generation Pzaw + Anti-Struktur Munition



MASTERPLAN (Stand: 14. 7. 2011)

    http://www.vtg.admin.ch/internet/vtg/de/home/schweizerarmee/organisation/stabcda/master/produkte/masterplan.html

    Zitat:
    Material

    Wegen der Verschiebung des Vorhabens Tiger Teilersatz aus dem Betrachtungszeitraum des aktuellen MASTERPLAN in ein späteres Jahr sind in den Jahren 2012/2013 nur wenige Vorhaben beschaffungsreif. In den darauf folgenden Jahren (2014–2016) wird die Beschaffungsreife all jener Systeme erreicht, welche wegen des Tiger Teilersatzes auf ein späteres Jahr verschoben wurde. Dadurch entsteht in diesen Jahren ein Überhang an beschaffungsreifen Systemen. Die Herausforderung in den nächsten Jahren wird darin bestehen, dieses entstandene Ungleichgewicht auszugleichen, damit die Ressourcen für die Durchführung der Beschaffungen ausreichen.


    Zitat:
    Ebenfalls wird der Aufbau der Fähigkeit “Feuer Luft–Boden“ entsprechend verzögert.


    Zitat:
    Bei den Wirksystemen der bodengestützten Luftverteidigung (Flab) wird die Vielfalt der Systeme kurzer Reichweite reduziert und mit einem System mittlerer Reichweite ergänzt.


    Zitat:
    Zum Letzteren zählen die geplanten Vorhaben Ersatz der Radschützenpanzer, Ersatz der Panzerabwehrraketen kurzer Reichweite, Wiedereinführung von Minenwerferpanzern und weitere Investitionen in Laserschuss-Simulationsanlagen für wirklichkeitsnahe Ausbildung. Demgegenüber soll die Fähigkeitsentwicklung bei den
    Unterstützungseinsätzen zu Gunsten ziviler Behörden auf Überwachungs-, Bewachungs- und Sicherungsaufgaben ausgelegt werden. Die Fähigkeit zur Katastrophenhilfe wird durch permanente Erneuerung veralteten Materials sichergestellt.

      http://www.vtg.admin.ch/internet/vtg/de/home/schweizerarmee/organisation/
      stabcda/master/produkte/masterplan.parsysrelated1.39040.downloadList.69191.DownloadFile.
      tmp/faltprospekt2011deu.pdf

Detailliertere Infos gibt es dazu leider von offizieller Seite noch nicht. Weiß jemand genaueres?


Radschützenpanzer 93

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    Quelle: VBS Mediathek

Antistrukturmunition RGW 90-AS: wirksame Schulterwaffe für den Einsatz

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Zitat:
Bei der RGW 90-AS handelt es sich um eine rückstoßarme Schulterwaffe, die gegen Strukturziele eingesetzt werden soll. Sie verfügt über einen Tandemgefechtskopf und kann in zwei Betriebsarten verschossen werden: dem Mousehole-Modus und dem Blast-Modus. Im Mousehole-Modus bricht die Vorladung eine Öffnung in die Struktur. Die Nachschussladung (mit kurzer Zündverzögerung) detoniert in der Maueröffnung, wodurch eine große Öffnung erzeugt wird. Dies ermöglicht einem Soldaten Zutritt in das beschossene Gebäude. Im Blast-Modus dringt die Nachschussladung (mit langer Zündverzögerungszeit) ins Gebäude ein und zerstört von innen heraus die Gebäudestruktur.

    http://www.bwb.org/portal/a/bwb/!ut/p/c4/LYzBCsIwEES_pT-
    QTXqx9WYogjcRQeNt04QS3CYlbM3FjzcBZ-Bd3jDwgtqIn7AghxSR4Alm
    DkdbhC1W4Jt3TySQyEeER1s7L-YUPTeyjxwql4ycsthSZmpmz7kaERwYqSYt-17-o77D9T7q86gO00Xf2iEtYJyHbV2Hcuq6HzTa6ds!/

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      Panzerfaust

      Bild
        Quelle: VBS Mediathek

      PAL "Dragon" (2007 ersatzlos ausgemustert)

      Bild
        Quelle: VBS Mediathek

Minenwerferpanzer 64

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    Quelle: VBS Mediathek

35 mm Fliegerabwehrkanone 63/90

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    Quelle: VBS Mediathek

Fliegerabwehrlenkwaffe "Stinger"

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    Quelle: VBS Mediathek


Zuletzt geändert von theoderich am 17. Sep 2014, 19:14, insgesamt 2-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Neue Schweizer Rüstungsprojekte
BeitragVerfasst: 17. Apr 2014, 18:27 

Registriert: 09. Sep 2008, 22:29
Beiträge: 20714
Die Armeeplanung hat den neuen MASTERPLAN 2014 - 2022 publiziert:

    MASTERPLAN Streitkräfte- und Unternehmensentwicklung

    Zitat:
    Der Ersatz der Panzerabwehrlenkwaffe BB-77 Dragon, der Panzerfaust und des Panzerjägers durch ein „Mehrzweck Antistruktursystem“ schliesst einmal die bestehende Lücke bei der Abwehr schwerer oder gepanzerter Fahrzeuge und ist zugleich auch ein Beispiel für die vielfache Verwendbarkeit neuer Systeme. Je nach Munitionsart können auch Löcher in Gebäudehüllen geschlagen werden.

    Zitat:
    Mit dem Vorhaben Modulares Bekleidungs- und Ausrüstungssystem für militärische Einsätze, sowie dem nachgelagerten Vorhaben der individuellen ABC Ausrüstung wird der Basisschutz der Angehörigen der Armee dem neuesten Stand entsprechen.

    Zitat:
    Die Fähigkeit zur taktischen Aufklärung der Kampfverbände am Boden wird durch eine spezifische Sensorplattform, genannt „Taktisches Aufklärungssystem“, verbessert werden. Mit dem Vorhaben „Informatik Nachrichtendienst der Armee“ sollen die durch verschiedenste Sensoren am Boden und in der Luft erzeugten Lagebilder und nachrichtendienstlichen Erkenntnisse rasch und stufengerecht an die Nutzer der Informationen auf allen Stufen verbreitet werden.

_______________________________

Dynamit Nobel Defence

International Developments of Infantry Weapons for Missions in Urban Areas – an Industrial View




Neue Generation von Panzerabwehr- und Anti-Struktur Munition nötig (ASMZ 05/2011)

Zitat:
Auf anfangs 2008 wurde das dreissigjährige Panzerabwehrlenkwaffensystem Boden-Boden DRAGON PAL BB 77) ausser Dienst gestellt und liquidiert. Die in den siebziger Jahren eingeführte drahtgesteuerte Lenkwaffe verursachte mit den überalterten Systemkomponenten sehr hohe Unterhaltskosten.

Im Rahmen der Munitionsbewirtschaftung wird die Panzerfaust Hohlladungspatrone 95 PzF HL Pat 95) zu Panzerfaust Übungspatronen umgebaut und in der Ausbildung verwendet. Mit diesen umgebauten Übungspatronen kann die Ausbildung mit dem heutigen Munitionsverbrauch bis maximal 2016/17 weitergeführt werden. Die Panzerfaust wurde in der Schweiz bis Mitte 2001 produziert und ist nicht wiederbeschaffbar.

Die Schweizer Armee verfügt aus diesen Gründen ab 2016 in den Kampfverbänden über keine Panzerabwehr und Anti-Struktur Munition mehr.

Zitat:
Zielsetzungen

Die neue Generation Panzerabwehr und Anti-Struktur Munition soll den infanteristisch eingesetzten Truppen zur Abwehr
gepanzerter Fahrzeuge sowie allen weiteren Truppen zur Nahverteidigung dienen. Zielsetzung ist, gepanzerte Fahrzeuge aller
Kategorien inklusive Kampfpanzer zu vernichten sowie im Einsatzbereich «Kampf im überbauten Gelände» Breschen in mittelstarkes Mauerwerk zu schlagen.

Um unterschiedlichen Bedrohungen situativ gerecht zu werden, ist einerseits eine Bekämpfung im unteren Distanzbereich, das heisst bis maximal 200 Meter, andererseits auch auf grössere Reichweiten von bis zu800 Metersicherzustellen, und zwar in beiden Distanzbereichen sowohl auf stehende als auch auf fahrende Ziele, dies bei einer Einsatztauglichkeit bei schlechter Sicht und bei Nacht.

Es besteht somit das Bedürfnis Mittel zu beschaffen, die auf Distanzen zwischen ungefähr 30 und 800 Meter auf der unteren taktischen Stufe zur Bekämpfung von gepanzerten Kampffahrzeugen befestigten Zielen aus Mauerwerk, Beton, Lehmbunkern Gebäudeteilen, befestigten Stellungen sowohl zur Abwehr als auch zur Nahverteidigung eingesetzt werden können.

Damit eine Überdeckung der Einsatzdistanzen sichergestellt werden kann und damit die Einsatzflexibilität gewährleistet bleibt, sind voraussichtlich zwei unterschiedliche Systeme notwendig. Diese Frage gilt es noch zu klären.

Panzerabwehr «Kurze Distanz»

Als Haupteinsatz soll dieses System gegen gepanzerte Fahrzeuge inklusive Kampfpanzer eingesetzt werden, der Nebeneinsatz ist gegen ungepanzerte oder improvisiert gepanzerte Fahrzeuge sowie gegen Gelegenheitsziele in Gebäudeteilen und befestigten Stellungen vorgesehen.

Das System soll in Fahrzeugen und Lufttransportmitteln mitgeführt werden, wobei die Verschiebung vom Transportmittel bis zur Feuerstellung in der Regel kurz sein soll. Bei Einsätzen in die Tiefe, z. B. durch Grenadiere, wird das System auch auf längere Distanzen getragen.

Vorgesehen ist eine Zuteilung bei den Pz Gren Kp, den Pz Sap Kp den schweren InfBat, den Gren Bat sowie beim AAD10.

Panzerabwehr «Nahverteidigung»

Einerseits soll der Haupteinsatz gegen gepanzerte und behelfsmässig gepanzerte Fahrzeuge erfolgen, andererseits zum Öffnen von Breschen in Mauerwerken zwecks Schaffung eines Zugangs sowie zur Bekämpfung von Gegnern in Gebäudeteilen
und befestigten Stellungen sein. Der Nebeneinsatz erfolgt gegen ungepanzerte oder improvisiert gepanzerte Fahrzeuge.

Das System soll in Fahrzeugen und Lufttransportmitteln mitgeführt oder über längere Distanzen getragen werden. Der Panzerabwehreinsatz erfolgt ab unvorbereiteten Stellungen und meistens reaktiv. Die Einsatzdistanz bedingt das Mitführen des Systems bei den Frontelementen.

Vorgesehen ist eine Zuteilung in der Konfiguration «Pzaw» analog der PzF 95, in der Konfiguration «Anti Struktur» bei
den PzGrenKp, den PzSapKp, den leichten und schweren Inf Bat, den Inf Ber Kp, den Gren Bat und dem AAD10.

Mögliche Systeme

Eine Marktbetrachtung zeigt, dass folgende Systeme – sie sind in mehreren Ländern zum Teil seitlängerer Zeit im Einsatz – für eine Beschaffung durch die Schweizer Armee in Frage kommen könnten:

    Systeme für den Distanzbereich 30 bis 200 Meter Firmen in alphabetischer Reihenfolge):

      – RGW 60/90 und Bunkerfaust der Firma Dynamit Nobel Defence

      – AT4-Familie der Firma Saab Bofors Dynamics

    Systeme für den Distanzbereich 100 bis 800 Meter:

      – NLAW New Light Anti-Tank Weapon) der Firma Saab Bofors Dynamics

Zeitplan und weiteres Vorgehen

In einem Integrierten Projektteam (IPT) bestehend aus Mitarbeiten unter anderem der Infanterie, armasuisse, Armeeplanung, Heeresstab, LBA wird im Jahre 2011 die Evaluation durchgeführt. Die Beschaffung ist in einem Rüstungsprogramm im Zeitfenster 2015/18 vorgesehen.

_________________________

Erläuternder Bericht zur Änderung der Rechtsgrundlagen für die Weiterentwicklung der Armee (Umsetzung des Armeeberichtes 2010)

vom 26. Juni 2013

Zitat:
8.4 Implikationen für schwere Waffensysteme, Zukunft der Artillerie

In seiner Stellungnahme zum Postulat 11.3752 stellte der Bundesrat in Aussicht, die aufgeworfenen Fragen zur Zukunft der Artillerie im Allgemeinen zu beantworten. Im Speziellen soll Auskunft erteilt werden zur Möglichkeit der Munitionsentwicklung bzw. -beschaffung unter dem Übereinkommen über Streumunition, zum möglichen Ersatz der heutigen Artillerie durch präzise Waffensysteme entsprechender Reichweite und zum künftigen Bestand an Artillerie.

Die Armee hat derzeit noch 133 aktive Panzerhaubitzen. Diese ermöglichen die Ausrüstung der Artillerieabteilungen, die Ausbildung in den Schulen und die Bereitstellung einer logistischen Umlaufreserve. Für Einsatzdistanzen von 10 bis 20 km ist die bestehende Artillerie mit ihren Panzerhaubitzen M-109 heute grundsätzlich ein leistungsfähiges Waffensystem. Die drei Komponenten Führung, Aufklärung und Waffenplattformen wurden vor rund zehn Jahren modernisiert bzw. im Jahre 2004 eingeführt. Mit Blick auf die Weiterentwicklung der Verteidigungskompetenz lässt sich festhalten, dass indirektes Feuer mittels Präzisionsmunition bedeutend weniger Kollateralschäden anrichtet als in der Vergangenheit. Die Reichweite liesse sich grundsätzlich noch wesentlich steigern.

Es gibt allerdings auch Aspekte, die Fragen zur Einsetzbarkeit der Artillerie in der Schweiz aufwerfen. Das erste, aber geringere Problem ist, dass mit dem Verzicht auf Kanistermunition Lücken in Reichweite und Wirkung bestehen, die nur mit wesentlichen Investitionen geschlossen werden könnten, die angesichts der verfügbaren Mittel und Prioritäten kaum realistisch sind. Das zweite, grundlegendere Problem besteht darin, dass Verteidigungsoperationen voraussichtlich auch in überbautem Gebiet stattfinden würden und ein massiver Einsatz von Artillerie in Agglomerationen angesichts der unvermeidbaren Schäden kaum ins Auge gefasst werden kann.

Es ist möglich, dass schwere Waffensysteme wie Panzerhaubitzen oder Kampfpanzer nicht mit Systemen ähnlicher Art ersetzt werden, wenn sie an das Ende ihrer Einsatzdauer gelangen. Die Ausrüstung und Bewaffnung muss den bestehenden und absehbaren Bedrohungen und Gefahren entsprechen, und es ist anzunehmen, dass in Zukunft mobilere, flexiblere und leichtere Waffensysteme effizienter sind.



Zuletzt geändert von theoderich am 17. Mai 2015, 16:48, insgesamt 5-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Neue Schweizer Rüstungsprojekte
BeitragVerfasst: 22. Jul 2014, 09:56 

Registriert: 09. Sep 2008, 22:29
Beiträge: 20714
armee.ch, Ausgabe 1/14 hat geschrieben:
Infanterieprojekte
Höhere Leistungsfähigkeit der Infanteristen der Zukunft

Im Bereich der Infanterie, werden zur Zeit zahlreiche Projekt geprüft, unter anderem der Kauf neuer Schiesssimulatoren, neuer Panzerabwehr- und Anti-Struktur-Waffen sowie eines neuen Bekleidungs- und Ausrüstungssystems, die bis Ende des Jahrzehnts beschafft werden sollen. Durch den Erwerb dieser Mittel können die Infanteristen und die Infanterieformationen der Zukunft ihre Aufträge noch besser erfüllen.
__
Oberstlt i Gst Frédéric Terrapon, Chef FGG 5, Stab LVb Inf
Maj i Gst Edouard Vifian, Projektleiter, FGG 5, Stab LVb Inf

Das modulare Bekleidungs- und Ausrüstungssystem (MBAS) bietet allen Angehörigen der Armee thermischen und ballistischen Schutz sowie Schutz gegen Kampfstoffe. Es beinhaltet unter anderem ein modernes und ergonomisches Transportsystem, das die Mitnahme von Getränkereserven ermöglicht.

Die modernen Schiesssimulatoren erleichtern die Schiessausbildung mit Sturmgewehr, Pistole, Maschinengewehr und Scharfschützengewehr durch Lasersimulationstechnik. Sie vereinfachen die Aufgabe der Kader und der Truppe bei der Einrichtung und Durchführung von Übungen in kleinen Staffeln (von Trupp bis Zug).

Die Panzerabwehr- und Anti-Struktur-Waffen der neusten Generation ersetzen die Panzerfaust und versetzen die Infanterieformationen sowohl bei Kontrollaufgaben (Nahverteidigung) als auch bei Kampfaufgaben (Panzerabwehr) in die Lage, einerseits (halb-) gepanzerte Ziele zu bekämpfen und andererseits, Breschen in Bauten zu schlagen.



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 Betreff des Beitrags: Re: Neue Schweizer Rüstungsprojekte
BeitragVerfasst: 08. Sep 2014, 23:05 

Registriert: 18. Mai 2014, 18:24
Beiträge: 244
http://www.parlament.ch/d/suche/seiten/geschaefte.aspx?gesch_id=20143660

Zitat:
Es entspricht auch der Absicht des Bundesrates, Ausrüstungslücken der Armee zu schliessen. Im Interesse ausgeglichener und voraussehbarer Bundesfinanzen soll der Ausfall einer geplanten grösseren Beschaffung dazu genutzt werden, finanziellen Handlungsspielraum für künftige Zeiten stärkerer Belastung zu schaffen. Das VBS plant aus diesem Grunde, verschiedene wegen der Gripen-Beschaffung zurückgestellte Projekte (z.B. Ablösung der veralteten bodengestützten Fliegerabwehrsysteme, indirekte Feuerunterstützung Kampfbataillone, sichere Kommunikation, persönliche Ausrüstung) rasch voranzutreiben, damit sie nicht in die Zeit fallen, wenn die Beschaffung eines neuen Kampfflugzeugs fällig wird.


Ich denke das indirekte Feuerunterstützung Kampfbataillone das neue Mörser System ist


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 Betreff des Beitrags: Re: Neue Schweizer Rüstungsprojekte
BeitragVerfasst: 08. Sep 2014, 23:25 

Registriert: 09. Sep 2008, 22:29
Beiträge: 20714
Genau. Das geht auch aus der WEA-Botschaft hervor:

    Botschaft zur Änderung der Rechtsgrundlagen für die Weiterentwicklung der Armee

    vom 3. September 2014

    Zitat:
    Entwicklung der Ausrüstung und Bewaffnung

    [...]

    Seit der Ausserdienststellung der Panzerminenwerfer besteht bei der indirekten Feuerunterstützung auf kurze Distanzen eine Lücke. Diese soll in den nächsten Jahren durch die Beschaffung eines neuen Minenwerfer-Systems geschlossen wer-den. Lücken bestehen aber auch bei der indirekten Feuerunterstützung auf mittlere Distanzen. Die Armee ist in einem Projekt zur Zukunft der Artillerie daran, Optionen dafür zu erarbeiten, wie die Fähigkeit zur indirekten Feuerunterstützung längerfristig weiterentwickelt werden kann. Ebenfalls der Schliessung einer Fähigkeitslücke dient die geplante Beschaffung eines tragbaren Mehrzwecksystems, das die Panzerfaust ablösen soll; diese wird nicht mehr produziert und es kann für sie keine Einsatzmunition mehr nachbeschafft werden.

    Zitat:
    Geplant ist zudem die Beschaffung von neuen Radschützenpanzern.


Die Vorhaben stehen übrigens auch im Masterplan 2014 - 2021. Minenwerfer und das neue Artilleriesystem müssten theoretisch 2018/2019 bzw. ab 2019 zulaufen [siehe: Ressourcierung der Streitkräfteentwicklung 2014-2021], die Finanzierung war aber zum Zeitpunkt der Ausarbeitung dieses Plans nicht gesichert:



Das Thema wird schon seit 2010 diskutiert:

    Bogenfeuer auf Bataillonsstufe
    Abschaffung und eventuelle Wiedereinführung der Minenwerfer



    VETSCH Matthias: Umgang mit Fähigkeitslücken am Beispiel der Artillerie (Military Power Revue der Schweizer Armee, Nr. 1/2010)

    Zitat:
    Fähigkeitslücken im Bereich der Feuermittel

    Im Bereich der Feuermittel bestehen die gravierendsten Fähigkeitslücken zum internationalen Benchmark, insbesondere seit den Entscheiden in den letzten Jahren:

      – Ausserbetriebstellung des Systems 12 cm Panzerminenwerfer 64 und damit Wegfall der Feuerunterstützungsmittel auf Stufe Bataillon.

      – Der angestrebte Verzicht auf Kanistermunition (KaG) aufgrund des Übereinkommens über Streumunition vom 30. Mai 2008 von Dublin und als Konsequenz daraus der Wegfall der Fähigkeit zum wirksamen Flächenfeuer über 20 km auf der oberen taktischen Stufe. Die vorhandene Suchzündermunition Artillerie (SMArt) ist lediglich ein Teilersatz – insbesondere bezüglich Reichweite.

      – Das fehlende Mittel für das operative Feuer, welches insbesondere seit dem Wegfall der Erdkampffähigkeit der Luftwaffe (Close Air Support, CAS) noch mehr ins Gewicht fällt.

      – Zudem bildet das Fehlen von Kampfhelikoptern und bewaffneten Drohnen eine Lücke in einem modernen Gesamtsystem «Feuerunterstützung» und weit darüber hinaus.

    Dass diese Fähigkeitslücken im heutigen politischen Umfeld materiell nicht geschlossen werden können, dürfte offensichtlich sein. Es wäre illusorisch zu denken, es liessen sich derzeit einzelne Politiker, geschweige denn Mehrheiten finden, welche sich für die Beschaffung von Raketenwerfern und Kampfhelikoptern einsetzen würden. Die materielle Beschaffung ist jedoch auch nicht das Vordringlichste. Essentiell ist es hingegen, die heute noch bestehenden Fähigkeiten in den Stabsprozessen (z. B. Einsatzplanung und Feuerführung bezgl Waffenträger Stufe Bat, KaG) beizubehalten und sich fehlenden Fähigkeiten (z. B. operatives Feuer, CAS) auf Stufe Stab Grosser Verband (Art Chef, FFZ) anzueignen und zu pflegen.

    Es wäre absolut unrealistisch, eine Verteidigungsoperation wie z. B. die Sim Übungen «JANUS» und «LÜTHY» oder die Stabsrahmenübungen «MARS» ohne Feuerunterstützungsmittel auf Stufe Bat oder ohne operatives Feuer durchzuspielen. Keine Armee der Welt würde ohne diese Elemente zu einer Operation einer ähnlichen Grössenordnung mit Aussicht auf Erfolg antreten wollen. Da Simulatoren bekanntlich vieles können und wir hier in erster Linie von den Stäben als Beübte sprechen, sollte dies problemlos möglich sein. Ob später bei einem effektiven Einsatz die entsprechenden Mittel in geeigneter Anzahl vorgängig beschafft werden können oder durch einen Koalitionspartner bereit gestellt werden, ist eine Frage die dann in Abhängigkeit zum politischen Umfeld zu jenem Zeitpunkt gefällt werden muss.

    Wichtig ist aber auch hier wieder, dass diejenigen Offiziere, welche sich mit Planung und Einsatz der Systeme befassen, grundsätzlich mit solchen Komponenten vertraut sind und sie im Feuerführungskonzept integrieren können. Auf Stufe Grosser Verband sind dies der Art Chef und sein FFZ, aber auch Teile der Gst Of im Führungsgrundgebiet 3 Operationen, auf Stufe Kampfbataillon der Feuerunterstützungsoffizier (FUOf), sowie der Chef Einsatz (S3). Ebenso müssen die Schnittstellen zum INTAFF sichergestellt sein und es wäre grundsätzlich falsch, wenn die 12 cm Pz Mw und KaG ersatzlos aus dem System entfernt werden.



Theoretisch ist hierfür auch ein Waffensystem aus Schweizer Produktion verfügbar:



Zuletzt geändert von theoderich am 08. Sep 2014, 23:54, insgesamt 2-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Neue Schweizer Rüstungsprojekte
BeitragVerfasst: 08. Sep 2014, 23:52 

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Danke für die Infos

Balken Geschütze Fahrzeuge für Inf. steht ab 2020
aber die bekommen doch schon die DURO III P

Dann bekommen die Pz Btl (PzGren ) wieder Mörser


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 Betreff des Beitrags: Re: Neue Schweizer Rüstungsprojekte
BeitragVerfasst: 08. Sep 2014, 23:59 

Registriert: 09. Sep 2008, 22:29
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Alarich hat geschrieben:
Balken Geschütze Fahrzeuge für Inf. steht ab 2020
aber die bekommen doch schon die DURO III P


Dabei geht es vermutlich um das Projekt "Neue Generation Radschützenpanzer". Die Infanteriebataillone sollen sowohl mit dem GMTF Duro IIIP, als auch mit Radschützenpanzern ausgestattet werden.


Zuletzt geändert von theoderich am 09. Sep 2014, 00:01, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Neue Schweizer Rüstungsprojekte
BeitragVerfasst: 09. Sep 2014, 00:00 

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Beiträge: 244
Danke für die Info


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 Betreff des Beitrags: Re: Neue Schweizer Rüstungsprojekte
BeitragVerfasst: 17. Sep 2014, 18:18 

Registriert: 18. Mai 2014, 18:24
Beiträge: 244
Bewaffnete Schweizer

http://www.20min.ch/schweiz/news/story/Sicherheitspolitiker-gegen-Fehrs--Kriegsmunition--11545643

[quoteWehrmänner sollen die Munition wieder zuhause lagern, schlägt SVP-Nationalrat Hans Fehr vor. Für die Sicherheitskommission ein Rückfall in den Kalten Krieg][/quote]


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 Betreff des Beitrags: Re: Neue Schweizer Rüstungsprojekte
BeitragVerfasst: 11. Nov 2014, 16:15 

Registriert: 09. Sep 2008, 22:29
Beiträge: 20714
Zitat:
Modulares Bekleidung- und Ausrüstungssystem (MBAS)

Bild

Nachfolgebeschaffung von:

    - Tarnanzug 90;
    - Grundtrageinheit 90 / Kampfrucksack 90 / Rucksack 90;
    - Schutzwesten;
    - Trinksystem.

2012 = Vorevaluation

2013 = Truppenprinzipversuche

2014 = Weiterentwicklung Komponente / Doktrin- und Einsatzfragen

2014-2015 = Verifikation Prinzipversuche / Weiterentwicklung Komponente

2016 = Truppenversuche

2018 = Verifikation Truppenversuche

2019-20 = Geplante Beschaffung

2021 = Geplante Einführung



Herbsttagung der SOGART (Schweizer Soldat | Nr. 10 | Oktober 2014)

Zitat:
Wellinger: Turm auf Rädern

Vertieft behandelte Brigadier Wellinger die Beschaffung des neuen Mörsers, wie der Minenwerfer fortan heisst. Der Kommandant des Lehrverbandes redete eindeutig der Turmlösung auf Rädern das Wort:

    • Es würden relativ wenige Mörser angeschafft. Deshalb zähle die Beweglichkeit. Räder seien mobiler als Raupen.

    • Der Schutz der Mannschaft wiege schwer. Der Turm schütze die Truppe weit besser als open turret.





Zuletzt geändert von theoderich am 13. Mai 2015, 16:31, insgesamt 4-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Neue Schweizer Rüstungsprojekte
BeitragVerfasst: 21. Feb 2015, 09:51 

Registriert: 09. Sep 2008, 22:29
Beiträge: 20714
Ein möglicher Kandidat für den neuen Minenwerfer der Schweizer Armee:

___________________________

Ein Jahr Kdt Lehrverband Panzer/Artillerie (ASMZ, 01/02/2015)

Zitat:
Zur Zukunft der Panzertruppen: Planen Sie eine weitere Runde Werterhaltung für die verbleibenden Panzer 87 LEO? Folgt eine Werterhaltung der SPz 2000?

    Als Kdt LVb Panzer/Artillerie würde ich natürlich die Weiterentwicklung des Panzer 87 Leopard WE respektive die Werterhaltung weiterer Panzer 87 Leopard sofort begrüssen. Zurzeit jedoch dürfte ein solches Rüstungsvorhaben kaum Aussicht auf Erfolg haben. Wichtig ist jedoch, dass wir den internationalen Trend, also den Markt, weiterhin verfolgen und den Zeitpunkt nicht verpassen, erstens die bestehenden Panzer 87 LeopardWE weiterzuentwickeln respektive zweitens die restlichen Panzer Leopard 87, die noch nicht dem Werterhaltprogramm unterzogen wurden, nachzurüsten. Dies bedingt jedoch, dass Letztgenannte weder verkauft noch anderweitig entsorgt werden.

    Der Schützenpanzer 2000 ist zurzeit «State of the art». Hier muss in den kommenden Jahren nichts unternommen werden. Aber es gilt, was ich oben zum Kampfpanzer gesagt habe, der Zeitpunkt für ein Werterhaltprogramm darf nicht verpasst werden.

    Andere Fahrzeuge haben einen Werterhalt respektive eine Ablösung jedoch viel dringender nötig. Ich denke dabei massgeblich an das Aufklärungs- sowie das Schiesskommandantenfahrzeug, aber auch an die Panzerhaubitze M-109.

Sind neue Mittel geplant, zum Beispiel für die Feuerunterstützung auf Stufe Bataillon?

    Im Bereich der Bogenschusswaffen haben wir diverse Fähigkeitslücken. Neben dem operativen Feuer fehlt uns auch das Bogenfeuer der Minenwerfer. Die Infanterie kann über das Feuer ihrer 8,1cm
    Minenwerfer verfügen. Zum Glück dürfte diese Fähigkeitslücke der Panzertruppen mit dem Rüstungsprogramm 2016 geschlossen werden. Die militärischen Anforderungen sind definiert und der unterzeichnete Projektauftrag zur Beschaffung des Mörsers 16 liegt vor. Der Typenentscheid ist jedoch noch nicht gefällt und bis zum Meilenstein 30 werden diesbezüglich auch noch politische Diskussionen geführt. Ich kann deswegen keine Aussagen über «Turm oder open hatch», über «Pneu oder Raupen» machen. Ich weiss, was ich mir wünschen würde und was ich als zweckdienlich für den Kampfim überbauten Gebiet erachte. Was jedoch unbestritten sein dürfte, ist, dass jedes Geschütz über «on board Computing» verfügen muss. Denn nur so können die Geschütze einzeln eingesetzt werden, was zwingend ist. Bei einer kleinen Anzahl von Geschützen müssen mehrere Einzelziele gleichzeitig mit einem Zug bekämpft werden können.

Zur Zukunft der Artillerie: Planen Sie eine weitere Runde Werterhaltung für die Pz Hb M-109? Folgt ein baldiger Ersatz durch Geschütz auf Lkw? Wie wird die Frage weitreichende Munition gelöst?

    Ob die Panzerhaubitze abgelöst oder ein weiterer Werterhalt respektive eine Kampfwertsteigerung durchgeführt wird, ist noch offen, wie auch, ob bei einer allfälligen Ablösung ein Pneu basiertes System gewählt wird oder nicht. Meines Erachtens ist aber nicht das Trägersystem der Taktgeber, sondern die Munition.

    Mit dem Verzicht auf die Kanistermunition wurde die Reichweite unserer Artillerie um einen Drittel reduziert. Hier sehe ich den grössten Handlungsbedarf. So könnte zwar eine Reichweite von 30 km mit heute erhältlicher Munition wieder erreicht werden, jedoch hat keine Munition, die die Auflagen des Ubereinkommens über Streumunition erfüllt, eine mit den Kanistergeschossen vergleichbare Wirkung. Dies gilt insbesondere für die Wirkung auf halbharte Ziele, wie Schützenpanzer, und harte Ziele, wie Kampfpanzer. Neue Munition muss zwecks Reduktion von Kollateralschäden entweder aus Stahlgranaten mit Streuungsreduktion, das heisst eine Steuerung durch an der Granate angebrachte Flügelelemente, oder aus GPS gelenkter Munition bestehen. Beide Systeme sind auf dem Markt erhältlich respektive werden zurzeit in Einsätzen erprobt. Diese sind, insbesondere die GPS gelenkte Munition, jedoch sehr teuer. Ein Vergleich von Kosten und Nutzen, also die Wirkung pro Granate auf den Gegner, unter Berücksichtigung der Reduktion von Kollateralschäden, zeigt jedoch, dass sich eine solche Investition doppelt lohnt. Zum einen erhöht eine hochwertige Munition den dissuasiven Effekt und zum andern wird die Leistungsfähigkeit gesteigert. Neue Munition bedarf jedoch auch der Erneuerung der Sensoren.

___________________________

Forschungsplanung 2015
Managementversion

Thun, 9. Dezember 2014

Zitat:
Fachkompetenzaufbau für Masterplanprojekte (z.B. MALS+, ADS-15, ISSYS NG, IMINT-Center, TASYS, FLORAKO Upgrade, IFASS, UewSys NG, BODLUV NG) und für Technologieberatung zugunsten Militärdoktrin und Fähigkeitsmanager.



Zuletzt geändert von theoderich am 11. Mai 2016, 11:58, insgesamt 3-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Neue Schweizer Rüstungsprojekte
BeitragVerfasst: 25. Feb 2015, 11:03 

Registriert: 09. Sep 2008, 22:29
Beiträge: 20714
Ruag Uncoils Cobra Mortar System (24. Februar 2015)

Zitat:
First though Zoller said he expects to hear "imminently" whether Ruag has found a launch customer in the shape of the Swiss military that has been evaluating proposals in a competition to acquire a mechanized 120mm mortar system.

An earlier Ruag version of Cobra, known as Bighorn, was developed to meet an earlier Swiss Army requirement, which eventually evaporated and the program abandoned.

Cobra is a much improved and updated electronic version of a Bighorn system that relied on hydraulics to operate many of its systems.

The weapon is production ready and the Swiss company has already integrated the Cobra mortar on the Piranha 2 wheeled armored vehicle and work will be carried out to marry the system to the Piranha 3 if the Swiss competition goes Ruag's way.



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 Betreff des Beitrags: Re: Neue Schweizer Rüstungsprojekte
BeitragVerfasst: 16. Mai 2015, 21:13 

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Der Aufklärer der Zukunft (ASMZ, Nr. 04 – April 2015 – 181. Jahrgang)

Zitat:
Ausrüstung

Das Aufklärungsfahrzeug 93/97 war bereits in seiner Grundkonzeption ein – nicht besonders gelungener – Kompromiss. Auf der einen Seite bietet das Fahrzeug der Besatzung nur einen moderaten Schutz gegen Kleinkaliberbeschuss und Splitter, auf der anderen Seite ist das Fahrzeug aufgrund des relativ hohen Gewichts in Kombination mit dem leistungsschwachen Motor und des ungünstigen Schwerpunktes fahrdynamisch heikel zu steuern und nur bedingt geländetauglich. Des Weiteren ist die Sicht stark eingeschränkt, was die räumliche Wahrnehmung des aufgesessenen Aufklärungstrupps Aufklärungstrupps merkbar reduziert. Letztere kann zwar über die zwei Beobachtungsluken teilweise verbessert werden, wobei sich der Aufklärer aber exponieren muss, was wiederum die Schutzfunktion des Fahrzeuges in Frage stellt.

Die Neubeschaffung eines leichten Aufklärungsfahrzeugs, welches sich durch eine starke Bewaffnung (z.B. Mg 51, 40 mm Maschinengranatwerfer, Panzerabwehrlenkwaffe), eine Nebelwurfanlage und eine nur leichte Panzerung auszeichnet, scheint daher angezeigt. Dadurch kann die für den Aufklärer entscheidende hohe Mobilität und Rundumsicht gewährleistet werden, ergänzt mit einer hohen Durchsetzungsfähigkeit in Begegnungsgefechten. Für den urbanen Einsatz müssen unauffällige zivile Fahrzeuge zur Verfügung gestellt werden.

Bei der persönlichen Ausrüstung muss man sich vom Gedanken lösen, dass jeder Schweizer Soldat identisch ausgerüstet sein muss. Der Auftrag bestimmt die Ausrüstung!

Die persönliche Trageausrüstung der Aufklärer sollte in Zukunft aus einem Plattenträger für die Aufnahme von ballistischen Schutzplatten, truppenspezifischen Magazin- und Ausrüstungstaschen sowie zwei verschiedenen Rucksäcken bestehen (z.B. 25 Liter und 90 Liter). Die Primär- und Sekundärbewaffnung muss gradunabhängig aus dem Sturmgewehr 90 und der Pistole 75 bestehen, ergänzend dazu sind die Aufklärungstrupps mit MP-5SD, Scharfschützengewehr 04 und Sprengmitteln auszustatten.

Die veralteten und relativ schweren Systeme WBG 90 und RLV 95 sind durch leistungsfähige und mobile optronische Systeme abzulösen. Schweizer Firmen wie VECTRONIX bieten Systeme an, die bei einem Bruchteil an Grösse, Gewicht und Lärm ein Vielfaches an Leistung bieten und zudem mit handelsüblichen Batterien betrieben werden können, was die Logistik vereinfacht. Tragbare Drohnensysteme, welche auf dem zivilen Markt sehr kostengünstig zu beschaffen sind, ergänzen das Lagebild aus der dritten Dimension. Mit der Einführung eines neuen Informatiksystems zur Übertragung
von Daten und Bildern in Echtzeit könnte das Lagebild der vorgesetzten Stufe entscheidend verbessert werden.

Schliesslich ist die logistische Autonomie und Durchhaltefähigkeit der Aufklärungspatrouille mit Hilfe von entsprechenden Kochsystemen (z.B. Jet-Boil), Fertignahrung, Wasseraufbereitung, Ersatzteilen und Munition sicherzustellen. Gemäss Reglement 54.032 «Der Aufklärungszug» kommt dem Sanitätsdienst «vor allem psychologisch eine grosse Bedeutung zu», weshalb mindestens ein Aufklärer pro Patrouille zum Einsatzsanitäter (engl. Combat Medic) ausgebildet und ausgerüstet werden muss.



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 Betreff des Beitrags: Re: Neue Schweizer Rüstungsprojekte
BeitragVerfasst: 17. Mai 2015, 00:06 

Registriert: 18. Mai 2014, 18:24
Beiträge: 244
Hört sich an wie die PzBrig dann Gepanzerte Fahrzeuge bekommen
Urban vielleicht sogar auf CV 90 wie Norwegen und Schweden schon haben


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 Betreff des Beitrags: Re: Neue Schweizer Rüstungsprojekte
BeitragVerfasst: 17. Mai 2015, 09:29 

Registriert: 09. Sep 2008, 22:29
Beiträge: 20714
Ich wüsste gerne, wo Du das herausliest? Möglich, dass sich der Autor so etwas wünscht:


Es könnte auf einen GDELS MOWAG Eagle 4x4 mit einer Waffenstation von Kongsberg (wie sie schon bei den Kommandofahrzeugen 6x6 Piranha und den GMTF verwendet wird) hinauslaufen:



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