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 Betreff des Beitrags: EU - Battle Groups
BeitragVerfasst: 28. Sep 2009, 18:20 

Registriert: 09. Sep 2008, 22:29
Beiträge: 20733
Mir ist gerade aufgefallen, dass es bisher keinen Thread zu diesem zentralen Thema der ESVP gibt. Da hat sich das EU-Verteidigungsministertreffen geradezu angeboten:

Schweden drängt auf Einsatz von EU-Kampfverbänden

Zitat:
"Wir müssen ein besseres gemeinsames Verständnis davon entwickeln, wann und wie wir die Battle Groups einsetzen", sagte Schwedens Verteidigungsminister Sten Tolgfors. Neben dem schnellen und kurzfristigen Einsatz in Krisenzeiten müssten die Verbände auch zu anderen EU-Verteidigungsmissionen beitragen können.


Zitat:
Der italienische Verteidigungsminister Giuseppe Cossiga mahnte, die Battle Groups seien als "Reserve" konzipiert. "Sie sollten nur in einer Krise eingesetzt werden."
Schweden schlägt dafür vor, eine der jeweils gut 1500 Mann starken Battle Groups stets für eine Krisensituation einsatzbereit zu behalten, die andere aber flexibler einzusetzen.

Polen sprach sich dafür aus, die Sondertruppen mehr auf Europa selbst zu konzentrieren. "Sie sollten vor allem eingesetzt werden für die Gefahr, die aus unserer Nachbarschaft kommt", sagte der polnische Verteidigungsminister Bagdan Kilch. "Die Gefahr von dort ist für uns viel größer."



Allgemeine Information



      Österreich beteiligt sich an EU-Gefechtsverbänden (23. November 2004)

      Zitat:
      Bekanntlich hat sich Österreich bereits im Jahr 1998 zur Weiterentwicklung der gemeinsamen Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik und zu den Petersberg-Aufgaben (friedenserhaltende und friedensschaffende Maßnahmen im Rahmen der EU) bekannt. Die Gefechtsverbände sind eine logische Weiterentwicklung der 60.000 Mann starken EU-Einsatztruppe, die im Jahr 2000 beschlossen wurde. Sie unterscheiden sich lediglich durch die raschere Verfügbarkeit.

      Zitat:
      Die Masse der Einsatzgruppen wird multinational gebildet, das heißt, mehrere Staaten stellen Truppen zu einem Gefechtsverband ab. Österreich plant einen Beitrag in der Stärke von ca. 200 Soldaten. Diese könnten aus den Bereichen Infanterie, Pioniere oder ABC-Abwehr kommen. Die Teilnahme an einem Verband ist durch den Artikel 23f B-VG verfassungsrechtlich gedeckt. Der Beschluss einer konkreten Operation wird auf Basis der UN-Charta und dem internationalen Recht erfolgen und folgt dem normalen EU-Entscheidungsverfahren (Prinzip der Einstimmigkeit - Gemeinsame Aktion nach Artikel 14 EU-Vertrag).

      Die Entscheidung für einen Einsatz in Österreich erfolgt durch Ministerratsbeschluss und Genehmigung durch den Hauptausschuss des Nationalrates. Damit bleibt selbstverständlich die nationale Entscheidungsfreiheit gewahrt. Die Absicht an der Teilnahme an diesen Gefechtsverbänden wurde bereits in den Empfehlungen der Bundesheerreformkommission zum Ausdruck gebracht.

      Beim formellen EU-Verteidigungsministertreffen am 22. November 2004 in Brüssel hat Bundesminister Günther Platter seine Absicht bekundet, gemeinsam mit Deutschland und der Tschechischen Republik eine rasch verfügbare Einsatzgruppe zu bilden. Detailgespräche zur Bildung dieses Verbandes werden folgen.



          Regierungsprogramm für die XXIV. Gesetzgebungsperiode

          Zitat:
          B. Landesverteidigung

          [...] Zu berücksichtigen sind weiters Beiträge zur Weiterentwicklung der Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik und die Mitwirkung an der schrittweisen Festlegung einer gemeinsamen Verteidigungspolitik der EU, die zu einer gemeinsamen Verteidigung führen könnte. Die diesbezügliche Politik der EU berührt nicht den besonderen Charakter der Sicherheits- und Verteidigungspolitik bestimmter Mitgliedstaaten.

          [...]

          Das Bundesheer soll dabei zum gesamten militärischen Aufgabenspektrum der Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik auch nach kurzen Vorwarnzeiten beitragen können. Das betrifft auch die Wahrnehmung der Teilnahme an schnellen Krisenreaktionskräften der EU (Battle-Group-Konzept) und die Weiterentwicklung des Beitrages dazu auf Basis der Erfahrungen der für 2011 und 2012 festgelegten Teilnahmen. Eine österreichische Beteiligung an solchen Einsätzen der EU erfolgt auf Basis der einschlägigen Bestimmungen des österreichischen Verfassungsrechts unter Berücksichtigung der entsprechenden Bestimmungen im EU-Vertrag. Ein Schwerpunkt dabei ist die Erreichung des bestehenden EU-Planungsziels ("Headline Goal 2010“).

          Gleichzeitig wird auf das ambitionierte Ziel hingearbeitet, kurzfristig verfügbare, strukturierte Kräfte zur Führung einer multinationalen Framework-Brigade mit Aufgaben im gesamten Spektrum der Petersberg-Aufgaben neu ins Ausland zu entsenden. Die Realisierung dieses Ziels erfolgt insbesondere unter Berücksichtigung der für Aufgaben im Inland benötigten Ressourcen.



          Regierungsprogramm für die XXIII. Gesetzgebungsperiode

          Zitat:
          5. Äußere Sicherheit

          Die Bundesregierung setzt sich für eine umfassende Friedenspolitik ein. Auf der Grundlage seiner verfassungsrechtlich bestimmten immerwährenden Neutralität wird Österreich weiterhin ein verlässlicher und solidarischer Partner in der Welt sein und sich aktiv an der weiteren Entwicklung der Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik beteiligen.

          Dazu gehört die Erreichung des bestehenden EU-Planungsziels („Headline Goal 2010“) unter besonderer Berücksichtigung der Sicherstellung der raschen Reaktionsfähigkeit der EU. Zugleich sind die EU-Instrumente für das zivile Krisenmanagement unter besonderer Berücksichtigung der EU-Planungsziele für 2008 auszubauen.


          Zitat:
          Äußere Sicherheit und Landesverteidigung

          [...] Die Erfüllung der Solidaritätsleistungen im Rahmen der EU sind Bestandteil der österreichischen Friedenspolitik. Österreich wird sich daher aktiv an der Weiterentwicklung der Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (ESVP) beteiligen. Ein Schwerpunkt dabei ist die Erreichung des bestehenden EU-Planungsziels ("Headline Goal 2010“) unter besonderer Berücksichtigung der Sicherstellung der raschen Reaktionsfähigkeit der EU.


          Zitat:
          I. Sicherheitspolitik

            1. Die Teilstrategien der Bundesministerien zur Sicherheitspolitik sind zu finalisieren und eine staatliche Gesamtstrategie ist zu erstellen.

            2. Weiterentwicklung der ESVP durch Unterstützung der Bemühungen zur Verwirklichung der in Art. 17 des EU-Vertrags aufgezeigten Möglichkeit einer gemeinsamen europäischen Verteidigung, die nicht den besonderen Charakter der Sicherheits- und Verteidigungspolitik bestimmter Mitgliedstaaten berührt.



          Regierungsprogramm der Österreichischen Bundesregierung für die XXII. Gesetzgebungsperiode

          Zitat:
          3. Äußere Sicherheit und Landesverteidigung

          [...] In Zukunft werden neben den territorialen Verteidigungsaufgaben internationale Solidaritätsleistungen, Katastrophenhilfe sowie Assistenzleistungen des Bundesheeres (z.B. zur Grenzsicherung) im Vordergrund stehen. Das Bundesheer muss für alle diese Aufgaben, einschließlich der Teilnahme am gesamten Spektrum des europäischen Krisenmanagements (Petersberg- Aufgaben), der Stabilitäts- und europäischen Beistandsaufgaben, vorbereitet werden.

            Weiterentwicklung der ESVP: Unterstützung der Bemühungen zur Verwirklichung der in Art. 17 des EU-Vertrags aufgezeigten Möglichkeit einer gemeinsamen europäischen Verteidigung. Aktive Mitwirkung und Mitarbeit Österreichs an einer zukünftigen Beistandsgarantie im Rahmen der Europäischen Union. Aufnahme einer Solidaritätsklausel zur Bewältigung von terroristischen Bedrohungen im Rahmen der EU. Mitwirkung an einer zukünftig verstärkten Zusammenarbeit im Bereich von Sicherheit und Verteidigung.

            Österreichischer Beitrag zum Headlinegoal der EU: österreichischer Beitrag von derzeit rund 1500 Soldaten für das militärische Planungsziel der EU, Sicherstellung der entsprechenden Ausrüstung und Maßnahmen im Personalbereich. Bereitstellung von Polizei- und Zivilschutzkräften sowie Justizpersonal für zivile Operationen im Rahmen der ESVP.




      Die militärische Komponente im internationalen Krisenmanagement (ÖMZ, Ausgabe 3/2002)
      von Karl Schmidseder

      Zitat:
      In Österreich resultiert die Beurteilung einer möglichen Teilnahme an einer internationalen Intervention einerseits aus den sehr ausführlichen diesbezüglichen Ministerratsbeschlüssen(FN53), andererseits aber auch aus der über Jahrzehnte geübten Praxis, wonach hochrangige Beamte in Abstimmung mit ihren counterparts die tatsächliche politische Entscheidung aufbereiteten. In vielen Fällen basiert die Nachvollziehbarkeit der jeweiligen österreichischen Position auf Protokollen über jeweilige Sitzungen des Ministerrates, der entweder einen Bericht eines oder mehrerer Minister über beabsichtigte Maßnahmen zur Kenntnis nimmt oder als Gremium einen Beschluss fasst.


      Zitat:
      Das Schwergewicht des österreichischen Engagements wird im Rahmen der EU zu setzen sein, ohne jedoch die globale Dimension österreichischer Präsenz bei PSO zu vernachlässigen. Dazu ist es einerseits erforderlich, eine gesamtstaatliche Policy für Beiträge zum zivilen Krisenmanagement zu entwickeln. Über die bereits bestehende "Plattform für humanitäre und Katastrophenhilfe" sollte eine Schirmorganisation für alle anderen Instrumente des zivilen Krisenmanagements wie Polizeikräfte, Personal zur Stärkung des Rechtssystems, der zivilen Administration und des Zivilschutzes geschaffen werden. Zielsetzung sollte es sein, im Anlassfall mit einem umfassenden "österreichischen Paket" ein rasches Engagement sicherzustellen.

      Im Rahmen des internationalen militärischen Krisenmanagements sollte sich Österreich auf Grund der derzeitigen (unzureichenden) Rahmenbedingungen auch weiterhin nicht an Peace Enforcement Operationen im Sinne von Peace Restoration (PSO mit Kriegscharakter) beteiligen. Zumindest bataillonsstarke Kräfte des Österreichischen Bundesheeres sollten jedoch in der Lage sein, im Sinne der Solidarität mit den anderen Truppenstellern im Anlassfall rasch an KFOR-ähnlichen Szenarien (VN-mandatierte Peace Enforcement Operation im Sinne von Peace Implementation) teilzunehmen.


      Zitat:
      Ein ausschließliches Konzentrieren auf Kampfeinheiten bei PSO wäre jedoch zu vermeiden. Es sollte eine ausgewogene Balance zwischen herkömmlichen Peacekeeping-Missionen, Beobachtermissionen/zivilen Missionen mit Personal des BMLV, Operationen zur humanitären Hilfeleistung, Such- und Rettungsoperationen und militärisch anspruchsvolleren Missionen angestrebt werden.


      Zitat:
      Zur raschen Teilnahme an PSO im Sinne der Solidarität und gemeinsamen Lastenteilung werden die Kategorisierung der österreichischen Streitkräfte und das Abgehen vom strikten Freiwilligkeitsprinzip für Auslandseinsätze unausweichlich sein.



      Parlamentskorrespondenz Nr. 664 vom 16.11.2000
      SCHEIBNER: EUROKORPS NICHT AUS HEERESBUDGET FINANZIEREN

      Zitat:
      Verteidigungsminister Herbert Scheibner räumte ein, dass das Heeresbudget aus Gründen der Budgetsanierung gering dotiert sei, wies aber darauf hin, dass dem Bundesheer alle Einnahmen aus Liegenschaftsverkäufen über 600 Mill. S zusätzlich zur Verfügung stehen und die Budgets 2001 und 2002 wegen der guten Konjunktur mit einem Überhang von 1 Mrd. S aus dem Jahr 2000 entlastet werden. Die Kosten für die Teilnahme an der GASP müssen zusätzlich zu den Budgets 2001/2002 finanziert werden, hielt der Verteidigungsminister nachdrücklich fest.

      Da Österreich wenig modernes Gerät in das Eurokorps einbringen könne, sollen zwei Bataillone mit Zusatzmodulen (Transport, Sanität, ABC-Schutz, Wasseraufbereitung) mit insgesamt 2.000 Soldaten für Auslandseinsätze bereitgestellt werden. Eines der Bataillone wird ein gepanzertes Infanteriebataillon mit 80 bis 90 Pandur-Radpanzern und Leopard-Panzern darstellen, wobei der Verteidigungsminister aber klarstellte, dass das nicht auf die Absicht des Bundesheeres schließen lasse, "sich im Ausland in Panzergefechte verwickeln zu lassen". Die Ausstattung mit dem Leopard entspreche Erfahrungen beim Kosovoeinsatz.

      Einsatzentscheidungen werden nicht in Brüssel, sondern jeweils auf nationaler Ebene getroffen werden, führte der Minister aus. Entsendungen erfolgen ausschließlich auf freiwilliger Basis, Minister Scheibner plant, insgesamt rund 3.500 Soldaten im Contracting-Verfahren bereitzuhalten. Die Frage, wie viele Soldaten Österreich tatsächlich bis zu dem vorgesehenen Zeitpunkt 2003 bereitstellen werde, sei noch offen. Ihre Beantwortung hänge auch davon ab, in welchem Ausmaß die österreichischen Engagements im UN-Friedenseinsatz sowie bei KFOR berücksichtigt werden. Er rechne mit Gesamtkosten von mehr als 4 Mrd. S, die zusätzlich zur Verfügung gestellt werden müssen. Das Eurokorps und eine europäische Friedensordnung sah der Minister als wichtig europäisches Projekt gleich nach der gemeinsamen Währung an, er könnte es aber nicht verantworten, dass die dafür notwendigen Mittel aus dem ohnehin geringen Heeresbudget dotiert werden.



          Regierungsprogramm für die XXI. Gesetzgebungsperiode

          Zitat:
          Bundesheer

          ZIELE

            [...] 4. Das Bundesheer muss für alle diese Aufgaben, einschließlich der Teilnahme am gesamten Spektrum des europäischen Krisenmanagements (Petersberg- Aufgaben), der Stabilitäts- und europäischen Beistandsaufgaben, vorbereitet werden.

            5. Dies schließt die Teilnahme an multinationalen Verbänden für Aktionen des internationalen Krisenmanagements "Eurokorps" ebenso ein wie eine Beteiligung an den entstehenden militärischen Strukturen der EU.

          MASSNAHMEN

            1. Die vorbereitenden Einheiten (VOREIN) werden zur Wahrnehmung des vollen Spektrums der Petersberg-Aufgaben und der Teilnahme an multinationalen Verbänden umgestaltet.



      Beratungen des Hauptausschusses in Angelegenheiten der Europäischen Union
      (Auszugsweise Darstellung)
      Dienstag, 7. Dezember 1999

      Zitat:
      Bundeskanzler Mag. Viktor Klima [...] Österreich habe die Absicht, am Eurokorps mitzuwirken, und sollte mit den Planungen dafür rechtzeitig beginnen. Eine genaue Einschätzung des österreichischen Anteils könne derzeit noch nicht abgegeben werden.



      Bericht des Außenpolitischen Ausschusses über den Bericht der Bundesregierung über das Ergebnis der Verhandlungen über den Beitritt Osterreichs zur Europäischen Union (111-176 und Zu 111-176 der Beilagen)

      Zitat:
      Innerhalb der EU wird in der Debatte über die weitere Entwicklung der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik davon ausgegangen, daß diese Regelung als Übergangseinrichtung zu betrachten ist. Weiters soll das aus französischen, deutschen und belgischen Streitkräften gebildete "Eurokorps" der WEU unterstellt werden. Im Sinne der Übertragung von "Ausarbeitung und Durchführung" von "Entscheidung und Aktionen der Union" an die WEU bedeutet dies aber, daß das "Eurokorps" im Wege der WEU der Europäischen Union zur Verfügung steht. Die WEU ist nach Art. ].4.2. des Vertrags über die Europäische Union bereits heute der Träger der Sicherheitsrolle der EU und ein Zwischenschritt zu einer gemeinsamen europäischen Armee, die in Artikel ].4.1. schon recht deutlich ins Auge gefaßt wird ("Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik ... , die zu gegebener Zeit zu einer gemeinsamen Verteidigung führen könnte."). Die Frage einer verpflichtenden Mitgliedschaft aller EU-Staaten in der Westeuropäischen Union scheint nur aufgeschoben, sie könnte sich allerdings insofern erübrigen, als die WEU möglicherweise schon nach der für 1996 anberaumten Regierungskonferenz vollständig in die Europäische Union integriert sein wird.

      Der Vertrag von Maastricht sieht im Rahmen gemeinsamer Aktionen die Möglichkeit vor, Beschlüsse mit qualifizierter Mehrheit zu fassen. Die Mitgliedstaaten haben zusätzlich im Maastrichter Vertrag erklärt, daß sie auch bei jenen Entscheidungen der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik, die Einstimmigkeit erfordern, so weit wie möglich vermeiden werden, einstimmige Beschlüsse zu blockieren, wenn eine qualifizierte Mehrheit existiert.

      Mit Datum des Inkrafttretens des Maastrichter Vertrags wurden gleichzeitig verschiedene Maßnahmen eingeführt, um eine enge Kooperation zwischen EU und WEU zu gewährleisten, so etwa eine enge Kooperation zwischen den Vorsitzenden und den Generalsekretären der beiden Organisationen und viele andere mehr. Dabei bestehen konkrete Pläne, innerhalb der EU-Kommission eine Generaldirektion für auswärtige Angelegenheiten, Sicherheit und Verteidigung einzurichten, die die Befugnisse des WEU-Generalsekretariats übernehmen soll.

      Die Etablierung einer solchen engen Kooperation zwischen EU und WEU hat eine fundamentale Bedeutung für die Entwicklung der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik: Die Union kann damit auf der Ebene des Rats von der WEU die Umsetzung der Entscheidungen und Aktionen der Union im Verteidigungsbereich verlangen, wenn Sicherheitsinteressen der Union direkt bedroht sind, wenn die Union mit einer politischen und ökonomischen Krise konfrontiert ist, die die
      Unterstützung durch die WEU erforderlich machen (militärische Beobachter, Waffenstillstand, Peacekeeping, Sanktionen) oder im Rahmen einer Teilnahme an Aktionen der UNO bzw. der KSZE.

      Die Entwicklung einer künftigen Euro-Armee ist mittlerweile abzusehen : Verschmelzung der EU mit der WEU als Bestandteil der NATO. Dementsprechend wurde auf der jüngsten NATO-Tagung vom 10./11. Jänner 1994 die WEU auch erstmals als "europäischer Pfeiler der NATO", bezeichnet. Im' LaRochelle Communique zwischen Mitterand und Kohl vom Mai 1992 wird von der Notwendigkeit von schnellen Eingreiftruppen außerhalb des NATO-Gebiets in der Dritten Welt gesprochen. Die möglichen Aufgaben dieser Armee werden ebenfalls immer deutlicher: In einer Vorlage des deutschen Verteidigungsministers für den Bundestag vom 20. Jänner 1993 ist in diesem Zusammenhang von der "Aufrechterhaltung des freien Welthandels und des Zugangs zu Rohstoffen." die Rede.



Zuletzt geändert von theoderich am 28. Sep 2014, 11:00, insgesamt 16-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: EU - Battle Groups
BeitragVerfasst: 28. Sep 2009, 20:40 

Registriert: 26. Dez 2005, 15:07
Beiträge: 325
Wohnort: Bundesrepublik Deutschland
Hat jemand von euch eine Übersicht ,welche Truppenteile momentan als EU-Battle Groups zertifiziert sind ?

_________________
Klagt nicht , kämpft !!!


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 Betreff des Beitrags: Re: EU - Battle Groups
BeitragVerfasst: 29. Sep 2009, 09:07 

Registriert: 09. Sep 2008, 22:29
Beiträge: 20733
Im "Truppendienst" gab es erst kürzlich einen Artikel über die EU-Kampfverbände:

Die europäischen Battle Groups

Zitat:
Österreichische Beiträge
Im Dezember 2004 befasste sich der Nationale Sicherheitsrat Österreichs erstmalig mit der Thematik der EUBG. Von einer unverzüglichen Beteiligung wurde allerdings Abstand genommen. Die ersten Beurteilungen für einen möglichen Einstieg 2011 und eine umfangreichere Beteiligung 2012 erfolgten im Jahre 2007. Ab Ende 2007 wurden in verschiedenen Konferenzen die österreichischen Beteiligungen für die EUBG 2011-1 und 2012-2 eingemeldet.

In der EUBG 2011-1 sind die Niederlande die Lead Nation. Die Masse des Beitrages wird eine Infanteriekompanie im Infanteriebataillon der Battle Group sein. Die eingebrachte Beteiligung erfordert zusätzlich eine Abbildung in den verschiedenen HQ mit Stabspersonal. Das Force Headquarters wird bereits Mitte 2010 in den Niederlanden aufgestellt. Daher wird das Personal bereits ab diesem Zeitpunkt benötigt. Der zeitliche Ansatz für das Personal im OHQ ist derzeit noch nicht fixiert, aber eine Vorstaffelung wie beim OHQ in Paris für die Mission EUFOR TCHAD/RCA ist ableitbar.

Die Teilnahme an der EUBG 2012-2 mit der LN Deutschland gestaltet sich umfangreicher. Hier erfolgt die konzentrierte Teilnahme im Bereich der Einsatzunterstützung. Auf Anfrage von Deutschland wird Österreich voraussichtlich die Funktion der Logistic Lead Nation übernehmen. Dies bedeutet aber nicht, dass Österreich für die gesamte Logistik der EUBG verantwortlich ist. Aufgrund des multinationalen Charakters der EUBG wird das Stabsbataillon ebenfalls aus Kräften verschiedener Nationen zusammengesetzt werden, die gemeinsam die Logistik sicherstellen. In der multinationalen Zusammensetzung der Sicherstellung der Logistik wird Österreich mit seinem Beitrag eine Koordinierungsfunktion mit einer Spezialisierung in einem bestimmten Bereich wahrnehmen. Der umfangreichere Beitrag findet natürlich auch in einer erhöhten Beteiligung in den HQ seinen Niederschlag. Dieser erhöhte Personaleinsatz stellt eine große Herausforderung für das Österreichische Bundesheer dar. Die Teilnahme an diesen Einsätzen erweitert aber auch den Erfahrungsschatz jedes einzelnen Soldaten.



Über die Art der österreichischen Beiträge ist bis dato allerdings noch nicht entschieden (Wenn ich mir unseren Verteidigungsminister in den Medien so anhöre "es störe ihn, dass die Kampftruppen 'Battle Groups' genannt werden", gehe ich von einer Beteiligung mit einer Kompanie Militärseelsorgern aus, die die anderen europäischen Soldaten vom Kampf abbringen sollen.). Eine Beteiligung mit schwereren Waffensystemen oder Pioniergerät (sollte sie im Rahmen der "Battle Groups" überhaupt jemals vorgesehen sein) scheitert wahrscheinlich an den winzigen Stückzahlen die das Bundesheer betreibt.


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 Betreff des Beitrags: Re: EU - Battle Groups
BeitragVerfasst: 29. Sep 2009, 11:58 

Registriert: 05. Jun 2009, 18:09
Beiträge: 284
Naja,dem kann ich so nicht zustimmen. Die Anzahl von schwerem Waffensystemen in
Österreich liegt im Durchschnitt der Europäischen Länder,wenn man die Größe vergleicht.
Allerdings muß ich zugeben,daß es fraglich ist,ob diese Systeme wirklich für die EU-Kampf-
verbände eingemeldet werden.


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 Betreff des Beitrags: Re: EU - Battle Groups
BeitragVerfasst: 29. Sep 2009, 14:53 

Registriert: 11. Jun 2005, 18:20
Beiträge: 984
Wohnort: Wien
mechtruppe hat geschrieben:
Naja,dem kann ich so nicht zustimmen. Die Anzahl von schwerem Waffensystemen in
Österreich liegt im Durchschnitt der Europäischen Länder,wenn man die Größe vergleicht.
Allerdings muß ich zugeben,daß es fraglich ist,ob diese Systeme wirklich für die EU-Kampf-
verbände eingemeldet werden.



Sicher nicht, das würde ja was kosten und das will ja der Zivi nicht.


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 Betreff des Beitrags: Re: EU - Battle Groups
BeitragVerfasst: 20. Nov 2009, 11:58 
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Registriert: 07. Nov 2006, 13:36
Beiträge: 883
Neues aus dem Parlament (Bestätigung der Absicht, 2011 an einer Battle Group teilzunehmen):
Zitat:
Bundesminister Darabos informierte in diesem Zusammenhang nach einer Bemerkung des Abgeordneten Alexander Van der Bellen (G), dass Österreich beabsichtige, sich ab 2011 im Rahmen der Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik an den Battlegroups zu beteiligen. Deshalb gebe es im Vorfeld Übungen, die im Rahmen des Ausbildungsplans für 2010 vorgesehen sind. Nationalratspräsidentin Barbara Prammer machte darauf aufmerksam, dass der Hauptausschuss die
tatsächliche Beteiligung Österreichs an den Battlegroups genehmigen müsse.

Und eine Pressemeldung
Zitat:
Krisenreaktionskräfte der Europäischen Union

Wie im Regierungsprogramm festgelegt ist eine österreichische Beteiligung an den schnellen Einsatzkräften der EU 2011 und 2012 geplant. Darabos bezeichnete das Battle Group-Konzept als "sinnvoll und richtig". Die Einsatzkräfte seien eine Art "militärische Krisenfeuerwehr" der Europäischen Union für Frieden und Stabilität.
"Sie sollen der EU die Möglichkeit geben, in Krisenfällen rasch und flexibel reagieren zu können. Wir wollen nicht mehr abhängig von den USA oder anderen Nationen sein. Das ist zu unterstützen", so Darabos.
Die Einsatzszenarien reichen von militärischen Aufgaben über Konfliktverhütung, Evakuierungsoperationen bis zu humanitären Aufgaben. Der Minister gab bekannt, dass sich Österreich im ersten Halbjahr 2011 gemeinsam mit den Niederlanden, Deutschland, Finnland und Litauen an den Battle Groups beteiligen wird. Die Planungen sehen einen Beitrag Österreichs von bis zu 180 Soldatinnen und Soldaten vor. Das Kontingent wird sich aus Stabspersonal, einer Jägerkompanie und Militärpolizei-Kräften zusammensetzen. Eine weitere Beteiligung Österreichs ist im zweiten Halbjahr 2012 vorgesehen. Hier wird Österreich mit Deutschland, Tschechien, Kroatien, Irland und Mazedonien zusammenarbeiten. Details zur Battle Group 2012-2 kann man zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht nennen - die Planungen und Koordinierungsgespräche mit den Partnerländern laufen.
Die Battle Groups werden von mehreren Nationen jeweils für ein halbes Jahr gebildet. Seit 2007 wird dieses Konzept praktisch umgesetzt. Es handelt sich um Stand by-Kräfte, die innerhalb von fünf bis zehn Tagen einsatzbereit sind.


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 Betreff des Beitrags: Re: EU - Battle Groups
BeitragVerfasst: 20. Nov 2009, 13:30 
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Beiträge: 1985
Sinnvollerweise werden dafür KPE Einheiten herangezogen oder?

_________________
Beordert bei 1./JgB NÖ


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 Betreff des Beitrags: Re: EU - Battle Groups
BeitragVerfasst: 20. Nov 2009, 18:32 

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Beiträge: 984
Wohnort: Wien
Ja, leider!!! Die schickt nämlich das AMS!


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 Betreff des Beitrags: Re: EU - Battle Groups
BeitragVerfasst: 22. Nov 2009, 14:55 

Registriert: 09. Sep 2008, 22:29
Beiträge: 20733
Übrigens war im Jahr 2002 noch von 2500 Mann (!) die Rede, die man in die "Battle Groups" einmelden wollte. Wahrscheinlich wären die Kosten ruinös gewesen und die erforderliche Ausrüstung nicht vorhanden, geschweige denn die vielen Soldaten, von denen nicht wenige in aktuellen Auslandseinsätzen gebunden sind.


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 Betreff des Beitrags: Re: EU - Battle Groups
BeitragVerfasst: 12. Feb 2010, 17:46 

Registriert: 09. Sep 2008, 22:29
Beiträge: 20733
Österreichische Soldaten für "EU-Krisenfeuerwehr" gewappnet

Zitat:
Im ersten Halbjahr 2011 stellt das Bundesheer eine Truppe für eine niederländisch geführte EU Battle Group. 120 Straßer Jäger, 60 Offiziere und Unteroffiziere in den Stäben sowie 16 Pandur-Radpanzer ist dieser Beitrag stark.


Zitat:
Die Ausbildung dafür nimmt das ganze Jahr 2010 in Anspruch. "Im ersten Halbjahr läuft die nationale Ausbildung, dann findet die internationale Ausbildung mit den anderen Verbänden zum Teil in Holland statt. Unsere Kompanie wird in ein niederländischen Bataillon integriert. Die größte Übung geht dann in Belgien über die Bühne", umreißt Bataillionskommandant Ulfried Khom die weitere Ausbildung.

Ist diese abgeschlossen, kehren die Soldaten - bis zu 2500 aus fünf Staaten bilden eine Battle Group - in ihre Heimat zurück und halten sich während der halbjährigen "Stand-by-Phase" bereit. Kommt der Marschbefehl der EU, sind die Truppen binnen zehn Tagen im Einsatzraum. Und der kann (fast) überall auf der Welt sein, sofern er im "europäischen Interessenbereich" liegt. Allerdings kam es seit Beginn der Battle Groups 2007 noch zu keinem Einsatzbeschluss.



3947/J (XXIV. GP)
Umrüstung des Radpanzers Pandur


Zitat:
1. Ist eine Umrüstung der Radpanzer des Modells Pandur für den Transport der
PAL geplant?
2. Wenn ja, zu welchem Zweck soll dies erfolgen?
3. Wie viele derartige Radpanzer Pandur sollen dementsprechend umgerüstet
werden?


    Zitat:
    Zu 1 bis 3
    Es ist geplant Radpanzer der Type Pandur umzurüsten, um Panzerabwehrlenkwaffentrupps der für die EU-battle group 2011 vorgesehenen Kräfte geschützt transportieren zu können.

Zitat:
4. Wie hoch sind die für die Umrüstung vorgesehenen Finanzmittel?


    Zitat:
    Zu 4:
    Die Umrüstung erfolgt in Eigenanfertigung in einem Heereslogistikzentrum; daher sind die
    dafür erforderlichen Finanzmittel in den vorgesehenen dezentralen Mitteln für Materialankäufe
    enthalten.


Was ich mich frage: Ist es etwa auch vorgesehen, dass die Lenkwaffen von den Radpanzern aus eingesetzt werden können, wie es beim "Jaguar" der Fall war?

P.S.:
Zitat:
Bundesminister für Landesverteidigung und Sport Mag. Norbert Darabos: Die Zahlen kann ich jetzt nicht sagen, aber das hängt natürlich auch von der Qualität ab, die wir dort hinschicken. Es hat Planungen des Generalstabes gegeben – ich sage das hier auch ganz offen –, die durchaus in die Richtung gegangen sind, dass wir 2012 möglicherweise sogar Lead Nation geworden wären mit 800 Soldatinnen und Soldaten.
Ich glaube, das wäre für Österreich zu teuer gewesen, daher unser Beitrag von 350 Soldaten. Ich meine, ich möchte Sie keinesfalls belehren, aber Sie wissen ja, was Battlegroups sind. Battlegroups sind Gruppen, die im Inland ausgebildet werden und unter dem Kommando einer gewissen Lead Nation im Krisenfalle auch tätig werden sollen. Es hat bisher Gott sei Dank, sage ich ganz offen, keinen Anlassfall gegeben, diese Battlegroups auch tatsächlich zu beschicken.

Es gibt sehr viele Länder, beispielsweise Schweden, das jetzt den Vorsitz in der Europäischen Union hat, die sagen, man könnte Battlegroups auch dazu benutzen, bei „normalen“ Missionen beziehungsweise bei Missionen wie im Tschad und so weiter tätig zu werden. Da gibt es eine klare Mehrheit innerhalb der Europäischen Union, dass das nicht der Fall sein soll, sondern dass die Kriseninterventionstruppen auch für wirkliche Kriseninterventionsszenarien ausgebildet werden und dann nur im Notfall zum Einsatz kommen.
Das heißt – ich bitte um Verständnis, ich kann Ihnen das schriftlich nachreichen –, es ist momentan relativ schwierig, den genauen Euro-Betrag herauszurechnen, weil natürlich die Soldatinnen und Soldaten im österreichischen Bundesheer beschäftigt sind. Man müsste daher sozusagen diesen Mehrbetrag herausrechnen.



Klingt für mich nach: "Hilfe, wir hätte ernsthaft Verantwortung übernehmen und das Budget aufstocken müssen!"


Zuletzt geändert von theoderich am 15. Feb 2010, 11:38, insgesamt 2-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: EU - Battle Groups
BeitragVerfasst: 12. Feb 2010, 18:26 

Registriert: 14. Apr 2009, 12:38
Beiträge: 23
Nein, ist nicht vorgesehen. Es werden nur halterungen für die LFK eingebaut.


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 Betreff des Beitrags: Re: EU - Battle Groups
BeitragVerfasst: 12. Feb 2010, 19:03 
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Registriert: 23. Mär 2005, 14:53
Beiträge: 1289
Ein Artikel über die Battlegroups ist im fertig werden ....


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 Betreff des Beitrags: Re: EU - Battle Groups
BeitragVerfasst: 07. Apr 2010, 13:46 

Registriert: 09. Sep 2008, 22:29
Beiträge: 20733
Zitat:
Pandur Umrüstung EUBG
MTPZ/UN - Modifizierung als Lenkwaffentransporter

Im Rahmen der Neuaufstellung und Beteiligung Österreichs in der EUBG 2011 mit einer Infanteriekompanie (InfKp) wurde der Mannschaftstransportpanzer (MTPz) als Hauptgerät festgelegt.
In dieser InfKp ist neben den Infanteriezügen auch ein Panzerabwehrlenkwaffenzug (PALZg) eingegliedert. Um auch den Ansprüchen neben den allgemeinen Anforderungen, wie ausreichenden Splitterschutz, einer hohen Beweglichkeit und Waffenwirkung, eines Transportsystemes für PAL2000 gerecht zu werden, waren einige Adaptierungsmaßnahmen des MTPz notwendig.
Das rasche Herstellen der Feuerbereitschaft der PAL-Trupps und der Transport dieses Waffensystems samt der Munition standen dabei im Vordergrund. Weiters mussten, trotz eklatantem Platzmangel im Mannschaftsraum auch technische Lösungen für eine sichere Verwahrung der einzelnen Waffenkomponenten und vor allem der sensiblen Lenkflugkörper (LFK) im Hinblick einer schonenden Transportmöglichkeit zum Schutz der Besatzung geschaffen werden. Die Reduktion der Schwingungen des Fahrzeuges als auch die Konstruktion eines "Käfigs" für die Befestigung der LFK, stellten die zuständigen Techniker bei der Umsetzung vor einige Herausforderungen.
Derzeit befindet sich der Umbau des ersten Prototyps durch das Heereslogistikzentrum GRAZ in der Endfertigung.

    Konkret werden im rechten Bereich des Mannschaftsraumes drei LFK und die Waffenstation auf drei verschiedenen Ebenen angebracht.
    Dieser Käfig wird mit ausziehbaren Einschüben ausgestattet, um ein problemloses und rasches Be- und Entladen des Waffensystems und der LFK sicherzustellen.
    Dieser Verstauraum wird in weiterer Folge mit einem Trennblech zum Mannschaftsraum versehen.
    Der Käfig wird so ausgeführt, dass er mit geringem Aufwand wieder demontiert werden und der MTPz wieder als Mannschaftstransporter eingesetzt werden kann.
    Sollten die PAL-Elemente as Infanterieteile (= Zweitrollenfähigkeit) eingesetzt werden, kann dieser Verstauraum auch für den Transport von zusätzlicher Ausrüstung (CRC, ...) genutzt werden.
    Weiterer zusätzlicher Verstauraum wird durch das Anbringen eines außenliegenden Korbes im Heckbereich, kombiniert mit einer Maschinengewehrlafette, gewonnen.

Die Fertigstellung des Prototyps durch das HLogZ G inklusive einer Kurzerprobung durch das JgB17 solte im ersten Quartal 2010 abgeschlossen werden.
Von dieser Version des MTPz sollen insgesamt sechs Fahrzeuge produziert werden und im Rahmen der EUBG ihren guten Dienst erweisen.


Hptm Ing. Andreas Mesch


    Der Panther. Die Zeitung des Jägerbataillons 17, 24. Jahrgang, Ausgabe 1/2010, S. 17

Und in derselben Zeitung (S.4):

Zitat:
Die Ausbildung ist zweigeteilt. In der ersten Jahreshälfte findet die Ausbildung im nationalen Rahmen statt. Nach einer Evaluierung wird die Ausbildung in der zweiten Jahreshälfte auf internationaler Ebene durchgeführt. Höhepunkt ist eine zweiwöchige Übung in Belgien im Herbst. Ziel dieser Übung ist die Battle Group als Verband zu formen und zusammenzuschweißen. Ende des Jahres ist die Ausbildung und Einsatzvorbereitung abgeschlossen und die standby-Phase beginnt mit 1. Jänner 2011.


Die Fotos des MG74 mit Nachtkampfaufsatz in dieser Ausgabe entstanden bei der nationalen Vorbereitung auf die Battle Group.


Zuletzt geändert von theoderich am 07. Apr 2010, 22:11, insgesamt 3-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: EU - Battle Groups
BeitragVerfasst: 07. Apr 2010, 15:49 

Registriert: 06. Mär 2008, 16:58
Beiträge: 199
Eine rein theoretische Frage: (da Geld sowie so nicht vorhanden)

Wäre es nicht ratsam, wenn schon keine neuen MTPz beschafft werden, das man wenigstens ein paar der alten Pandure mit einer Zusatzpanzerung samt Minen- und ID-Schutz versieht (wie es zB. die Bundeswehr mit ihren Fuchs A8 - behaupte ich jetzt mal - gemacht hat). Sicher auch nicht billig, aber wie man derzeit sieht geht nichts über guten Panzerschutz.
Der Schutz der Soldaten sollte doch an oberster Stelle stehen, nur muß das mal einer unserem VM klarmachen.


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 Betreff des Beitrags: Re: EU - Battle Groups
BeitragVerfasst: 07. Apr 2010, 20:29 

Registriert: 04. Apr 2010, 23:22
Beiträge: 48
Was ist überhaupt der momentane maximale Panzerschutz eines Pandur A1?

Ich würde auf .50 Munition tippen.

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"Das Volk sollte sich nicht vor der Regierung fürchten, die Regierung sollte sich vor dem Volk fürchten!"

-V wie Vendetta


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