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 Betreff des Beitrags: Neue ABC-geschützte Unterkünfte
BeitragVerfasst: 02. Apr 2012, 09:26 

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Sachausschreibung für ABC-Kollektivschutz ungehärtet (4 Stk Grundmodule auf Container- und 15 Stk Grundmodule auf Zeltbasis). Mögliche Option bis 2017: 2 Stk Grundmodule auf Containerbasis und 28 Stk Grundmodule auf Zeltbasis


Weiß jemand worum es sich dabei handeln könnte? Vielleicht die Basis für ein neues Feldspital?

Jedenfalls hat erst am 27. September 2011 in der Birago-Kaserne eine Präsentation von Feldlagercontainern stattgefunden - und zwar Systeme ohne ABC-Schutz:


Das DRASH-System hat sich beim Einsatz im Tschad nicht bewährt:

HBA Brunn Jahresrückblick 2010 hat geschrieben:
D.R.A.S.H.-Systemrücklauf

Das Zeltsystem D.R.A.S.H. war fast ein Jahr im Tschad im Einsatz. Nach Beendigung dieses Einsatzes wurde es an die Heeresbekleidungsanstalt zur Instandsetzung abgegeben. Beim Öffnen der Container in der HBA waren wir angenehm überrascht - wir hatten Schlimmeres erwartet:

Nachdem die Zelte von ihren Transportsäcken befreit, aufgestellt und und grundgereinigt waren, kamen die Schäden zum Vorschein, welche bis dahin der Sand verdeckt hatte. Die Befürchtungen unserer beiden D.R.A.S.H.-Spezialisten wurden noch übertroffen. Temperaturschwankungen, Wind und Regen haben, abgesehen von der Sandkruste, vor allem dem Planengewebe ordentlich zugesetzt. Mit Unterstützung von Rekruten aus dem Bereich KdoEU wurde Zelt für Zelt in seine Einzelteile zerlegt und dessen Zustand beurteilt.

Die nicht brauchbaren Teile wurden ausgesondert, wobei der Rest vor der Instandsetzung mit viel Wasser und Geduld gereinigt werden musste.


HBA Brunn Jahresrückblick 2010 hat geschrieben:
Die zum System gehörenden Klimageräte wurden von 2 Technikern des SKFüKdo gesichtet. Der Großteil ist aus dem Einsatzraum mit geringen Schäden zurückgekommen.


HBA Brunn Jahresrückblick 2010 hat geschrieben:
Es ist alles planmäßig verlaufen, die rund 90 Zelt-Sätze, 36 Klimageräte mit Zubehör sowie 90 Beleuchtungssätze waren bis Ende September 2010 wieder voll instandgesetzt worden.



Das Beschaffungsprojekt eines "NBC Kollektivschutzes" gibt es seitens des BMLV schon seit vier Jahren (!):

    INFO-Veranstaltung 15. Dezember 2008 “Verteidigungsforschung und EDA – Chancen und Herausforderungen für die österreichische Wirtschaft“

    Zitat:
    Titel der Beschaffung

      System ABCGeräte ABCKoll-Schutz (Zelte+ABCBelüftAnlagen)

    Status der Beschaffung

      Pflichtenheft in Erstellung

    Vorauss. Stückanzahl

      80

    Wert

      8 MEURO



P.S.:

Zitat:
Force Protection umfasst neben dem Individualschutz (persönliche Ausrüstung) und dem Kollektivschutz (Waffensystem, Kampffahrzeug oder Gefechtsfahrzeug mit entsprechendem Minen-, Splitter- und ABC-Schutz) auch Maßnahmen der nachrichtendienstliche Aufklärung und Abwehr sowie Information Operations und CIMIC (Civil Military Cooperation).


P.P.S.:

Ärzte in Uniform dringend gesucht (10. April 2009)

Zitat:
Kein Feldspital. Obwohl: Derzeit verfügt der Kommandant nicht einmal über ein Feldspital, das er ins Ausland schicken könnte. Jenes "Zeltlazarett", das in der Grazer Belgierkaserne lagert und in dem zuletzt vor genau zehn Jahren in Albanien Flüchtlinge versorgt wurden, ist für den militärischen Einsatz ungeeignet. Hi-Tech-Geräte fehlen genauso wie ein Container-System als kugelsicheres Gehäuse und gepanzerte Patienten-Transportfahrzeuge. Nachbeschaffung: frühestens 2012.


Heer fehlt eine Milliarde Euro (3. November 2008)

Zitat:
Ein ähnliches medizinisches Angebot wird auch Österreich machen müssen - es hat vorgesehen, unter anderem ein ähnliches Spital ab 2011 in eine künftige internationale Brigade einzubringen.

Die Ausschreibung für die Beschaffung eines solchen Spitals wird für das kommende Frühjahr erwartet. Gesucht wird dem Vernehmen nach ein erfahrener Generalunternehmer, der die Ausstattung zusammenstellen kann.


Feldspital präsentiert sich in Graz (16. Oktober 2007)

Bild

Bild

Zitat:
Zurzeit wird das das technische Equipment des Spitals überprüft und neu beschaffte Stromaggregate implementiert.


Zitat:
Das Feldspital stand bereits 1991 im Iran und 1999 in Albanien im Einsatz und konnte damals über 21.000 Patienten ambulant und stationär behandeln.


Das Feldspital (31. Juli 1998)

Bild

Bild


Zuletzt geändert von theoderich am 14. Dez 2012, 08:51, insgesamt 4-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 23. Mai 2012, 10:05 

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Die Ausschreibung ist aktualisiert worden. Evtl. hat man keine, mangelhafte oder nicht genügend Angebote erhalten:

Sachausschreibung für ABC-Kollektivschutz ungehärtet (4 Stk Grundmodule auf Container- und 15 Stk Grundmodule auf Zeltbasis). Mögliche Option bis 2017: 2 Stk Grundmodule auf Containerbasis und 28 Stk Grundmodule auf Zeltbasis

Zitat:
Berichtigung: Schlusstermin für Angebotsabgabe, Alt: 06.06.2012, 09:00 Uhr, Neu: 27.06.2012, 09:00 Uhr.

Berichtigung: Tag der Angebotsöffnung, Alt: 06.06.2012, 10:00 Uhr, Neu: 27.06.2012, 10:00 Uhr.

Berichtigung: Andere Datumsangabe, Alt: 05.11.2012, Neu: 26.11.2012.



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BeitragVerfasst: 23. Mai 2012, 10:21 

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Beiträge: 595
Diese neumodischen Kunststoffgewebe sind zwar praktisch weil leicht, besser klimatisier- und beheizbar und vermutlich auch abweisender gegen Gefahrenstoffe, aber entsprechend auch weniger haltbar als alte Stoffplanen.

Wundert mich nicht, dass die DRASH Zelte quasi kaputt aus dem Tschad zurückgekommen sind.


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BeitragVerfasst: 14. Dez 2012, 08:18 

Registriert: 09. Sep 2008, 22:29
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AT-Wien: Mobile, modulare Containergebäude

Bekanntmachung vergebener Aufträge


Zitat:
II.1.4) Kurze Beschreibung des Auftrags oder Beschaffungsvorhabens

ABC-Kollektivschutz ungehärtet: 4 Stk Grundmodule auf Containerbasis, 15 Stk Grundmodule auf Zeltbasis, 19 Stk Schutz vor Sonneneinstrahlung


Zitat:
II.2.1) Endgültiger Gesamtauftragswert

Wert: 13 210 235 EUR ohne MwSt


Zitat:
Abschnitt V: Auftragsvergabe

Bezeichnung: Zuschlag: ABC-Kollektivschutz

V.1) Tag der Zuschlagsentscheidung:

    4.12.2012

V.2) Angaben zu den Angeboten

    Anzahl der eingegangenen Angebote: 2

V.3) Name und Anschrift des Wirtschaftsteilnehmers, zu dessen Gunsten der Zuschlag erteilt wurde

    Firma M. Schall GmbH & Co KG
    Am Roßpfad 1 - 3
    52399 Merzenich-Girbelsrath
    DEUTSCHLAND


Zitat:
VI.2) Zusätzliche Angaben:

Mögliche Option bis 2017: insgesamt 1 Stk Patientendekontaminationsergänzungsmodul (PDM), 60 Stk lichtdichte Trennwände und/oder lichtdichte Kojen für 1 Zelt, 2 Stk Grundmodule auf Containerbasis und 28 Stk Grundmodule auf Zeltbasis).


Zitat:
VI.4) Tag der Absendung dieser Bekanntmachung:

    11.12.2012



Bild
    http://www.sanitaetsdienst-bundeswehr.de/portal/a/
    sanitaetsdienst/!ut/p/c4/04_SB8K8xLLM9MSSzPy8xBz9CP3
    I5EyrpHK9quLEPL2S1OSMvMxsvdziVP2CbEdFACRHDSA!/

Das scheint ein (bis auf die Inneneinrichtung und medizinische Ausrüstung) beinahe komplettes Feldspital zu sein. Aber von den ursprünglich angepeilten 80 Modulen ist man weit entfernt - dafür sind die Kosten für den Auftrag, ausgehend vom vor vier Jahren angepeilten Kaufpreis, um satte 5 Mio. EUR gestiegen.


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BeitragVerfasst: 17. Dez 2013, 20:05 

Registriert: 09. Sep 2008, 22:29
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Melker Pioniere. Truppenzeitung des Pionierbataillons 3, Winter 2013 hat geschrieben:
Mehr als ein Dach über dem Kopf

Die Spezialisten der Pionierbaukompanie verfügen nunmehr über ein hochmodernes Kreuzzeltmodul, das zudem Schutz gegen biologische und chemische Kampfstoffe bietet.

Die Rede ist hier von dem, beim Österreichischen Bundesheer für Auslandseinsätze neu eingeführten, Colpro Zeltsystem der Firma Schall aus Deutschland. Es handelt sich dabei um ein luftgestütztes Zeltsystem, welches aufgrund seiner Bauweise und Ausstattung, seinen Nutzern Schutz gegen biologische und chemische Kampfstoffe bietet.

Zu Ausbildungszwecken wurde den Spezialisten der Pionierbaukompanie ein komplettes System zugewiesen. Das Modul besteht aus mehr als 2600 Einzelteilen, welche in zwei Containern (20 ft) Platz finden. Nach Aufbau der Anlage und Fertigstellung des Systems bietet es Raum für die Unterbringung von bis zu 32 Soldaten samt Ausrüstung und Bewaffnung. Die Zelte können nach allen Richtungen miteinander verbunden werden. Damit sind der Kreativität bei der Planung eines Feldlagers keine Grenzen gesetzt.

Systembeschreibung:

Das Kreuzzeltmodul ist ein hochmobiles ABC-geschütztes Zeltsystem. Die Zelte (bestehend aus einem Kreuzzelt und vier luftgestützten Zelten Typ 7) werden mit elektrischen Gebläseeinheiten aufgerichtet und nachträglich mit einem Aluminiumgerüst versehen. Jedes Zelt ist mit einer gasdichten Innenhülle ausgestattet. Kontaminierte Außenluft wird durch ABC-Filtrationsanlagen gereinigt und ins Zeltinnere geleitet. Durch die eingeleitete Luft entsteht ein Überdruck im Arbeitsbereich. Dieser Überdruck kann durch einstellbare Ventile gesteuert werden. Um das System ohne Druckverlust betreten und verlassen zu können sind jeweils ein Personen- und ein Mehrstufenairlock angebaut die als Druckschleuse dienen.

Das gesamte Zeltsystem wird auf einem etwa 50 cm hohen Podest aufgebaut. Die Zelte können durch Zeltklimaanlagen klimatisiert, bzw. durch die Heizmodule in der kalten Jahreszeit beheizt werden. Im Sommerbetrieb werden Sonnensegel aufgezogen um die Wärmeentwicklung durch Sonneneinstrahlung zu reduzieren. Um das Material vor „Fallout“ zu schützen kann im Bedarfsfall eine gegen chemische und biologische Kampfmittel beständige Schutzhülle über das System gezogen werden.

Erfahrungswerte:

Die Erstschulung durch die Herstellerfirma fand in der 28. Kalenderwoche beim Pionierbataillon 2 in Salzburg statt. Des Weiteren wurde das Zeltmodul anlässlich des Besuches des Herrn Bundespräsidenten in der Kalenderwoche 37 aufgebaut und betrieben.

Die beiden Aufbauten wurden nicht zuletzt aufgrund der sehr guten Firmenschulung ohne Probleme durchgeführt. Um Klima-, Heizungs- und ABC-Anlagen immer im Auge zu behalten ist jedoch die ständige Anwesenheit eines Systembetreuers notwendig.

Alles in allem handelt es sich bei dem neu beschafften System um ein, in der Handhabung bei Auf – und Abbau beherrschbares, jedoch im Betrieb sehr sensibles Gerät.

INFO BOX

    Hersteller: M. Schall GmbH & Co. KG (D)
    Kosten pro Modul: etwa 750.000 Euro
    Aufbaufläche: ca. 27 x 35 Meter
    Temperaturbereich: -32°C bis zu +49°C
    Aufbauzeit: 1 Tag (8 Mann)
    Unterkunft: bis zu 32 Personen

Autor: Oberstabswachtmeister Bernd Buber
Kommandant Feldlagerbauzug


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BeitragVerfasst: 16. Jan 2014, 17:57 

Registriert: 08. Dez 2005, 17:48
Beiträge: 127
Zitat:
Der Gebirgspionier - Ausgabe 4/13 PIONIERBATAILLON 2

Im Rahmen der bereits seit 2012 laufenden Beschaffung des Zeltsystems COLPRO (collective protection) wurde durch die Herstellerfirma SCHALL die sogenannte „train the Trainer“-Schulung in den Kalenderwochen 28 und 47 beim Pionierbataillon 2 in Salzburg durchgeführt. An dieser nahm sowohl Kaderpersonal der drei Pionierbataillone als auch des Amt für Rüstung und Wehrtechnik teil.
Das Gesamtsystem, wie es derzeit beim ÖBH beschafft wird, setzt sich aus zwei Modulen zusammen: dem Kreuzzeltmodul, welches als Unterkunftskomponente Anwendung findet, und dem Containermodul bzw. „Rapid Deployment System“ (RDS), welches sowohl zur Errichtung von Bataillons- als auch von Kompaniegefechtsstände eingesetzt wird.
Die besondere Charakteristik der COLPRO-Zelte liegt zum einen in der sofortigen Verfügbarkeit, die Zeltsysteme sind bereits in Containern verpackt, und der raschen Errichtung der Zelte und zum anderen im Schutz gegen atomare, biologische sowie chemische (ABC) Kampfstoffe. Hierfür ist jedes einzelne Zelt mit einer gasdichten Innenhülle ausgestattet. Mittels ABC-Filtrationsanlagen erfolgt die Reinigung kontaminierter Außenluft, welche dann ins Zeltinnere geleitet wird. Die Möglichkeit des Verlassens oder Betretens der einzelnen Zelte ist hierbei immer durch die vorhandenen Luftschleusen (Airlocks) gegeben.
Der Aufbau des gesamten Systems, welches in beliebiger Form und Anzahl kombinierbar bzw. erweiterbar ist, kann bei Bedarf auf einem ca. 50 cm hohen Podest erfolgen.
Dies ermöglicht den Aufbau unabhängig von Bodenbeschaffenheit und Witterung und hat sich bereits im Einsatz von österreichischen Soldaten im Tschad bewährt. Alle Zelte verfügen über Klima- und Heizgeräte. Dadurch eignet sich das neue System für Einsätze in allen Klimazonen (Außentemperaturen von
-32 °C bis + 49 °C) und garantiert ein optimal temperiertes Arbeitsumfeld im Inneren.
Der Einsatz des Zeltsystems COLPRO soll sich in erster Linie auf Auslandseinsätze sowie auf Einsätze des ÖBH bei Elementarereignissen im Inland beschränken. In der Endausbaustufe sollen rund 25 Unterkunfts- (800 Personen) und 6 Gefechtsstandmodule beschafft werden. In weiterer Folge ist die Beschaffung fest zugeordneter Ausstattungsgütern für Unterkünfte und Gefechtsstände vorgesehen, um für die in den Einsatz verlegenden Truppen ein optimales Umfeld zur Auftragserfüllung zu schaffen.
Die beim Pionierbataillon 2 durchgeführte Ausbildung am neuen Zeltsystem COLPRO stellt vor allem im Bereich des Feldlagerbaus einen beträchtlichen Fähigkeitenzuwachs für die gesamte Pioniertruppe dar.


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BeitragVerfasst: 04. Apr 2014, 10:39 

Registriert: 09. Sep 2008, 22:29
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Heer erprobt neues Zeltsystem

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Zitat:
Am 24. Februar begann die Erprobung des neuen Zeltsystems COLPRO ("collective protection"), das bis Ende 2014 vom Österreichischen Bundesheer beschafft werden soll. Im Rahmen der Einführung wurden das Pionierbataillon 2 und zusätzliches Ausbildungspersonal der Pionierbataillone 1 und 3 damit beauftragt, die verfügbaren Komponenten zu errichten und dabei einsatzrelevante Systemdaten zu ermitteln.

Probebetrieb hat begonnen

Ziel des mehrwöchigen Probebetriebes ist die Überprüfung des Ist-Zustandes der bereits ausgelieferten Systeme, das Ermitteln von Zeitanhalten zum Auf- und Abbau sowie der Erfahrungsgewinn im Bereich der Energieversorgung und des Betriebsmittelbedarfs.

Zitat:
Das System setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: dem Kreuzzeltmodul, das als Unterkunft Anwendung findet, und dem Containermodul bzw. "Rapid Deployment System", das zur Errichtung von Gefechtsständen eingesetzt wird.

Charakteristisch für die Zelte ist die hohe Mobilität sowie der Schutz vor atomaren, biologischen und chemischen Kampfstoffen. Jedes einzelne Zelt ist mit einer gasdichten Innenhülle ausgestattet. Filteranlagen reinigen die kontaminierte Außenluft. Das Verlassen oder Betreten der einzelnen Zelte ist durch Luftschleusen jederzeit möglich.

Sämtliche Zelte verfügen außerdem über Klima- und Heizgeräte, wodurch sie für Einsätze in allen Klimazonen geeignet sind - bei Außentemperaturen von -32 bis +49 Grad Celsius.

Der Aufbau des gesamten Systems, das in beliebiger Form und Anzahl kombinierbar bzw. erweiterbar ist, erfolgt auf einem ca. 50 Zentimeter hohen Podest. Dies ermöglicht die Errichtung unabhängig von Bodenbeschaffenheit und Witterung.

Die neuen Zeltsysteme sollen in erster Linie für Auslandseinsätze und Hilfseinsätze im Inland zur Verfügung stehen. Bis Ende 2014 sollen 25 Unterkunfts- und sechs Gefechtsstandmodule verfügbar sein.



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BeitragVerfasst: 27. Mai 2014, 09:31 

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Sanitätsorganisation 2013 (MilizInfo 2/2013)

Zitat:
Die Feldambulanz Hörsching bleibt, angepasst auf die verringerte Ambition, bestehen, jedoch mit Schwergewicht auf den strategischen Lufttransport und erhöhtem Kaderpräsenzanteil, wobei die materielle Ausstattung auf Containerbasis vorgesehen ist. Ihre Struktur entspricht jener der Feldambulanzen der Sanitätszentren Süd und West – inklusive eines Mobilmachungsanteils.



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BeitragVerfasst: 25. Okt 2014, 16:03 

Registriert: 09. Sep 2008, 22:29
Beiträge: 20760
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BeitragVerfasst: 01. Dez 2014, 23:08 

Registriert: 09. Sep 2008, 22:29
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Österreich-Wien: Großcontainer

2014/S 229-403822

Vorinformation

Lieferauftrag


Zitat:
II.1) Bezeichnung des Auftrags durch den öffentlichen Auftraggeber:

S95510/344-MIMZ/2014, Lieferauftrag: Beschaffung von 2 Stück Containerküchensystemen, 2 Container für die Vorbereitung von Verpflegung, 2 Container für die Zubereitung von Verpflegung, 2 Container zur Spülung von Geschirr jeweils 20 Fuß ISO-Normcontainer (1CC/CSC) für Inlands- und Auslandseinsätze für die Verpflegung von 600 Personen inkl. integrierter E-Versorgung, Verbindungsschleusen, elektr. Hubsysteme sowie Edelstahl-Containerkücheninnenausstattung samt Küchengeräten und Kaufoption für weitere Küchencontainer.

Zitat:
II.4) Kurze Beschreibung der Art und der Menge bzw. des Werts der Waren bzw. Dienstleistungen:

Für die militärische Eigenverpflegsversorgung (Zubereitung/Finalisierung von Frühstück, Mittag- und Abendverpflegung) für ca. 600 Personen in verschiedenen Klimazonen (A1 bis A3, B1 bis B3, C0 und C1) sollen 2 handelsübliche, verlegbare Containerküchensysteme (insgesamt 6 Stk. Einzel-/Sondercontainer mit Kaufoption für weitere Einzel-/Sondercontainer) für Inlands- und Auslandseinsätze beschafft werden. Ein Containerküchensystem besteht aus: einem Container für die Vorbereitung von Verpflegung, einem Container für die Zubereitung von Verpflegung, einem Container für die Spülung von Geschirr.

Lose

Aufteilung des Auftrags in Lose: ja

Zitat:
II.6) Voraussichtlicher Beginn der Vergabeverfahren

19.1.2015

Zitat:
II.8) Zusätzliche Angaben:

Liefertermin 3. oder 4. Quartal 2015.

Nationale Erkennungsnummer: [L-561812-4b24].



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BeitragVerfasst: 22. Jan 2015, 19:26 

Registriert: 09. Sep 2008, 22:29
Beiträge: 20760
Der Gebirgspionier. Newsletter der Salzburger Pioniere, Ausgabe 4/2014 hat geschrieben:
COLPRO Einführung

Die fortlaufende Beschaffung und Einführung des Zeltsystems COLPRO im Österreichischen Bundesheer stellte sich für das Pionierbataillon 2 als eines der Schwergewichte im Kalenderjahr 2014 dar. Die in diesem Zusammenhang unmittelbar in Verbindung stehenden Maßnahmen waren die Ausbildung von Personal im eigenen Bereich und das Gewinnen von Erfahrungen am neuen System. Für die Erlangung grundlegender Erkenntnisse wurde durch das Pionierbataillon 2 zu Beginn des Jahres ein Feldlager in der Schwarzenbergkaserne errichtet und betrieben. Ziel dieses Ausbildungsvorhabens war es, neben einer begleitenden Ausbildung des Personals das Zeltsystems hinsichtlich der Widerstandsfähigkeit bei ungünstigen Witterungsverhältnissen zu erproben. Ferner konnten zeitliche und personelle Parameter als Richtwerte für den Auf- und Abbau sowie zur Durchführung der Nachbereitung von einzelnen Zeltmodulen festgelegt werden.

Übungsserie „RIPA NOVA“

Ein weiterer Höhepunkt war die Teilnahme mit dem neuen Zeltsystem an der Übungsserie „RIPA NOVA“ des Kommando Einsatzunterstützung. Der Zweck dieser Übungsserie ist die Errichtung einer Sanitätseinrichtung auf Feldlagerbasis, um Teilbereiche der Sanitätsversorgung bei diversen Einsätzen abdecken zu können. Die RIPA NOVA 1 wurde Anfang Oktober durch die Feldambulanz in Hörsching abgehalten. Im Rahmen dieses Vorhabens errichtete das Pionierbataillon 2 ein Feldlager, welches sich neben der zuvor angeführten Sanitätseinrichtung aus einem Unterkunfts- und Sanitärbereich sowie einer Energieinsel (bestehend aus mobilen Aggregaten zur Stromversorgung) zusammensetzte. Eine der internen Zielsetzungen war es, die Kompatibilität der bei der Feldambulanz Hörsching vorhandenen luftgestützten Zelte mit den COLPRO-Zelten des Pionierbataillon 2 festzustellen. Darüber hinaus sollten Erfahrungen im Bereich der Errichtung von Infrastruktur für medizinische Zwecke wie z.B. für Operationsgruppen oder Röntgentrupps gewonnen werden. Durch die Zusammenarbeit mit der Sanitätstruppe konnten die Salzburger Pioniere ihren Horizont in diesem speziellen Bereich des Feldlagerbaus erweitern.

[...]

Grundlagenarbeit

Rückschauend über das Jahr 2014 wurden über die zuvor dargestellten Vorhaben hinaus im Rahmen von Workshops diverse Grundlagen erarbeitet, um sowohl eine qualitätsorientierte Ausbildung, als auch eine korrekte Materialerhaltung am Zeltsystem sicherzustellen. Hierzu erfolgten die Anfertigung von Curricula für die Ausbildung sowie die Erstellung eines Instandsetzungskonzeptes mit den dazugehörenden technischen Dokumenten. Um die Theorie der Materialerhaltung in die Praxis umsetzen zu können, wurde Anfang Dezember die Train-The-Trainer-Schulung zur Durchführung von Instandhaltungs- und Instandsetzungstätigkeiten am Zeltsystem beim Pionierbataillon 2 in Salzburg durchgeführt. Den Kursteilnehmern wurde das Fachwissen der Herstellerfirma im Rahmen einer praktischen Ausbildung vermittelt. Somit ist das geschulte Personal nach Zulauf der entsprechenden Werkzeuge in der Lage, alle Reparaturen am kompletten System durchzuführen.

Zukunft

Um die Implementierung des Zeltsystems COLPRO im Österreichischen Bundesheer forcieren und die volle Einsatzbereitschaft herstellen zu können, bedarf es noch weiterführender Schritte wie Beispielsweise der Zulauf von Werkzeugen und Einrichtungsgegenständen, sowie die Fertigstellung des eigens für das System ausgearbeiteten Blitzschutzkonzeptes. Weitereführende Vorhaben sind bereits in der Jahresplanung 2015 des PiB2 berücksichtigt und stellen auch kommendes Jahr für das PiB2 ein Schwergewicht dar.



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BeitragVerfasst: 15. Jul 2015, 12:15 

Registriert: 09. Sep 2008, 22:29
Beiträge: 20760
Obst Günther Gann, MSD, Kdt PiB2, in: Der Gebirgspionier, Ausgabe 2/15 hat geschrieben:
Im Rahmen der Bearbeitung ÖBH 2018 erfolgte durch den ChGStb die Zuordnung des Aufgabenbereiches „Feldlagergerät“ zum PiB2. Die laufende Implementierung des Zeltsystems COLPRO geht nun in die nächste Phase. Unter dem Arbeitsbegriff „Zentrum Feldlagerinfrastruktur“ wurden den Salzburger Pionieren zusätzliche Feldlagerkomponenten überantwortet; u. a. Containerkläranlage, Müllverbrennung sowie neu angekaufte Containerküchen.


Der Gebirgspionier, Ausgabe 2/15 hat geschrieben:
COLPRO Implementierung

2015 kam das noch in Erprobung befindliche Zeltsystem COLPRO mehrmals zum Einsatz. Das PiB2 errichtete mehrere COLPRO-Zeltmodule im April für die Übung RIPA NOVA 2 des Kommando Einsatzunterstützung und im Mai für die Fernmeldebetriebsübung der 3.PzGrenBrig.

Feldambulanzübung RIPA NOVA 2

Als Übungsort wurde die Schwarzenbergkaserne in Salzburg gewählt. Das Pionierbataillon 2 schaffte die entsprechenden Umfeldbedingungen zur Abhaltung der Übung. Das für diese Übung errichtete Feldlager setzte sich aus einem Kompaniegefechtsstand, der Sanitätseinrichtung selbst sowie einem Unterkunftsbereich zusammen. Die gesamte Stromversorgung des Feldlagers erfolgte durch Stromaggregate, um sowohl für das Sanitätspersonal als auch für die Pioniere ein möglichst einsatznahes Szenario darstellen zu können.

Eine interne Zielsetzung des Pionierbataillon 2 war es, aufbauend auf den im Rahmen der RIPA NOVA 1 gewonnenen Erfahrungen ein optimiertes Arbeitsumfeld für das vor Ort eingesetzte Sanitätspersonal zu schaffen. Basierend auf die vorhandenen Grundlage war es den Salzburger Pionieren möglich, weitere wesentliche Erfahrungen hinsichtlich der Errichtung von Infrastruktur für medizinische Zwecke auf Basis des Zeltsystemes COLPRO zu gewinnen und eigenes Entwicklungspotential im Bereich des Feldlagerbaus zu definieren.

Fernmeldebetriebsübung 2015 / Teilnetz European Battlegroup

Um den Teilbereich der Führungsunterstützung im nationalen Bereich der EUBG 2016-2 sicherstellen zu können, wurde im Mai 2015 federführend durch die 3. Panzergrenadierbrigade die Fernmeldebetriebsübung 2015 / Teilnetz EUBG in der Schwarzenbergkaserne in Salzburg durchgeführt. Das Pionierbataillon 2 deckte den Bereich der Pionierunterstützung ab und errichtet hierzu einen Bataillonsgefechtsstand auf Basis des Zeltsystems COLPRO.

Zwei COLPRO Containermodule wurden in einer speziell auf die Bedürfnisse der Führungsunterstützungstruppe zugeschnittenen Bauweise errichtet und betrieben. Das geforderte Ziel der Übung war die Definierung der Schnittstellenthematik zwischen Fernmelder und Pionier im Rahmen des Feldlagerbaus. Beim Errichten von Infrastruktur auf Basis des Zeltsystems COLPRO erfordert dies vor allem die Integration von Fernmeldemittel in das Zeltsystem selbst sowie die Erstellung eines detaillierten Energieversorgungskonzeptes.

Erkenntnisse und Problemfelder wurden im Rahmen eines waffengattungsübergreifenden Erfahrungsberichtes zu Übungsende dokumentiert, welcher als Bearbeitungsgrundlage für weitere Maßnahmen herangezogen wird. Die Einbindung des Pionierbataillon 2 zur Errichtung des Gefechtsstandes auf Basis des Zeltsystems COLPRO stellte sich als ein weiterer wesentlicher Schritt zur Implementierung dieses neuen Gerätes in das Österreichische Bundesheer dar.

Die eingesetzten Kräfte des Pionierbataillons 2 – Task Force COLPRO – zeigten wiederum ihre hohe Professionalität und Kompetenz, von der sich auch der stellvertretende Kommandant der Streitkräfte, Generalmajor Heidecker, im Rahmen der Fernmeldebetriebsübung überzeugen konnte.

    Hptm Wagner Armin
    Technischer Offizier & Projektoffizier COLPRO


Der Gebirgspionier, Ausgabe 2/15 hat geschrieben:
Energieversorgung durch das PiB2

Das Pionierbataillon 2 unterstützte im April 2015 durch Einsatz eines Stromaggregates 250kVA die Umbauarbeiten am Truppenübungsplatz Hochfilzen. Durch die Salzburger Pioniere wurde die Energieversorgung der Baustelle für den Zeitraum einer Stromabschaltung des zivilen Netzes sichergestellt. Durch die Unterstützung des Pionierbataillon 2 konnte die Vermeidung eines im Raum stehenden Verzuges der Fertigstellung der Baustelle erreicht werden.

Die Energieversorgung stellt eines der Herzstücke eines jeden modernen Feldlagers dar. Im Zeitalter der digitalen Kommunikation ist eine langfristige Sicherstellung der qualitativen Führungsfähigkeit ohne Strom nahezu unmöglich. Bei der Errichtung von Feldlagern in entsprechender Größenordnung kommen die bei der Pioniertruppe vorhandenen Containerstromaggregate zum Einsatz. Durch die kompakte Bauweise (Integration in 20 ft Container) können diese rasch und unkompliziert in den jeweiligen Einsatzraum transportiert werden. Die maximal verfügbare Leistungsabgabe liegt bei 250 kVA wodurch sich eine Wirkleistung von 200 kW bei einem Kraftstoffverbrauch von 40 l Diesel pro Stunde ergibt. Ein Vergleich: Ein durchschnittliches Einfamilienhaus hat einen Energiebedarf von 3.500 kWh pro Jahr. Dieser „Energiemenge“ kann durch ein Containerstromaggregat innerhalb von 17,5 h abgedeckt werden. Anders betrachtet können durch ein Aggregat gleichzeitig 500 Einfamilienhäuser ausreichend mit Energie versorgt werden.

Da im Rahmen eines Feldlagers immer mehrere dieser Stromaggregate zum Einsatz kommen, können bis zu vier dieser Aggregate über eine sogenannte Synchronisationsanlage (ebenfalls in 20 ft Containern verbaut) miteinander verbunden werden. Durch diese Maßnahme wird eine optimale Energieausnutzung hinsichtlich des Kraftstoffverbrauches sichergestellt. Dies dient ebenso der Reservenbildung bzw. als Backup, da die Synchronisationsanlage bei Ausfall eines Stromaggregates das Starten eines anderen automatisch einleitet. Das beste Beispiel der Energieversorgung eines Feldlagers ist anhand des Einsatzes des Bundesheeres im Tschad darzustellen. Hierbei wurde das gesamte Feldlager aus der errichteten „Energieinsel“ mit Strom versorgt, um die Autarkie der dort eingesetzten Kräfte sicherstellen zu können. Das Pionierbataillon 2 verfügt über acht Stück 250 kVA Containerstromaggregate und vier Synchronisationsanlagen und kann hiermit theoretisch die Stromversorgung von 4.000 Haushalten sicherstellen.

    Technische Daten Containerstromaggregat:

      Scheinleistung:

        250 kVA

      Wirkleistung:

        200 kWh

      Blindleistung:

        50 kVr

      Tankinhalt:

        1.000 l Diesel

      Verbrauch:

        0,2 l / kWh

    Hptm Wagner Armin
    Technischer Offizier & Projektoffizier COLPRO



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BeitragVerfasst: 01. Mär 2016, 13:42 

Registriert: 09. Sep 2008, 22:29
Beiträge: 20760
Erste Fotos der neuen Containerküche:



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BeitragVerfasst: 04. Apr 2016, 15:04 

Registriert: 09. Sep 2008, 22:29
Beiträge: 20760
HLogS Newsletter 03/ 2016 hat geschrieben:
Technische Firmeneinschulung am neuen Containerküchensystem der Firma KÄRCHER

Acht Lehrgangsteilnehmer wurden zur dreitägigen Firmenschulung für das Containerküchensystem KÄRCHER einberufen, um die technischen Komponenten und Baugruppen kennenzulernen und somit die Voraussetzungen einer Materialerhaltung sicherzustellen.

Das Containerküchensystem besteht aus Vorbereitungs-, Zubereitungs-und Geschirrspülungselementen mit den technischen Komponenten der Klimaanlage, dem Stromaggregat, des Hubstützsystems, der elektrischen Anlagen und der Installationstechnik, der Standheizung, sowie der Kühl-und Brennertechnik an denen beim Vorbereitungs- und Zubereitungscontainer die Einweisung stattgefunden hat

Der Instruktor der Firma KÄRCHER mit den interessierten Lehrgangsteilnehmern bei der Einweisung einer Komponente und deren Bauteile.

Die Firmenschulung umfasste mit Priorität die In- bzw. Außerbetriebnahme, die Einrichtung und Ausstattung der Vorbereitungs- und Zubereitungscontainer, sowie deren Funktion und dem Zusammenspiel zu einem System.

    Baumgartner, ADir, Ing.


HLogS Newsletter 03/ 2016 hat geschrieben:
Neues Containerküchensystem an der HLogS

Die Verpflegsversorgung des ÖBH stützt sich außerhalb des stationären Küchenbetriebes auf die FKü 2000 ab. Dieses Verpflegsmodul ist sowohl qualitativ als auch quantitativ ungeeignet für einen längeren Einsatz mit speziellen Anforderungen (z.B. bei schwierigen klimatischen Bedingungen, bei unzureichender Infrastruktur, bei höheren Verpflegsteilnehmerstärken, beim Erfordernis einer ernährungsphysiologisch ausgewogenen Verpflegung etc.). Die Eigenverpflegsversorgung in bestimmten Szenarien und Anlassfällen (z.B. Teilnahme an einer EUBG mit entsprechender personeller Stärke) konnte bisher nicht im qualitativ und quantitativ ausreichendem Umfang sichergestellt werden.

Für das Schließen der identifizierten Fähigkeitslücke militärische Eigenverpflegsversorgung auf hohem qualitativen Niveau über einen längeren Zeitraum bei fehlender Infrastruktur in allen Klimazonen unter zu Grunde Legung eines im Verpflegswesen im ÖBH gängigen hohen Standards wurde daher ein den qualitativen und quantitativen Kriterien entsprechendes Verpflegsversorgungssystem (Containerküchensystem) beschafft.

Das neu beschaffte Containerküchensystem setzt sich wie folgt zusammen:

    Hauptsystem:

    Ein Hauptsystem ist ausgelegt für eine qualitativ hochwertige Eigenverpflegsversorgung ("Menü") für 300 Personen in einem Kochprozess bzw. 600 Portionen Löffelgerichte und besteht aus:

      • 1 Vorbereitungscontainer (ConVor)

      • 1 Zubereitungscontainer (ConZub)

      • 1 Spülcontainer (ConSpül)

    Als Unterstützungssystem (für je ein Hauptsystem) wurden festgelegt:

      • 7 Kühl-/Tiefkühlcontainer (3 x Speisen, 3 x CR ["combat ration"], 1 x Getränke) für die Bevorratung von 7 DOS ("days of supply")

      • 1 Umkleidecontainer

      • 1 Rüstcontainer (Lagercontainer) mit Küchengerätesatz

      • 2 Container für Speisesaalzelt (Transport, Lagerung)

      • 1 Speisesaalzelt

      • 1 WC-/Duschcontainer

      • 1 Büro-/Aufenthaltscontainer

      • Müllentsorgung (Dosenpresse, Abfallkühler, Speisepresse, Speisenhäcksler)

      • 1 Aluleichtbauzelt (Palettenlager)

      • 1 Wassercontainer

    Weitere - hier nicht beschriebene - Erfordernisse für bestimmte Einsätze (z.B. Müllverbrennung) werden im Feldlagerkonzept berücksichtigt.

Das Containerküchensystem umfasst folgende Nutzungskategorien:

    • Inlandseinsätze (z.B. KatE)

    • Substitution (z.B. Einsatz als Ersatz bei Küchenumbauten)

    • Nationale und internationale Übungen

    • Öffentlichkeitsarbeit (Nutzung für eine breite mediale Wirksamkeit)

    • Auslandseinsätze (z.B. Einsatz im Rahmen einer EUBG)

Das ÖBH kann mit Recht stolz darauf sein, ein hochmodernes und äußerst effizientes Küchensystem beschafft zu haben, das es so selbst in der deutschen Bundeswehr nicht gibt.

Der Einsatz von Edelstahl (sowohl beim Grundgerüst als auch beim Kochzubehör); nahtstellenfreie Kochkessel, abgerundete Ecken in den Kochkesseln sorgen für eine hohe Korrosionsbeständigkeit, bieten wirksamen Schutz gegen Verkeimungen (höchste Hygiene) und ermöglichen eine einfache und schnelle Reinigung.

Wir haben ein Küchensystem, das sich auszeichnet durch eine hohe Mobilität und schnelle Einsatzbereitschaft, da er mit der gesamten Ausstattung und umfassendem Zubehör auf der Straße, auf Schienen, mit dem Schiff oder mit dem Flugzeug transportiert werden kann. Ob im Einsatz im Rahmen der EUBG oder möglicherweise auch zur Bewältigung der Flüchtlingskrise – wir sind uns sicher, dass das ÖBH mit diesem Küchensystem einen signifikanten Beitrag zur Durchhaltefähigkeit der Truppe leisten wird.

Die Ausbildung am Containerküchensystem wird ausschließlich durch HLogS sichergestellt und hat die

    • kochtechnische Ausbildung und Bedienung und

    • den technischen Dienst

zu enthalten.

Die Ausbildung am Containerküchensystem (kochtechnische Ausbildung) erfolgt grundsätzlich modular im Rahmen der UO-Ausbildung (FKoD). Weitere Ausbildungen werden bedarfsorientiert durchgeführt. Die Ausbildungsplanung (Primärbedarf, Folgebedarf, Personalumfang etc.) erfolgt durch HLogS mit den zuständigen Fachabteilungen und DSt.

Im Zuge der Ausbildung hat die HLogS gemeinsam mit MIMZ/Wi zur Besichtigung des neuen Container Küchensystems und einem "Testkochen" im Rahmen der Güteprüfung am 11 02 2016 eingeladen.

    WURZER, ADir

____________________________________

Schriftliche Anfrage (1786/J) (Beantwortet am 13. Februar 1986)

Zitat:
11) Liegt gemäß der von Ihnen erteilten Weisung (Weisung Nr.100) bereits ein Sanitätskonzept für den Friedensbetrieb vor?

    Zitat:
    Zu 11:

    Die Grundsätze des neuen Sanitätskonzeptes für den Frieden wurden von mir gemeinsam mit Staatssekretär FERRARI-BRUNNENFELD und dem Heeres-Sanitätschef am 29. August 1985 im Rahmen einer Pressekonferenz der Öffentlichkeit vorgestellt. Die redaktionelle Endfassung dieser Grundsätze befindet sich derzeit noch in Ausarbeitung.

Zitat:
12) Wenn ja:

    a) Wie sehen die Inhalte dieses Konzeptes aus, wie der Wortlaut?

    b) Welche Maßnahmen ergeben sich aus diesem Konzept?

    c) Welche Maßnahmen wurden bereits getroffen?

    Zitat:
    Zu 12:

      a) Wie schon in Beantwortung der Frage 11 erwähnt, befinden sich die Inhalte dieses Konzeptes im Zusammenhang mit der Gesamtformulierung des Sanitätskonzeptes derzeit noch im Stadium der Endredaktion. Ich beschränke mich daher auf eine schlagwortartige Darstellung der wichtigsten Inhalte dieses Konzeptes:

        - Einbindung standardmäßig angehobener, militärischer Krankenanstalten in die medizinische Friedensversorgung sowie Aus- und Fortbildung der Sanitätssoldaten im medizinischen Fachdienst und GWD-Ärzte für den Not-, Katastrophen- und Verteidigungsfall im engen Zusammenwirken mit zivilen Krankenanstalten und Universitätskliniken im organisatorischen Rahmen dieser Anstalten ("Militärbasisspitäler"); GWD-Ärzteausbildung in Not-,' Katastrophen- und Kriegsmedizin für die Dauer von drei Monaten, wobei an eine "Öffnung" dieser Kurse für zivile Ärzte gedacht ist;

        - Erste Hilfe-Ausbildung aller Soldaten im Ausmaß von 16 Stunden mit hohem Nutzwert auch für den zivilen Sektor (Arbeitnehmerschutz, Feuerwehr, Rotes Kreuz etc);

        - angemessene Medikamentenbevorratung, Vorsorgen zu deren Ergänzung;

        - Prüfung der Einführung von Containern für medizinische Zwecke unter Berücksichtigung ausländischer Erfahrungen ("Mobile Notoperationscontainer");

        - Prüfung der Anrechnungsmöglichkeit eines Teiles der beim Bundesheer vermittelten Ausbildung und praktischen Tätigkeit der Ärzte auf das ius practicandi;

        - Schaffung der Voraussetzungen für Ärzte, einen Großteil ihrer Turnusausbildung als Zeitsoldaten auf Ausbildungsstellen des Heeresspitales zu absolvieren.

      b) Aus dem erwähnten Konzept ergeben sich Maßnahmen insbesondere im Bereich der Ausbildungsorganisation, der Aus- und Fortbildungsprogramme für den medizinischen Fachdienst und für die zur Ableistung ihres Präsenzdienstes einberufenen Ärzte, ferner Maßnahmen baulicher und ausstattungsmäßiger Art in bezug auf die militärischen Krankenanstalten (Heeressanitätsanstalten).

      c) Auf Grund der vorhandenen Gegebenheiten in personeller und materieller Hinsicht wurde im Jahre 1985 zunächst bei der Heeressanitätsanstalt Innsbruck ein Pilotprojekt nach dem neuen Sanitätskonzept begonnen; die Vorbereitungen für eine probeweise Umsetzung des neuen Konzeptes bei der Heeressanitätsanstalt Graz wurden ebenfalls bereits eingeleitet. Es wurden 20 Arbeitsplätze für Zeitsoldaten-Ärzte zur Verfügung gestellt, hievon konnten mittlerweile 11 besetzt werden; Interessenten für die restlichen Arbeitsplätze haben sich gemeldet. Ferner möchte ich erwähnen, daß in dieser Angelegenheit regelmäßig Besprechungen mit dem Bundesministerium für Gesundheit und Umweltschutz und Vertretern der Österreichischen Ärztekammer stattfinden, um solcherart eine möglichst einvernehmliche Vorgangsweise der betroffenen Stellen zu gewährleisten.

    Konkret wäre noch zu erwähnen, daß seit Anlaufen des Pilotprojektes Innsbruck rund 230 Operationen, 1 500 stationäre Behandlungen und etwa 9 000 ambulante Behandlungen nach dem neuen System durchgeführt werden konnten. Die bisherigen Erfahrungen lassen den Schluß zu, daß auf der Grundlage des neuen Sanitätskonzeptes nicht nur die Effizienz der militärischen Sanitätsversorgung im Raum Tirol erheblich gesteigert, sondern auch eine kostengünstigere Behandlung bewirkt werden kann. In diesem Zusammenhang erscheint auch erwähnenswert, daß auf Grund eines Vertrages mit der BVA ab 1. Jänner 1986 auch Soldaten, die dem Bundesheer auf Grund eines Dienstverhältnisses angehören, sowie Beamte des Exekutivdienstes und der BGV II behandelt werden können. Schließlich wurde noch der in Tirol stationierte Heereshubschrauber mit entsprechendem Sanitätsgerät ausgestattet, um einen optimalen Transport von verletzten Soldaten, vor allem aus dem Bereich des TÜPL Lizum, in die Heeressanitätsanstalt Innsbruck zu gewährleisten.


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BeitragVerfasst: 09. Mai 2017, 00:10 

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Zitat:
Soldaten der Nachschub- und Transportkompanie haben vergangene Woche, die in MAUTEN erstmalig verwendete Containerküche des Österreichischen Bundesheer, nach drei monatigem Einsatz- und Testbetrieb in kürzester Zeit verpackt, verladen, und zurück nach Salzburg transportiert.



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