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BeitragVerfasst: 24. Jan 2017, 12:19 

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BeitragVerfasst: 26. Jan 2017, 21:09 

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Zitat:
Leistungssteigerung PANDUR I 6x6

Im Hinblick auf die Erhöhung des aktiven und passiven Schutzes für die Besatzung und des Fahrzeugsystems PANDUR I 6x6 (z. B. Erhöhung des Panzerschutzes gegen Minen-, Ballistischer- und IED-Bedrohung, Einbau einer Remote Control Weapon Station (fernbedienbares Waffensystem) des Typs EFWS-M/A) wird zwangsläufig ein höheres Fahrzeuggewicht erreicht. Nach Umsetzung der geplanten Maßnahmen zur Kampfwertsteigerung wird das Gesamtgewicht des PANDUR I 6x6 mit aktuell 13,5 Tonnen auf 16,8 Tonnen höchst zulässiges Gesamtgewicht ansteigen. Dieser Umstand erfordert Änderungen bzw. Anpassungen einzelner Fahrzeugkomponenten. Insbesondere müssen die Fahrwerkskomponenten, wie Radaufhängung, Lenk- und Bremsanlage, eine Leistungssteigerung erfahren, damit die Systemsicherheit des Fahrzeuges auch nach Abschluss der Kampfwertsteigerung gewahrt bleibt. Das Konzept zur Leistungssteigerung wurde durch den Fahrzeughersteller Firma General Dynamics European Land Systems (GDELS) bei der zuständigen Systemabteilung im BMLVS, Abteilung Waffensysteme und Munition, eingereicht und durch die Abteilung FGT des ARWT freigegeben.

Verstärkung der Lenkanlage PANDUR I 6x6

Die Steigerung des zulässigen Gesamtgewichtes auf 16,8 Tonnen erfordert die Verstärkung der bestehenden 1-Kreislenkanlage, welche Änderungen bzw. Anpassungen des Lenkgestänges und des Lenkgetriebes beinhaltet. Zur Montage des neuen Lenkgetriebes sind umfangreiche Schweißarbeiten an der Wanne notwendig. Die Prototyperstellung erfolgt daher durch die Firma GDELS, die Serienumrüstung wird durch das HLogZ Graz durchgeführt.

Verstärkung der Radaufhängung PANDUR I 6x6

Das Konzept von GDELS sieht Änderungen an folgenden Komponenten vor:

    - Erhöhung der Federrate der Schraubenfedern der 1. und 2. Achse

    - Erhöhung der Federrate der Torsionsfedern der 3. Achse

    - Verstärkung der Stoßdämpfer

    - Verstärkung der Aufnahmen der Radaufhängung der Wanne

    - Verstärkung des Doppelgelenkes an 1. und 2. Achse

    - Verstärkung des Querlenkers an 1. und 2. Achse


Verstärkung der Bremsanlage PANDUR I 6x6

Die konstruktive Auslegung der Bremsanlage beim Serienfahrzeug ist nach Meinung der Abteilung FGT seitens des Fahrzeugherstellers nicht optimal umgesetzt worden. Die durch den Bremsvorgang entstehende Reibungswärme kann nur mangelhaft an die Umgebungsluft abgegeben werden. Dadurch resultiert eine Überhitzung der Bremsflüssigkeit, welche sich negativ auf die Bremsverzögerung auswirkt und ein erhöhtes Risiko für den Nutzer darstellt (Gefahr Bremsversagen!). Des Weiteren bewirkt die Überhitzung die Ablösung der organischen Bremsbeläge vom Bremsbelagsträger lange bevor Verschleißerscheinungen sichtbar werden.

Die Abteilung FGT befasst sich seit der Einführung der PANDUR I 6x6 - Flotte beim ÖBH mit der Verbesserung des Gesamtkonzeptes der Bremsanlage in Hinblick auf Wärmeverhalten und Verschleiß. Im Versuch konnte bewiesen werden, dass durch Änderung des Materials der Bremskolben von Stahl auf Keramik eine thermische Entkopplung erzielt und durch zusätzlichen Verbau von Zwischenscheiben aus Keramik die Strahlungswärme verringert werden konnte.

Weiters begünstigte eine geänderte Geometrie der Innenbelüftung der Bremsscheibe (Turbinendesign) den Luftansaugquerschnitt zwischen Achsschenkel und Bremsscheibe und somit den Abtransport von Strahlungswärme aus dem System.

In Hinblick auf das Verschleißverhalten der Bremsbeschläge sind erfahrungsgemäß anorganische Sinterbeläge aufgrund ihrer höheren Temperaturbeständigkeit, den anorganischen Bremsbelägen vorzuziehen. Die Findung der optimalen Materialpaarung von Bremsscheibe und Sinterbremsbelag kann als eine der wesentlichen Errungenschaften der Abteilung FGT angesehen werden. In praktischen Versuchen erzielte der Sinterbremsbelag JURID 734 in Kombination mit der Bremsscheibe aus gehärtetem Vergütungsstahl die besten Ergebnisse hinsichtlich Verschleiß und Temperaturverhalten (siehe Abbildung 45).

Im Rahmen der Konzeptumsetzung zum Einbau einer verstärkten Bremsanlage durch GDELS wird auch das durch Abteilung FGT erworbene Know-how in Bezug auf Wärmeverhalten und Verschleiß der Bremsenkomponenten (= Konzept ÖBH) einfließen. Das Gesamtkonzept der verstärkten Bremsanlage ermöglicht auch anderen Nutzerstaaten des PANDUR I und II, welche bereits eine verstärkte Bremsanlage von GDELS verbaut haben, eine Umrüstung auf das Konzept des ÖBH.

Das Konzept von FGT sieht Änderungen an folgenden Komponenten vor:

    - Änderung von organischen Bremsbelägen auf anorganische Sinterbremsbeläge (höhere Temperaturbeständigkeit)

    - geändertes Bremsscheibenmaterial von Grauguss auf gehärteten Vergütungsstahl

    - Vergrößerung des Bremsscheibendurchmessers (+ 82 mm)

    - Verwendung von größeren Bremssätteln (vergrößerte Reibflächen)

    - Thermische Entkopplung durch Verwendung eines Keramikbremskolbens anstelle eines Stahlbremskolbens und zusätzlich Zwischenscheiben zur Verringerung der Strahlungswärme

    - geänderte Geometrie der Innenbelüftung der Bremsscheibe (Turbinendesign und Vergrößerung des Luftansaugquerschnittes zwischen Achsschenkel und Bremsscheibe)

    - Veränderte Radnaben an 1., 2. und 3. Achse: Zur Aufnahme des verstärkten Bremsmomentes werden zwischen Bremsscheibe und Radnabe zwei zusätzliche Passstiftaufnahmen umgesetzt, die Befestigung der Räder erfolgt in Zukunft mit zehn Schrauben anstelle von acht Schrauben. Daraus resultiert eine Änderung aller Radfelgen (Anbringung zusätzlicher Bohrungen) der PANDUR I 6x6-Flotte.

    - Änderung der Reifenfüllanlage (RFA): Aufgrund der Verwendung eines größeren Bremssattels und Bremsscheibe erfolgt eine Änderung der RFA-Bauteile (Filter, Regelventil und Leitungen) sowohl achs- als auch radseitig.


Zitat:
MTPz/UN A2

Da der Oberkörper des Soldaten ungeschützt ist (Bild links) wurde eine fernbedienbare Waffenstation eingebaut, die mittels Joystick aus dem Innenbereich gesteuert werden kann. Die FGT übernahm hier die mechanische Integration.

Bremsanlagen

Durch das neue Minenschutzpaket wurde das Fahrzeug um ca. 3000kg schwerer, weswegen größere Bremsanlagen notwendig waren. Von drei verschiedenen getesteten Bremsbelägen, entsprach nur einer den Kriterien und wurde für weitere Prüfungen verwendet. Die Bremsscheiben wurden erneuert und die Belüftung angepasst. Die Entwicklung der Keramik/Sinter-Bremse erfolgte gemeinsam mit der Technischen Universität Wien.



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BeitragVerfasst: 13. Mär 2017, 07:37 

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Zitat:
Neue Augen für den Pandur

Das Jägerbataillon 17 ist die Heimat der Pandure, und das bereits seit mehr als 20 Jahren. Nun steht eine weitere Modifikation ins Haus.

Als zukunftsträchtiges Waffensystem wird der Pandur laufend verbessert und mit neuer Technologie aufgerüstet, um künftige Herausforderungen noch besser zu meistern. Das beinhaltet unter anderem die laufende Nachrüstung mit der elektrisch fernbedienbaren Waffenstation (EFWS), die geplante Verbesserung des Minenschutzes, der Einbau eines auf Infrarot (IR)-Strahlung basierenden Nacht- und Rundumsichtsystems und reicht bis zur Ausrüstung mit zeitgemäßen LED-Scheinwerfern. Bevor jedoch eine neue Technologie Einzug in die gesamte Fahrzeugflotte findet, muss sie zu allererst auf Herz und Nieren getestet werden. Dafür überprüft das Amt für Rüstung und Wehrtechnik zuerst im Labor die vom Hersteller versprochenen Leistungsdaten. Nach dieser ersten Hürde muss sich jedes System unter einsatznahen Bedingungen bewähren. Als verlässlicher Partner und Kompetenzträger für den Pandur unterstützt das Jägerbataillon 17 immer wieder mit der Fachexpertise des Anwenders und führt Erprobungen unter realen Umfeldbedingungen durch. Die Erprobung der LED-Scheinwerfer war besonders interessant. Der technische Fortschritt im Bereich der Licht- und Beleuchtungstechnik am Fahrzeugsektor ist seit Einführung des Pandur enorm. So bestand eine der Herausforderungen sicherlich darin, modernste Technik in bestehende Baugruppen zu integrieren. Die Ergebnisse der Erprobung waren beeindruckend und bestätigend zu gleich. Die Beleuchtung eines Fahrzeuges dient nicht nur der Verbesserung der Verkehrssicherheit, sie ist mitunter auch für den Einsatzerfolg von Bedeutung. Nicht in allen Fällen erfolgt die Auftragserfüllung unter voller Lichttarnung und somit gilt: Selbst der am besten ausgebildete Panzerfahrer kann nur angemessen auf Situationen reagieren, die er rechtzeitig erkennen kann. Diese und andere laufende Verbesserungen stellen die notwendige Anpassung des Mannschaftstransportpanzers Pandur an die wachsenden Anforderungen der zukünftigen Einsätze sicher.

Oberleutnant Stefan Torschitz



Vehicle Mobility Optronics

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Lukeos

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SAS – 360° viewer daylight camera and thermal imager module

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Citadel Panoramic

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ALACRÁN


Driving Camera ODIN

Zitat:
360º coverage through use of multiple interconnected cameras in ALACRAN system.


See-Through Armor (STA)
360-degree real-time situational awareness under closed hatches



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BeitragVerfasst: 03. Apr 2017, 22:01 

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Das Foto von Dingo, Pandur und LMV ist vom 16. Juni 2016.


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BeitragVerfasst: 19. Apr 2017, 18:31 

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HEIMING Gerhard: Bedarf an geschützten Fahrzeugen ungebrochen, in: Europäische Sicherheit & Technik, Bd. 4 (2017), p. 74-75

p. 74 hat geschrieben:
Zum 17. Mal trafen sich auf der International Armoured Vehicles Conference (IAV) in London Praktiker, Anbieter und Nutzer zum ausführlichen Gedanken- und Informationsaustausch über gepanzerte und geschützte Fahrzeuge für die Verteidigung und die öffentliche Sicherheit.

p. 74 hat geschrieben:
Das magische Dreieck ist überlagert von der Dimension Finanzmittel, die letztlich bestimmt, in welchem Ausmaß ein Fahrzeugkonzept optimiert werden kann. Bei der oft aus Kostengründen vorgenommenen Modernisierung eingeführtet Fahrzeugtypen kann das zugrunde liegende Konzept nur marginal verändert werden. Insbesondere systemverträgliche Verbesserungen beim Schutz erfordern tiefe Eingriffe in die Fahrzeugstruktur, wie beim Upgrade der österreichischen 6x6-Radpanzer Pandur zu sehen. Die Integration der Schutzkits von RUAG Defence macht die nahezu vollständige Zerlegung des Fahrzeugs notwendig.



    Sachausschreibung für GZ E90021/8/1-KA/2013; Entwicklung eines ballistischen Schutzes, IED (Improvised Explosive Devices) Schutzes und Minenschutzes für den MTPz PANDUR, Anpassung an spezielle Varianten und Vorgaben sowie Lieferung der angepassten Schutzsysteme

    Zitat:
    Gegenstand des Auftrags: This tender concerns the development and delivery of a package to enhance the ballistic, IED and mine protection for the PANDUR I 6x6 military vehicle. The protection concept must be a modular concept for ballistic and mine protection, so that the modules can easily be adapted for different versions. The integration of the protection shall neither require a major stripping nor major modifications on the vehicle structure. The contract will foresee several phases and will have one contracting autority (AUSTRIA) and two delivery nations (AUSTRIA and BELGIUM). The first phase will be a common study to enhance the ballistic, IED and mine protection of the PANDUR I 6x6, the second and phollowing phases will contain outline agreements to deliver the protection kits and the related engineering services.



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BeitragVerfasst: 19. Apr 2017, 20:28 

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Beiträge: 297
Als Studie war die alte Ausschreibung von mir aus ok, nur würde da von einem seriösen Auslober ein wettberwerblicher Dialog angestoßen werden; aber gut, so sind wir eben.
Dass das realistisch so nicht funktioniert, hätte aber der sprichwörtliche "Blinde mit dem Krückstock" sehen können. Natürlich musst Du die alten Pandure für einen signifikant besseren IED/Minenschutz zerlegen


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BeitragVerfasst: 19. Apr 2017, 21:18 

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Echter Minenschutz ist sowohl bei der ÖBH-als auch bei der belgischen Pandur-I-Wanne sowieso nicht zu machen, weil die Wannenstruktur dafür nicht ausgelegt wurde. Was da passieren wird ist Gewichtszunahme ohne wirklichen Effekt.


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BeitragVerfasst: 19. Apr 2017, 21:19 

Registriert: 11. Jun 2005, 18:20
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Wohnort: Wien
Orakel hat geschrieben:
Als Studie war die alte Ausschreibung von mir aus ok, nur würde da von einem seriösen Auslober ein wettberwerblicher Dialog angestoßen werden; aber gut, so sind wir eben.
Dass das realistisch so nicht funktioniert, hätte aber der sprichwörtliche "Blinde mit dem Krückstock" sehen können. Natürlich musst Du die alten Pandure für einen signifikant besseren IED/Minenschutz zerlegen


Was kritisierst du jetzt genau?


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BeitragVerfasst: 20. Apr 2017, 01:24 

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Beiträge: 20787
Orakel hat geschrieben:
Als Studie war die alte Ausschreibung von mir aus ok, nur würde da von einem seriösen Auslober ein wettberwerblicher Dialog angestoßen werden; aber gut, so sind wir eben.


Und wo wäre der Vorteil im Gegensatz zum gewählten Verhandlungsverfahren mit vorheriger Bekanntmachung gelegen?

    Zitat:
    2. Hauptstück

    Arten und Wahl der Vergabeverfahren

    1. Abschnitt

    Arten der Vergabeverfahren

    Arten der Verfahren zur Vergabe von Aufträgen


      § 23. [...]

      (3) Beim Verhandlungsverfahren mit vorheriger Bekanntmachung werden, nachdem eine unbeschränkte Anzahl von Unternehmern öffentlich zur Abgabe von Teilnahmeanträgen aufgefordert wurde, ausgewählte Bewerber zur Abgabe von Angeboten aufgefordert. Danach kann über den gesamten Auftragsinhalt verhandelt werden.

      [...]

      (6) Beim wettbewerblichen Dialog führt der Auftraggeber, nachdem eine unbeschränkte Anzahl von Unternehmern öffentlich zur Abgabe von Teilnahmeanträgen aufgefordert wurde, mit ausgewählten Bewerbern einen Dialog über alle Aspekte des Auftrags. Ziel des Dialogs ist es, eine oder mehrere den Bedürfnissen und Anforderungen des Auftraggebers entsprechende Lösung oder Lösungen zu ermitteln, auf deren Grundlage oder Grundlagen die jeweiligen Bewerber zur Angebotsabgabe aufgefordert werden.



GG hat geschrieben:
Echter Minenschutz ist sowohl bei der ÖBH-als auch bei der belgischen Pandur-I-Wanne sowieso nicht zu machen, weil die Wannenstruktur dafür nicht ausgelegt wurde. Was da passieren wird ist Gewichtszunahme ohne wirklichen Effekt.


    KOSAR Franz: Der Mannschaftstransportpanzer/UN, in: TRUPPENDIENST, Bd. 2 (1995), p. 153 hat geschrieben:
    Wanne

    Die Wanne ist als selbsttragende Schweißkonstruktion aus vergütetem Panzerstahl hergestellt. Zusammen mit der günstigen Formgebung bietet sie ab 30 Metern Entfernung Schutz gegen Munition bis zum Kaliber 7,62 mm. Ebenso ist ab 40 Metern auch ein 90prozentiger Schutz gegen Splitter von 155-mm-Granaten gegeben. Zusätzlich ist zur Verminderung der Sekundärwirkung bei Treffern im Bereich der Besatzung eine Splitterschutzauskleidung (Spalliner) aufgebracht, die aus 24 Lagen besteht.


    o.V.: The PANDUR II 6x6 and 8x8 Wheeled AFV Family, in: Military Technology, Bd. 5 (2005), p. 48 hat geschrieben:
    General Configuration

    The hull of the PANDUR II is a self-supporting structure made of all-welded, heat-treated armour steel plates. Additional girders increase the torsional stiffness and provide optimal attachment and guidance of the independent suspension. The basic ballistic protection can be increased up to Level 4 according to STANAG 4569 via add-on tiles bolted on the self-supporting structure.

    Mine protection up to Level 3a STANAG 4569 is obtained thanks to the special hull design and arrangement of components as well as crew seats hanging from the vehicle's roof rather than being attached to the floor. NBC protection includes passive, overpressure or ventilated face masks. Spall liners reduce the secondary effects of penetrating projectiles, and both the engine and fighting compartments are fitted with a fire/explosion detection and suppression system.


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BeitragVerfasst: 20. Apr 2017, 09:33 

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Zum Zeitpunkt der Entwicklung des Pandur I (Anfang der 1980er Jahre) war Minenschutz im heutigen Sinn kein Thema. Die sogenannte "günstigen Formgebung" mit den stark geneigten Seitenwänden (ca. 30 Grad aus der Normalen) war geprägt von der damaligen Annahme, das Geschoß würde hauptsächlich waagrecht (bzw. parallel zum Erdboden) auftreffen und damit die Durchschlagslänge an der Platte um die aus der Winkelfunktion der Plattenneigung entstehenden Zusatzlänge vergrößern. Heute gilt nach STANAG immer das senkrechte Auftreffen des Geschoßes. Die starke Seitenwandneigung reduziert erheblich den nutzbaren Innenraum im oberen Bereich der Wanne und behindert beim Pandur I das Anbringen der für den Minenschutz notwendigen entkoppelten Mannschaftssitze. Außerdem ist die Bodenstruktur der Pandur-I-Wanne nicht den heutigen Konstruktionsprinzipen für minen(teil)geschütze Kampffahrzeuge entsprechen ausgebildet (dieses Thema habe ich in einem früheren Beitrag abgehandelt). Die Verbesserung des ballistischen Schutzes für den Pandur I ist aufgrund der Formgebung der Wanne zwar schwierig, aber durchaus machbar. Da man beim ÖBH das Powerpack nach der Schutzverbesserung nich verändern möchte (was nur mit einigem Aufwand möglich wäre), würde die Mobilität des Pandur aufgrund der kolportierten Gewichtszunahme auf etwa 17 Tonnen sicher bedeutend reduziert. Also: ballistischen Schutz vebessern, Minenschutz vergessen. Nur das Aufbringenvon Material ohne Zusatzmaßnahmen beim Fahrzeugboden und Anbringung entkoppelter Mannschaftssitze bringt nichts. Ich hoffe nur, daß beim neuen Pandur Evo der "Minenschutz" bereits integriert ist.


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BeitragVerfasst: 20. Apr 2017, 11:02 

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GG am 4. November 2016 hat geschrieben:
Die Struktur der Wanne des Pandur I ist überhaupt nicht auf wirksamen Minenschutz (wir reden hier von 8 - 10 kg Richtsplitterladungen unter dem Rad) ausgelegt. Wie man das machen müßte - siehe Pandur II. Die innere Bodenplatte/Kampfraumboden (beim Pandur I aufgeschraubte Baustahlbleche zwichen den Achsgetriebekästen) müßte voll in die Wannenstruktur integriert, d. h. mittels besonders ausgebildeter und angeordneter Schweißnähte verbunden sein, um ein Aufplatzen der Wanne im unteren Bereich zu vermeiden - das geht hier sicher nicht. Die Sitze müßten von der Bodenplatte entkoppelt und elasisch ausgehängt sein - siehe letzen Beitrag von Theoderich zum Thema Updates im Dingo 2-Bericht - wie z. B. beim Piranha 5. Unter den Sitzen darf nichts verstaut werden - verstärkt die Sprengwirkung durch Splitterwirkung. Die Sitzanordnung müßte das Aufstellen der Beine der Kampfraumbesatzung auf einem Bügel am gegenüberliegenden Mannschaftssitz ermöglichen, um ein Zerschmettern der Wadenknochen zu verhinder, und natürlich müßten die Leute fest angeschnallt und mit Halsstützen versehen werden, um die Wirbelsäulen der Kampfraumbesatzung zu entlasten (alles im Fall der Explosion). Von der besonders ausgebildeten äußeren Bodenplatte und der Problematik der Getriebe und Antriebsteile sowie der Federung - Drehstäbe - im Kampfraumbereich rede ich hier noch gar nicht. Also: mit dem Pandur I - bei all seinen Vorzügen - ist das nicht zu machen. Lösung: Pandur II oder ähnliche Fahrzeuge und natürlich in Version 8x8, denn die Fahrzeugmasse wird stark zunehmen.


Die Baustahlbleche sind mir noch gar nicht aufgefallen:


Meinen Informationen zufolge soll MinePRO, allen üblichen Gepflogenheiten zum Trotz, im Mannschaftsraum angebracht werden, statt darunter. Liegt wahrscheinlich an der ohnehin geringen Bodenfreiheit des "Pandur" und gleichzeitig wird der ohnehin kleine Mannschaftsraum noch viel enger.

Ein paar interessante Fotos vom SPz "Puma", der auch mit der Minenschutzplattte MinePRO ausgestattet ist:



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BeitragVerfasst: 26. Apr 2017, 20:42 

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Beim wettberwerblichen Dialog entsteht die Ausschreibungsgrundlage im Dialog und da gibt es immer wieder aus der internationalen Erfahrung belegte Ergebnisse, die vorab nicht so zu erwarten waren (oder auch die Einsicht, dass die eierlegende Wollmilchsau exorbitant teurer ist). Verhandlungsverfahren heißt, dass die funktionalen Eckpunkte nach bestem Wissen oder Nichtwissen des Auslobers schon feststehen (oder "unter Freunden" schon vereinbart wurden) und dann de facto eine mehr oder weniger gute Preis(nach?)verhandlung geführt wird. Innovativ wird da wenig bis gar nichts.


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BeitragVerfasst: 31. Mai 2017, 15:25 

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BeitragVerfasst: 06. Sep 2017, 05:20 

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Sachausschreibung für Einholung von Teilnahmeanträgen IP-Bordsprechanlage für ULAN-Fü und Pandur-Fü

Zitat:
Gegenstand des Auftrags:

Ziel ist die Beschaffung von 17 Stk. IP-fähigen Bordsprechanlagen, die die erforderliche Sprach- und Datenkommunikation in den gepanzerten Führungsfahrzeugen ULAN (inkl. Rechenstelle sGrW und für das Kommando des Panzerbataillons) und PANDUR sowie einer Laborausrüstung als Testbed erfüllt;



TADIRAN VIC-500I
Digital Vehicular Intercommunication System




SOTAS Product Family



TactiCall MCI Land



Vehicle Intercom Systems



ICC-201 IP Intercom System



ELIPS - Full digital IP intercom for armoured vehicles



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BeitragVerfasst: 23. Sep 2017, 19:15 

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"Pandur" mit neuem Tarnnetz:


2012 angekündigt und 2017 gibt's das erste Foto? Ich kann mir außerdem nur schwer vorstellen, dass es mit der geplanten Zusatzpanzerung kompatibel ist.


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