Einsparungen bei Panzerfahrzeugen

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Re: Einsparungen bei Panzerfahrzeugen

Beitrag von theoderich » 10. Jul 2015, 20:39

Verbleib der Kürassier Jagdpanzer (4954/J)

1) An werden wurden die Jagdpanzer Kürassier des österreichischen Bundesheeres verkauft?

    Zu 1:

    Die Jagdpanzer Kürassier A1 wurden an die deutsche FWW Fahrzeugwerk GmbH verkauft, die Jagdpanzer Kürassier A2 an das belgische Unternehmen Sabiex International S.A.


FWW Fahrzeugwerk GmbH


Ich habe mich schon gewundert, warum auf der Website dieses Unternehmens schon seit mehreren Jahren Jagdpanzer "Kürassier" abgebildet sind.

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Re: Einsparungen bei Panzerfahrzeugen

Beitrag von theoderich » 29. Jul 2015, 13:53

Sachausschreibung für Verkauf von Rüstungsgütern | Powerpacks

Verkauft werden gebrauchte 10 Stück "Triebwerksblock, NSN 2815-12-325-8346, Zusammenbau bestehend aus den Hauptbaugruppen Dieselmotor, NSN 2815-12-325-3409, und Wechselgetriebe HSWL 354, NSN 2520-12-325-1790".

Die genannten Gegenstände werden ausschließlich EXW gem. Incoterms® 2010 ab Lagerort Heereslogistikzentrum Wels, Garnisonstraße 1, 4600 Wels, "wie besichtigt" abgegeben. Die Übernahme und Abholung der Triebwerksblöcke durch die Käufer hat bis 31.10.2015 abgeschlossen zu sein.



Sachausschreibung für Verkauf von Rüstungsgütern | Schützenpanzer A1 Saurer

Verkauft werden gebrauchte 57 Stück gebrauchte unbewaffnete Schützenpanzer A1 "Saurer" verschiedener Typen. Die Fahrzeuge sind nur bedingt fahrbereit und teilweise eingeschränkt manövrierfähig bzw. Wracks.


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Re: Einsparungen bei Panzerfahrzeugen

Beitrag von theoderich » 27. Mai 2016, 15:22

Jahresbericht 2015 der Parlamentarischen Bundesheerkommission für Beschwerdewesen (III-272 d.B.)

Grundsätzliche Probleme

Infolge des Fehlens von Reserven in den derzeitigen Strukturen des Bundesheeres kann auf Lageentwicklungen und aktuelle Bedrohungssituationen nur unzureichend reagiert werden bzw. wird das Alleinstellungsmerkmal des Bundesheeres schrittweise aufgegeben:

    An geländetauglichen Fahrzeugen besteht ein Fehl.

    Die beträchtliche Verringerung der Zahl an Kampfpanzern bewirkt eine Reduktion der Eigensicherungskomponente bei der Bewältigung von aktuellen Bedrohungsszenarien.

    Die Abhängigkeit von zivilen Anbietern bei der Abdeckung des Treibstoffbedarfs führt – unter der Annahme eines längerfristigen Stromausfalls – zur massiven Beeinträchtigung der Kommandoführungsaufgaben etwa bei der Kommunikation zwischen Bundesheer-Kommandostrukturen/Lagezentren.



Stellungnahme

5.5 Bericht zum Prüfbesuch beim Kommando Einsatzunterstützung

[...]

Die Reduktion der Kampfpanzer geht mit der Verschiebung von der konventionellen Bedrohung zur nicht-konventionellen Bedrohung einher, denn Kampfpanzer sind als Element der beweglichen Kampfführung im Verbund mit Panzergrenadieren zur Abwehr mechanisierten Kräften im Rahmen der konventionellen Bedrohungslage vorgesehen. Generell kann ein Einsatz des Kampfpanzers auch bei einer nicht-konventionellen Bedrohung nicht zur Gänze ausgeschlossen werden.


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Re: Einsparungen bei Panzerfahrzeugen

Beitrag von theoderich » 01. Dez 2016, 10:19

Wilhelm Theuretsbacher hat sich in seiner mangelhaften Recherche und im Schönschreiben des allgemein schlechten Zustands des ÖBH wieder selbst übertroffen:

    Österreichs Solidarbeitrag für EU-Verteidigung (21. November 2016)

    160 Kampfpanzer besaß das Bundesheer noch in den 80er-Jahren. Nach dem Ende des Kalten Krieges wurde diese Zahl schrittweise reduziert. Nachdem sich weithin die Auffassung verbreitet hatte, dass es keinen konventionellen Feind mehr gebe, forderten Radikalreformer die totale Auflösung der Panzer- und Artillerietruppe. Die letzte Runde der politischen Auseinandersetzungen fand im Dezember 2014 zwischen dem damaligen SPÖ-Verteidigungsminister Gerald Klug und der ÖVP-Innenministerin Johanna Mikl-Leitner statt. Klug wollte stillgelegtes Großgerät verkaufen. Mikl-Leitner wollte Panzer und Kanonen einmotten, um sie vor dem Hintergrund der neuen Ost-West-Spannungen wieder aktivieren zu können.

    Die deutsche Bundeswehr hatte inzwischen ihre Leopard-Kampfpanzerflotte von 3500 Stück auf 225 reduziert. Beim Bundesheer überlebten 30 Leopard, die beim Panzerbataillon 14 in Wels betrieben werden.

    Strategiepapier

    Gleich nach seinem Amtsantritt am 26. Jänner beauftragte Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil den Generalstab, ein strategisches Konzept als Grundlage für seine Budgetverhandlungen zu erstellen. Auch in diesem Konzept finden sich die Kampfpanzer wieder – unter anderem als "optionaler militärischer Solidarbeitrag für den Fall einer EU-Verteidigung nach Maßgabe der irischen Klausel". Gemeint ist damit ein freiwilliges Mitwirken bei einem europäischen Verteidigungsfall ohne Beistandsverpflichtung.

    Der Hintergrund: Egal, ob Österreich Mitglied einer EU-Armee wird oder neutral bleibt – es braucht nach Auffassung der Generäle in beiden Fällen auch wieder Panzer. Denn auch bei Beibehaltung der Neutralität würden es die EU-Partner nicht akzeptieren, dass Österreich das Donautal demilitarisiert und dadurch für einen Angreifer zum Einfallstor nach Mitteleuropa macht.

    Das geschrumpfte Panzerbataillon in Wels könnte jetzt wieder eine große Zukunft haben. Denn es dient als "Rekonstruktionskern" für den allfälligen Wiederaufbau einer Panzertruppe.

    Ein Wiederaufbau ist in Deutschland bereits angelaufen. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen stoppte offiziell die bereits 25 Jahre dauernde Abrüstungsphase. Die Zahl der Leopardpanzer soll von 225 auf vorerst 328 erhöht werden. Vor wenigen Wochen wurde bekannt gegeben, dass deutsche Leopard-Kampfpanzer und Soldaten nach Litauen verlegt werden – in unmittelbare Nähe zur russischen Grenze.

    Neutralität

    Eine Stationierung österreichischer Kampfpanzer im Ausland kommt für Verteidigungsminister Doskozil nicht infrage. Er hält nichts von einer Beteiligung an einer allfälligen EU-Armee, sondern befürwortet intensivere Kooperationen. Doskozil: "Die Beteiligung Österreichs an einer EU-Armee ist mit der Neutralität nicht vereinbar. Ein Aushöhlen der Neutralität kommt nicht infrage. Mehr Kooperationen, ein gemeinsames Hauptquartier, ein Sanitätskommando oder Zusammenarbeit in der Logistik sind Vorschläge, die man weiterverfolgen kann."




Das BMLVS sieht das etwas anders:

    Einsparungen bei Truppenteilen und Ausbildungseinrichtungen (3032/J-BR/2014)

    16. Über wie viele Fahrzeuge, geordnet nach Fahrzeugtypen, verfügt derzeit das österreichische Bundesheer?

      Zu 16:

      Das Österreichische Bundesheer verfügt derzeit über 59 Kampfpanzer, 112 Schützenpanzer, 68 Mannschaftstransportpanzer, drei Mannschaftstransportpanzer/Sanität, 48 Bergepanzer, 136 M109 Panzerhaubitzen, 41 M109 Rechenstellen, 185 geschützte Kraftfahrzeuge (Kfz) und 3.711 geländegängige Kfz.

In der Schweiz gibt es sechs Panzerbataillone (Panzerbrigade 1: Panzerbataillon 12, Panzerbataillon 17, Panzerbataillon 18; Panzerbrigade 11: Panzerbataillon 13, Panzerbataillon 14, Panzerbataillon 29) mit je 28 bzw. 35 Schützenpanzer 2000 und 28 Panzer 87 WE Leopard.

Und in Deutschland sind es noch deutlich mehr:

    Panzerbataillon 393

    Gliederung

    Dem Kommandeur Panzerbataillon 393 in Bad Frankenhausen sind unterstellt:

      1. Versorgungs- und Unterstützungskompanie

      2. Kompanie (Panzerkompanie)

      3. Kompanie (Panzerkompanie)

      4. Kompanie (Panzerkompanie)

      4. Kompanie Gebirgspanzerbataillon 8 (Panzerkompanie)

    Das Panzerbataillon 393 umfasst nach Abschluss der Umgliederung 483 Soldaten und besteht aus 5 Kompanien:

    Die 1. Kompanie, die Versorgungs- und Unterstützungskompanie, ist die personal-stärkste Einheit des Bataillons. Mit ihren Spezialisten unterstützt sie die Ausbildung des Bataillons im Frieden sowie im Krieg und in Auslandseinsätzen. Führungsunterstützung, Einsatzunterstützung und Aufklärung sind die wesentlichen Leistungsparameter dieser Kompanie. Darüber hinaus ist der Kompanie ein Simulatorenzentrum angegliedert, in dem die Soldaten im Schieß- sowie im Gefechtssimulator der Panzertruppe ausgebildet werden.

    Die 2., 3. und 4. Kompanie sind die Kampfkompanien des Bataillons. Mit dem Kampfpanzer Leopard 2A6 und 2A5 – jeweils 14 pro Kompanie – verfügen sie über einen der modernsten Kampfpanzer der Welt. Feuerkraft, Panzerschutz und Ge-schwindigkeit sind Kernelemente der Panzertruppe. Sie gehört damit zu den am besten geschützten und durchsetzungsstärksten Truppengattungen des deutschen Heeres. Die ehemalige Ausbildungskompanie, 5./PzBtl 393, wird zum 30. Juni 2014 in die 4. Gebirgspanzerbataillon 8 umgegliedert und bleibt im Friedensfall ebenfalls als Kampfkompanie dem Panzerbataillon 393 unterstellt.



Tschechien hat, wie Österreich, nur noch einen einzelnen Verband mit Kampfpanzern, das 73. tankový prapor, bestehend aus drei Panzerkompanien mit je drei Zügen:


1995 wollte man noch 350 T-72 modernisieren. Das zerschlug sich im September 2001, als beschlossen wurde 140 Panzer aufzurüsten. Realisiert wurden letztendlich nur 30 Stück ...



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Re: Einsparungen bei Panzerfahrzeugen

Beitrag von TL » 17. Aug 2017, 22:01

theoderich hat geschrieben:Ist das ein ehemals österreichischer Kampfpanzer?

Die Becheranordnung der Mehrfachwurfanlage entspricht nicht den der österreichischen KPz Leopard 2A4 (diese haben oben 1+5+2+6+3+7 bzw. unten 4+8).

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