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BeitragVerfasst: 13. Okt 2017, 13:54 

Registriert: 09. Sep 2008, 22:29
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Militärstrategisches Konzept des Österreichischen Bundesheeres (Wien, Februar 2006)

Zitat:
5.5.1.2.1 Panzertruppe

Angreifende organisierte Panzerverbände mit hoher Stoßkraft und zahlenmäßiger Überlegenheit stellen auf Sicht nicht mehr die größte Bedrohung dar. Dennoch können in allen Krisenszenarien eigene eingesetzte Kräfte auch weiterhin durch gepanzerte Kräfte bedroht werden.

Die Panzertruppe stellt die Hauptkomponente der mechanisierten Kampftruppe dar. Die ihren Einsatzmitteln eigene Kombination von hoher Feuerkraft, hoher Beweglichkeit, von hohem Schutz und Standfestigkeit verleihen ihr besondere Stoßkraft, die sie befähigt, feindliche mechanisierte Kräfte rasch und nachhaltig zu zerschlagen und den Kampf in stetigem Wechsel der Einsatzarten ohne Unterbrechung aufrecht zu erhalten. Dabei wirkt sie eng mit der Panzergrenadiertruppe oder anderen infanteristischen Kampftruppen zusammen bzw. dient der unmittelbaren Unterstützung (und dadurch auch dem Schutz) anderer Kampftruppen. Die Abdeckung der nunmehr im verringerten Ausmaß erforderlichen weit reichenden und stoßkräftigen Fähigkeiten wird durch die Panzerbataillone abzudecken sein.

Der Einsatz der Panzertruppe im Ausland ist aufgrund des hohen Schutzes und ihrer überlegener Waffenwirkung im oberen Spektrum der Petersbergaufgaben vorgesehen. Gewicht und logistische Überlegungen schränken jedoch operative Mobilität und strategische Verlegbarkeit ein.

Die Panzerbataillone sind grundsätzlich, wie jedes Bataillon anderer Truppen- und Waffengattungen, für Zweitrollen (z.B. infanteristischer Einsatz im Rahmen einer Peacekeeping Aufgabe, unter Zuordnung entsprechender Ausrüstung und personeller Verstärkung) eingeplant.



Militärstrategisches Konzept 2015

Zitat:
Die Panzertruppe stellt die Hauptkomponente der mechanisierten Kampftruppe dar. Die ihren Einsatzmitteln eigene Kombination von hoher Feuerkraft, hoher Beweglichkeit, hohem Schutz und Standfestigkeit verleihen ihr besondere Stoßkraft, die sie ursächlich befähigt, feindliche mechanisierte Kräfte rasch und nachhaltig zu zerschlagen und den Kampf generell in stetigem Wechsel der Einsatzarten ohne Unterbrechung aufrecht zu erhalten. Dabei wirkt sie vor allem eng mit der Panzergrenadiertruppe zusammen bzw. dient der unmittelbaren Unterstützung (und dadurch auch dem Schutz) anderer Kampftruppen. Im ÖBH 2018 wird die Panzertruppe Teil des Rekonstruktionskerns.

Zitat:
Die Reduktion von Fähigkeiten im Bereich der militärischen Landesverteidigung erfolgt nur soweit, als eine lageangepasste Rekonstruktionsmöglichkeit sichergestellt bleibt. Daher werden Aufgabenträger, die vorrangig der Landesverteidigung gegen einen konventionellen Gegner dienen, auf einen Rekonstruktionskern redimensioniert.

Rekonstruktion ist das anlassbezogene erneute Aufwachsen von Truppen bestimmter Waffengattungen, die auf einen, zum Fähigkeitserhalt bestimmten, Kern reduziert wurden. Sie ist die Voraussetzung für die Erfüllung der einsatzwahrscheinlichen Aufgaben „Kompetenzerhalt zur militärischen Landesverteidigung gegen konventionelle Angriffe“ und „Sicherstellen des lageangepassten Aufwuchses“.

Die Rekonstruktion beruht auf der Annahme einer Vorwarnzeit für eine konventionelle militärische Bedrohung Österreichs oder seiner vitalen nationalen Interessen. Diese Vorwarnzeit unterteilt sich in die Phasen Früherkennung, politischer Entscheidungsfindungsprozess und Rekonstruktion. Die Phase der Früherkennung beinhaltet eine permanente Überwachung von Indikatoren im Rahmen der Früherkennungsarchitektur bis zum Zeitpunkt der Information und Empfehlung an die politische Führung, die Rekonstruktion zum vollen Fähigkeitenaufbau zur konventionellen militärischen Landesverteidigung zu beginnen. Die Rekonstruktionszeit beginnt ab Entscheidung der politischen Führung zum Willen und damit auch zur Finanzierung der Rekonstruktion.

Bereits im Laufe der letzten 25 Jahre wurden Waffengattungen, die vorrangig der konventionellen militärischen Landesverteidigung dienen, in ihren Fähigkeiten erheblich reduziert. Manche Waffengattungen, wie z.B. die Kampffliegertruppe, wurden darüber hinaus zu einer umfassenden Abwehroperation noch nie in ausreichender Qualität oder Quantität befähigt.

Ein Rekonstruktionskern setzt sich aus Kräften der Friedensorganisation und der Miliz zusammen. Er bildet den Grundstock für einen Aufwuchs zur vollständigen Verteidigungsfähigkeit gegen einen konventionellen Angriff auf österreichisches Territorium bzw. bei Bedarf für die Sicherstellung eines möglichen Solidarbeitrages im Rahmen einer sich allfällig entwickelnden europäischen Verteidigung. Zweckdienliche Kooperationen mit Partnern im In- und Ausland werden hierzu eingegangen.

Ohne entsprechende Ressourcenzuordnung bzw. Ausbildungs- und Übungstätigkeit reduzieren sich Fähigkeiten von Truppen im Rekonstruktionskern im Laufe der Zeit von der Erhaltung von Kompetenzen und Systemen (=Strukturerhalt) auf einen alleinigen Systemerhalt und danach auf einen reinen Kompetenzerhalt. Am Ende steht die vollständige Aufgabe einer Fähigkeit.

Konkret werden nunmehr im ÖBH 2018 die Waffengattungen Artillerie, Fliegerabwehr, Kampfflieger und Panzer auf die Stufe Rekonstruktion redimensioniert.

Bei Bedarf können Verbände, Einheiten oder Teileinheiten, unbeschadet ihrer Zuordnung zum Rekonstruktionskern, dennoch in der Primär-Rolle ihrer Waffengattung für Aufgaben im In- und Ausland herangezogen werden. Intern sind dafür aber zum Erhalt ihrer Fähigkeiten auch für Übungstätigkeiten entsprechende Ressourcen zuzuordnen.

Die Ableitungen für den Bedarf an Fähigkeiten zur Abwehr eines konventionellen Gegners werden im Zuge des Früherkennungsprozesses getroffen. Der Rekonstruktionskern ist daher laufend zu überprüfen und gegebenenfalls zu adaptieren. Speziell Rüstungsmaßnahmen benötigen aufgrund der einzuhaltenden gesetzlichen Bestimmungen oftmals einen langfristigen Vorlauf vor dem Wirksamwerden, wobei auch der Zeitraum für das Herstellen der Verwendungsreife zu berücksichtigen ist.



Militärstrategisches Konzept 2017

Zitat:
Die Panzertruppe ist befähigt, mit hoher Feuerkraft und Beweglichkeit bei gleichzeitigem hohen Schutz, auch in engem Zusammenwirken mit der Infanterietruppe, feindliche vor allem mechanisierte Kräfte rasch und nachhaltig zu zerschlagen und den Kampf, auch im urbanen Umfeld, in stetigem Wechsel der Einsatzarten ohne Unterbrechung aufrecht zu erhalten.



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