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Projekt "Soldat der Zukunft"

Fahrzeuge, Waffen, Gerät, Ausrüstung und Uniformen
Ikarus1980
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Re: Projekt "Soldat der Zukunft"

Beitrag von Ikarus1980 » 29. Jan 2014, 21:01

Was tut sich eigentlich beim Projekt Soldat der Zukunft derzeit so?
Ist hier wie bei der Bundeswehr ein Gesamtsystem (wie Gladius) geplant oder einfach kleine zusätzliche Ausrüstung?
Wie sieht es beim Bundesheer und in diesem Zusammenhang eigentlich mit Schutzwesten aus?

theoderich
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Re: Projekt "Soldat der Zukunft"

Beitrag von theoderich » 10. Feb 2014, 13:51

TRUPPENDIENST, Folge 337, Ausgabe 1/2014 hat geschrieben:Österreich: Soldatenmodernisierung im ÖBH

Gegenwärtige und zukünftige Einsatzräume stellen besondere Anforderungen an die Leistungsfähigkeit der Soldaten. Diese bewegen sich zunehmend in einem vernetzten multinationalen Umfeld und haben ihre Aufträge in rasch wechselnden Lagen und vor dem Hintergrund des "Three-Block-War" (drei Operationen mit einem unterschiedlichen Anforderungsprofil werden gleichzeitig durchgeführt) in einem asymmetrisch geprägten Umfeld zu erfüllen.

Weltweit wurden im Verlauf der letzten Jahre in den Streitkräften Modernisierungsprogramme (Soldier Modernization Programmes - SMP) mit dem Ziel implementiert, den steigenden Anforderungen solcher Einsätze durch Verbesserung der persönlichen Ausrüstung der Soldaten, insbesondere bei abgesessener Einsatzführung, Rechnung zu tragen. Erhöhter Schutz, verbesserte Führungs-, Aufklärungs- sowie Durchsetzungsfähigkeit und damit verschiedenste Funktionalitäten und Technologien sind in einem modularen und skalierbaren Gesamtsystem zu integrieren. Wurde in den SMP anfänglich eine höchstmögliche Digitalisierung des Soldaten angestrebt, die zu seiner teilweisen physischen Überfrachtung und psychischen Überforderung führte, so lässt sich international in den letzten Jahren eine deutliche Trendumkehr feststellen, die durch das vorübergehende Erreichen technologischer Grenzen unterstützt wird.

Nachdem das BMLV 2005 erste Schritte im Bereich SMP in Zusammenarbeit zwischen der damaligen Jägerschule und der Infanterieschule der Bundeswehr unternahm, wurden in den vergangenen Jahren die diesbezüglichen Bemühungen auf planerischer Ebene und in Abstützung auf internationale Arbeitsgruppen in der Europäischen Verteidigungsagentur (EDA) und der NATO fortgesetzt.

Als Ergebnis dieser Kooperationen fand als weiterer Schritt und gleichzeitiger Einleitung der nächsten Phase von 14. Oktober bis 6. Dezember 2013 eine praktische Demonstration des norwegischen Gesamtsystems NORMANS (Norwegian Modular Arctic Network Soldier) beim Bundesheer statt. Wesentlicher Zweck war einerseits die Überprüfung der Systemarchitektur und andererseits die Ermittlung des Mehrwertes eines Gesamtsystems im Vergleich zur im ÖBH eingeführten Ausrüstung.

Ein ausführlicher Bericht zu diesem Thema erscheint in der kommenden Ausgabe des TRUPPENDIENST.

-boj-

Zuletzt geändert von theoderich am 10. Feb 2014, 14:15, insgesamt 2-mal geändert.

Weinviertler
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Re: Projekt "Soldat der Zukunft"

Beitrag von Weinviertler » 10. Feb 2014, 14:06

Hallo Leute!

Beim System Gladius müssen wir uns aber schon auch um die Dimensionen kümmern - man beschafft neunzig Systeme für neunzig Infanteriegruppen! Ist also nichts für die ganze Bundeswehr, sondern nur was für Auslandseinsätze!

Bei uns wird ein Plan vorgestellt werden, für dessen Realisierung in größerern Dimensinen das Geld fehlt!


Beste Wünsche und kameradschaftliche Grüße

Weinviertler

theoderich
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Re: Projekt "Soldat der Zukunft"

Beitrag von theoderich » 10. Feb 2014, 14:28

Ein Teil der Kaderpräsenzeinheiten wird damit ausgestattet werden (1000 Mann). Um in internationalen Einsätzen den Schein zu wahren und sich nicht vollkommen zu blamieren. Das wird es dann auch für die kommenden Jahrzehnte gewesen sein. Nicht einmal der Mitte der 90er-Jahre beschaffte Kevlarhelm von MSA Gallet wurde jemals flächendeckend eingeführt:

    TRUPPENDIENST, 5/1988 hat geschrieben:Österreich
    Kampfhelm und Splitterschutzweste

    Bild

    Nach zahlreichen Erprobungen und Versuchsserien wurde nach den Richtlinien des 1987 fertiggestellten militärischen Pflichtenheftes im Mai 1988 der Arbeitsgemeinschaft Truppenausstattung und Mannesausrüstung (AGTAM) der Prototyp eines neuen Kampfhelmes für das Bundesheer vorgestellt und von der Arbeitsgemeinschaft angenommen.

    Das bedeutet, daß nunmehr die ergonomische Grundkonzeption feststeht. Entgegen anderslautender Pressemeldungen ist noch kein Zuschlag an eine Firma erfolgt, sondern es wird erst zu einem späteren Zeitpunkt eine Ausschreibung erfolgen. Auf eine ins Detail gehende Bestimmung des Materials, heißt es, wurde verzichtet, um die Möglichkeit der Verwendung neuerer Technologien nicht von vornherein auszuschließen.

    Auch soll der Mannesschutz durch die Einführung einer Splitterschutzweste verbessert werden. Über den Zeitpunkt der Beschaffung dieser Ausrüstungsgegenstände kann noch nichts ausgesagt werden. Es soll später, je nach Budgetlage, schrittweise erfolgen. Es werden dann mit Vorrang jene Truppen beteilt, die aufgrund ihres Kampfauftrages der größten Gefährdung durch Splitterwirkung ausgesetzt sind.

    -AKE-



    Sitzung des Nationalrates am 21. und 22. April 1993

      Abgeordneter Roppert (SPÖ): Herr Bundesminister! Der Anfragesteller beschäftigt sich mitSplitterschutz. Ich frage Sie in diesem Zusammenhang: Ist daran gedacht, die Stahlhelme, wie sie jetzt mit amerikanischem Design beim Bundesheer üblich sind, durch Kunststoffhelme, die effizienter sind, zu ersetzen?

    Präsident: Herr Bundesminister.

      Bundesminister Dr. Fasslabend: Sehr geehrter Herr Abgeordneter! In Ihrer Funktion als Wehrsprecher ist Ihnen sicher aus vielen Kontakten bekannt, daß der Helm, der zurzeit verwendet wird, einer vielfältigen kritischen Begutachtung ausgesetzt ist. Aber dessenungeachtet ist es auch eine Frage des erhöhten Schutzes für den Grundwehrdiener, für den Kadermann, daß wir uns diesbezüglich am letzten Stand der Technik befinden. Ich habe bereits heuer den Auftrag gegeben, einen Beschaffungsvorgang für neue Helme einzuleiten.Diese werden sich vom Material her insbesondere auf den Bereich Kunststoff konzentrieren und sollen Voraussetzung bieten, daß sie für unsere Soldaten in Zukunft einen höheren Splitterschutz aufweisen als in der Vergangenheit.



    Einsatz österreichischer Soldaten im Rahmen der IFOR (346/J) (Beantwortet am 21. Mai 1996)

    5) Wie hoch sind die Kosten für die Austattung der Soldaten des Kontingentes mit Splitterschutzwesten und neuen Helmen?

      Zu 5:

      13,5 Millionen Schilling.

    5a) Wie begründen Sie die Anschaffung gerade dieser Splitterschutzwesten bzw. Helmen?

      Zu 5a:

      Maßgebend für die getroffene Ankaufsentscheidung war die Absicht, den bestmöglichen Mannschutz zu gewährleisten. Die Beschaffung von Helmen und Splitterschutzwesten stand zum damaligen Zeitpunkt unmittelbar bevor. Der Einsatz war im französischen Sektor vorgesehen und der französische Helm verfügbar und einsatztauglich.


    Ausstattung der Soldaten des Bundesheeres mit persönlichen Ausrüstungsgegenständen (2896/J) (Beantwortet am 11. September 1997)

    1. Ist es vorgesehen, daß jeder Soldat der Einsatzorganisation des Bundesheeres über eine Splitterschutzweste und einen Kampfhelm (Modell Firma GALLET CGF) verfügen soll?

      a. Wenn ja, wann wird jeder Soldat der Einsatzorganisation des Bundesheeres über eine Splitterschutzweste und eine Kampfhelm Modell GALLET verfügen?

      Zu 1 und 1a:

      Ja, ausgenommen Soldaten in jenen Funktionen, wo eine Ausstattung bei der Erfüllung der Aufgabenstellung hinderlich oder nicht zweckmäßig wäre. Die Ausstattung begann 1996 und wird in den kommenden Jahren sukzessive fortgesetzt.



    Bundesheeres persönlichen Ausrüstungsgegenständen (6349/J) (Beantwortet am 20. Juli 1999)

    1. Bei welchen Soldaten der Einsatzorganisation ist bezogen auf Ihre Funktion (Ausgenommen Flugzeug - und Panzerbesatzungen ohne Panzergrenadiere), eine Ausstattung mit Kampfhelm und Splitterschutz hinderlich oder nicht zweckmäßig?

    6. Welche Verbände/Einheiten der Einsatzorganisation des Bundesheeres werden nicht mit neuen Kampfhelmen und Splitterschutzwesten ausgestattet?

      Zu 1 und 6:

      Nach dem Militärischen Pflichtenheft ist das personenbezogene Splitterschutzsystem grundsätzlich für jeden Soldaten vorgesehen. Dies gilt auch für Panzerbesatzungen, Piloten etc., zumal sich diese Soldaten im Einsatz nicht immer im geschützten Einsatzgerät aufhalten.

    3. Wieviele Soldaten der Einsatzorganisation sind mit 01.05.1999 mit Splitterschutzwesten und Kampfhelmen ausgestattet?

      Zu 3:

      Im Rahmen des laufenden Beschaffungs - und Ausstattungsprojektes für Kampfhelme und Splitterschutzwesten wurden bisher aufgrund der Prioritätenreibung rund 7.500 Soldaten mit Splitterschutzwesten und rund 14.000 Soldaten mit Kampfhelmen ausgestattet.

    4. Welche Verbände/Einheiten der Präsenzorganisation bzw. der rasch verfügbaren Kräfte sind bis 01.05.1999 bereits vollständig mit Splitterschutzwesten und Kampfhelmen ausgerüstet worden?

      Zu 4:

      Die Vorbereiteten Einheiten, je ein Jägerregiment pro Korps und die Panzergrenadierbataillone.

    5. Wieviele Splitterschutzwesten welcher Schutzklassen wurden bis 01.05.1999 angeschafft?

      a. Wieviele Splitterschutzwesten welcher Schutzklassen wurden bis 01.05.1999 zur Truppe ausgeliefert?

      Zu 5:

      Es wurden bisher 20.000 Splitterschutzwesten beschafft, deren Schutzwirkung dem höchsten internationalen Standard entspricht. Im übrigen verweise ich auch auf meine Ausführungen zu den Fragen 3 und 18.



    Parlamentskorrespondenz Nr. 664 vom 16.11.2000
    SCHEIBNER: EUROKORPS NICHT AUS HEERESBUDGET FINANZIEREN

    Priorität kommt laut Scheibner der Sicherheit der Soldaten zu. Das Konzept für den neuen Kampfanzug sei fertig, die Beschaffung werde im kommenden Jahr eingeleitet, dazu kommen 20.000 Kampfhelme sowie 80 bis 90 Radpanzer des Typs Pandur.



    Sitzung des Nationalrates am am 13. Juni 2002

    Bundesminister für Landesverteidigung Herbert Scheibner: Herr Abgeordneter Loos! Sie wissen, dass es das Ziel dieser Bundesregierung ist, dem österreichischen Bundesheer die notwendige Ausrüstung zu geben, die erforderlich ist, um die Aufträge, die wir unseren Soldaten gestellt haben, auch erfüllen zu können. Neben den Großbeschaffungen – einige wurden heute schon angesprochen –, wie Transportflugzeuge, Abfangjäger, Hubschrauber, gibt es etwa im Bereich der mechanisierten Truppe jetzt gerade den Zulauf des modernen Schützenpanzers "Ulan". Wir haben in dieser Legislaturperiode auch noch vor, eine weitere Tranche für den Radpanzer "Pandur" zu beschaffen.

    Hinsichtlich der Ausrüstung der Soldaten – wir müssen uns jetzt den Begriff "Mannesausrüstung" abgewöhnen, weil es immerhin schon sehr erfolgreich auch Damen in Uniform gibt – ist die Erprobung des "Kampfanzuges neu", der ein international hervorragendes Ausrüstungssystem ist, in der Endphase. Ich gehe davon aus, dass wir diesen ab 2003 beschaffen können.

    Wir haben Ausrüstung in Beschaffung für die so genannte Crowd and Riot Control, das heißt also Schutzausrüstung für unsere Soldaten, auch für den internationalen Einsatz, etwa bei Checkpoints, bei Demonstrationen et cetera. Wir haben eine weitere Tranche von 20 000 Kampfhelmen, Splitterschutzsystemen und Kugelschutzwesten im Zulauf, sodass sowohl international als auch national ein optimaler Schutz für die Soldaten im Einsatz gewährleistet ist.

Zuletzt geändert von theoderich am 17. Mär 2014, 16:43, insgesamt 6-mal geändert.

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Re: Projekt "Soldat der Zukunft"

Beitrag von Weinviertler » 10. Feb 2014, 19:45

Aber Theoderich!

Alles Politikerreden und Papierln! Für mich als langjähriger Beobachter der Szene zählt nur mehr, was wirklich von all dem Geschwafel bei der Truppe ankommt!


Beste Wünsche und kameradschaftliche Grüße

Weinviertler

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Re: Projekt "Soldat der Zukunft"

Beitrag von theoderich » 10. Feb 2014, 19:52

Die Kosten für die paar KPEs bewegen sich im niedrigen einstelligen Millionen-Euro-Bereich. Es würde mich sehr wundern, wenn dieses Material nicht angeschafft werden würde - schließlich geht's um "show of force" im österreichischen Sinne [Also den Aufbau eines Potemkin'schen Dorfes für die Staatsbürger.] ... :-( Dafür gibt es dann eben eine weitere Verschärfung hin zur Vier-Klassen-Armee. Du weißt genauso gut wie ich, wie es um die Umsetzung des 2004 durch eine ähnliche Projektgruppe ausgearbeiteten Materialstrukturplans für die Jägertruppe bestellt ist:


Von der Planung 2004 wurde faktisch nichts realisiert.
Zuletzt geändert von theoderich am 10. Feb 2014, 22:49, insgesamt 5-mal geändert.

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Re: Projekt "Soldat der Zukunft"

Beitrag von Weinviertler » 10. Feb 2014, 20:04

Hallo nochmals!

Schon wieder eine Arbeitsgruppe und noch ein Papierl! Schauma halt - und sicher ist's für mich erst, wenn's bei der Truppe ist!


Beste Wünsche und kameradschaftliche Grüße

Weinviertler

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Re: Projekt "Soldat der Zukunft"

Beitrag von theoderich » 10. Feb 2014, 23:10

Hier ein Foto von der im "Truppendienst" zitierten Erprobung des NORMANS Light:

Bild




Das norwegische System sieht nach einem sinnvolleren und realistischeren Ansatz aus, als IdZ-ES, Félin, COMFUT, Soldato Futuro oder TYTAN.

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Re: Projekt "Soldat der Zukunft"

Beitrag von Milizler » 11. Feb 2014, 07:48

Außer der Elektronik am Handgelenk ist da jetzt nichts spannendes zu sehen. Eine andere Kampfweste halt.
Beordert bei 1./JgB NÖ

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Re: Projekt "Soldat der Zukunft"

Beitrag von theoderich » 11. Feb 2014, 11:44

Weil es aus nichts anderem besteht, außer der auf das Notwendigste reduzierten Ausrüstung - v.a. nur sehr wenig Elektronik:

    High Tech Soldat - Internationale Trends (TRUPPENDIENST, Folge 332, Ausgabe 2/2013)

    Es gibt bereits Ansätze (z. B. das Sys­tem "Normann" von der Firma Thales), die Gesamtsysteme wieder "abzuspecken" und dem Soldaten je nach Funktion & Auftrag nur die notwendigste Ausrüstung mitzugeben, um dadurch die Effizienz im Einsatz zu erhöhen und nicht durch eine Übermodernisierung (Gewicht & Energieproblematik etc.) den gegenteiligen Effekt zu erzielen.


    NORMANS Light weights 150g (without cabling), and is powered directly from the radio, or from a central power unit.

    NORMANS Advanced weights 450g (without cabling and battery), and is powered directly from the internal battery. NORMANS Advanced supports a number of commonly used map and messaging formats, as well as IP-based communications.


Zum hier sichtbaren Kleinstcomputer kommen (in der norwegischen Ausführung) noch Helm, Schutzweste, ABC-Schutzensemble und ein "Camelbag"-Trinksystem. Kein Schnickschnack wie Helmdisplay, Warnsensoren, "Kernrechner" oder dgl. Zur Stromversorgung wäre wahrscheinlich eine Brennstoffzelle, wie sie für das niederländische VOSS und auch für den französischen FÉLIN entwickelt werden, effizienter und leichter.

P.S.: Das norwegische Verteidigungsministerium hat für NORMANS ca. 36 Mio. EUR (100 - 300 Mio. NKr) budgetiert.

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Re: Projekt "Soldat der Zukunft"

Beitrag von theoderich » 25. Mär 2014, 19:41

Ich habe eben eine sehr umfangreiche und professionell gemachte Präsentation des FüUZ zum Kommunikationskonzept des österreichischen Soldatenmodernisierungsprogramms gefunden:


Es besteht aus zwei Komponenten - dem Trupppenfunksystem CONRAD und dem Gruppenfunk. U.a. ist die Integration der GPS-Daten des CONRAD in das FüIS Phönix zwecks Blue Force Tracking im Detail beschrieben. Das macht derzeit noch Probleme. Und zum Schmunzeln gibt's auch was: Das Heer hat einen Wechselaufbau als Radio Excess Point eingeführt ...

Zum Gruppenfunk gibt's hier einen Artikel:


Das Tadiran PNR-500 hat das Vergabeverfahren des BMLVS für sich entschieden.


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Re: Projekt "Soldat der Zukunft"

Beitrag von theoderich » 31. Mär 2014, 14:31

Soldat der Zukunft (TRUPPENDIENST, Folge 338, Ausgabe 2/2014)

Als erster Schritt und als Ergebnis der multinationalen Kooperation, erfolgte die Demonstration des norwegischen Gesamtsystems NORMANS (Norwegian Modular Arctic Network Soldier). Dieses wurde auf Wunsch des BMLVS in der durch die norwegischen Streitkräfte genutzten Erprobungskonfiguration durch die Firma THALES AUSTRIA - auf der Basis eines Leihvertrages - zur Verfügung gestellt.

Wesentlicher Zweck dieser Demonstration war einerseits die Überprüfung der Systemarchitektur NORMANS und andererseits die Ermittlung des Mehrwertes eines Gesamtsystems im Vergleich zur im ÖBH eingeführten Ausrüstung.


Demonstration NORMANS beim ÖBH

Die Dauer der Demonstration war von Oktober bis Dezember 2013 festgelegt. Die Detailvorbereitung lag in den Händen des Streitkräfteführungskommandos (J5), welches das Jägerbataillon 19 als Erprobungstruppenkörper festgelegt hat. Da im ÖBH kaum praktische Erfahrungswerte mit einem DSS vorliegen, wurden nach der Geräteübergabe die ersten drei Wochen für eine ausführliche Schulung durch die Firma genutzt. Das Personal der Firma THALES verfügt über eine militärische, einsatzerprobte Vergangenheit in den norwegischen Streitkräften. Ziel war es, für die in der Vorbereitungsphase festgelegten Testblöcke jene Voraussetzungen sicherzustellen, die eine objektive und vergleichbare Auswertung ermöglichen. Die eigentliche praktische Demonstration wurden auf fünf genormte und auswertbare Teststrecken aufgeteilt, jeweils durch eine Test- und eine Kontrollgruppe, aufgeteilt auf zwei Testblöcke, durchlaufen. Je Testblock stand eine Kalenderwoche mit einer durchschnittlichen zeitlichen Inanspruchnahme des Personals von zehn Stunden pro Tag zur Verfügung. Besondere Testkriterien waren die Handhabung und Bedienung der jeweiligen NORMANS-Systeme.

Zusätzlich wurden Daten mittels Fragebögen, die auf die jeweilige Teststrecke abgestimmt waren, erhoben. Zweck war es, die Akzeptanz der Systemkomponenten, die Quantität der Nutzung sowie subjektive Wahrnehmungen der einzelnen Probanden zu ermitteln. Die Demonstration schloss mit einer detaillierten Auswertung aller ermittelten Daten ab.

Die praktische Demonstration erfolgte nach dem Prinzip einer vergleichenden Testung und wurde durch vier Jägergruppen, bestehend aus KIOP/KPE-Personal und/oder Kaderkräften, absolviert. Jeweils zwei Gruppen wurden mit dem System NORMANS und zwei Jägergruppen ohne das System NORMANS in zwei Testblöcken mit der Auftragserfüllung auf den jeweiligen Teststrecken beauftragt.

In den einzelnen Testblöcken waren gefechtstechnische Aufgaben wie Orientieren im Gelände, Verhalten in einem Hinterhalt, Angriff aus der Bewegung, Schutz von Räumen und Aufklärung zu erfüllen. Zu diesem Zwecke durchliefen die Jägergruppen einzeln und voneinander unabhängig die unterschiedlichen Teststrecken.

Teststrecke Aufklärung

Nachfolgend wird die Teststrecke Aufklärung näher betrachtet. Zweck war das Ermitteln eines möglichen Mehrwertes von NLU bzw. NAU in der gefechtstechnischen Anwendung. Als messbare Fähigkeitsbereiche wurden SA, Orientierung, Navigation, Führungsfähigkeit, Sprach- und Datenübermittlung sowie FFT festgelegt.

Die Teststrecke hatte alle Phasen des Spähtrupps gemäß der Dienstvorschrift für das ÖBH "Die Aufklärungsgruppe" zum Inhalt, und wurde anhand der darin festgelegten Phasen und räumlichen Vorgaben angelegt.

Nach Auftragserteilung an den Gruppenkommandanten in Form eines geschlossenen Befehles hatte die Vorbereitung und die Planung ausschließlich mit dem System NORMANS zu erfolgen. Das Ergebnis war an das vorgesetzte Kommando zu übermitteln. Der Zweck dieser Teststrecke war die Feststellung des Mehrwertes des Systems NORMANS beim auf- und abgesessenen Orientieren und Navigieren (z. B. Verschieben der Karte, Setzen von Wegpunkten) sowie der Datenübertragung. Eine Strecke in einem "Feind gefährdeten Raum" war unter festgelegten Kriterien zu überwinden. Die Überprüfung der Systemfähigkeiten erfolgte in den Bereichen Datenübertragung, Orientieren im Gelände, SA, FFT. Die Zielaufklärung über einen festgelegten Zeitraum und die laufende Übermittlung der Aufklärungsergebnisse an das vorgesetzte Kommando war ebenso sicherzustellen, wie die Feststellung des Mehrwertes des Systems NORMANS beim Auftreffen auf gegnerische Kräfte und Absetzen mit anschließender Verfolgung durch den Gegner. Schließlich erfolgte noch die Koordinierung zweier räumlich getrennter auf- und abgesessener Spähtrupps durch den übergeordneten Kommandanten und Zusammenführen der Eigenen.

Erste Ergebnisse (Auszug)

Als wesentlichster Mehrwert des Systems NORMANS wurde die Führungsfähigkeit, insbesondere hinsichtlich Sprach- und Datenübertragung, ermittelt. Der Kommandant verfügt mit NORMANS ständig über ein aktuelles Lagebild in Echtzeit und somit über eine permanente Führungsüberlegenheit gegenüber der Kontrollgruppe mit der derzeit im ÖBH eingeführten Ausrüstung.

Die Signalreichweiten sind abhängig von der Leistungsfähigkeit und Reichweite des Gruppenfunkgerätes. Exakte Positionen und Sichtbarkeit der eigenen Kräfte, digitale Übermittlung von Feindlagemeldungen sowie grafischen Befehlen und Plänen erhöhen die Handlungssicherheit aller Soldaten. Aspekte der Digitalisierung, wie Löschen bzw. Ausblenden von Objekten, Überlagerungen auf dem Kartenbild (eigene Position, Gruppenmitglieder, Wegpunkte, Führungslinien, Feindeinzeichnungen) und mögliche Überlagerungen von GPS-Signaturen, bedingen eine spezielle Ausbildung und entsprechende Übung. Luftbilder und digitales Kartenmaterial, welches das Zoomen und die Veränderung des Maßstabes unterstützen, steigern die Qualität der Darstellung am PDA.

Bei intensiven Gefechtshandlungen erfolgte durch die Soldaten weiterhin eine Abstützung auf gewohnte Muster und Verhaltensweisen. Die Nutzung des Systems, mit Ausnahme des Gruppenfunkgerätes zur Sprachübertragung, wurde deutlich reduziert. Hier wären in Zukunft weitere Erkenntnisse, besonders durch Einbindung des Systems in einen Führungs- und Wirkungsverbund, zu generieren.


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Re: Projekt "Soldat der Zukunft"

Beitrag von theoderich » 22. Apr 2014, 05:11

Infantry Weapons & Support Systems 2014
Draft Programme 2014

Pre‐ Conference Workshop: Monday 22nd September 2014
Conference Day 1: Tuesday 23rd September 2014
Conference Day 2: Wednesday 24th September 2014

09.10 – Soldier modernisation in Austria

    • Overview of developments and progress of SOLDAT 2015 to this point.
    • Austrian infantry support systems; shoulder launched munitions now and in the future.
    • Austrian efforts to integrate non lethal weapons and their potential benefits.
    • The future direction of the Austrian infantry; developments in the next 5 years.


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Re: Projekt "Soldat der Zukunft"

Beitrag von theoderich » 29. Apr 2014, 11:27

Bundesvoranschlag 2014
Untergliederung 14
Militärische Angelegenheiten und Sport


Wie werden die Wirkungsziele verfolgt? Maßnahmen:

    Beschaffung und Einführung von Kampfhelmen, Schutzwesten, Schutzmasken und Schutzbrillen (Ausstattung Soldat 2015)

Wie sieht Erfolg aus? Meilensteine/Kennzahlen für 2014

    Vergabeverfahren abgeschlossen

Istzustand (Ausgangspunkt der Planung für 2014)

    Leistungsbeschreibung erstellt



Bundesvoranschlag 2015
Untergliederung 14
Militärische Angelegenheiten und Sport


Wie werden die Wirkungsziele verfolgt? Maßnahmen:

    Beschaffung und Einführung von Kampfhelmen, Schutzwesten, Schutzmasken und Schutzbrillen (Ausstattung Soldat 2015) [Zukauf in Stück]

Wie sieht Erfolg aus? Meilensteine/Kennzahlen für 2015

    1.200 „Kampfhelm 2015“
    1.200 „Schutzbrille 2015“
    1.300 „Schutzweste 2015“

Istzustand (Ausgangspunkt der Planung für 2015)

    2013:

    Leistungsbeschreibung erstellt




Und was ist mit dem Ersatz für die antiken ABC-Schutzmasken, wie er im Jahr 2012 angekündigt war?


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Re: Projekt "Soldat der Zukunft"

Beitrag von theoderich » 08. Jul 2014, 10:05

Heeresbekleidungsanstalt. Jahresrückblick 2013 (S. 30)

Arbeitsgruppe Ballistischer und CRC Schutz

Bild

Durch die Genehmigung der Militärischen Pflichtenhefte (MPH) durch die Sektion II für den Kampfhelm, die Schutzbrillen, ballistische Schutzweste, usw. wurde eine Arbeitsgruppe unter der Führung FGP konstituiert. Die Arbeitsgruppe setzt sich aus:

    FGP (Vorsitz)
    ARWT/WFT OPMT
    KA
    StruktPl
    MilMedZ
    SkFüKdo
    HBA

zusammen.

Die HBA hat hiezu den Auftrag den Entwurf der Leistungsbeschreibung und den Bewertungskatalog zu erstellen.

Die neue ballistische Schutzweste sollte, gemäß MPH, folgende Forderungen erfüllen:

    Weichballistik mit einer geforderten Prüfstufe 4 bzw. Hartballistik mit einer Prüfstufe 11

    Ein integriertes Abwurfsystem

    Anbringung von zusätzlichen Taschen mit unterschiedlichen Bebänderungssystemen

    Eine ballistische Weste, welche ein Tragen bei verdeckten Operationen zulässt

    Zubehörteile wie Kragen, Kinnschutz, Schulterschutz, Genitalschutz und Oberarmschutz.

Während der Erstellung der Leistungsbeschreibung wurde ebenfalls die Beschaffung einer Einsatzweste Ordnungseinsatz (CRC) beschlossen. Auch in diesem Fall wurde eine Arbeitsgruppe aufgestellt.

Nach den ersten Besprechungen stellte sich bereits eine Zweigleisigkeit in vielen Forderungen bei der ballistischen Schutzweste und der Einsatzweste heraus.

Der nächste Schritt spielte bei der Zusammenlegung der beiden Westen eine entscheidende Rolle, da die Prüfstufen für die Weich- bzw. Hartballistik auf die Prüfstufe 3 bzw. 9 bei der ballistischen Schutzweste reduziert wurden.

Nun konnte man sich in der Arbeitsgruppe darauf einigen, dass man den Schnitt und das Muster für eine Kombination beider Westen für eine Ausschreibung genau definieren muss. So wurde wieder die Produktentwicklung der HBA beauftragt einen ausschreibungsreifen Schnitt und ein Muster inkl. Zubehör anzufertigen und den Teilnehmern aus beiden Arbeitsgruppen zu präsentieren. Alle weiteren Punkte konnten nach dem gewohnten Schema ablaufen und zu einem positiven Ende gebracht werden.

Autor: VB Herbert ENGEL/RL TeGl/Abt PrEntw&TeGl

Antworten
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