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BeitragVerfasst: 13. Mai 2014, 15:30 

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Ist ein Faktum. Immerhin beteiligt sich die Schweiz jetzt an UN Einsätzen. Insgesamt dürfte das aber die am wenigsten kampferfahrene Streitmacht der Welt sein.

PS: Im Übrigen teile ich den Gerätefetisch einiger Leute hier nicht. Mich erinnert das hier immer wieder an die Autoquartetts aus der Volksschule. Die meisten Konflikte heute sind asymetrisch oder von niedriger Intensität, siehe Ukrainekrise etc. Solche Konflikte wirst du auch mit 1000 hochgerüsteten F-18 nicht lösen können. Zumindest nicht so, wie es die heutigen Sitten der humanitären Kriegsführung verlangen.


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BeitragVerfasst: 13. Mai 2014, 17:58 

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OMG ... "den Gerätefetisch einiger Leute hier" - sehr feinfühlig ausgedrückt. Wäre ich bei einem Pionierbataillon in einem Kampfmittelabwehrzug, wäre es mir auf jeden Fall lieber (sofern das Gelände geeignet ist) ein gepanzertes Fahrzeug einsetzen zu können, statt diese gefährliche Arbeit nur mit Handwerkzeug erfüllen zu müssen.


Was die kuriose Wortschöpfung der "heutigen Sitten der humanitären Kriegsführung" (Krieg ist per se nicht "humanitär".) betrifft - kein Kommentar!


P.S.: Abgesehen davon - beinahe jede Armee in Europa verfügt über Minenräumsysteme (Ausgenommen einige Staaten in Ost- und Südosteuropa und Luxemburg.):



Zuletzt geändert von theoderich am 04. Nov 2014, 19:00, insgesamt 2-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 13. Mai 2014, 23:15 

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Anscheinend hast du noch nie etwas von der Haager Landkriegsordnung oder der Genfer Konvention gehört, denn die regeln u.a. wie Krieg unter humanen Gesichtspunkten geführt werden darf. Bspw. sind Flächenbomardements von zivilen Gebieten heute einfach moralisch und rechtlich nicht mehr akzeptabel.


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BeitragVerfasst: 13. Mai 2014, 23:18 

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Und ob ich die kenne! Dann verwende diese Begriffe bitte auch oder zumindest "Völkerrecht", denn den Ausdruck "humane Kriegführung" habe ich hier zum ersten Mal gehört und den benützt niemand.

    Übereinkommen über das Verbot oder die Beschränkung des Einsatzes bestimmter konventioneller Waffen, die übermässige Leiden verursachen oder unterschiedslos wirken können

    Zitat:
    Protokoll über das Verbot oder die Beschränkung des Einsatzes von Minen, Sprengfallen und anderen Vorrichtungen in der am 3. Mai 1996 geänderten Fassung

    [...]

    Art. 3 Allgemeine Beschränkungen des Einsatzes von Minen, Sprengfallen und anderen Vorrichtungen

      1. Dieser Artikel findet Anwendung auf

        a) Minen,

        b) Sprengfallen und

        c) andere Vorrichtungen.

      2. Jede Hohe Vertragspartei oder jede an einem Konflikt beteiligte Partei ist in Übereinstimmung mit diesem Protokoll für alle von ihr verwendeten Minen, Sprengfallen und anderen Vorrichtungen verantwortlich und verpflichtet sich, diese entsprechend den Ausführungen in Artikel 10 zu räumen, zu beseitigen, zu zerstören oder zu unterhalten.

      3. Es ist unter allen Umständen verboten, Minen, Sprengfallen oder andere Vorrichtungen einzusetzen, die dazu bestimmt oder geeignet sind, überflüssige Verletzungen oder unnötige Leiden zu verursachen.

      4. Waffen, auf die dieser Artikel Anwendung findet, müssen den in dem Technischen Anhang für jede einzelne Kategorie festgelegten Normen und Beschränkungen genau entsprechen.

      5. Es ist verboten, Minen, Sprengfallen oder andere Vorrichtungen einzusetzen, die einen Mechanismus oder eine Vorrichtung verwenden, die eigens dazu bestimmt sind, das Kampfmittel durch die Gegenwart allgemein verfügbarer Minensuchgeräte aufgrund deren magnetischer oder sonstiger berührungsloser Beeinflussung während des normalen Gebrauchs bei Suchvorgängen zur Detonation zu bringen.

      6. Es ist verboten, selbstdeaktivierende Minen einzusetzen, die mit einer Aufnahmesperre ausgestattet sind, welche so konstruiert ist, dass sie noch wirksam sein kann, wenn die Mine selbst nicht mehr funktionsfähig ist.

      7. Es ist unter allen Umständen verboten, die Waffen, auf die dieser Artikel Anwendung findet, entweder offensiv oder defensiv oder als Repressalie gegen die Zivilbevölkerung als solche oder gegen einzelne Zivilpersonen oder zivile Objekte zu richten.

      8. Der unterschiedslose Einsatz der Waffen, auf die dieser Artikel Anwendung findet, ist verboten. Als unterschiedsloser Einsatz gilt jede Anbringung derartiger Waffen,

        a) die nicht an einem militärischen Ziel erfolgt oder nicht gegen ein solches Ziel gerichtet ist. Im Zweifelsfall wird vermutet, dass ein in der Regel für zivile Zwecke bestimmtes Objekt, wie beispielsweise eine Kultstätte, ein Haus, eine sonstige Wohnstätte oder eine Schule, nicht dazu verwendet wird, wirksam zu militärischen Handlungen beizutragen,

        b) bei der Verlegemethoden oder -mittel verwendet werden, die nicht gegen ein bestimmtes militärisches Ziel gerichtet werden können, oder

        c) bei der damit zu rechnen ist, dass sie auch Verluste unter der Zivilbevölkerung, die Verwundung von Zivilpersonen, die Beschädigung ziviler Objekte oder mehrere derartige Folgen zusammen verursacht, die in keinem Verhältnis zum erwarteten konkreten und unmittelbaren militärischen Vorteil stehen.

      9. Mehrere klar voneinander getrennte und deutlich unterscheidbare militärische Ziele in einer Stadt, einem Dorf oder einem sonstigen Gebiet, in dem Zivilpersonen oder zivile Objekte ähnlich konzentriert sind, dürfen nicht als ein einziges militärisches Ziel behandelt werden.

      10. Es sind alle praktisch möglichen Vorsichtsmassnahmen zu treffen, um Zivilpersonen vor den Wirkungen der Waffen zu schützen, auf die dieser Artikel Anwendung findet. Praktisch mögliche Vorsichtsmassnahmen sind solche, die unter Berücksichtigung aller zu dem betreffenden Zeitpunkt gegebenen Umstände einschliesslich humanitärer und militärischer Erwägungen durchführbar oder anwendbar sind. Zu diesen Umständen zählen insbesondere, jedoch nicht ausschliesslich,

        a) die kurz- und langfristige Auswirkung von Minen auf die örtliche Zivilbevölkerung während des Vorhandenseins des Minenfelds,

        b) mögliche Massnahmen zum Schutz von Zivilpersonen (z. B. Einzäunung, Zeichen, Warnung und Überwachung),

        c) die Verfügbarkeit und die praktische Möglichkeit des Einsatzes von Alternativen undd)die kurz- und langfristigen militärischen Erfordernisse für ein Minenfeld.

      11. Der Verlegung von Minen, Sprengfallen und anderen Vorrichtungen, durch welche die Zivilbevölkerung in Mitleidenschaft gezogen werden kann, muss eine wirksame Warnung vorausgehen, es sei denn, die Umstände erlauben dies nicht.

    Art. 4 Beschränkungen des Einsatzes von Anti-Personenminen

      Es ist verboten, Anti-Personenminen einzusetzen, die im Sinne von Ziffer 2 des Technischen Anhangs nicht aufspürbar sind.

    Art. 5 Beschränkungen des Einsatzes von Anti-Personenminen, die keine fernverlegten Minen sind

      1. Dieser Artikel findet Anwendung auf Anti-Personenminen, die keine fernverlegten Minen sind.

      2. Es ist verboten, Waffen einzusetzen, auf die dieser Artikel Anwendung findet und die den Bestimmungen in dem Technischen Anhang über Selbstzerstörung und Selbstdeaktivierung nicht entsprechen, es sei denn,

        a) diese Waffen sind innerhalb eines an seiner Aussengrenze markierten Gebiets angebracht, das von Militärpersonal überwacht und durch Einzäunung oder andere Mittel gesichert wird, um Zivilpersonen von diesem Gebiet wirksam fernhalten zu können. Die Markierung muss von deutlich erkennbarer und dauerhafter Art sein und muss zumindest für jemanden, der im Begriff ist, das an seiner Aussengrenze markierte Gebiet zu betreten, sichtbar sein, und

        b) diese Waffen werden geräumt, bevor das betreffende Gebiet verlassen wird, sofern nicht das Gebiet den Streitkräften eines anderen Staates übergeben wird, welche die Verantwortung für die Aufrechterhaltung der aufgrund dieses Artikels vorgeschriebenen Schutzmassnahmen und für die spätere Räumung dieser Waffen übernehmen.

      3. Eine an einem Konflikt beteiligte Partei ist von der weiteren Einhaltung des Absatzes 2 Buchstabe a und b nur dann befreit, wenn ihr die Einhaltung wegen des durch feindliche Kampfhandlungen gewaltsam herbeigeführten Verlustes der Kontrolle über das Gebiet praktisch nicht möglich ist, einschliesslich der Situationen, in denen die Einhaltung durch unmittelbare militärische Feindeinwirkung vereitelt wird. Erlangt diese Partei die Kontrolle über das Gebiet zurück, so hält sie Absatz 2 Buchstabe a und b erneut ein.

      4. Erlangen die Streitkräfte einer an einem Konflikt beteiligten Partei die Kontrolle über ein Gebiet, in dem Waffen, auf die dieser Artikel Anwendung findet, verlegt worden sind, so werden diese Streitkräfte in grösstmöglichem Umfang die durch diesen Artikel vorgeschriebenen Schutzmassnahmen aufrechterhalten und nötigenfalls treffen, bis die Waffen geräumt sind.

      5. Es sind alle praktisch möglichen Massnahmen zu treffen, um die unbefugte Beseitigung, Verunstaltung, Zerstörung oder das unbefugte Verbergen von Vorrichtungen, Systemen oder Materialien zu verhindern, die zur Festlegung der Aussengrenze eines an seiner Aussengrenze markierten Gebiets verwendet worden sind.

      6. Waffen, auf die dieser Artikel Anwendung findet und die Splitter in einem horizontalen Bogen von weniger als 90 Grad ausstossen und auf oder über dem Erdboden angebracht sind, dürfen ohne die in Absatz 2 Buchstabe a vorgesehenen Mass-nahmen für einen Zeitraum von höchstens 72 Stunden eingesetzt werden, sofern

        a) sie sich in unmittelbarer Nähe der Truppe befinden, die sie verlegt hat, und

        b) das betreffende Gebiet von Militärpersonal überwacht wird, um Zivilpersonen wirksam fernzuhalten.

    Art. 6 Beschränkungen des Einsatzes fernverlegter Minen

      1. Es ist verboten, fernverlegte Minen einzusetzen, sofern sie nicht nach Ziffer 1 Buchstabe b des Technischen Anhangs aufgezeichnet werden.

      2. Es ist verboten, fernverlegte Anti-Personenminen einzusetzen, die nicht den Bestimmungen in dem Technischen Anhang über Selbstzerstörung und Selbstdeak-tivierung entsprechen.

      3. Es ist verboten, fernverlegte Minen, die keine Anti-Personenminen sind, einzusetzen, sofern sie nicht, soweit praktisch möglich, mit einem wirksamen Selbstzer-störungs- oder Selbstneutralisierungsmechanismus ausgestattet sind und eine zusätzliche Selbstdeaktivierungsvorrichtung haben, die so entworfen ist, dass die Mine nicht mehr als Mine wirkt, wenn sie nicht mehr dem militärischen Zweck dient, für den sie verlegt wurde.

      4. Der Verlegung oder dem Abwurf fernverlegter Minen, durch welche die Zivilbevölkerung in Mitleidenschaft gezogen werden kann, muss eine wirksame Warnung vorausgehen, es sei denn, die Umstände erlauben dies nicht.



    Protokoll über das Verbot oder die Beschränkung des Einsatzes von Minen, Sprengfallen und anderen Vorrichtungen in der am 3. Mai 1996 geänderten Fassung (Protokoll II in der am 3. Mai 1996 geänderten Fassung) zu dem Übereinkommen vom 10. Oktober 1980 über das Verbot oder die Beschränkung des Einsatzes bestimmter konventioneller Waffen, die übermässige Leiden verursachen oder unterschiedslos wirken können

    Abgeschlossen in Genf am 3. Mai 1996



Ich behaupte nicht, dass Du unrecht hast, aber wenn man sich Syrien oder dzt. die Ukraine ansieht: Welche Partei dort schert sich um völkerrechtliche Verträge? In Syrien gibt es in der Tat Flächenbombardements und in der Ukraine setzen die Russen Truppen ohne Markierungen ein.

Außerdem haben die größten Hersteller von Streumunition (USA, Russland, China, etc.) die Convention on Cluster Munitions nicht unterzeichnet.


Zu den Nichtunterzeichnern gehören viele der Staaten, die in aktuelle Krisen verwickelt sind:


Gleiches gilt für die Convention on the Prohibition of the Use, Stockpiling, Production and Transfer of Anti-Personnel Mines and on their Destruction:


Und besonders irregulären Kräften, wie sie in modernen Konfliktszenarien auf der Tagesordnung stehen, sind völkerrechtliche Konventionen fremd.


Zuletzt geändert von theoderich am 15. Mai 2014, 09:08, insgesamt 4-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 14. Mai 2014, 07:55 

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innsbronx hat geschrieben:
Ist ein Faktum. Immerhin beteiligt sich die Schweiz jetzt an UN Einsätzen. Insgesamt dürfte das aber die am wenigsten kampferfahrene Streitmacht der Welt sein.


Achja, weil Österreich da ja soviel mehr Erfahrung hat.
Nicht umsonst lässt man sich in der LAVAK alle Erfahrungsberichte von Einsätzen anderer Streitkräfte von ausl. Militär Attachés erbetteln damit man wenigstens WEISS was so im Einsatz funktioniert und was nicht.
Einzig eine handvoll Leute vom Jagdkommando und Jäger/Aufklärer im Kosovo haben etwas "echte Triggertime".

innsbronx hat geschrieben:
Die meisten Konflikte heute sind asymetrisch oder von niedriger Intensität, siehe Ukrainekrise etc. Solche Konflikte wirst du auch mit 1000 hochgerüsteten F-18 nicht lösen können. Zumindest nicht so, wie es die heutigen Sitten der humanitären Kriegsführung verlangen.


Mit Verlaub, aber das ist oberflächlich, naiv und genau der riesen Fehler den man heute macht, nur weil man sich seit 2003 im nahen und mittleren Osten mit Aufständischen ohne gepanzerte Hardware rumplagt, heisst das noch lange nicht dass sich das nicht schnell ändern kann und wird, diese Vorgehensweise ist einfach fahrlässig, aber ich verstehe is insofern weil es der Politik gefällt Geld beim Militär zu sparen, da kommt so eine These die keiner wissen KANN schon ganz recht!

Und selbst das mit gepanzerter Hardware ist aber in Syrien auch schon wieder anders, sogar in der Ostukraine hat man bald das entsprechende Gerät, die bauen gerade eine eigene Armee auf und dann wirds lustig wenn man zu lange mit einer diplomatischen Lösung abwartet.
Oder schau nach Mali was man da bei den Franzosen einsetzen musste....das gesamte Spektrum!

Diese schöngeistigen Aussagen von wegen "ein konventioneller Krieg wird eh nie kommen" ist es, der auf so Foren wie am jährlichen Seefeld unter den Österreichern als Alibi zum nicht vorhandenen Bundesheer rumgeistert und im Ausland nur noch Kopfschütteln verursacht.

Man redet sich die Welt schön, denn man ist in den oberen 10.000 der vorwiegenden Meinung dass unsere Generation noch einen odentlichen Knall erleben wird, hat mir gerade Gestern ein Generalmajor der USAF so gesagt.

Aber um bei deiner Aussage zu bleiben - es ging doch gar nicht um die F-18 per se, sondern um Fähigkeiten die man erhält und ausbaut.
Denn selbst wenn Cyberattacken ein Land lahmlegen können - wie im Falle Estlands als diese die russische Statue aus der Stadt verlegten und die Antwort prompt per www kam - ABSCHRECKUNG ist immer noch der Grund Nummer 1 den Frieden zu gewährleisten.

Ein Land das sich nicht auf allen Ebenen (Cyber, wirtschaftlich, militärisch) wehren kann, wird benutzt, destabilisiert, manipuliert und einfach nicht ernst genommen.
Und auf die Genfer Konvention wird vom Aggressor ohnehin gepflegt gesch... sobald der erste Schuss fällt und bei der NATO fängt das schon bei der benutzten Handfeuerwaffen Munition an.
Und nur weil wir so dumm sind und keine Clustermunition mehr haben dürfen um bei der Verteidigung die eigenen Verluste zu minimieren (O-Ton ein Hauptmann im Kosovo), wird sie trotzdem noch oft von der NATO eingesetzt.


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BeitragVerfasst: 14. Mai 2014, 21:45 

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Clustermunition hat auch nichts mit der Genfer Konvention zu tun. Auf den Rest deines Texts hab ich gar keine große Lust einzugehen. Ich rede auch nicht den Einsparungen das Wort, wie du es in deinem Rundumschlag gleich suggeriert hast, sondern glaube eben an andere Prioritäten. Infanterie ist heute wieder, vielleicht mehr denn je in den letzten Jahrzehnten nach 1945, Trumpf. Kein ernsthafter Planer und Stratege rechnet in den nächsten Jahrzehnten mit großen Panzerschlachten in Europa. Wirkliche Flächenbombardements hat es in Europa seit 1945 nicht mehr gegeben. Global wahrscheinlich das letzte Mal im Vietnamkrieg. Das sind einfach Fakten.


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BeitragVerfasst: 15. Mai 2014, 00:20 

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innsbronx hat geschrieben:
Wirkliche Flächenbombardements hat es in Europa seit 1945 nicht mehr gegeben. Global wahrscheinlich das letzte Mal im Vietnamkrieg. Das sind einfach Fakten.


Flächenbombardements mit Dutzenden Kampfflugzeugen sind heutzutage gar nicht mehr erforderlich um weite Gebiete mit Blindgängern zu kontaminieren. Speziell im Einsatzgebiet der UNIFIL, wo derzeit 168 österreichische Soldaten stationiert sind, steht UXO an der Tagesordnung (Dort sind auch 14 Schweizer Armeeangehörige im Rahmen der UNTSO tätig.):

    Israel hands over cluster bomb maps to UN force in Lebanon (13. Mai 2009)

    Zitat:
    The Israeli Defence Forces have handed over to the United Nations data and maps on the cluster munitions it fired over southern Lebanon during the 2006 conflict between the two countries.

    The UN Interim Force in Lebanon (UNIFIL) received the technical strike data and related maps yesterday, and is currently examining and assessing the information, Farhan Haq, a spokesperson for the world body, told reporters in New York.

    “UNIFIL will be handing over the data to the Lebanese Armed Forces,” he added.

    According to the UN Mine Action Coordination Centre of South Lebanon, the area was blanketed by cluster munitions during the month-long conflict in the summer of 2006.

    An estimated 40 square kilometres of land became contaminated with hundreds of thousands of unexploded cluster munitions, which have killed at least 20 people and maimed nearly 200 others so far.

    Cluster munitions have been cleared from the surface of about half of South Lebanon’s known contaminated land, and about 150,000 munitions have been found and destroyed.



        Lebanon Mine Action Programme

        Zitat:
        By September 2006, 608 individual cluster bomb strike locations had been confirmed and by December 2008 that figure had increased to 1061, an estimated 48.1 million square meters of contaminated land.

        Zitat:
        Results

        To date, almost three thousand minefields have been cleared enabling access to approximately 19 million square meters of useable land. Around 125,000 landmines have been destroyed, over 23 million square meters of land have been declared clear of cluster bomb contamination, almost 200,000 cluster munitions have been destroyed and 44,000 items of UXO have been destroyed.

        As a direct result of the clearance efforts, the number of casualties from ERW per year has dramatically decreased.

        However the South of Lebanon still has contaminated areas from remaining cluster munitions, as well as buried munitions being brought to the surface by weather, and from newly identified contaminated areas.

        The Future

        The main ongoing project for UNIFIL is the establishment of a visible border between Israel and Lebanon along the internationally recognized Blue Line. Approximately 500 points along the border have been identified and require the erection of a Blue Barrel marker.

        However access to these points is blocked by minefields and safe access lanes must be cleared. Due to security concerns civilian mine action organizations cannot operate in these areas at present. UNIFIL demining teams are currently clearing access through the minefields to the designated marker points.



    CLUSTER MUNITION CONTAMINATION

    Zitat:
    The latest recorded use of cluster munitions was in southern Lebanon in July and August 2006. Although there is no data available on the total number of submunitions used, an initial estimate in November 2006 by the UN Mine Action Co-ordination Centre in South Lebanon (UNMACC SL) indicated that up to a million submunitions remained unexploded after the fighting ended.

    Areas contaminated by these weapons included agricultural land and water and power infrastructure. The UN Food and Agriculture Organization (UN FAO) estimated that in large areas of southern Lebanon at least 25% of the cultivated area was contaminated by unexploded cluster submunitions (UN FAO, 2006). Overall, agriculture constitutes nearly 70% of the total household income in southern Lebanon and half of the working Population earns its living entirely from this activity (UN FAO, 2006). Unexploded submunitions have also hindered reconstruction efforts, e.g. by disrupting repairs to power lines (Landmine Action, 2006).



Außerdem hat hier niemand behauptet, dass Räumfahrzeuge aufgrund von drohenden großflächigen Luftangriffen auf europäischem Boden benötigt würden.


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BeitragVerfasst: 15. Mai 2014, 07:03 

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@innsbronx

Das große Panzerschlachten derzeit unwahrscheinlich sind, weiß man seit längerer Zeit.
Allerdings ist das Zusammenwirken von Panzer und Infanterie gerade jetzt eine Fähigkeit, die absolut favorisiert wird.
Speziell im unkonventionellen Einsatz ist diese Fähigkeit eine wichtige Voraussetzung.
Man sollte nicht den Fehler machen und Waffengattungen gegeneinander aufrechnen, denn jede hat ihre Aufgabe.
Auch muss man die militärische Kernfähigkeit in allen Arten der Gefechtsführung erhalten, denn was die ferne Zukunft bringt, weiß wirklich niemand,
auch nicht der beste Stratege! Sonst würde es viel weniger Konflikte geben, siehe aktuelle Lage.


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BeitragVerfasst: 15. Mai 2014, 09:00 

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Beiträge: 3392
innsbronx hat geschrieben:
Clustermunition hat auch nichts mit der Genfer Konvention zu tun.


Sorry, zum bewaffneten Konflikt gehören neben der Genfer noch einige andere Konventionen dazu an die man sich deiner Meinung nach im modernen bewaffneten Konflikt hält.

Man hat Clustermunition ja auch im Kosovo eingesetzt, deswegen werden u.a. die hier vorgestellten Geräte dort und in Bosnien ja auch benötigt.
Ausser der Genfer Konvention gibts auch noch andere "Treaties" die Österreich freiwillig unterzeichnet hat, wie eben das Verbot von Antipersonen Minen im "Ottawa Treaty" oder eben bei Clustermunition das "Oslo" Abkommen.

innsbronx hat geschrieben:
Infanterie ist heute wieder, vielleicht mehr denn je in den letzten Jahrzehnten nach 1945, Trumpf. Kein ernsthafter Planer und Stratege rechnet in den nächsten Jahrzehnten mit großen Panzerschlachten in Europa.


Waren sie doch immer, aber nur im Verbund ausser bei den SF und selbst dort hat man immer CAS oder Artilleriesupport.
Und meines Wissens geht jeder normal ausgebildete Infanterist lieber hinter oder neben einer Kette in die fremde Stadt als im LMV.
Es wird übrigens gemunkelt dass die Bundeswehr an die 1000 Leo2 lediglich eingemottet hat, man traut der derzeitigen "Leichtigkeit des Seins" wohl auch nicht so ganz.


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BeitragVerfasst: 26. Mai 2014, 17:35 

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Großer Tag bei den Salzburgern Pionieren

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Auf der offiziellen Facebook-Seite des Bundesheeres gibt es übrigens auch ein paar Fotos (Nur schade, dass sie teils zugeschnitten und nicht in höherer Auflösung verfügbar sind.):

Bild

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Zuletzt geändert von theoderich am 04. Nov 2014, 15:10, insgesamt 2-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 27. Mai 2014, 22:03 

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Noch eine Zusatzinfo zu den neuen Minenräumsystemen von der Facebook-Seite des BMLVS:

Zitat:
Bundesheer

Die Systeme werden auf unsere drei Pionierbataillone und eines für den Auslandseinsatz aufgeteilt.

vor 5 Stunden



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BeitragVerfasst: 15. Jun 2014, 17:53 

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Cooles Teil und sicher auch vielseitig verwendbar. Aber mal so ganz ins blaue gefragt - wäre ein Minenpflug und Dreschschlägel für den Ulan oder Leopard nicht günstiger zu haben? Aber dann müsste man wohl den Schutz der Fahrzeuge erweitern und das sieht ja dann wieder alles so böse nach Kriegsgerät aus


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BeitragVerfasst: 15. Jun 2014, 18:32 

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Der Hauptgrund für die Wahl eines kleinen, mobilen Systems ist vermutlich die unkomplizierte Verlegbarkeit in ein Einsatzgebiet. Das MV-5 kann ohne weiteres in eine C-130K "Hercules" verladen - bei einem am "Ulan" oder "Leopard" angebauten System müssten schwere Transportflugzeuge (z.B. Boeing C-17 "Globemaster III") mit extrem hohen Kosten angemietet werden.


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BeitragVerfasst: 16. Jun 2014, 08:19 
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Vor allem aber haben schwere Minensuchgeräte andere Einsatzgebiete als die leichten.

_________________
Beordert bei 1./JgB NÖ


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BeitragVerfasst: 16. Jun 2014, 08:25 

Registriert: 15. Sep 2008, 09:30
Beiträge: 190
ich glaube wenn´s um wirkliches minenräumen geht ist so ein MV-5 effektiver, weil wendiger und schneller.
( auch die universelle Verwendbarkeit (EOD) dürfte eine rolle bei der Beschaffung gespielt haben)

ein minenpflug auf einem Kampfpanzer(Leo) is eher was fürs Gefecht.
(erster panzer macht die Schneise, restl.panzerkolonne/truppen folgen , vollständige minenräumung viel später durch Pioniere ).


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