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300 geschützte Kfz u. VW Touareg als G-Ersatz geplant

Fahrzeuge, Waffen, Gerät, Ausrüstung und Uniformen
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Re: 300 geschützte Kfz u. VW Touareg als G-Ersatz geplant

Beitrag von Doppeladler » 14. Okt 2008, 08:11

Das Ausscheiden des MOWAG Eagle IV tut weh - wäre ein sehr geeigneter Kandidat gewesen. Bleibt in dieser Klasse nun wirklich nur mehr der Iveco LMV übrig?

Bei den Allschutz-Transportfahrzeugen wird der Dingo 2 das Rennen machen - alles andere wäre ein kleines Wunder. Wie schon erwähnt hat das Bundesheer bereits Dingos und UNIMOG im Einsatz, was KMW/Empl wohl einen großen Vorteil bei der Logistik bietet.
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Dingo 2 mit neuer Schnauze

Bild
Das Duo Dingo 2 und LMV ist in Belgien und Tschechien im Einsatz.

wolfgang
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Re: 300 geschützte Kfz u. VW Touareg als G-Ersatz geplant

Beitrag von wolfgang » 18. Okt 2008, 12:54

Wie es ausschaut ist es tatsächlich so, dass der Iveco Caracal gewonnen hat. Laut Berichten vom Standard und dem Kurier ist Iveco der Sieger und sind die Verhandlungen sehr weit fortgeschritten. Betreffend dem Allschutzfahrzeug glaube ich noch nicht, dass der Dingo 2 unbedingt die Nase vorn hat. Immerhin, so hört man, war der Achleitner PMV Survivor bei den Tests besser als der Dingo 2. Und das Heer will unbedingt den Pandur. Ich glaube, dass es hier noch zu Spannungen kommen wird. Die Überlegungen so der Kurier gehen sogar so weit, dass überlegt wird, ob die Ausschreibung nicht neu durchgeführt wird.

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Re: 300 geschützte Kfz u. VW Touareg als G-Ersatz geplant

Beitrag von Doppeladler » 18. Okt 2008, 13:56

Ein neuer Atikel auf Doppeladler.com bietet eine Zusammenfassung: http://www.doppeladler.com/oebh/stanag.htm

bs
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Re: 300 geschützte Kfz u. VW Touareg als G-Ersatz geplant

Beitrag von bs » 20. Okt 2008, 05:49

Lt. Zeitung mußte für das Begräbnis von Jörg Haider erst eine Lafette "zusammengeschweißt" werden, und es mußten "umfangreiche Erprobungen" durchgeführt werden um einen Pinzi zu finden der genug "Einsatztauglich" war um die Lafette das kurze Stück durch die Klgft-Innenstadt zu ziehen, und nicht auf halber Strecke eingeht.
Das mit dem Pinzgauer glaub ich sofort, nur wird es sicher eine (fertige) Lafette für solche Anlässe geben, denk ich mal.

BSLion
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Re: 300 geschützte Kfz u. VW Touareg als G-Ersatz geplant

Beitrag von BSLion » 20. Okt 2008, 12:02

wolfgang hat geschrieben:Wie es ausschaut ist es tatsächlich so, dass der Iveco Caracal gewonnen hat. Laut Berichten vom Standard und dem Kurier ist Iveco der Sieger und sind die Verhandlungen sehr weit fortgeschritten. Betreffend dem Allschutzfahrzeug glaube ich noch nicht, dass der Dingo 2 unbedingt die Nase vorn hat. Immerhin, so hört man, war der Achleitner PMV Survivor bei den Tests besser als der Dingo 2. Und das Heer will unbedingt den Pandur. Ich glaube, dass es hier noch zu Spannungen kommen wird. Die Überlegungen so der Kurier gehen sogar so weit, dass überlegt wird, ob die Ausschreibung nicht neu durchgeführt wird.


Mich wundert es, dass die Beschaffungsbehörde des österreichischen Bundesheeres tatsächlich den CARACAL von IVECO dem EAGLE IV von MOWAG vorzieht. Lassen wir die wirtschaftlichen Betrachtungen (Wertschöpfung ect.) einmal außer Betracht, stellt sich die Frage welche Kritierien das Bundesheer für die Auswahlentscheidung zu Grunde legt.

das deutsche BWB (Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung) hat neben EAGLE IV auch CARACAL auf "Herz und Nieren" getestet. Hierbei wurden beim CARACAL u.a. eklatante Schwächen der Fahrwerksaufhängung, schlechte Werte bei Ansprengversuchen, ect. evaluiert. Die Forderungen der Bundeswehr an MOWAG, das Fahrgestell des DURO 3 (bei uns YAK) nachzubessern und beim EAGLE IV einfließen zu lassen sind hingegen erfüllt worden.

Mich persönlich würde es interessiren, ob das BUNDESHEER auch über den "Tellerrand" hinausschaut und eventuell solche Ergebnisse einer "befreundeten" Beschaffungsbehörde in ein Auswahlverfahren einfließen lässt. Allein schon um Dopplungen (und damit Kosten) zu sparen.

Nicht zu vergessen, dass die Bundeswehr mittlerweile auch Fahrzeuge unter Extrembedingungen (und somit Einsatzbedingungen) testet, wie z.B. Hägglunds, BOXER, DINGO, EAGLE IV in Französiche-Guayana und Nordschweden.

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Re: 300 geschützte Kfz u. VW Touareg als G-Ersatz geplant

Beitrag von Nikolaus » 20. Okt 2008, 12:39

Die Beschaffungsvorgänge beim Bundesheer folgen meiner Meinung nach nur in den seltensten Fällen der Vernunft. Es werden zwar diverse Ämter und Einrichtungen mit Evaluierungen beauftragt, aber das, was dann gekauft wird, entspricht "nicht immer" den Bedürfnissen der Truppe. Anders kann ich mir z.B. so Dinge wie "Gurttrommel MG74", "Pionierpanzer" und "Touareg" nicht erklären.

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Re: 300 geschützte Kfz u. VW Touareg als G-Ersatz geplant

Beitrag von theoderich » 25. Okt 2008, 13:05

Ich habe gestern bei der Angelobung in Irschen (Kärnten) mit einem Heeresangehörigen über die "geschützten Fahrzeuge" gesprochen. Er war der Ansicht, dass die Stückzahl von 150 Geschützten Mehrzweckfahrzeugen und 150 Allschutzfahrzeugen sicher nicht erreicht wird und schlussendlich wahrscheinlich nur ein Bruchteil der besagten Menge angekauft wird.
Es waren dort auch mehrere Pinzgauer, Puch G und ein VW "Touareg", sowie ein DINGO 2 und ein UNIMOG ausgestellt. Vom Wechselaufbausystem ist man beim Heer ganz offensichtlich begeistert. Es soll durch die hohe Flexibilität ganz erhebliche Einsparungen bei den Betriebskosten geben.
Man erklärte mir, dass der Unterschied zwischen der möglichen Nutzlast von Steyr 680M und UNIMOG nicht ins Gewicht fällt, da man zum Transport von Munition und schweren Lasten abseits von Straßen nur mehr die Geländegängigen Lastkraftwagen ÖAF eingesetzt werden. Denselben Hintergrund, eine Aufteilung von Straßen- und Geländetransport auf zwei Fahrzeugtypen, soll auch die Beschaffung des "Touareg" haben.
Der große Vorteil des DINGO 2 gegenüber der aktuell betriebenen Version des "Pandur" ist, laut einem der dort anwesenden Soldaten, neben dem wesentlich besseren Schutz vor Minen, dass man den Kopf, um einen Schuß mit der Bordwaffe abzugeben, nicht mehr aus dem Fahrzeug heben muss. Der Pandur hat bekanntlich eine Waffenstation bei der das MG vom Schützen direkt bedient wird.

P.S.: In der aktuellen Ausgabe des Magazins EINSATZ stehen übrigens wieder einmal Lobeshymnen auf Minister Darabos und absolut unrealistische Vergleiche zwischen mehreren handelsüblichen Geländewägen von Mercedes, Jeep, Suzuki und Volvo (als ob irgendeine Armee auf der Welt den Skoda Oktavia oder den Volvo XC60 in Dienst stellen würde!!!). Außerdem wird in einem Artikel über ein angebliches Beschaffungsvorhaben des Heeres für Drohnen berichtet (Die Entscheidung darüber soll demnach 2009 fallen.). Ich weiß nicht ob da irgendetwas wahres dran ist, aber ganz unrealistisch ist es, aufgrund mehrerer Aussagen von General Entacher in diversen Interviews doch nicht (Wenn, wird es, wie schon so oft, am Budget scheitern).

P.P.S.: Vielleicht interessiert es jemanden. Ein Leserbrief aus der besagten Ausgabe des Magazins:

BIN NICHT INTERESSIERT
Als aktiver Hauptmann des Österreichischen Bundesheeres bekomme ich seit meinem letzten Auslandseinsatz stets gratis die Zeitschrift EINSATZ zugeschickt (durch das Bundesheer selber, Anm. d. Red.). Ich ersuche jedoch, dass diese Zusendung eingestellt wird. Weil ich an "Soldier of the Year"-Veranstaltungen, historischen Militärfahrzeugen - wir haben noch genug davon im aktiven Dienst - sowie an unserem Herrn Bundesminister und seinen Taten nicht interessiert bin.

Heeresoffizier aus Tirol

GG
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Re: 300 geschützte Kfz u. VW Touareg als G-Ersatz geplant

Beitrag von GG » 25. Okt 2008, 21:41

Die Verwendung der offenen Lafette kann man nicht dem Pandur anlasten - es wurde seinerzeit ja ganz bewußt die Billiglösung beschafft. Die Lösung dieses Defizites ist mit der Einrüstung einer geschützten Waffenstation (OWS, RCWS) jederzeit lösbar. Auch die Waffenstation des Dingo wäre integrierbar (wenn man es wollte). Außerdem wäre beim Pandur II ein dem Dingo vergleichbarer Minenschutz in der Bodenstruktur gegeben, der ballistische Schutz des restlichen Fahrzeuges wäre um Klassen besser als der des Dingo. Dazu wäre die Beweglichkeit des Pandur II durch die Konfiguration 6x6 bzw. 8x8 sowie einer Motorleistung zwische 400 und 500 PS und der damit verbundenen spezifischen Leistungsdaten sowie der Achslast- und Bodendruckwerte sowohl im Straßenbetrieb als auch insbesondere im Gelände dem Dingo um "Eckhäuser" überlegen. Der Sicherheitsvorteil des Pandur (I und II) liegt auch in der Möglichkeit des Ausstieges im Fahrzeugheck (Stufenhöhe ca. 59 cm bei Hecktüren bzw. stufenlos bei Heckrampe) und über die Dachluken im Kampfraum - im Dingo ist durch Seitentüren und hoher Trittstufe das Auf- und Absitzen wesentlich umständlicher und langsamer, außerdem können an engen Stellen die seitlichen Türen nur wenig oder gar nicht geöffnet werden. Vom Stückpreis her wäre der Pandur II 6x6 etwa 10 bis 15% teuerer als der Dingo 2.

TL
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Re: 300 geschützte Kfz u. VW Touareg als G-Ersatz geplant

Beitrag von TL » 25. Okt 2008, 22:22

theoderich hat geschrieben:P.P.S.: Vielleicht interessiert es jemanden. Ein Leserbrief aus der besagten Ausgabe des Magazins:
BIN NICHT INTERESSIERT
Als aktiver Hauptmann des Österreichischen Bundesheeres bekomme ich seit meinem letzten Auslandseinsatz stets gratis die Zeitschrift EINSATZ zugeschickt (durch das Bundesheer selber, Anm. d. Red.). Ich ersuche jedoch, dass diese Zusendung eingestellt wird. Weil ich an "Soldier of the Year"-Veranstaltungen, historischen Militärfahrzeugen - wir haben noch genug davon im aktiven Dienst - sowie an unserem Herrn Bundesminister und seinen Taten nicht interessiert bin.

Heeresoffizier aus Tirol


Da kann ich dem Herrn Offizier nur zustimmen.
Und diese ewige "Jeep für das Bundesheer"- Diskussion (auch in der neuen Ausgabe wurde dieser Müll wieder abgedruckt) in dieser "Zeitschrift" ist mittlerweile mehr als lächerlich.

wolfgang
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Re: 300 geschützte Kfz u. VW Touareg als G-Ersatz geplant

Beitrag von wolfgang » 30. Okt 2008, 12:15

Für theoderich und alle anderen im Forum

Ich habe wieder einmal ein Mail an das Ministerium geschickt und habe eine Antwort bekommen. Darin steht, dass an den Stückzahlen von 150 Mehrzweckfahrzeugen und 145 Allschutzfahrzeugen festgehalten wird. Auf Typen können sie jedoch aufgrund der Geheimhaltung keine Angaben machen.
Laut Medien könnte die Entscheidung der Mehrzweckfahrzeuge noch im heurigen Jahr fallen.

Ein weiteres Thema meiner Anfrage war, ob das ÖBH nachwievor an der Beschaffung von Drohnen festhält. Die Antwort darauf war, dass das ÖBH nachwievor Drohnen bzw. Drohnensysteme beschaffen will und derzeit ein Pflichtenheft dafür ausgearbeitet wird.

Wie es aussieht wirds schon was.

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Re: 300 geschützte Kfz u. VW Touareg als G-Ersatz geplant

Beitrag von theoderich » 11. Nov 2008, 11:26

Die neueste Anfrage von Dr. Fichtenbauer an Verteidigungsminister Darabos (Vielleicht bringt die Beantwortung etwas Licht ins Dunkel):

Eingelangt am 10.11.2008
Dieser Text ist elektronisch textinterpretiert. Abweichungen vom Original sind möglich.

Anfrage

des Abgeordneten Dr. Fichtenbauer

und weiterer Abgeordneter

an den Bundesminister für Landesverteidigung

betreffend Beschaffungsvorhaben

Die Tageszeitung „Die Presse" berichtete am 03.11.2008 unter dem Titel: „Das Heer
verwaltet sich nur noch selbst" folgendes:

„Der Präsident der Offiziers-Gesellschaft kritisiert fehlende Mittel und Ausrüstung für
die Landesverteidigung.

Wien. Dem Bundesheer fehlen die Mittel, um seine Aufgaben zu erfüllen. Zu die-
sem kritischen Befund kommt Eduard Paulus, der Präsident der österreichischen
Offiziersgesellschaft. Die finanzielle Ausstattung des Heeres sei in den vergange-
nen Jahren kontinuierlich verschlechtert worden. Konnte das Bundesheer im Jahr
1983 noch über ein Budget von 1,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) verfü-
gen, so sind es heuer nur noch 0,72 Prozent oder 2,04 Milliarden Euro.
Verschärft wird die Situation dadurch, dass dem Bundesheer in letzter Zeit noch
zusätzliche Kosten aufgebürdet wurden: So muss der Kaufpreis des Eurofighters -
für den immer eine Sonderfinanzierung versprochen worden war - in Höhe von 245
Millionen Euro jährlich ebenso aus dem Heeresbudget bezahlt werden, wie die Be-
triebskosten für den Abfangjäger (40 Mio. Euro). Auch die Auslandseinsätze (120
Mio. Euro) und die Assistenzeinsätze an der Grenze (35 Mio. Euro) gehen auf Kos-
ten des normalen Heeresbudgets.
„Damit man sich nicht blamiert"

Der Rest des Geldes geht für die Personalkosten (1,1 Mrd. Euro) und den laufen-
den Betrieb (420 Mio. Euro) auf. Damit bleibt praktisch kein Spielraum für Neuan-
schaffungen, die für die Umsetzung der Bundesheerreform eigentlich notwendig
wären. „Das Bundesheer verwaltet sich nur noch selbst", sagt Paulus im Gespräch
mit der „Presse". Für die Auslandseinsätze würden noch „alle Resourcen zusam-
mengekratzt, damit man sich nicht blamiert".

Dagegen sei für die elf Milizbataillone derzeit praktisch keine Ausrüstung vorhan-
den. „Die Soldaten haben einen 20 Jahre alten Feldanzug und ein Sturmgewehr,
sonst nichts." Notwendig seien - angesichts von Aufgaben wie Sicherung von wich-
tigen Infrastrukturobjekten bei Terrorgefahr - Radargeräte, Nachtsichtgeräte oder
Radpanzer. Für Katastropheneinsätze seien zudem schwere Pioniermaschinen und
zusätzliche Hubschrauber notwendig. Schließlich müsse man auch die desolaten
Kasernen sanieren.

Paulus bezweifelt auch, dass die notwendige Umrüstung des Bundesheeres wie
geplant aus den Kasernenverkäufen finanziert werden kann. Es zeichne sich ab,
dass deutlich weniger erlöst wird, als geplant. Die anfangs genannte Summe von
einer Milliarde Euro ist ohnehin schon illusorisch, im Bundesheer rechnet man der-
zeit mit 300 bis 400 Millionen - wobei bisherige Erlöse entgegen den Ankündigun-
gen gar nicht dem Heer zugutegekommen sind. (...)"

In diesem Zusammenhang richten die unterfertigten Abgeordneten an den Bundes-
minister für Landesverteidigung nachstehende



Anfrage:

1. Welche Beschaffungsvorgänge wurden im Jahr 2008 eingeleitet?

2. Wie lange werden diese Beschaffungsvorgänge das Budget belasten?

3. Wie hoch sind die Kosten für diese Beschaffungen?

4. Welche Beschaffungsvorgänge wurden im Jahr 2007 eingeleitet?

5. Wie lange werden diese Beschaffungsvorgänge das Budget belasten?

6. Wie hoch sind die Kosten für diese Beschaffungen?

7. Welche Vorhaben sind bestellt oder fix?

8. Wie lange werden diese Beschaffungsvorgänge das Budget belasten?

9. Wie hoch sind die Kosten für diese Beschaffungen?

10. Weiche Vorhaben sind noch offen?

11 Wie lange werden diese Beschaffungsvorgänge voraussichtlich das Budget belasten?

12. Wie hoch sind die voraussichtlichen Kosten für diese Beschaffungen?

13. Welches Ergebnis brachte die Planungskonferenz des ChGStb?

14. Wie lautet das Ergebnis des Budgeterstellungsprozesses für den BVA 2009?

15. Welche Änderungen wird es geben?

16. Gab es zum Budget 2009 schon Gespräche mit dem Bundesministerium für Finanzen?

17. Wenn ja, welchen Inhalts waren diese Gespräche?

18. Welche Ergebnisse brachten diese Gespräche?

19. Gab es Vorgaben von Seiten des Bundesministeriums für Finanzen?

20. Welche Beschaffungen sind für 2009 geplant?

21. Welche Beschaffungen sind für 2010 geplant?

22. Welche Beschaffungen sind für die Umsetzung der BHRK noch ausständig?

23. Wann werden diese durchgeführt?

24. Welche Beschaffungen sind speziell für unsere Milizbataillone vorgesehen?

25. Wann werden diese Beschaffungen durchgeführt?


Eingelangt am 09.01.2009
Dieser Text wurde elektronisch übermittelt. Abweichungen vom Original sind möglich.
BM für Landesverteidigung

Anfragebeantwortung

Frau
Präsidentin des Nationalrates
P a r l a m e n t
1 0 1 7 W i e n

Die Abgeordneten zum Nationalrat Dr. Fichtenbauer, Kolleginnen und Kollegen haben am
10. November 2008 unter der Nr. 128/J an mich eine schriftliche parlamentarische Anfrage
betreffend "Beschaffungsvorhaben" gerichtet. Diese Anfrage beantworte ich wie folgt:
Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass Detailaufstellungen von Beschaffungsvorgängen
Rückschlüsse auf einsatzrelevante Grundlagen zuließen und deshalb aus Gründen der
Geheimhaltung im Interesse der umfassenden Landesverteidigung (Art. 20 Abs. 3 B-VG)
nicht geeignet sind, im Rahmen einer parlamentarischen Anfragebeantwortung öffentlich
erörtert zu werden. Ich ersuche daher um Verständnis, dass ich im Folgenden von einer
Darstellung derartiger Daten Abstand nehme.

Im Einzelnen beantworte ich die vorliegende Anfrage wie folgt:

Zu 1 bis 3:
Das eingeleitete Gesamtausgabenvolumen beträgt rund 325 Mio. Euro und begründet eine
Budgetbelastung bis in das Jahr 2013.

Zu 4 bis 6:
Das eingeleitete Gesamtausgabenvolumen beträgt rund 481 Mio. Euro und begründet eine
Budgetbelastung bis in das Jahr 2016.

Zu 7 bis 9:
Hiezu sind Beschaffungen von rund 2,36 Mrd. Euro mit einer Budgetbelastung bis in das
Jahr 2016 vorgesehen. Festgehalten sind hier jene Beschaffungen, für welche bereits eine
Bindung von Budgetmitteln erfolgte, sowie Vorhaben bzw. Investitionen größeren Umfangs
ohne Ersatzteile, Wartungen, Betriebsaufwendungen oder sonstige Leistungen.

Zu 11:
In Abhängigkeit des Ergebnisses der Budgetverhandlungen können Vorhaben eher erfolgen,
erstreckt oder nicht realisiert werden. Mein Ressort strebt eine ehestmögliche Realisierung
an.

Zu 10 und 12:
Die Gesamtausgaben für noch zu tätigende Beschaffungen sind von den weiteren
Umsetzungsschritten der Reform BH2010 abhängig.

Zu 13:
Das Ergebnis liegt in Festlegungen von Prioritäten im Streitkräfteplanungsprozess, von
operativen Maßnahmen im Bereitstellungsprozess und in der Abstimmung im Budgetmanagement.

Zu 14 bis 19:
Der Budgeterstellungsprozess wird mit Beginn der Budgetverhandlungen zur Erstellung des
Bundesfinanzgesetzes 2009 und des Finanzrahmengesetzes 2010 bis 2013 eröffnet. Vorgaben
dazu liegen meinem Ressort noch nicht vor. Auf Ministerebene fanden dazu bis dato
keine Gespräche statt. In den regelmäßig stattfinden Gesprächen auf Beamtenebene
dominierten Fragen zum erwartenden Budgetprovisorium und die Änderungen und
Auswirkungen des Bundeshaushaltsrechtes. Im Ergebnis wurde der Budgetvollzug 2008
und die Überleitung auf das Budgetprovisorium 2009 sichergestellt.

Zu 20 bis 23 und 25:
Für die Umsetzung der Streitkräfteplanung des Generalstabes sind Beschaffungen zur Verbesserung
der funktionalen Fähigkeiten, Wirkung, Schutz, Aufklärung, Mobilität und
Durchhaltefähigkeit erforderlich. Mit einem Vorliegen des Entwurfes des Bundesfinanzgesetzes
2009 und des Finanzrahmengesetzes 2010 bis 2013 werden mit dem Bundesministerium
für Finanzen Gespräche über den Zeitpunkt des Anstoßes für jene Beschaffungsvorhaben
geführt werden, die von außerordentlicher Bedeutung sind oder eine
Vorbelastung erwarten lassen. Beschaffungen für die Jahre 2009 und Folgende hängen vor
allem von den jeweiligen Budgetangeboten des Bundesministers für Finanzen und den
nachstehenden Verhandlungen ab.

Zu 24:
Die Beschaffung und Bereitstellung des Kampfanzugs-Neu für die Miliz-Bataillone ist
beabsichtigt. Darüber hinaus erfolgt die Ausstattung mit Mannesausrüstung und Gerät
grundsätzlich aus den vorhandenen Gütern.


Langsam frage ich mich: Was bezweckt Darabos mit dieser permanenten Verunsicherung und Desinformation? Man fühlt sich an das Sprichwort erinnert: "Ist der Ruf erst ruiniert, lebt's sich gänzlich ungeniert.". Die Antworten sind allesamt Allgemeinplätze mit nur wenigen Informationen, die aber immer noch die Informationsmenge weit übersteigen, die man der Bevölkerung zumutet. Die Miliz sollte sich, wenn man von einer langfristigen Einführungs des KAz 03 absieht, auf keine Verbesserung der Lage, eher noch auf eine kontinuierliche Verschlechterung und Mangelwirtschaft wie in einem Entwicklungsland einstellen (Allein die Bemerkung "Ausstattung mit Mannesausrüstung und Gerät grundsätzlich aus den vorhandenen Gütern." sagt schon alles. Nur, dass diese Güter mittlerweile fast vollständig antiquiert oder in viel zu geringem Umfang vorhanden sind.). Die Bezeichnungen "Wirkung, Schutz, Aufklärung und Mobilität" sind, wenn ich das richtig sehe, schon im ÖBH 2010 - Reformpapier vorgekommen, nur was darunter jetzt wirklich zu verstehen ist bleibt rätselhaft. Und bei jeder Frage die ins Detail geht auf die "Geheimhaltung" zu verweisen ist mittlerweile schon lächerlich (Bei Künftigen Beschaffungen kann ich es ja noch verstehen, aber bei gegenwärtig laufenden Ausschreibungen ist es kurios genug, dass von Seiten des BMLV nicht einmal die Bieter oder was gekauft werden soll offiziell bekanntgegeben worden sind.).

Als positive Beispiele einige Links zu diversen Beschaffungsbehörden:


P.S.: Zur näheren Information - der Art. 20 Abs. 3 B-VG:

(3) Alle mit Aufgaben der Bundes-, Landes- und Gemeindeverwaltung betrauten Organe sowie die Organe anderer Körperschaften des öffentlichen Rechts sind, soweit gesetzlich nicht anderes bestimmt ist, zur Verschwiegenheit über alle ihnen ausschließlich aus ihrer amtlichen Tätigkeit bekannt gewordenen Tatsachen verpflichtet, deren Geheimhaltung im Interesse der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ruhe, Ordnung und Sicherheit, der umfassenden Landesverteidigung, der auswärtigen Beziehungen, im wirtschaftlichen Interesse einer Körperschaft des öffentlichen Rechts, zur Vorbereitung einer Entscheidung oder im überwiegenden Interesse der Parteien geboten ist (Amtsverschwiegenheit). Die Amtsverschwiegenheit besteht für die von einem allgemeinen Vertretungskörper bestellten Funktionäre nicht gegenüber diesem Vertretungskörper, wenn er derartige Auskünfte ausdrücklich verlangt.
Zuletzt geändert von theoderich am 11. Jan 2009, 10:09, insgesamt 6-mal geändert.

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Re: 300 geschützte Kfz u. VW Touareg als G-Ersatz geplant

Beitrag von Milizler » 11. Nov 2008, 11:41

Bin gespannt auf die Antwort!
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Re: 300 geschützte Kfz u. VW Touareg als G-Ersatz geplant

Beitrag von theoderich » 18. Nov 2008, 23:28

Wenn man nach dem "Electronic Bulletin Board for Defence Procurement Opportunities" der European Defence Agency ginge, auf dem alle größeren Beschaffungen der EU - Mitgliedsländer aufgelistet sind, gäbe es in Österreich eigentlich seit ein paar Jahren keinerlei größere oder technologisch anspruchsvollere Beschaffungsaktivitäten mehr. Alle anderen Länder wie z.B. Finnland, haben ihre momentanen Beschaffungsaktivitäten auf dieser Homepage veröffentlicht, auch mit dem Stand der Ausschreibung wie z.B. "Cancelled" oder "Expired". Man findet z.B. für Finnland den Ankauf von Nahbereichsartillerie oder Radarsystemen mittlerer Reichweite.
Wenn man nach Österreich sucht sind nur ein paar spärliche, teilweise abgebrochene, Ausschreibungen wie z.B. Schussimulatoren für Infanteriewaffen oder Informations- und Kommunikationstechnik, aber auf jeden Fall NIE irgendwelche Beschaffungen die in Richtung gepanzerter Fahrzeuge oder Waffensystemen ginge, was bei allen anderen Ländern der Fall ist.

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Re: 300 geschützte Kfz u. VW Touareg als G-Ersatz geplant

Beitrag von Cyclop » 19. Nov 2008, 08:57

Ich glaube bei der EDA stehen keine ÖBH Ausschreibungen drin, weil man
1) Wert auf eine Vergabe ohne Bundesvergabegesetz legt
2) Information auch für all jene im Land bereitstellt, die die Beschaffung wieder abdrehen wollen - die gibt es in dieser Menge und mit dem Einfluss nur bei uns.
3) Man sich die Peinlichkeit ersparen will, dass man das Gerät, das die Ausschreibung dann gewonnen hat nicht leisten kann.

Ist sicher nicht im Sinne des Erfinders (zu den Erfindern gehört Österreich).

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Re: 300 geschützte Kfz u. VW Touareg als G-Ersatz geplant

Beitrag von 50Rec » 19. Nov 2008, 22:36

Soweit ich erfahren habe, is der Zuschlag für den Caracall (IVECO) gefallen, und zwar mit einer Waffenstation (.50) von Elbit. Angeblich auch in einer Aufklärerversion mit Elektronik und Sensorik (Was auch immer das zu bedeuten haben soll. Es war von einem Masten die Rede)

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