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Angeblich falsch montierter Schleudersitz in gemieteter F5

Flugzeuge, Großgerät, Fliegerhorste, ...
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Angeblich falsch montierter Schleudersitz in gemieteter F5

Beitrag von pg » 20. Apr 2005, 20:07

Einen schwer wiegenden Wartungsfehler hatte eine der vom Bundesheer von der Schweiz angemieteten F-5-Jets, die als Überbrückung gedacht sind, bis die bestellten Eurofighter geliefert werden. Wie das Verteidigungsministerium dem "Kurier" (Donnerstag-Ausgabe) bestätigte, war die Kartusche beim Schleudersitz einer der Maschinen falsch herum eingebaut.

"Wenn der Pilot im Notfall per Schleudersitz das Flugzeug verlässt und dabei das Bewusstsein verliert, trennt die Kartusche automatisch den Piloten vom Sitz. Sie ermöglicht ihm so ein sicheres Landen mit dem Fallschirm", erklärt Oberst Oskar Krasser vom Kommando Luftstreitkräfte.

Tödlicher Ausstieg

Luftfahrtexperten gehen davon aus, dass ein Ausstieg mit einer falsch herum eingebauten Kartusche Sitz und Pilot nicht getrennt hätte - mit möglichen tödlichem Ausgang. Der Wartungsfehler wurde vom Heer sofort behoben.

Fatale Fehler

Als die Schweizer von der verkehrt montierten Kartusche im österreichischen F5-Jet erfuhren, ordneten sie laut "Kurier" eine umfassende Überprüfung der militärischen Fluggeräte an. Die Ergebnisse seien ernüchternd: So wussten Piloten, die sich bei einem Hubschrauber über irritierende Vibrationen gewundert hatten, plötzlich den Grund für das Rattern - die Rotorblätter waren verkehrt montiert.

Bei einer anderen Maschine hätte ein Mechaniker einen Schraubenschlüssel auf einer Rakete vergessen. Der Schlüssel landete beim Abflug auf der Startbahn - und wurde zum Glück gefunden, ehe ihn ein anderer Jet beim Start hätte einsaugen können, berichtet die Tageszeitung.


http://orf.at/ticker/179471.html?tmp=19387

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Robert T
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Beitrag von Robert T » 21. Apr 2005, 08:26

Nachdem in schweizer Medien die Story und weitere Mängel veröffentlicht wurden, kam es zu dieser Aussendung des schweizer Verteidigungsministeriums:

Schweizer Luftwaffe: Qualitätssteigerung durch Fehlerverhinderung

In der militärischen wie auch in der zivilen Fliegerei sind höchste Sicherheitsansprüche oberstes Ziel. Die Luftwaffe der Schweizer Armee pflegt seit Jahren eine akribische Kultur der Fehleranalyse mit dem Ziel, aus Fehlern zu lernen, diese zu verhindern und dadurch grösstmögliche Sicherheit zu erreichen.

In verschiedenen Schweizer Medien wurden Vorfälle im betrieblich-technischen Teil der Schweizer Luftwaffe publiziert. Die Medienberichte stützten sich auf einen zugespielten internen Kaderbrief vom Januar 2005 des stellvertretenden Direktors der Betriebe Luftwaffe, worin 14 Vorfälle während des Jahres 2004 und die danach ergriffenen Massnahmen aufgelistet sind. Der Kaderbrief war somit das letzte Glied eines standardisierten Prozesses der Erfassung und Analyse von Fehlern, der in der Schweizer Luftwaffe seit Jahren angewandt wird und mit dem die Luftwaffe sehr gute Erfahrungen gemacht hat. Die Schweizer Luftwaffe pflegt eine akribische Kultur der Fehleranalyse mit dem Ziel, aus Fehlern zu lernen, diese durch interne Kommunikation von Erkenntnissen und Massnahmen zu verhindern und dadurch grösstmögliche Sicherheit zu erreichen. Die Priorität liegt dabei auf der Fehlerverhinderung und damit einhergehend auf einer stetigen Qualitätssteigerung.

Die Luftwaffe hat 2004 rund 13‘000 Luftfahrzeuge bereitgestellt. Dabei wurden die besagten 14 Fälle registriert, was einem Anteil von zirka 1 Promille entspricht. Die Luftwaffe ist 2004 mit ihren Mitteln im In- und Ausland total 29'000 Stunden unfallfrei geflogen.

Ein kleiner Zwischenfall ereignete sich am gestrigen Donnerstag, 7. April 2005, auf dem Flugplatz Grenchen/SO, als vor dem Start ein Stahlbolzen der Türführung an einem Helikopter vom Typ Super Puma brach. Der Bruch ist mit grosser Wahrscheinlichkeit auf Materialermüdung zurückzuführen und steht gemäss ersten Abklärungen in keinem Zusammenhang mit Wartungsarbeiten. Abklärungen mit der Industrie werden aufgenommen. Die Passagiere, unter anderen Nationalrat Boris Banga (SP/SO), wurden mit einem verfügbaren anderen Super Puma transportiert. Der defekte Bolzen wurde ersetzt und der Helikopter ist bereits wieder im Einsatz.

EIDG. DEPARTMENT FÜR VERTEIDIGUNG, BEVÖLKERUNGSSCHUTZ UND SPORT, Information
http://www.vbs-ddps.ch/internet/vbs...ws/050408a.html


Übrigens gab es vor kurzem bei der deutschen Luftwaffe das gleiche Problem bei den Schleudersitzen des Tornado - ein großer Teil der Flotte war davon betroffen, da die Wartungsfirma selbst die Kartusche verkehrt montierte.

Antworten
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