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12 "Eurofighter" und weitgehendes Aus für "Goldhaube"?

Flugzeuge, Großgerät, Fliegerhorste, ...
theoderich
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Re: 12 "Eurofighter" und weitgehendes Aus für "Goldhaube"?

Beitrag von theoderich » 25. Jun 2014, 18:11

Diskussion über Luftraumüberwachung ist beschämend!
Wo bleibt unsere Selbstachtung?


Anlässlich des heutigen Staatsbesuches des russischen Präsidenten in Österreich wird auch die Frage der Überwachung des Luftraumes diskutiert. Zum Beispiel in der heutigen Printausgabe des Der Standard.

Aus Sicht der Interessensgemeinschaft der Berufsoffiziere (IGBO) stellen sich betreffend der dargelegten Meinungen folgende Fragen:

Was denken sich jene, die zum Beispiel die Frage der Sicherung unseres Luftraumes mit einer „Nacheile“ durch (schon in der Luft befindliche) Luftfahrzeuge eines Nachbarlandes „erledigen“ wollen? Hat von diesen Menschen schon einer daran gedacht, dass sich etwa ein Terrorist auch bei uns eines Flugzeuges bemächtigen könnte und damit ein Ziel in Österreich oder auch in einem der Nachbarstaaten gefährden könnte? Dann sollen ausländische Militärjets diesem Flugzeug „nacheilen“? Das wäre schon möglich, aber nur dann, wenn der österreichische Luftraum rund um die Uhr ein Tummelplatz für alle ausländischen Militärluftfahrzeuge wäre.

Und noch etwas: Nur österreichische Militärflugzeuge fliegen nach den Regeln der zivilen (österreichischen und europäischen) Behörden. Alle ausländischen Militärluftfahrzeuge fliegen ausnahmslos nach den militärischen Regeln ihres Landes, sind für die zivile Luftraumkontrolle meist „unsichtbar“ und daher auch nicht kontrollierbar. Hat sich schon einmal jemand die möglichen Konsequenzen daraus überlegt?

Die Luftraumüberwachung zu vernachlässigen muss als grob fahrlässig beurteilt werden! Die Sicherheit Österreichs unseren Nachbarstaaten „anlasten“ zu wollen ist beschämend und signalisiert nicht vorhandenes Selbstbewusstsein.

Die erforderlichen Kosten für unsere Fliegerkräfte nicht zu budgetieren, sondern irgendwoher aus dem Budget des Bundesheeres zu nehmen, ist „Spekulation“ mit unserer Sicherheit!

Die IGBO fordert daher ein sofortiges Überdenken der „Sparmaßnahmen“ für das Bundesheer und absolute Seriosität in der Wahrnehmung der Sicherheitsinteressen unserer Republik!

    https://igbo.at/page/beiträge-2/24-beitraege/445-presseaussendung-140624.html

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Re: 12 "Eurofighter" und weitgehendes Aus für "Goldhaube"?

Beitrag von theoderich » 19. Aug 2014, 10:36

17. August 2014

    Eurofighter
    Sparkurs beim Heer: Planquadrat in der Luft

    Überstunden für Techniker und Piloten, Sprit, Wartung: Insgesamt rund 70 Millionen Euro muss das Bundesheer jedes Jahr für den Betrieb der Eurofighter kalkulieren. Zu viel in Zeiten knapper Kassen, die auch in anderen Bereichen der Streitkräfte zu schmerzhaften Einsparungen führen. Als Konsequenz sollen die Betriebszeiten der Kampfjets eingeschränkt werden. Offiziere sprechen vom Modell „Planquadrat“: Zwar kann tagsüber jederzeit eine Alarmrotte (bestehend aus zwei startbereiten Jets) bereitstehen – das aber nur noch bei konkreten Anlassfällen durchgehend.

    Knapp 1100 Betriebsstunden – Übung und Einsatz – pro Jahr sind für die 15 Eurofighter vorgesehen. Die Zahl der Piloten ist daher bereits auf zwölf verringert worden. Für mehr reicht das Kontingent an Flugstunden nicht, muss doch jeder Pilot aus Sicherheitsgründen eine Mindestzahl an Flugstunden erreichen.

    Die nächste Kürzung, die am Dienstag im Detail präsentiert wird, betrifft die Luftraumüberwachung. Bisher stehen täglich von 8.00 Uhr bis zur Dämmerung bzw. bis 20.00 Uhr zwei Jets für Alarmstarts bereit. Dazu kommt es in der Regel dann, wenn Flugzeuge im österreichischen Luftraum die Regeln für Identifizierung und Funkverkehr verletzen.

    Diese Zeiten sollen nach Informationen der TT grundsätzlich weiterhin gelten. Wie bei Radarboxen auf der Straße, die nicht immer „scharf“ sind, wird es aber auch Zeiten geben, in denen keine Alarmrotte bereitsteht.

    Schon jetzt ist zudem üblich, dass die Eurofighter in der Luftraumüberwachung jede zweite Woche mit den jahrzehntealten Saab-105-Trainingsjets abwechseln. Diese sind zwar deutlich langsamer, kosten im Betrieb aber nicht einmal zehn Prozent der Eurofighter, für die eine Flugstunde mit bis zu 70.000 Euro veranschlagt wird.

    Die Fixkosten für die Eurofighter und die Luftraumüberwachung bleiben dennoch hoch. In den nächsten Jahren müssen zudem Wartungsverträge neu verhandelt werden. Damit drohen weitere Kosten – obwohl dem Militär auch sonst an allen Enden das Geld fehlt, wie interne Kritiker der Flieger anmerken.


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Re: 12 "Eurofighter" und weitgehendes Aus für "Goldhaube"?

Beitrag von Maschin » 19. Aug 2014, 12:45

...
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bs
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Re: 12 "Eurofighter" und weitgehendes Aus für "Goldhaube"?

Beitrag von bs » 19. Aug 2014, 13:09

[quote] Damit werden wir etwas unberechenbarer und kürzen von im Schnitt täglich zwölf Stunden Einsatzbereitschaft auf etwa elf Stunden Einsatzbereitschaft.“[/quote]

Dann sollte man überhaupt nur mehr eine Stunde auf Einsatzbereitschaft machen - was glaubt ihr wie unberechenbar man dann erst ist, das nenne ich mal Taktik, da könnten sich die Amis aber was abschaun bei uns!!!

Ich glaub ich kann nicht mehr!!!

Schei.....e für Gold verkaufen das funktioniert auch nur bei uns in Österreich!!!

theoderich
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Re: 12 "Eurofighter" und weitgehendes Aus für "Goldhaube"?

Beitrag von theoderich » 19. Aug 2014, 13:46


Dass der eine oder andere der 15 Eurofighter deshalb stillgelegt wird, ist aber nicht geplant. Von den in die Jahre gekommenen Saab 105 sind derzeit übrigens noch 22 in Betrieb. Zwölf davon werden in einer Minimalvariante modernisiert, um sie bis 2020 im Dienst halten zu können, der Rest fällt nun sukzessive raus. Die Nachfolge der Flieger ist offen.


Die Militärs in der Schweiz und in den anderen Nachbarländern bekommen bei den Berichten über die Zustände in Österreich bestimmt Lachanfälle. Österreich wird außerdem jede Menge logistische Probleme bekommen, da Großbritannien und Deutschland ab 2018 ihre "Eurofighter" der Tranche 1 ausmustern und verkaufen werden.


Bei Spanien (Die EdA wollte ja erst kürzlich einige "Eurofighter" an Peru verkaufen.) und Italien sieht es nicht anders aus:

    Fabio Carlini – Fulvio Nibali
    Eurofighter e F35
    Analisi degli aspetti industriali ed occupazionali in ambito europeo e transatlantico


    Sistema informativo a schede – 10/2013

    Al momento rimane in forse la realizzazione della tranche 3B, che si scontra con i tagli di bilancio che tutti i paesi stanno effettuando in tempi di crisi e con la concorrenza di altri progetti come l’F-35: nel 2010 il governo italiano tagliò la commessa italiana per 25 aerei, riducendo il numero totale degli Eurofighter Typhoon acquistati dai 121 previsti a 962 . Nel contempo l’Italia ha deciso di vendere 24 Eurofighter usati appartenenti alla prima tranche ad altri paesi, quindi il numero totale dei Typhoon in dotazione all’aviazione italiana si ridurrà a 72 unità.


    At the moment perhaps the realization of the tranche 3B remains in force, which is faced with budget cuts that all countries are making in times of crisis and competition from other projects such as the F-35: In 2010, the Italian government cut the Italian order of 121 by 25 aircraft, reducing the total number of expected Eurofighter Typhoon on order to 962. At the same time Italy has decided to sell 24 used Eurofighter belonging to the first tranche to other countries, then the total number of Typhoon in Italian aviation equipment will be reduced to 72 units.


D.h. Österreich ist höchstwahrscheinlich demnächst der weltweit letzte Betreiber dieses Musters.

Dr4ven
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Re: 12 "Eurofighter" und weitgehendes Aus für "Goldhaube"?

Beitrag von Dr4ven » 19. Aug 2014, 15:00

1. Die müssen erstmal Käufer finden, Spanien redet auch schon lange davon.
2. Tranche 3 muss erstmal einsatzbereit werden
3. Wenn die T1 verkaufen können, fliegen die ja weiter und brauchen auch Ersatzteile, selbst wenn es Staaten in Südamerika sind, denn EU Staaten sind schon an die F-35 verkauft, am Balkan hat eh keiner die Kohle und im nahen Osten kauft sich schon rein aus Prestigegründen keiner T1 wenn die Saudis und andere Zwergstaaten schon jetzt bessere haben.

Ausser der Iran wird nun doch als Gegenpol zu den Saudis wieder hochgezüchtet... ich trau denen alles zu.

theoderich
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Re: 12 "Eurofighter" und weitgehendes Aus für "Goldhaube"?

Beitrag von theoderich » 19. Aug 2014, 16:07

Luftraumüberwachung ab September flexibler

Ab 1. September gestaltet das Bundesheer die Luftraumüberwachung in Österreich flexibel. Die vorgegebenen finanziellen Rahmenbedingungen erfordern eine Änderung der aktiven Luftraumüberwachung. "Wir haben ein Verfahren durchgeplant, mit dem wir die Erfordernisse weiterhin abdecken können, in einer flexibleren Form", sagt Generalleutnant Karl Schmidseder, Leiter der Einsatzsektion im Verteidigungsministerium.

Flexible Einsatzzeiten

Absicht des Bundesheeres ist es, den Luftraum lageangepasst und effizient zu überwachen. Konkret geht man weg von einem starren System (Dienstbetrieb von Montag bis Sonntag von 8.00 Uhr bis zum Einbruch der Abenddämmerung gegen 20.00 Uhr) hin zu flexiblen Einsatzzeiten. Die Dienstpläne werden künftig von den Flugbewegungen im österreichischen Luftraum beziehungsweise von anderen Indikatoren abhängig sein.

Analyse der vergangenen Jahre

Die Planungen für die Neugestaltung leiteten die Experten im Verteidigungsministerium aus Analysen der Luftraumverletzungen und COMLOSS-Vorfälle (keine Funkverbindung) ab. Die Analyse der Jahre 2009 bis 2013 ergab, dass Luftraumverletzungen nach Tages- und Jahreszeiten stark schwanken.


    flexibel

    [...]

    1. biegsam, elastisch
    2. an veränderte Umstände anpassungsfähig, bei Entscheidungen wendig
    3. (Sprachwissenschaft) flektierbar



FAB Central Europe (Functional Airspace Bloc)

______________________________________

Eurofighter werden zur militärischen Lachnummer

"Es wird Tage mit 14 Stunden geben und an einem anderen Tag endet das am Nachmittag", erklärt Schmidseder. Das funktioniert ähnlich wie die "Gleitzeit" für Arbeitnehmer. Schmidseder sieht dennoch "de facto keine Auswirkungen auf die Sicherheit".

Pikant aber: Auch andere Staaten dürfen nicht einmal kurzfristig in den heimischen Luftraum, etwa um ein Passagierjet mit einer Bombe oder Terroristen an Bord zu verfolgen. Für diese Form der "Nacheile" wäre ein verfassungsgesetzlicher Staatsvertrag notwendig. Geschieht so etwas künftig außerhalb der "Gleitzeit", dann könnten von Terroristen gekaperte Maschinen über Österreich also schalten und walten, wie sie wollen.

"Wir betreiben Air-Craft-Sharing"

Hinter vorgehaltener Hand erklären Luftwaffen-Insider, dass für dieses Sparprogramm tatsächlich nur mehr 12 statt der derzeit 15 Eurofighter notwendig wären. "Wir betreiben Air-Craft-Sharing. Das ist so ähnlich wie das Car-Sharing beim Auto", sagt Schmidseder. Das bedeutet, dass die nur noch elf Piloten (plus einer in Ausbildung) keine Stamm-Maschine haben, sondern abwechselnd die verschiedenen Jets fliegen. Alle 15 Jets werden so im Flugbetrieb bleiben. Damit sollen sie in Schuss gehalten werden. Und schließlich gibt es Hoffnung, dass eines Tages doch alle gebraucht werden. Denn die unter Verteidigungsminister Norbert Darabos groß abgespeckten Flieger gelten als praktisch unverkäuflich.

Tatsächlich einsatzbereit werden immer nur vier oder sechs Jets sein. Das entspricht zwei bis drei Rotten. Gesenkt werden mit diesem Sparprogramm auch die Flugstunden für die Eurofighter – von 1300 auf 1070 Stunden. Gemeinsam mit einer gleichzeitigen Reduzierung bei den Einsatzzeiten der in die Jahre gekommenen Saab 105 soll das eine Einsparung von rund 4,5 Millionen Euro bringen, heißt es im Verteidigungsministerium. Die Kosten für den laufenden Betrieb aller Fluggeräte dürfte damit auf rund 65 Millionen Euro pro Jahr sinken.


      KOMMENTAR

      Die Eurofighter gleiten in die Sinnlosigkeit

      Helmut Brandstätter
      Chefredaktion, Herausgeber

      Österreich ist nicht mehr in der Lage, seinen Luftraum zu überwachen. Das soll der Minister endlich zugeben.


      Den Begriff "Gleitzeit" kennt jeder aus dem Alltag im Büro. Wenn mehr zu tun ist, bleibt man länger, dafür kann man sich dann mal freinehmen. Das ist natürlich sinnvoll. Wenn jetzt aber das Bundesheer für die Eurofighter "Gleitzeit" verordnet, ist das nur mehr ein hilfloses und zugleich teures Eingeständnis, dass diese Flugzeuge niemand mehr braucht. Denn wer seinen Luftraum nur zu gewissen Zeiten – und immer seltener – überwacht, braucht gar keine Kampfflugzeuge.

      Die Höhe der Bestechungsgelder beim Ankauf der Eurofighter werden wir hoffentlich irgendwann erfahren – und die Schuldigen vor Gericht sehen. Aber abgesehen davon haben Erwerb und Betrieb Politik und Militär von Anfang an überfordert. Wegen eines Hochwassers wurden zunächst nur 18 statt 24 Flieger geordert, dann kamen nach umstrittenen Verhandlungen von Verteidigungsminister Darabos 15 Stück ins Land. Und jetzt heißt es, für die neuerlich reduzierten Dienstzeiten würden auch 12 Kampfflugzeuge reichen.

      Das bedeutet, dass es künftig ein Lotteriespiel wird, ob gerade zufällig Eurofighter im Einsatz sind, wenn sich ein Flugzeug irrtümlich oder in böser Absicht dem österreichischen Luftraum nähert. Überlegungen im Militär, die ungarische Luftwaffe um Hilfe zu bitten, haben sich zerschlagen, da würde unsere ohnehin durchlöcherte Neutralität endgültig absurd wirken.

      Unsere abgespeckten und inzwischen in die Jahre gekommenen Flieger kauft uns niemand mehr ab, aber auch der reduzierte Betrieb kostet noch rund 65 Millionen Euro pro Jahr. Schade ums Geld, ab ins Museum mit der dümmsten und wohl auch skandalträchtigsten Investition der letzten Jahrzehnte.


      Noch so ein Hirnbefreiter ...



Und bei der an sich so "seriösen" "Presse" greift man ebenfalls zur Dreckschleuder, wenn auch mit einem vorhandenen Rest an Intellekt:

    Bundesheer setzt auf das Prinzip „weiterwursteln“ (Kommentar)

    Nein, es ist keine Bankrotterklärung des Bundesheers, dass die Eurofighter nun täglich um eine Stunde weniger zur Verfügung stehen. Die Bankrotterklärung wurde nämlich schon lange davor abgegeben: als beschlossen wurde, die technisch besten Flugzeuge anzuschaffen, auf das Update für den neuesten Stand (Tranche-2-Flugzeuge) aber zu verzichten. Als die Entscheidung fiel, notwendige Ausrüstung wie etwa Nachtsichtgeräte, die die Flieger erst sinnvoll machen, gar nicht erst anzuschaffen. Und als die Flugstunden aus Einsparungsgründen auf ein absolutes Minimum reduziert wurden.

    Der Entscheidung der Regierung Schüssel, auf das modernste Fluggerät zu setzen, folgte nicht der logische nächste Schritt, auch den Betrieb desselben zu finanzieren. Allein, dass es mehr Flugzeuge als Piloten gibt, sagt viel aus. Aus der größten Anschaffung der Zweiten Republik wurde so deren größte Verschwendung.

    Angesichts der Budgetnöte des Heers ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, eine grundsätzliche Entscheidung zu treffen: Benötigen wir die Eurofighter? Dann muss die Regierung auch die Mittel für einen sinnvollen Betrieb aufbringen. Oder macht man einen mutigen Schnitt und sucht nach alternativen Lösungen für die Luftraumüberwachung? Die Einsatzzeit um eine Stunde am Tag zu kürzen ist keine Lösung, sondern der Versuch, einfach weiterzuwursteln. Damit wird man aber auf Dauer nicht durchkommen.

Zuletzt geändert von theoderich am 19. Mär 2016, 22:23, insgesamt 4-mal geändert.

Weinviertler
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Re: 12 "Eurofighter" und weitgehendes Aus für "Goldhaube"?

Beitrag von Weinviertler » 19. Aug 2014, 16:57

Hallo Leute!

Das wird ein Exportschlager! Wir haben Leute, die zukünftige Luftraumverletzungen aus dokumentierten Luftraumverletzungen der Vergangenheit vorhersagen können! Und diese Leute glauben auch noch öffentlich, daß etwas mit weniger Mitteleinsatz besser wird!

Die Politiker auf der ganzem Welt werden nach diesen Schönrechnern lechzen, die obendrein noch ein Rückgrat mit der Härte eines leeren Gartenschlauches haben!


Beste Wünsche und kameradschaftliche Grüße

Euer Weinviertler

Thomas
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Re: 12 "Eurofighter" und weitgehendes Aus für "Goldhaube"?

Beitrag von Thomas » 19. Aug 2014, 19:27

Echt unfassbar, vor Tagen war noch zu lesen das Offiziere Alarm schlagen und die LRÜ nicht mehr gewährleistet ist, und dann tritt man fröhlich vor die Kamera und verkauft diese Demontage und nicht Erfüllbarkeit dieser Aufgabe doch glatt als "flexible Anpassung" mit der man 5 Millionen sparen kann, ein Wahnsinn !
Als nächstes wird aus einer konkreten Luftraumverletztung ein "überaschender Besuch" alles nur eine Frage der Interpretation...

Milizler
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Re: 12 "Eurofighter" und weitgehendes Aus für "Goldhaube"?

Beitrag von Milizler » 19. Aug 2014, 20:11

Naja die Offiziere die sich aufregen sind nicht im Generalstab, von dort hat man seit Entacher weg ist NICHTS mehr gehört.
Beordert bei 1./JgB NÖ

theoderich
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Re: 12 "Eurofighter" und weitgehendes Aus für "Goldhaube"?

Beitrag von theoderich » 19. Aug 2014, 21:05

Bei dem, was bei uns wieder in den Medien für Stumpfsinn ("Sündteure Eurofighter") verbreitet wird, kommt mir regelrecht die Galle hoch. Und zigtausend Dummköpfe und selbsternannte Experten, die in Kommentarzeilen diesen Humbug nachbeten.

iceman
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Re: 12 "Eurofighter" und weitgehendes Aus für "Goldhaube"?

Beitrag von iceman » 19. Aug 2014, 21:26

Jetzt haben wir sogar schon eine 24/7/365 Luftraumüberwachung:

Souveränität rund um die Uhr

Das Bundesheer hat die Souveränität Österreichs im Luftraum und die Luftraumüberwachung sicherzustellen, 24 Stunden am Tag über 365 Tage im Jahr. Die Luftraumüberwachung besteht aus einer aktiven Komponente (Jets wie Eurofighter oder Saab 105) und einer passiven Komponente (Radar).

Quelle: Bundesheer Website!

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Re: 12 "Eurofighter" und weitgehendes Aus für "Goldhaube"?

Beitrag von theoderich » 19. Aug 2014, 21:54

Die freundlichen Fremdflieger

"Umfassende Landesverteidigung", "Unverletzlichkeit des Bundesgebietes": So steht es in der Verfassung. Und so begründete der ehemalige Bundeskanzler Wolfgang Schüssel die Notwendigkeit, die teuren Eurofighter anzuschaffen.

Von dieser Unverletzlichkeit ist zu Luft schon lange keine Rede mehr. Denn in der Nacht ist Österreich ohne entsprechende Vorwarnung "schutzlos", bestätigen hochrangige Militärs.

Damit reagiert die Einsatzsektion unter Generalleutnant Karl Schmidseder auf die vom internen Sparkurs diktierte neue Lage: Die Stundenzahl für die Eurofighter wurde von 1300 auf jährlich 1070 Stunden gesenkt, die Kampfpiloten von 14 auf 11 reduziert. Für Schmidseder ein schwieriger "Balance-Akt" und ein "Spagat, der gerade noch zu halten ist" - Verteidigungsminister Gerald Klug hätte wohl "situationselastisch" gesagt.

Durch die laufenden Kürzungen wird ein Thema wieder virulent, vor dem sich die Politik seit Jahren drückt: die "Nacheile" aus dem Ausland. Damit ist nicht die routinemäßige Überwachung des Luftraums durch ausländische Jets gemeint, sondern die weitere Verfolgung im österreichischen Luftraum. Ein virtuelles Szenario: Derzeit müsste ein ungarischer Jet, der etwa eine entführte ukrainische Maschine verfolgt, an der österreichischen Grenze abdrehen. Durch einen Staatsvertrag soll diese gegenseitige "Nacheile" nun erlaubt werden. Ein Sprecher des Verteidigungsministers bestätigt laufende Gespräche dazu: "Das wird geprüft. Im Zuge des Reformpaketes wird es bis Herbst eine Entscheidung geben."

Vom Wehrsprecher der ÖVP, Bernd Schönegger, heißt es: "Die prinzipielle Nacheile ist für uns verhandelbar. Details, wie die infrage kommenden Staaten, müsse man sich anschauen."

Damit stehen die Vorzeichen auf eine Einigung gut.

Die Schweiz liegt Österreich seit Jahren mit diesem Anliegen in den Ohren. Die Eidgenossen haben diesbezügliche Verträge mit Italien, Deutschland und Frankreich. Die Neutralität war hier für die Schweiz kein Hindernis. Für Österreich kommt die Schweiz mit ihrer starken Luftwaffe und der politischen Nähe am ehesten für erste Staatsverträge infrage, ist zu hören.

"Verfassungsgesetz nicht zwingend notwendig"

Ob ein entsprechender Staatsvertrag eine Änderung der Verfassung mit Zweidrittel-Mehrheit im Parlament erfordert, prüfen Juristen. Doch selbst ohne Verfassungsrang wird es ein politisches Tauziehen. Denn bisher hat sich die Politik vor einer Entscheidung gedrückt. Von Landeshauptleuten bis hin zu Militärs, die ihre Felle davon schwimmen sahen, reichte der Widerstand. Das Zaudern hat auch mit der umstrittenen Eurofighter-Beschaffung zu tun. Man wollte nicht jenen Stimmen neues Futter liefern, die eine Überwachung durch "Fremdflieger" als Alternative für die teuren Jets stets vorzogen. Dass diese "Nacheile" jedoch sicherheitsstrategisch höchst sinnvoll und zudem Ausdruck eines europäischen Geistes in der Verteidigung ist, wird in den Führungsetagen des Bundesheeres kaum noch bestritten.

Wegen dieser Art der Bedrohung richten die Militärs die künftigen Eurofighter-Einsatzzeiten am internationalen Flugbetrieb aus. Ist wenig los auf den Flugautobahnen, kann die "Gleitzeit" der Jets auch um drei Uhr nachmittags enden. Gibt es hingegen Indikatoren für mögliche Bedrohungen, zum Beispiel zunehmende Turbulenzen im Luftraum der Ukraine, kann die Einsatzbereitschaft auch in die Nacht ausgedehnt werden, erklärt Schmidseder. Am öftesten kamen die Eurofighter bisher bei Großereignissen wie der Fußball-EM zum Einsatz. Kommen zu solchen geplanten Ereignissen akute terroristische Bedrohungen hinzu, kann es eng werden, bestätigen Militärs unumwunden.

Ein Gutes hat der rigide Sparkurs: Die Eurofighter leben länger. Deren Lebensdauer wird wegen der geringen Einsatzstunden auf 40 Jahre geschätzt.



Der Artikel der "Wiener Zeitung" ist für österreichische Verhältnisse relativ objektiv. Und Conrad Seidl scheint auch mal einer der ganz wenigen zu sein, die beim Verfassen ihrer Artikel ein bisschen das Hirn einschalten:

    Heer muss weiter sparen: Eurofighter fliegen noch seltener

    Wobei es ohnehin budgetär bedingte Limits gibt. Mehr als 1070 Stunden pro Jahr darf das System Eurofighter nicht in der Luft sein - was die einzelne Flugstunde rechnerisch auf 60.000 Euro verteuert; je seltener geflogen wird, desto mehr schlagen die Fixkosten auf die Kosten pro Flugstunde durch. Aber insgesamt sollen die Einschränkungen des Eurofighter-Betriebs rund fünf Millionen Euro an Einsparung bringen.

    Offen ist, wie das Bundesheer damit umgehen soll, wenn einmal mehr als die gelegentlich anfallende luftpolizeiliche Aufgabe zu bewältigen ist. Kurzfristig kann man sicher auch eine Luftraumsicherung für ein Ereignis gewährleisten - wenn aber mehrere Großveranstaltungen gleichzeitig stattfinden, wird es eng.

    Und wie es in Zukunft weitergehen soll, ist weitgehend offen: Die für ein System wie den Eurofighter laufend notwendigen Investitionen zur Werterhaltung dürften auf Eis liegen, im Budget ist nichts vorgesehen. Nur, dass die Flieger bei schonender Behandlung 40 und mehr Jahre im Dienst bleiben können, wird bestätigt.

    Noch problematischer ist die Situation der Saab-105. Diese Trainingsflugzeuge wurden Ende der 1960er-Jahre bestellt, sie sind hoffnungslos veraltet und brauchen auch für einfache Abfangaufgaben ein neues Funksystem (der Standard berichtete). Festgelegt wurde inzwischen, dass zehn der alten Flugzeuge jetzt noch einmal ein Upgrade für das Cockpit bekommen sollen. Damit können sie bis ins Jahr 2020 betrieben werden. Dann soll nach rund 50 Jahren das Aus für diesen Flugzeugtyp kommen. Ein Ersatz ist bisher nicht geplant.



_________________________________________

Alpine Tigers Face Extinction (Air Forces Monthly, Nr. 274, February 2011)

Unlike its surrounding NATO countries, Switzerland does not maintain permanent quick reaction alert (QRA) interception cover. Airspace is monitored by radar 24 hours a day, 365 days a year, but air defence is only provided during office hours on weekdays. It is only on special occasions (such as the annual World Economic Forum in Davos) and in times of crisis that round-the-clock QRA is conducted.

Switzerland’s maximum extension (from east to west) is less than 220 miles (350km) and traversed by airliners in less than 20 minutes, leaving little time for fighters to get airborne and intercept their target. But agreements with neighbouring countries, including the French, Germans, Austrians and Italians who monitor the approaches to Swiss airspace and provide their own QRA, obviate the need for constant QRA by the Swiss.

Zuletzt geändert von theoderich am 23. Aug 2014, 12:27, insgesamt 1-mal geändert.

theoderich
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Re: 12 "Eurofighter" und weitgehendes Aus für "Goldhaube"?

Beitrag von theoderich » 20. Aug 2014, 12:29

Heer spart massiv bei Flugstunden

Mit den 1070 Flugstunden werden die Eurofighter-Staffeln des Überwachungsgeschwaders künftig durchaus ausgelastet sein, heißt es aus dem Ministerium. Wurde doch schon vor kurzem die Zahl der Piloten für die 15 Jets von 14 (plus zwei in Ausbildung) auf elf (plus einer in Ausbildung) verringert. Unter dieser Piloten- und Stundenzahl, so ist von Seiten der Luftstreitkräfte zu hören, sei eine Sicherstellung der Luftraumüberwachung in der derzeitigen Qualität allerdings unmöglich.

Die Sicherheit des österreichischen Luftraumes werde durch die jetzt angeordneten Einsparungen nicht beeinträchtigt, ist Schmidseder dagegen überzeugt. Wie allerdings aus dem Heer zu hören ist, könnten mehrere parallel laufende Großveranstaltungen in Österreich und dem angrenzenden Ausland zum Problem werden – dann müsste man zwangsläufig Lücken etwa bei der Überwachung einer extra eingerichteten Flugverbotszone in Kauf nehmen.


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Re: 12 "Eurofighter" und weitgehendes Aus für "Goldhaube"?

Beitrag von theoderich » 20. Aug 2014, 18:03

Eurofighter nur mehr in den Bürostunden?

Günther Tafeit, der für die Eurofighter-Piloten zuständige Gewerkschafter , äußerte in einem KURIER-Interview die Befürchtung, dass die Luftraumüberwachung durch das neue Sparpaket des Bundesheeres auf der Strecke bleiben könnte. Tafeit: "Was jetzt passiert, ist verantwortungslos."


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