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 Betreff des Beitrags: RAL 7013 - Saab 105 Oe
BeitragVerfasst: 07. Feb 2007, 22:39 
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Neuer Eintrag in der Datenbank RAL 7013 - die Saab 105 Oe - mit Datenblatt und vielen Fotos.

Link: http://www.doppeladler.com/oebh/luftfah ... aab105.htm

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BeitragVerfasst: 09. Feb 2007, 13:53 
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Großartige Bildauswahl!


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BeitragVerfasst: 09. Feb 2007, 22:17 
weitere bilder sind hier ersichtlich.
http://www.tigerstaffel.at/deutsch/hauptseitedeu.htm


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BeitragVerfasst: 09. Jun 2007, 19:01 
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Update: Die Saab 105 gehören seit längeren schon zur Düsentrainerstaffel / Überwachungsgeschader.

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BeitragVerfasst: 11. Jun 2007, 16:05 

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Grias eich!
Jetzt hat es in letzer Zeit bei RAL 7013 nur Beiträge über Flugzeuge oder Hubschrauber gegeben! Wann kommt wieder einmal was neues bei den Panzern? Oder ein Beitrag über das MG 74 wäre auch nicht schlecht. Aber am härtesten warte ich auf die M109.

MfG Obi


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BeitragVerfasst: 11. Jun 2007, 16:09 

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mach doch selber einen :D
zum Vorgeschmack http://de.wikipedia.org/wiki/Panzerhaubitze_M109

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BeitragVerfasst: 15. Jun 2007, 08:27 
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M-109 kommt bald - versprochen. Wie bereits geschrieben genießen die Flieger Priorität, da ich gerne das Militärluftfahrtregister neugestalten möchte.

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 Betreff des Beitrags: Re: RAL 7013 - Saab 105 Oe
BeitragVerfasst: 04. Aug 2013, 11:01 

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Beiträge: 20971
1970 - 2010. 40 Jahre Einsatz des Schul- & Identifikationsflugzeuges Saab 105 Ö (Der Unteroffizier. Mitteilungsheft der Unteroffiziersgesellschaft Oberösterreich, Ausgabe 03/10)

Zitat:
Im August 1968 gibt das BMLV den Ankauf von 20 Saab 105Ö bekannt (im Paket ca. 500 Mio S.) Im Febr./März 1970 findet für Flugzeugführer und techn. Personal beim JaboG 1 ein Voreinweisungskurs statt. Von April — Juni 1970 allgemeine Einführung und Wartungskurs für die Technik bei Saab in Linköping/Schweden. Im Juni Einführung für die Flugzeugführer auf Saab 105Ö auch praktisch. Bis zum Überführungsflug der ersten Lfz erreicht jeder Flugzeugführer ca. 10 Flugstunden. Anfangs Juli 1970 landen die ersten drei Flugzeuge in Hörsching. Es folgen Indienststellungen: Sept. 1970 — 4 Maschinen, Nov. 1970 eine, Dez. 1970 — 4, Febr. 1971 — 4, März 1971 — 2, Juni 1971 — 5 (bis 18. Juni sind 20 Maschinen ausgeliefert). Anbot weiterer 20 Maschinen, die ursprünglich für Pakistan vorgesehen waren, wegen dessen Kriegseintritt mit Indien aber nicht geliefert werden durften. Annahme dieses Angebotes zum Paketpreis von 300 Mio S., geliefert im Juni 1971 — eine, Sept. 1971 — 2, Nov. 1971 — 4, Jan. 1972 — 2, März 1972 — 2, Mai 1972 — 2, Juni 1972 — 2, Sept. 1972 — 2, Nov. 1972 — 3 (2. Tranche ausgeliefert und in Dienst gestellt).


Zitat:
Truppengliederung i. Z. mit Saab 105Ö:

    Gelbe Lfz: 1. Staffel/JaboG in Hörsching

    Grüne Lfz: 3. Staffel/JaboG in Hörsching

    Rote Lfz: 2. Staffel/JaboG in Graz/Thalerhof

    Blaue Lfz: Fliegerschule in Zeltweg

    Auftrag: Feuerunterstützung, Aufklärung

Okt. 1976: Umgliederung. Das JaboG verliert die 2. Staffel und die 2. TechnKp an das in Aufstellung befindliche Überwachungsgeschwader. Es umfaßt nun folgende Elemente: Stabszug, 1. Staffel — Feuerunterstützung, 2. Staffel — Aufklärung und übernimmt die Ausbildung zum Einsatz– und Aufklärungsflugzeugführer. Die Fliegerschule verliert die Saab 105 Ö, sie bilden ab nun die 1. Staffel/ÜbWG in Zeltweg (blau).

Das Überwachungsgeschwader umfaßt jetzt folgende Elemente: Stabszug, 1. Staffel — Feuerunterstützung/Zeltweg, 2. Staffel — Feuerunterstützung/ Graz/Thalerhof und übernimmt die Ausbildung für den Umschulungskurs Saab 105 Ö.

1990: Umgliederung des JaboG; gelbe und rote Lfz 1. Stafffel/JaboG/Fl,R 3 Hörsching, grüne und blaue Lfz 2. Staffel/JaboG/FlR 3 Hörsching

1995: HG-Neu, Auflösung des JaboG und Bildung der 3. Staffel/FlR 3 (Typenschulung, Verbandflug, Schießen, VIP-Personentransporte, LRÜ, Fla-Zieldarstellung f. Saab J-35OE (Draken))… u. FlTeKp/FlR 3 (MatErhaltung, Zentralwerkstätte für Bordwaffen)

BH-Reform 2005: FlR 3 ist aufgelöst; Saab 105Ö, zwar auch noch in Hörsching stationiert, sind aber dem Überwachungsgeschwader in Zeltweg zugeordnet, das seine 3 Staffeln in Zeltweg, Hörsching und Graz/Thalerhof garnisoniert hat.


Zitat:
Einsätze:

    1973: Eine türkische Transal Transportmaschine wird im Tiroler Luftraum abgefangen und zur Landung gezwungen.

    Sept. 1975: Erster Organtransport nach Rom.

    Sept. 1990: Eine Rotte Saab 105Ö begleitet eine Lockheed C-5A „Galaxy“ über Tirol von Grenze zu Grenze.

    Juni — August 1991: „Jugoslawien-Krise“. 4 Lfz voll munitioniert mit Bordkanone, 2 Lfz mit Kamera und Bildzug und Teile der 1. u. 2. Staffel verlegen nach Zeltweg. Einsatz von 14 Saab 105Ö.

    Okt. 1991: Eindringen einer MiG-21 der serbischen Luftwaffe in den österr. Luftraum über Klagenfurt. Sie wird zur Landung in Klagenfurt gezwungen.

    März 1992: Flugbegleitung und Überflug in Wien/Schwechat für den Präsidenten v. Kenia

    April 1992: Flugbegleitung für den König von Malaysia

    Juli 1992: Heranführung einer Rotte an eine „AWACS“ Boeing 707, im Tiroler Luftraum zwecks Erkennung

    Nov. 1992: Begleitung einer AWACS“ Boeing 707 von Schärding bis Sollenau.

Dazu kommen ab 1990 das ständige Detachement von Lfz von Hörsching nach Zeltweg und Graz/Thalerhof zum Zwecke der Luftraumüberwachung


Zitat:
Teilnahme an internationalen Kunstflugbewerben:

    Juli 1974: Hptm Joh. Rathgeb wird in Greenwood/England Weltmeister im mil. Kunstflug.

    Sept. 1975: 1. Flugtag in Langenlebarn, Kunstflug-Team „Karo-As“ tritt erstmals öffentlich auf. Es folgen Flugtage 1976 in Zeltweg, 1978 in Hörsching, 1980 in Langenlebarn, 1975 in Graz/Thalerhof, 1993 in Hörsching, im Rahmen der „Air Power“ 1997, 2000, 2003, 2005 und 2009 in Zeltweg.

    Juni 1977: Das Team „Karo-As“ erringt beim Air Tattoo in Greenham den 2. Platz.

    Juni 1979: Olt Erich Wolf wird Sieger der Embassy Jet Trophy in Greenham.

    1984: Karo-As fliegt zum letzten Mal.


Zitat:
Leider kam es auch zu zahlreichen Flugunfällen:

    Jan. 1973: Hptm L. Hoffmann und Olt. H.G. Hartl stürzen am Flugplatz Hörsching tödlich ab.

    Mai 1975: Hptm B. Burghard steigt über Reichershalm im Waldviertel mit dem Schleudersitz aus. Er landet im Kamptal-Stausee und überlebt mit Verletzungen.

    Dez. 1976: Mjr A. Fohn stürzt in Kraubath in der Obersteiermark tödlich ab.

    Mai 1977: Über dem Lahnsattel kommt es zw. den Piloten Mjr Rathgeb und Olt Höflinger zu einem Mißverständnis. Einer der Piloten steigt mit dem Schleudersitz aus, der verbleibende Pilot kann das kanzellose Lfz landen.

    Mai 1977: Hptm J. Gölzner stürzt beim Landeanflug auf Hörsching tödlich ab.

    Okt. 1977: Hptm S. Rumpler stürzt bei Knittelfeld tödlich ab.

    Aug. 1981: Mjr A. Strahner und Lt G. Wiesinger stürzen im Wienerwald tödlich ab. Der Jet stürzt auf das Wohnhaus von Karl Musil, Solotänzer an der Wiener Staatsoper. Er, seine Frau und seine zwei Kinder erleiden schwere Verbrennungen.

    Okt. 1981: Lt R. Kaltenegger stürzt in Windischgarsten tödlich ab.

    Apr. 1988: Obstlt O. Laimgruber stürzt bei Eggelsberg tödlich ab.

    Mai 1988: Bei einem Durchstartemanöver auf dem Flughafen Salzburg platzt ein Reifen des Jet. Das Fahrgesell knickt ein, die rechte Tragfläche berührt den Boden, die Maschine gerät in Brand. Der Pilot bringt das Fluzzeug noch zum Stehen und springt aus dem Jet.

    Sept. 1991: Lt. M. Nagele und Wm H.P. Tschuchnik stürzen bei Micheldorf tödlich ab.

    März 1995: Fhr J. Plank und Wm M. Flier stürzen im Bereich Katschberg tödlich ab.


Die Informationen aus diesem Artikel wären sicher eine gute Ergänzung zum RAL 7013-Datenblatt über die Saab-105OE.


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 Betreff des Beitrags: Re: RAL 7013 - Saab 105 Oe
BeitragVerfasst: 04. Aug 2013, 14:12 

Registriert: 26. Mär 2008, 08:28
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Zitat:
Okt. 1991: Eindringen einer MiG-21 der serbischen Luftwaffe in den österr. Luftraum über Klagenfurt. Sie wird zur Landung in Klagenfurt gezwungen.


Das ist nicht korrekt. Hierbei handelt es sich um einen Überläufer. Die MiG ist in KLU gelandet bevor eine Rotte 105er vor Ort war.

Zitat:
09:35 Uhr: Die Operators des Luftraumüberwachungssystem Goldhaube des österreichischen Bundesheeres - in grosser Höhe kann man damit bis Sarajewo erfassen - beobachten im Luftraum über Mittelkroatien mehrere Flugzeuge unbekannter - jedoch vermutlich jugoslawischer - Identität. Eines davon bewegt sich kurz darauf mit hoher Geschwindigkeit nach Norden in Richtung Slowenien und weiter der österreichischen Staatsgrenze, verschwindet - verdeckt von den Karawanken - dann jedoch vom Radar.

Zur selben Zeit sind zwei Saab-105 des FlgR 3 aus Linz - Hörsching im Raume Aigen i. Ennstal unterwegs. Kurz danach hat die nicht identifizierte Maschine durch extremen Tiefflug weitere Radarerfassung im Bereich der Karawanken vermieden und fliegt ins Klagenfurt Becken ein. Als sich der Pilot dort orientiert und den Flughafen Klagenfurt im Überflug visuell prüft, meldet der Tower in LOWK per Telefon der MCC in die Wiener Schnirchgasse "Eine MiG über Klagenfurt.!!." und fragt nach weiterem Vorgehen. Der Tages-Einsatzoffizier/Abfang hatte das Verschwinden des betreffenden Kontakt noch nicht vergessen, beruhigt KLU und dirigiert darauf die beiden 105 mit high-priority schnellstmöglich nach Annabichl, während dort die unbekannte MiG bereits mit ausgefahrenem Fahrwerk dem Tower die Absicht zu landen signalisiert. Sie wird jedoch von den beiden unterschallschnellen Saab 105 in der Luft nicht mehr gefunden, bzw. nicht rechtzeitg erreicht.


Die ganze Geschichte von Rudi Peresin und seiner Flucht kann man hier nachlesen: http://www.airpower.at/news02/0222_peresin/index.html

Die MiG-21 befindet sich übrigens in Zeltweg im Museum.

Die Absturzliste ist ebenfalls nicht vollständig.

- 05.10.1971 RA-21 w/o

- 17.04.2003 GA-11 w/o


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 Betreff des Beitrags: Re: RAL 7013 - Saab 105 Oe
BeitragVerfasst: 28. Nov 2013, 22:38 

Registriert: 09. Sep 2008, 22:29
Beiträge: 20971
Bericht des parlamentarischen Untersuchungsausschusses
zur Prüfung aller Vorkommnisse im Zusammenhang mit Flugzeugankäufen des Bundesheeres


Zitat:
2. Ankauf von SAAB-Flugzeugen der Type 105 Ö (erste Anschaffung)

a) Interne Kaufanbahnung

    Der Ausschuß befaßte sich mit der Frage, wie es zur Anschaffung der Flugzeuge der Type SAAB 105 Ö für das österreichische Bundesheer gekommen ist.

    Der Leiter der Abteilung Flugwesen des Amtes für Wehrtechnik im Bundesministerium für Landesverteidigung Generalmajor Dipl.-Ing. Mühlbacher sagte aus, vom Bundesminister Dr. Prader als Leiter einer Auswahlgruppe dazu bestimmt worden zu sein, Flugzeuge, die für einen Ankauf durch das österreichische Bundesheer in Betracht kämen, näher anzusehen. 1965 und 1966 habe er verschiedene Reisen gemacht und zwei amerikanische Kampfflugzeuge - DOUGLAS F 4 und DOUGLAS F 5 - besichtigt. Die AufgabensteIlung war, ein Flugzeug zu finden, das für die Luftraumüberwachung in Österreich geeignet sei, Aufklärung betreiben könne, zur Erdkampfunterstützung eingesetzt werden könne und nach Tunlichkeit leicht zu fliegen sei. Diese beiden Typen seien von österreichischen Piloten in Amerika praktisch erprobt worden.

    Es kam dann auch zu einer Einladung, den DRAKEN in Schweden zu besichtigen. Nach verschiedenen Vergleichen hätte man festgestellt, daß es für Österreich das zweckmäßigste sei, den DRAKEN zu beschaffen.

    Bezüglich der SAAB 105 entnehme er seinen Unterlagen, daß er erstmals im Oktober 1966 den Auftrag erhalten habe, sich mit der Firma Saab ins Einvernehmen zu setzen und informativ anzufragen, wie teuer solch ein Flugzeug wäre. Als Richtpreis wurde ihm von der österreichischen Generalvertretung für diese Maschine ein Betrag von umgerechnet 12,8 Millionen Schilling bekanntgegeben. In diesem Richtpreis waren außer der normalen Grundausstattung zwei Funkgeräte, eine Navigationsanlage und ein Kreiselvisier eingeschlossen.

    Nach Brigadier Hauck sollte die SAAB 105 der Ausbildung der Düsenpiloten dienen, wobei man diese Maschine umso eher als die geeignetste angesehen habe, als man damit auch verschiedene andere Aufgaben hätte lösen können. Ernstzunehmende Bedenken gegen den Ankauf der SAAB 105 ö seien nicht erhoben worden.

    General Seitz teilte dem Ausschuß mit, daß eine Unterkommission der Luftraumverteidigungskommission, die Jabo-Kommission, unter Brigadier Freihsler, die Aufgabe hatte, Flugzeugtypen festzustellen, die für eine Anschaffung in Betracht kämen. Bei der Abstimmung sei die Mehrheit für den Ankauf einer Staffel Schulflugzeuge und zwei Staffeln Abfangjäger gewesen, die Minderheit, der er selbst angehört habe, sei für zwei Staffeln Schulflugzeuge und eine Staffel Abfangjäger eingetreten. Praktisch seien aber nur die Schulflugzeuge und nicht die Abfangjäger realisiert worden. Was die Frage der Flugzeugtype betrifft, habe die Luftraumverteidigungskommission die DOUGLAS F 5 für die beste Maschine gehalten. Für diese Maschinen hätten aber sämtliche Pisten verlängert werden müssen, daher habe sich die Luftraumverteidigungskommission zunächst für 20 SAAB 105 ausgesprochen.

    General Seitz wurde darüber befragt, ob vor der Anschaffung von 20 SAAB 105 jemals der Landesverteidigungsrat mit Flugzeugankäufen befaßt worden sei. Wie Seitz erklärte, wäre es praktisch bei der SAAB 105 das erstemal der Fall gewesen, daß der Landesverteidigungsrat informiert wurde. Seiner Meinung nachsähe die Geschäftsordnung des Landesverteidigungsrates eine Informationspflicht nicht vor.

    Bundesminister Dr. Prader erklärte hiezu, daß der Landesverteidigungsrat nie mit Gerätebeschaffungen für das Bundesheer befaßt worden sei. Bei der SAAB 105 habe es sich um etwas ganz anderes gehandelt. Es sei darum gegangen, eine Konzeption für die, weitere Luftrüstung in Kombination mit der Luftraumüberwachung und der Erstellung der operativen Planung für den Bereich "Luft" vorzulegen. In Österreich sei nämlich die Frage aufgetaucht; ob man wegen der großen finanziellen Belastung auf dem Luftrüstungssektor überhaupt etwas machen soile.

    Diese Frage sei deswegen zur, Debatte gestellt worden, weil die alten Geräte nicht mehr flugtauglich waren. Es war zu entscheiden, ob Österreich auf diesem Sektor überhaupt weitermachen soll oder nicht. Wenn österreich weitermachen wollte, mußten neue Flugzeuge bestellt werden.

    Es sei aber auch ein politisches Moment dabei gewesen, nämlich ein außenpolitisches. Doktor Prader habe daher dem Landesverteidigungsrat diese Umrüstung aus prinzipiellen Gründen vorgelegt.


Zitat:
    In den dem Untersuchungsausschuß vorgelegten Auszügen aus den Beschlußprotükollen des Landesverteidigungsrates ist über seine Sitzung vom 20. Juli 1967 folgendes festgehalten:

      "Nach einem mündlichen Bericht des Bundesministers für Landesverteidigung betreffend Nachfolgemuster SAAB J 29 und nach Darlegungen über die Frage der Luftraumverteidigung nimmt der Landesverteidigungsrat die Anschaffung von 20 Flugzeugen der Type SAAB 105 XT zur Kenntnis.

      Hinsichtlich des Ausbaues der Anlagen und Einrichtungen für die flugleitungsmäßige Einsatzführung nimmt der Landesverteidigungsrat von diesem Bericht Kenntnis und ersucht den Bundesminister für Landesverteidigung, die zweckmäßige Vorsorge zu treffen und dem Landesverteidigungsrat zu berichten. Desgleichen hinsichtlich der für einen späteren Zeitpunkt in Aussicht genommenen Anschaffung von zwölf Abfangjägern und von verschiedenen Hubschraubertypen."

    In einem diesem Beschlußprotokoll als Beilage angeschlossenen Bericht über das Nachfolgemuster SAAB J 29 der Sektion III des Bundesministeriums für Landesverteidigung, Gruppe Operation, heißt es wörtlich:

      "Für die Aufgaben der Erdkampfunterstützung braucht kein eigenes Flugzeug angeschafft zu werden, sofern es einen geeigneten Flugzeugtyp gibt, der sowohl die notwendige Aufgabe eines ,Düsentrainers sowie bei Bewaffnung die Aufgaben der Erdkampfunterstützung, bei entsprechender Ausstattung auch die eines Aufklärungsflugzeuges erfüllen kann.

      Das Bundesministerium , für Landesverteidigung erachtet es daher für richtig, die Anschaffung der SAAB 105 XT in den österreichischen Luftstreitkräften ins Auge zu fassen, die alle diese Forderungen zu erfüllen scheint. Die SAAB 105 XT wäre zwar nicht als Nachfolgemuster für die SAAB J 29 anzusehen, würde aber in ihren Leistungen gegenüber dieser älteren Maschine nicht abfallen."

    In einem Protokoll über die Sitzung der Luftraumverteidigungskommission vom 18. Juli 1967 heißt es u. a.:

      "Die Luftraumverteidigungskommission kam mehrstimmig überein, 'die Flugzeuge SAAB 105 XT und SAAB 2 Mach (DRAKEN oder VIGGEN) zur Beschaffung vorzuschlagen."


Zitat:
b) Preis- und Kostenentwicklung
(Vertragsänderungen)


Der Basispreis für eine SAAB 105 Ö der ersten Serie betrug nach den Angaben des Generals Dr. Zobel umgerechnet 15,700.000 S. Wegen verschiedener Einbauten bezifferte er den Durchschnittspreis pro Flugzeug für beide Lieferungen mit 25 Millionen Schilling.

Nach Generalmajor Dipl.-Ing. Mühlbacher sind gegenüber dem ursprünglichen Angebot aus dem Jahre 1966 und dem Preis 1968 bzw . dem, was es endgültig gekostet hat, hinzugekommen: die gesamte Elektronik, die Waffenausrüstung, die Bildkameras, die Raketenträger und die Fahrwerke mit besserer Bremsleistung wegen der kurzen Startbahnen in Österreich. Die entscheidenden Preisfaktoren seien die Elektronik mit ungefähr zwei Millionen Schilling, die Kanonen mit rund 900.000 S sowie die Raketenträger mit 300.000 S bis 400.000 S; auch die Kamerapreise lägen sehr hoch.

Oberstleutnant-Intendant Dr. Seyfried übergab dem Ausschuß eine Aufstellung, aus der die Entwicklung der Preise in folge zehn nachträglicher Vertragsänderungen wie folgt hervorgeht:

    1. und 2. Vertragsänderung (Oktober 1968 und Feber 1969): Ausrüstung mit anderen Höhenmessern wegen Lieferschwierigkeiten - Erhöhung des Stückpreises um 57.000 S;

    3. Vertragsänderung (Mai 1969): Vereinbarung einer neuen technischen Spezifikation - zunächst keine Preisauswirkung ;

    4. Vertragsänderung (Juni 1969): Änderung der Funkanlage - Erhöhung des Stückpreises um 12.100 S;

    5. Vertragsänderung (Juni 1969): Im Zusammenhang mit der Bestellung der zweiten Serie SAAB 105 ö zusätzliche Gerätesätze, Test- und Bodenausrüstung auch für die erste Serie - Erhöhung des Stückpreises für alle 40 Flugzeuge um 255.500 S;

    6. Vertragsänderung (September 1969): Ausrüstung von 36 Maschinen mit moderneren Höhenmessern - Erhöhung des Stückpreises um 29.250 S;

    7. Vertragsänderung (Jänner 1970): Wegfall von Notsendern und Änderung der Fahrtmesser - Verminderung des Stückpreises für alle 40 Flugzeuge um 3887"50 S;

    8. Vertragsänderung (Feber 1970): Änderung des Raketenbewaffnungssystems bei 20 Flugzeugen - Erhöhung des Stückpreises um 10.300 S; Ausrüstung von sechs Flugzeugen zur Entnahme von Luftproben - Erhöhung des Stückpreises um 25.000 S;

    9. Vertragsänderung (Oktober 1970): Festlegung der Stückpreise auf Grund vorangehender Vertragsänderungen. Für sechs Flugzeuge (alte Höhenmesser) 16,025.000 S, für 14 Flugzeuge (neue Höhenmesser) 16,054.000 S, für 14 Flugzeuge (zusätzliche Bewaffnungsalternativen) 16,060.000 S und für sechs Flugzeuge (zusätzlich vorbereitet für Luftprobenentnahmen) 16,085.000 S;

    10. Vertragsänderung (Dezember 1970): Erstreckung des Liefertermins.

Wie der Zeuge weiters ausführte, war nach dem ursprünglichen schwedischen Angebot vom September 1967 ein Stück preis von umgerechnet 14,825.000 S ohne Zubehör im Gespräch. Der Preis sei ein veränderlicher Preis auf der Basis der schwedischen Indexziffern ohne Berücksichtigung von Einfuhrabgaben gewesen. Die Ausgleichssteuer habe 13 Prozent für Ersatzteile und Zubehör sowie 10,6 Prozent für die Flugzeuge betragen. Auf Grund der vereinbarten Indexklausel habe sich schließlich für die ersten 15 Maschinen ein Gesamtpreis von 293,562.000 S ergeben.


Zitat:
3. Ankauf von SAAB-Flugzeugen der Type 105 Ö (zweite Anschaffung)

Eingehend beschäftigte sich der Untersuchungsausschuß auch mit der Frage, wie es zur Anschlußbestellung der weiteren 20 SAAB-Flugzeuge gekommen ist.

General Seitz erklärte hiezu, daß die ersten 20 SAAB 105 Ö eigentlich nur die ausgeflogenen SAAB J 29 ("Fliegende Tonnen") ersetzen sollten. Da aber für Ende 1971 auch ein Ersatz der FOUGA MAGISTER fällig war, sei in einer Sitzung einer Kommission unter dem Vorsitz von Oberst Dr. Tretter festgelegt worden, dem Minister vorzuschlagen, zu den 20 SAAB-Maschinen weitere zehn anzukaufen, um die Schulmaschinen zu ersetzen. Diese Serie sollte aus Kostengründen an die Produktionsserie der ersten 20 angeschlossen werden.

Auf den Vorhalt, daß demnach vorgeschlagen wurde, nur zehn weitere SAAB als Ergänzung anzuschaffen, entgegnete General Seitz, daß am 12. November 1968 eine Entscheidung des Herrn Bundesministers erbeten wurde. Die erwähnte Sitzung selbst war am 25. Oktober 1968. In Besprechungen des Ministers mit Vertretern der schwedischen Firma seien in der Folge aus den zehn Maschinen schließlich 20 geworden.

Brigadier Hauck führte zu diesem Fragenkomplex aus, daß, nachdem die Anschaffung von zehn bis zwölf weiteren Düsentrainern akut geworden war, dieses Problem auf Einladung der Planungsabteilung in einer innerministeriellen Sitzung vom 25. Oktober 1968 behandelt wurde. Aus Gründen der Typenvereinheitlichung wurde die weitere Anschaffung von SAAB 105 Ö vorgeschlagen und nach einem Aktenvermerk der Adjutantur vom 19. März 1969 der Ankauf von 20 Flugzeugen dieses Typs verfügt. Befragt, ob gegen die 'Anschaffung der zweiten Serie ernstzunehmende Bedenken erhoben worden seien, antwortete der Zeuge, daß dies in dieser Sitzung nicht der Fall war.

Generalmajor Dipl.-lng. Mühlbacher sagte, daß in wiederholten Besprechungen eine Zahl von über 20 SAAB 105 Ö genannt wurde, denn die Forderungen wurden sofort erweitert. Es hieß, mit Schulmaschinen allein können wir nichts anfangen, wir brauchen eine eigene Staffel Erdkampfflugzeuge und eine eigene Staffel Aufklärungsflugzeuge, und dann war plötzlich von drei Staffeln die Rede. Dann hieß es laut Dipl.Ing. Mühlbacher wir haben nicht mehr Geld, wir machen Staffeln mit nur acht Flugzeugen. So ist dann wiederholt die Zahl 30 aufgetaucht. Wir haben zu diesem Zeitpunkt VAMPIRE, FOUGA MAGISTER und SAAB J 29, zusammen 57 Flugzeuge, gehabt. Danach war der Pilotenstand und die Ausbildung ausgerichtet. In den Jahren 1968 und 1969 hatte er den Auftrag, die Schweden zu fragen, ob sie weitere Flugzeuge liefern könnten.

Dipl.-Ing. Mühlbacher sagte ferner, daß es einmal hieß, es sei kein Geld da. Dann kam der Akt von der Sektion III, in dem stand, es wurde beschlossen, diese Maschine nicht nur als Schulmaschine, sondern auch als Aufklärer und Erdkampfflugzeug zu verwenden. Daher sei eine größere Anzahl notwendig.

An anderer Stelle erklärte Dipl.-Ing. Mühlbacher, daß der Auftrag auf Bestellung der zweiten SAAB-Serie für die Fliegerei überraschend war. Niemand habe damit gerechnet, daß diese 20 Maschinen bestellt würden.


Zitat:
Die mehrfach erwähnte Sitzung mit ,dem Verhandlungsgegenstand "Materielle Bereitstellung von Düsenmaschinen für den Ausbildungsbetrieb" hat am 25. Oktober 1968 im großen Sitzungssaal des Bundesministeriums für Landesverteidigung unter dem Vorsitz des Leiters der Planungsabteilung A, Oberst Dr. Tretter, stattgefunden. Weitere Teilnehmer waren Brigadier Bizek, Brigadier Dipl.-Ing. Mühlbacher, Brigadier Hauck, Oberst Hügel, Sektionsrat Vock, Dipl.-Ing. Franz, Major Thurner und Major Grigar.

Das Verhandlungsergebnis ist in einer Information der Planungsabteilung A für den Bundesminister vom 5. November 1968 wie folgt protokolliert worden:

    "Im Hinblick auf die laut LuftAbt. erforderliche Doppelbesetzung der SAAB 105 Ö ist ein Flugstundensoll für Düsentraining von rund 1260 Flugstunden/Jahr erforderlich, um mit der Einführung der SAAB 105 Ö in das ÖBH über 40 Düsenpiloten verfügen zu können. Dieses Erfordernis setzt den Bestand von zehn bis zwölf Düsentrainern voraus.

    Zur materiellen Abdeckung dieses Erfordernisses wurde grundsätzlich von ,allen Teilnehmern festgestellt, daß die Aufrechterhaltung des Düsenflugbetriebes (Schul- und Einsatzbetrieb ) nur dann möglich ist, wenn umgehend zehn plus zehn ist gleich weitere 20 SAAB 105 Ö bestellt bzw. eine Option auf diese Stückzahl mit der Firma Saab abgeschlossen wird.

    Die Kriterien hiezu sind:

      a) Die eingeleitete Beschaffung von 20 SAAB 105 Ö bindet das ÖBH mindestens zehn bis 15 Jahre an diese Type.

        Nach den zur Verfügung stehenden Erfahrungswerten ,und den bisherigen österreichischen Unfallsraten wäre für die
        Ersatzplanung eine Normalverlustrate für Luftfahrzeuge dieser Leistungsklasse und der vorgesehenen Verwendung mit fünf Maschinen/10.000 Flugstunden einzukalkulieren.

        Auf die 20 SAAB 105 ö umgelegt bedeutet dies, daß in zehn Jahren mit den in Beschaffung stehenden 20 Maschinen kein Staffelbetrieb mehr aufrechterhalten werden kann. Eine Nachbeschaffung von mindestens zehn Flugzeugen für das JaBoGeschwader ist daher unerläßlich.

        Stellt' man für Ausbildungszwecke einen Ersatz für die derzeit im Dienst stehenden FOUGA MAGISTER in Rechnung, ergibt sich somit die Notwendigkeit einer Beschaffung von weiteren zehn Stück, wobei diese für den Schulungsbetrieb vorgesehenen
        Maschinen mit einer einfacheren Bordausrüstung geliefert werden könnten.

      b) Für die Nachbestellung von 20 Stück SAAB 105 Ö muß bis spätestens erstes Quartal 1969 eine Option an die Firma Saab gegeben werden. Die für den Schulungsbetrieb
        erforderlichen Maschinen müssen im Anschluß an die erste Lieferrate der bereits laufenden Bestellung bis Mitte 1971 verfügbar sein, weil

          eine Grundüberholung der FOUGA MAGISTER, zeitlich gesehen, den Engpaß an verfügbaren Düsenmaschinen im Zeitraum Mitte 1969 bis Ende 1970 nicht beheben kann und eine

          Teilüberholung der FOUGA MAGISTER deren vertretbare Flugtüchtigkeit nur bis maximal Mitte 1971 verlängert.

        Die Lieferung der für ,das JaBoGeschwader zwecks Auffüllung zu bestellenden zehn Maschinen kann mit 1973 terminisiert werden.

        Eine fallweise Bestellung von geringen Stückzahlen nach Bedarf ist aus fertigungstechnischen Gründen nicht möglich und aus wirtschaftlichen Gründen nicht vertretbar."

Das Protokoll enthält weiters eine Darstellung der Vor- und Nachteile verschiedener Varianten des Umbaues bzw. der Öberholung der FOUGA MAGISTER zur Beseitigung des materiellen Engpasses von Düsenmaschinen im Zeitraum von Mitte 1969 bis Ende 1970 und schließt wie folgt:

    "Der Leiter LuftAbt. stellt abschließend dazu fest, ,daß mit ,dieser Problemlösung die Beschaffung von Abfangjägern unberührt bleibt.

    Der Herr Bundesminister wird gebeten, die Verwirklichung des Mehrheitsbeschlusses zu genehmigen."


Zitat:
Major Czak, der kein Mitglied ,der Luftraumverteidigungskommission war, sagte aus, von einem Geschäftsstück betreffend "Planung des Heeresaufbaues; Gesamtstruktur - Luftraumverteidigungskommission" zu wissen. Aus ,diesem
Erlaß sei ihm hekannt, daß die Mehrheit der Mitglieder der Luftr,aumverteidigungskommission nur für eine Staffel, nämlich zwölf SAAB-Maschinen, gestimmt habe und daß, auch Experten, so z. B. General Dipl.-Ing. Mühlbacher, die Aufnahme des Flugbetriebes mit einem Abfangjäger in zwei bis drei Jahren, also 1970/71, für möglich gehalten hätten.

Nach Dr. Zobel gehörten der Luftraumverteidigungskommission an: Seitz, der den Vorsitz geführt habe, Biely, Vogl, Lube, Paumgartten, Maurer, Leeb, Mader, Duic, Freihsler, Hauck und Habermann.

Oberstleutnant-Intendant Dr. Seyfried bemerkte auf Befragen, daß bei den Beratungen und Gesprächen über den Ankauf der ersten SAAB-Serie immer nur von 20 und nie von 40 Maschinen die Rede gewesen sei.

Bundesminister a. D. Dr. Prader begründete die Anschaffung der zweiten SAAB-Serie damit, daß diese nur als Ersatz für ausfallende Geräte und als nichts anderes ,dienen sollte. Die Düsentrainer konnten gleichzeitig als Einsatzmaschinen Verwendung finden, sodaß mit einer Kapazität von 40 SAAB-Flugzeugen unter billigeren Bedingungen ein wesentlich höherer Einsatzwert erreicht worden sei, als dies früher der Fall war.

Brigadier Mader erklärte, daß das Kommando der Luftstreitkräfte in die Planungsarbeiten des Ankaufs der weiteren 20 SAAB 105 Ö eingeschaltet worden sei, daß man aber nicht gut von einer zweiten Serie sprechen könne. Als ein Nachfolgemuster für die "Fliegenden Tonnen" festgelegt worden sei, habe das Kommando der Luftstreitkräfte die Frage des Ersatzes der Düsentrainingsflugzeuge, der FOUGA MAGISTER und der VAMPIRE, angeschnitten. Beide Typen waren längst im Auslaufen. Das Kommando der Luftstreitkräfte habe daher vorgeschlagen, für die solcherart ausfallenden Düsentrainer noch mindestens zehn SAAB 105 Ö anzuschaffen. Zu den bereits bestellten 20 SAAB-Maschinen wären mindestens zehn weitere notwendig gewesen, um den Bedarf an Schulflugzeugen zu decken. Da man 'auch damit rechnen müsse, daß Maschinen ausfallen, sei man, glaube er, auf eine Zahl von insgesamt 40 SAAB 105 Ö gekommen. Befragt, ob die Aufgabe der Schulung und des Trainings nicht mit den ersten 20 Flugzeugen zufriedenstellend gelöst hätte werden können, antwortete Brigadier Mader, daß dies mit einer gewissen Übergangszeit, in der die FOUGA MAGISTER um 2·5 Millionen Schilling pro Flugzeug von Grund auf überholt hätte werden müssen, gegangen wäre.

Major Czak teilte, dem Untersuchungsausschuß mit, daß ihm der frühere Generaltruppeninspektor erzählt habe, daß er beim Bundesminister gegen den Ankauf der weiteren 20 SAAB-Maschinen heftigst protestiert hätte. In diesem Zusammenhang hätte der Herr Bundesminister dem Generaltruppeninspektor als Grund für die Bestellung der zweiten Serie mitgeteilt, daß für
diesen Ankauf politische Gründe maßgebend seien.

General i. R. Fussenegger bestätigte, daß er gegen die Bestellung der zweiten Serie ausdrücklich protestiert habe. Auch er sei für 20 SAAB 105 Ö gewesen. Ob dieser Entschluß des Ministers in der Waffen- und Gerätekommission behandelt worden sei, wisse er nicht, er sei nicht dabeigewesen. Eines Tages habe er, und zwar nicht offiziell, sondern von dritter Seite, die Mitteilung erhalten, daß weitere 20 SAAB-Flugzeuge bestellt worden seien. In einer längeren Auseinandersetzung habe er dem Minister klargelegt, daß er wohl für 20, nicht aber für 40 Flugzeuge dieser Type sei, denn diese Maschine sei ein reines Schulflugzeug und obendrein viel zu langsam, um als Abfangjäger eingesetzt werden zu können. Er habe dem Minister nahegelegt, die 400 Millionen Schilling, die-diese 20 weiteren SAAB-Maschinen kosten würden, nicht auszugeben. Der Minister habe sehr weitschweifig geantwortet. Dabei habe er zum erstenmal davon erfahren, daß dieses Flugzeug nur für Österreich erzeugt werden soll und daß es kein anderer Staat kaufen werde. Er habe daraufhin gesagt, wenn dem so sei, dann wäre er schon gegen die ersten 20 Maschinen gewesen, denn daß Österreich eine Flugzeugtype bestellt, die auf der ganzen Welt nicht gefragt ist, halte er für falsch. Die Ersatzteile für ein solches Muster kosten "irrsinnig viel". Bei einem Flugzeugkauf dürfe man nicht nur fragen, was das Flugzeug koste, sondern auch, was alles andere in der Folge kosten werde. Er wäre immer der Meinung gewesen, daß auch die schwedische Armee ,die SAAB 105 kaufe, und das habe man ihm auch so dargestellt.

Auf seine dringende Vorstellung, unter diesen Umständen diesen Typ überhaupt. nicht zu kaufen, habe Bundesminister Dr. Prader gesagt, die Maschinen seien bereits bestellt, er könne nichts mehr machen; er müsse aus politischen Gründen für diesen Ankauf eintreten. Auf die Zusatzfrage, welche politischen Gründe das gewesen sein könnten, antwortete Fussenegger, er habe nicht danach gefragt, aber er hätte es eher außenpolitisch verstanden.

Wie der ehemalige Generaltruppeninspektor vor dem Untersuchungsausschuß weiter ausführte, könne seiner Meinung nach das Bundesheer ohne Abfangjäger seine Aufgabe nicht erfüllen. Die Frage sei nur, wie groß das Minimum sein müsse, um die Aufgabe zu lösen, die Neutralität zu wahren. Mit ,der SAAB 105 Ö könne man die Neutralität nicht schützen. Diese Maschine sei langsamer als die "Fliegende Tonne", und diese sei längst veraltet. Wenn nicht genügend Geld da ist, dann müsse politisch die Konsequenz gezogen werden, und man könne dem Bundesheer diese Aufgabe eben nicht stellen. Es sei ihm klar, daß Abfangjäger gebraucht werden, und es sei wohl ihm ebenso klar, daß Österreich nie 40 Abfangjäger kaufen könne, weil das Geld dafür nicht da sei. Er wäre immer der Meinung gewesen, daß mit 20 Abfangjägern das Auslangen gefunden werden müsse. Für die Piloten von 20 Abfangjägern reichen seiner Meinung nach 20 Schulmaschinen aus.


Zitat:
Auf die Frage, ob der Generaltruppeninspektor gegen den Ankauf der zweiten SAAB-Serie ausdrücklich protestiert habe, antwortete Dr. Prader, daß dies nicht stimme, Fussenegger habe nur gemeint, zehn oder zwölf Maschinen würden genügen. Als er ihm seine Beweggründe erläuterte, habe der Generaltruppeninspektor sie zur Kenntnis genommen. Statt weiteren zehn mußten 20 Flugzeuge angeschafft werden, weil man mit einem kleineren Kontingent nicht ausgekommen wäre und weil man nicht ohne weiteres Nachbestellungen machen könne.

Auf den Vorhalt, daß nach Zeugenaussagen der Ankauf der zweiten SAAB-Serie mit "politischen Gründen" motiviert worden sei, erklärte Dr. Prader, er bestreite absolut, eine solche Äußerung gemacht zu haben. Das könne nicht für die zweite Serie gelten, sondern höchstens für die SAAB-Linie überhaupt. Da habe er sehr wohl erklärt, daß außenpolitische Gründe maßgebend seien.

Zur Frage, auf welche Art und Weise der Beschluß über den Ankauf der zweiten SAAB-Serie zustande gekommen ist, führte der General des Intendanzdienstes Dr. Zobel aus, daß im Anschluß an eine Ministerratssitzung ein "Rumpfkabinett" getagt habe. In Anwesenheit von Bundeskanzler Dr. Klaus, Vizekanzler Doktor Withalm, Finanzminister Dr. Koren und Verteidigungsminister Dr. Prader sei zuerst über die Wehrmilliarde gesprochen worden und dann über die Bestellung der weiteren 20 SAAB-Maschinen, die nach längerer Diskussion genehmigt wurde. Eine Protokollabschrift dieser Sitzung habe er so dann zur Einleitung der Kaufverhandlungen bekommen.



Zuletzt geändert von theoderich am 05. Jul 2014, 20:30, insgesamt 9-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: RAL 7013 - Saab 105 Oe
BeitragVerfasst: 28. Nov 2013, 22:53 

Registriert: 08. Feb 2012, 19:01
Beiträge: 812
Paar News. Vor kurzen wurde mit der YD-04 die mittlerweile 10 Saab 105 aus den Aktiven Dienst genommen. Die GF-16 soll in April ins Museum kommen. Die Werft ist fast schon fertig bzw es befinden sich keine Lfz mehr am Gelände des ehem. Fliegerhorst Nittner. Die BJ-40 soll die erste Saab 105 MLU werden.


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 Betreff des Beitrags: Re: RAL 7013 - Saab 105 Oe
BeitragVerfasst: 29. Nov 2013, 08:59 
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Die BJ-40 wird die erste Saab 105 ELU werden (End Life Update). Vollkommen verrückt.

Welche Saab 105 sind nun bereits abgestellt?


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 Betreff des Beitrags: Re: RAL 7013 - Saab 105 Oe
BeitragVerfasst: 29. Nov 2013, 09:43 

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Beiträge: 812
...


Zuletzt geändert von Maschin am 26. Jun 2016, 23:05, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: RAL 7013 - Saab 105 Oe
BeitragVerfasst: 29. Nov 2013, 10:09 

Registriert: 09. Sep 2008, 22:29
Beiträge: 20971
1968 (s.o.) ist man noch davon ausgegangen, dass die Saab 105 für 10-15 Jahre im Bundesheer eingesetzt wird ... seit kurzem fliegen die jüngsten Maschinen schon für ganze 41 Jahre!


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 Betreff des Beitrags: Re: RAL 7013 - Saab 105 Oe
BeitragVerfasst: 02. Dez 2013, 20:17 

Registriert: 07. Feb 2006, 23:59
Beiträge: 412
die erste bestellung von 20 saab-105ö war eine gute entscheidung. daran hätte der auftrag für saab-draken weitergeführt werden sollen.
das dilemma der nachbeschaffung von weiteren 20 s-105 für unser öbh war jener grund, dass saab für den geplatzten auftrag von s-105 durch pakistan, einen abnehmer gesucht hatte. durch irgendwelche "irre" begründungen unserer verantworlichen politiker und beschaffungsstabes des öbh (vmtl aufgrund von schmiergeld) wurde die weitere tranche von s-105 bestellt. damit war die speerspitze durch überschall-abfangjäger für unsere luftstreitkräfte gestorben.

Des weiteren möchte ich zu dem unsinn des lv-rates v juli 1967 anmerken, dass auch die s-105 bei einführung anfang 1970 mit einer üblichen lebensdauer von 20-25 jahren ausgelegt war.


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