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BeitragVerfasst: 15. Feb 2010, 16:09 

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Streit im Bundesheer spitzt sich zu

Zitat:
Eurofighter als Ersatzteillager
Am Montag sickerten dann weitere Details über die Zustände beim Bundesheer durch. So sollen zehn der 15 Eurofighter nicht einsatzbereit sein, wie "Heute" berichtete. Grund seien laut einem anonymen Informanten fehlende Ersatzteile. Demnach würde das Heer bis zu drei Monate auf Teile warten. Damit die Piloten aber ihre notwendigen Flugstunden absolvieren können, bleibe ein Teil der neuen Flotte als Ersatzteillager auf dem Boden.



Ist eine übliche Einsatzbereitschaft nicht 2/3?


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BeitragVerfasst: 15. Feb 2010, 16:57 
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International üblich ist 1/3 Wartung, 1/3 Training, 1/3 Einsatzbereit


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BeitragVerfasst: 15. Feb 2010, 19:32 

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Zwei Drittel der Eurofighter flügellahm (Ein sehr gut recherchierter Artikel! Lesenswert!)

Zitat:
Aber auch Bauer gibt zu: Mit fünfzehn Flugzeugen ist es eng: „Das Bundesheer wollte nicht umsonst 24 Maschinen bestellen.“ Bekanntlich hat Bundeskanzler Wolfgang Schüssel im Jahr 2002 nach dem Donauhochwasser die Bestellung auf 18 Flugzeuge zusammengestrichen, Verteidigungsminister Darabos ging 2007 bei seinen Vergleichsverhandlungen mit dem Eurofighter-Hersteller auf fünfzehn Kampfflieger herunter.

Dass ein Teil der Flieger ständig gewartet wird, ist tatsächlich Normalität in allen Armeen der Welt. Doch bei zwei Drittel der Flugzeuge ist das eher ungewöhnlich. Der Grund dafür laut Insidern: Die Anlieferung von Ersatzteilen durch den Eurofighter-Hersteller erfolgt nur sehr zögerlich. Damit muss man Ersatzteile aus Fliegern ausbauen, um die anderen betriebsbereit halten zu können – eine Form der „Kannibalisierung“, die normalerweise am Ende des Lebenszyklus stattfindet, nicht am Beginn.


Zitat:
Da aber die Tranche-1-Flugzeuge in den anderen Armeen an Bedeutung verlieren, muss der Hersteller für Österreich eine eigene Logistikschiene aufbauen – und ist dabei nicht sonderlich engagiert, heißt es in Fliegerkreisen. Ersatzteile müssen von Tranche-2 auf Tranche-1 „requalifiziert“ werden. Und das könnte in Zukunft auch teuer werden, wenn diese Ersatzteile eigens nur noch für das österreichische Bundesheer produziert werden müssen. Für Georg Mader, Österreich-Korrespondent der internationalen Militärflugzeitschrift „Jane's Defence Weekly“, ist der von Darabos ausgehandelte Vergleich kontraproduktiv: „Da wurde viel mehr an Wert vernichtet als eingespart wurde.“ Ob das so stimmt, kann freilich niemand bestätigen, Darabos hält den Vertrag mit der Eurofighter GmbH unter Verschluss und hat ihn auch nicht dem Parlament zur Verfügung gestellt.



So paradox das auch klingt, aber selbst "heute" (Ja, das "Klopapier" aus der U-Bahnstation!) hat einen recht interessanten Artikel dazu publiziert (Wieder mit einem "Insider"?!):


    Zitat:
    Kommentar vom Chefredakteur Richard Schmitt

    Jetzt fliegt alles auf

    Natürlich können Sie sich noch erinnern: An die Wochen, ja Monate, in denen uns mancher Politiker und ein längst unter Korruptionsverdacht pensionierter „Airchief“ erklärt haben, dass für eine „vernünftige“ (?) Luftraumüberwachung zumindest 15 Eurofighter nötig wären.

    Ähnlich lief’s beim Kauf der „Leopard“-2-Kampfpanzer : Zumindest 114 Stück mussten her, damit die 14.600 Russen-Panzer im Marchfeld zu stoppen wären …

    Dass die Shopping-Politik des Heeres eher suboptimal war, ahnten wir ja schon. Jetzt fliegt aber dank eines Insiders noch dazu auf, wie absurd jeder Rüstungsdeal ist, wenn man sich dann nicht die Erhaltung des Geräts leisten kann/will: Jeder 2. der „so wichtigen“ Panzer verstaubt defekt. Und zehn Eurofighter sind nun bloß noch Ersatzteillager für fünf einsatzfähige. Ein Skandal.

    Und was macht Darabos? Als VIP-Gratulant tourt er durch Vancouver, anstatt in Wien von Pröll ein Notbudget fürs Heer zu erkämpfen, anstatt eine umfassende Armee-Reform zu beginnen, anstatt bessere Bedingungen für unsere jungen Grundwehrdiener zu schaffen. Das Mitleid mit dem früheren Zivildiener schwindet. Ein Zuckerkranker wird ja auch nicht Konditor (© Robert Lichal, Ex-Verteidigungsminister).



P.S.: Ich liste hier ein paar parlamentarische Anfragen zum Thema auf:

3308/J (XXIII. GP)
Reduktion der Flugstunden am System Eurofighter



3826/J (XXIII. GP)
fehlende Ersatzteile für das System Eurofighter



3830/J (XXIII. GP)
"Kannibalisierung" beim System Eurofighter



4010/J (XXIII. GP)
kolportierte Probleme in der Einführungsphase der Eurofighter sowie allfällige Verantwortlichkeiten dafür



4326/J (XXIII. GP)
Wartungsverträge mit der Eurofighter GmbH



328/J (XXIV. GP)
Ersatzteilmangel für Block 5 Eurofighter
(27.11.2008)



Zuletzt geändert von theoderich am 18. Feb 2010, 21:23, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 17. Feb 2010, 13:19 
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Generalstabschef Edmund Entacher in seiner Aussendung vom 17.02.2010:
Zitat:
Dichtung 4: "Die Eurofighter sind nicht einsatzbereit"
Das ist falsch. Es wäre militärisch und betriebswirtschaftlich nicht zweckmäßig, ständig alle 15 Eurofighter einsatzbereit zu halten. Für den Auftrag der Luftraumüberwachung, der perfekt erfüllt wird, sind eine Rotte - diese besteht aus zwei Flugzeugen - und ein Ersatzflugzeug ständig einsatzbereit und können jederzeit zur
Luftraumüberwachung aufsteigen. Wenn es erhöhten Bedarf gibt, wie das erst kürzlich etwa vom 27. bis 31 Jänner beim Weltwirtschaftsforum in Davos der Fall war, können auch ständig zwei Flugzeuge in der Luft sein. Während des Weltwirtschaftsforums waren bis zu 10 Eurofighter ständig einsatzbereit - das ist ein Spitzenwert angesichts der
Tatsache, dass es sich beim Eurofighter um ein technisch hochkomplexes System handelt.

Perfekt erfüllt? 24 Abfangjäger sind für die perfekte Erfüllung erforderlich.


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BeitragVerfasst: 19. Feb 2010, 19:46 

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Eurofighter’s Rough Ride in Austria (updated)



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BeitragVerfasst: 29. Apr 2010, 13:04 

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Beiträge: 20760
4749/J (XXIV. GP)
peinlicher Auftritt, sachliche Inkompetenz und Eurofighter-Komplizenschaft


Zitat:
3. Sind Ersatzteile aus Eurofightern entnommen worden, um sie in andere
Eurofighter einzubauen?
4. Wenn ja, wie oft und welche Ersatzteile?


    Zitat:
    Zu 3 und 4:
    Ja; dabei handelt es sich um ein im Österreichischen Bundesheer seit mehreren Jahrzehnten implementiertes Verfahren.

Zitat:
5. Wie viele Eurofighter waren beim bisher niedrigsten Klarstand seit Einführung aller 15 Eurofighter einsatzfähig und startklar?


    Zitat:
    Zu 5:
    Vorab möchte ich festhalten, dass wir in der Einführungsphase des Eurofighters das Plansoll an Klarstand übererfüllen. Im täglichen Betrieb werden – wie übrigens auch bei anderen Luftstreitkräften üblich – nur die an diesem Tag benötigten Eurofighter einsatzfähig bzw. startklar gemacht, das ist militärisch und ökonomisch sinnvoll. Für besondere Aufgabenstellungen ist darüber hinaus über mehrere Wochen pro Jahr ein Klarstand von zumindest zehn Eurofighter geplant.

Zitat:
6. Was ist im Zusammenhang mit dem Eurofighter eine „Raute“?

7. Was werden Sie unternehmen, wenn aus Deutschland ein Rechteck oder aus
Italien ein Parallelogramm einfliegt?


Zitat:
15. Können Sie ausschließen, dass auch Ihre Partei in diesem Zusammenhang Geld
erhalten hat?


    Zitat:
    Zu 6, 7 und 15:
    Die Beantwortung dieser Fragen fällt nicht in den Vollziehungsbereich des Bundesministeriums für Landesverteidigung und Sport.

Zitat:
9. Die gebrauchten Eurofighter der Tranche 1, die das BMLV pro Stück um 114 Mio
Euro anstatt der 109 Mio Euro für die neuen Flugzeuge der Tranche 2 beschafft hat,
sind mit 155 bis 322 Flugstunden von der deutschen Bundeswehr geliefert worden.
Wie viele gebrauchte Eurofighter der Tranche 1 mit „nicht einmal 50 Stunden in der
Luft“ sind dem BMLV geliefert worden?

10. Falls die Antwort „Keine“ lautet: Warum haben Sie auch in diesem Punkt die
Öffentlichkeit falsch informiert?


    Zitat:
    Zu 9 und 10:
    Im Kaufvertrag ist eine Strukturlebensdauer je Eurofighter von zumindest 6.000 Flugstunden enthalten. Im Hinblick auf den realen Flugstundenverbrauch der gebrauchten Eurofighter ergeben sich daraus nahezu neuwertige Luftfahrzeuge. Zur Abgeltung dieses Flugstundenverbrauches hat die Eurofighter-GmbH ein logistisches „Leistungspaket“ angeboten, dessen Lieferung zur Zeit im Gange ist.



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BeitragVerfasst: 29. Apr 2010, 15:27 

Registriert: 26. Mai 2009, 08:50
Beiträge: 334
Zitat:
Zur Abgeltung dieses Flugstundenverbrauches hat die Eurofighter-GmbH ein logistisches „Leistungspaket“ angeboten, dessen Lieferung zur Zeit im Gange ist.


Das ist sehr interessant.
Lieber Herr pilz bitte gleich deswegen nachfragen.


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BeitragVerfasst: 11. Dez 2010, 13:14 

Registriert: 09. Sep 2008, 22:29
Beiträge: 20760
Alte Saab retten die Eurofighter

Zitat:
Keine Lieferung
Ein Insider berichtet: "Es gibt oft Videokonferenzen zwischen Heeresvertretern in Zeltweg und EADS-Mitarbeitern in Manching bei München. Dabei betonen die Zeltweger, wie dringend sie Teile brauchen. Die EADS-Leute hören geduldig zu und nicken, geliefert wird dann aber oft nicht."

Dem Vernehmen nach gab es in der Fliegerwerft 2 in Zeltweg schon "Kannibalisierungen" unter den vorhandenen Eurofightern. Sprich: Wenn ein Ersatzteil fehlt, wird er aus einem anderen Jet ausgebaut, bis irgendwann das echte Ersatzteil kommt. Eine Praxis, die an den guten alten Draken erinnert.

Als weiteren Grund vermuten Beobachter, dass von höchster Stelle gar kein Interesse besteht, die Eurofighter allzu oft aufsteigen zu lassen. Die hohen Kosten sind ein Grund dafür. Weiters spielt mit, dass das Heer Flugstunden "zusammensparen" muss, um bei Einsätzen wie Staatsbesuchen oder Großereignissen genügend Eurofighter parat zu haben.


Zitat:
"Retten uns hinüber"
Von diesen Flugzeugen, die seit 1970 im Einsatz sind, stehen noch 22 zur Verfügung. Sechs weitere werden ausgeschlachtet, um an Ersatzteile zu kommen. Wie lange diese Uralt-Jets noch funktionieren? "Keine Ahnung, wir retten uns drüber, solange es geht", sagt ein Insider. Wobei betont wird, dass die Saab trotz ihres Alters sichere Flugzeuge sind.

In einer Stellungnahme des Verteidigungsministeriums gegenüber der Kleinen Zeitung werden Ersatzteilprobleme nicht bestätigt, man habe die Vorgaben großteils erfüllt (siehe rechts).



Die "Kleine Zeitung" hat dazu einen riesigen zweiseitigen Artikel geschrieben, der zu 65 % aus einem Fotos des "Eurofighter" besteht. Dazu einen unglaublich dummen Kommentar:

Zitat:
Denkzettel

Teure Vögel

Wie lief das noch einmal mit den Eurofightern? Ach ja. 24 Stück will Schwarz-Blau im Kuli 2002 bestellen. Einen Monat später kommt das Hochwasser. Ein Bundeskanzler namens Wolfgang Schüssel bestellt deshalb sechs Flieger ab. So nach dem Motto: Man kann doch den geplagten Österreichern nicht zu viele teure Vögel zumuten.
Später kommt ein anderer Bundeskanzler namens Alfred Gusenbauer. Man könne den geplagten Österreichern auch 18 teure Vögel nicht zumuten, denkt er, und will sie ganz abbestellen. Weil das aber nur im Wahlkampf geht und nicht in der Realität, schreitet ein Minister namens Norbert Darabos zur Tat. Er storniert drei Jets. Schließlich will er den geplagten Österreichern nciht allzu viele teure Vögel zumuten.
Wir halten jetzt bei 15 Eurofightern. Für einen ordentlichen Betrieb der teuersten Beschaffung aller Zeiten gibt es keinerlei politischen Rückenwind. Die Eurofighter sind so flügellahm, dass sogar die 40 Jahre alten Saab 105 einspringen müssen.
Der Fall Eurofighter zeigt: Den geplagten Österreichern sind zu viele teure Polit-Vögel nicht zuzumuten.
Josef Fröhlich


Hat vielleicht irgendjemand auch einmal daran gedacht, dass die Abfangjäger auch deshalb "teuer" sind, weil das Verteidigungsbudget nur noch 2 Mrd. Euro beträgt? Dass man das als "teuerste Beschaffung aller Zeiten" brandmarkt zeugt wieder mal von absoluter Ignoranz und "Sensationslüsternheit": Pro Jahr steckt Österreich fast 19 - mal so viel in eine defizitäre Bundesbahn (5 Mrd. Euro Bundeszuschuss), wie in die Eurofighter (217 Mio. Euro pro Jahr + derzeit 50 Mio. Betriebskosten).

P.S.: Betriebskosten laut RH-Bericht

2008 - 2010

    > 50 Mio. Euro

2011 - 2012

    > 70 Mio. Euro

2013 - ....

    > 100 Mio. Euro
______________________________________

2014

    Letzte Ratenzahlungen

P.P.S.: Lest euch einmal die Kommentare unter dem Artikel durch - unglaublich wie leicht Menschen durch Parteien und Journalisten beeinflusst werden können. Wenn man sich betrachtet, welchen Unsinn solche Personen tausenden Österreichern indoktrinieren können, kommt man zu dem Schluss: Mit einer auflagenstarken Tageszeitung und dem nötigen Parteiapparat im Hintergrund, wäre es bei uns wahrscheinlich sogar möglich die Demokratie abzuschaffen.


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BeitragVerfasst: 28. Dez 2010, 20:52 

Registriert: 18. Dez 2010, 18:56
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Zitat:
49 Mal stiegen Eurofighter auf, um Luftfahrzeuge zu identifizieren und erbrachten somit mehr als 1.250 Flugstunden - damit wurde die Zielvorgabe für 2010 erreicht.
http://www.bmlv.gv.at/journalist/pa_body.php?id=2404&timeline=

Wenn die Zielvorgabe erreicht wurde, dürften die Eurofighter doch nicht ganz so flügellahm sein wie manche Medien es gerne hätten?!


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BeitragVerfasst: 28. Dez 2010, 21:45 

Registriert: 09. Sep 2008, 22:29
Beiträge: 20760
Geplant war es ursprünglich so:

2002

    18 Flugzeuge

    Flugstundenproduktion: 1800 h / Jahr

2008

    15 Flugzeuge

    Flugstundenproduktion ab 2015: 1800 h / Jahr

Quelle: RH-Bericht zum Vergleich zwischen der Republik Österreich und der Eurofighter GmbH

Für die nächsten Jahrzehnte muss man sich wahrscheinlich auf unter 1000 bzw. unter 500 Flugstunden pro Jahr einstellen. Was die Medien angeht, gebe ich Dir Recht. Da werden Mäuse zu Elefanten gemacht.

P.S.: Recht interessant ist auch, welche Betriebskosten von den "Draken" verursacht wurden:

Stenographisches Protokoll

    5. Sitzung des Nationalrates der Republik Österreich
    XXII. Gesetzgebungsperiode

      Mittwoch, 26. Feber 2003


Zitat:
Zur Frage 12: Wie hoch sind die Betriebskosten für die Draken?

Das kann ich Ihnen gerne, obwohl nicht zuständig, beantworten: Für 1 400 Flugstunden pro Jahr ergab sich zuletzt ein durchschnittlicher Aufwand von 12 Millionen € inklusive Mehrwert­steuer.



Zu den Betriebskosten gab es auch zwei sehr interessante Aussagen von GenLt Mag. Wolfgang Spinka im Eurofighter-Untersuchungsausschuss :

Zitat:
Das Problem mit den Unterhalts- beziehungsweise Life Cycle Costs ist das, dass sie sich für die Ermittlung des Bestbieters nicht eignen, weil das für jede Manipulation Tür und Tor öffnet. Die Life Cycle Costs und die Betriebskosten sind von derart vielen Parametern abhängig, die einen Vergleich ausschließen, und zwar deswegen, weil es in erster Linie ja vom Nutzerprofil abhängt, das tatsächlich dann zur Anwendung kommt.

Es hängt ab von der Materialerhaltungsorganisation. All diese Dinge sind erst festlegbar, wenn ich eine Typenentscheidung getroffen habe, denn jede Flugzeugtype hat eine doch abweichende Materialerhaltungskonzeption als Grundlage und gerade bei der Materialerhaltung ist die Bandbreite eine äußerst große. Was überlässt man der Industrie, der Herstellerfirma, was macht man in Österreich selbst, was macht man auf Heeresebene, was macht man auf Truppenebene. Davon sind Life Cycle Costs zweifellos abhängig.

Es ist auch von der Nutzung abhängig. Ich meine, in der NATO werden Flugzeuge anders genutzt als bei uns. Es ist abhängig davon, zu welchen Tageszeiten, in welchem Rhythmus über das Jahr Flugzeuge genutzt werden. All das hat also Einfluss auf die Betriebskosten und auf die Life Cycle Costs.

Es hängt auch davon ab, welche Modifikationen man im Laufe der Nutzung eines Flugzeuges oder jedes Rüstungssystems tatsächlich durchführt. Jede dieser Modifikationen an Rüstungssystemen sind Einzelentscheidungen, die getroffen werden oder nicht getroffen werden. Wie soll das irgendwer vorhersehen, wie sich das auswirken kann?

Jetzt ist es tatsächlich so, dass wir ja schon seit vielen Jahren versuchen, bei den Life Cycle Costs auch Möglichkeiten zu finden, sie in die Bewertung einfließen zu lassen, weil es keine Frage ist, dass das über den Nutzungszeitraum ein erheblicher Teil der gesamtfinanziellen Folgen eines Vorhabens ist. Es ist ganz klar, wenn man ein Fahrzeug, egal, ob es ein Luftfahrzeug oder ein anderes ist, beschafft, dass man je nach Nutzungsdauer in die Nähe des Anschaffungspreises bei den Life Cycle Costs kommt.

Das Problem ist, dass wir, wann immer wir das versucht haben, in Schwierigkeiten gekommen sind, eben weil die Firmen dann bei den Life Cycle Costs nach unten zu lizitieren beginnen. Das letzte Beispiel dafür war die Hubschrauberbeschaffung, wo der unterlegene Bieter dann nachzuweisen versucht hat, dass er insgesamt das günstigere System hat, weil er geringere Life Cycle Costs hat. Das Ergebnis war ja nur, dass der Gewinner gesagt hat: Nein, es hat sich bei seiner Berechnung der Life Cycle Costs was geändert, bei ihm ist es auch anders. Im Endeffekt hätten die Flieger dann in der Nutzung überhaupt nichts mehr gekostet.

Der Zweck ist ein anderer, warum wir darauf bestehen, dass in der Angebotslegung Angaben über verschiedene Schlüsselparameter der Life Cycle Costs gemacht werden. Das hat den Zweck, dass wir eine Abschätzung, eine grobe Abschätzung machen können, um natürlich auch das, was die Forderung des Finanzministers ist, nämlich die finanziellen Folgen eines Vorhabens, darstellen zu können. Das heißt, wir brauchen Budgetzahlen, mit denen wir das Einvernehmen mit dem Finanzminister dann im Endeffekt herstellen können.

Aber – ich sage es noch einmal – für die Bestbieterermittlung eignen sich, wie immer man die Fragestellung an die Firmen richtet, die Zahlen, die man von dort bekommt, zweifellos nicht.


Zitat:
Aber ich kann das noch einmal sagen: Die Folgekosten sind immer nur eine Frage der Erfüllung der haushaltsrechtlichen Verpflichtungen und der Budgetplanung und haben mit der Bestbieterermittlung nichts zu tun.

Ich sage noch, wir versuchen seit vielen Jahren, irgendwie auch die Betriebskosten, die Life Cycle Costs in die Bewertung mit einfließen zu lassen. Nur, international gibt es nach wie vor kein Verfahren, das das ermöglicht. Es gibt einfach zu viel
Manipulationsspielraum, und Tatsache ist, dass ich ja nur in die Bewertung hineinnehmen kann, was ich tatsächlich messen und bewerten kann, und zwar dass ich nachher beweisen kann, nämlich schon bei der Auftragsvergabe, dass falsche
Angaben gemacht worden sind. Und das kann ich bitte bei Betriebskosten und Life Cycle Costs nicht, die kann ich nicht überprüfen. Daher sind sie unbrauchbar.




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BeitragVerfasst: 29. Dez 2010, 08:44 

Registriert: 26. Mär 2008, 08:28
Beiträge: 939
Wohnort: Graz
Zitat:
49 Mal stiegen Eurofighter auf, um Luftfahrzeuge zu identifizieren und erbrachten somit mehr als 1.250 Flugstunden - damit wurde die Zielvorgabe für 2010 erreicht.


Da würde mich interessieren wie oft die 105er aufgestiegen sind.


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BeitragVerfasst: 20. Jan 2011, 21:31 

Registriert: 09. Sep 2008, 22:29
Beiträge: 20760
Teurer: Eurofighter kosteten bisher 1,5 Mrd. Euro

Zitat:
Wie eine parlamentarische Anfragebeantwortung durch Verteidigungsminister Norbert Darabos ergibt, wurden bisher insgesamt 1490 Millionen Euro für die Flugzeuge ausgegeben.

Zwei große Brocken fallen dabei ins Auge: die Betriebskosten und die Investitionen in die Bau-Infrastruktur. Für die Infrastruktur am Standort Zeltweg wurden bisher mehr als 160 Millionen Euro ausgegeben. Das Bauprogramm ist damit im Großen und Ganzen abgeschlossen, heißt es dazu aus dem Verteidigungsministerium. Diese Investitionen waren aufgrund von Baukostenüberschreitungen ja nicht ganz unumstritten. So sagt der grüne Abgeordnete Peter Pilz, er warte heute noch auf den Bericht, den Minister Darabos vor eineinhalb Jahren zu dem Thema versprochen habe.


Zitat:
Gesunken sind in den vergangenen beiden Jahren die Betriebskosten, also Ausgaben für Treibstoff, Piloten oder Ersatzteile: Wurden 2008 dafür noch 54,8 Millionen Euro aufgewendet, so waren es im Vorjahr nur noch 28 Millionen.

Kein Wunder, meint der Militärflugexperte Georg Mader: „Es gibt jetzt nur noch einen Notbetrieb.“ Durch die Begrenzung der Jahresflottenstunden sei der Einsatz der Eurofighter heruntergefahren worden. So sei die Aufgabe der Luftraumüberwachung teilweise wieder von den uralten Saab-105-Flugzeugen übernommen worden. Für Mader eine unverständliche Vorgangsweise: Um die Eurofighter sinnvoll einzusetzen, müsse es viel mehr Übungen geben. „Die gehören ins Ausland, wo mit anderen Ländern gemeinsam der Luftkampf geübt wird. Das machen sogar die neutralen Schweizer.“



Ausgaben für das System Eurofighter (6966/J)

Zitat:
1. Wie hoch waren die Gesamtausgaben für das System Eurofighter inklusive aller im Zusammenhang mit dem Eurofighter stehenden Ausgaben wie zum Beispiel Kaufpreis/Ratenzahlung, Betriebskosten, Baukosten, Implementierungskosten, etc. seit dem Jahr 2003?

2. Wie hoch waren die Gesamtausgaben für das System Eurofighter im Jahr 2009, inklusive aller im Zusammenhang mit dem Eurofighter stehenden Ausgaben wie zum Beispiel Ratenzahlung, Betriebskosten, Baukosten, Implementierungskosten,
etc.?

3. Wie hoch sind die Gesamtausgaben für das System Eurofighter im Jahr 2010, inklusive aller im Zusammenhang mit dem Eurofighter stehenden Ausgaben wie zum Beispiel Ratenzahlung, Betriebskosten, Baukosten, Implementierungskosten, etc.?


      Zitat:
      Zu 1 bis 3:

      Die Ausgaben aus den Verträgen V1 und V2 betrugen im Jahr 2007 rund 435 Mio € und ab 2008 jährlich € rund 218 Mio €.

      Der Systemspezifische Aufwand betrug im Jahr 2005 rund 3,6 Mio €, im Jahr 2006 rund 1,8 Mio €, im Jahr 2007 rund 9 Mio €, im Jahr 2008 rund 13 Mio €, im Jahr 2009 rund 1,8 Mio €, im Jahr 2010 rund 4,8 Mio €.

      Der Betriebsaufwand betrug im Jahr 2007 rund 31 Mio €, im Jahr 2008 rund 54,8 Mio €, im Jahr 2009 rund 34,9 Mio €, im Jahr 2010 rund 28 Mio €.

      Die Ausgaben für die Pilotenausbildung betrugen im Jahr 2006 rund 6,7 Mio €, im Jahr 2007 rund 1 Mio €, im Jahr 2008 rund 12 Mio €, im Jahr 2009 rund 3,8 Mio €, im Jahr 2010 rund 5 Mio €.

      Die Ausgaben für die Bauinfrastruktur betrugen im Jahr 2005 rund 2,7 Mio €, im Jahr 2006 rund 20 Mio €, im Jahr 2007 rund 44,6 Mio €, im Jahr 2008 rund 63,6 Mio €, im Jahr 2009 rund 8, 6 Mio €, im Jahr 2010 rund 22 Mio €.

      Die Ausgaben für Sonstiges, wie Bodendienstgerät, Werkstattausrüstung, Transportfahrzeuge und Munition, betrugen im Jahr 2005 rund 1 Mio €, im Jahr 2006 rund 6,8 Mio €, im Jahr 2007 rund 3,7 Mio €, im Jahr 2008 rund 5,1 Mio €, im Jahr 2009 rund 4,2 Mio €, im Jahr 2010 rund 8,2 Mio €.



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BeitragVerfasst: 21. Jan 2011, 09:58 
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Registriert: 23. Mär 2005, 14:53
Beiträge: 1290
Ausgaben aus den Verträgen V1 und V2 - Ratenzahlungen gibt es nur bis zur Abzahlung > dann 0 Euro.
Betriebsaufwand - fiel vor den Eurofightern an und fällt auch bei jedem anderen Muster an - kann man nicht dem Typhoon zur Gänze anlasten. Seriöse Vergleichszahlen fehlen, obwohl davon ausgegangen werden kann, dass bei F-16 und Gripen niedrigere Betriebskosten angefallen wären. Geplant waren bis zu 50 Mio Betriebskosten!
Pilotenausbildung - kann man nicht dem Typhoon anlasten. Alle in Frage kommenden Flugzeuge brauchen Piloten.
Bauinfrastruktur - Einsatzboxen, neuer Tower, Simulatorgebäude, usw. hätte jedes Flugzeug gebraucht, da Zeltweg nicht mehr modernen Standards entsprochen hatte.
Sonstiges, wie Bodendienstgerät, Werkstattausrüstung, Transportfahrzeuge und Munition - hätte jedes Flugzeug benötigt. Nachdem es den Posten "systemspezifischer Aufwand" gibt, wird wohl ein großer Teil dieser Kosten typenunabhängig sein.

-> Wenn nur nach den Ausgaben für das System Eurofighter gefragt wird, kann man viele dieser Kosten nicht einrechnen.


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BeitragVerfasst: 21. Jan 2011, 19:34 

Registriert: 18. Dez 2010, 18:56
Beiträge: 498
Zitat:
Gesunken sind in den vergangenen beiden Jahren die Betriebskosten, also Ausgaben für Treibstoff, Piloten oder Ersatzteile: Wurden 2008 dafür noch 54,8 Millionen Euro aufgewendet, so waren es im Vorjahr nur noch 28 Millionen.


Interessant, dabei wurden im Vorjahr ca. 1250 Flugstunden absolviert.
Und damit mehr als in den Jahren zuvor!


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BeitragVerfasst: 25. Jan 2011, 17:15 

Registriert: 18. Dez 2010, 18:56
Beiträge: 498
Die Eurofighter- Flotten haben heute die 100 000. Flugstunde erreicht!
http://www.eurofighter.com/media/news0/ ... phoon.html

Es gibt auch ein Video dazu:
http://www.eurofighter.com/media/video- ... lelist_pi1


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