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BeitragVerfasst: 28. Mai 2011, 14:08 

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Neuester Stand: 12-16 Stück der ZZR UND die 6 TER werden aufgerüstet (u.a. werden LCD-Displays statt der bisher verwendeten Röhrenbildschirme integriert).

P.S.: Die Beschreibung des TER bei der heutigen Veranstaltung:

Zitat:
Tieffliegererfassungsradar RAC3D

Zweck:

    Lücken der Radarbedeckung im System GOLDHAUBE zu schließen
    Schneller vorläufiger Ersatz von ausgefallenen ortsfesten Radaranlagen durch die hohe Mobilität des Gerätes
    Einsatz als An- und Abflugradar bei Feldflugplätzen
    Daten der erfassten Flugziele in die Einsatzzentralen übertragen


Zitat:
Das TER ist in 2 Verbünden zu je 3 Geräten organisiert.


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BeitragVerfasst: 07. Okt 2011, 15:29 

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Ein erstes Foto des AZR nach dem Upgrade:

Bild

Zum Vergleich - der alte Radararbeitsplatz:

Bild


Zuletzt geändert von theoderich am 31. Okt 2014, 23:12, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 29. Mär 2012, 20:22 

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Fokus: "Schutz in drei Dimensionen"

Zitat:
Die Bemühungen, den Datenverbund auch der Fliegerabwehr im Luftraumüberwachungssystem "Goldhaube" zu realisieren, haben bereits bei den Großübungen "EURAD 10" und "AMADEUS 11" zu motivierenden Zwischenerfolgen geführt. Die Einbindung des Fliegerabwehrbataillons 3 mit allen eingesetzten Aufklärungs- und Zielzuweisungsradargeräten (AZR) und Feuereinheiten (35-mm-Fliegerabwehrzüge "Skyguard" und "Mistral" Fliegerabwehrlenkwaffentrupps) und die zentrale Feuerleitung durch das Air Operation Center (AOC) über eine provisorische Taktische Einsatzzentrale (TEZ) haben bereits am zweiten Übungstag gut funktioniert. Damit ist das AOC in der Lage, die Luftlagedaten der eingesetzten Fliegerabwehrkräfte einzubinden und im entscheidenden Raum um das Schutzobjekt zu verdichten. Besonders wichtig ist dieser Datenverbund zur Umsetzung eines effektiven Air Space Managements, also zur Steuerung aller in der dritten Dimension eingesetzten Wirkmittel, vom Eurofighter bis zur Fliegerabwehrkanone. Die Einbindung hört aber nicht bei den elektronischen Sensoren, sprich den Radargeräten der Fliegerabwehr, auf. Es werden auch so genannte Flugmelder verwendet, die mit ihrem Sensor "Auge" besonders im schwierigen Gelände zur Verdichtung des Luftlagebildes beitragen. Aufgrund der österreichischen Topografie stoßen elektronische Sensoren vielerorts an ihre Grenzen. Um eine unbemerkte Annäherung in radarsichttoten Räumen zu verhindern ist der Einsatz von Flugmeldern nach wie vor unverzichtbar. Fliegeralarm, Flugansagen aber auch Alarmmeldungen über Feindaktivitäten am Boden, können von allen im Raum eingesetzten Kräften über die festgelegte Flugmeldefrequenz empfangen werden. Dies gilt genauso für die im Einsatzraum befindlichen Landstreitkräfte. Über die TEZ gelangen diese Flugmeldungen auch in das AOC. Die Entwicklung der TEZ, die demnächst als Prototyp den nächsten Meilenstein erreicht, ist ein wesentlicher Faktor zur Führung und Einbindung von Fliegerabwehrkräften - nicht nur in den nationalen, sondern auch in einen internationalen Datenverbund. Dies könnte in zukünftigen Szenarien, gemäß dem ernsthaften Bestreben unserer Politik nach internationaler Solidarität und Zusammenarbeit, eine gefragte Fähigkeit sein.


Fliegerabwehrbataillon 3

Zitat:
Die erforderlichen Daten werden von der Luftraumüberwachungszentrale (LRÜZ) über eine Taktische Einsatzzentrale (TEZ) an das Aufklärungs- und Zielzuweisungsradar (AZR) "Flamingo" und weiter zu den Zieldatenempfängern der 35-mm-Feuereinheiten und der leichten Fliegerabwehrlenkwaffe "Mistral" übertragen. Die maximale Dauer der Datenübertragung beträgt zwei Sekunden.


Ein paar Mängel bei der österreichischen Fliegerabwehrtruppe werden auch in einem Artikel aufgezeigt:

Das Fliegerabwehrbataillon 3 im Objektschutz

Zitat:
Seit der Umstellung der Fliegerabwehrbataillone von KFF-19 auf KFF-31 bzw. KFF-32 funktioniert die Datenverbindung besser als in den Jahren zuvor. Eine Ausrüstung mit Datenfunkgeräten wäre von Seiten des Bataillons jedoch wünschenswert. Im Bereich des Sprechfunks erfolgte die Umstellung auf das System "Racal". Die Übermittlung von Funksprüchen ist aufgrund der notwendigen Tarnung/Enttarnung von Funksprüchen sehr zeitaufwendig und entspricht nicht den heutigen Standards. Die Ausrüstung der Fliegerabwehrbataillone mit dem Truppenfunksystem "Conrad" wäre ein erforderlicher Modernisierungsschritt. Die Fliegerabwehrbatterien errichteten ihre Gefechtsstände nach taktischen Vorgaben. Die sich daraus ergebenden großen Entfernungen (eine Eigenheit der Fliegerabwehr) erfordern, wegen fehlender eigener Mittel, eine fernsprechmäßige Einbindung der Batterien über angemietete Leitungen der Telekom AG.


Das "RACAL"-Funksystem stammt übrigens aus dem Jahr 1982/85/86, ist also technisch gesehen längst überholt. Quasi "Modernisierung auf österreichisch": Alles was "ein bisschen weniger veraltet" ist als der Vorgänger, gilt als "modern". Geräte des Systems "CONRAD" wurden in nicht annähernd ausreichender Stückzahl angeschafft.

Zitat:
Andere Armeen arbeiten schon lange mit solchen Verfahren, während das ÖBH in der Netzplanung technisch noch immer durch veraltete Systeme, wie das 1977 eingeführte AN/PRC-77-0, behindert wird. Das hochgelobte Funksystem RACAL verfolgte bei Einführung 1982 ausschließlich das Ziel, die mechanisierte Truppe zu verbinden. Die Vernetzung der Infanterie war damals auf Grund der Aufgabenstellung kein Thema. Einzig das TFF-41-0 würde teilweise die Anforderungen einer modernen Armee erfüllen, allerdings ist diese Gerätegruppe nicht im Rahmen eines Gesamtkonzeptes angekauft worden, sondern lediglich als Einzelkomponente zur Erfüllung der Aufträge im Assistenzeinsatz zur Grenzraumüberwachung.


Zitat:
Hier anzumerken bleibt nur noch, dass das Jägerbataillon 18 mit Priorität (2/3) beteilt werden wird (Auslieferung beginnt 2009) und dass nicht genug Gerät für eine Vollausstattung des gesamten ÖBH angekauft wird…


Darüber hinaus hat die österreichische Fliegerabwehr vor zwei Jahren erstmals mit Zieldrohnen geübt:

Luftzielschießen in Deutschland

Zitat:
Am Vormittag des 30. September 2010 absolvierten die österreichischen Teile weitere 14 Übungen mit ausgezeichnetem Treffergebnis. Danach startete das erste Schießen auf die Drohne "Banshee" (Geschwindigkeit ca. 120 m/s) der Firma PMM/MEGGITT (Projekt Management & Marketing/MEGGIT). Diese Übung war ein Novum für die österreichische Fliegerabwehr, wurde aber zur vollsten Zufriedenheit ausgeführt. Schwierig dabei war die Verfolgung und die Bekämpfung des Zieles aufgrund der Charakteristik der Drohne, da diese einerseits einen sehr kleinen Radarquerschnitt und eine geringe Größe aufweist, andererseits aber mit einer hohen Geschwindigkeit fliegt. Alle, den Österreichern zugeteilten Zielflüge wurden mit drei bis vier Feuerstößen durch beide ZFlAK 85, teils in Radarsteuerung, teils in TV-Verfolgung oder manuell mit dem Steuerknüppel (siehe Kasten) verfolgt und in Entfernungen von 2 800 bis 2 300 Metern erfolgreich bekämpft.


Zitat:
Für die Zukunft sollte seitens des Bundesheeres bedacht werden, dass die Bundeswehr den Schießplatz für weitere Verlegungen zur Verfügung stellt. Es kann darauf mit allen Waffensystemen, auch mit der Lenkwaffe "Mistral", geschossen werden. Somit könnten die vorgeschriebenen Ausbildungen der Kadersoldaten im Rahmen von Lehrgängen und Schießverpflichtungen erfüllt werden. Erwähnenswert ist, dass die Zusammenarbeit mit der Bundeswehr in allen Bereichen gut funktioniert hat. Hier ist vor allem auch die gemeinsame Sprache ein Vorteil.



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BeitragVerfasst: 22. Apr 2012, 17:06 

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der beitrag über das fliegerabwehrbataillon 3 war technisch zwar sehr aufschlußreich, aber das wesentliche, über welche stückzahlen von oerlikongeschützen bzw.abschussgeräte für mistral in diesem baon zur verfügung stehen geht nicht hervor. dieses manko betreffend gliederung mit genauen stückzahlen der jeweiligen waffensysteme, - ob fla, panzertruppe oder sonstige teilstreitkräfte,- findet sich bei keinem solcher speziellen und sehr interessanten beiträge weder im truppendienst noch beim soldat! vielleicht aus geheimhaltungsgründen des überaus hoch gerüsteten österreich gegenüber dem leser bzw der heimischen bevölkerung??

vielleicht kann mir jemand auskunft geben, welche stückzahl an 3,5cm zflak, skyguard und mistral-werfer pro baon in salzburg u zeltweg in der neuen gliederung zur verfügung stehen. -
weiters möchte ich wissen, ob die fla-schule in langenlebarn auch noch über eine taktische komponente mit derselben anzahl an zflak und mistral wie die beiden übrigen flabaone in der künftigen gliederung verfügen wird.


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BeitragVerfasst: 22. Apr 2012, 18:19 

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em hat geschrieben:
dieses manko betreffend gliederung mit genauen stückzahlen der jeweiligen waffensysteme, - ob fla, panzertruppe oder sonstige teilstreitkräfte,- findet sich bei keinem solcher speziellen und sehr interessanten beiträge weder im truppendienst noch beim soldat! vielleicht aus geheimhaltungsgründen des überaus hoch gerüsteten österreich gegenüber dem leser bzw der heimischen bevölkerung??


Die Orgpläne sind grundsätzlich Verschlusssache. Nur bezüglich der Stückzahl von Kampfpanzern im PzB 14 gab es im "Truppendienst" vor zwei Jahren genaue Angaben.

Panzerbataillon 14 (TRUPPENDIENST, Folge 315, Ausgabe 3/2010)

Zitat:
Die Anzahl der zur Verfügung stehenden Kampfpanzer hat sich durch die Auflösung eines Panzerbataillons sogar erhöht, und es kam zu einer organisatorischen Anpassung. 20 Kampfpanzer mussten zusätzlich in die materielle Ausstattung eingegliedert werden. Die Stabskompanie bekam einen Aufklärungszug (vier "Leopard" 2A4) als Aufklärungselement des Bataillons dazu.


Zitat:
Jede der drei Panzerkompanien ist mit 14 KPz (vier je Zug und je einer für den Kompaniekommandanten und dessen Stellvertreter) ausgestattet. Somit verfügt das Panzerbataillon 14 mit den KPz des Bataillonskommandanten und seines Stellvertreters in der Einsatzgliederung über 48 "Leopard" 2A4.



Außerdem habe ich hier den Strukturplan für die Aufklärungs- und Artilleriebataillone wiedergegeben:


Zur Fliegerabwehr hat es noch nie eine solche öffentliche Beschreibung gegeben. Ausgenommen die von mir im Mai 2011 zitierten Angaben (s.o.):

Zitat:
Das TER ist in 2 Verbünden zu je 3 Geräten organisiert.


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BeitragVerfasst: 22. Apr 2012, 18:36 
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Soweit ich gelernt habe gibt es derzeit nur mehr zwei Fliegerabwehr-Bataillone. Wobei eines davon auch schon wieder gefährdet ist.

Jedes Bataillon hat 2 AZR, 6 Skyguard, 12 ZFLAK 35 mm und 24 lFAL Mistral und gliedert sich wie folgt:
1x Stabsbatterie mit 2 AZR und sechs Flugmeldetrupps
2x FLA Batterie mit 6x ZFLAK 35mm mit 3x Skyguard sowie 12 lFAL Mistral

Das Radarbataillon betreibt weitere 6 AZR.


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BeitragVerfasst: 23. Apr 2012, 14:51 

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danke doppeladler - zumindest bin ich nun bzgl ausrüstung pro fla-bataillon informiert.


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BeitragVerfasst: 27. Dez 2013, 23:44 

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Laut dem aktuellen Truppendienst Spezial. Die Streitkräfte Europas II. 3/2013, verfügt das Bundesheer nur noch über

    24 "Mistral"

    24 35 mm GDF-003 (ZFlAK)
_________________________________

Ich habe noch eine Info zur Lebenszeitverlängerung gefunden:

    Republik Österreich. Bundesrechnungsabschluss für das Jahr 2008. Band 1

    Zitat:
    Mehrausgaben für Messgerät gemäß EF-V2-Vertrag (7,07 Mill. EUR) - die betreffenden Ausgaben wurden bei der VA-Post „Luftfahrzeug; Invest“ budgetiert, die kontenplanmäßige Zuordnung der Verrechnung erfolgte jedoch bei der ggstl. VA-Post. Korrespondierend ergab sich eine Minderausgabe bei der VA-Post „Luftfahrzeug; Invest“. Weitere Mehrausgaben für Dateneinbindung Feuerleitgerät 79, Anzahlung INDOOR-Schießanlagen, Ersatz veralteter Feuerleitrechner, Beschaffungen für Auslandeinsätze und Erhaltung und Anpassung von Schießanlagen (7,93 Mill. EUR).

      + 15,00 Mill. EUR


    Zitat:
    Die Überschreitung ergibt sich dadurch, dass die Lebenszeitverlängerung der Fliegerabwehrlenkwaffe MISTRAL als Waffe verbucht wurde und nach Abschluss der internen Planung eine höhere Stückzahl zu erhalten war.

      + 3,37 Mill. EUR


    Zitat:
    Die Mehrausgaben begründen sich damit, dass die unter GZ 90043/1/1-KA/06 bestellte Modifikation der Zielzuweisungsradargeräte versehentlich unter VA-Post 4680-105 (Fernmeldegerät; Invest. Aufw.) budgetiert war, jedoch richtigerweise unter der gegenständlichen VA-Post abgerechnet wurde. Die Folgebudgetierung wurde bereits richtiggestellt.

      + 2,83 Mill. EUR



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BeitragVerfasst: 28. Dez 2013, 01:15 

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Die geringe zahl von FLAK & lenkwaffen koenne wirklich in einem Btl zusammengezogen werden,
oder besser gleich ersatzlos gestrichen.
Einen offizier (oder 'politiker') mit cahones einen (den) schieszbefehl zu geben gibt es in Oesterreich nicht!


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BeitragVerfasst: 28. Dez 2013, 07:58 

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Rabe hat geschrieben:
Die geringe zahl von FLAK & lenkwaffen koenne wirklich in einem Btl zusammengezogen werden,


Oder man teilt die Mistral auf die Stabsbattaillone auf und die ZFlAK teilt man auf die Fliegerhorste auf.


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BeitragVerfasst: 28. Dez 2013, 12:11 

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Ohne ein System mit mittlerer Reichweite und einer Aufrüstung der "Eurofighter" hinsichtlich Stückzahl und Systemen (IRST, DASS, Meteor) hat eine Fliegerabwehrtruppe in Österreich so oder so nur den Charakter eines Feigenblatts. Ich glaube, dass diese mittlerweile nur noch dem Fähigkeitserhalt dient. In einem Krisenfall wären sowohl die zwei Fliegerabwehrbataillone als auch das Überwachungsgeschwader überfordert.


Zuletzt geändert von theoderich am 28. Dez 2013, 12:22, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 28. Dez 2013, 12:16 
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Die Flugabwehr läuft meiner Meinung nach sowieso seit langem bereits nur noch als Fähigkeitserhalt.

_________________
Beordert bei 1./JgB NÖ


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BeitragVerfasst: 28. Dez 2013, 16:20 

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Diesen Fähigkeitserhalt und das Schattendasein will ich prinzipiell nicht gut heißen, aber nachdem eine Beschaffung von neuen Luftabwehrsystemen in der nächsten Zeit vollkommen unrealistisch ist und die bestehenden Systeme auf je 24 reduziert worden sind stelle ich mir schon die Frage, warum man zwei Bataillone an drei Standorten und die Fliegerabwehrschule für diese geringen Stückzahlen betreibt? Typisch für Österreich...


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BeitragVerfasst: 28. Dez 2013, 17:13 

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Beiträge: 20782
Raveman hat geschrieben:
warum man zwei Bataillone an drei Standorten und die Fliegerabwehrschule für diese geringen Stückzahlen betreibt? Typisch für Österreich...


Die Fliegerabwehrschule gibt es schon lange nicht mehr. Sie ist in der am 1. Juli 2007 aufgestellten Flieger- und Fliegerabwehrtruppenschule aufgegangen, in der es nur noch ein Institut Fliegerabwehr mit drei Lehrgruppen (Fliegerabwehrführung, Radar und Aufklärung; Fliegerabwehrwaffen; Fliegerabwehrsimulatoren) und zwei Referaten in der Grundlagenabteilung (Fliegerabwehr, Elektronischer Kampf) gibt. Im internationalen Vergleich ist die Ausbildungsstruktur auch so schon winzig. Man kann sich aber berechtigterweise die Frage stellen, ob man die vorhandenen Fliegerabwehrsysteme, wegen der oben beschriebenen Gründe, nicht gleich in das Institut Fliegerabwehr eingliedern und die zwei Fliegerabwehrbataillone auflösen sollte? Außerdem wird die Waffengattung das Jahr 2020 wahrscheinlich so oder so nicht mehr erleben.
_____________________________



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BeitragVerfasst: 31. Okt 2014, 22:38 

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Fliegerabwehr (MilizInfo 4/2014)

Zitat:
    Taktische Einsatzzentrale

    Die Komplettierung der Feuerleitkette wurde durch die Modifikation von Sheltern erreicht, welche auf den Stand „Taktische Einsatzzentrale“ gebracht wurden. Hierbei handelt es sich um Gefechtsstände der FlA-Verbände, in denen die für die unmittelbare Kampfführung relevanten Teile übernommen werden. Der bisherige Gefechtsstand der FlA-Verbände bleibt weiterhin erhalten, das „laufende Gefecht“ wird aber von der Taktischen Einsatzzentrale aus abgearbeitet. Diese verfügen über Datenverbindungen zur Luftraumüberwachungszentrale und über die Aufklärungs- und Zielzuweisungsradarsysteme zu den einzelnen Feuereinheiten.

    Damit ist es möglich, alle relevanten Daten, welche in der Luftraumüberwachungszentrale generiert werden in Echtzeit an die FlA-Verbände, zu übermitteln. Diese Daten schlagen in der Taktischen Einsatzzentrale auf und werden dort einem Führungsverfahren unterzogen. Danach erfolgt die Übermittlung an die Aufklärungs- und Zielzuweisungsradarsysteme und an die Feuereinheiten.

Mit diesen Modifikationen und Upgrades wurde erreicht, dass die Richtunteroffiziere der Feuereinheiten MISTRAL und die Feuerleitoffiziere der Feuereinheiten 35mm in nahezu Echtzeit über eine durch die Luftraumüberwachungszentrale generierte Luftlage inklusive Feuerbefehlen verfügen, wodurch eine erhebliche Qualitätssteigerung in der Kampfführung der Fliegerabwehr in Österreich erfolgt.

Vom Zielzuweisungsradar zum Aufklärungs- und Zielzuweisungsradar

Ende des Jahres 1997 wurden dem Bundesheer die ersten RAC 3D (Radar de Alert et Coordination, dreidimensional) von der französischen Firma THOMPSON (heute THALES) übergeben. 16 Systeme waren für die Fliegerabwehr konfigurierte Zielzuweisungsradargeräte (ZZR) und sechs Tieffliegererfassungsradarsysteme (TER) waren für den Einsatz innerhalb der LRÜ angepasst. Damit wurden das Tieffliegererfassungssystem des Radarbataillons/LRÜ und die lFALBt der damaligen FlAR und der PzlFALBt ausgestattet.

Aufgrund einer vertraglichen Option erfolgte im Jahr 2005 ein Upgrade der Systeme durch die dänische Firma TERMA, welche bereits Subkomponenten für die TER und ZZR lieferte, und die in Österreich beheimatete Firma RUAG Space. Hauptaugenmerk wurde auf die Command Control and Information (C2I) Einheit (die Rechnereinheit), die Datenübertragungsmedien und das Sekundärradar gelegt.

Bei den in der Zwischenzeit durchgeführten Heeresreformen wurde der neue Bedarf mit insgesamt 16 Systemen festgelegt. Die modifizierten Geräte des RAC 3D mit der Bezeichnung Aufklärungs- und Zielzuweisungsradar (AZR) können im Gegensatz zu den Versionen TER und ZZR für beide Rollen (LRÜ und FlA) herangezogen werden.

Die Modifikation umfasste im Detail:

    • die Rechnereinheit,

    • die Datenübertragungsmedien und

    • das Sekundärradarsystem

Die Rechnereinheit wurde im Wesentlichen auf heutigen technischen Standard gebracht, dabei wurden auch Benutzerfreundlichkeit und Verbesserungswünsche berücksichtigt. Ein wichtiger Schritt war die Implementierung von IP-fähiger Datenübertragung. Damit wurde auf das System IFMIN als Übertragungsmedium verzichtet und die Anpassung auf die nunmehr im Bundesheer gängige Netzwerkstruktur vollzogen. Dadurch wird für die Dateneinbindung selbst kein Knotensystem mehr benötigt, alle erforderlichen Komponenten sind im AZR eingebaut. Dies wurde unter anderem durch den Einsatz von drei Routern mit den dazugehörigen Elementen und Bauteilen erreicht. Als Datenübertragungsmedien stehen daher das herkömmliche Feldkabel, Lichtwellenleiter, Funkgeräte und die Verbindung über Richtfunk zur Verfügung.

In Bezug auf das Sekundärradarsystem war eine Modifikation durch die Einführung des Eurofighters im Österreichischen Bundesheer und der zu erwarteten zivilen Weiterentwicklungen notwendig. Aktuell stehen die Abfragemodi M1, M2, M3/A und M/C zur Verfügung. M1 und M2 sind die militärisch unverschlüsselten Modi welche zur Identifizierung von Luftfahrzeugen herangezogen werden. Der Mode 3/A ist die zurzeit verwendete zivile Abfrageart und wird von der zivilen und militärischen Luftraumüberwachung bzw. Flugleitung verwendet. Über den Mode M/C kann man zusätzlich die aktuelle Flughöhe abfragen. Die neue Sekundärradarbodenstation ist über die bereits beschriebenen Modi hinaus hardwaremäßig für den Einsatz von modernen militärischen (M4 und M5) und zivilen Modi (MS) ausgelegt und vorbereitet.

Praktische Erfahrungen konnten mit dem AZR bereits bei den Übungen ELITE 10, AMADEUS 11, DECISIVE ENGAGEMENT, AMADEUS 12 und während der Luftraumsicherungsoperation anlässlich dem Weltwirtschaftsforum in DAVOS gemacht werden. Die Ergebnisse dieser Einsätze waren positiv. Die Dateneinbindung in der Betriebsart „Sensor Only“ (Luftraumüberwachung) als auch in der Betriebsart „Fire Control Unit“ konnten ohne größere Probleme betrieben werden.

In der Betriebsart „Sensor Only“ wird der Datenverbund zum System Goldhaube und bei Bedarf zu einem zweiten AZR hergestellt und die erfassten Flugobjekte werden dem Air Operation Center (AOC) zur Verfügung gestellt. In der Betriebsart „Fire Control Unit“ wird der Datenverbund zur taktischen Einsatzzentrale (Kampfführung des Fliegerabwehrbataillons), bei Bedarf zu einem zweiten AZR und zu den Feuereinheiten hergestellt. Die Daten der Flugobjekte sowie die Kampfführung betreffende Informationen und Befehle werden sowohl nach oben als auch nach unten ausgetauscht.

Durch die laufende weitere Arbeit verschiedenster Dienststellen des Österreichischen Bundesheeres sowie der involvierten zivilen Firmen ist davon auszugehen, dass mit Ende dieses Jahres alle Hard- und Softwarekomponenten zur Verfügung stehen.


Bild


Air Defense

Zitat:
Key CWS-Flex system features:

    Track Management; Forms total situational picture based on information received from all available sensors and data links. Manages radar tracks, radar plots jam strobes, and EW-lines.

    Airspace Management; Provides fully integrated airspace management capability to the system.

    Threat Evaluation; Automated and smart continuous evaluation of complex situations: Evaluates the threat of all target candidates (hostile tracks) in the situation picture, repeating at short intervals to form a prioritized target list for threat engagement.

    Engagement Planning; Automated planning of optimal weapon assignment to optimize coverage, endurance, and time of engagement: Calculates an engagement plan defining which threats shall be engaged by which weapons.

    Weapon Allocation; Allocates the optimal weapon based on a correlation of the engagement plan and the current threat evaluation status.



Terma A/S Annual Report 2010/11

Zitat:
For the Austrian Defense, Terma has implemented and delivered an extensive upgrade of their command, control, and Information system. The project has included new hardware and software with a new functionality and new interfaces which will enhance the application of the system.



Jetzt frage ich mich nur, was bei den Feuerleitgeräten der ZFlAK 85 erneuert worden ist? Letztes Jahr stand im Rechnungshofbericht zur Follow-up-Überprüfung des Vergleichs der Republik Österreich mit der Eurofighter Jagdflugzeug GmbH folgendes:

Zitat:
Einbindung des Feuerkontroll–Radarsystems Skyguard in den Verbund der Luftstreitkräfte

    Stand 2008

      geplant

        3 Mio. EUR

    Stand 2011

      geplant

        -

      umgesetzt

        3 Mio. EUR



Der Zieldatenempfänger hat sich stark verändert:



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