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"Report" - Kostenfalle Eurofighter

Flugzeuge, Großgerät, Fliegerhorste, ...
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Wie war Ihre Empfindung des Berichts?

Umfrage endete am 23. Jun 2009, 09:38

Positiv
1
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Neutral
3
30%
Negativ
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Abstimmungen insgesamt: 10

theoderich
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"Report" - Kostenfalle Eurofighter

Beitrag von theoderich » 09. Jun 2009, 09:38

Ich würde nur gerne einmal eure Meinungen dazu hören. Hier ein paar Auszüge:

Je mehr Zeit vergeht, desto unverständlicher erscheint die politische Entscheidung für die Eurofighter. Denn jeder Tag mit den in Zeltweg stationierten Maschinen zeigt deutlicher, dass wir sie uns eigentlich nicht leisten können. Weil Flugstunden, die Wartung und die Schulung der Piloten teuer sind, wird der Betrieb gedrosselt wo es nur geht. Damit ist das hochfliegende Militärprojekt der Regierung Schüssel I endgültig in der Realität unseres Bundesheeres angekommen und diese Realität kann manchmal auch tollkühne Männer in ihren fliegenden Kisten frustrieren. (Gabi Waldner)


Die Piloten des Bundesheeres als "tolkühne Männer in ihren fleigenden Kisten" zu bezeichnen, ist schon ein starkes Stück (das man auch als Beleidigung auffassen kann)!! Und die ständige Erwähnung des "bösen", "verlogenen" Wolfgang Schüssel, hängt einem ja schon wirklich zum Hals heraus. Bekommt eigentlich jedes SPÖ-Mitglied bei seinem Eintritt in die Partei eine "Schüssel - Voodoo - Puppe"? Denkbar wäre es schon.

Im Alarmfall steigt in Linz-Hörsching eine in die Jahre gekommene Saab-105 auf. 2 Wochen Saab, 2 Wochen Eurofighter. Eine Notwendigkeit. Denn die Lieferung der restlichen Jets verzögert sich.


Zufällig sind die "restlichen Jets" gebrauchte Luftwaffen - Maschinen, die das Bundesheer Norbert Darabos mit seinem "Vergleich" zu verdanken hat.

Hätte Österreich nicht den Eurofighter gekauft, sondern eine F-15, F-16, wäre das dann auch so? Müsste man mit derartig langen Stehzeiten rechnen?


Das Archiv ist bekanntlich die "Rache des Journalisten". In diesem Fall ist es genau das Gegenteil. Die F-16 war der erste Kandidat der wegen der Nichtverfügbarkeit einer "Digital Moving Map" aus dem Verfahren ausgeschieden ist. Statt von den Ersatzteilen eines deutsch-britisch-italienischen Konsortiums wären wir nun eben von Lockheed Martin abhängig. Und ich frage mich schon ob dieser Konzern zuverlässiger geliefert hätte. Die F-15 wurde 1.) überhaupt nicht angeboten und 2.) übersteigen die Betriebskosten dieses Flugzeuges die des "Eurofighters" bei weitem. Auch die Beschaffungskosten dürften wesentlich über denen des "Eurofighters" liegen, was die Zuverlässigkeit angeht, stelle ich mir dieselbe Frage wie bei "Lockheed".

Auf die pro Jahr notwendigen 100 echten Flugstunden kommen die Eurofighter - Piloten derzeit nicht. Die Ausbildung stockt.


Das ist ebenso kein Wunder, wenn das Bundesheer ein so niedriges Budget zur Verfügung gestellt bekommt, dass schon die "flugunabhängigen" Betriebskosten kaum mehr bezahlbar sind. Wie soll es dann der Einsatz der Jets sein?
Dazu kommt noch, dass der nun nicht kommende Nachfoger für die Saab-105 die Betriebskosten deutlich gedrückt und die Ausbildungsmöglichkeiten der Piloten stark verbessert hätte (Voraussetzung wäre natürlich eine adäquate Lösung mit einem Muster wie der Aermacchi M346 oder der BAe "Hawk", bzw. der KAI T-50 "Golden Eagle" gewesen.

Offiziell heißt es, im Normalbetrieb soll eine Eurofighter-Flugstunde rund 45000 Euro ausmachen. Stimmt nicht ganz, wie wir hier erfahren. Den größten Teil der Betriebskosten machen die sogenannten In-Service-Support-Verträge aus. Fixkosten von 40 Mio. Euro für technische Unterstützung und Systempflege.


Die "In-Service-Support"-Verträge wurden im Zuge der Vergleichsverhandlungen nachträglich "überarbeitet", um die Kosten kosmetisch zu drücken. Die Langzeitwirkungen sind ohne Tranche-2-Upgrade nicht absehbar - auf jeden Fall werden die Kosten dadurch enorm ansteigen. Da ist es leicht zu behaupten, wir könnten uns den "Eurofighter" nicht leisten, wenn man nicht einmal die Gründe dafür hinterfragt und Dokumente, wie den RH-Bericht nicht konsultiert, in dem alle relevanten Informationen enthalten sind.

Wird also weniger geflogen, wie jetzt in der Einführungsphase, kann eine einzige Flugstunde schon mehr als 100000 Euro kosten.


Außerdem werfen die ORF - Journalisten (Verantwortlich für den Bericht ist ein gewisser Martin Pusch.) der schwarz-blauen Regierung vor, versprochen zu haben, dass die Betriebskosten nicht aus dem Heeresbudget gedeckt würden. Die ORF - Journalisten sollten sich einmal fragen, wer denn die Entscheidung gefällt hat, dass die Kosten NICHT vom Finanz- sondern vom Verteidigungsministerium bezahlt werden? Das politisch motivierte Kurzzeitgedächtnis reicht offenbar nicht bis zum Jahr 2007 zurück, als entschieden wurde, die fraglichen Kosten aus dem Heeresbudget zu decken. Das passierte leider, leider, unter der Regierung von Alfred Gusenbauer. Und der ist, wie hier allen zweifellos bekannt ist, SPÖ-Mitglied.

P.S.: Noch ein paar Hintergrundinformationen aus dem RH-Bericht:

Flugstundenproduktion

    27.1
      Das BMLV plante im Oktober 2007 die Flugstundenproduktion für die Einführungsphase des Waffensystems Eurofighter. Die Planvorgaben für das Jahr 2007 wurden jedoch nur zu rd. 50 % erreicht. Die geringe Flugstundenleistung war auf die mangelnde Verfügbarkeit des Flugzeugsystems, der Bodenausrüstung sowie von Ersatz– und Umlaufteilen
      zurückzuführen.

    27.2
      Der RH hielt fest, dass bei der Aufnahme des Flugbetriebes mit dem Eurofighter weniger Flugstunden als geplant produziert wurden. Er wies darauf hin, dass bei weiterhin geringeren Flugstundenleistungen als geplant die Erfüllung der militärischen Vorgaben in der Einführungsphase weiter eingeschränkt werde.

    27.3
      Laut Stellungnahme des BMLV seien — nach anfänglichen Anlaufschwierigkeiten — ab März 2008 Maßnahmen gesetzt worden, die eine den Anforderungen entsprechende Flugstundenproduktion sicherstellen würden.


Betriebskosten

    32.1
      Das BMLV hatte aufgrund von Erzeugerangaben zunächst jährliche Betriebskosten in Höhe von 50 Mill. EUR angenommen (Reihe Bund 2005/3 S. 11 f. TZ 11). Die Werte basierten auf einer Stückzahl von 18 Flugzeugen und 1.800 Flugstunden pro Jahr.
      Im Jänner 2008 teilte das BMLV dem RH aktualisierte Schätzungen bis zum Jahr 2016 mit. Demnach würden die jährlichen Betriebskosten bei 15 Flugzeugen und 1.500 jährlichen Flugstunden ab 2008 mehr als 50 Mill. EUR, ab 2011 mehr als 70 Mill. EUR und im Jahr 2013 rd. 100 Mill. EUR betragen.

    32.2
      Der RH stellte fest, dass auch die aktualisierten Schätzungen nur einen Teil der tatsächlichen Kosten enthielten. Wie bereits im Bericht des RH aus dem Jahr 2005 erwähnt, blieben die Personalkosten, Infrastruktur– Investitionen und Gemeinkosten unberücksichtigt. Weiters wies der RH darauf hin, dass im operativ–taktischen Konzept vom November 2007 ab dem Jahr 2015 eine Flugstundenproduktion von 1.800 Flugstunden pro Jahr vorgesehen war.
      Der RH empfahl, im Hinblick auf die deutliche Steigerung der geschätzten Betriebskosten, eine umfassende Berechnung vorzunehmen.

    32.3
      Laut Stellungnahme des BMLV seien die Maßnahmen zur Betriebskostenberechnung durch die Einführung einer prozessorientierten Kosten– und Leistungsrechnung auf Vollkostenbasis bereits eingeleitet worden.


Systemerhaltung

    38.1
      Das operativ–taktische Konzept vom November 2007 sah ab 2015 eine gleich hohe Flugstundenproduktion mit 15 Flugzeugen wie zuvor mit 18 Flugzeugen vor. Dies würde zu einer Verdichtung der Wartungsereignisse
      aufgrund höherer Flugstundenproduktion pro Flugzeug führen. Das BMLV teilte dem RH im Dezember 2007 mit, dass die genaue Ermittlung der technisch–logistischen Auswirkungen nur in Verbindung mit einer Logistikanalyse und einer dynamischen Betriebssimulation möglich sei, die bis Juni 2008 erfolgen solle.

    38.2
      Der RH wies darauf hin, dass ab dem Jahr 2015 bei einer erhöhten Flugstundenproduktion pro Flugzeug mit einer Verdichtung der Wartungsereignisse pro Flugzeug und mit einem vermehrten Verschleiß sowie mit einer Verringerung der Lebensdauer der Flugzeuge zu rechnen ist.


Zur Einsatzfähigkeit der Piloten und die Kosten für die bauliche Infrastruktur in Zeltweg verweise ich auf den RH-Bericht, und zwar auf die Seiten 64-68; zu den In-Service-Support - Verträgen ist die S. 71 relevant:

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Chris
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Re: "Report" - Kostenfalle Eurofighter

Beitrag von Chris » 09. Jun 2009, 11:20

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theoderich
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Re: "Report" - Kostenfalle Eurofighter

Beitrag von theoderich » 09. Jun 2009, 13:38

Ich habe schon einmal eine Email an den ORF geschrieben, kurz nach dem Begräbnis des Kärnter Landeshauptmanns Jörg Haider. Nicht weil mir Haider so sympathisch gewesen wäre (auch wenn er sich bei den damaligen Fernsehdebatten am besten geschlagen hat), sondern weil ich es als beispiellose Pietätlosigkeit empfand, dass Fritz Plasser während der Begräbnisfeierlichkeiten politische Analysen durchführte. Ich kann mich nicht erinnern, jemals eine Antwort erhalten zu haben.

P.S.: Du darfst nicht vergessen, dass Darabos, oder zumindest einer seiner Mitarbeiter, der Boulevardzeitung "Österreich" auch die Erlaubnis gegeben haben, die "Einsatzzentrale Basisraum" zu betreten und detailreich zu fotografieren. Es war zwar auch schon Hugo Portisch in der EZ/B, er sah aber nur die LRÜ und einige Unterkünfte für die Bundesregieung. Die außenliegenden Anlagen durften nicht fotografiert werden, ebenso wie der Rest des militärischen Bereichs.


P.P.S.:
Das BH täte gut daran zu überprüfen welche Berichte verfasst werden sollen. Wenn vorher bekannt ist dass man negativ schreiben wird, dann lasse ich die Leute im Regen stehen bzw. berate mich vorher was gesagt wird.


Was du hier kritisierst, ist die "Heilige Kuh des (Boulevard-) Journalismus". Wenn die Veröffenltichung verboten wird, kommen die fraglichen Informationen trotzdem ans Tageslicht. Und dann schlachten es die Reporter der "Krone", des "Kurier" oder von "Österreich" als noch größeren Skandal aus. Und da sich der parteienkontrollierte ORF inzwischen auch auf diesem Niveau bewegt und die Veröffentlichung derartiger Informationen ganz im Sinne von Vertretern der SPÖ und der Grünen ist, werden sie eben ausgestrahlt. Solange alle Vertreter des Heeres und der damaligen Bundesregierung als Kriminelle dargestellt werden, die man lebenslänglich wegen Hochverrats am "Pazifismus" /"Humanismus" (das sollte das "Unwort des Jahres" werden) in den Kerker werfen müsste, ist alles paletti. Kritik daran wird einfach beiseite gewischt.
Oder hat jemand von euch schon die tägliche Rubrik "Leserbriefe zum EU-Theater" in der "Kronen Zeitung" gelesen? Das ist in etwa das intellektuelle Niveau, das mit derart gestalteter Berichterstattung provoziert werden soll - nr ja nichts hinterfragen und alles abnicken, was die linksgerichteten Parteien von sich geben.

Chris
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Re: "Report" - Kostenfalle Eurofighter

Beitrag von Chris » 09. Jun 2009, 15:16

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Re: "Report" - Kostenfalle Eurofighter

Beitrag von Chris » 09. Jun 2009, 20:44

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Re: "Report" - Kostenfalle Eurofighter

Beitrag von theoderich » 09. Jun 2009, 20:53

Die Tonspur lässt sich im "Windows Media Player" abspielen, nur das Bild fehlt. Wobei - ich habe den Bericht ohnehin auf dem Festplattenrecorder - daher auch die mitnotierten Zitate.

Chris
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Re: "Report" - Kostenfalle Eurofighter

Beitrag von Chris » 09. Jun 2009, 21:18

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Re: "Report" - Kostenfalle Eurofighter

Beitrag von Doppeladler » 12. Jun 2009, 17:21

FPÖ und ÖVP haben heute in getrennten Stellungnahmen von der Besichtigung des Flughafens Zeltweg berichtet:
Fazit: von Luxusbauten kann keine Rede sein, die Anlage ist zweckmäßig und wurde an den int. Standard angepasst. Mehrkosten entstanden durch die Anpassung an den Baukostenindex, der alte Tower stand am falschen Platz für die neue Anlage, die Schaffung der Möglichkeit zur C-130 Hercules-Wartung (!), die Komplettsanierung der Pisten und der Pistenbefeuerung. Begriffe wie "Palazzo" werden von beiden Wehrsprechern zurückgewiesen.

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Re: "Report" - Kostenfalle Eurofighter

Beitrag von kobi » 13. Jun 2009, 07:23

Nun ich war zeitlich nicht in der Lage den Bericht zu sehen und auf dem Link ist er schon 10ml verbucht worden, kann ihn mir wer schicken?

Will den ganzen Bericht einmal sehen - mal sehen was da alles gesprochen wird!

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Re: "Report" - Kostenfalle Eurofighter

Beitrag von King Louie » 04. Jan 2011, 17:05

Hallo!
Mein erster Beitrag hier im Forum und ich hoffe, dass ich mir nicht gleich alle hier zu Feinden mache.

Für den Report-Beitrag muss ich aber eine Lanze brechen. Er enthält manche Übertreibung? Ja! Warum auch nicht? Sachlich ist dem politischen Eurofighter-Murks eh nicht mehr beizukommen, gleich welche Regierung mehr Schuld daran trägt.

Der Eurofighterausschuss hatte eigentlich keine Konsequenzen. Otto-Normalverbraucher, der auch ich bin, sieht weiterhin die Einfädler dieser Flugzeugbeschaffung im Parlament vertreten und, wenn ich mich beim zappen im TV mal verirre, auch in den “Seitenblicken” u. ä. Darüber rege ich mich auf!
Verfolgt man dann noch die innenpolitische Lage Österreichs ist die Lage des ÖBH nur allzu typisch. Dazu nur ein paar Schlagworte: Gesundheitswesen, Pensionen, Pisa-Studie & Schulreform, innere Sicherheit, Arbeitslosigkeit, BAWAG, HYPO, Flughafen Wien Schwechat, etc.
Was macht “unsere” Regierung/Politik? Außer zynische oder wie der Volksmund sagen würde “das-Volk-verarschende” Interviews zu geben. Nichts was Österreich weiterbringt, geschweige denn für die Zukunft wappnet. Deshalb erspare ich mir und euch zusammengetragene Zitate, die zumeist ihre Bedeutung schon am nächsten Tag verlieren (Soll keine Spitze gegen Theoderich sein!).

Daher meine ich: Es würde ohne diese seltenen ORF Beiträge (gleich welchen politischen Couleur) und ohne den hier ausnahmsweise mal nicht angegriffenen Peter Pilz in der Berichterstattung (Betreff: ÖBH) sehr traurig aussehen.
Nicht zu vergessen: Für die Schönfärberei gibt’s ja noch das TV-Magazin “Einsatz” - früher TW1 jetzt Austria9. Schöne Bilder, aber was dort zum Teil von sich gegeben wird regt keinen auf.

Zum Schluss:
Ich bezweifle sehr, dass sich irgendein ÖBH-Pilot persönlich beleidigt fühlt wegen der Report-Aussagen ("tolkühne Männer in ihren fliegenden Kisten"). Wenn doch sollte er wohl eher für kriegführende Nationen wie die USA und nicht für ein demokratisches Land wie Österreich fliegen.

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Re: "Report" - Kostenfalle Eurofighter

Beitrag von stg76 » 05. Jan 2011, 09:24

Dazu möcht ich jetzt meinen Senf auch abgeben (freilich, ohne die Reportage gesehen zu haben, jedoch kann ich mir aus den Schnippseln und Reaktionen ein gewisses Bild machen).

@King Louie (willkommen im doppeladler-forum):
Angesichts der Tatsache, dass wir ja fürn ORF nicht zu schmale Gebühren abtreten (müssen), kann ich auch verlangen, dass Report-Beiträge - und gerade der Report! - OBJEKTIV ist und nicht zu Übertreibungen und unsachliche/einseitige Berichterstattung neigt. Schliesslich und endlich hat der ORF immer noch den Bildungsauftrag, der wahrgenommen werden muss/soll. Ich weiss schon, warum gerade bei diesem Thema, wo doch auf ebendiesen Bildungsauftrag und auf die Objektivität gepfiffen wird, wenn auch andere Themen mitnichten sachlich reportiert werden, speziell wenn Parteifarben im Spiel sind. Nicht-Objektivität und Unsachlichkeit erwarte ich mir bei Sendern wie ATV und so, welche ja so eine Art Kirsche auf dem Schlagobers der Volksverdummungstorte darstellen, aber beim Pay-TV-Sender ORF würde ich mir gute Recherche schon erwarten.

Zustimmung zum Absatz zynische Interviews und Eurofighterausschuss (wobei der Ausgang des Ausschusses ja ohnehin klar war; in Ö wird weder zurückgetreten noch politische Verantwortung übernommen, von daher nur eine kurzfristige Aktion um zu beweisen "seht her, wir tun was gegen all die bösen Einkassierer da draussen")

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Re: "Report" - Kostenfalle Eurofighter

Beitrag von King Louie » 05. Jan 2011, 22:41

@stg76
Danke für den Willkommensgruß. Mit deiner Meinung, wie es sein sollte und was man sich als Gebührenzahler erwarten kann, gehe ich durchaus konform.

Allgemein möchte ich nur anmerken, dass es mit der unsachlichen/einseitigen Berichterstattung ja nicht so einfach ist. Die Politik wird schließlich nicht müde uns Bürgern immer wieder zu zeigen, dass die Wahrheit viele Farben hat (Rot, Schwarz, Blau, Grün, Orange...) und selbst da gibt's noch diverse Schattierungen.
Stellt sich mir die Frage: Ob irgend ein seriöses Medium über ein Thema wie den Ö-Eurofighter im Stande ist objektiv zu berichten?

Aber vielleicht warte ich nur auf den Film: Eurofighter - Ein RH-Bericht sieht rot! ;)

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Re: "Report" - Kostenfalle Eurofighter

Beitrag von theoderich » 07. Jan 2011, 21:48

King Louie hat geschrieben:Was macht “unsere” Regierung/Politik? Außer zynische oder wie der Volksmund sagen würde “das-Volk-verarschende” Interviews zu geben. Nichts was Österreich weiterbringt, geschweige denn für die Zukunft wappnet. Deshalb erspare ich mir und euch zusammengetragene Zitate, die zumeist ihre Bedeutung schon am nächsten Tag verlieren (Soll keine Spitze gegen Theoderich sein!).


Keine Sorge - beleidigt fühle ich mich nicht, ich habe aber eine Begründung für diese Zitate: Man kann den Verlauf von Diskussionen über die österreichische Verteidigungspolitik in diesem Forum sehr gut nachverfolgen (siehe z.B. Threads zur aktuellen Wehrpflichtdiskussion). Deshalb habe ich es damals für notwendig erachtet diese Aussagen hier unterzubringen, weil sie sehr gut dokumentieren, wie der österreichischen Bevölkerung verteidigungspolitische Sachverhalte "nähergebracht" werden. Bei TV-Beiträgen wie Diskussionen und Reportagen ist es praktisch gewisse Aussagen (auch wenn sie ein wenig länger sind) im Forum zu zitieren, um den Zusammenhang zu verstehen (Vor allem, wenn Personen mitdiskutieren, die die betreffende Sendung nie, oder noch nicht gesehen haben.). Es gibt einfach keine Möglichkeit irgendwelche Verlinkungen anzubieten, die mir diese Zitate ersparen würden. Da wäre zwar die ORF TVthek, aber die Beiträge sind auch dort nur temporär vorhanden.

King Louie hat geschrieben:Zum Schluss:
Ich bezweifle sehr, dass sich irgendein ÖBH-Pilot persönlich beleidigt fühlt wegen der Report-Aussagen ("tolkühne Männer in ihren fliegenden Kisten"). Wenn doch sollte er wohl eher für kriegführende Nationen wie die USA und nicht für ein demokratisches Land wie Österreich fliegen.


Na ja ... es ist doch ein großer Unterschied, ob ein heutiger "Eurofighter"-Pilot nach monatelangem Training ein hochkomplexes Waffensystem bedient, als die humoristische filmische Darstellung von Piloten in noch ziemlich primitiven Maschinen aus dem Jahr 1910. Ich hatte damals das Gefühl, dass die Soldaten damit ins Lächerliche gezogen werden sollten - als ob sie ihre doch ernsthafte Arbeit nur zum persönlichen Gaudium verrichten würden.


P.S.: Ähnlich bin ich auch bei einer Diskussion um den "Eurofighter" verfahren:

Zuletzt geändert von theoderich am 09. Jan 2011, 09:32, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: "Report" - Kostenfalle Eurofighter

Beitrag von King Louie » 09. Jan 2011, 01:02

theoderich hat geschrieben:...Begründung für diese Zitate: Man kann den Verlauf von Diskussionen über die österreichische Verteidigungspolitik in diesem Forum sehr gut nachverfolgen...

Habe ich mir eh gedacht! Für dein Engagement möchte ich dir, an dieser Stelle, danken. Für Forumsneulinge wie mich ist es natürlich toll, vor allem älteren Themen dadurch besser folgen zu können. (Auch wenn's manchmal ein bisschen viel zu lesen ist.)

theoderich hat geschrieben:Na ja ... es ist doch ein großer Unterschied, ob ein heutiger "Eurofighter"-Pilot nach monatelangem Training ein hochkomplexes Waffensystem bedient, als die humoristische filmische Darstellung von Piloten in noch ziemlich primitiven Maschinen aus dem Jahr 1910. Ich hatte damals das Gefühl, dass die Soldaten damit ins Lächerliche gezogen werden sollten - als ob sie ihre doch ernsthafte Arbeit nur zum persönlichen Gaudium verrichten würden.

Hat sich an deinem damaligen Gefühl heute etwas geändert?

Bei dieser nicht wirklich durchschaubaren Anschaffungsaktion scheint mir, dass solche spitzen Äußerungen eher gegen die Politik gerichtet sind.
Zugegeben, mir hat damals auch manches nicht so sehr geschmeckt, weil solche Beiträge meist wie Schnellschussaktionen wirken und später nicht mehr verfolgt werden - dadurch auch für berechtigten Diskussionsstoff sorgen.

PS: Ich hätte für neutral gestimmt.

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