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 Betreff des Beitrags: Re: Mehrzweckhubschrauber in Planung
BeitragVerfasst: 31. Aug 2017, 23:21 

Registriert: 09. Sep 2008, 22:29
Beiträge: 20733
iceman hat geschrieben:
Früher wurden Gegengeschäfte abgeschlossen, die sind jetzt aber böse, deshalb selber bauen.


Weder in den "Allgemeinen Lieferbestimmungen des Bundesministeriums für Landesverteidigung und seiner nachgeordneten Dienststellen", noch in den "Allgemeinen Ausschreibungsbestimmungen der Heeresverwaltung" gibt es ein Verbot von Kompensationsgeschäften. Das Abrücken von diesen Geschäften hat praktische Gründe: Sie verzerren den Wettbewerb und widersprechen geltendem EU-Recht:

    Brüssel, den 23.09.2004
    KOM(2004)608 endgültig

    GRÜNBUCH
    Beschaffung von Verteidigungsgütern


    Zitat:
    2.3 Komplexität der Rüstungsbeschaffungsprogramme

    [...]

    Außerdem ist die Beschaffung von standardisierten Rüstungsgütern oftmals Gegenstand von Kompensationsgeschäften. Diese Offsets erlauben es dem Einkaufsland, eine Gegenleistung zu verlangen, die 100 % des Vertragswertes übersteigen kann. Dieser Rückfluss kann direkt sein, durch Aufträge für die nationalen Rüstungsunternehmen oder Transfers von Know-how und Technologie im Zusammenhang mit dem Ursprungsvertrag. Er kann auch indirekt sein und anderen als den vom entsprechenden Vertrag betroffenen Industriebereichen, auch nichtmilitärischen Sektoren, zugute kommen.

    Zitat:
    3.2 Nicht homogene einzelstaatliche Gesetzgebungen

    Für die Beschaffung von Verteidigungsgütern sehen die meisten nationalen Vorschriften Ausnahmen von den für das öffentliche Auftragswesen geltenden Regeln vor, die mehr oder weniger transparent sind. Dies stellt ausländische Lieferanten vor potenzielle Schwierigkeiten.

    [...]

      • Die Auswahlkriterien für die Lieferanten beinhalten in einigen Ländern die Fähigkeit, Kompensationsgeschäfte anzubieten und - in den meisten Staaten - die Vertraulichkeit und Versorgungssicherheit. Diese wiederum sind nicht eindeutig definiert, und ihre Bewertung erfolgt nach unterschiedlichen Erfordernissen, manchmal mit Bezug auf die Herkunft der Güter oder die Nationalität der Lieferanten.

    Zitat:
    2. DEN GEMEINSCHAFTLICHEN RECHTSRAHMEN DURCH EIN SPEZIFISCHES INSTRUMENT ERGÄNZEN

    [...]

    2.2 Inhalt

    [...]

      • Die Auftragsvergabe würde nach festgelegten Kriterien erfolgen. Dies würde eine Diskussion über die schrittweise Abschaffung von Praktiken, wie den direkten und indirekten Kompensationsgeschäften implizieren.



        BKA-671.801/0078-V/A/8/2004
        Grünbuch „Beschaffung von Verteidigungsgütern“; Stellungnahme der Republik Österreich

        Zitat:
        Frage 11: Wie sollte Ihrer Meinung nach die Praxis der Kompensationsgeschäfte behandelt werden?

          Dieser Bereich ist aus Sicht der Republik Österreich besonders sensibel und relevant, da Kompensationsgeschäfte für Staaten mit einem sehr kleinen Verteidigungsetat – wie etwa auch Österreich – eine Möglichkeit darstellen, notwendige Rüstungsbeschaffungen auf nationaler Ebene auch politisch durchsetzen und auch (budgetär) finanzieren zu können.

          Österreich hat sich in den letzten Jahren an keinem Großprojekt im Bereich der europäischen Rüstungskooperation beteiligt, weshalb aus österreichischer Sicht (als derzeit ausschließlicher „Käuferstaat“) nur die Variante „Offsets/Kompensationsgeschäfte“ in Betracht kommt. [Für Teilnehmerstaaten an Rüstungskooperationsprogrammen kann demgegenüber das „Just Retour-Prinzip/Prinzip einer angemessenen Rendite“ zum Tragen kommen.]

          Aus den oben erwähnten Gründen ist es für die Republik Österreich unabdingbar, dass diese beiden Möglichkeiten der Kompensationsmaßnahmen im Rahmen von Großprojekten der Rüstungskooperation auch in Zukunft erhalten bleiben. Dies auch vor dem Hintergrund, dass derartige Kompensationsmaßnahmen eine weltweit gängige Praxis darstellen und eine einseitige Abschaffung zum Nachteil der Gemeinschaft und ihrer Mitgliedstaaten gereichen würde.

        [...]

        25. Februar 2005
        Für den Bundeskanzler:
        Michael FRUHMANN



    Konsolidierte Fassungen des Vertrags über die Europäische Union und des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union

    Zitat:
    Artikel 346

    (ex-Artikel 296 EGV)

      (1) Die Vorschriften der Verträge stehen folgenden Bestimmungen nicht entgegen:

        a) Ein Mitgliedstaat ist nicht verpflichtet, Auskünfte zu erteilen, deren Preisgabe seines Erachtens seinen wesentlichen Sicherheitsinteressen widerspricht;

        b) jeder Mitgliedstaat kann die Maßnahmen ergreifen, die seines Erachtens für die Wahrung seiner wesentlichen Sicherheitsinteressen erforderlich sind, soweit sie die Erzeugung von Waffen, Munition und Kriegsmaterial oder den Handel damit betreffen; diese Maßnahmen dürfen auf dem Binnenmarkt die Wettbewerbsbedingungen hinsichtlich der nicht eigens für militärische Zwecke bestimmten Waren nicht beeinträchtigen.

      (2) Der Rat kann die von ihm am 15. April 1958 festgelegte Liste der Waren, auf die Absatz 1 Buchstabe b Anwendung findet, einstimmig auf Vorschlag der Kommission ändern.



iceman hat geschrieben:
und wenn man genau ist, in ein paar Jahren die Bell 212


Die AB-212 haben bis 2010 über 115.000 Flugstunden geflogen - durchschnittlich über 3800 Flugstunden pro Jahr. Bei weiteren 100.000 Flugstunden würde das etwa 26 Jahre bedeuten. Also 2035/2036.

Insgesamt 12 italienische AB-212 (HH.212) haben ein ähnliches Upgradeprogramm wie die österreichischen Hubschrauber durchlaufen - nur ohne Helmdisplay und Bildschirmcockpit. Außerdem nicht 2012, sondern es wurde schon 2006 fertiggestellt und die Maschinen in Afghanistan eingesetzt:

    Bild

    Zitat:
    Grazie alla capacità d'impiego di giorno, di notte e in condizioni meteo critiche, con l'utilizzo di visori notturni NVG (Night Vision Goggles), gli HH.212 e i loro equipaggi rappresentano un punto fermo nelle missioni più complesse e di difficile gestione. Anche gli HH.212 del 21° Gruppo "Tigre" del 9° Stormo di Grazzanise, nella configurazione ICO (Implementazione Capacità Operativa) provvisti di protezione passiva dell'equipaggio, di armamento difensivo e di contromisure antimissile a guida infrarossa, sono stati rischierati in teatro operativo a supporto del contingente ISAF in Afghanistan.


    FUSILLI Raffaele: Il 9° Stormo Aeronautica Militare: una realtà in evoluzione (4. Dezember 2011)

    Zitat:
    Da aprile 2006, un Distaccamento del Reparto è impiegato nella missione “ISAF (International Security Assistance Force) IX” ad Herat rientrando in Patria il 3 Agosto 2006; da maggio 2007, nell’ambito della missione “ISAF X”, il Gruppo è a Kabul.


Ein Teil der italienischen AB-212 wird durch den NH90 ersetzt:

    Zitat:
    (1) ELICOTTERO NH-90

    Il programma – in cooperazione internazionale con Francia, Germania, Olanda, Portogallo e Belgio – prevede, per quanto riguarda la MM, l’acquisizione di 56 macchine destinate a sostituire gli elicotteri AB-212, in servizio nei ruoli ASW/ASUW e di trasporto operativo e logistico, e del correlato supporto logistico iniziale.

    Il programma di acquisizione, iniziato nel 2000, si concluderà nel 2021.

    Nel 2015 l’impegno di spesa è stato di 157,73 M€.


Solange die Herstellerfirmen den Support garantieren, wird die AB-212 weiter fliegen. Irgendwann wird die "Badewannenkurve" aber erste Auswirkungen zeigen.


iceman hat geschrieben:
Aber den Heli von marenco sollte sich das BMLVS trotzdem ansehen...


Wahrscheinlich ist eine Bewaffnungsmöglichkeit eine MUSS-Forderung in der Leistungsbeschreibung. Damit kommt die SH09 nicht in Frage.


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 Betreff des Beitrags: Re: Mehrzweckhubschrauber in Planung
BeitragVerfasst: 01. Sep 2017, 08:26 

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Danke für deine Antwort, aber was ist eine "Badewannenkurve"?


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 Betreff des Beitrags: Re: Mehrzweckhubschrauber in Planung
BeitragVerfasst: 01. Sep 2017, 10:38 

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iceman hat geschrieben:
Danke für deine Antwort, aber was ist eine "Badewannenkurve"?

Ausfallverteilung --> Badewannenkurve
Salopp formuliert:
Die EF sind vermutlich / hoffentlich noch in einem Alter, in dem die Kosten sinken. Siehe zuletzt Großbritannien. Dann kannst eine zeitlang mit gleichbleibenden Kosten agieren. Irgendwann steigt dann der Wartungsaufwand.
Daher macht es oft weniger Sinn, ein 10 Jahre altes Auto bei uns zu fahren. Abgesehen von Pannen - der hohe Wartungsaufwand lohnt nicht. Dann werden diese Autos doch massenweise nach Osteuropa, sogar Afrika, gebracht. Dort kostet die Arbeitszeit viel weniger.


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 Betreff des Beitrags: Re: Mehrzweckhubschrauber in Planung
BeitragVerfasst: 01. Sep 2017, 10:44 

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Alles klar!


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 Betreff des Beitrags: Re: Mehrzweckhubschrauber in Planung
BeitragVerfasst: 01. Sep 2017, 11:25 

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Bild

Zitat:
Gerätelebensdauer

Die Gerätelebensdauer kann typischerweise in einer Diagramm-Darstellung einer Badewannenkurve als Ausfallrate von technischen Geräten oder Systemen abhängig von der Lebensdauer dargestellt werden.

Die X-Achse gibt die Zeitspanne t von Beginn der Inbetriebnahme des Gerätes wieder, während auf der Y-Achse die Ausfallrate λ pro Zeiteinheit aufgetragen wird. Zuverlässige Daten sind nur möglich, wenn eine statistisch hinreichend große Menge an Geräten herangezogen wird. Über den Lebenszyklus eines Produktes nimmt die Kurve der Ausfallrate häufig die Form einer Badewanne an: Die Ausfallrate ist zu Beginn (I) und am Ende (III) der Lebensdauer besonders hoch, während sie im Zeitraum dazwischen (II) niedriger und recht konstant ist. Die Phase I ist typischerweise kürzer als die beiden folgenden, wobei Phase II ganz unterschiedliche Zeitdauern aufweisen kann, je nach Auslegung des Produktes.

Die Gründe für diesen Effekt liegen darin, dass Konstruktions-, Produktions- oder Werkstoffmängel häufig gleich zu Beginn des Betriebes auffallen bzw. zu Schäden führen. Die von solchen Mängeln nicht betroffenen Geräte funktionieren zuverlässig, weswegen die Kurve in der Mitte abflacht. Zum Ende der Lebensdauer treten, langsam ansteigend, verstärkt Ausfälle oder Schäden auf. Diese sind hauptsächlich auf Alterung und Verschleiß zurückzuführen. Wenn dieser Bereich erreicht ist, sind entweder größere Instandsetzungsmaßnahmen oder Ersatz notwendig.



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 Betreff des Beitrags: Re: Mehrzweckhubschrauber in Planung
BeitragVerfasst: 01. Sep 2017, 12:49 

Registriert: 12. Mai 2011, 11:05
Beiträge: 3392
iceman hat geschrieben:
Wenn es die Schweizer schaffen, einen Hubschrauber zu bauen, dann wir auch.


Sicher.

Wenn Tschechien, Slowakei, Ungarn, Kroatien, Slowenien, Serbien und Österreich zusammen insgesamt 200 Stück bestellen.
Der Rest Europas kauft bei Leonardo, Airbus oder eben Bell.

Und noch einmal für alle zum mitschreiben: ZWEIMOTORIG, für Einmotorige werden nicht einmal mehr Informationen im BMLVS eingeholt.

Mehr als 12 kommen nicht, das geht sich finanziell doch nie aus!

Man sehe sich bitte das an und nehme auch zur Kenntnis, dass die kolportierten 50 Mio. eine mediale Vorwahlkampf Blase sind, um den Ankauf in den Köpfen der Bevölkerung positiv zu verankern und zu zeigen "wir machen was". Und ja eventuell dann doch nicht "weil die Kosten so nicht vorhersehbar waren."

Die eigtl. zivile BELL 429 ist sicher der günstigste Light-Twin - die 9 Stück incl. Support und nur Kameras (!) kosten 150 MIO USD.
Und jetzt will man noch mil. Ausrüstung, also Funk, Überlebenspakete, SAR Ausrüstung, neue Waffen (die alten M134 sind am Ende) etc etc..

https://archive.is/20170501072657/http: ... pters.html


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 Betreff des Beitrags: Re: Mehrzweckhubschrauber in Planung
BeitragVerfasst: 01. Sep 2017, 14:32 

Registriert: 09. Sep 2008, 22:29
Beiträge: 20733
Das BMLVS hat den Finanzbedarf für den "Ersatz leichter Hubschrauber durch Mehrzweckhubschrauber" 2008 mit 115 Mio. EUR beziffert - und schon 2011 auf 160-240 Mio. EUR korrigiert.


2016 schrieb der Generalstab von einem "mindest- Finanzmittelbedarf" von 146 Mio. EUR:


Dr4ven hat geschrieben:
nur Kameras (!)


Als Ersatz der sieben FLIR Star SAFIRE II AAQ22 wurden bereits 2013 fünf FLIR Star SAFIRE 380-HD nachbeschafft:



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 Betreff des Beitrags: Re: Mehrzweckhubschrauber in Planung
BeitragVerfasst: 01. Sep 2017, 16:48 

Registriert: 17. Jun 2016, 11:30
Beiträge: 195
Dr4ven hat geschrieben:
iceman hat geschrieben:
Wenn es die Schweizer schaffen, einen Hubschrauber zu bauen, dann wir auch.


Sicher.

Wenn Tschechien, Slowakei, Ungarn, Kroatien, Slowenien, Serbien und Österreich zusammen insgesamt 200 Stück bestellen.
Der Rest Europas kauft bei Leonardo, Airbus oder eben Bell.
l

Also ich glaube man müsste eher mit der PC-21 vergleichen. Und daran merkt man, dass es möglich sein könnte. Nur braucht das viele Jahre. Und gerade Hubschrauber bieten sich in Österreich dafür an, weil wir bis dato für die Größe von Österreich und unser kleines BH einfach eine sehr große Hubschrauberflotte haben. Dass die in vielen kriegerischen Szenarien nicht viel Wert hätten ist eine andere Geschichte (keine Luftraumüberlegenheit).
Es geht darum wieder eine gewisse militärische Industrie bei uns aufzubauen. Und der Hubschrauber ist ein Teil davon. Wobei es eben weitergehen müsste, über zB Frequentis und Kapsch müsste man auch ein Funksystem und anderem arbeiten. Hight-Tech, samt Software, wird immer wichtiger. Die Hardware ist nur eines.
Wenn es dann über das Karbon-Know-How v Schiebel gelingt den größten Carbon-Heli zu bauen!!


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 Betreff des Beitrags: Re: Mehrzweckhubschrauber in Planung
BeitragVerfasst: 01. Sep 2017, 17:06 

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Beiträge: 20733
Mit der PC-21 kann man das nicht vergleichen, denn Pilatus hatte bei der Vorstellung dieses Musters im Mai 2002 bereits 63 Jahre Erfahrung im Flugzeugbau, davon 59 Jahre im Bau von militärischen Trainingsflugzeugen. In Österreich müsste man quasi bei Null anfangen (Der Republik Österreich war der Bau von Militärflugzeugen bis zur "Mitteilung der österreichischen Bundesregierung betreffend einige Bestimmungen des Staatsvertrages vom 15. Mai 1955 von Wien ... an die vier Signatarstaaten des Staatsvertrages samt Erläuterung" vom 6. November 1990 verboten.). Der benötigte Zeitraum für eine Entwicklung ist unrealistisch, von der Finanzierung ganz zu schweigen.

de10kcl hat geschrieben:
Es geht darum wieder eine gewisse militärische Industrie bei uns aufzubauen. Und der Hubschrauber ist ein Teil davon.


Nein. Es geht darum, Wähler mit unerfüllbaren Utopien zu ködern.


de10kcl hat geschrieben:
Wenn es dann über das Karbon-Know-How v Schiebel gelingt den größten Carbon-Heli zu bauen!!


Argumentier' so mal gegenüber einem Fachmann:



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 Betreff des Beitrags: Re: Mehrzweckhubschrauber in Planung
BeitragVerfasst: 01. Sep 2017, 19:53 

Registriert: 24. Jan 2013, 20:50
Beiträge: 1010
Grundlegend ist es ja richtig, wenn die Politik Aufträge an die heimische Wirtschaft vergibt, nicht nur beim Bundesheer, somit bleibt die Wertschöpfung im Land.
Es gibt ja genug Firmen, wie zB Empel, Schiebel, diamond, etc. die sich ja schon am Weltmarkt etabliert haben.
Nur bei der Entwicklung eines Hubschraubers lehnt man sich doch sehr weit aus dem Fenster.

Vielleicht kommt man aber auf die Idee, einen Nachfolger für den Pinzgauer in Österreich zu entwickeln.
Unsere Unternehmen verfügen hier über ein riesiges Knowhow in Sachen Fahrzeugbau, Motoren- und Antriebstechnik.
Die Entwicklungskosten wären vergleichweise gering gegenüber eines Hubschraubers, der Bedarf aber sicher enorm.

Ich befürchte allerdings, daß nach der Wahl erstmal ein Sparpaket kommt.
Und mehr als 12 Helis, wie Draven schon gesagt hat, wird es nicht spielen.
Und wieso man bei BMLV nur zweimotorige Helis ins Auge fasst, verstehe ich nicht, nur weil das Bundesheer einen Finanzbedarf von 150 Mio. hat. Man kann wahrscheinlich höchstens 50 Mio. ausgeben, dh 12 single engines. Die 12 werden dann beim Jagdkommando landen, in Aigen/Schwaz/ und Klagenfurt die 212er.


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 Betreff des Beitrags: Re: Mehrzweckhubschrauber in Planung
BeitragVerfasst: 02. Sep 2017, 14:54 
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Beiträge: 150
iceman hat geschrieben:
Grundlegend ist es ja richtig, wenn die Politik Aufträge an die heimische Wirtschaft vergibt, nicht nur beim Bundesheer, somit bleibt die Wertschöpfung im Land
Vielleicht kommt man aber auf die Idee, einen Nachfolger für den Pinzgauer in Österreich zu entwickeln.
Unsere Unternehmen verfügen hier über ein riesiges Knowhow in Sachen Fahrzeugbau, Motoren- und Antriebstechnik.
Die Entwicklungskosten wären vergleichweise gering gegenüber eines Hubschraubers, der Bedarf aber sicher enorm.


Es war sowieso ein Fehler, den Pinzgauer zu verkaufen. Diverse Feuerwehren und Rettungsdienste im alpinen Raum fahren teilweise den alten Pinzi mit luftgekühlten 87 PS-Motor der bis zu 30L/100km säuft und es gibt keinen adäquaten Ersatz.

_________________
Pazifisten sind wie Schafe, die glauben der Wolf sei Vegetarier. (Yves Montand)


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 Betreff des Beitrags: Re: Mehrzweckhubschrauber in Planung
BeitragVerfasst: 02. Sep 2017, 17:54 

Registriert: 09. Sep 2008, 22:29
Beiträge: 20733
"Flieger-Kommando sichert Jobs in Salzburg"

Zitat:
SN: Auch die Anschaffung neuer Hubschrauber als Ersatz für die heuer 50 Jahre alt werdenden Alouette III steht ins Haus.

    Es sind derzeit noch 24 Alouette III im Dienst sowie zehn Stück Bell OH-58 Kiowa, die ich auch geflogen habe und die auch zu ersetzen sind. Da wird derzeit die Beschaffung vorbereitet. Die Kosten werden bei rund 150 Mill. Euro liegen. Die neuen Maschinen sollten zwischen 2020 und 2025 in Dienst gestellt werden.



iceman hat geschrieben:
Ich befürchte allerdings, daß nach der Wahl erstmal ein Sparpaket kommt.


Ich habe mir die nach Brüssel gemeldeten Quartalszahlen angesehen. Die Republik Österreich hatte im ersten Quartal 2017 offiziell einen Schuldenstand von 57,3 %:



Nach Brüssel wurden aber 82,6 % gemeldet (Damit liegt man etwa im EU-Schnitt von 84,1 %.):



Die Konvergenzkriterien sehen vor, dass der Schuldenstand maximal 60 % betragen darf:



Der Bund hatte mit Stand 31. 12. 2015 zusätzlich Haftungen von 43.261 Mio. EUR oder 22,9 % des BIP:



Und das Defizit im ersten Quartal 2017 betrug -2,1 % des BIP (EU-Schnitt: -1,3 % des BIP; Euro-Zone-Schnitt: -2,3 % des BIP):



Wirklich rosig ist die Finanzlage also nicht.


Zuletzt geändert von theoderich am 03. Sep 2017, 11:59, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Mehrzweckhubschrauber in Planung
BeitragVerfasst: 02. Sep 2017, 22:10 

Registriert: 24. Jan 2013, 20:50
Beiträge: 1010
Jetzt sind es wieder 150 Mio. statt 50Mio.:
Gruber in den SN:
[i]Auch die Anschaffung neuer Hubschrauber als Ersatz für die heuer 50 Jahre alt werdenden Alouette III steht ins Haus. Es sind derzeit noch 24 Alouette III im Dienst sowie zehn Stück Bell OH-58 Kiowa, die ich auch geflogen habe und die auch zu ersetzen sind. Da wird derzeit die Beschaffung vorbereitet. Die Kosten werden bei rund 150 Mill. Euro liegen. Die neuen Maschinen sollten zwischen 2020 und 2025 in Dienst gestellt werden.
[/i]


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 Betreff des Beitrags: Re: Mehrzweckhubschrauber in Planung
BeitragVerfasst: 04. Sep 2017, 12:48 

Registriert: 17. Jun 2016, 11:30
Beiträge: 195
theoderich hat geschrieben:
Der benötigte Zeitraum für eine Entwicklung ist unrealistisch, von der Finanzierung ganz zu schweigen.

Da stimme ich dir zu.
theoderich hat geschrieben:
de10kcl hat geschrieben:
Es geht darum wieder eine gewisse militärische Industrie bei uns aufzubauen. Und der Hubschrauber ist ein Teil davon.


Nein. Es geht darum, Wähler mit unerfüllbaren Utopien zu ködern.

Da stimme ich dir nicht zu. Es geht wohl um beides. Aber auch das ist Politik. Verteidigungspolitik nur im Hinterwald - das geht perfekt in Frankreich. Aber bei uns - das musst schon offensiv spielen.
theoderich hat geschrieben:
de10kcl hat geschrieben:
Wenn es dann über das Karbon-Know-How v Schiebel gelingt den größten Carbon-Heli zu bauen!!

Argumentier' so mal gegenüber einem Fachmann:

Ich bleib dabei. Das könnte schon was werden. Wobei ich bewusst Konjunktiv verwende.

Generell:
Beim EADS-Thema stimmen wir überein, hier nicht.
Besonders der Zeitplan zu den Hubschraubern ist viel zu sportlich. Aber auch da - mit noch ein paar SH-70 oder AB-212 kann man schon vernünftige Kapazität aufrechterhalten bis ein neues Modell dann in einigen Jahren zur Verfügung steht. Man kann durch ein paar mehr SH-70 (ist ja schon in den Medien) sogar relativ schnell Transportkapazität aufbauen, eine AL3 oder die alten OH-58 sind bekanntlich sehr klein. Und AB-212 sollte man auch gebraucht bekommen können. Irgendeinen Mini-Hubschrauber mit 2 Turbinen bauen ist ja nicht das Thema, aber das halt militärisch verwendbar machen bzw aus einem zivilen Modell eine militärische Variante abzuleiten, das braucht halt schon. Jamming, Kommunikation, Waffen etc. Auch sollte der Hubschrauber vermutlich weltweit verwendbar sein, das erfordert einfach umfangreichere Tests von Kälte zu Tropen zu Wüste und Salz oder auch Hot&High.


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 Betreff des Beitrags: Re: Mehrzweckhubschrauber in Planung
BeitragVerfasst: 04. Sep 2017, 20:46 

Registriert: 12. Nov 2008, 18:23
Beiträge: 297
Die Kiowa-Nachfolge muss Socom-Kriterien erfüllen, sonst können wir's auch bleiben lassen.
Die Alouette deckt den Höhenrettungsbereich ab, den ÖAMTC und private und auch das BMI nicht schaffen, und diese "THW-Rolle" samt Medienecho wird kein Minister aufgeben.

Heißt für mich: zwei Baumuster von der Stange und keine Experimente


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