Hinweis: Sie befinden sich im Archiv des alten Forums von DOPPELADLER.COM. Dieses Forum wird nicht länger betrieben. Es ist nur mehr Lesezugriff möglich.
Sie erreichen das DOPPELADLER.COM FORUM nun unter ...

https://www.doppeladler.com/da/forum/index.php



Gratiszeitung Heute: Österreich hat EF zu teuer gekauft

Flugzeuge, Großgerät, Fliegerhorste, ...
Benutzeravatar
Cyclop
Beiträge: 883
Registriert: 07. Nov 2006, 13:36
[phpBB Debug] PHP Warning: in file [ROOT]/vendor/twig/twig/lib/Twig/Extension/Core.php on line 1275: count(): Parameter must be an array or an object that implements Countable

Gratiszeitung Heute: Österreich hat EF zu teuer gekauft

Beitrag von Cyclop » 05. Aug 2008, 15:40

Laut Zeitung Heute vom Dichand/Krone Imperium haben wir teuer eingekauft:
heute.at hat geschrieben:Eurofighter: Für Rumänen viel günstiger
Ministerium bestätigt, dass Bukarest für jeden Jet um 35 Mio. weniger als Österreich zahlt

Offiziell bestätigt wird nun ein „Heute“-Bericht: Österreich hat beim Kauf seiner 15 Eurofighter tiefer in die Tasche gegriffen als nötig! Denn für Rumänien sind die Kampfjets schon um maximal 71 Millionen Euro pro Stück zu haben. Zur Erinnerung: Österreich blechte für jeden Jet aber 106 Millionen. Hat die ÖVP/BZÖ-Regierung damit 2003 bei der Vertragsunterzeichnung 525 Millionen Euro verjuxt?

Die Pleite um die Eurofighter-Kampfjets: „Heute“ hatte es im Juli aufgedeckt („Rumänien kaufen Billig-Eurofighter: Österreich über den Tisch gezogen?“) – jetzt bestätigte auch das Verteidigungsministerium in Bukarest den Skandal.
Laut offiziellem Schreiben (siehe Downloads) an eine rumänische Tageszeitung sind die umstrittenen „Typhoons“ momentan zum Schleuderpreis auf dem Markt – und kosten maximal 110 Millionen US-Dollar, also knapp 71 Millionen Euro. Zum Vergleich: Österreich hat 2007 noch 106 Millionen Euro pro Jet bezahlt!

Die Rechnung ist einfach: Unser Land hat so eine halbe Milliarde Steuergeld zu viel bezahlt – obwohl Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) nach zähen Verhandlungen den Preis noch um 400 Millionen Euro drücken konnte.

Da zählen auch die Argumente wenig, dass Rumänien gebrauchte Flugzeuge kauft und noch etwas für Munition oder für neue Infrastruktur drauflegen muss. „Niemand hatte Österreich befohlen, unbedingt fabriksneue Jets zu erwerben“, meint dazu ein Experte.

Ein neues „italienisches Modell“ macht die Schnäppchen möglich. Rom will Eurofighter der ersten Tranche umrüsten und teilweise um die Hälfte des ursprünglichen Kaufpreises verscherbeln.
Interessenten gibt’s genug: Indien, die Schweiz, Griechenland und Rumänien wollen zum „Bella-Italia-Preis“ aufrüsten. In Bukarest sind die Verhandlungen weit fortgeschritten: „Die Luftwaffe lässt momentan die Jets testen, dann folgt die offizielle Ausschreibung“, so Siegfried Thiel von der Tageszeitung „Rumänien Online Kurier“. Inoffiziell hätte man sich aber bereits für den Eurofighter entschieden. Kein Wunder, bei dem Preis.

Laut Rechnungshof - dem glaube ich mehr - sieht es aber so aus:
Rechnungshof hat geschrieben:Laut Kaufvertrag verstehen sich die zwischen dem BMLV und der Firma Eurofighter Jagdflugzeug GmbH vereinbarten Preise in der Höhe von 1.329,910.581,47 EUR für den Ankauf von 18 Stück Kampfflugzeugen Eurofighter und von 629,171.467,87 EUR für die damit im Zusammenhang stehenden sonstigen von der Firma Eurofighter zu erbringenden Leistungen ohne Umsatzsteuer.

RH-Bericht:
http://www.rechnungshof.gv.at/fileadmin ... 005_03.pdf

-> rund 74 Mio. Euro pro Stück ohne Systemkosten aber inkl. Finanzierungskosten (Zinsen, Gebühren)!!!
-> wir hätten also unter 74 Mio Euro für fabrikneue Tranche II Maschinen bezahlt, Rumänien bekommt bei höherer Stückzahl für gebrauchte italienische Maschinen (sollte das überhaupt stimmen) unbekannter Tranche 71 Mio Euro. So schlecht kann unser Originalvertrag nicht gewesen sein.

"Niemand hatte Österreich befohlen, unbedingt fabriksneue Jets zu erwerben" -> Es gab damals gar keine gebrauchten Eurofighter - damals war er ein Phantomjet, der laut SPÖ Wehrsprecher Gaal niemals fliegen wird.

Tyroler
Beiträge: 15
Registriert: 05. Aug 2008, 23:11
[phpBB Debug] PHP Warning: in file [ROOT]/vendor/twig/twig/lib/Twig/Extension/Core.php on line 1275: count(): Parameter must be an array or an object that implements Countable

Re: Gratiszeitung Heute: Österreich hat EF zu teuer gekauft

Beitrag von Tyroler » 05. Aug 2008, 23:20

Die Hetze gegen den Eurofighterkauf hört wohl erst auf, wenn der letzte Eurofighter ausgemustert wurde und im Museum steht (hoffentlich wird irgendwann ein ordentliches Museum für die geflogenen Typen der Fliegertruppe eröffnet).

Klar sind bei einem gesunkenen Dollar, die Flugzeuge in Euro umgerechnet jetzt billiger als vor ein paar Jahren. Und natürlich ist ein gebrauchter Eurofighter auch "billiger" als ein neues Exemplar. Nur wie sollen die Kompensationen bei einem gebrauchten Flieger gemacht werden? Bei einem neuen Modell, können Zulieferungen mit dem Käuferland vereinbart werden oder andere Kompensationsgeschäfte für die Wirtschaft. Aber bei einem gebrauchten Modell?

Früher wurden nur gebrauchte Maschinen gekauft. So waren die Draken zuvor schon lange Jahre bei der schwedischen Luftwaffe im Dienst. Jetzt haben wir endlich neue Maschinen und dann ist es auch wieder nicht recht.

Zumal ich der Meinung bin, es macht bei Systemen wie Flugzeugen und Kampfpanzern schon einen Sinn, dieselben Maschinen einzusetzen, wie in den Nachbarländern. Das macht die Koordination bei Übungen und im Ernstfall einfacher.

Amerikanische Flugzeuge hätten wir schon alleine aufgrund der Eifersucht der Russen und umgekehrt nicht beschaffen können. Und immer nur Saab hätte schon einen verdächtigen Beigeschmack.

theoderich
Beiträge: 20984
Registriert: 09. Sep 2008, 22:29
[phpBB Debug] PHP Warning: in file [ROOT]/vendor/twig/twig/lib/Twig/Extension/Core.php on line 1275: count(): Parameter must be an array or an object that implements Countable

Re: Gratiszeitung Heute: Österreich hat EF zu teuer gekauft

Beitrag von theoderich » 29. Aug 2010, 14:12

Grüne: Deutschland zahlte für Eurofighter nur die Hälfte

Österreich haben im Vergleich zu Deutschland beim Eurofighter den doppelten Stückpreis bezahlt, behauptet der Grüne Sicherheitssprecher Peter Pilz. Auf seiner Homepage zitierte er am Sonntag aus der Anfragebeantwortung des parlamentarischen Staatssekretärs Christian Schmidt für den deutschen Verteidigungsminister.

Deutschland zahlte demnach pro Stück der Tranche 1 rund 57 Millionen Euro, Österreich rund 115 Milllionen Euro. "Besonders absurd: Die österreichischen Jets sind gebrauchte der deutschen Luftwaffe (...) Also: Die deutsche Luftwaffe kauft einen neuen Eurofighter der Tranche 1 um 57 Millionen Euro und verkauft ihn gebraucht um 115 Millionen Euro weiter", so Pilz.

"Organisierter Betrug"
Diese Diskrepanz „riecht nach organisiertem Betrug und Milliardenkorruption. Die Anfragebeantwortung, die auch die wahren horrenden Betriebskosten aufdeckt, zeigt: Wir sind nach Strich und Faden betrogen worden“, so Pilz.

Die Verantwortlichen sieht Peter Pilz in Ex-Verteidigungsminister Herbert Scheibner (heute BZÖ), Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser, Ex-Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (ÖVP) und Verteidigungsminister Herbert Darabos (SPÖ): "Das sind die Herren der verschwundenen Milliarden", so Pilz.




Kein Kommentar - meine Meinung zu den Ausdünstungen des Herrn Pilz ist ja hinlänglich bekannt.

Chris
Beiträge: 546
Registriert: 12. Mai 2008, 08:02
[phpBB Debug] PHP Warning: in file [ROOT]/vendor/twig/twig/lib/Twig/Extension/Core.php on line 1275: count(): Parameter must be an array or an object that implements Countable

Re: Gratiszeitung Heute: Österreich hat EF zu teuer gekauft

Beitrag von Chris » 30. Aug 2010, 09:28

Gruppenzwang!
Zuletzt geändert von Chris am 05. Jul 2016, 22:10, insgesamt 1-mal geändert.

Benutzeravatar
Cyclop
Beiträge: 883
Registriert: 07. Nov 2006, 13:36
[phpBB Debug] PHP Warning: in file [ROOT]/vendor/twig/twig/lib/Twig/Extension/Core.php on line 1275: count(): Parameter must be an array or an object that implements Countable

Re: Gratiszeitung Heute: Österreich hat EF zu teuer gekauft

Beitrag von Cyclop » 30. Aug 2010, 10:02

Steht eigentlich nicht viel drin im Bericht: http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/027/1702709.pdf
Auch die EUR 73.992 pro Stunde sind nicht enthalten.

theoderich
Beiträge: 20984
Registriert: 09. Sep 2008, 22:29
[phpBB Debug] PHP Warning: in file [ROOT]/vendor/twig/twig/lib/Twig/Extension/Core.php on line 1275: count(): Parameter must be an array or an object that implements Countable

Re: Gratiszeitung Heute: Österreich hat EF zu teuer gekauft

Beitrag von theoderich » 30. Aug 2010, 17:04

Rüstung: Eurofighter-Betriebskosten heben ab

Der Bericht dürfte in Österreich, wo Waffenkäufe fürs Heer traditionell Staub aufwirbeln, fürs gewohnte Hickhack sorgen: Das Heer hat 15 Eurofighter; ursprünglich hatte die Regierung Schüssel 24Stück bestellt, die Zahl wurde nach der Flutkatastrophe in Ostösterreich von 2002 sowie 2007 durch die Initiative von SP-Verteidigungsminister Norbert Darabos stark reduziert.

Wie hoch die Betriebskosten der Austro-Eurofighter sind, ist schwer zu präzisieren. Jetzt sollen es gesamt ca. 50Millionen Euro im Jahr sein, ab 2011 sogar 65Millionen, der Rechnungshof nimmt ab 2013 gar 100Mio. an.

Disput um Stückkosten
Angesichts der jährlichen Flugstunden (um die 1500) entstehen offizielle Stundenpreise von 33.000€, die auf 67.000€ steigen könnten (falls nicht auch das untertrieben ist).

Grün-Chefaufdecker Peter Pilz behauptete am Sonntag unter Hinweis auf Papiere des deutschen Parlaments, dass Deutschland die Hälfte des österreichischen Stückpreises von 114 Millionen Euro bezahlt habe; dabei seien viele der Austro-Exemplare Gebrauchte der Deutschen. Verteidigungsminister Darabos dementiert: Der Stückpreis habe 57 Mio. Euro betragen.



Eurofighter viel zu teuer?


Und das "Klopapier" hat eine noch reißerische Schlagzeile:

Klar: Eurofighter zu teuer gekauft


Manchmal frage ich mich, inwieweit ein Durchschnittsösterreicher über 18 Jahre manipulierbar ist. Die Indoktrinierung in den österreichischen Medien erinnert fast schon an Diktaturen - quasi nach dem Motto: "Du hast zu glauben was WIR schreiben / sagen - und NICHTS ANDERES!" Im gegenteiligen Fall wird der Betreffende dann als dumm dargestellt oder mit irgendwelchen anderen negativen Attributen wie Korruption oder einer fragwürdigen politischen Ausrichtung versehen, um seiner Glaubwürdigkeit möglichst nachhaltig zu schaden. Ob die Vorwürfe stimmen oder nicht ist egal, denn es zählt nur die Auflage, die Leser-. Hörer- oder Seherzahl oder die Möglichkeit sich in der Öffentlichkeit profilieren zu können. Objektivität oder ernsthafte journalistische Recherche gehen bei diesem Standardvorgang völlig unter.

theoderich
Beiträge: 20984
Registriert: 09. Sep 2008, 22:29
[phpBB Debug] PHP Warning: in file [ROOT]/vendor/twig/twig/lib/Twig/Extension/Core.php on line 1275: count(): Parameter must be an array or an object that implements Countable

Re: Gratiszeitung Heute: Österreich hat EF zu teuer gekauft

Beitrag von theoderich » 30. Aug 2010, 19:19

Der "Standard" hat einen wirklich ausgezeichneten Artikel zu dieser sehr unobjektiven Debatte publiziert - GRATULATION!

Eurofighter müssen nachgerüstet werden

So erfuhr der Standard, dass die aus politischen Gründen ausverhandelten Einsparungen nun mit aufwändigen Nachrüstungen ausgeglichen werden müssen.

Da geht es zum Beispiel um Zusatztanks, die um elf Millionen Euro nachgekauft werden müssen. Ursprünglich waren die Tanks, die eine größere Reichweite der Flugzeuge (beziehungsweise eine längere Verweildauer in der Luft) bewirken sollen, im Angebot enthalten und sollten von Österreich auch bestellt werden.


Wer wenig fliegt, fliegt teuer

Dasselbe gilt für die Kosten einzelner Flugstunden: "Je weniger wir fliegen, desto teurer wird es", sagt Oberst Michael Bauer vom Verteidigungsministerium.

Was es kostet, einen Eurofighter eine Stunde in der Luft zu halten, ist nicht einfach mit einer Zahl zu beantworten, versichert Bauer, der zum Thema Eurofighter seine eigene Diplomarbeit geschrieben hat. Am Sonntag hat das Hamburger Nachrichtenmagazin Der Spiegel berichtet, dass der Preis pro Flugstunde bei 73.992 Euro liege.

Diese in einer Anfragebeantwortung an die deutsche Linkspartei genannte Zahl unterscheidet sich auffällig von den Zahlen, die vom Bundesheer kolportiert wurden. Diese lagen in Größenordnungen von 28.000 bis 33.000 Euro - je nach Zahl der Flugzeuge und den pro Jahr angenommenen Flugstunden.

Stundenpreis: 40.000 Euro

Wenn Mitte 2011 die Einführungsphase des Eurofighters beim Bundesheer abgeschlossen sein wird, rechnet man mit einem Stundenpreis von 40.000 Euro. Im Schnitt wird im künftigen Normalbetrieb jeder Flieger etwa 100 Stunden pro Jahr in der Luft sein. Aber da die Fluggeräte unterschiedlich alt sind, werden die Kosten ebenfalls nur Durchschnittswerte darstellen können.

"Da kommt es halt darauf an, was man alles hineinrechnet", sagt der pensionierte Generalmajor Erich Wolf, ehemals Air-Chief des Bundesheeres: "Theoretisch kann man anteilig auch das Gehalt des Verteidigungsministers dazurechnen."

Teures Drumherum

Tatsächlich werden nach den österreichischen Berechnungen Gehälter und anteilige Ausbildungskosten von Piloten und Technikern, Ersatzteile, Wartung und Treibstoff sowie die Kosten der militärischen Flugsicherung als Systemkosten in die Kosten der Flugstunde hineingerechnet.

Ein neuer Kostenfaktor sind die erwähnten Zusatztanks. 13 Stück davon wurden - um insgesamt elf Millionen Euro - gekauft. Um sie auch verwenden zu können, bedarf es aber eines Software-Updates, das die eingebaute Treibstoffpumpe auch erkennt.

Problem der Software: Sie ist für voll ausgestattete Eurofighter entwickelt worden, nicht für die abgespeckte Version, die unter Darabos bestellt wurde. Und diese verfügt über kein Selbstschutzsystem - das die Software aber als Voraussetzung für einen sicheren militärischen Flugbetrieb ansieht.

Weil die Software bisher noch nicht auf die österreichischen Sonderwünsche (also ohne Selbstschutz) abgestimmt werden konnte, sind die Zusatztanks derzeit noch nicht implementiert.
(Conrad Seidl/DER STANDARD-Printausgabe, 31.8.2010)



Prometheus
Beiträge: 334
Registriert: 26. Mai 2009, 08:50
[phpBB Debug] PHP Warning: in file [ROOT]/vendor/twig/twig/lib/Twig/Extension/Core.php on line 1275: count(): Parameter must be an array or an object that implements Countable

Re: Gratiszeitung Heute: Österreich hat EF zu teuer gekauft

Beitrag von Prometheus » 30. Aug 2010, 23:17

Am Sonntag hat das Hamburger Nachrichtenmagazin Der Spiegel berichtet, dass der Preis pro Flugstunde bei 73.992 Euro liege.


würde mich die rechnung interessieren.
eine flugstunde des B2 bomber kostet laut US verteidigungsministerium ungefähr genausoviel.
vermutlich wird in deutschland viel anteilig dazugerechnet.

Benutzeravatar
Cyclop
Beiträge: 883
Registriert: 07. Nov 2006, 13:36
[phpBB Debug] PHP Warning: in file [ROOT]/vendor/twig/twig/lib/Twig/Extension/Core.php on line 1275: count(): Parameter must be an array or an object that implements Countable

Re: Gratiszeitung Heute: Österreich hat EF zu teuer gekauft

Beitrag von Cyclop » 31. Aug 2010, 08:39

Die Berechnung der Kosten pro Flugstunde ist völlig willkürlich, daher kann man nur innerhalb einer Luftwaffe vergleichen (wenn alle Rechenmodelle gleich sind!). Du hast fixe und laufende Kosten für den Betrieb der Jets, direkte und indirekte Kosten. Manche rechnen den Anschaffungpreis mit ein, manche die vollständige Ausbildung der Piloten samt Unterkünfte von der Selektion bis zum fertigen Piloten - inkl. der Kosten aller Trainer. Manche wieder rechnen nur Treibstoff und ein bisserl Wartung.

theoderich
Beiträge: 20984
Registriert: 09. Sep 2008, 22:29
[phpBB Debug] PHP Warning: in file [ROOT]/vendor/twig/twig/lib/Twig/Extension/Core.php on line 1275: count(): Parameter must be an array or an object that implements Countable

Re: Gratiszeitung Heute: Österreich hat EF zu teuer gekauft

Beitrag von theoderich » 31. Aug 2010, 21:47

In den "Salzburger Nachrichten" stellt man fragwürdige Vergleiche an und jongliert mit Zahlen, um die Betriebskosten des "Eurofighter" möglichst hoch erscheinen zu lassen:

Jets um 74.000 Euro pro Stunde

Eine Nachfrage der SN im österreichischen Verteidigungsressort ergab, dass auch einige der anderen Angaben der deutschen Anfragebeantwortung auf Österreich zutreffen. Deren brisanteste: Auch in Österreich kostet eine Betriebsstunde des Eurofighters (inklusive Sprit, Materialerhaltung, Munition und Training) rund 74.000 Euro. Das ist fast doppelt so viel wie das durchschnittliche Jahreseinkommen eines Soldaten (35.500 Euro).

Legt man das auf die bisherigen Flugstunden der österreichischen Eurofighter um (rund 2000), ergibt das eine Gesamtsumme von 140 Mill. Euro, die Österreich bisher für den Betrieb der 15 Eurofighter aufgewendet hat.

Das Bundesheer hat pro Jahr 50 Mill. Euro für den Betrieb der Jets budgetiert – bei einem Gesamtbudget von rund zwei Mrd. Euro ein doch erheblicher Betrag.

Auch einige andere Angaben aus der Anfragebeantwortung der deutschen Bundesregierung können auf Österreich umgelegt werden. So etwa, dass pro Stunde rund 3500 Kilogramm Treibstoff verbraucht werden. Und dass eine Flugstunde einen durchschnittlichen Kohlendioxidausstoß von elf Tonnen verursacht.



Dazu noch ein entsprechend hämischer Kommentar bei dem (Weil der Dummkopf von Leser dem Journalisten jeden Unsinn abkauft.) die Betriebskosten des "Eurofighter" gegen Einsparungen in anderen Ressorts aufgerechnet werden - wenn sich der Autor schon im nächsten Satz selbst die "Argumentationsgrundlage" berechtigterweise entzieht, warum nützt er sie dann überhaupt ?:

    Eurofighter: Geldvernichten wie im Fluge

    Gleichzeitig schützt Österreich seinen Luftraum mit 15 überteuerten Flugzeugen, von denen eines - ohne Ausstattung - 57 Millionen Euro kostet. Mit Ausstattung erhöht sich der Preis auf mehr als hundert Millionen, er bewegt sich also im Bereich dessen, was Österreich nächstes Jahr beim Unterricht einspart. Pro Jet, wohlgemerkt. Die Betriebskosten betragen heuer 50 Millionen. Kommendes Jahr 70 Millionen. Ab 2013 hundert Millionen. Gerechnet auf die Lebensdauer der Jets werden Betriebskosten von drei Mrd. Euro anfallen. Die Regierung Schüssel, die die Jets anschaffte, gaukelte uns die Hälfte dieses Betrags vor.
    Gewiss: Man kann die Landesverteidigung nicht gegen die Ausgaben für die Familien-, die Sozial- und die Unterrichtspolitik gegenrechnen.


    Und doch muss der Hinweis gestattet sein, dass Österreich um einen Bruchteil des Geldes, das für die Eurofighter aufgewendet wurde, ein weit effizienteres und klügeres System zur Verteidigung der Luft hätte aufbauen können. Etwa durch die Beteiligung an der Luftwaffe eines oder mehrerer befreundeter Nachbarn. Oder, noch besser, durch Initiativen zum Aufbau eines europäischen Überwachungssystems. Es ist nicht einzusehen, dass Europa zu Lande mit großen Schritten in Richtung auf eine gemeinsame Verteidigungspolitik marschiert, während zur Luft so getan wird, als müsse sich jeder gegen blutrünstige Nachbarn wehren.


      Für eine "gemeinsame Verteidigungspolitik" in der Österreich nichts beizusteuern braucht gibt es keine, aber auch wirklich ÜBERHAUPT KEINE ANZEICHEN! Und die EU übernimmt auch keine Aufgaben die die militärische Souveränität ihrer Mitgliedsstaaten untergraben.

    Ich beginne mich langsam zu fragen, wie man das Hirn eines österreichischen Journalisten auf Erbsengröße bringt ...

    http://mein.salzburg.com/blog/koller/2010/08/eurofighter-geldvernichten-wie.html

Und der Bericht in der "Krone" ist geradezu lächerlich:

Eurofighter-Preis: Hersteller gibt Darabos Recht

Von den 15 Flugzeugen sind ab 2008 11 Stück direkt aus bereits an Deutschland gelieferten Beständen gekommen, sechs davon sind gebraucht angeschafft worden. Dies sei ein Weg gewesen, um die Lieferungen zu beschleunigen, erläuterte der Eurofighter-Sprecher, andernfalls hätte Österreich länger auf die Abfangjäger warten müssen.


Auf die Frage, ob Österreich für die gebrauchten Eurofighter gleich viel bezahlt habe wie für die ganz neuen, meinte Bonelli: Er glaube, dass erstere ein bisschen billiger gewesen seien.


Rechnungshof "schuld" am Zahlenstreit?

Dass die beiden Streitparteien auf so unterschiedliche Kaufpreise kommen und auch Pilz' Verhältnis-Berechnung mit den Wartungsverträgen eine andere Zahl hervorbringt - 85 Millionen Euro werden übrigens auf Wikipedia als Eurofighter-Preis angeführt - , könnte seinen Ursprung beim Rechnungshof haben. Die Zahl 114 Millionen Euro (Pilz rundet stets auf 115 auf) pro Flieger wurde erstmals in einem RH-Bericht errechnet und fortan von Bundesheer, Opposition sowie den Medien übernommen.

Bei dieser Rechnung wurden vom Rechnungshof aber kurzerhand die Gesamtkosten der Anschaffung von 1,709 Milliarden Euro durch 15 dividiert, was 113,9 Mio. ergibt. Im Gesamtpaket sind aber zum Beispiel Stornokosten von rund 60 Millionen Euro für den Darabos-Deal (Reduktion auf 15 Tranche-1-Flugzeuge statt 18 der Tranche 2) enthalten, die dann am Flugzeug selbst in Form von Ausrüstung oder einem Wartungsvertrag freilich nicht auffindbar sind.

Der RH hielt dem Verteidigungsministerium damals auch vor, dass der Kaufpreis beim ursprünglichen Tranche-2-Vertrag 109 Millionen pro Jet ausgemacht hat, sich mit Darabos' Deal dann auf 114 Mio. pro Stück erhöhte, was erneut die Miteinbeziehung weiterer Vertragskosten im Stückzahlpreis nahelegt.



Allein die Zitation von Wikipedia disqualifiziert die ohnehin unseriöse "Kronen Zeitung" ein für alle Mal.
Zuletzt geändert von theoderich am 01. Sep 2010, 09:11, insgesamt 1-mal geändert.

em
Beiträge: 412
Registriert: 07. Feb 2006, 23:59
[phpBB Debug] PHP Warning: in file [ROOT]/vendor/twig/twig/lib/Twig/Extension/Core.php on line 1275: count(): Parameter must be an array or an object that implements Countable

Re: Gratiszeitung Heute: Österreich hat EF zu teuer gekauft

Beitrag von em » 31. Aug 2010, 22:24

anfrage bez. zusatztanks für unsere ef. weiß jemand genaueres, dass tatsächlich 13 zusatztanks (mit pumpen?) um 11 mio euro gekauft oder in beschaffung sind? laut angaben des berichtes vom standard würden diese wegen softwareprobleme unserer ef vorläufig nicht benützt werden können.

theoderich
Beiträge: 20984
Registriert: 09. Sep 2008, 22:29
[phpBB Debug] PHP Warning: in file [ROOT]/vendor/twig/twig/lib/Twig/Extension/Core.php on line 1275: count(): Parameter must be an array or an object that implements Countable

Re: Gratiszeitung Heute: Österreich hat EF zu teuer gekauft

Beitrag von theoderich » 01. Sep 2010, 07:43

Über die Stückzahl ist nichts genaueres zu erfahren, aber es wurden tatsächlich Zusatztanks angekauft:

4801/J (XXIII. GP)
Zusatzausrüstung für die Eurofighter
(10. Juli 2008)

2. Welche Zusatzausrüstungen bzw. Systemkomponenten haben Sie in ihrer Amtszeit für den Eurofighter angeschafft bzw. neu angeschafft (bitte einzeln anführen)?


    Zu 2:

    Für das System Eurofighter „Typhoon“ wurden Zusatztanks einer Beschaffung zugeführt.

10. Seit wann ist im österreichischen Bundesheer bekannt, dass Zusatztanks für die Eurofighter zu dem Zweck des Testens der Treibstoffanlage nötig sind ?

11. War dies schon zur Zeit des Abschlusses des Eurofighter-Kaufvertrages allgemeiner Wissensstand?

12. Warum haben Sie diesen Umstand nicht bei Abschluss der Vergleichsverhandlungen mit der Eurofighter GmbH berücksichtigt?


    Zu 10 bis 12:

    Die Notwendigkeit von Zusatztanks zum Testen der Treibstoffanlage zeigte sich im Zuge
    der Bearbeitung des Materialerhaltungskonzepts.


Teurofighter in Deutschland


Die U-Bahn Zeitung versucht die Debatte mit überaus polemischer Berichterstattung weiter anzuheizen:

Eurofighter: Noch 3 Milliarden zu zahlen!

Bild


Ministerium: "Ja: Schwarz-Blau kaufte zu teuer"


Cyclop hat geschrieben:Steht eigentlich nicht viel drin im Bericht: http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/027/1702709.pdf
Auch die EUR 73.992 pro Stunde sind nicht enthalten.


Doch, ein paar Informationen sind schon enthalten - allerdings sind sie mit Österreich nicht vergleichbar:

Neuburger Jagdgeschwader 74

6. Wie hoch waren die Gesamtkosten des Eurofighters pro Flugstunde in den Jahren 2007, 2008 und 2009?


    Die Kosten (Betriebskosten und kalkulatorische Kosten) der Flugstunden für Luftfahrzeuge der Bundeswehr werden jährlich im Ministerialblatt des Bundesministeriums der Verteidigung veröffentlicht.
    Bisher ließen programmbedingte Kostenschwankungen in der Einführungsphase EUROFIGHTER keine statistisch repräsentative Ermittlung der flugstundenbezogenen Kosten zu.² Daher wurden rechnerisch die Kosten pro Flugstunde wie beim Waffensystem TORNADO zugrunde gelegt, das heißt die Flugstundenkosten für 2007 und 2008 entsprechen den TORNADO-Werten (2007: 41 804 Euro, 2008: 40 426 Euro).
    Mit Erreichen eines statistisch stabileren Flugbetriebs wurden die Kosten für das Waffensystem EUROFIGHTER erstmals für das Jahr 2009 mit 73 992 Euro ermittelt.³

      ² Die ermittelten Kosten waren in den Vorjahren nicht repräsentativ, u. a. wegen des hohen Anteils stückzahl-
      und flugstundenunabhängiger Musterfestkosten und des niedrigen Bestands an EUROFIGHTER in Verbindung mit dem niedrigeren Flugstundenaufkommen im Anfangsflugbetrieb.

      ³ Die Berechnung basiert auf dem Betrieb von 48 von insgesamt 180 Luftfahrzeugen EUROFIGHTER durch Deutschland in 2009.

7. Wie hoch sind die Anschaffungskosten des Eurofighters pro Stück ohne Bewaffnung, und wie hoch mit Bewaffnung?

    Die durchschnittlichen Anschaffungskosten der in Neuburg an der Donau stationierten Luftfahrzeuge EUROFIGHTER Tranche 1 betrugen ca. 57 Mio. Euro pro Stück einschließlich Umsatzsteuer. Der EUROFIGHTER trägt Waffen, die bereits für andere fliegende Systeme beschafft wurden. Diese werden außerhalb des Vorhabens EUROFIGHTER beschafft und sind dem Waffensystem EUROFIGHTER daher nicht zuzuordnen. Vor diesem Hintergrund können keine „Anschaffungskosten EUROFIGHTER pro Stück mit Bewaffnung“ ermittelt werden.

    In den EUROFIGHTER-Beschaffungsverträgen sind nicht die Luftfahrzeug-Stückpreise, sondern die Finanzierungsanteile der einzelnen Partnernationen am Gesamtvorhaben festgelegt. Der hier genannte Stückpreis wurde berechnet als Summe des deutschen Finanzierungsanteiles an den Beschaffungsverträgen Tranche 1 und aller Nebenleistungen.



Die Beantwortung der Anfrage enthüllt auch die extreme Unobjektivität in der Berichterstattung der österreichischen Medien.

Ich habe auch noch Informationen gefunden, was in Deutschland alles in die Betriebskosten von militärischen Luftfahrzeugen hineingerechnet wird:

Waffensystem

TORNADO IDS
    22 500 (Betriebskosten in 2006 - in Euro pro Flugstunde)
    41 155 (Gesamtkosten in 2006 - in Euro pro Flugstunde)

TORNADO ECR
    17 061
    33 178

PHANTOM F-4F
    15 653
    22 557

Die Betriebskosten beinhalten die Kosten für die Materialerhaltung, die Betriebsstoffe, die Bundeswehrinstandsetzung und die Besatzung. Die Gesamtkosten umfassen zusätzlich die kalkulatorischen Kosten für Abschreibung und Versorgungsleistungen des Personals.



P.S.: Hier ist noch der Bericht des "Spiegel" der die ganze Kampagne in Österreich angefacht hat:

Bundeswehr plant weiter mit Atomwaffen-Tornados


Prometheus
Beiträge: 334
Registriert: 26. Mai 2009, 08:50
[phpBB Debug] PHP Warning: in file [ROOT]/vendor/twig/twig/lib/Twig/Extension/Core.php on line 1275: count(): Parameter must be an array or an object that implements Countable

Re: Gratiszeitung Heute: Österreich hat EF zu teuer gekauft

Beitrag von Prometheus » 01. Sep 2010, 16:07

Eurofighter: Noch 3 Milliarden zu zahlen!


Auf 30 Jahre macht das 100 Millionen pro Jahr aus.
Nicht die Welt und es ist bekannt, dass man während der lebensdauer von fliegern ca. nochmals den Einkaufspreis ausgeben muss.

vergleiche hierzu F-35

Man rechnet mit ca. 350 Mrd. Einkauf und bis zur ausserdienststellung nach 2040
mit nochmal 650 mrd.

theoderich
Beiträge: 20984
Registriert: 09. Sep 2008, 22:29
[phpBB Debug] PHP Warning: in file [ROOT]/vendor/twig/twig/lib/Twig/Extension/Core.php on line 1275: count(): Parameter must be an array or an object that implements Countable

Re: Gratiszeitung Heute: Österreich hat EF zu teuer gekauft

Beitrag von theoderich » 01. Sep 2010, 17:54

Ministerium rechnete Flugzeugpreis höher als Minister

Anders steht es allerdings in den Unterlagen des Verteidigungsministeriums, die der Grünen-Sicherheitssprecher Peter Pilz am Montag präsentiert hat.

Sie stammen aus einer Besprechung vom 14. April 2003, in der die Verantwortlichen des Ministeriums dem damaligen Minister Günther Platter (ÖVP) vorgerechnet haben, was man unbedingt kaufen müsste, um den von Platters Vorgänger Herbert Scheibner (damals FPÖ, heute BZÖ) im Sommer 2002 abgeschlossenen Vorvertrag einzuhalten und dennoch Kosten zu sparen.

Und da steht der Stückpreis des Fluggeräts mit 76.172.490,63 Euro plus Radar um 5.614.920,09 angegeben - macht 81.787.410,72 Euro als "fly away"-Preis.



Wie kommt Pilz immer zu solchen Unterlagen? Gibt es innerhalb des BMLV irgendwelche Leute die damit "ihre Karriere fördern wollen", sich "ein Zubrot verdienen" oder es ihrem Arbeitgeber "heimzahlen" wollen, für was auch immer? Oder stammen sie überhaupt aus dem Umfeld des Ministers?

Chris
Beiträge: 546
Registriert: 12. Mai 2008, 08:02
[phpBB Debug] PHP Warning: in file [ROOT]/vendor/twig/twig/lib/Twig/Extension/Core.php on line 1275: count(): Parameter must be an array or an object that implements Countable

Re: Gratiszeitung Heute: Österreich hat EF zu teuer gekauft

Beitrag von Chris » 01. Sep 2010, 18:07

Gruppenzwang!
Zuletzt geändert von Chris am 05. Jul 2016, 22:10, insgesamt 1-mal geändert.

Antworten
[phpBB Debug] PHP Warning: in file [ROOT]/vendor/twig/twig/lib/Twig/Extension/Core.php on line 1275: count(): Parameter must be an array or an object that implements Countable