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Rechnungshofbericht zu Eurofighter (Darabos-Deal)

Flugzeuge, Großgerät, Fliegerhorste, ...
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Cyclop
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Rechnungshofbericht zu Eurofighter (Darabos-Deal)

Beitrag von Cyclop » 16. Jul 2008, 12:37

Exklusiv: NEWS veröffentlicht geheimen Eurofighter-Rechnungshofbericht.

Utl.: Geheimnis um unter Verschluss gehaltenes Prüfungsergebnis gelüftet. Republik erspart sich durch Jet-Vergleich 375 Millionen Euro.

Wien (OTS) - Das Nachrichtenmagazin NEWS veröffentlicht in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe den als "Verschluss" gekennzeichneten Rechnungshof-Rohbericht zu den Eurofightern.
Das geheim gehaltene "Prüfungsergebnis" hat den Vergleich der Republik Österreich mit dem Jet-Hersteller "Eurofighter Jagdflugzeug GmbH" zum Inhalt. Die peniblen Prüfer des Rechnungshofes haben dabei das Zustandekommen und die Auswirkungen der von Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) verhandelten Stückzahlreduktion durchleuchtet.

Darabos erntet dabei Kritik, weil durch die Stückzahlreduktion auch der Umfang der Gegengeschäfte reduziert wurde. Zudem habe er bei den Verhandlungen mit dem Jet-Hersteller geführt, ohne das Finanz- und das Wirtschaftsministerium einzubinden.

Allerdings: Beim Kernpunkt, den Einsparungen, kommt Darabos vergleichsweise gut weg. Denn in Summe seien 374,75 Millionen eingespart worden.

Die Abbestellung von drei Jets habe einen Wert von 307 Millionen Euro umfasst. An Stornokosten seien im Gegenzug 57 Millionen Euro fällig geworden. 250 Millionen Euro zahle daher der Hersteller "
frühestens im September 2008 und spätestens im März 2009" zurück.

Weitere 120 Millionen Euro seien bei den "In-Service-Support"- Verträgen eingespart worden. Vier Millionen Euro seien bei der Infrastruktur und 750.000 Euro bei den Güteprüfungen gespart worden.
Zudem werden weitere Einsparungen, deren Volumen nicht quantifiziert werden konnte, aufgelistet. Zitat: ""Der RH stellte weiters Bemühungen des BMLV zur Ermittlung von Einsparungsmöglichkeiten, insbesondere bei Logistik-Leistungen, fest, und empfahl, diese
Aktivitäten mit Nachdruck zu betreiben."


Es handelt sich um VERZICHT nicht um ERSPARNIS! Da gibt es einen riesen Unterschied, denn die 15 Eurofighter können keine permanente Luftraumüberwachung mehr garantieren und die zunächst einbehaltenen 120 Mio für Support fallen später über den Lebenszyklus an. NEWS stellt die Sache ziemlich eigenwillig dar.

Neben der Stückzahlreduktion:
-) 6 Maschinen werden nur gebraucht gekauft - dabei sind so alte Flieger wie GS003 (der 3. Einsitzer, der an die Luftwaffe ging!)
-) Reduktion der Gegengeschäfte in der Höhe von 2x374,75 Mio Euro!
-) Deppensteuer in der Höhe von 57 Mio Euro ohne Gegenleistung!
-) Statt Tranche II nun Tranche I Block 5
-) Weder Selbstverteidigungspaket, noch IR-Sensor PIRATE, noch Datenhelm enthalten

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Re: NEWS veröffentlicht vertraulichen RH Bericht zu Eurofighter

Beitrag von Doppeladler » 16. Jul 2008, 17:57

Wirklich interessant, dass gerade jene Teile durchsickern, die der SPÖ im Wahlkampf nützen. Von der Formulierung einmal abgesehen.

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Re: NEWS veröffentlicht vertraulichen RH Bericht zu Eurofighter

Beitrag von Nikolaus » 16. Jul 2008, 18:03

News ist natürlich ein Presseorgan der roten Reichshälfte und damit ist wohl auch klar, dass dort kalmiert wird.

Cyclop hat geschrieben:-) 6 Maschinen werden nur gebraucht gekauft - dabei sind so alte Flieger wie GS003 (der 3. Einsitzer, der an die Luftwaffe ging!)

Das ist ein rein optisches Problem. Tatsächlich sind die Maschinen erst wenige Jahre alt und daher nahezu neuwertig.

Cyclop hat geschrieben:-) Reduktion der Gegengeschäfte in der Höhe von 2x374,75 Mio Euro!

Stimmt. Die Offsets sind aber in der Realität Makulatur zur Beruhigung der Bevölkerung.

Cyclop hat geschrieben:-) Deppensteuer in der Höhe von 57 Mio Euro ohne Gegenleistung!

Stimmt.

Cyclop hat geschrieben:-) Statt Tranche II nun Tranche I Block 5

Stimmt. Ist aber bis auf weiteres irrelevant, da keine für die LRÜ wesentlichen Leistungen eingeschränkt werden. Ob sich logistische Probleme ergeben, wird sich noch zeigen. Aber sicher nicht in den nächsten 10 Jahren.

Cyclop hat geschrieben:-) Weder Selbstverteidigungspaket, noch IR-Sensor PIRATE, noch Datenhelm enthalten

Stimmt. Ist aber (bis auf Pirate) für die LRÜ irrelevant.

Der Darabos-Vergleich ist natürlich eine Katastrophe, aber meiner Meinung nach v.a. wegen des Vorgehens (freie Verhandlung durch den Minister ohne Einbindung von Experten bzw. des Finanzministeriums). Inhaltlich sehe ich v.a. die Stückzahlreduktion als Problem, nicht jedoch die Gebrauchtlösung und die Ausrüstungseinsparungen (bis auf Pirate, das tut weh). Bitte nicht vergessen, dass das Zusammenstreichen schon vor Darabos begann. Unter anderem konnte man sich nicht einmal so kostspielige Features wie Außentanks leisten.

Die ganze EF-Beschaffung ist meiner Meinung nach eine Farce. Darabos hat dem ganzen nur noch die Krone aufgesetzt. Wir bekamen auch vor ihm ein Top-Notch-Kampfflugzeug ohne entsprechender Verwendungsmöglichkeit bzw. ohne militärischem Auftrag. EF für das reine Air Policing ist wie Perlen vor Säue werfen.

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Re: NEWS veröffentlicht vertraulichen RH Bericht zu Eurofighter

Beitrag von Cyclop » 16. Jul 2008, 20:33

Nikolaus hat geschrieben:Das ist ein rein optisches Problem. Tatsächlich sind die Maschinen erst wenige Jahre alt und daher nahezu neuwertig.

Erstflug GS003 war am 24.11.2004 !!! - die von Darabos angegebenen Flugstunden von 144 bei der Luftwaffe werden weit überschritten. Wer weiß was die schon für Stunts hinter sich haben. Die Lebensdauer der Flieger und Triebwerke sind nun stark unterschiedlich und dadurch auch die Wartungsanforderungen.

Nikolaus hat geschrieben:Die Offsets sind aber in der Realität Makulatur zur Beruhigung der Bevölkerung.

Sehe ich nicht so. Offsets für Rüstungsgeschäfte sind in Europa üblich und haben sich auch in Österreich bereits bestens bewährt. Alleine die entgangene Mehrwertsteuer, die ja auf jeden Fall abfällt, beträgt 150 Mio Euro!!!

Nikolaus hat geschrieben:Stimmt. Ist aber bis auf weiteres irrelevant, da keine für die LRÜ wesentlichen Leistungen eingeschränkt werden. Ob sich logistische Probleme ergeben, wird sich noch zeigen. Aber sicher nicht in den nächsten 10 Jahren.

Tranche II hätte verbesserte Hard- und Software für die Steuerung des gesamten Vogels gebracht - von höherer Rechnerleistung bis verbesserter Triebwerksteuerung. Spätere Logistikprobleme sind uns sicher und sie sind 100% hausgemacht.

Nikolaus hat geschrieben:Stimmt. Ist aber (bis auf Pirate) für die LRÜ irrelevant.

Ein Luftraumüberwachungsflugzeug sollte schon auch in der Lage sein sich selbst zu verteidigen, wenn nicht sogar ein zu schützendes Objekt etc. Insofern sind alle Einsparungen, die die Luftkampffähigkeit schwächen ein Problem.
Der Datenhelm ist die logische Weiterentwicklung des HUD. Zeigt Fluglagedaten an, ist Helmvisier und kann die Bilder des PIRATE ins Sichtfeld projizieren, etc - "Situational Awareness"

Nikolaus hat geschrieben:EF für das reine Air Policing ist wie Perlen vor Säue werfen.

Wieso? Eurofighter ist der ideale Abfangjäger! Hohe Steigleistung, hohe Verweildauer bei Objektschutz, beste Sensorik, hohe Betriebssicherheit, hohe Lebensdauer. Und: Laut Rechnungshof has sich das beste Preis/Leistungsverhältnis durchgesetzt -> Bestbieter

Nikolaus
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Re: NEWS veröffentlicht vertraulichen RH Bericht zu Eurofighter

Beitrag von Nikolaus » 17. Jul 2008, 09:26

Cyclop hat geschrieben:Erstflug GS003 war am 24.11.2004 !!! - die von Darabos angegebenen Flugstunden von 144 bei der Luftwaffe werden weit überschritten. Wer weiß was die schon für Stunts hinter sich haben. Die Lebensdauer der Flieger und Triebwerke sind nun stark unterschiedlich und dadurch auch die Wartungsanforderungen.


Gekauft wurde ein gebrauchtes Flugzeug, das eine definierte Leistungsfähigkeit aufweist. Erbringt es diese nicht, besteht genauso wie bei einem Neugerät Gewährleistungsanspruch. Und 4 Jahre ist für ein Kampfflugzeug, das nicht im Einsatz war, so gut wie neu.
Natürlich wären Neuflugzeuge besser, aber ich sehe das nicht als wesentliches Problem. Wir kaufen da ja nicht irgendeine Gurke, sondern ein mit den anderen Maschinen baugleiches Modell.

Cyclop hat geschrieben:Sehe ich nicht so. Offsets für Rüstungsgeschäfte sind in Europa üblich und haben sich auch in Österreich bereits bestens bewährt. Alleine die entgangene Mehrwertsteuer, die ja auf jeden Fall abfällt, beträgt 150 Mio Euro!!!

Da ich seit Jahren mit Ausschreibungen und Beschaffungen zu tun habe, kann ich Dir garantieren, dass auch EADS keinen Cent verschenken wird. Alles, was da an Goodies aufs Geschäft draufgepackt wird, kommt in der Kostenrechnung vor und wird an anderer Stelle wieder erwirtschaftet. Also ein reines Nullsummenspiel.

Cyclop hat geschrieben:Tranche II hätte verbesserte Hard- und Software für die Steuerung des gesamten Vogels gebracht - von höherer Rechnerleistung bis verbesserter Triebwerksteuerung. Spätere Logistikprobleme sind uns sicher und sie sind 100% hausgemacht.

Für die LRÜ ist der EF besser geeignet als alles, was wir vorher hatten. Und zwar um Längen. Ob Tranche 1 oder 2 ist für die Realität der österreichischen LRÜ völlig irrelevant. So weit mir bekannt, wurde seit dem zweiten Weltkrieg über Österreich in der Luft kein Schuss (in einem Einsatz) abgegeben. Nicht vergessen, dass wir hinfliegen, ein Foto machen, einen Beschwerdebrief schreiben und das wars dann. Für mehr hatten wie niemals die Eier, auch wenn es in manchen Fällen (z.B. F117-Überflüge) durchaus angebracht gewesen wäre.
Und tut bitte nicht immer so, als ob der T1 EF veraltet, leistungsschwach oder sonst irgendwie schlecht wäre. Der T1 EF ist ein Top Notch Kampfflugzeug und State of the art in den europäischen Luftwaffen (die ihn im übrigen v.a. für Kampfeinsätze brauchen, weniger für das reine Air Policing). Die T2 ist eine Weiterentwicklung, mehr nicht.

An die Logistikprobleme mag ich nicht so recht glauben, da EADS die Ersatzteilversorgung wohl gewährleisten wird. Ansonsten ist ein Kampfflugzeug ja nicht zu betreiben. Ich gehe fest davon aus, dass das vertraglich alles geregelt ist. Ansonsten können wir die Mühlen gleich zurückgeben. Außerdem ist ja noch nicht klar, ob die anderen Betreiberstaaten ebenfalls Upgrades machen. Jedenfalls sehe ich hier keinen Grund zur Panik.

Cyclop hat geschrieben:Ein Luftraumüberwachungsflugzeug sollte schon auch in der Lage sein sich selbst zu verteidigen, wenn nicht sogar ein zu schützendes Objekt etc. Insofern sind alle Einsparungen, die die Luftkampffähigkeit schwächen ein Problem.
Der Datenhelm ist die logische Weiterentwicklung des HUD. Zeigt Fluglagedaten an, ist Helmvisier und kann die Bilder des PIRATE ins Sichtfeld projizieren, etc - "Situational Awareness"

Auch ein T1 Eurofighter ist ein Hochleistungskampfflugzeug und für den Luftkampf voll einsatzfähig. Ich sehe nicht, was die T2 da für die LRÜ an wesentlichen Mehrleistungen bringen würde. Wir ziehen mit den Maschinen nicht in den Krieg, Eloka und BVR und der ganze andere Schnickschnack sind für uns völlig unerheblich.

Cyclop hat geschrieben:Wieso? Eurofighter ist der ideale Abfangjäger! Hohe Steigleistung, hohe Verweildauer bei Objektschutz, beste Sensorik, hohe Betriebssicherheit, hohe Lebensdauer. Und: Laut Rechnungshof has sich das beste Preis/Leistungsverhältnis durchgesetzt -> Bestbieter


Ich bezweifle nicht, dass der EF für die LRÜ geeignet ist, aber genauso gut kann man sagen, dass ich mit einer Arleigh Burke einen Fischkutter bewachen kann. Ob das kosteneffizient ist, wage ich zu bezweifeln.

Bitte nicht vergessen: Wir haben die EF für das reine Air Policing gekauft. Für alles andere fehlt die Ausbildung, die nötige Anzahl an Piloten und Maschinen, die ganze Logistik, die Ausrüstung und auch die Einsatzerfahrung und zuguterletzt der Auftrag.
Die anderen Betreiberstaaten benötigen den EF für echte militärische Einsätze, in denen geschossen wird und in denen sich der EF gegen Flankers durchsetzen muss. Dort macht er auch Sinn, inklusive der nötigen Ausrüstung.

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Re: NEWS veröffentlicht vertraulichen RH Bericht zu Eurofighter

Beitrag von Cyclop » 17. Jul 2008, 13:00

Gebrauchte Maschinen: grundsätzlich sind leicht gebrauchte Flieger kein Problem, wenn die Preisreduktion stimmt (vielleicht wissen wirs ja bald). Aber: Kann mir nicht vorstellen, dass die behaupteten Flugstunden stimmen -> wiedereinmal wird man von diesem Minister zum Narren gehalten.
Gegengeschäfte: Niemand hat behauptet, dass Gegengeschäfte gratis sind. Logisch, dass die Flieger ohne Gebühr für die Abwicklung der Gegengeschäfte billiger gewesen wären. Das war eine wirtschaftspolitische Entscheidung. Alleine die Tatsache, dass EADS nun aktiv in Österreich Partner suchen muss ist gold wert. Hier entstehen neue Geschäftsbeziehungen in der High Tech Branche. Jeder der ein bisserl Ahnung von VWL hat weiß, dass das auch ohne "Umwegrentabilität" kein Nullsummenspiel sein kann.
Tranchen: Wir war nicht klar, dass Du noch einer dieser "Fotoflieger" Typen bist. Wann hast Du auf Deinem Rechner das letzte Sicherheitsupdate gemacht? Würdest Du Dir jetzt noch einen Pentium III Rechner kaufen? Zum Thema Logistik hat EADS sicher angemerkt, bis wann welche Teile geliefert werden können.
T1 ohne DASS, PIRATE, Bedrohungsbibliotheken, Helmvisier ist sicherlich nicht mit den ursprünglich bestellten T2 Maschinen vergleichbar.
Kosteneffizienz: Bitte endlich zur Kenntnis nehmen: Der Eurofighter hat die Ausschreibung gewonnen. Laut RH zurecht als Bestbieter ermittelt, obwohl die Ausschreibung auf Gripen/F-16/Mirage etc. zugeschnitten war. Die Konkurrenz hat überteuert oder mangelhaft angeboten.

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Re: NEWS veröffentlicht vertraulichen RH Bericht zu Eurofighter

Beitrag von Nikolaus » 17. Jul 2008, 15:17

Cyclop hat geschrieben:Wann hast Du auf Deinem Rechner das letzte Sicherheitsupdate gemacht? Würdest Du Dir jetzt noch einen Pentium III Rechner kaufen? Zum Thema Logistik hat EADS sicher angemerkt, bis wann welche Teile geliefert werden können.
T1 ohne DASS, PIRATE, Bedrohungsbibliotheken, Helmvisier ist sicherlich nicht mit den ursprünglich bestellten T2 Maschinen vergleichbar.


Der T1 Typhoon ist das derzeit beste in Westeuropa fliegende Kampfflugzeug und gerade einmal drei (?) Jahre im Einsatz. Es gibt noch keine T2 bei den Staffeln. Ich verstehe nicht, warum immer alle so tun, als wäre die T1 veraltet oder unbrauchbar. Weiters ist es alles andere als klar, ob die Betreiber alle das Upgrade auf T2 machen oder nicht.

Cyclop hat geschrieben:Bitte endlich zur Kenntnis nehmen: Der Eurofighter hat die Ausschreibung gewonnen. Laut RH zurecht als Bestbieter ermittelt, obwohl die Ausschreibung auf Gripen/F-16/Mirage etc. zugeschnitten war. Die Konkurrenz hat überteuert oder mangelhaft angeboten.


Der Eurofighter hat die Ausschreibung gewonnen, weil die ÖVP an der Macht war. Hätten wir damals einen roten Bundeskanzler gehabt, wäre (wie erwartet) der Gripen der Bestbieter geworden. Rüstungsbeschaffungen sind immer (und zwar überall auf der Welt) politisch motiviert, da dürfen wir uns keiner Illusion hingeben. Siehe den Tanker-Deal im Mutterland des freien Markts.

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Re: NEWS veröffentlicht vertraulichen RH Bericht zu Eurofighter

Beitrag von Doppeladler » 17. Jul 2008, 15:41

Die Diskussion ist zwar eine interessante Wiederholung, aber nicht 100% on topic. Vielleicht könnt Ihr dazu eines der alten EF-Themen wieder zum Leben erwecken, wenn es noch Diskussionsbedarf gibt. Natürlich ist immer die Politik mit im Spiel, aber der Gripen hat ganz klar deshalb abgebissen, weil Saab im vorzeitigen Siegestaumel viel zu teuer angeboten hat. Und bei 3,4% Preisunterschied nimmt man halt den Flieger, der die Bewertung 4:1 gewonnen hat. Da der jetzige Vergleich ohnehin nichts mehr mit der damaligen Ausschreibung zu tun hat ist es müssig darüber zu diskutieren - andere Flugzeuge, andere Stückzahlen, andere Bordsysteme, andere Flugstunden, ...

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Re: NEWS veröffentlicht vertraulichen RH Bericht zu Eurofighter

Beitrag von Doppeladler » 23. Jul 2008, 18:34

Darabos versäumt trotz Erinnerung Abgabefrist für seine Stellungnahme zum RH Bericht und verzögert damit die Fertigstellung - Wahlkampf? http://diepresse.com/home/politik/innen ... 5/index.do

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Re: NEWS veröffentlicht vertraulichen RH Bericht zu Eurofighter

Beitrag von Doppeladler » 08. Aug 2008, 07:59

Darabos, das Milchmädchen?
Das BMLV hat endlich die Stellungnahme zum RH Bericht übermittelt. Über "irgendwelche Schleichwege" ;-) hat der ORF von den Inhalten erfahren:

Reduktion der Stückzahl von 18 auf 15: -250 Mio
Verzicht auf Aufrüstung auf Tranche 2-Standard: -252 Mio
Bei nur 15 Eurofighter Typhoon fallen über 30 Jahre Nutzungsdauer an:
Geringerer Treibstoffverbrauch: -40,5 Mio
Geringere Wartungen: -90 Mio
Weniger Piloten und Techniker: -39 Mio
---------------------------------------------------------------------
Summe an Einsparungen lt. BMLV: 732 Mio. Euro über 30 Jahre
(Quelle: gestern in ZIB 1)

Jeder Euro "Einsparung" in obiger Rechnung heisst mehr Lücken in der Luftraumüberwachung! Die ursprüngliche Stückzahl, Flugstunden, Wartung und Piloten haben schließlich einem Einsatzkonzept gefolgt.
Ich kann ja auch nicht behaupten, dass ich Einsparungen mache wenn ich statt 100 für den 22. Wiener Gemeindebezirk notwendigen Mistkübelautos nur 60 kaufe, die 60 dürften nur so viele km fahren als ob ich 100 Autos hätte, die automatische Ansetzvorrichtung, die ich als Großkunde gratis bekommen habe, bestelle ich ab - die Jungs von der MA48 haben eh ordentlich Muskeln - und das orange Warnlicht lassen wir weg - gibt eh einen Blinker. Scheinwerfer? Lichtpfflicht am Tag gibt es nicht mehr, Straßenbeleuchtung ist ausreichend und gearbeitet wird ohnehin nur tagsüber. Das Ergebnis: der 22. Bezirk riecht dann so wie der Deal von Darabos. Nebenbei verlieren natürlich 40 qualifizierte Autobesatzungen und die notwendigen Techniker ihren Job.

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Re: Rechnungshofbericht zu Eurofighter (Darabos-Deal)

Beitrag von GG » 08. Aug 2008, 20:47

... mit der mathematischen Funktion der Einsparungskurve von ND und weiterer Reduktion der Stückzahl kann man dann mittels der zweiten Ableitung (Maximum/Minimum-Rechnung) die Anzahl der Flugzeuge ermittel, bei der noch ein satter Gewinn rausschaut - ich schätze, der liegt etwa bei (-12) Maschinen ....

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Re: Rechnungshofbericht zu Eurofighter (Darabos-Deal)

Beitrag von Doppeladler » 22. Aug 2008, 07:59

Heute kommt der Rechnungshofbericht heraus!!!

Rechnungshof-Präsident Josef Moser wird am Vormittag bei einem Pressegespräch im Parlament dazu Stellung nehmen. Danach gibt auch Darabos eine Pressekonferenz im Verteidigungsministerium. Und dann haben wir wohl wieder ein altes neues Wahlkampfthema mehr am Tisch.

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Re: Rechnungshofbericht zu Eurofighter (Darabos-Deal)

Beitrag von Doppeladler » 22. Aug 2008, 12:29

Hier ist das Werk im Original!
http://www.rechnungshof.gv.at/fileadmin ... 8_09_2.pdf

Nach erster grober Durchsicht bestätigt er nun offiziell alle Mängel, die bereits im Raum standen - ein vernichtendes Urteil.

orf.at hat geschrieben:Abstriche gegenüber Vergabekriterien
RH: Kein Preisnachlass durch Verzicht auf Tranche zwei nachvollziehbar. Kritik an Verhandlungen mit EADS.
Der Rechnungshof (RH) hat am Freitag seinen Bericht zum Eurofighter-"Sparprogramm" von Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) vorgelegt.

Die Bilanz ist alles andere als positiv: Der Vergleich mit der Eurofighter GmbH hat laut RH eine Kostenreduktion von 267 Mio. Euro gebracht - und damit um 103 Millionen weniger als von Darabos behauptet.

57 Mio. Euro Stornokosten
Dem Prüfbericht zufolge umfasste die zweite Stückzahlreduktion von 18 auf 15 Kampfjets und die Abbestellung von Selbstschutz- und elektrooptischen Zielerfassungssystemen (Infrarotsuchgeräte) einen Wert von 307 Mio. Euro.
57 Mio. Euro stellte allerdings die Eurofighter GmbH als Abbestellungskosten in Rechnung. Als Differenz ergab sich damit eine Reduktion von 250 Mio. Euro.

Preisnachlass "nicht nachvollziehbar"
Der RH stellt in seinem Bericht weiter fest, dass ein Preisnachlass durch den Verzicht auf die Eurofighter-Modernisierung von Tranche eins auf Tranche zwei und die Akzeptanz gebrauchter Jets "nicht nachvollziehbar ausgewiesen" sei.
Der Grund: Der Gesamtkaufpreis reduziert sich zwar von 1,959 Mrd. Euro für 18 neue Tranche-zwei-Jets auf 1,709 Mrd. Euro für 15 teilweise gebrauchte Tranche-eins-Jets. Letztlich habe der Stückpreis pro Jet damit allerdings 114 statt 109 Mio. Euro betragen.

Weniger Sparpotenzial bei Wartung
Von den von Darabos behaupteten Einsparungen von 120 Mio. Euro bei den Betriebskosten seien, so der RH weiter, lediglich 17 Mio. Euro gesichert. Das ergebe sich durch die Laufzeit der entsprechenden Verträge (In-Service-Support-Verträge).
Im Detail: Pro Jahr wurde, heißt es, ein Preisnachlass von vier Mio. Euro vereinbart. Hochgerechnet auf die geplante Nutzungsdauer von 30 Jahren sollte sich dadurch eine Kostenreduktion von 120 Mio. Euro ergeben.

17 statt 120 Mio. Euro
Die tatsächliche Laufzeit der Verträge betrage allerdings nur rund dreieinhalb bzw. achteinhalb Jahre. Für die Zeit nach Ablauf der Verträge liegen keine Preisvereinbarungen oder Garantien vor. Damit ist laut RH lediglich eine Kostenreduktion in Höhe von 17 Mio. Euro gesichert.
Zusätzlich ergaben sich laut RH 750.000 Euro Einsparungen durch die Verringerung der Güteprüfungen um drei Stück. Der Verzicht auf den Bau einer Wartungsbox brachte weitere vier Mio. Euro.

"Vorgaben nachträglich überarbeitet"
Kein gutes Haar lässt der Prüfbericht auch an der strategischen Planung der Stückzahlreduktion: Das und die Abbestellung von Einsatzausrüstung erfolgten aufgrund einer Entscheidung des Verteidigungsministers, heißt es.
Planungsvarianten mit geringeren Flottengrößen wurden vorher ausgearbeitet, "eine Planungsvariante mit 15 Flugzeugen lag aber nicht vor", kritisiert der RH. "Die militärischen Vorgaben im Bereich der Luftraumüberwachung wurden nachträglich überarbeitet." "Militärische Erwägungen", so heißt es weiter, seien am Beginn der Überlegungen des Verteidigungsministeriums "nicht im Vordergrund" gestanden.

RH: Gegen Ausschreibungskriterien
Außerdem wurde durch die Akzeptanz gebrauchter Jets und die Abbestellung von Einsatzausrüstung auf Anforderungen verzichtet, die im Vergabeverfahren zwingend zu erfüllende Bewertungskriterien dargestellt hatten und deren Nichterfüllung zum Ausscheiden von Angeboten geführt hatte.

Auf Pönale verzichtet
Weiters habe das Verteidigungsministerium auf eine Pönalforderung in Höhe von rund 5,1 Mio. Euro gegenüber der Eurofighter GmbH für bis dahin festgestellte Lieferverzögerungen bei logistischen Leistungen verzichtet.

Für die von Eurofighter verrechneten Stornokosten in Höhe von 57 Mio. Euro lag dagegen laut RH "keine nachvollziehbare Darstellung vor".

Was ist "fast neuwertig"?
Für die sechs gebrauchten Jets seien schließlich keine Maximalwerte in Hinblick auf die Materialabnützung und die Anzahl der bereits geleisteten Flugstunden festgelegt worden, wodurch für das Ministerium keine Möglichkeit zur Kompensation des tatsächlichen Materialabnützungsgrads bestand.
Eine Definition des Begriffs "fast neuwertig" für den Abnahme- und Güteprüfprozess fehlte.

"Gebrauchte Teile in neuen Jets"
Außerdem enthielten laut RH-Prüfbericht nicht nur die gebrauchten, sondern auch die "neuen" Flugzeuge der Tranche eins gebrauchte Systemteile bzw. Komponenten der Tranche zwei. Durch das Auslaufen der Produktion von Flugzeugen der Tranche eins fehlten Nutzteile, wodurch schließlich auch die weitere Versorgung mit Ersatzteilen problematisch sei.

Interessant ist laut RH auch, dass nach der Stornierung von Infrarotsuchgeräten nun die Beschaffung von "Sehhilfen zur Identifizierung von Luftzielen bei Nacht" eingeleitet wurde, was wiederum neue Kosten verursachen dürfte.

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Re: Rechnungshofbericht zu Eurofighter (Darabos-Deal)

Beitrag von chris10 » 22. Aug 2008, 14:15

Darabos dürfte anscheinend bei einer "Parallelveranstaltung" gewesen sein, denn er sieht den RH-Bericht als Bestätigung seiner Tätigkeit.

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Re: Rechnungshofbericht zu Eurofighter (Darabos-Deal)

Beitrag von Cyclop » 22. Aug 2008, 14:40

Pfuh! Bin durch das Dokument durch! Neben den verbreiteten Unwahrheiten und populistischen Milchmädchenrechnungen von Darabos schreckt mich am meisten, dass das Einsatzkonzept erst nachträglich an die Stückzahl herangedoktert wurde. D.h. die Beschaffung von extrem teuren Schlüsselgerät des Bundesheeres ist ohne zugrundeliegendes Einsatzkonzept erfolgt!!

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