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Causa Wolf: Gefährdet "Darlehen" den Eurofighter?

Flugzeuge, Großgerät, Fliegerhorste, ...
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Robert T
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Causa Wolf: Gefährdet "Darlehen" den Eurofighter?

Beitrag von Robert T » 10. Apr 2007, 14:39

Offenbar hat die Frau von Erich Wolf, dem ehem. Kommandant der Luftstreitkräfte, von EADS-Lobbyist und langjährigen Freund Steiniger (Trauzeuge!) ein wie sie sagt Darlehen in der Höhe von 87.600 Euro erhalten - und zwar ein paar Monate nach der Typenentscheidung für den Eurofighter.
Die Folge: Die Eurofighter-Gegnerschaft versucht eine laut Vertrag verbotene Geschenkannahme darzustellen, um den Vertrag doch noch zu kippen (1. Geschenk von EADS an Wolf / 2. Einfluss auf Vergabe).
Darabos hat Anzeige wegen "des Verdachts der falschen Zeugenaussage [im U-Ausschuss] und verbotener Geschenkannahme" eingebracht. Darüber hinaus wurde das bereits aufgrund des Fliegerfestes laufende Disziplinarverfahren gegen Wolf erweitert.

Wie auch immer die Sach aussgeht, das ist natürlich eine schiefe Optik. Wolf hätte aus meiner Sicht von Anfang an versuchen müssen, dass sein langjähriger Freund Steininger und er nicht beide im Beschaffungsvorgang involviert sind.

orf.at hat geschrieben:"Aus meiner Sicht"

"Airchief" Erich Wolf hat nach der mit Spannung erwarteten Befragung durch die Disziplinarbehörde des Verteidigungsministeriums die gegen ihn gerichteten Anschuldigungen zurückgewiesen.

Die über die Medien kolportierten Vorwürfe "insbesondere in Hinblick auf die behauptete Geschenkannahme" und die "behauptete falsche Zeugenaussage" vor dem Eurofighter-Untersuchungsausschuss "sind aus meiner Sicht nicht zutreffend", gab sich der Generalmajor am Dienstag sehr vorsichtig.

Verweis auf Dienstbehörde
"Die weitere Vorgehensweise obliegt der Dienstbehörde. Sie werden daher verstehen, dass ich keine weiteren Aussagen treffen kann", so Wolf. Die Befragung bezeichnete er als Gelegenheit, offiziell zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen.

"Die Guten sind oft die Blöden"
Wolfs Frau, Anna Maria Frühstück-Wolf, bekräftigte einmal mehr, dass das "Darlehen" von 87.600 Euro vom EADS-Lobbyisten und Wolf-Trauzeugen Erhard Steininger "ganz allein meine Angelegenheit" gewesen sei. Sie sei mit der Aussage, wonach ihr Mann mit Steininger darüber gesprochen habe, falsch zitiert worden. "Mein Mann hat mit der Sache nichts zu tun", wiederholte sich Frühstück-Wolf.

Zum Vorgehen des Verteidigungsministeriums gegen ihren Mann wollte Frühstück-Wolf nicht viel sagen, stellte aber fest, dass die "guten Menschen oft die Blöden" seien.

Zusammenhang mit Rüstungsdeal?
Im Mittelpunkt steht die Frage, ob die 87.600 Euro mit dem Eurofighter-Deal zu tun haben. In diesem Fall könnten die Chancen auf einen Vertragsausstieg steigen.

Droht Suspendierung?
Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) schloss zuletzt eine Suspendierung Wolfs nicht aus. Die Befragung vor der Disziplinarbehörde könnte unter anderem mit einer vorläufigen Enthebung vom Dienst enden.

Darabos erstattete Anzeige
Darabos hat gegen Wolf eine Anzeige wegen "des Verdachts der falschen Zeugenaussage und verbotener Geschenkannahme" eingebracht. Darüber hinaus wurde das bereits laufende Disziplinarverfahren gegen den Gesamtverantwortlichen für das Eurofighter-Projekt erweitert.

Ermittlungen wegen "Schießparty"
Die Kontrollsektion des Verteidigungsministeriums hatte bereits im Februar der Staatsanwaltschaft Wien eine Sachverhaltsdarstellung gegen Wolf wegen des Verdachts der verbotenen Geschenkannahme und des Amtsmissbrauches übermittelt. Diese stand im Zusammenhang mit der von EADS bezahlten "Schießparty".

Hoeveler: "Keine neue Lage"
Die Eurofighter-Hersteller sehen unterdessen vorerst "keine neue Lage", wie Eurofighter-Sprecher Wolfdietrich Hoeveler am Dienstag betonte. Man habe diesen Sachverhalt nicht gekannt und gehe davon aus, dass die damit befassten österreichischen Stellen, Verteidigungsministerium und U-Ausschuss, die Sache klären werden.

Platter: War noch Landesrat
Der ehemalige Verteidigungsminister und jetzige Innenminister Günther Platter (ÖVP) wollte am Dienstag die Vorwürfe gegen Wolf "nicht beurteilen". Platter verwies darauf, dass er zum Zeitpunkt der Typenentscheidung noch Tiroler Landesrat gewesen sei.

Scheibner sieht Vorverurteilungen
Der ehemalige Verteidigungsminister und jetzige stellvertretende BZÖ-Klubobmann Herbert Scheibner kritisierte wiederum die "ständigen Vorverurteilungen".

SPÖ: "Unglaubwürdiges G'schichtl"
Der SPÖ-Fraktionsführer im Untersuchungsausschuss, Günther Kräuter, findet "das kuriose 'Gattinnen-Darlehen-G'schichtl' völlig unglaubwürdig". Wolf habe nämlich die Firma Creativ Promotion, die von EADS-Lobbyist Steininger das Geld erhielt, in einem Zeitungsinterview 2003 als "seine Firma" bezeichnet.

"Sehr klarer Widerspruch" zu Vertrag
Zuvor hatte sich bereits SPÖ-Kanzler Alfred Gusenbauer optimistisch über die Ausstiegschancen geäußert.

Das Geld Steiningers für die Firma der Wolfs stehe im Widerspruch zur "sehr klaren" Vertragsvereinbarung, die Geschenke der Bieterseite im Zusammenhang mit der Kaufentscheidung verbiete, zeigte sich Gusenbauer bereits sicher, dass es sich um verbotene Geschenkannahme handelt.

Pilz: "Nur einziger Beweisschritt"
Für den grünen Leiter des U-Ausschusses, Peter Pilz, sind die Chancen auf einen Ausstieg sogar "dramatisch gestiegen". Für ihn deute vieles darauf hin, dass es sich bei diesem Geld um eine Schenkung handle. Von einer Schenkung zur Geschenkannahme sei es dann "nur noch ein einziger Beweisschritt".

Zivilrechtler skeptisch
Weniger optimistisch zeigt sich dagegen der Wiener Zivilrechtsexperte Wolfgang Zankl über Möglichkeiten für einen Vertragsausstieg. In jedem Fall könnte ein solcher langwierig - und damit teuer - werden - mehr dazu in oe1.ORF.at. -> http://oe1.orf.at/inforadio/75043.html

Strache: Notbremse ziehen
FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache sprach in einer Aussendung von einem "Sittenbild", das "immer mehr einem Sumpf aus Korruption und Halbwahrheiten" gleiche. Verteidigungsminister Darabos müsse "umgehend die Notbremse ziehen".
Zuletzt geändert von Robert T am 10. Apr 2007, 18:48, insgesamt 2-mal geändert.
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Beitrag von falke » 10. Apr 2007, 18:12

Ja, liebes konservatives Lager Österreichs. Das kommt davon weil man so warmherzig war und die armen Genossen bei ESTAG und BAWAG nicht in den Boden gestampft hat. Die "Freundschaftler" zeigen wie man den politschen Mitbewerber auf Zwergengröße schrumpfen läßt. Nichts ist zu teuer um das Land international lächerlich zu machen und die Wehrkraft zu schwächen.

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Beitrag von Robert T » 10. Apr 2007, 18:47

Generalmajor Erich Wolf wurde heute vom Dienst suspendiert!

Darabos beauftragt zudem den Zivilrechtler und Experten für europäisches Schadenersatzrecht, Helmut Koziol, hinsichtlich der "Causa Wolf" das gesamte Eurofighter-Geschäft und mögliche Schadenersatzforderungen bis hin zu einem Ausstieg zu prüfen.

Quelle: http://orf.at/070410-11097/index.html
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Beitrag von Tiger » 10. Apr 2007, 19:33

in meinen Augen machen wir uns sowas von läcerlich in der Welt.
Ein Vertrag ist ein Vertrag den man halt einhalten muss.

Was diese EF-Ausschus kostet intressiert nimanden, ich finde das eine frechheit sowas.

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Beitrag von RRR » 11. Apr 2007, 07:11

In Wahrheit interessiert es diese Regierung doch nicht, was man in der Welt von uns denkt. Wenn's danach ginge dürften wir unseren Bundeskanzler ja auch nirgends mehr hinschicken (Mr. Barolo).

Von der SPÖ war ja nichts anderes zu erwarten, als die jetzige Vorgehensweise. Viel schäbiger finde ich aber das Verhalten der ÖVP. Von dort ist jetzt nämlich gar nichts mehr zu hören. Offenbar passt ein Engagement für die Landesverteidigung nicht mehr zur neuen liberalen Parteilinie.

Man kann nur hoffen, dass uns hier kein jahrelanger milliardenschwerer Rechtsstreit eingebrockt wird und wir dann letztendlich überteuerte Gebrauchtjäger und die Eurofighter bezahlen müssen.

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Beitrag von Cyclop » 11. Apr 2007, 08:21

Ich würde mich als Politiker trotz Unschuldsvermutung etc. in der jetztigen Situation auch nicht demonstativ hinter der Familie Wolf aufbauen. Wichtig wäre jetzt innerhalb der ÖVP die Strategien abzuklären, wie man mit welchen Ausgang in der Causa Wolf umgehen soll und kann.
Eines ist für mich klar: das Darlehen von Steiniger hatte keinen Einfluß auf die Typenentscheidung. Gewonnen hat das beste Gerät aufgrund seiner Überlegenheit. Wolf konnte das Ergebnis durch sein Urteil nicht verfälschen. Wie bekannt ist, hat ja auch der Rechnungshof nach eigener, unabhängiger Prüfung den Eurofighter zum Bestbieter erklärt.

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Beitrag von Cyclop » 11. Apr 2007, 13:15

SPÖ hat geschrieben:Gusenbauer zu Eurofighter: Politische Entscheidung nach allen Untersuchungen

Utl.: Bisher Bekanntes wirft "schlechtes Licht" =

Wien (SK) - "Es ist wichtig, dass das, was es zu untersuchen gibt, auch untersucht wird. Es muss alles aufgeklärt werden, denn die Menschen haben ein Recht zu erfahren, was hier gelaufen ist", stellt Bundeskanzler Alfred Gusenbauer Mittwoch im Pressefoyer nach dem Ministerrat fest. Hier gebe es unterschiedliche Ebenen - den Untersuchungsausschuss im Parlament, die ordentlichen Gerichte und die Disziplinarkommission im Verteidigungsministerium - die hiermit befasst seien. "Wenn all diese Untersuchungen zu einem Abschluss gekommen sind, dann wird auch eine politische Entscheidung getroffen werden", so Gusenbauer. "Das bisher Bekanntgewordene wirft natürlich ein schlechtes Licht auf die Angelegenheit", sagte der Bundeskanzler zu den Vorgängen um Generalmajor Wolf. ****

Es sei der größte Beschaffungsvorgang der Zweiten Republik, "die alte Regierung hat sich zu ihrer Vorgehensweise entschieden, wir haben uns zur umfassenden Überprüfung des Vorgangs entschlossen. Das findet jetzt statt", erklärt der Bundeskanzler. Es sei klar, dass sich jedes Land und jede Person an Verträge zu halten habe, das sei die Basis des Rechtsstaats, "aber es ist im Vertrag auch klar geregelt, unter welchen Bedingungen dieser obsolet ist", so Gusenbauer. (Schluss) js

Wenn eine politische Entscheidung wirklich erst dann kommt, wenn die Gerichte fertig sind, dann gibts für andere unsere Eurofighter nur mehr gebraucht - und ein Verkauf mit diesen Wertverlust kann kein Politiker rechtfertigen.

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Beitrag von Cyclop » 12. Apr 2007, 07:44

Eurofighter-Sprecher Wolfdietrich Hoeveler zum Standard: „Ich wäre mit der Bewertung, dass der Ausstieg zum Greifen nahe sei, auch sehr vorsichtig“, erklärt er außerdem und betont: „Wir haben in den vergangenen Tagen noch einmal Rechnungen geprüft. Da gibt es keine Verdachtsmomente, wo man sagen könnte: Da hätte man nachforschen müssen. Wir haben eine weiße Weste und waren von dieser Geschichte genauso überrascht wie andere.“
http://derstandard.at/?url=/?id=2839001

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Beitrag von Robert T » 17. Apr 2007, 13:34

Erich Wolf nahm heute per Pressemeldung zur "Causa Wolf" Stellung:

Erich Wolf: "Werde gegen jegliche falsche und ungerechtfertigte Anschuldigungen vorgehen"

Utl.: Rechtliche Schritte aufgrund falscher Tatsachenbehauptungen
wurden eingeleitet. =

Wiener Neustadt (OTS) - Mag. Erich Wolf, suspendierter Airchief des Österreichischen Bundesheeres, geht nun in die Offensive: "In den letzten Tagen häufen sich völlig ungerechtfertigte Angriffe und Anschuldigungen gegen meine Person. Es reicht: Ich habe in dieser Sache ein völlig reines Gewissen und daher meinen Anwalt bereits beauftragt, alle möglichen rechtlichen Mittel gegen die anhaltende Unterstellung strafbarer Handlungen meiner Person im Zuge der Eurofighter-Typenentscheidung einzuleiten, insbesondere gegen die falsche Behauptung einer angeblichen verwandtschaftlichen Beziehung meiner Person zum Leiter des Abwehramtes des Bundesministeriums und der damit verbundenen angeblichen Entziehung aus der bundesheerinternen Kontrolle sowie gegen die Unterstellung direkter Geldflüsse von EADS an mich selbst, die durch ein Mitglied des Untersuchungsausschusses erhoben wurden", sagte Wolf.

Zu den jüngsten, ungerechtfertigten Vorwürfen einer Geschenkannahme, indirekt durch eine Firma seiner Frau, sagt Wolf:
"Ich war in der Firma Accutronic (damals Creativ Promotion GmbH) nur bis Juli 1998 als Gesellschafter tätig, meine nominelle Funktion als Geschäftsführer erlosch im Oktober 2000, als meine Frau einen neuen, operativen Geschäftsführer bestellte. Ich selbst hatte in dieser Firma daher ab 2000 überhaupt keinen Einfluss auf die operative Geschäftsführung - diese oblag ab 2000 alleine dem neuen Geschäftsführer. Diese Fakten sind jederzeit durch einen Einblick in das Firmenbuch nachprüfbar. Der neu bestellte Geschäftsführer der Firma Accutronic informierte meine Frau im November 2002 über einen Zuschussbedarf, der notwendig war, die Salden der Firma auszugleichen bzw. Forderungen von Gläubigern sowie Mitarbeitern zu befriedigen. In dieser Situation wandte sich meine Frau an ihren Freund Erhard Steininger, der ihr mit einer Anzahlung für ein zu erstellendes Marketingkonzept aushalf. Die Anzahlung von Herrn Steininger ist ab der erfolgten Zahlung im Dezember 2002 ordnungsgemäß als Anzahlung in jeder Jahresbilanz ausgewiesen - und das bis heute. Es ist daher völlig haltlos, daraus eine Geschenkannahme konstruieren zu wollen", erklärte Wolf.

Zu den Vorwürfen rund um ein Golfturnier und das Sponsoring eines Buffets durch Herrn Steininger meinte Wolf: "Dieses Golfturnier fand viele Monate nach der Typenentscheidung statt. Zu diesem Zeitpunkt war ich mit der Eurofighter-Entscheidung innerhalb der Zentralstelle des Bundesministeriums überhaupt nicht mehr befasst, sondern bereits als Kommandant der Luftstreitkräfte tätig. Es ist eigentlich ein Treppenwitz, dass ausgerechnet ein Golfturnier, das lange nach der Typenentscheidung stattgefunden hat und bei dem Meinungsbildner auch über die Notwendigkeit des Bundesheeres, der Luftraumüberwachung sowie der besonderen Aufgaben der Luftstreitkräfte bei Asssistenz-Einsätzen, wie etwa Hochwasser- und Lawinenkatastrophen, informiert wurden, nun ernsthaft für ein Ausstiegsszenario herhalten soll - ganz abgesehen davon, dass sich das sogenannte Sponsoring von Herrn Steininger auf die Bezahlung des Buffets für rund 70 Turnierteilnehmer beschränkte. An diesem Turnier nahmen bei eben rund 70 Teilnehmern nur 2 Militärs, mich eingeschlossen, teil. Mit derselben Logik müsste übrigens jeder Sponsor, der eine öffentliche Institution oder eine Initiative der Republik unterstützt, automatisch von öffentlichen Aufträgen ausgeschlossen werden", so Wolf.

Wolf: "Ich habe mir nichts vorzuwerfen!"

Auch in der Sache bzw. der Entscheidung selbst habe er, Wolf, ein völlig reines Gewissen: "Der Eurofighter wäre auch heute Bestbieter. Dies haben ja ohnehin sowohl die Unterkommission Operation, die Bewertungskommission als auch der Rechnungshof übereinstimmend und mehrfach festgestellt. Und ich erinnere daran, dass die Bundesregierung einstimmig die Typenentscheidung getroffen hat. Ich selbst war ja nur eines von 33 (!) Mitgliedern der Bewertungskommission, die eine Empfehlung abgegeben hatte. Ich fordere alle Beteiligten auf, bei den Fakten zu bleiben und nicht zu versuchen, mich aus durchsichtigen Motiven zum Hauptentscheider der Typenentscheidung zu stilisieren". Er werde daher gerne im morgigen Untersuchungsausschuss Rede und Antwort stehen. "Es wird jedenfalls nicht gelingen, mich bzw. mein Wirken zum Grund für einen Ausstieg aus der Eurofighter-Beschaffung zu stilisieren. Ich habe mir nichts vorzuwerfen", so Wolf abschließend.
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Re: Causa Wolf: Gefährdet "Darlehen" den Eurofighter?

Beitrag von theoderich » 08. Dez 2009, 16:26

Eurofighter-General Wolf ist jetzt Pensionist

Der im Zuge der Eurofighter-Beschaffung vom Dienst suspendierte Fliegergeneral Erich Wolf ist mit 60 Jahren in Hacklerpension gegangen. Um die Pensionierung zu ermöglichen, wurde zuvor seine Suspendierung wegen des Verdachts der verbotenen Geschenkannahme aufgehoben, berichteten "Salzburger Nachrichten" und "Tiroler Tageszeitung" (Mittwoch-Ausgaben). Auf eine Klärung der Vorwürfe gegen ihn muss Wolf aber weiter warten.

Im Zuge des Eurofighter-Untersuchungsausschusses war bekanntgeworden, dass der Rüstungslobbyist Erhard Steininger der Firma von Wolfs Frau 87.600 Euro überwiesen hatte. Die Ermittlungen der Justiz dauern mittlerweile mehr als zweieinhalb Jahre. Ein Ende ist laut Auskunft der Staatsanwaltschaft "überhaupt nicht abzusehen", da der Fall ungeheuer kompliziert und verästelt sei.




Inwiefern hat es der SPÖ und den Grünen eigentlich genützt, dass Erich Wolf suspendiert wurde? Als "Bauernopfer"? Zu Befriedigung von Rachegelüsten - frei nach dem Motto: Irgendwer muss doch für diese "Teurofighter" vor Gericht gezerrt werden, dann gibt es auch in Zukunft wieder Gesprächsstoff gegen die anderen Parteien und wir schlagen die zukünftigen Nationalratswahlen "mit links"??? Einfach weil er von einem Verteidigungsminister der schwarz-blauen Koalition nominiert worden ist? Gibt es überhaupt schon Überlegungen über seinen Nachfolger (der,wie der Generalstabschef, sicherlich irgendwas zwischen rot und dunkelrot sein dürfte)?

P.S.: Zur Erinnerung:

Staatsanwalt rollt Eurofighter - Ankauf neu auf (18.10.2008)
Zuletzt geändert von theoderich am 30. Mär 2011, 18:34, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Causa Wolf: Gefährdet "Darlehen" den Eurofighter?

Beitrag von krexi » 09. Dez 2009, 15:10

theoderich hat geschrieben:Inwiefern hat es der SPÖ und den Grünen eigentlich genützt, dass Erich Wolf suspendiert wurde? Als "Bauernopfer"? Zu Befriedigung von Rachegelüsten - frei nach dem Motto: Irgendwer muss doch für diese "Teurofighter" vor Gericht gezerrt werden, dann gibt es auch in Zukunft wieder Gesprächsstoff gegen die anderen Parteien und wir schlagen die zukünftigen Nationalratswahlen "mit links"??? Einfach weil er von einem Verteidigungsminister der schwarz-blauen Koalition nominiert worden ist? Gibt es überhaupt schon Überlegungen über seinen Nachfolger (der, wie der Generalstabschef, sicherlich irgendwas zwischen rot und dunkelrot sein dürfte)?


Das ist blos Spekulation:

Dürfte der SPÖ bzw. ND doch einiges genützt haben, sonst hätte er nicht so hart reagiert :)


Zur Erinnerung Stand im ÖBH zur Zeit der Suspendierung von GM Wolf:

* Umsetzung der ÖBH Reform mit Auflösung öst. Luftstreitkräfte als "eigenständige" Teilstreitkraft > Auflösung des Oberfehlhaber der öst. Luftstreitkräfte > Versetzung von GM Wolf zum Projektleiter Eurofighter

* Gewinn der Wahlen durch SPÖ > BK Gusenbauer + BMLV Darabos = Versprechen der Abbestellung im Wahlkampf

Für mich unvorstellbar: Mit einem GM Wolf als Projektleiter Eurofighter, diese "ABSURDE" Vertragsänderung (-3 EF, - Komponenten , - Geräte , - Piloten) des EF-Vertrages zu realisieren !


traurig aber (vielleicht) wahr:

seien wir froh :), dass es nur das war, rein rechtlich wäre eine Strorno aller EF mgl. gewesen (:::

Chris
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Re: Causa Wolf: Gefährdet "Darlehen" den Eurofighter?

Beitrag von Chris » 09. Dez 2009, 20:47

Gruppenzwang!
Zuletzt geändert von Chris am 05. Jul 2016, 21:59, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Causa Wolf: Gefährdet "Darlehen" den Eurofighter?

Beitrag von theoderich » 30. Mär 2011, 18:29

Eurofighter-Opfer muss warten

Während der Eurofighter-Untersuchungsausschuss noch lief und der Minister bemüht war, die Flugzeuge schlechter auszustatten als geplant, wurde Wolf aufgrund von falschen Vorwürfen suspendiert. Das war am 6. April 2007:

Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft festgestellt, dass an den Beschuldigungen nichts dran ist.


Wolf, der 2002 unter Minister Herbert Scheibner (damals FPÖ) Luftstreitkräfte-Kommandant wurde, stünde nun eine vermutlich sechsstellige Entschädigungssumme zu. Denn mit seiner handstreichartigen Dienstenthebung war auch ein massiver Einkommensverlust verbunden, ein Drittel der Wolf eigentlich zustehenden Bezüge wurde gestrichen, seine Karriere wurde ruiniert.

Ein Sprecher von Verteidigungsminister Darabos bestätigt, dass das jetzt geprüft werde. Den konkreten Betrag, der Wolf vorenthalten wurde, könne er nicht nennen, aber: "Wir müssen die Entscheidung der Justiz zu Kenntnis nehmen." Ein Disziplinarverfahren gegen den Offizier, der inzwischen im Ruhestand ist, habe es übrigens nie gegeben.


Normalerweise agiert die Opferschutzstelle innerhalb weniger Wochen.

Justiz prüft weiter

Wie der STANDARD erfuhr, hat sie aber eine Fristverlängerung bis 20. Juli beantragt - was dem Bund eine längere Frist gibt, den Schaden wiedergutzumachen. Inzwischen können die Rechtsschutzbeauftragten des Justizministeriums prüfen, ob das Verfahren (das auch gegen Gernot Rumpold und andere geführt wurde) zu Recht eingestellt wurde und ob es Bedenken wegen der Beweisführung gibt. Auch könnte der Steuerzahler geschädigt worden sein - eine Argumentation, die auch SPÖ-Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter teilt. Er ist für eine Fortführung des nun schon vier Jahre dauernden Verfahrens.



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Re: Causa Wolf: Gefährdet "Darlehen" den Eurofighter?

Beitrag von Chris » 30. Mär 2011, 19:07

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Zuletzt geändert von Chris am 06. Jul 2016, 07:45, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Causa Wolf: Gefährdet "Darlehen" den Eurofighter?

Beitrag von theoderich » 01. Apr 2011, 07:05

Darabos sieht Wolf noch nicht reingewaschen

Wolf sei keineswegs sein Opfer, denn die Suspendierung sei aufgrund der Verdachtsmomente geboten gewesen. Dass die Staatsanwaltschaft nach vier Jahren intensiver Prüfung keine Anklage gegen Wolf erhebt, sei auch noch nicht das letzte Wort, da die Rechtsschutzbeauftragten des Justizministeriums die Verfahrenseinstellung prüfen.



Die Vorgänge rund um General Entacher waren ja ähnlich ... er hat schlicht nicht ins politische Kalkül gepasst und kaum hat Darabos einen passenden Anlass gefunden, hat er ihn abgeschossen. Ob dieser Anlass rechtens war, spielte ja keine Rolle - Hauptsache man konnte einen "Schuldigen" präsentieren und die Pläne der Partei mit Gesinnungsgenossen durchziehen.

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