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BeitragVerfasst: 16. Jan 2014, 22:02 

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Dr4ven hat geschrieben:
Es würde mich wundern wenn da nichts kommt da die Anlage/das Objekt dazu ziemlich neu ist.


Mitte Mai 2013 hieß es folgendes im "Miliz Info":

    Ausrichtung des Bundesheeres (Miliz Info 2/2013)

    Zitat:
    Trotz des bescheidenen Investitionsvolumens, ist die Beschaffung von neuen Systemen angelaufen, das betrifft zum Beispiel

      • das Drohnensystem (für Landstreitkräfte),
      • die Erneuerung der Systeme für strategische Aufklärung,
      • die Fertigstellung des Flugfunksystems,
      • die Grundüberholung des MTPz Pandur,
      • das Truppenfunksystem Conrad oder
      • die Einleitung der Beschaffung von Universalgeländefahrzeugen für die Gebirgstruppe.


D.h. irgendetwas wird wohl kommen. Ich rechne aber nicht mit einem System von der Größenordnung des Schweizer "Onyx".


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BeitragVerfasst: 30. Jan 2014, 13:16 

Registriert: 21. Mär 2006, 18:11
Beiträge: 248
Dr4ven hat geschrieben:
theoderich hat geschrieben:
Ich frage mich, ob dort künftig ein Nachfolgesystem installiert wird?


Das kann ich dir dann sagen wenn sich was tut, mein Vater wohnt genau gegenüber und ich schau immer bei der Anlage vorbei wenn ich auf Besuch bin.
Es würde mich wundern wenn da nichts kommt da die Anlage/das Objekt dazu ziemlich neu ist.


ich habe aber einmal irgendwo gelesen, dass in St. Johann iT etwas aufgelassen werden sollte (Funkstation/Aufklärung). Bin also gespannt


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BeitragVerfasst: 24. Feb 2014, 14:22 

Registriert: 09. Sep 2008, 22:29
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Ein weiterer Teil der SIGINT-Infrastruktur des HNaA wird geschlossen und verkauft:


Deutsch-Kaltenbrunn soll auch aufgelöst werden:

    Kasernen– und Liegenschaftsverkäufe durch die SIVBEG; Follow–up–Überprüfung (Bund 2013/12)

    Zitat:
    Bis Juli 2012 konnte die SIVBEG erst 113 Liegenschaften um insgesamt rd. 187,43 Mio. EUR verwerten. Die Verwertung wird sich sohin deutlich verzögern und nach aktuellem Zeitplan mindestens bis 2017 dauern. Einzelne Verkäufe sollen aufgrund der Komplexität in Tranchen oder erst im Jahr 2018 bzw. später erfolgen. Ebenso wie bei den
    Verkaufszeitpunkten lagen bei den Verkaufserlösen keine gesicherten Zahlen vor. In den geschätzten weiteren Erlösen von rd. 222 Mio. EUR auf insgesamt rd. 410 Mio. EUR waren zwei Liegenschaften [Fernmeldeanlage Station Gols, Fernmeldeanlage Deutsch Kaltenbrunn] noch nicht erfasst.


Damit verbleiben noch Neulengbach, Königswarte, Fußach, Stockham und Großharras. Und von diesen fünf Stationen dürfte nur die Königswarte auf dem neuesten technischen Stand sein.


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BeitragVerfasst: 01. Mär 2014, 07:25 

Registriert: 01. Mär 2014, 07:14
Beiträge: 1
Raveman hat geschrieben:
Die Qualität der Vortragenden unterstrich diese Aussagen deutlich. Der Eröffnungsvortrag wurde von Steve Purser, von der ENISA - der Agentur für Netzsicherheit der EU - gehalten. Er sprach über die Bestrebungen der ENISA, den "europäischen" Cyber-Space sicherer zu gestalten. Weitere Präsentationen behandelten die Möglichkeiten und Gefahren von Social Media in Unternehmen, den politisch motivierten Aktivitäten von Hackern und deren Auswirkung auf Politik und Industrie sowie die Cyber-Bedrohungslage. Marc Elsberg, Autor des Bestsellers "Black Out" gab Einblicke in sein Buch und untermauerte seine Ausführungen mit einer Live-Hacking-Vorführung. Wie gefährdet IKT-Systeme sind, zeigte auch Gunnar Porada, ein Ex Hacker, mit einer Live-Demonstration.


Was nutzt einem eine EU-weite Regelung, wenn Merkel solche Aussagen wie "Das Internet ist für uns alle Neuland" tätigt... zu dieser Zeit.
Da sieht man ja woran man ist...


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BeitragVerfasst: 01. Mär 2014, 08:12 

Registriert: 26. Mär 2008, 08:28
Beiträge: 939
Wohnort: Graz
Hallo sandone!

Ich würde dich bitten, korrekt zu zitieren. Das oben angeführte Zitat stammt nicht von mir!


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BeitragVerfasst: 02. Mär 2014, 00:05 

Registriert: 12. Mai 2011, 11:05
Beiträge: 3393
Als ob die Tante Angela wüsste was der BND so macht...


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BeitragVerfasst: 08. Apr 2014, 01:30 

Registriert: 09. Sep 2008, 22:29
Beiträge: 20791
Was sagt man dazu?

    Spruch (Verwaltungsstrafverfahren; UVS Steiermark, 07.08.2000)

    Zitat:
    Der Berufungswerber ist Inhaber einer Bewilligung zur Errichtung und zum Betrieb einer Amateurfunkstelle unter dem Rufzeichen mit der Bewilligungsklasse 1 und der Leistungsstufe B. Weiters ist er im Besitz einer Gewerbeberechtigung für EDV-Dienstleistungen, ist Student der Telematik und bezieht aus seiner selbständigen Tätigkeit auch einen, wenn auch unregelmäßigen Verdienst. Am 10.1.2000 wurde von Erhebungsbeamten des Fernmeldebüros eine routinemäßige Überprüfung, welche dem Berufungswerber kurz vorher telefonisch avisiert wurde, vorgenommen. Die verfahrensgegenständliche Funkanlage befand sich mit mehreren anderen Geräten in einem eigenen Raum der Wohnung in G, Lweg und war dieses, mit Kabel und Stecker versehene Gerät, zum Überprüfungszeitpunkt nicht an eine Energiequelle angeschlossen. Vom Standort des Gerätes war jedoch ein Anschluss an eine Energiequelle ohne weiteres möglich. Die gegenständliche Funkanlage wurde vom Erhebungsbeamten Ing. P D in der Folge an eine Energiequelle angeschlossen und eingeschaltet und wurden dabei vom Erhebungsorgan beim Gerät der Type ICOM IC 706 MKII unter anderem die im Spruch bezeichneten Frequenzen eingespeichert festgestellt. Diese vom Erhebungsorgan festgestellten und eingespeicherten Frequenzen haben mit den Amateurfunkdienst nichts zu tun bzw. sind für einen solchen nicht bewilligt.

    Zitat:
    Wie vom genannten Zeugen weiters ausgeführt, war im Zuge der Überprüfung bei der gegenständlichen Funkanlage besonders auffällig, dass genau die 40 CB-Kanäle im exakten Raster abgespeichert waren, wodurch es sofort möglich gewesen war, mit diesem Gerät einen CB-Funk durchzuführen, was jedoch mit einem Amateurfunkgerät nicht erlaubt ist. Wie vom genannten Zeugen weiters durchaus glaubwürdig deponiert, machte auf diesen die Beschaffenheit des Gerätes den Eindruck, dass dieses auch benutzt werde, wobei sich in jenem Raum in dem sich die inkriminierte Funkanlage befand, auch andere EDV-Geräte, etwa Computer und sogenanntes Bastelmaterial befunden haben. Bei der folgenden Überprüfung der Funkanlage auf der Dienststelle konnten vom Zeugen D die in seinem Bericht festgestellten Frequenzen vorprogrammiert festgestellt werden, wobei sich die Frequenz 170,867 MHz bis 174,000 MHz auf den Bereich der Sicherheitsdienste der Polizei und Gendarmerie sowie Zoll befinden. Überdies befinden sich in diesem Bereich die Landesregierung Steiermark mit dem Katastrophenfunk und das Heeresnachrichtenamt, sowie die Feuerwehr, das Rote Kreuz der Bundesländer Burgenland und Kärnten. Mit dem programmierten Suchlauf ist man auch in der Lage effizient diese Dienste abzuhören. Weiters war auf dem Speicherplatz VFO-B die Frequenz 167,775 MHz eingestellt, welche in der Steiermark für das Landesgendarmeriekommando bewilligt ist. Ab dem Speicherplatz 41 bis Speicherplatz 80 waren alle CB-Funkkanäle abgespeichert, sodass es mit dem Gerät bei einer Sendeleistung von 100 Watt möglich war, im CB-Funkband Aussendungen zu tätigen. Es ist jedoch nicht mit 100 %iger Sicherheit festzustellen, dass mit dem gegenständlichen Gerät ein Sendebetrieb durchgeführt wurde. Es ist jedoch grundsätzlich darauf hinzuweisen, dass Amateurfunkgeräte standardmäßig im Kurzwellenbereich nur in den Amateurfunkbändern sendeseitig funktionieren.



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BeitragVerfasst: 08. Apr 2014, 08:28 

Registriert: 12. Mai 2011, 11:05
Beiträge: 3393
Und es ist kein Ende in Sicht:

http://www.computerbase.de/2014-04/hinw ... sterreich/

Zitat:
Indizien verdichten sich
Hinweise für NSA-Totalüberwachung in Österreich


Wie das österreichische Wochenmagazin „Format“ berichtet, liegen ihm Hinweise vor, die mit hoher Wahrscheinlichkeit den Schluss nahelegen, dass die in Österreich stattfindende elektronische Kommunikation vollumfänglich von der NSA überwacht und für zumindest einen Monat lang gespeichert wird.

Nach derzeitigem Wissensstand sollen insgesamt sechs Länder von der NSA mittels Instrumenten wie „Mystic“ und „Retro“ umfassend abgehört werden. Das inkludiert die Möglichkeit, die gesammelten Daten für zumindest dreißig Tage zu speichern, um so bei erst im Nachhinein entstehenden Verdachtsmomenten bereitstehende Datensätze zu haben. Dabei soll es sich sowohl um Telefonate von Mobil- und Festnetztelefonen als auch E-Mails handeln. Kommunikation über Social-Media-Kanäle seien ebenso betroffen.

Erst unlängst hat der ehemalige hohe NSA-Mitarbeiter John Inglis den Irak als eines jener sechs Länder offenbart, in Europa sollen es zwei sein. Hierfür waren ursprünglich Polen und Frankreich im Gespräch. Nun aber liege aufgrund von Unterlagen und Aussagen – die dem Magazin vorliegen – der Schluss sehr nahe, dass Österreich eines dieser Länder ist.

Darüber, welche Unterlagen das genau sind und welche Qualität die Quellen von Format haben, schweigt das Magazin jedoch. Allerdings liefert es eine Reihe von Indizien, die diese – bisher unbewiesene – Annahme stützen sollen. Zum einen existiert in Österreich noch aus Zeiten des kalten Krieges ein heutzutage als anachronistisch bezeichnetes System der Toleranz gegenüber ausländischen Diensten und deren Aktivitäten in Österreich. Trotz des Wegfalls der Sowjetunion und dem Eintritt in die EU mit seiner faktischen Aushöhlung der Neutralität hat es sich aufgrund von inkonsistenter Politik bis heute erhalten. So ist auch seit vergangenem Sommer ein Geheimvertrag mit den USA bekannt, die Existenz von Horchposten an strategisch günstigen Stellen in Wien ein offenes Geheimnis.

Zum anderen nennt Format den Umstand, dass österreichische Entscheidungsträger es sogar zulassen, selbst abgehört zu werden – was in nachrichtendienstlichen Kreisen mittlerweile als Bonmot kursiere. Dazu passe auch, dass sich die zuständigen Minister – Inneres und Verteidigung – zum gesamten Themenkomplex sehr zurückhaltend oder gar nicht äußern.

Generell dürfte sich dies auch mit den Aussagen eines ehemaligen österreichischen Geheimdienstchefs im ORF decken. Was es allerdings wirklich Interessantes in Österreich gibt, das eine derart umfassende Überwachung des gesamten Landes für einen Nachrichtendienst sinnvoll machen würde, bleibt jedoch im Dunkeln. Denn für Internetknotenpunkte und die Sitze internationaler Organisationen sowie der wichtigsten österreichischen Institutionen würde eine Beschränkung auf Wien im Wesentlichen ausreichen.


Hier der Format Artikel:

http://www.format.at/articles/1414/524/ ... esterreich

Ich enthalte mich einer Meinung..


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BeitragVerfasst: 08. Apr 2014, 09:38 

Registriert: 09. Sep 2008, 22:29
Beiträge: 20791
In der Kunst die eigenen Leute durch den Dreck zu ziehen, sind wir Österreicher immer noch Weltmeister.

Edit - 13:43

    US-Botschaft: „Kein Kommentar“ zu neuen NSA-Vorwürfen

    Zitat:
    Die US-Botschaft wollte auf APA-Anfrage keinen Kommentar zum Programm „Mystic“ abgeben.

    „Die Botschaft kann keinen Kommentar zu Details von angeblichen nachrichtendienstlichen Tätigkeiten und/oder Programmen abgeben“, hieß es in einer der APA heute übermittelten Stellungnahme. Zugleich betonte die Botschaft die „gute Zusammenarbeit“ zwischen Wien und Washington in Sicherheitsfragen, „die für beide Seiten von Vorteil ist“.

    Zitat:
    Der Sprecher des Innenministeriums, Karl-Heinz Grundböck, sagte auf APA-Anfrage, dass in dieser Frage derzeit ein Ermittlungsverfahren bei der Staatsanwaltschaft Wien anhängig sei. Sowohl der grüne Abgeordnete Peter Pilz als auch das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) hatten wegen der NSA-HNA-Kooperation Anzeigen wegen nachrichtendienstlicher Tätigkeit zum Nachteil Österreichs erstattet.

    Zugleich bekräftigte Grundböck, „dass es keine Kommunikation zwischen dem Innenministerium und der NSA gibt“.

_______________________________________________

Militärstrategisches Konzept des Österreichischen Bundesheeres (2006) hat geschrieben:
5.5.2.2 Nachrichtendienstliche Aufklärung

Die nachrichtendienstliche Aufklärung dient der Beschaffung, Bearbeitung, Auswertung und Darstellung von Informationen über das Ausland oder über internationale Organisationen oder sonstige Einrichtungen betreffend militärische und in diesem Zusammenhang stehende Tatsachen, Vorgänge und Vorhaben.

Die nachrichtendienstliche Aufklärung ist ein strategisches Mittel und besitzt als einziger Auslandsnachrichtendienst ÖSTERREICHs eine gesamtstaatliche Dimension. Zielsetzung in diesem Zusammenhang ist die Bereitstellung strategischer, nachrichtendienstlicher Informationen im Wege eines umfassenden, sicherheitspolitischen Lagebildes als Beitrag zum Entscheidungsfindungsprozess der militärstrategischen bzw. strategischen Führungsebene.

Neben dieser gesamtstaatlichen Ausrichtung beschafft und analysiert die nachrichtendienstliche Aufklärung im Rahmen eines Durchdringungsverfahrens von der militärstrategischen Ebene im Besonderen bis hin zur taktischen Ebene in Teilbereichen nachrichtendienstliche Informationen und stellt ein permanentes sicherheitspolitisches Lagebild dar. Im Kampf gegen den Terrorismus liefert die nachrichtendienstliche Aufklärung einen wesentlichen militärischen Beitrag.

Die nachrichtendienstliche Aufklärung umfasst in der Aufgabenstellung daher die Aspekte

    · der Krisenfrüherkennung von der strategischen (Vorwarnfunktion für Entscheidungsprozess) bis zur taktischen Ebene (Force Protection in Einsatzräumen ziviler und militärischer Kräfte),

    · der Beitragsleistung zur Beurteilung des aktuellen sicherheitspolitischen Lagebildes für die Republik ÖSTERREICH,

    · der Beitragsleistung zu (militär-)strategischen Planungen der obersten politischen und militärischen Führung.


Die Aufgabenstellung der nachrichtendienstlichen Aufklärung wird durch folgende Bereiche beeinflusst:

    Internationale Komponente

      Die Mitwirkung ÖSTERREICHs an der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) der EU ist in Art. 23f B-VG verfassungsrechtlich verankert. ÖSTERREICH hat als Mitglied der EU auch in der Bereitstellung von nachrichtendienstlichen Informationen im multilateralen Rahmen mitzuwirken. Die Richtlinien dafür sind im EU Military Intelligence Structures Concept [EU Military Intelligence Structures Concept, MVB 305/03, EUMC Meeting Document Nr. 04/03 vom 11 02 03] festgelegt und wirken sich sowohl hinsichtlich Aufbauorganisation (Abstellung von Fachpersonal in den EU-Militärstab) als auch auf die Ablauforganisation aus (Vorgaben aus dem EU-Aufklärungsplan [Der Aufklärungsplan der EU ist abgebildet in der „EU-Watchlist“. Dabei handelt es sich um eine Liste von Staaten, die eine festgelegte Schwelle an Krisenpotential überschritten haben und der permanenten Beobachtung der EU unterzogen werden. Neben Institutionen der EU (Policy Unit, EU-Kommission, EU-Satellitenzentrum, EU-Sekretariat) tragen insbesondere die Elemente der nachrichtendienstlichen Aufklärung der Mitgliedstaaten zur Erstellung mit nachrichtendienstlichen Informationen bei.] auf den nationalen Aufklärungsplan, EU-Sicherheitsbestimmungen, etc).

      Neben der multilateralen Dimension ist ein wesentlicher Bestandteil der nachrichtendienstlichen Aufklärung die bilaterale, partnerdienstliche Kooperation. In diesem Zusammenhang ist ein Netz an Partnerdiensten verfügbar zu halten, das die Auftragserfüllung unterstützt. Wesentlich ist dabei, dass eine effektive Kooperation nur durch gegenseitigen, substantiellen Informationsaustausch Erfolg hat.


    Nationale Dimension

      Die Gewährleistung der umfassenden Sicherheit der Republik ÖSTERREICH bedingt die klare Festlegung von Schnittstellen der nachrichtendienstlichen Aufklärung mit Elementen der inneren Sicherheit, der nachrichtendienstlichen Abwehr und der militärischen Aufklärung sowie die Regelung des Informationsaustausches untereinander.

      Wesentlich ist, dass verfügbare nachrichtendienstliche Informationen rasch und gesichert und an den richtigen Empfänger durch die jeweils zuständigen, nationalen Elemente weitergeleitet werden.


Als Fähigkeiten der nachrichtendienstlichen Aufklärung sind anzusprechen:

    · Fähigkeit zur multilateralen und bilateralen Kooperation im internationalen nachrichtendienstlichen Aufklärungsverbund als Beitragsleistung zur Entscheidungsfindung auf EU-Ebene.

    · Fähigkeit zur Teilnahme an Planung, Führung und Durchführung nachrichtendienstlicher Operationen zur Unterstützung multilateraler Einsätze. [Grundsätze gem. dem Konzept „Nachrichtendienstlicher Aufklärungsverbund im Rahmen von Peace Support Operations“, Zl. 13980-Verschl/Fü/04 vom 12 07 04.]

    · Fähigkeit, Entscheidungsgrundlagen für die politische und militärstrategische Führung vor einer allfälligen Beteilung an multinationalen Operationen durch Informationen aus dem vorgesehenen Einsatzraum zu liefern.

    · Fähigkeit zur Sicherstellung eines permanenten strategischen Lagebildes für die oberste politische und militärische Führung der Republik ÖSTERREICH sowie zum Zwecke einer lückenlosen Force Protection.

    · Fähigkeit zur Verstärkung der Force Protection für österreichische Kontingente unter enger Abstimmung mit Elementen der militärischen Aufklärung und Spezialeinsatzkräften.

    · Fähigkeit zur Einhaltung von nachrichtendienstlichen, operativen Sicherheitsbestimmungen im technischen und personellen Bereich sowie zur Errichtung und zum Betreiben von weltweiten Kommunikationslinien aufgrund internationaler und nationaler Vorgaben.

    · Fähigkeit zur umfassenden technischen Aufklärung, diese umfasst ortsfeste strategische SIGINT- und IMINT-Erfassungssysteme.

    · Fähigkeit zur permanenten Beschaffung im Bereich der offenen Medien, insbesondere durch technische Unterstützung.

    · Fähigkeit zur Beschaffung nachrichtendienstlicher Informationen durch nationale Mittel und spezifische Methoden der Sonderaufklärung weltweit, fokussiert auf den nationalen Aufklärungsplan.

    · Fähigkeit der permanenten Interaktion mit dem EU-Lagezentrum.

    · Fähigkeit zur Sicherstellung der nachrichtendienstlichen Informationssicherheit.

    · Fähigkeit zur Versorgungsselbständigkeit, insbesondere zur Durchführung nachrichtendienstlicher Operationen.


Militärstrategisches Konzept des Österreichischen Bundesheeres (2006) hat geschrieben:
5.5.2.3 Nachrichtendienstliche Abwehr

Die nachrichtendienstliche Abwehr dient dem militärischen Eigenschutz durch Beschaffung, Bearbeitung, Auswertung und Darstellung von Informationen über Bestrebungen und Tätigkeiten, die vorsätzliche Angriffe gegen militärische Rechtsgüter zu Beeinträchtigung der militärischen Sicherheit erwarten lassen (§20 MBG i.d.g.F.).

Die nachrichtendienstliche Abwehr stellt ein Mittel der militärstrategischen Führung dar und dient dem frühzeitigen Erkennen möglicher Bedrohungen bei Auslandseinsätzen/-verwendungen, im Rahmen des täglichen Dienstes und bei Einsätzen oder Assistenzleistungen in ÖSTERREICH und liefert einen wesentlichen militärischen Beitrag im Kampf gegen den Terrorismus.

Die Aufgabenstellung der nachrichtendienstlichen Abwehr erfordert daher die Berücksichtigung nachstehender Punkte:

    · Die Informationsgewinnung im gesamten Bedrohungsspektrum der nachrichtendienstlichen Abwehr zur Sicherstellung des Schutzes der militärischen Rechtsgüter im Rahmen der Force Protection.

    · Die Leistung substantieller Beiträge durch das Abwehramt für die militärstrategische Führung und als Beitrag zum aktuellen sicherheitspolitischen Lagebild der Republik ÖSTERREICH.


Die Aufgabenstellung der nachrichtendienstlichen Abwehr wird durch folgende Bereiche beeinflusst:

    Internationale Komponente

      Die Mitwirkung ÖSTERREICHs an der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) der EU ist in Art. 23 f B-VG verfassungsrechtlich verankert. ÖSTERREICH hat als Mitglied der EU auch in der Bereitstellung von nachrichtendienstlichen Informationen im multilateralen Rahmen mitzuwirken.

      Besonders sind die grenzüberschreitenden Bedrohungen zu berücksichtigen, bei denen räumliche Entfernung keinen Schutz bieten und Konflikte außerhalb der EU negative Auswirkung innerhalb der Gemeinschaft haben können. Zu den traditionellen Bedrohungen tritt die Verwundbarkeit moderner Gesellschaften im Informationstechnologiebereich zu Tage.

      Neben diesen Bedrohungen erwachsen aus den international (bi- wie multilateral) eingegangenen Verpflichtungen die Notwendigkeit des Informationsschutzes auf breiter Basis.

      Die geforderte vermehrte internationale Zusammenarbeit auch im Bereich der nachrichtendienstlichen Abwehr verlangt zu den Partnerdiensten Kontakt zu halten, um einen wechselseitigen, essentiellen Austausch von Informationen zu gewährleisten.


    Nationale Komponente

      Die Gewährleistung der umfassenden Sicherheit der Republik ÖSTERREICH sowie der Schutz der militärischen Rechtsgüter bedingt die klare Festlegung von Schnittstellen der nachrichtendienstlichen Abwehr mit Elementen der inneren Sicherheit, der nachrichtendienstlichen Aufklärung und der militärischen Sicherheit bei den nachgeordneten Kommanden und Dienststellen sowie die Sicherstellung des raschen und gesicherten Informationsaustausches.


Als Anforderungen an die nachrichtendienstliche Abwehr ergeben sich daher:

    · Fähigkeit zur Sicherstellung eines substantiellen Beitrages zum strategischen Lagebild für die oberste politische und militärische Führung der Republik ÖSTERREICH.

    · Verfügbarkeit eines ständig aktuellen Lagebildes der nachrichtendienstlichen Abwehr als Beitragsleistung zur Force Protection.

    · Fähigkeit zur multilateralen und bilateralen Kooperation im internationalen nachrichtendienstlichen Verbund als Beitragsleistung zur Entscheidungsfindung auf EU-Ebene.

    · Gewährleistung der Einhaltung völkerrechtlichen Verpflichtungen, insbesondere hinsichtlich der Informationssicherheit.

    · Fähigkeit zur Teilnahme an Planung, Führung und Durchführung nachrichtendienstlicher Operationen zur Unterstützung multilateraler Einsätze.

    · Fähigkeit zur Unterstützung aller österreichischen Truppen, die in einer internationalen Friedensoperation im Ausland zum Einsatz gelangen, unter enger Abstimmung mit Elementen der nachrichtendienstlichen und militärischen Aufklärung sowie den SEK zum Zweck der Force Protection.

    · Operative Fähigkeiten zur Aufklärung von Spionage-, Sabotage-, Subversionsvorfällen und Sicherheitsvorfällen im Zuständigkeitsbereich des BMLV.

    · Erstellung der grundsätzlichen Vorgaben für die aus dem MBG und ISihG abgeleiteten Aufgaben der personellen Sicherheit und des Informationsschutzes (Verlässlichkeitsprüfungen für physische und juristische Personen) sowie deren Umsetzung im Zuständigkeitsbereich.

    · Fähigkeit zur Informationsbeschaffung aus dem Bereich der offen zugänglichen Medien, vor allem auch durch technische Unterstützung.

    · Fähigkeit zum Schutz kritischer militärischer Informationsinfrastruktur; dies beinhaltet auch die Fähigkeit zum Setzen von Gegenmaßnahmen auf erfolgte Angriffe sowie der qualifizierten Beitragsleistung zum Schutz nationaler kritischer Infrastrukturen.

    · Sicherstellung der Grundwerte der IKT (Verlässlichkeit, Verfügbarkeit sowie Integrität) in schutzwürdigen Bereichen.

    · Sicherstellung eines permanenten IKT-Sicherheitslagebildes als Beitrag zum strategischen Lagebild.

    · Fähigkeit zur Versorgungsselbständigkeit, insbesondere zur Durchführung nachrichtendienstlicher Operationen.


Militärstrategisches Konzept des Österreichischen Bundesheeres (2006) hat geschrieben:
CI ... Nachrichtendienstliche Abwehr (Counter Intelligence)


Militärstrategisches Konzept des Österreichischen Bundesheeres (2006) hat geschrieben:
FND ... Feldnachrichtendienst


Militärstrategisches Konzept des Österreichischen Bundesheeres (2006) hat geschrieben:
ndAbw ... nachrichtendienstliche Abwehr

ndAufkl ... nachrichtendienstliche Aufklärung


Militärstrategisches Konzept des Österreichischen Bundesheeres (2006) hat geschrieben:
nd ... nachrichtendienstlich


Militärstrategisches Konzept des Österreichischen Bundesheeres (2006) hat geschrieben:
NIC ... Aufklärungselement des HNaA vor bzw. bei Auslandseinsätzen (National Intelligence Cell)

NILO ... Verbindungselement des HNaA zum militärstrategischen Kommando der EU bei Auslandseinsätzen (National Intelligence Liason Officer)


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BeitragVerfasst: 12. Mai 2014, 16:26 

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Beiträge: 20791
Austria: First non-NATO Nation To Join Alliance Cyber Defence Centre of Excellence

Zitat:
Austria became the first non-NATO nation to join the NATO Cooperative Cyber Defence Centre of Excellence in Estonia after signing an agreement with the center’s current member nations at NATO Allied Command Transformation in Norfolk, Virginia.

The NATO Cooperative Cyber Defence Centre of Excellence is a research and training facility that aims to enhance capability, cooperation and information-sharing within NATO, its member nations and partners in Cyber defense through education, research and development, lessons learned, and consultation.

As a non-NATO nation, Austria joined the center as a contributing participant. As such it can participate in the center’s work but has no voting right in the steering committee, which governs the organization’s budget and program of work.

In a press release, the center said that “the Czech Republic, France, Greece, Turkey and United Kingdom are expected to join this year” and that “discussions with Finland will hopefully lead to an agreement within this year.”



      ZEINAR Hubert: Geschichte des österreichischen Generalstabes (Wien – Köln – Weimar 2006), S. 559

      Zitat:
      DAS EVIDENZBUREAU

      Seit 1850 führte dieses Büro Nachrichten, Informationen und Aufklärungsergebnisse über fremde Heere und das ausländische Befestigungswesen evident. Zugleich war diese Dienststelle auch die Zentrale des Kundschafterdienstes. Die offene Beschaffung von Nachrichten besorgten die Militärattachés in Berlin, Rom und Paris (auch für Norwegen und Dänemark), Konstantinopel (mitakkreditiert auch für Griechenland), Bukarest, Sofia, Belgrad (Beograd), Cetinja und Tokio (zugleich für China). Die Attachés durften aus Standesrücksichten jedoch keine verdeckten Aufklärungen durchführen, sodass dieser „Kundschafterdienst“ vom Evidenzbüro und eigens dafür eingerichteten Kundschafterstellen organisiert und ausgeführt werden musste. Diese standen unter der Leitung von Generalstabsoffizieren, waren bei den Korpskommanden und an den Grenzen eingerichtet und erhielten bestimme Auslandsgebiete zur Bearbeitung zugewiesen.

      Nicht weniger wichtig war auch der „defensive Kundschafterdienst“, also die Spionageabwehr. Dieser wurde im engsten Einvernehmen mit den Polizeibehörden und der Gendarmerie sowie den staatsanwaltlichen und gerichtlichen Dienststellen durchgeführt. Das bedingte auch eine intensive Befassung des Generalstabes mit innenpolitischen Angelegenheiten, denn die wohl organisierte ausländische Spionagetätigkeit stützte sich vornehmlich auf die einheimische Bevölkerung.

      Im Kriegsfall ging aus dem Evidenzbüro die Nachrichtenabteilung des Armeeoberkommandos hervor. Diese errichtete im eigenen und in den feindbesetzten Gebieten Kundschafterstellen. Da sich das Durchbringen von Nachrichten, die einerseits oft unerlässlich, andererseits auch schon von den Tatsachen längst überholt waren, als unrentabel bis unmöglich erwies, wurde der Abhördienst stark forciert. Verantwortlich dafür war der Chef des Feldtelegraphenwesens.

      Für alle Tätigkeiten des Kundschafterwesens waren im Laufe des Ersten Weltkrieges etwa 2.500 Offiziere und Beamte in diesem Dienst eingesetzt.

      Im Armeeoberkommando befanden sich noch die Verbindungsoffiziere zu der obersten Heeresleitung und zu einzelnen Heeresstellen der Verbündeten.



      The Origination and Evolution of Radio Traffic Analysis: The World War I Era

      Zitat:
      In Europe, the first countries to create a signals intelligence Service may have been the Austrians in 1908 and the French when they intercepted and solved the cryptographic system of the German ambassador in Paris immediately prior to World War I.



      The Early Development of Communications Intelligence

      Zitat:
      France and Austria were the leaders in this field. As early as 1908, during that period of strained relations with Italy, Austria took to intercept all Italian radio traffic and began regular cryptoanalytic work on it. In 1911 the Austrian service was put to work on military communications, following move by move the Italian campaign against the Turks in Libya. In similar detail it reported the course of the Balkan wars of 1912-13.



      FROM THE OKHRANA TO THE KGB
      Christopher Andrew

      Zitat:
      The most successful intelligence penetration anywhere in Europe before World War I was the Russian recruitment of the senior Austrian military intelligence officer, Colonel Alfred Redl. The Redl story, like those of the Cambridge moles, has been embroidered with a good many fantasies. But even the unembroidered story is remarkable. In the winter of 1901-1902, Colonel Batyushin, head of Russian military intelligence in Warsaw, discovered that, unknown either to his superiors or to his friends, Red! was a promiscuous homosexual. By a mixture of blackmail and bribery of the kind sometimes employed later by the KGB; he recruited Redl) as a penetration agent. With the money given him by the Russians, Redl was able to purchase cars for himself and for one of his favorite lovers, a young Uhlan officer to whom he paid 600 crowns a month. Red! provided voluminous intelligence during the decade before his suicide in 1913, including Austria's mobilization plans against both Russia and Serbia.



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BeitragVerfasst: 10. Jul 2014, 20:03 

Registriert: 09. Sep 2008, 22:29
Beiträge: 20791
Satellitenspionagestation Königswarte

Bild

Bild

Zitat:
"Detaillierte Informationen über die nachrichtendienstliche Tätigkeit zur Sicherung der militärischen Landesverteidigung sind nicht geeignet, öffentlich erörtert zu werden", antwortete das Verteidigungsministerium auf eine Anfrage von ORF.at. Die Anfrage bezog sich auf die Station Königswarte an der slowakischen Grenze, wo das Bundesheer einen stattlichen Park von großdimensionierten Parabolantennen betreibt.

"Wegen besonderer Sensibilität und Klassifizierung" sei "aus Gründen der Amtsverschwiegenheit im Interesse der umfassenden Landesverteidigung" keine Stellungnahme möglich, hieß es weiter.

Zitat:
Ziel geostationäre Satelliten

Die gesamte Anlage auf der Königswarte ist gen Süden ausgerichtet, zumal die Ziele geostationäre Satelliten sind, die entlang des Äquators wie an einer Perlenkette aufgefädelt sind. Das Gros dieser Satelliten überträgt in erster Linie TV-Kanäle, doch immer mehr Satelliten verfügen zusätzlich über Datendienste, manche bieten auch ausschließlich Services wie Internetzugänge an.

Anders als die TV-Transponder, deren Antennen ein exakt definiertes Zielgebiet mit einem möglichst starken Signal abdecken sollen, um dort einen flächendeckenden Empfang auch mit herkömmlichen 90-cm-Schüsseln zu ermöglichen, sind die Transponder für Internetanbindungen in der Regel auf einen möglichst breiten "Footprint" eingestellt. Das ist jene Zone auf der Erde, innerhalb der Kommunikation mit diesem Satelliten möglich ist.

Glasfasern und Satelliten

Gerade in Afrika und im Nahen Osten sind Glasfasernetze außer in urbanen Zentren Mangelware, daher benutzen die Telekoms und Mobilfunkbetreiber dort seit jeher Satelliten. Über die werden abgelegene Landesteile vernetzt, darüber laufen Telefonate, Faxe und Metadaten.

Zitat:
Militärsatelliten nicht im Fokus

Die sind auch der Grund, warum mit einiger Wahrscheinlichkeit auszuschließen ist, dass Militärsatelliten Ziele der Spiegel auf der Königswarte sind. Die militärischen Datenströme sind alleine schon durch ihre starke Bündelung und Fokussierung auf ihr Zielgebiet ziemlich gut geschützt, in weiterem Umkreis davon fällt die Signalstärke rasch bis zur Unbrauchbarkeit ab.

Dazu kommen die inzwischen üblichen "Spread Spectrum"-Funktechnologien, die ein Signal in einer bestimmten Reihenfolge über benachbarte Frequenzen übertragen. Ist dieser Code, der obendrein laufend gewechselt wird, nicht bekannt, wird es allein schon schwierig festzustellen, ob hier überhaupt ein Netzsignal vorhanden ist. Bei zivilen Satelliten gibt es all diese Hürden nicht, wie in der Glasfaser kommen die Datenströme im Klartext daher und sind mit ganz ähnlichen Methoden für Analysten aufzubereiten.

Militärs, Terroristen, VSAT-Kunden

Dazu gehört auch Internetverkehr, denn mehrere Dutzend Provider bieten sogenannte VSAT-Lösungen an. Mit relativ kleindimensionierten Sat-Antennen und Terminals lassen sich von vielen Punkten der Welt direkte Internetverbindungen schalten. Und diese Services werden gerade in den weniger entwickelten Ländern, wo der Netzausbau dem rasch gestiegenen Bedarf nicht nachkommt, auch in Zeiten der Glasfaser zunehmend genützt. Alleine der Betreiber Eutelsat hat weltweit drei Millionen Kunden, die über eine solche VSAT-Internetanbindung verfügen.

Zu den Gebieten, in denen keine Internetverbindung möglich ist, gehören natürlich alle Kriegs- oder Krisenregionen. Zu den Kunden der VSAT-Betreiber zählen damit auch Gruppen, die je nach ihrer Ausrichtung entweder als "Terroristen" oder als "Freiheitskämpfer" bezeichnet werden. Dazu kommen all jene, die über VSAT-Verbindungen rigorose Internetüberwachung und Zensur in ihren Heimatstaaten umgehen wollen. Zudem ist mit Sicherheit davon auszugehen, dass auch Datenverbindungen von US-Soldaten, die im nahen Osten stationiert sind, von Nachrichtenaufklärung des Bundesheers über die Königswarte abgegriffen werden. Eine ganze Reihe von VSAT-Betreibern hat speziell an diese große Zielgruppe gerichtete Angebote.

Wie man sieht, ist der Anteil nachrichtendienstlich interessanter Daten, Personen und Regionen also bei VSAT-Verbindungen weitaus höher, als in den Glasfasern, auch ist der Datenumfang insgesamt begrenzt. Auch für kleinere Militärgeheimdienste machen daher das Abgreifen und die Verarbeitung dieser Daten Sinn.

Zitat:
Leuk und die Königswarte

Die Schweizer Station Leuk ist wie die Königswarte insgesamt nach Süden ausgerichtet, sowohl die Anzahl wie auch Dimensionen der eingesetzten Spiegel sind in etwa gleich. Von den Parabolantennen ist sie eher nach Westen gerichtet, während auf der Königswarte fast alles nach Osten blickt. Die Schweizer Spiegel greifen also jene Downlinks ab, die den Datenverkehr aus Afrika und dem nahen Osten Richtung Westeuropa übertragen. Im Visier der Königswarte wiederum liegen Satelliten, die - aus Gründen der Erdkrümmung - von der Schweiz aus kaum bis nicht mehr zu empfangen sind. Auch die ehemalige Echelon- und nunmehrige BND-Station im bayrischen Bad Aibling sieht längst nicht so weit nach Osten wie die Königswarte.



Königswarte kostete mindestens 150 Millionen

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Mit mindestens 150 Millionen Euro an Errichtungskosten ist die Überwachungsstation eine der teuersten militärischen Anschaffungen überhaupt. Obwohl beim Bundesheer ein harter Sparkurs eingehalten wird, wurde das Gebäude der Königswarte in den letzten Monaten runderneuert und der Antennenpark weiter ausgebaut.

150 Millionen sind die unterste Grenze der Kostenschätzungen von Experten für das gleich dimensionierte Sat-Überwachungssystem Onyx in der Schweiz. Allein bis 2003 waren dort bereits 150 Millionen Schweizer Franken angefallen. Der laufende Betrieb für diese Anlage mit etwa einem Dutzend riesiger Parabolantennen und angeschlossenem Maschinenpark wird dort auf eine Summe zwischen zehn und 20 Millionen Euro pro Jahr eingeschätzt.

Zitat:
Königswarte runderneuert

Während der Rotstift über das Bundesheer waltet, sodass zuletzt sogar die Luftraumüberwachung zurückgefahren werden musste, wurde das gesamte Gebäude der Königswarte rundum mit einer neuen, strahlungsabweisenden Fassade versehen. Im Herbst 2013 wurde zudem ein weiterer Spiegel am Turm installiert, der, wie das gesamte Equipment dort, dem oberen Preissegment zuzurechnen ist. Der größere der beiden terrestrischen Datenlinks am Turm ist mit etwa fünf Metern Durchmesser das größte Format, das vom Hersteller, der US-Firma RFS, für solche terrestrische Funkstrecken überhaupt zu haben ist.

Mit dem ansteigenden GHz-Bereich steigen auch die Kosten für jede Vergrößerung der Spiegel nichtlinear an. Faustregel dabei ist, dass ab einem für die Wellenlänge gebräuchlichen Durchmesser für jede weitere Vergrößerung ein Vіelfaches an Kosten anfällt. Die Fehlertoleranz beträgt hier nämlich nicht einmal ein Zehntel der verwendeten Wellenlänge und die ist im GHz-Bereich nur wenige Zentimeter. Zudem müssen diese Richtfunkschüsseln millimetergenau auf ihr weit entferntes Gegenstück eingerichtet werden, auch dabei werden nur minimale Abweichungen toleriert.

Wohin die Schüsseln schießen

Die erst gegen Ende 2013 montierte, kleinere der beiden Schüsseln zeigt auf den Flughafen Schwechat und die dahinter liegende Burstyn-Kaserne des Bundesheers in Zwölfaxing. In "Schussrichtung" der großen Schüssel - Nordwesten - liegen die Leiser Berge, wo das Bundesheer eine Radarstation auf dem Steinmandl betreibt. Diese beiden Datenlinks verbinden also zwei weitere Standorte mit der Königswarte, die ebenfalls im Eigentum des Bundesheers ist.

Die Heeresverwaltung wird auch als Eigentümer des Grundstücks mit der Einlagezahl 767 in der Katastralgemeinde Berg ausgewiesen. Erworben wurde die 6196 Quadratmeter große Fläche bereits 1981 von der Gemeinde Wolfsthal-Berg. Davor hatte die Königswarte während des Kalten Kriegs als Horchposten gedient, der gemeinsam mit den US-Streitkräften betrieben wurde. Die Antennen waren damals noch nicht auf den Satellitenhimmel gerichtet, sondern visierten militärischen Funkverkehr, Flugleitsysteme, analoge Richtfunkstrecken zwischen den Wählämtern und ähnliche Ziele an. Heute zapfen die Antennen der Königswarte die Downlinks von Datenverbindungen über Satelliten ab.

Glasfaser, Terminals und die IT

Neben diesen beiden Richtfunkstrecken existiert eine weitere Datenverbindung nach außen, denn eine derart dimensionierte Station wie die Königswarte kann ohne Glasfaseranbindung nicht funktionieren. Zwölf große Parabolspiegel, die jeweils auf die Downlinks eines bestimmten Satelliten zielen und dort rund um die Uhr alles an Daten abgreifen, erfassen alleine schon Unmengen an Metadaten pro Tag. Wie sich im Verlauf des NSA-Skandals gezeigt hat, werden zudem auch alle Inhalte von Sprach- oder Datenkommunikation abgegriffen und gespeichert, wenn das irgendwie möglich ist.

Damit ist man schon beim weitaus teuersten Teil des technischen Equipments angelangt, das auf den Fotos freilich nicht sichtbar ist. Es sind die Steuerungseinheiten der Antennen, die Satellitenterminals für Empfang, Verarbeitung und Tansformation der Signale, dazu kommen noch die IT-Komponenten wie Routing und Switching, Pufferspeicher und Datenbanken.

Ferngesteuerter Betrieb

Wohin die Daten dann über die Glasfaser abtransportiert werden, ist natürlich so nicht in Erfahrung zu bringen. Fest steht jedoch, dass die gesamte Anlage kein Personal zum laufenden Betrieb benötigt, denn sie ist ferngesteuert. Die eigentliche Auswertung der Daten passiert auch nicht vor Ort, sondern am Ende der Glasfaser, wo immer das auch ist. Die beiden terrestrischen Links am Turm sind höchstwahrscheinlich Back-Up-Leitungen oder sie liefern weitere Daten zu.

Zwar ist es möglich, dass die eine oder andere Antenne auch für Uplinks, also zum Senden verwendet wird, insgesamt handelt es sich jedoch um eine Empfangsanlage, die auf den drei geläufigen Bändern der zivilen Sat-Kommunikation betrieben wird.

Zitat:
Einfach zuordnen lassen sich die einzelnen Antennen der Königswarte diesen drei in Frage kommenden Bändern jedoch nicht, da die benutzte Wellenlänge nicht direkt aus dem Durchmesser der Schüssel abzuleiten ist. Mit ansteigender Frequenz werden zwar die Mindestdimensionen der Schüsseln immer kleiner, bei der Verwendung größere Antennenformate steigt der Pegel der empfangenen Signale jedoch steil an.

Gradraster, Präzisionsarbeit

Damit lässt sich auch Datenverkehr von Satelliten weit außerhalb ihres terrestrischen Einstrahlgebiets ("Footprint") abfangen. Auch hier gilt, dass der Durchmesser der Schüssel mit der Positionierung der Empfangseinheit exakt abgestimmt werden muss. Das Einrichten dieser großen Parabolantennen auf ihre Ziele erfordert ebenfalls Präzisionsarbeit. Wie auf den Fotos zu sehen ist, sind diese Schüsseln mit Gradrastern versehen worden, um das Einrichten zu erleichtern.

Cassegrain-Spiegel

Die Mehrzahl der Parabolspiegel auf der Königswarte sind Hochleistungsantennen vom sogenannten "Cassegrain"-Typ, auch diese Spiegel gehören zum obersten Preissegment. Anders als bei herkömmlichen Schüsseln, wo die eigentliche Empfangseinheit am "Horn" vor der Antenne sitzt, ist sie hier dahinter angebracht. Das Signal wird über ein komplexes Reflexionsystem dorthin geleitet, dadurch wird nicht nur ein weiterer Verstärkungseffekt erzielt, das Signal lässt sich auch besser verarbeiten.

Angesichts dieses enormen Aufwands stellt sich die Frage, wie das mit einem der geringsten Militärbudgets in ganz Europa zusammengehen soll, über dem obendrein gerade ein so harter Sparkurs waltet, dass sogar die operative Luftraumsicherung zusammengestrichen wird.

Im selben Zeitraum, nämlich ab 2001 begann die NSA mit der schrittweisen Übergabe ihrer Station in Bad Aibling an den deutschen BND, was 2004 abgeschlossen wurde. In dieser Zeit startete auch der Ausbau der Königswarte zu einer der größten Satellitenspiongestationen, die es in Europa gibt.

Leuk, Bad Aibling und die Königswarte

Sieht man sich die Lage dieser drei Standorte an, so sind sie von sieben Grad Ost (Leuk, Schweiz) über zehn (Bad Aibling) bis 17 Grad Ost (Königswarte) hintereinander gestaffelt, wie auch ihre Ziele, geostationäre Satelliten über dem Äquator, dort nebeneinander wie auf einer Kette aufgefädelt sind. Zudem sind sämtliche bis jetzt bekannten Stationen für Satellitenspionage nachgewiesenermaßen Teile eines weit größeren Verbundsystems. Das weitaus größte ist das, das von den USA, Großbritannien und den übrigen "Five Eyes"-Staaten betrieben wird.

Zitat:
Von ihrer geografischen Lage her passen sowohl das Schweizer Onyx-System wie auch die Königswarte perfekt wie Missing-Links in dieses weltumspannde Spionagesystem der USA. In diesem klafft zwischen Westfrankreich und Italien nämlich eine Lücke von 17 Längengraden, die mit den sechs Parabolspiegeln von Bad Aibling unmöglich abgedeckt werden kann.

Unter den wenigen Informationen, die aus den geleakten NSA-Dokumenten über Österreich bekannt wurden, finden sich zwei, die exakt zur Königswarte passen. In einem der Dokumente ist von einer "automatisierten Station" in Österreich die Rede, in einem zweiten wird neben dem Standort "Vienna" zusätzlich ein "Vienna Annex" im Zusammenhang mit den Begriffen SIGINT und FORNSAT erwähnt. "Signals Intelligence" ist die Bezeichnung für klassische Funkspionage, FORNSAT ist dazu Unterbegriff, dass diese "Nachrichtenaufklärung" eben nicht auf Daten aus der Glasfaser sondern von Satelliten gerichtet ist.

Ausblick

Was die Glasfaserverbindung der Königswarte betrifft, so ist die eigentlich spannende Frage nicht, welche Daten darüber abtransportiert werden. Weit interessanter als dieser Mix aus Inhalts- oder Metadaten ist eine Antwort auf die Frage, wer da wirklich am anderen Ende der Leitung sitzt

Im dritten Teil, der in wenigen Tagen hier zu lesen ist, wird untersucht, welche Service-Provider auf welchen Satelliten interessante Ziele für die Betreiber der Königswarte sind.


Die Anlage des HNaA auf der Königswarte liegt übrigens in der Katastralgemeinde Berg bei Wolfsthal. Bei der Adressenabfrage im GIS Niederösterreich kommt folgendes heraus - statt der Hausnummer die Grundstücksnummer:

    Postleitzahl

      2413

    Ort

      Berg bei Wolfsthal

    Straße

      Königswarte

    Hausnummer

      KG 05102 GNR 312/106


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BeitragVerfasst: 29. Jul 2014, 19:45 

Registriert: 09. Sep 2008, 22:29
Beiträge: 20791
Das unterirdische Datencenter der Königswarte

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Zitat:
Die Station Königswarte des österreichischen Bundesheers für Satellitenüberwachung ist weitaus größer dimensioniert, als es bis jetzt den Anschein hatte. Wie aus Luftaufnahmen hervorgeht, die ORF.at zugespielt wurden, befindet sich dort ein unterirdisches Rechenzentrum mit einem Mehrfachen an Grundfläche der beiden Gebäude darüber.

Diese in den Berg hinein gebaute Anlage erstreckt sich von den drei größten Parabolspiegeln im Westen bis an die Ostgrenze des Geländes. Wenigstens ein Drittel des laut Grundbuch 6.192 Quadratmetern großen Grundstücks ist solchermaßen unterirdisch ausgebaut. Die Luftaufnahmen zeigen auch, dass es an der von außen nicht einsehbaren Ostseite des Geländes eine Einfahrt zu diesem unterirdischen Rechenzentrum gibt. Anzahl und Dimension der vielen, auf den Luftaufnahmen erkennbaren Abluftschächten deuten zudem darauf hin, dass es sich um mehr als nur eine Etage mit Maschinenräumen handeln dürfte.

Zitat:
Durchmesser zwölf Meter

Die Schätzungen für die Durchmesser der Spiegel müssen anhand der Luftaufnahmen ebenso nach oben revidiert werden. Die größten zwei Parabolantennen (rechts oben im Bild) haben jeweils an die zwölf Meter Durchmesser, das zeigt ein Vergleich mit der am Turm montierten blauen Schüssel. Dabei handelt es sich um einen terrestristischen Datenlink zu einem Standort des Bundesheers in den Leiser Bergen bei Laa an der Thaya.

Zitat:
Für die anderen beiden großen Antennen (im Bild unten), die ebenfalls nach Osten gerichtet sind, können daher Durchmesser zwischen acht und zehn Metern angenommen werden. Diese Dimensionen sind deshalb nötig, weil diese Antennen auf Kommunikationssatelliten zielen, die weit im Osten am Äquator wie Perlen auf einer Kette aufgefädelt sind.


Bild

Zitat:
Jenseits von 40 Grad Ost

Auf 42 Grad Ost stehen die Satelliten der Türksat-Gruppe, deren neuester erst im Jänner 2014 ins All geschossen wurde. Wie alle neueren Satelliten hat auch Türksat 4A neben den üblichen TV-Kanälen einen deutlich höheren Anteil an Transpondern, die für Datendienste genutzt werden, als ältere Modelle. Mit Türksat 4A werde die Transponderkapazität der Flotte verdreifacht, hieß es dazu im Frühjahr seitens des Betreiberkonsortiums.

Bereits der ebenfalls auf derselben Position von 42 Grad befindliche, ältere Türksat 3A bedient drei verschiedene terrestrische Datencenter, von denen aus der Satverkehr in Glasfasernetze weitergeleitet wird. Die Daten kommen von soganannten VSAT-Terminals, das sind transportable Sende- und Empfangseinheiten, die für den Uplink - je nach Standort - nur kleine Schüsseln von 60 Zentimetern bis 1,80 Metern benötigen. Das Einzugsgebiet allein der Türksat-Gruppe erstreckt sich von Zentralasien, Teilen des indischen Subkontinents und dem Nahen Ostens bis ins südliche Afrika.

Thuraya-2, Eutelsat und Co

Direkt daneben am Äquator steht mit dem Thuraya 2 des gleichnamigen Konsortiums für Satellitentelefonie aus Abu Dhabi auf 44 Grad Ost ein weiteres, wahrscheinliches Ziel der vier großen nach Osten gerichteten Antennen der Königswarte. Auf 46 Grad folgt Azer-Sat (Aserbeidschan) als weiteres, mögliches Zielobjekt mit vergleichbaren Datendiensten. Von 47,5 Grad Ost aus bedient Yahsat 1B Südwestasien Russland, das östliche Europa und den Nahen Osten mit Datendiensten.

Welche der vier großen Antennen der Königswarte genau welches Zielobjekt am Äquator anvisiert, lässt sich bei weniger als zwei Grad Distanz derselben ohne Einmessung vor Ort natürlich nicht genau sagen. Dazu kommt, dass die Positionierung der Satelliten am Himmel selbst nicht alleine den Ausschlag dafür gibt, welche Gebiete abgedeckt werden. Gerade die neueren Kommunikationssatelliten verfügen über sogenannte Widebeams, die weit entfernte terrestrische Positionen verbinden können. Manche dieser Beams sind auch verstellbar, dazu kommen sogenannte Spotbeams - wie sie bereits Thuraya 2 an Bord hat - mittels derer sich genau abgezirkelte Zielgebiete punktuell ausleuchten lassen.

Das unsichtbare Datencenter

Die Verarbeitung so großer Datenmengen, die rund um die Uhr aus dem All abgegriffen werden, erfordert natürlich ein entsprechend dimensioniertes Datenzentrum und das befindet sich im Untergrund. Wie diese Detailaufnahme zeigt, befindet sich an der nichteinsehbaren Ostseite der Überwachungsstation dafür eine Einfahrt.

Bild

Bezeichnend dabei ist, dass der untere Teil des halbrunden Gebäudes mit einer strahlungsabweisenden Fassade in grau versehen ist. Auf dem Dach wiederum sind drei Ablaufschächte zu erkennen, die dreiecksförmige Aussparung in der Mitte des Gebäudes enthält noch einen weiteren. Ebenso sind seitlich am Turm zwei runde Luftschächte auszumachen, die aus dem Boden kommen, weitere werden im Vordergund eingebaut. Bei den drei rundlichen Objekten handelt es sich gleichfalls nicht um Blumenkübel, sondern um weitere Auslässe bzw. um Luftzufuhr.

Unter der grünen Rotunde rechts vorne im Bild befindet sich ein Wartungseinstieg und wahrscheinlich ein ebensolcher Luftschacht, wie auch direkt daneben zwei weitere Auslässe zu sehen sind. Das Baustofflager links im Bild wiederum zeigt die eigentlichen Dimensionen dieser Auslässe, von denen nur die wesentlich schmäleren Abzugsrohre am Ende sichtbar sind. Die runden Gitter für die Luftschächte haben je etwa zwei Meter Durchmesser.

Ein weiterer Einstieg zum unterirdischen Datenzentrum ist in dem Häuschen gleich danaben. Das gesamte auf diesem Bild sichtbare Gelände ist daher mit mindestens einer Etage unterkellert, wobei sich die Frage nach der Größe stellt. Im Grundbucheintrag für die Königswarte ist davon natürlich nicht die Rede, auch das halbrunde Gebäude findet sich dort nicht. Die ausgewiesenen 362 Quadratmeter verbauter Grundfläche beziehen sich nur auf das etwa 30 Meter lange Hauptgebäude mit dem Turm.

Bild

Diese Totale des mehr als 6.000 Quadratmeter großen Grundtstücks zeigt das gesamte Datenzentrum im Untergrund. Es erstreckt sich von der grünen Fläche am linken unteren Bildrand bis hin zu den drei großen Parabolantennen am anderen Ende der Überwachungsstation im Westen.

Diese unterirdische Struktur wurde nicht etwa erst im letzten Jahrzehnt ausgegraben, zumindest Teile davon sind bereits vor 100 Jahren entstanden. Wo heute eine der modernsten Echelon-Stationen zur Satellitenüberwachung steht, befanden sich bereits im Ersten Weltkrieg Bunkeranlagen, ab den 50er Jahren wurde die Königswarte direkt am "Eisernen Vorhang" zu einem Horchposten im Kalten Kriege ausgebaut.



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BeitragVerfasst: 16. Aug 2014, 15:48 

Registriert: 09. Sep 2008, 22:29
Beiträge: 20791
Ehemalige Fernmeldeanlagestation Gols

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Zitat:
Eckdaten

EZ 5230
KG 32008 Gols
Gst.Nr. 9415/2
Grundstücksfläche ca. 12.105 m²
Mindestkaufpreis € 50.000,-


    Ehem. Fernmeldeanlagestation | 7122 Gols

    Zitat:
    1.4. Nutzungsmöglichkeit

    Die Errichtung des bestehenden Gebäudes wurde für militärische Zwecke, zur Nutzung als Fernmeldeanlagestation, nach einschlägigen baubehördlichen, naturschutz- und wasserrechtlichen Bestimmungen im Jahr 1978 bewilligt.

    Zitat:
    2.1. Historie der Liegenschaft

    Die Fernmeldeanlagestation in Gols wurde vom Österreichischen Bundesheer bis Ende März 2013 genutzt.

    Zitat:
    Die Liegenschaft der ehemaligen Fernmeldeanlagestation ist im nördlichen Bereich mit einem Gebäude bebaut, welches als Dienststellen- und Unterkunftsgebäude diente. Das Gebäude ist nicht unterkellert und ist voll aufgeschlossen. Die Nutzfläche beträgt ca. 100 m².

    Der südliche Liegenschaftsbereich, anschließend zum Gebäude, ist teilweise mit einer unterirdisch führenden Kabeltrasse versehen, welche zur ehemaligen Antennenanlage führt. Oberirdisch sind zum Teil Fundamentreste der Antennenanlage sowie der Revisionsschächte vorhanden.

    Die verbleibende Restfläche der Wiesenfläche im südlichen Bereich ist geprägt durch die im östlichen Gebiet des Neusiedler Sees befindlichen Salzlacken, welche sich abhängig von Witterung und Niederschlagsmengen verändern.

    Der Bereich um das Gebäude ist mittels einer Zaunanlage aus waagrecht befestigten Holzbalken eingefriedet.

    Die Zufahrt auf die Liegenschaft ist mittels eines öffentlichen Weges (nur für Anrainer) gegeben. Vor dem eingezäunten Bereich ist eine Stellplatzfläche mit Betonrasensteinen vorhanden.

    Zitat:
    2.3. Bauzustand und Ausstattung

    Das Betriebs- und Unterkunftsgebäude wurde nach der Baubewilligung im Jahr 1978 in Massivbauweise eingeschossig errichtet. Das Dach ist mit einer Schilfrohrdeckung gedeckt.

    Das Gebäude setzt sich aus folgenden Räumlichkeiten zusammen: Arbeits-, Bereitschafts-, Schlaf-, Abstell- und Naßräume. Des Weiteren sind Räume für die technische Nutzung vorhanden: Abstellraum, Öltankraum und Notstromaggregatraum.

    Der Bau- und Erhaltungszustand des Gebäudes befindet sich in einem mittelmäßigen Zustand, wobei jedoch das Dach, welches mit Schilfrohr bedeckt ist, bereits erhebliche Mängel aufweist.

    Die Räumlichkeiten werden durch eine Elektroheizung beheizt.

    Die Baulichkeiten wurden laufend instandgehalten. Der allgemeine Bau- und Erhaltungszustand entspricht dem Alter der Anlage.



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BeitragVerfasst: 31. Aug 2014, 00:38 

Registriert: 09. Sep 2008, 22:29
Beiträge: 20791
Aus der Kundenliste der Bundesbeschaffungsgesellschaft:

    Bundeskunden der BBG

    Zitat:
    Partner-Nr.

      123402

    Bezeichnung

      Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport/FMA-Station Oberhofenweg

    Übergeordnet

      109436

    Straße

      Oberhofenweg 21a

    PLZ

      6380

    Ort

      St. Johann in Tirol

    letzte Änd.

      15.02.2013

    Zitat:
    Partner-Nr.

      123401

    Bezeichnung

      Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport/FMASt Königswarte

    Übergeordnet

      109436

    Straße

    -

    PLZ

    -

    Ort

    -

    letzte Änd.

      22.01.2013

    Zitat:
    Partner-Nr.

      115667

    Bezeichnung

      Heeresnachrichtenstelle Innsbruck - 2.BVSt.

    Übergeordnet

      109436

    Straße

      Museumstraße 2

    PLZ

      6020


    Ort

      Innsbruck

    letzte Änd.

      12.06.2010


Sind "Heeresnachrichtenstellen" demnach dasselbe wie das regionale Pendant des Abwehramtes, die "Abwehrstellen"?


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BeitragVerfasst: 30. Dez 2014, 21:28 

Registriert: 09. Sep 2008, 22:29
Beiträge: 20791
Cyber Defence - eine nationale Herausforderung - Österreichische Strategie Cyber Sicherheit (ÖSCS) – Wo stehen wir?

Abteilung C/ ObstdG Mag. UNGER

Technikum Wien
27. Mai 2014



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