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Medienberichte 2016

Landesverteidigung, Einsätze & Übungen, Sicherheitspolitik, Organisation, ...
theoderich
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Re: Medienberichte 2016

Beitrag von theoderich » 03. Nov 2016, 22:03

"Werde das jetzt selbst organisieren"
Grenzschutz: Doskozil verliert Geduld mit EU

Bei der aktuellen Beurteilung der Terrorsituation in Österreich und der Migrationskrise kommt der Verteidigungsminister zu einem negativen Ergebnis: "Wir haben europäisch nicht sehr viel gelernt aus diesen Vorgängen. Wir diskutieren immer noch über die Handlungswege, über die Möglichkeiten, diese Situation zu bewältigen", sagte Doskozil.

Es sei auch "bei Gott nicht so, dass die Balkanroute gänzlich geschlossen ist", hielt der Verteidigungsminister fest. Nach wie vor würden täglich Hunderte Menschen von Schleppern durch Europa nach Österreich, Deutschland und in andere Länder geschleust.

"Wo soll der Weg hingehen?"

Doskozil ließ keinen Zweifel daran, dass er nun die Geduld mit dem Zaudern in der EU verliert: "Europäische Union: Wo soll der Weg hingehen", stellte der Minister die rhetorische Frage. Er werde jetzt zumindest die weitere Vorgangsweise selbst organisieren. Kommende Woche findet im burgenländischen Frauenkirchen auf seine Initiative hin ein Treffen der zentraleuropäischen Verteidigungsminister statt. Hauptthema des Ministergipfels im Burgenland: das Verhindern der illegalen Migration nach Europa und eine wechselseitige Unterstützung beim Grenzschutz.



Grün mobilisiert weiter gegen Soldatendenkmal

Dazu stößt sich Walser an den in der Unterlage angeführten internationalen Beispielen, wie die meterhohen Patronenskulpturen im australischen Sydney oder die überdimensionalen Soldatenstatuen im kanadischen Ottawa. Dazu zitiert der Grüne aus der Mitschrift der Generalstabsbesprechung im Oktober, wie das österreichische Modell aussehen möge: "Der militärische Charakter des Denkmals in der konkreten oder abstrakten Ausführung" solle auch "für den nicht kunstaffinen Betrachter die eindeutige Verknüpfung zum Militär schaffen".

Stefan Hirsch, Sprecher von Minister Doskozil, weist diese Darstellung vehement zurück: In der Regierungssitzung vor dem Nationalfeiertag sei die Zeit knapp gewesen, dazu habe es noch Bedarf an Informationen gegeben, die man nachgereicht habe. Hirsch: "Das Denkmal wird kommen." Im Übrigen habe auch Altbundespräsident Heinz Fischer die Grundidee als "vernünftig" qualifiziert. Zur Gestaltung des Gedenkorts hält man in Doskozils Büro fest, dass es freilich keine riesigen Patronenskulpturen geben werde. Nachsatz: "Das ist parteipolitische Polemik, die ein grüner Politiker hier auf dem Rücken der umgekommenen Soldaten betreibt."

Historiker Rathkolb für Gesamtkonzept

Der Historiker Oliver Rathkolb, einst Mitglied des wissenschaftlichen Beirats für die Umgestaltung der belasteten historischen Stätten, plädiert dafür, dass sich eine internationale Enquete mit dem gesamten Heldenplatz auseinandersetzt, im Zuge derer auch "ein moderner Heldenbegriff debattiert werden soll". Um Kranzniederlegungen wie am Nationalfeiertag von der Krypta wegzuverlegen, kann er sich sehr wohl ein eigenes Soldatendenkmal vorstellen. Dringend geboten ist aber auch für Rathkolb, das Äußere Burgtor zu "musealisieren" – nicht zuletzt, um die fehlenden Quadratmeter für das kleiner als geplant ausgefallene Haus der Geschichte zu kompensieren.



    Das Staatsarchiv darf nicht zerschlagen werden (Gastkommentar)

    Dem Staatsarchiv droht, wenn man ersten Zeitungsmeldungen (im "Falter" Nummer 33/2016) glauben darf, in näherer Zukunft Ungemach, schlimmstenfalls sogar die Zerschlagung und der institutionelle Tod. Das Heeresgeschichtliche Museum, heißt es, hat Ansprüche auf die Militärakten der Habsburgermonarchie (Abteilung "Kriegsarchiv" des Österreichischen Staatsarchivs) sowie der Ersten und Zweiten Republik (in der Abteilung "Archiv der Republik" des Staatsarchivs) angemeldet, über die auch schon konkret zwischen Bundeskanzleramt und Verteidigungsministerium, dem das Heeresgeschichtliche Museum untersteht, verhandelt wurde.

    Man hätte sich eine sofortige Zurückweisung dieses seltsamen und völlig sachfremden Ansinnens durch den Bundeskanzler erwartet. Denn die mutwillige Vermengung und Verschmelzung von ganz unterschiedlichen Gedächtnisinstitutionen und Vergangenheitsspeichern wie Bibliotheken, Museen und Archiven führt zwangsläufig zu einer Professionalisierungsreduktion.

    Klotz am Bein

    Wie es scheint, betrachtet das Bundeskanzleramt aber das Staatsarchiv weniger als zu hegenden Schatz denn als budgetären Klotz am Bein und sieht daher die Zerschlagung selbst womöglich nicht ungern. Sie lässt sich spätestens dann realisieren, wenn im Frühjahr 2017 der Vertrag des derzeitigen Generaldirektors des Staatsarchivs Wolfgang Maderthaner ausläuft.

    Sind erst einmal große Teile von Personal und Beständen an das Heeresgeschichtliche Museum abgetreten (wobei die Frage der sachgerechten Aufbewahrung und der Benützbarkeit der Bestände im Arsenal wohl noch nicht geklärt ist), ist auch der "Rest" in seinem organisatorischen Bestand gefährdet. Für den verbleibenden Archiv-Torso kommt, wenn man Gerüchten trauen darf, die Österreichische Nationalbibliothek bzw. deren "Haus der Geschichte Österreich(s)" als Trägerinstitution infrage – sofern nicht andere Bundesministerien ebenfalls auf den Geschmack kommen, eigene Ressortarchive einzurichten und "ihre" Akten aus dem Staatsarchiv abzuziehen.

    Chaotische Situation

    Eine chaotische, für die historische Forschung völlig unzumutbare Situation totaler Überlieferungszersplitterung, die Österreich international nicht nur in Historikerkreisen dem Gespött preisgeben würde, wäre die Folge.

    Die Folgerung kann nur lauten: Schluss mit derartigen absurden Sandkastenspielen! M. Christian Ortner, der dynamische Direktor des Heeresgeschichtlichen Museums, liefert mit dem Werbeslogan seines Hauses, "Kriege gehören ins Museum!", selbst die Vorlage für die einzige vernünftige archivpolitische Maxime: "Akten gehören ins Archiv!"

    Thomas Winkelbauer (Jahrgang 1957) ist Professor für Österreichische Geschichte und Direktor des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung an der Uni Wien.


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Re: Medienberichte 2016

Beitrag von theoderich » 05. Nov 2016, 19:42

4. November 2016

    Luftunterstützungs-Brigade sucht 140 Piloten und Techniker

    Das Anwerben von Piloten ist schwierig. Das macht dem Kommando Luftunterstützung (LuU) in Hörsching seit Jahren zu schaffen. Nun, da sich die Grundstimmung gegenüber dem Bundesheer deutlich gebessert hat, hofft Brigadier Andreas Putz auf einen Schub an jungen Fachkräften. Übrigens nicht nur bei Piloten für Hubschrauber und Flächenflugzeuge, sondern vor allem auch bei Technikern. Denn ohne entsprechendes Personal in diesem Bereich können die hochkomplexen Maschinen nicht aufsteigen.

    140 Fachkräfte sind bei Piloten, Technikern, der Luftsicherung, Funk- und Fernmeldebereich sowie Luftfahrzeugrettung dringend erforderlich – denn die fehlen schon jetzt auf den Organisationsplan (Standorte Hörsching, Langenlebarn, Aigen/Ennstal).

    Hohe Ausfallsquote

    Darüber hinaus gehen in den kommenden Jahren gleich Dutzende Soldaten der "geburtenstarken Jahrgänge" in Pension, was die Personalsuche noch dringlicher macht. "Dazu kommt, dass die Zahl der Bewerber noch deutlich höher sein muss, da die Ausfallsquote (Tauglichkeit, etc., Anm.) bei diesen Experten-Jobs viel höher ist", sagte Putz im OÖN-Gespräch.

    Im Gegensatz zu vielen anderen Heeresbereichen haben die "Flieger" allerdings einen Nachteil: "Die Ausbildung dieser Fachkräfte dauert drei bis fünf Jahre, bis diese in den Spezialtätigkeiten wie Pilot oder Technik-Wart voll eingesetzt werden können", sagt Putz.


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Re: Medienberichte 2016

Beitrag von theoderich » 06. Nov 2016, 19:59

Doskozil will mehr Soldaten für Schutz der EU-Außengrenze

Für Doskozil ist es nun höchste Zeit, selbst den Außengrenzschutz zu verstärken. Aus diesem Grunde lädt er heute, Montag, seine Amtskollegen aus Zentraleuropa zu einer Sicherheitskonferenz ins burgenländische Frauenkirchen ein.

Ressortchefs aus der Slowakei, Tschechien, Ungarn, Polen, Slowenien, Kroatien, Serbien, Mazedonien und Montenegro reisen an, um Maßnahmen gegen die illegale Migration und gegenseitige Unterstützung zu vereinbaren. Doskozil skizziert den Sinn des Treffens: "Wir wollen ein klares Signal setzen, dass wir in der Lage sind, eine neuerliche Flüchtlingswelle zu unterbinden. Es muss unser erstes Ziel sein, die Zahl der Flüchtlinge zu reduzieren." Warnend fügt er hinzu: "Wenn ich sage, dass sich die Ereignisse des Jahres 2015 nicht wiederholen dürfen, ist das keine Leerformel."

Entsende-Gesetz

Der Verteidigungsminister geht davon aus, dass der Einsatz von Soldaten – wie an der ungarisch-serbischen Grenze (vergangene Woche wurden 65 Soldaten nach Ungarn verlegt) – nicht die letzte Entsendung sein wird. Weitere bilaterale Missionen zum Außengrenzschutz sind nicht ausgeschlossen.

Die Bundesregierung hat im Rahmen ihres neuen Sicherheitspakets bereits beschlossen, dass Einsätze an der EU-Außengrenze möglich sind. Bisher hatten solche Einsätze ausschließlich einen humanitären Fokus, künftig soll auch der Grenzschutz möglich sein. Damit Österreich im Ernstfall rasch Soldaten für den Schutz der Grenze einsetzen kann, "benötigt es jetzt zeitnah einen Beschluss im Parlament", verlangt Doskozil.


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Re: Medienberichte 2016

Beitrag von theoderich » 12. Nov 2016, 20:45

Commenda im Interview: Das Heer braucht mehr Nachwuchs

Das Bundesheer bekommt wieder mehr Geld. Sind die Sorgen der Armee damit Vergangenheit?

    Othmar Commenda: Für die nächsten Jahre ja. Derzeit schaut es gut aus, dass wir unsere Fähigkeiten erhalten und da und dort ausbauen können.

Warum betonen Sie die nächsten Jahre so?

    Commenda: Der aktuelle Budgetrahmen endet 2020 und ich weiß nicht, was 2021 und danach folgt. Auch dann wird es um mehrere 100 Millionen Euro gehen. Ich gehe aber davon aus, dass die Politik auch danach verantwortungsvoll genug ist.

Sie planen auch eine neue Struktur für Truppe und Ministerium, mit neuen Kommanden und Zuständigkeiten. Läuft diese Reform nach Plan?

    Commenda: Bei der Truppe Ja. Was das Ministerium und die Kommanden betrifft, sind wir aber in harten und emotionalen Verhandlungen mit dem Bundeskanzleramt, das für die Bewertung der Arbeitsplätze zuständig ist.

Umstritten ist offenbar, welche Führungsposten künftig von Zivilisten besetzt werden können. Heer und Verteidigungsminister beharren auf Militärs.

    Commenda: Ich will diese Frage öffentlich gar nicht kommentieren.

Zum neuen Selbstbewusstsein des Bundesheeres gehört auch mehr Personal. Minister Hans Peter Doskozil will in den kommenden Jahren fast 10.000 Leute aufnehmen. Wo kommen die her? Die Zahl der Rekruten steigt nach aktuellen Schätzungen nicht.

    Commenda: Wir waren in den vergangenen Jahren gar nicht unglücklich, dass wir nicht mehr Rekruten hatten, weil jeder Rekrut kostet Geld. Jetzt wollen wir aber Verbände neu aufstellen und personell aufwachsen. Wir haben derzeit 17.000 Rekruten pro Jahr, bräuchten aber 19.000 bis 20.000. Wir müssen wieder mehr junge Bürger dazu bringen, Wehrdienst zu machen.

Also mehr junge Männer zum Bundesheer statt zum Zivildienst?

    Commenda: Ja. Derzeit haben wir aber beim Zivildienst mehr Bewerber als Stellen, die besetzt werden können.

Und wie wollen Sie den Trend zum Zivil- statt dem Wehrdienst stoppen?

    Commenda: Es wird an uns liegen, dass wir die Bedeutung und die Attraktivität des Soldatenberufs transportieren. Dieser Herausforderung müssen sich alle Kommandanten stellen. Die Stimmung im Land hilft uns dabei.

Schon jetzt sind 3000 Soldaten ständig im Einsatz, darunter auch Rekruten. Sie haben sich lange dagegen gewehrt, Rekruten im Zuge der Flüchtlingskrise einzusetzen.

    Commenda: Wir setzen Rekruten nur dort ein, wo sie keinerlei Bedrohung ausgesetzt sind. Allerdings taucht ein anderes Problem auf, wenn wir diese hohe Zahl aufrecht erhalten: Wir können diese Rekruten nicht mehr ausreichend ausbilden, wenn sie im Einsatz stehen. Auch die Kadersoldaten würden Fähigkeiten verlieren.

    http://www.tt.com/politik/innenpolitik/12249296-91/commenda-im-interview-das-heer-braucht-mehr-nachwuchs.csp


    Tiroler Tageszeitung hat geschrieben:Wehrpolitischer Schleuderkurs

    von Mario Zenhäusern

    Der Sparkurs der Regierung rächt sich jetzt, wo ein einsatzbereites und allen Aufgaben gewachsenes Bundesheer notwendig ist.

    Es klingt nicht nur paradox, es ist es auch: Jahrelang haben die Verteidigungsminister Norbert Darabos und Gerald Klug (beide SPÖ) im Auftrag und mit Wissen der von SPÖ und ÖVP gebildeten Bundesregierung nichts unversucht gelassen, um das österreichische Bundesheer an die Wand zu fahren. Jetzt plötzlich soll innerhalb weniger Monate ein neues Heer wie der berühmte Phönix aus der Asche steigen und darüber hinaus völlig neue sicherheitspolitische Aufgaben erfüllen. Eine 180-Grad-Wende also, die ihresgleichen sucht? Nein, in Wahrheit ist der plötzliche Geldregen für das Bundesheer nichts anderes als ein Ausdruck der wehrpolitischen Ahnungslosigkeit dieser Großen Koalition.

    Wie auch immer, jetzt also wird wieder aufgerüstet. Generalstabschef Othmar Commenda sucht händeringend nach Rekruten. An die 20.000 statt wie bisher 17.000 werden gebraucht. Pro Jahr.

    Rekruten? Da war doch was? Richtig! Fünf Monate nach der Wehrpflicht-Volksbefragung, die bekanntlich mit einem Sieg der Befürworter endete, präsentierten Verteidigungsminister Gerald Klug und Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) ein 90-seitiges Reformpapier mit 180 Einzelmaßnahmen, die allesamt zu einer Attraktivierung des Wehrdienstes beitragen sollten.

    Hätte das Duo Klug/Mikl-Leitner sein Papier wirklich umgesetzt und sich nicht nur jene Punkte herausgepickt, die sich als budgetwirksam im Sinne von Einsparungen erwiesen, hätte Commenda jetzt keine Probleme bei der Personalrekrutierung.

    Die Bundesregierung hat in den vergangenen Jahren einen wehrpolitischen Schleuderkurs eingeschlagen. Das rächt sich jetzt, wo ein jederzeit einsatzbereites und allen Aufgaben gewachsenes Bundesheer notwendiger denn je ist.


"Ich färbe meine Haare nicht"

Teil der neuen US-Linie dürfte sein, künftig militärisch nicht mehr Troubleshooter für Europa zu sein. EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker hat schon das Projekt EU-Armee ausgerufen. Sie lehnen Brüssel-Zentralismus strikt ab. Ein Grund, doch über den Austritt nachzudenken?

    Norbert Hofer: Nein. Es gibt Bereiche, wo wir mehr EU brauchen. Dazu zählt zweifellos die Sicherheitsfrage. Wir müssen unsere Armeen bis hin zum Beschaffungswesen besser koordinieren. Wenn man das dann EU-Armee nennen will – na gut. Klar ist, dass Österreich als neutrales Land nur bei humanitären Aufgaben und bei Infrastrukturmaßnahmen einen Beitrag leisten kann.

Juncker geht es aber wohl um ein Heer unter EU-Kommando.

    Im Krisenfall sollte diese Armee natürlich unter einem Kommando stehen. Das heißt aber nicht, dass unser Bundesheer auch im Friedensfall entmachtet wird.

Zuletzt geändert von theoderich am 15. Nov 2016, 01:27, insgesamt 3-mal geändert.

GG
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Re: Medienberichte 2016

Beitrag von GG » 12. Nov 2016, 22:11

Ich kann mir nicht vorstellen daß eine etwaige EU-Armee nach gutdünken und politischer Großwetterlage der Mitgliedsstaaten beschickt werden wird. Wenn, dann nur unter Auflösung der nationalen Streitkräfte und einer gemeinsamen politischen Führung, Finanzierung, Führungsstruktur (inkl. Kommandosprache) und materiellen Ausstatung. Vorbild: die US-Streitkräfte mit der den Bundessstaaten (in der EU den Mitgliedsstaaten) unterstellten Nationalgarde für regionale Obliegenheiten. Ich staune nur, daß der Präsidentschaftskandidat zumindest ansatzweise in diese Richtung denkt - hätte ich ihm nicht zugetraut.

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Re: Medienberichte 2016

Beitrag von theoderich » 14. Nov 2016, 09:43

Hamburg rüstet sich mit Tiroler Panzerfahrzeugen gegen Terror

Bild

Die Hamburger Polizei rüstet sich mit einem Panzerwagen der Tiroler Firma Achleitner für Anschlagszenarien nach dem Vorbild der Anschläge von Paris. Neben dem fast zehn Tonnen schweren „Survivor“ stellten Polizeipräsident Ralf Martin Meyer und Innensenator Andy Grote (SPD) am Montag bessere Schutzhelme und -westen für Streifenwagenbesatzungen sowie Sturmgewehre für die Kräfte der Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten vor.

Das neue Panzerfahrzeug soll bei Terroranschlägen, Geiselnahmen oder Amokläufen die Beamten direkt in den Kugelhagel fahren können, um dort Spezialkräfte abzusetzen oder Opfer zu retten, so die Polizei Hamburg bei der Präsentation des „Survivor“.

Die Hamburger Polizei ist nach Angaben von Meyer eine der ersten deutschen Polizeieinheiten, die ein Panzerfahrzeug wie den „Survivor“ in Dienst stellen. Der Spezialtransporter der Firma Achleitner fährt trotz seines hohen Gewichts bis zu 100 Stundenkilometer schnell und hält Beschuss aus durchschlagsstarken Militärwaffen stand.

Die bereits zu den Spezialkräften zählenden Einheiten der Bereitschaftspolizei, die üblicherweise etwa bei Razzien im Bereich der organisierten Kriminalität oder für Observationen eingesetzt werden, sollen die Spezialeinsatzkommandos bei größeren Terrorlagen unterstützen.

Angesichts einer „neuen Qualität“ der Bedrohung durch hochprofessionelle Extremisten mit schwerster Bewaffnung müsse die Hamburger Polizei gewappnet sein, sagte Grote. Es gebe aber „keinerlei konkrete Hinweise auf möglicherweise bevorstehende Szenarien“, betonte er. „Wir bereiten uns vor.“ Das Ausrüstungs- und Einsatzkonzeptionspaket sei außerdem ein Zeichen, dass die deutsche Bundeswehr zur Wahrung der inneren Sicherheit nicht benötigt werde.

„Die Hamburger Polizei kann das selbst, und wir rüsten sie dafür entsprechend aus“, sagte der Senator bei der Vorstellung der neuen Ausrüstung vor Journalisten. Es sei zudem der Anspruch der Stadt als Dienstherr der Polizisten, diesen den nötigen Schutz zu bieten. (APA, TT.com)

    http://www.tt.com/wirtschaft/standorttirol/12259730-91/hamburg-rüstet-sich-mit-tiroler-panzerfahrzeugen-gegen-terror.csp


Doskozil im Interview: SPÖ muss sich Sicherheitsthema stellen

Der Ausgang der US-Wahl hat in der Europäischen Union dazu geführt, wieder einmal auf die fehlende gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik hinzuweisen. Sie haben bei einer Europa-Armee mit Verweis auf die Neutralität bereits abgewinkt.

    Hans Peter Doskozil: Ich bin dafür, die gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik weiterzuentwickeln. Dabei lege ich den Fokus auf den Kampf gegen den Terror und im Zusammenhang mit den Flüchtlingen auf den gemeinsamen Schutz der Außengrenzen. Das sind für mich die zentralen Fragen und nicht jene nach einer EU-Armee.

Wenn Donald Trump seine Ankündigungen im Wahlkampf auch als neuer US-Präsident wahr macht, dann könnte dies mittelfristig aber das Ende des transatlantischen Paktes, das Ende der NATO bedeuten?

    Doskozil: Wahlkampfrhetorik ist das eine, Regieren das andere. Wir sollten alle nicht überreagieren. Ich kann mir das Ende der NATO nicht vorstellen.

Sie berufen sich mit Ihrer Ablehnung einer EU-Armee auf die Neutralität. Ist dies mit dem aktuellen Einsatz von Bundesheersoldaten im Ausland nicht fadenscheinig?

    Doskozil: Unsere Neutralität ist ein hohes Gut. Neutralität heißt für mich, kein Beitritt zu einem Militärbündnis, es geht darum, selbstständig entscheiden zu können, auch über eine dauerhafte Stationierung einer ausländischen Armee in Österreich. Unser Engagement im Ausland, ob am Balkan oder anderswo, ist aufgrund der Aufgabe und der Interessenlage sehr wohl mit der Neutralität vereinbar. Wir haben in den Jahren auch durch den Beitritt zur EU die Neutralitätspolitik immer wieder angepasst, aber dem Grunde nach werden wir neutral bleiben.

Ist diese Anpassung der Neutralität, von der Sie sprachen, ausgereizt?

    Doskozil: Es gibt noch ein paar Schritte zur Stärkung der Zusammenarbeit, die wir gehen können. Konkret glaube ich, dass wir bei der Luftraumüberwachung, wenn es um die Nacheile (Grenzüberschreitung bei der Verfolgung von Flugzeugen Anm.) geht, noch Möglichkeiten haben. Derzeit haben wir noch mit keinem Staat ein Abkommen. Hier soll es nicht nur eine Partnerschaft mit der neutralen Schweiz, sondern auch mit Deutschland geben. Das stärkt die Sicherheit.

Im Zusammenhang mit dem Grenzschutz ist unklar, ob es hier eine EU-Mission gibt.

    Doskozil: Wenn es auf EU-Ebene keine Einigung auf eine Mission gibt und damit kein EU-Mandat, brauchen wir ein geändertes Entsendegesetz, damit wir unsere Soldaten für diese Aufgabe im Ausland einsetzen können. Darauf haben wir uns in der Regierung geeinigt. Allerdings handelt es sich hierbei um eine Verfassungsänderung. Ich erkenne bei der Opposition jedoch Gesprächsbereitschaft.

Sie arbeiten an einer Reform im Ministerium und bei der Truppe. Mit dem Bundeskanzleramt gibt es aber Auseinandersetzung darüber, welche Führungsposten militärisch besetzt werden sollen.

    Doskozil: Man kann das Verteidigungsministerium in der Struktur und Bewertung der Planstellen nicht mit anderen Ressorts vergleichen. Für uns gilt, dass es für militärische Bereiche auch eine militärische Führung geben muss. Es gibt da noch in einigen wenigen Punkten Auffassungsunterschiede. Ich hoffe aber, dass wir bald zu einer Lösung kommen.

Wenn es keine Einigung in Ihrem Sinn gibt: Werden dann die Reform oder ein Teil davon abgesagt?

    Doskozil: Wenn wir mit dem Ergebnis nicht leben können, müssen wir das neu beurteilen, mit offenem Ergebnis.

Das Bundesheer hat in Wien die Bewachung von ausländischen Botschaften übernommen. Wäre es auch denkbar, dass Soldaten an österreichischen Vertretungen im Ausland den Sicherheitsdienst übernehmen?

    Doskozil: Das wäre vorstellbar. Aber das war in den Gesprächen mit dem Innenministerium noch kein Thema und steht derzeit nicht auf der Agenda.

    http://www.tt.com/politik/12255885-91/doskozil-im-interview-spö-muss-sich-sicherheitsthema-stellen.csp


"Müssen uns wappnen"
Bundesheer will Cyber- Abwehr massiv verstärken

"Cyber- Angriffe sind eine immer größere Bedrohung nicht nur für öffentliche Institutionen und Unternehmen, sondern auch zunehmend für das Militär", so Doskozil am Montag. "Andere staatliche oder nichtstaatliche Akteure rüsten in diesem Bereich immer weiter auf. Wir müssen uns wappnen, denn wer hier keine eigenen Fähigkeiten aufbaut, bleibt militärisch in einem anderen Zeitalter stecken."

Der Ausbau der Cyber- Abwehr ist daher wesentlicher Teil von Doskozils Heeres- Reformplänen. Schon jetzt wehre das Heer pro Jahr bis zu 300 Cyberangriffe ab, Hundertausende verdächtige Aktionen würden registriert und auf potenzielle Gefährdungen abgeklopft. Im Zug der Umstrukturierung des Bundesheeres soll ein eigenes Kommando für den Bereich Cyber- Abwehr geschaffen werden.

Bis 2020 sollen dort und im Heeres- Abwehramt 250 bis 350 zusätzliche neue Mitarbeiter aufgenommen werden, im Endausbau sollen es 1350 sein. Für ihre Ausrüstung mit Hard- und Software sollen bis 2020 mindestens 46 Millionen Euro in die Hand genommen werden, für neue Schulungszentren und Sanierungs- wie Adaptierungsmaßnahmen in bestehenden Anlagen weitere 13,5 Millionen.


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Re: Medienberichte 2016

Beitrag von theoderich » 15. Nov 2016, 19:17

Hofer und Van der Bellen zu Trump und EU-Armee

Sind Sie für eine europäische Armee, die EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker anregt, damit Europa selbst für seine Sicherheit sorgen kann?

    Van der Bellen: Stärkung der gemeinsamen Außenpolitik in Europa ist Gebot der Stunde. Verstärkte Abstimmung der Streitkräfte ist sinnvoll, wenn Friedenserhaltung Priorität hat. Beibehaltung der Neutralität muss sichergestellt sein. Teilnahme des Heers an EU-Armee ist mit der Neutralität unvereinbar, Friedensmissionen haben sich bewährt.

    Hofer: Ich lehne eine Juncker-Armee ab. Eine verbesserte Sicherheitspolitik in der EU bedarf einer klaren Definition und muss mit Bedacht diskutiert werden. Ein Einsatz österreichischer Soldaten ist nur unter UNO-Mandat und für humanitäre Aufgaben möglich. Eine Koordination der Armeen der EU-Mitgliedsländer ist aber erforderlich.


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Re: Medienberichte 2016

Beitrag von theoderich » 20. Nov 2016, 10:15

19. November 2016

    Kanzler Kern: "Le Pen würde ganz Europa ärmer machen"

    KURIER: Jean-Claude Junckers erste Reaktion auf Trumps Erfolg war eine europäische Armee. Brauchen wir diese?

      Christian Kern: Österreich hat eine Sonderstellung, weil wir neutral sind. Wir haben aber gleichzeitig Solidarität bewiesen, engagieren uns bei Frontex oder an der serbisch-ungarischen Grenze. Es gibt Möglichkeiten, die man ausbauen kann, ohne gleich eine Armee zu bilden. Die NATO will ein starkes Europa. Der Aufbau einer Doppelstruktur würde aber mit Argwohn von den NATO-Mitgliedstaaten gesehen. Vor diesem Hintergrund ist Junckers Idee verständlich – es wäre aber ein langer Weg dorthin.

    Das heißt, egal was passiert, Österreich bleibt neutral?

      Wir stärken die Fähigkeit, uns selbst zu verteidigen. Dafür investieren wir jetzt wieder deutlich mehr ins Bundesheer.


    Die paar Prozent sind "deutlich mehr"?


18. November 2016

    Deutschlandsberg bekommt eine Jägerkompanie

    Diese Woche räumten rund 160 Milizsoldaten des Jägerbataillons 17 ihr „Packerl“ wieder aus dem Schrank hervor und rückten in die Erzherzog-Johann-Kaserne in Straß ein. Im Rahmen einer Waffenübung frischten die „Zivilsten in Uniform“ unter Anleitung aktiver Kameraden ihre erlernten militärischen Fähigkeiten wieder auf.

    Im Mittelpunkt stand die korrekte Handhabung der Waffen im scharfen Schuss. Nachjustiert wurde aber auch bei der richtigen Bedienung des neuen Truppenfunks sowie der Versorgung von Verwundeten und Erster Hilfe im Allgemeinen. „Ich bin beeindruckt, mit wie viel Elan und Herzblut die Kameraden der Miliz sich ins Zeug legen. Der Ausbildungsstand war schon zu Beginn der Woche sehr hoch. Jetzt befinden sich alle wieder auf dem gleichen Niveau“, resümierte Berufsoffizier Volker Porta, der die Übung als Kommandant leitete.

    Miliz schützt kritische Infrastruktur

    Bevor die Milizsoldaten wieder ins zivile Leben entlassen wurden, stand heute noch die Formierung der Jägerkompanie Deutschlandsberg am Programm – eine von österreichweit zwölf neuen Milizkompanien. Die 210 Mann für die Jägerkompanie Deutschlandsberg werden mit Masse aus Milizionären des Jägerbataillons 17 rekrutiert. Bis Anfang 2018 soll die neue Milizkompanie einsatzbereit sein. Ihr Auftrag: der Schutz kritischer Infrastruktur im Großraum Deutschlandsberg.

    Dazu zählt vor allem das über 500 Millionen Liter fassende Öllager in Lannach. „Die meisten Soldaten dieser Einheit leben oder arbeiten in ihrem Einsatzgebiet. Die Identifikation ist deshalb umso größer“, weiß Michael Klug, Milizoffizier für Öffentlichkeitsarbeit beim Jägerbataillon 17. Aber auch sonst ortet der Landesbedienstete wieder einen Aufwärtstrend bei der Miliz: „Die positive Stimmung im Heer hat sich auch auf uns übertragen.“



    Kampf um Bundesheer-Versteigerungen

    Das Dorotheum war 2001 unter dem damaligen Finanzminister Karl Heinz Grasser selbst Kritikpunkt beim Verkauf an den Kärntner Unternehmer Erwin Soravia und den Medienunternehmer Christian Dichand. Der Rechnungshof kam zu dem Schluss, für den Staat sei das kein gutes Geschäft gewesen, man hätte bis zu 90 statt 70 Millionen Euro erlösen können. Es war sogar die Rede von Korruption.

    Privater Versteigerer gewann Ausschreibung

    Das Dorotheum versteigerte auch nach der Privatisierung weiterhin Heeresgüter im Auftrag des Ministeriums. Ein lukratives, da sicheres Geschäft, denn auf das Höchstgebot wurden 22 Prozent aufgeschlagen. Pro Jahr gibt es mehrere Versteigerungen von begehrten Heeres-Fahrzeugen und Technik. 2008 empfahl der Rechnungshof, diese alten Verträge zu prüfen und die Dienstleistung des Verwertens neu auszuschreiben. Das wurde auch gemacht und der Bestbieter war in diesem Fall nicht das Dorotheum sondern ein St. Pölterner Unternehmen, spezialisiert auf die Versteigerung von Industrienalagen.

    Neue Ausschreibung muss erfolgen

    Doch der ehemals staatliche Platzhirsch Dorotheum erhob gegen diese Vergabe Einspruch, weil ein Passus unklar war. Laut Michael Bauer vom Verteidigungsministerium ist das Resultat: Das Ministerium widerruft die Ausschreibung, dafür zieht das Dorotheum den Einspruch zurück. Damit steht alles wieder auf Anfang, eine neue Ausschreibung nach dem Bundesvergabegesetz muss gemacht werden.

    Da in den Kasernen wie in Klagenfurt schon etliche Fahrzuge, Anhänger und Zubehör auf ihre Versteigerung warten, werden jetzt kleinere Einheiten abgegeben. Das gehe bei Werten unter 100.000 Euro auch so, sagt Bauer. Das Dorotheum will sich zu diesem Kampf um das Bundesheer-Geschäft nicht äußern. Man gebe keine Auskünfte über Kunden und Geschäftspartner, heiß es nach einer Anfrage in einer E-mail an den ORF Kärnten.

Zuletzt geändert von theoderich am 23. Nov 2016, 20:04, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Medienberichte 2016

Beitrag von theoderich » 20. Nov 2016, 17:14

Polizei rüstet auf: Terrorabwehr in jeder Funkstreife

Der KURIER konnte in die geheime Einkaufsliste des Innenministeriums Einblick nehmen: 550 neue Sturmgewehre werden in einer ersten Tranche angekauft, dazu 6500 ballistische Einsatzhelme, 750 Splitterschutzwesten und vier hochmoderne Hubschrauber stehen darauf. "Wir wollen bei der Terrorbekämpfung nichts dem Zufall überlassen", betont Ressortchef Wolfgang Sobotka.

Sturmgewehr und Helm

Laut KURIER-Informationen wurde eine eigene Arbeitsgruppe im Ministerium gegründet, um mittelfristig sogar in jeder der 1500 Funkstreifen griffbereit ein Sturmgewehr zu haben. Die Helme werden selbst dem Beschuss mit Maschinenpistolen standhalten. Der Polizei stehen damit künftig im Extremfall Hunderte zusätzliche Terror-Bekämpfer mit entsprechender Feuerkraft zur Verfügung. Diese können den Anschlag zwar nicht verhindern, aber künftig Anschläge in der Größenordnung jener von Paris rascher und effizienter bekämpfen.

Aber auch die Cobra soll künftig noch rascher und kräftiger vor Ort sein. Das Innenministerium schafft vier neue, noch stärkere Hubschrauber an. Diese Helikopter sollen künftig mehr Beamte als bisher zum Einsatzort transportieren. Diese vier Hubschrauber werden verteilt in Österreich stationiert werden, um auch entlegenere Ecken rascher zu erreichen.

16 gepanzerte Fahrzeuge

Binnen kürzester Zeit ist es somit von jedem der Standorte möglich, ein größeres Spezialkommando rasch an den Ort des Geschehens zu bringen. Diese Spezialkräfte bekommen außerdem 750 taktische Schutzwesten und 16 neue gepanzerte Fahrzeuge, deren genaue Beschussklassen aus Sicherheitsgründen geheim gehalten werden. Außerdem tauscht die WEGA ihre teils 30 Jahre alten Gewehre gegen die neuesten Sturmgewehre mit Laser-Visiereinrichtung.

Die 6500 neuen Einsatzhelme haben allerdings noch einen weiteren Grund: Im Juli wurde ein Polizist in der Hütteldorfer Straße in Wien von einem Räuber mit einem Kopfschuss getötet. Innenminister Sobotka besuchte anschließend die betroffene Polizeiinspektion und fragte, warum der Beamte denn keinen Einsatzhelm trug. Da es damals hieß, dass es die in Wien für Streifenpolizisten nicht gibt, landete dieser Posten gleich auf der Liste.

"Ballistische Gilets"

Für die Einsätze an den Drogen-Brennpunkten werden die Beamten nun künftig mit speziellen Stichschutz-Westen ausgerüstet (siehe Foto oben). Derartige Kleidungsstücke, die offiziell "ballistische Gilets" heißen, kosten rund 400 bis 800 Euro und sind nicht so schwer wie Splitterschutzwesten – sie wiegen keine zwei Kilogramm. Die meisten Modelle können sogar von außen unbemerkt unter der Jacke getragen werden und bieten auch Schutz bei Angriffen von hinten. Diese Westen sind ideal für den Einsatz bei den Hotspots, heißt es im Innenministerium.

Erste Versuche mit den Stichschutz-Westen, die auch Beschuss mit manchen Pistolenkalibern abhalten, dürften im Dezember starten. Künftig sollen diese Gilets Kriminalbeamten genauso wie uniformierten Polizisten zur Verfügung stehen.

Vorerst ist allerdings noch unklar, wie sich die Weste im Einsatz genau bewährt und wie viele dann tatsächlich bestellt werden. Außerdem ist derzeit bereits der Austausch aller schweren Schutzwesten im Laufen, der bis Jänner abgeschlossen wird. Zwei davon sind in jedem Einsatzfahrzeug, doch für den täglichen Straßeneinsatz sind sie zu schwer.

Spezialoveralls

Auch für die immer mehr eskalierenden Demo-Einsätze wird es eine verbesserte Ausrüstung geben. Die Beamten werden mit feuerhemmenden Overalls und besserer Schutzausrüstung ausgestattet, um besser gegen derartige Attacken, aber auch Böller in Stadien, ausgerüstet zu sein. Die Gewerkschaft dürfte mit den neuen Ausstattungen wohl mehr als zufrieden sein. Ermöglicht hat das eine Ausweitung des Sicherheitsbudgets für 2017 um eine halbe Milliarde Euro.

Weiters ist ein Ausbau der Fahrrad-Polizei ein Thema. Derzeit sind 130 Beamte im Einsatz, für bis zu 80 weitere könnte Equipment angeschafft werden. Vor allem im städtischen Bereich haben sich die Fahrrad-Polizisten bei Verfolgungen bewährt. Noch ist aber nicht klar, in welchen Städten die Kapazitäten ausgebaut werden.


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Re: Medienberichte 2016

Beitrag von theoderich » 22. Nov 2016, 17:13

21. November 2016

    Bundesheer bläst geplante Reform der Militärhochschule ab

    Der Startschuss sollte eigentlich am 1. Jänner 2017 fallen. Dann hätten Militärakademie (MilAk) in Wiener Neustadt, Heeresunteroffiziersakademie (HUAk) in Enns und Landesverteidigungsakademie (LVAk) in Wien ein gemeinsames Dach, sprich ein Kommando in Wien, übergestülpt bekommen und wären so zur Militärhochschule geworden. Doch jetzt haben sich die Kritiker durchgesetzt.

    Sie hatten bemängelt, eine Verwaltungsreform dürfe doch nicht so aussehen, dass eine weitere Ebene mit einem zusätzlich hochdekorierten Generals-Arbeitsplatz geschaffen würde. Denn, so Insider, der derzeitige Chef der LVAk, Generalleutnant Erich Csitkovits, hätte in dieser neuen Kommandoeinheit zum General (Viersterne-General mit roten Seitenstreifen an der Uniformhose) aufsteigen wollen.

    Daraus wird nun nichts. Jedenfalls vorläufig, wie der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Oberst Michael Bauer, den OÖNachrichten bestätigte. "Die Militärhochschulreform findet vorerst nicht statt."

    Aufatmen kann man damit auch bei der HUAk in Enns. Die Ausbildungsstätte für alle österreichischen Unteroffiziere hätte, so lautete jedenfalls die Befürchtung der Reformkritiker, in der neuen Kommandostruktur abgewertet werden können. Dies ausgerechnet in einer Phase, in der die Armee dringend Nachwuchs, vor allem im Unteroffiziersbereich, sucht.

    "Der Bedarf gerade im Unteroffiziersbereich ist riesengroß", hatte erst vor kurzem der Kommandant der HUAk, Brigadier Nikolaus Egger, den OÖNachrichten bestätigt. Das liege einerseits am Ziel, die präsenten Kräfte von 2200 innerhalb weniger Jahre auf 6000 aufzustocken, andererseits daran, dass innerhalb der nächsten Jahre eine große Pensionierungswelle (geburtenstarke Jahrgänge) ansteht.

    Um die Armee wieder attraktiver zu machen, wurde deshalb unter anderem die Ausbildung der "Kaderanwärter", sprich aller angehenden Unteroffiziere und Offiziere (auch der Miliz), mit 1. September vereinheitlicht – die OÖN berichteten.



    Österreichs Solidarbeitrag für EU-Verteidigung

    160 Kampfpanzer besaß das Bundesheer noch in den 80er-Jahren. Nach dem Ende des Kalten Krieges wurde diese Zahl schrittweise reduziert. Nachdem sich weithin die Auffassung verbreitet hatte, dass es keinen konventionellen Feind mehr gebe, forderten Radikalreformer die totale Auflösung der Panzer- und Artillerietruppe. Die letzte Runde der politischen Auseinandersetzungen fand im Dezember 2014 zwischen dem damaligen SPÖ-Verteidigungsminister Gerald Klug und der ÖVP-Innenministerin Johanna Mikl-Leitner statt. Klug wollte stillgelegtes Großgerät verkaufen. Mikl-Leitner wollte Panzer und Kanonen einmotten, um sie vor dem Hintergrund der neuen Ost-West-Spannungen wieder aktivieren zu können.

    Die deutsche Bundeswehr hatte inzwischen ihre Leopard-Kampfpanzerflotte von 3500 Stück auf 225 reduziert. Beim Bundesheer überlebten 30 Leopard, die beim Panzerbataillon 14 in Wels betrieben werden.

    Strategiepapier

    Gleich nach seinem Amtsantritt am 26. Jänner beauftragte Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil den Generalstab, ein strategisches Konzept als Grundlage für seine Budgetverhandlungen zu erstellen. Auch in diesem Konzept finden sich die Kampfpanzer wieder – unter anderem als "optionaler militärischer Solidarbeitrag für den Fall einer EU-Verteidigung nach Maßgabe der irischen Klausel". Gemeint ist damit ein freiwilliges Mitwirken bei einem europäischen Verteidigungsfall ohne Beistandsverpflichtung.

    Der Hintergrund: Egal, ob Österreich Mitglied einer EU-Armee wird oder neutral bleibt – es braucht nach Auffassung der Generäle in beiden Fällen auch wieder Panzer. Denn auch bei Beibehaltung der Neutralität würden es die EU-Partner nicht akzeptieren, dass Österreich das Donautal demilitarisiert und dadurch für einen Angreifer zum Einfallstor nach Mitteleuropa macht.

    Das geschrumpfte Panzerbataillon in Wels könnte jetzt wieder eine große Zukunft haben. Denn es dient als "Rekonstruktionskern" für den allfälligen Wiederaufbau einer Panzertruppe.

    Ein Wiederaufbau ist in Deutschland bereits angelaufen. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen stoppte offiziell die bereits 25 Jahre dauernde Abrüstungsphase. Die Zahl der Leopardpanzer soll von 225 auf vorerst 328 erhöht werden. Vor wenigen Wochen wurde bekannt gegeben, dass deutsche Leopard-Kampfpanzer und Soldaten nach Litauen verlegt werden – in unmittelbare Nähe zur russischen Grenze.

    Neutralität

    Eine Stationierung österreichischer Kampfpanzer im Ausland kommt für Verteidigungsminister Doskozil nicht infrage. Er hält nichts von einer Beteiligung an einer allfälligen EU-Armee, sondern befürwortet intensivere Kooperationen. Doskozil: "Die Beteiligung Österreichs an einer EU-Armee ist mit der Neutralität nicht vereinbar. Ein Aushöhlen der Neutralität kommt nicht infrage. Mehr Kooperationen, ein gemeinsames Hauptquartier, ein Sanitätskommando oder Zusammenarbeit in der Logistik sind Vorschläge, die man weiterverfolgen kann."

Zuletzt geändert von theoderich am 30. Nov 2016, 22:56, insgesamt 1-mal geändert.

Milizler
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Re: Medienberichte 2016

Beitrag von Milizler » 23. Nov 2016, 09:29

Jetzt wirds langsam schon ein bisschen albern. Weiß jemand was dahinter steckt? Geht es evtl um die Abschiebung von Gefangenen mit Heeresmaschinen?

bundesheer.at hat geschrieben:Am Freitag, den 25. November, präsentieren Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil und Justizminister Wolfgang Brandstetter in Salzburg die Eckpunkte einer neuen Kooperation der beiden Ministerien. Das Bundesheer wird in speziellen Fällen das Justizministerium beim Transport von Gefangenen unterstützen. Details der Zusammenarbeit werden die beiden Bundesminister den Medien im Rahmen einer Pressekonferenz vorstellen.


Quelle: http://www.bundesheer.at/journalist/pa_ ... &timeline=
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Re: Medienberichte 2016

Beitrag von GG » 23. Nov 2016, 09:43

@ Beitrag theoderich zur Militärhochschule aus nachrichten.at: hier geht es wohl statt um "hochdekoriert" eher um "hochdotiert"!

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Re: Medienberichte 2016

Beitrag von Oberleutnant » 23. Nov 2016, 10:14

Milizler hat geschrieben:Jetzt wirds langsam schon ein bisschen albern. Weiß jemand was dahinter steckt? Geht es evtl um die Abschiebung von Gefangenen mit Heeresmaschinen?

bundesheer.at hat geschrieben:Am Freitag, den 25. November, präsentieren Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil und Justizminister Wolfgang Brandstetter in Salzburg die Eckpunkte einer neuen Kooperation der beiden Ministerien. Das Bundesheer wird in speziellen Fällen das Justizministerium beim Transport von Gefangenen unterstützen. Details der Zusammenarbeit werden die beiden Bundesminister den Medien im Rahmen einer Pressekonferenz vorstellen.


Quelle: http://www.bundesheer.at/journalist/pa_ ... &timeline=


Es sollte jedem klar sein, dass die neue Heeresstruktur und die Investitionen nicht durch alle Teile der Bundesregierung und des Nationalrates unterstützt werden. Siehe dazu auch, dass das BKA (sprich Bundeskanzler Kern) die neue Gliederung derzeit blockiert, weil die Ausweitung des Stellenplans so nicht akzeptiert wird.

Doskozil ist aber auch klar, dass bald gewählt wird bzw. er schneller wieder weg sein kann als wir alle denken. Ihm ist aber anscheinend eine gewisse Nachhaltigkeit wichtig. Diese kann man in Österreich nicht mit militärischen Zweck begründen, sondern man braucht Aufgaben für das Militär die jeder verstehen kann auch unsere Mitglieder der Regierung und des Nationalrates.

Deshalb kommen auch Vorschläge wie Flugrettung zum ÖBH, zivile Schutzaufgaben durch ÖBH, Bedeckung von Personentransporten durch ÖBH usw.

Er hofft dadurch, dass das ÖBH auch in Zukunft Investitionsmittel begründen kann.
Wir sind Österreicher. Was bedeutet, daß grundsätzliche Kurskorrekturen und deutliche Prioritätensetzungen nicht unsere Sache sind. Man ist froh, einigermaßen über die Runden zu kommen und Probleme irgendwie auszusitzen. (Zitat v. Alfred Payrleitner)

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Re: Medienberichte 2016

Beitrag von innsbronx » 23. Nov 2016, 10:38

Langsam wird's lächerlich. Was kommt als nächstes? Bundesheer unterstützt Wiener Linien bei der Fahrscheinkontrolle?

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Re: Medienberichte 2016

Beitrag von Oberleutnant » 23. Nov 2016, 12:03

innsbronx hat geschrieben:Langsam wird's lächerlich. Was kommt als nächstes? Bundesheer unterstützt Wiener Linien bei der Fahrscheinkontrolle?


Lächerlich ist es schon lange.
Bin im Zivilberuf Lehrer an einer BHMS. Was glaubt ihr bekommen unsere Schüler seit Jahrzehnten, das war zu meiner Schulzeit auch schon so, eingetrichtert?
Landesverteidigung mitsamt Bundesheer nur für Dumme, wenn man dafür einsteht ist man gleich im rechten Eck! Zivildienst mitsamt allen Sozialorganisationen nur für die Klugen, wer dafür einsteht ist ein wahrlicher Gutmensch und kann sich über alle Anderen erhöhen!

Vor allem Deutsch-, Religions- - spreche hier vor allem von kath. und ev. -, Geschichtelehrer und Lehrer für Politische Bildung an, diese sind hier zum größten Teil extrem staatsfeindlich unterwegs, obwohl sie vom Staat bezahlt werden.

Die Saat der 68er ist voll aufgegangen und am schlimmsten sind die Spät 68er die zur Zeit am Ruder sitzen. Diese gibt es aber auch beim Bundesheer, wenn man sich so manche Aussagen aus dem Generalstab anhört!
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