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BeitragVerfasst: 07. Nov 2017, 14:27 

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Für mich liest sich das so:
1. Kp KPE
2. Kp GWD
3. Kp mob
4. Kp KUkp mit hohen KPE-Anteil


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BeitragVerfasst: 07. Nov 2017, 14:30 
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de10kcl hat geschrieben:
iceman hat geschrieben:
Wird, dadurch das die 3. Kp eine Mob-Kp. ist, die wahrscheinlich ein Papiertiger ist, das Bat. heimlich verkleinert?

Für mich ist da irgendwo ein Fehler.
Kampfunterstützungskompanie, Kaderpräsenzkompanie und dann noch eine Mob-Kp.
Wenn ich zähle:
1. und 2. Jg Kompanie mit Rekruten
3. Jg Kompanie "Berufssoldaten", bezeichnet als Kaderpäsenzkompanie
4. Kompanie nur mob (vermutlich wie immer in Österreich ohne Gerät)
5. Kompanie als Kampfunterstützungskompanie (die alte Stabskompanie?)


Laut Verfassung ist die Miliz der Normalfall. Nur weil man in Österreich gegen die Verfassung und einer Volksabstimmung ein Söldnerheer genannt KPE aufbaut und die Milz de facto abgeschafft hat, heißt dies noch lange nicht, dass es rechtskonform ist.
Und wenn jetzt wieder einer mit dem Argument kommt, dass die Miliz unbrauchbar ist der soll in die Schweiz oder nach Israel schauen!

Nach meiner jetzt fast 30 jährigen Erfahrung als Offizier in der Miliz ist es den Berufsoffizieren immer peinlich gewesen wenn nach kürzester Zeit Einarbeitung mindestens die gleiche Leistung erbracht wurde.
Das einzige was ich in der Miliz nie gehört habe ist
das Gesuddere über zu wenig Geld - wie diese äußerst sinnbefreite Debatte über Essen gehen müssen bei Seminaren oder eine Stunde in der Woche bezahlt bekommen, die aber fast niemand abdient oder das Gejammere über die Ausgestaltung einer amtlichen Unterkunft,
das Gesuddere über zu wenig Sinn im Dienst - wie bei Polizei und der Finanz ist alles besser, da gibt es doch wirklich Offiziere an der MilAk, die der Meinung sind mindestens Sicherheitsdirektor beim Wechsel zur Polizei werden zu müssen ansonsten müssten sie beim Bundesheer bleiben
und das Gesuddere über zu wenig bzw. immer das falsche Gerät und Material - liebe Leute wer außer euch Berufsoldaten ist für den Einkauf von Gerät und Material zuständig?

_________________
Wir sind Österreicher. Was bedeutet, daß grundsätzliche Kurskorrekturen und deutliche Prioritätensetzungen nicht unsere Sache sind. Man ist froh, einigermaßen über die Runden zu kommen und Probleme irgendwie auszusitzen. (Zitat v. Alfred Payrleitner)


Zuletzt geändert von Oberleutnant am 11. Nov 2017, 08:44, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 07. Nov 2017, 19:54 

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In Israel tragen 3 bzw 2 Jährig Wehrdienstleistende die Hauptlast. Bei Offizierslaufbahn ist 4 Jahre Minimum. Die Mehrheit der Offiziere und NCOs sind Zeit- oder Berufssoldaten. Das ist ja wohl anders als in der Schweiz.


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BeitragVerfasst: 07. Nov 2017, 22:32 

Registriert: 24. Jan 2013, 20:50
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Mein Vorschlag dazu:
Abrüstende GWD erhalten zwei Jahre lang eine Mob-Beorderung in der Miliz, ohne verpflichtende Übung, danach geht es wie jetzt in den Reservestand.
Unteroffiziere und Offiziere werden von der "freiwilligen" Miliz gestellt.


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BeitragVerfasst: 08. Nov 2017, 06:02 

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Miliz "neu' ist eine Totgeburt!


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BeitragVerfasst: 08. Nov 2017, 07:49 
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Beiträge: 107
Rabe hat geschrieben:
Miliz "neu' ist eine Totgeburt!


Das ist aber nicht Schuld der "Miliz" bzw. der engagierten Bürger die tlw. unter massivsten Problemen und Anfeindungen von Seiten des zivilen Umfeldes versuchen ihre Miliztätigkeit auszuüben, sondern von einem politischen Umfeld welches mit einer wehrhaften Demokratie nichts anfangen kann und daher das Bundesheer nur als Kostenfaktor sieht.

Daher auch die Ausgestaltung des "Bundesheeres" als Bundesheer, will heißen ca. 95% der Berufssoldaten sind im Prinzip mit Verwaltung beschäftigt, und nicht als Militär, will heißen als bewaffnete Macht zur Erfüllung von Einsatzaufgaben.

Über die Zivilangestellten will ich hier gar nicht sprechen , da diese Personen nach meinen persönlichen Erfahrungen zum überwiegenden Teil absolute Militärgegner sind und sich daher auch als fünfte Kolonne innerhalb des Systems verhalten und als Verhinderer auftreten.

Summa summarum, nach 25 Jahren in der Miliz, ist für mich, dass das Bundesheer für sich, über die letzten Jahrzehnte der Umerziehung, die Verwaltungaufgben als Kernaufgabe gefunden hat und daher seine inneren Strukturen wie Berufssoldaten und Zivilangestellte dementsprechend aufgestellt hat und auch agieren läßt.

Daher stört die Miliz, die für Einsatzaufgaben vorgesehen ist, ungemein und wird vom System bekämpft!

_________________
Wir sind Österreicher. Was bedeutet, daß grundsätzliche Kurskorrekturen und deutliche Prioritätensetzungen nicht unsere Sache sind. Man ist froh, einigermaßen über die Runden zu kommen und Probleme irgendwie auszusitzen. (Zitat v. Alfred Payrleitner)


Zuletzt geändert von Oberleutnant am 14. Nov 2017, 09:59, insgesamt 2-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 08. Nov 2017, 10:42 

Registriert: 17. Jun 2016, 11:30
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Oberleutnant hat geschrieben:
de10kcl hat geschrieben:
iceman hat geschrieben:
Wird, dadurch das die 3. Kp eine Mob-Kp. ist, die wahrscheinlich ein Papiertiger ist, das Bat. heimlich verkleinert?

Für mich ist da irgendwo ein Fehler.
Kampfunterstützungskompanie, Kaderpräsenzkompanie und dann noch eine Mob-Kp.
Wenn ich zähle:
1. und 2. Jg Kompanie mit Rekruten
3. Jg Kompanie "Berufssoldaten", bezeichnet als Kaderpäsenzkompanie
4. Kompanie nur mob (vermutlich wie immer in Österreich ohne Gerät)
5. Kompanie als Kampfunterstützungskompanie (die alte Stabskompanie?)


Laut Verfassung ist die Miliz der Normalfall.

Ja. Nur ob man Miliz mit oder ohne Wehrpflicht macht ist wieder eine andere Diskussion.
Die USA haben viel mehr Milizanteil als wir. Und im Durchschnitt dienen die Zeit- und Berufssoldaten dort kürzer als bei uns (wenn man bei uns die 6 Monate Rekruten rausrechnet).
Zitat:
Nur weil man in Österreich gegen die Verfassung und einer Volksabstimmung ein Söldnerheer genannt KPE aufbaut und die Milz de facto abgeschafft hat, heißt dies noch lange nicht, dass es rechtskonform ist.

Ich bin auch ein Gegner der KPE. Die KPE kamen aber schon vor der Volksbefragung, das muss man auch sagen.
Und die Milizübungspflicht wurde unter einem ÖVP-Verteidigungsminister abgeschafft. Wobei das kein Gesetz ist, ich würde sogar sagen, dass das über diese lange Zeitspanne ungesetzlich ist.
Zu deinem "rechtskonform": Es ist eine Tatsache. All diese, ich verwende den deutschen Begriff, Grundsatzgesetze leben vom Willen der Regierung, des Parlamentes und auch der Gerichte bzw des Volkes. Wenn es daran mangelt, dann ist das eine Tatsache. Es gibt zwar bei uns diese Versteinerungstheorie der Verfassung, aber im Endeffekt ist die Realität wie die Realität ist.
Zitat:
Nach meiner jetzt fast 30 jährigen Erfahrung als Offizier in der Miliz ist es den Berufsoffizieren immer peinlich gewesen wenn nach kürzester Zeit Einarbeitung mindestens die gleiche Leistung erbracht wurde.
Das einzige was ich in der Miliz nie gehört habe ist
das Gesuddere über zu wenig Geld -

Na klar, in der Miliz lebst du auch nicht davon. Nimm DE:
Ein junger Offizier (dort wirst du erst später verbeamtet) verdient deutlich mehr als bei uns. Und nicht nur das - die deutschen Kollegen gehen auch deutlich früher in Pension/Rente als in Österreich. Die Bezahlung ist mies bei uns, das bewirkt, wenn man nicht altruistischer Kommunist ist, halt weniger bzw schlechtere Bewerber.
Zitat:
und das Gesuddere über zu wenig bzw. immer das falsche Material - liebe Leute wer außer euch Berufsoldaten ist für den Einkauf von Gerät und Material zuständig?

Für den Einkauf von Gerät und Material ist ganz häufig das Finanzministerium zuständig und die halb-zivile Verwaltung des BMLVS. Und vor allem das Parlament ist letztverantwortlich für das viel zu geringe Budget.
Ich bin auch kein Freund des zunehmenden Berufs (und Zeitsoldaten) Anteils beim BH. Und ich sehe ebenfalls Probleme bei der Ausbildung der Berufsoffiziere und bei deren gewisser Ignoranz und Geringschätzung zu Milizsoldaten. Du bist das beste Beispiel dafür, dass es auch in der Miliz genug gibt, die die Berufssoldaten geringschätzen. Verbunden in gegenseitiger Ablehnung zueinander ;-)


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BeitragVerfasst: 08. Nov 2017, 14:06 

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de10kcl hat geschrieben:
Für den Einkauf von Gerät und Material ist ganz häufig das Finanzministerium zuständig und die halb-zivile Verwaltung des BMLVS.


Das stimmt nicht. Für Beschaffungen ist das Amt für Rüstung und Beschaffung des BMLVS verantwortlich. Und mit dem Finanzministerium muss laut § 16 BHG 2013 noch vor der Ausschreibung das Einvernehmen hergestellt werden.


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BeitragVerfasst: 08. Nov 2017, 14:39 

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theoderich hat geschrieben:
de10kcl hat geschrieben:
Für den Einkauf von Gerät und Material ist ganz häufig das Finanzministerium zuständig und die halb-zivile Verwaltung des BMLVS.


Das stimmt nicht. Für Beschaffungen ist das Amt für Rüstung und Beschaffung des BMLVS verantwortlich. Und mit dem Finanzministerium muss laut § 16 BHG 2013 noch vor der Ausschreibung das Einvernehmen hergestellt werden.

Du bist bei sowas immer sehr formell, was auch wichtig ist. Formell ist jedoch das ARWT nicht alleine zuständig, weil die BBG, die Bundesbeschaffungs-GmbH, ebenso nach dem BB-GmbH-Gesetz zuständig ist und dies auch gelebte Praxis bei vielen/einigen Themen ist. Noch dazu ist gerade dieses Einvernehmensgebot mit dem BMF bzw die Verordnung des Finanzministers dazu in der Praxis für das BMLVS wichtiger als für andere Ministerien.
Die formaljuristisch korrekte Aussage "es ist Einvernehmen herzustellen" bedeutet salopp ausgedrückt eben ein Vetorecht, daher ist mM nach die Aussage, dass "ganz häufig" das Finanzministerium UND die halb-zivile Verwaltung des BMLVS zuständig sei so falsch nicht. Der Leiter des Amtes für Rüstung und Wehrtechnik berichtet an den Leiter der Sektion III, und die Verwaltung des BMLVS als halb-zivil zu bezeichnen ist wohl ebensowenig falsch.
Abgesehen von dieser "Tüpflischisserei" auf Vorarlbergerisch - mir ging es lediglich darum die sehr emotionale Kritik von User Oberleutnant ein wenig einzufangen. Nicht mehr und nicht weniger.


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BeitragVerfasst: 08. Nov 2017, 14:58 

Registriert: 09. Sep 2008, 22:29
Beiträge: 20772
de10kcl hat geschrieben:
Formell ist jedoch das ARWT nicht alleine zuständig, weil die BBG, die Bundesbeschaffungs-GmbH, ebenso nach dem BB-GmbH-Gesetz zuständig ist und dies auch gelebte Praxis bei vielen/einigen Themen ist.


Wenn du das Finanzministerium mit der BBG identifizierst, stimmt das schon. Davon bin ich natürlich nicht ausgegangen.

de10kcl hat geschrieben:
Der Leiter des Amtes für Rüstung und Wehrtechnik berichtet an den Leiter der Sektion III, und die Verwaltung des BMLVS als halb-zivil zu bezeichnen ist wohl ebensowenig falsch.


ARB - nicht ARWT. Das sind zwei völlig verschiedene Einrichtungen.

Das ARWT verfasst lediglich die Technischen Leistungsbeschreibungen für die Ausschreibung und führt die Referenzmusterprüfungen durch. In der neuen Struktur LV 21.1 gehört es auch nicht mehr zur Sektion III, sondern wird künftig Teil des Kommando Logistik sein:

    Kommando Logistik

    Zitat:
    In den Kernprozessen Infrastruktur und Hotelmanagement wurde

      • das Militärische Immobilien Management Zentrum (Wien) als die zentrale Steuerungsstelle des Immobilienmanagements im ÖBH und der Betrieb der Wohnheime und Seminarzentren des MIMZ

    sowie in den Kernprozessen technologisches Nutzungsmanagement und Wehrtechnik & Forschung/Erprobung

      • das Amt für Rüstung und Wehrtechnik (Kommando in Wien) als zentraler Fähigkeitsträger für wehrtechnische Fragen mit ausgeprägter Expertise in Abnahme wehrtechnischer Produkte,

    dem KdoLog, da vorerst nicht unterstellt, auf Zusammenarbeit angewiesen.



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BeitragVerfasst: 08. Nov 2017, 15:15 

Registriert: 17. Jun 2016, 11:30
Beiträge: 196
theoderich hat geschrieben:

de10kcl hat geschrieben:
Der Leiter des Amtes für Rüstung und Wehrtechnik berichtet an den Leiter der Sektion III, und die Verwaltung des BMLVS als halb-zivil zu bezeichnen ist wohl ebensowenig falsch.


ARB - nicht ARWT. Das sind zwei völlig verschiedene Einrichtungen.

Danke, stimmt. Du hattest vor einigen Tagen gepostet, dass hier einige Umgliederungen vorerst nicht vorgenommen werden. Und was die neue Regierung macht werden wir sehen, vorerst kann bekanntlich auch "nie" bedeuten.


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BeitragVerfasst: 08. Nov 2017, 15:49 

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Die Rechtssophisterei ist ungefähr auf dem Niveau von "Reichsbügern", die auch alle möglichen Theoriegebilde aufstellen, die halt nicht stimmen. KPE usw. sind eindeutig nicht verfassungswidrig. Milizprinzip bedeutet eindeutig nicht, dass es keine Berufskomponenten geben darf oder sollte. Natürlich kann eine Grundstruktur, gerade in der Friedensorganisation, nur mit hauptamtlichen Kräften am Leben gehalten werden, für die Masse, vor allem in der Mobilmachungsorganisation, sollte die Miliz sorgen. Die Grundwehrdiener alleine sind nur ein Rekrutierungsbecken für Zeit- und Berufssoldaten sowie Miliz. Als Soldaten selbst sind sie kaum zu gebrauchen, allenfalls als Systemerhalter.

Das Problem ist einfach, dass das Bundesheer insgesamt auf einen Nukleus zusammengeschrumpft ist. Mit zu wenig Geld, Material usw. Und irgendwann wird es eine rein betriebswirtschaftliche Frage, wenn die Ressourcen schon karg sind. Zudem ist es in der gesamten zweiten Republik nie zu einer ordentlichen Mobilmachung gekommen (wenn ich mich nicht täusche). Nicht einmal bei der Jugoslawienkrise. Von daher ist es einfach nachvollziehbar, dass die Friedensorganisation im Verlauf von gut 60 Jahren einfach immer weiter zusammengeschrumpft ist und de faco einfach die Norm geworden ist. Was es in der Friedensorganisation nicht gibt, existiert ja kaum mehr noch auf dem Papier. Jetzt könnte man die Friedensorganisation im Sinne eines total verstandenen Milizprinzips auch noch von der Hälfte oder warum nicht gleich allen Berufssoldaten tilgen... Nur wäre das dann das absolute Ende des Bundesheeres.


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BeitragVerfasst: 08. Nov 2017, 16:52 

Registriert: 24. Jan 2013, 20:50
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Steht in der Verfassung eigentlich, ob das Milizsystem freiwillig ist oder verpflichtend mit Übungen?
Wenn nicht, dann liegt auch kein Verfassungsbruch vor.

Ich finde, mit dem Grundwehrdienst, ob 6,7 oder 8 Monate, hat der Staatsbürger seine Schuldigkeit getan.
Meiner Meinung nach greift der Staat mit verpflichtenden Milizübungen heute zu sehr in das Leben junger Männer ein.
Mit Mitte zwanzig gründen die meisten heutzutage eine Familie, bauen ein Haus, sind beruflich weiter etc.

Anderer Punkt:
Soldat auf Lebenszeit? Ja natürlich, der jenige muß ja auch sein Leben planen können. Er darf halt nicht glauben, mit 45 nicht mehr dreckig werden zu dürfen.


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BeitragVerfasst: 08. Nov 2017, 20:14 

Registriert: 09. Sep 2008, 22:29
Beiträge: 20772
iceman hat geschrieben:
Steht in der Verfassung eigentlich, ob das Milizsystem freiwillig ist oder verpflichtend mit Übungen?
Wenn nicht, dann liegt auch kein Verfassungsbruch vor.


Es geht um das Verhältnis zwischen dem Anteil an Milizsoldaten und Berufssoldaten:

    Wehrgesetz 1978, Heeresgebührengesetz 1985 und Heeredisziplinargesetz 1985 (Wehrrechtsänderungsgesetz 1988) (79/ME)



    Bundesgesetz vom xxxx, mit dem das Wehrgesetz 1978, das Heeresgebührengesetz 1985, das Heeresdisziplinargesetz 1985 und das Gehaltsgesetz 1956 geändert werden (Wehrrechtsänderungsgesetz 1988) (499 d.B.)



    Änderung des Bundes-Verfassungsgesetzes in der Fassung von 1929 (63/ME)


      Zitat:
      Je nach der jeweils spezifischen Ausgestaltung ihre militärischen Organisation mit berufmäßigem Kaderpersonal und ständigen Einrichtungen entsprechen die verschiedenen Milizsysteme mehr oder weniger dem erwähnten Idealtypus.

      Gemeinsam ist ihnen aber jedenfalls

        - eine Gestaltung der Schutz- und Verteidigungsvorkehrungen (zumindest überwiegend) nicht im Wege einer berufsmäßigen Institution, sondern als Gemeinschaftsaufgabe,

        - die Organisation der Verbände (zumindest überwiegend) nicht als ständig präsente Einrichtungen, sondern in einem nur zur Grundausbildung, zu Übungen und für den Einsatzfall gebildeten Präsenzstand sowie

        - die geistige Bereitschaft zur ständigen Mitwirkung an der Gemeinschaftsaufgabe der Verteidigung nach Maßgabe der jeweiligen individuellen Möglichkeiten.

      Zitat:
      Da der eingangs erwähnte Idealtypus der Miliz in Wehrsystemen moderner Staaten praktisch nicht in sinnvoller Weise realisierbar ist, weist jegliches Milizsystem ein gewisses Maß an ständig präsenten Anteilen auf. Ob ein Wehrsystem im Hinblick auf diesen Anteil noch als Milizsystem gelten kann, ist daher im Einzelfall nach Art und Höhe de Anteils der ständig präsenten Streitkräfte zu beurteilen.



    Bundesverfassungsgesetz vom xxxx, mit dem das Bundes-Verfassungsgesetz in der Fassung von 1929 geändert wird (498 d.B.)



iceman hat geschrieben:
Meiner Meinung nach greift der Staat mit verpflichtenden Milizübungen heute zu sehr in das Leben junger Männer ein.


In der Schweiz und in Finnland funktioniert es aber ohne gesellschaftliche Zerwürfnisse und Debatten. Und in Österreich hat es auch tadellos funktioniert - bis die Truppenübungen unter dem damaligen Bundesminister Platter zunächst per Ministerweisung ausgesetzt und dann von einigen populistischen Nationalratsabgeordneten per Abänderungsantrag im Landesverteidigungsausschuss abgeschafft wurden:



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BeitragVerfasst: 08. Nov 2017, 21:18 

Registriert: 14. Dez 2011, 13:35
Beiträge: 595
Ach, überall gibt es die Debatten und deshalb wurde ja überall die Wehrpflicht ausgesetzt (außer in ein paar Ländern). Niemand hier scheint zu verstehen, dass es keine politische Notwendigkeit gibt, ein derartiges Heer zu erhalten! Die jetztige Popularität des Bundesheeres ist einfach auf den völligen Missbrauch als eine Art Grenzwache und natürlich auch für die Katastrophenhilfe zurückführen, die beide in Friedenszeiten an und für sich keine genuin militärischen Aufgaben sind. Wozu soll ich tausende Milizsoldaten für einen fiktiven Landkrieg trainieren, der nie stattfinden wird. Nicht weil es nicht grundsätzlich denkbar wäre (Jugoslawien, Ukraine usw.), sondern weil es bei uns keinen politischen Willen gäbe auch zu kämpfen (siehe 1938). Von daher ist das Geld besser in Berufssoldaten investiert, die man dann im Fall der Fälle noch als Terrorbekämpfer einsetzen könnte (ein realistisches Szenario, weil innenpolitisch eher unumstritten) bzw. für drohende "robustere" Einsätze (ich schreibe "drohend", weil unsere Politiker und unser Volk das mit dem Argument "Neutralität" sicher abwehren wollen, weil ein Militär, das militärischen Aufgaben nachkommt, ist in Österreich allen ein graus...).

Es ist einfach: Warum um viel Geld ein Heer erhalten, das Fähigkeiten besitzt, die man - das weiß wohl auch der Generalstab - nie einsetzten wird, weder zuhause noch abroad? Warum Fahrzeuge, Gerät, schwere Waffen für Milizbatallione, die im besten Falle alle paar Monate trainieren, und dazwischen steht das Gerät herum, rostet und kostet? Milizsoldaten noch dazu, die nicht wie in Israel davor drei Jahre gedient haben, sondern den österreichischen Schnellsiederkurs GWD absolviert haben, und einen begrenzten Kampfwert aufweisen... Da kauf ich lieber nur 10% des Geräts und stelle 10% der Leute an, die das dann aber 100% nützen...

Ja, ist sicher etwa polemisch, aber mal ehrlich, das ist die Realität.


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