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BeitragVerfasst: 21. Aug 2014, 15:18 

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Servus!

Und alles ist KLUG und SITUATIONSELASTISCH!


Beste Wünsche und kameradschaftliche Grüße

Weinviertler


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BeitragVerfasst: 29. Aug 2014, 09:10 

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Presseaussendung 20140829

Diskussion um das Heeresbudget ist verantwortungslos.
Die Volksvertretung ist gefordert, parteipolitischen Einfluss zu verhindern.


Zitat:
Das Parlament ist die Vertretung des Volkes und wird, quasi „als Aufsichtsrat für die Bundesregierung“, aus diesem Blickwinkel zum sofortigen Handeln aufgefordert.

Mögliche Lösungsansätze der derzeitigen Misere sieht die IGBO in folgenden Punkten, die das Parlament verantwortlich wahrnehmen müsste:

    • Prüfung des vollinhaltlichen Vollzuges der einschlägigen Gesetze wie etwa die Verpflichtung zu Milizübungen. Es kann nicht angehen, dass ein Minister ein Gesetz nicht vollzieht.

    • Präzise Festlegung der Personalstärke des Bundesheeres und dessen Organisation im Wehrgesetz. Als Basis dafür ist eine seriöse Beurteilung der Lage und Definition der Absichten Österreichs vorzunehmen.

    • Ermittlung und Festlegung der für den Betrieb des Bundesheeres erforderlichen Finanzmittel anhand der personellen und materiellen Organisation sowie der durch diese zu bewältigenden Aufgaben. Dieser Betrag darf durch kein Budget infrage gestellt werden, weil damit auch das letzte Instrument Österreichs zur Bewältigung von Krisen aller Art infrage gestellt würde.

    • Beschlussfassung über Auslandseinsätze des Bundesheeres sowie Beschaffungen von Systemen bzw. deren Updates / Upgrades sind durch das Parlament einschließlich der Finanzierung zu treffen. Es kann nicht sein, dass das Bundesheer sparsam wirtschaftet und dann alle zwar politisch beschlossenen aber nicht vorhersehbaren Einsätze im Ausland aus dem laufenden Budget selbst bezahlen muss.

    • Bestellung des Chefs des Generalstabes durch das Parlament, dem er sodann auch zur Rechenschaft verpflichtet sein muss. Nur so kann der ranghöchste Offizier des Bundesheeres seine Führungsverantwortung ohne parteipolitische Einflüsse wahrnehmen.

Zitat:
Die IGBO fordert daher das Parlament auf, die Interessen der Bevölkerung wahr zu nehmen und das Bundesheer parteipolitischen Einflüssen weitgehend zu entziehen.


Einer Festlegung der Personalstärke im Wehrgesetz kann ich wenig abgewinnen. Gibt es überhaupt irgendeinen Staat, der das so handhabt? Wichtiger wäre ein neues Dienstrecht. Und ob unsere Nationalratsabgeordneten auch nur annähernd das notwendige Verantwortungsgefühl für diese sensible Materie aufbringen, bezweifle ich (So wünschenswert die anderen Ideen auch sein mögen.).


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BeitragVerfasst: 01. Sep 2014, 15:01 

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BeitragVerfasst: 02. Sep 2014, 00:50 

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1350 strassen km von Wien nach Kiev und die wappler am ballhausplatz und den parteizentralen sehen die gewitterwolken nicht.
Unglaublich wie dumm manche menschen sind, glauben das Moskau Degree von 1955 schuetzt das land.
(obwohl jederman/frau weis das dies nicht der fall ist!)
Was wird kommen?


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BeitragVerfasst: 02. Sep 2014, 08:27 

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Flüchtlinge.


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BeitragVerfasst: 03. Sep 2014, 17:56 

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Beiträge: 20762
Analysis: NATO members comprise 13 of world's 20 fastest declining defence budgets

Bild

Zitat:
Of the world’s top 20 declining defence budgets between 2012 and 2014, the majority were NATO members, according to research from IHS.

“While the budgetary challenges facing Western defence ministries have long been apparent, it is still striking to see that 13 out of the 20 fastest declining defence budgets between 2012 and 2014 were NATO members,” said Fenella McGerty, senior defence budget analyst at IHS Jane’s.

“Over the last two years, alliance spending has fallen by USD93 billion (USD),” McGerty added.

In contrast to NATO members, Russian defence spending has been expanding at a rapid pace for several years. In 2011, it stood at $57 billion (USD). In 2012, it overtook the UK and became the third highest spender on defence globally. This year, the budget increased to $78 billion (USD), and by 2016, it is forecast to reach $98 billion (USD) in real terms, a figure that will be greater than German and French spending combined.

Zitat:
While NATO spending has fallen by around 10 percent since 2012, the alliance still spends around $900 billion (USD) on defence annually compared with the $78 billion (USD) spent by Russia.

“Despite the contrasting budgetary trends, NATO continues to outspend Russia by a factor of 10,” Caffrey said.

“NATO’s European members alone spend around four times more on defence than Russia.”



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BeitragVerfasst: 04. Sep 2014, 21:51 

Registriert: 24. Jan 2013, 20:50
Beiträge: 1013
Rabe hat geschrieben:
1350 strassen km von Wien nach Kiev und die wappler am ballhausplatz und den parteizentralen sehen die gewitterwolken nicht.
Unglaublich wie dumm manche menschen sind, glauben das Moskau Degree von 1955 schuetzt das land.
(obwohl jederman/frau weis das dies nicht der fall ist!)
Was wird kommen?


Mit den Sanktionen gegen Rußland hat Österreich seine Neutralität entgültig zu Grabe getragen, checkt das keiner in diesem Land?
Oder hat etwa die Schweiz Sanktionen gegen Rußland beschlossen?
Was ich vermisse ist eine vermittelnde, aktive Friedenspolitik, wie sie schon früher gemacht wurde.


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BeitragVerfasst: 07. Sep 2014, 20:17 

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Beiträge: 20762
Obstlt Peter Nuderscher, BKdt m. d. F. b., in: Der Adler. Truppenzeitung des Stabsbataillon 6, Jahrgang 30, Ausgabe 3/2014 hat geschrieben:
Sparpaket

Wie bereits in der letzten Ausgabe angesprochen, ist das österreichische Bundesheer derzeit mit einer äußerst angespannten Budgetsituation konfrontiert. Erste Auswirkungen sind bereits deutlich spürbar, da aufgrund der deutlichen Reduktion unserer Fahrzeugflotte die Mobilität unseres Verbandes deutlich eingeschränkt wird. Bis Ende 2014 werden wir zirka 50 % unseres Fuhrparks verlieren – ohne adäquaten Ersatz – und werden dadurch in allen Einheiten massive Einbußen in der Einsatzbereitschaft verzeichnen. Weiters werden in den nächsten Wochen erhebliche Kürzungen im Bereich der Mehrdienstleistungen erfahren und sind gezwungen, unsere Ausbildungsvorhaben entsprechend zu adaptieren. Welche Auswirkungen sich aus allen befohlenen Einsparungsmaßnahmen für die Aus-, Fort- und Weiterbildung des Kaders und der Grundwehrdiener (Stichwort: Attraktivitätssteigerung des Wehrdienstes) ab 2015 ergeben, ist derzeit im Detail noch nicht ableitbar, wir werden allerdings gezwungen sein, entsprechende Anpassungen vorzunehmen.



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BeitragVerfasst: 09. Sep 2014, 15:18 

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Beiträge: 20762
Parlamentskorrespondenz Nr. 643 vom 01.07.2014
Petitionsausschuss: Hearing mit Düringer und Konzett zur Hypo-Causa

Zitat:
In den meisten Fällen beschlossen die Abgeordneten, Stellungnahmen der zuständigen Ministerien einzuholen bzw. im Falle bereits eingelangter Stellungnahmen die Beratungen über die Bürgeranliegen durch Kenntnisnahme abzuschließen. Die Oppositionsparteien stellten in mehreren Fällen den Antrag, die Petition bzw. Bürgerinitiave dem zuständigen Ausschuss zuzuweisen, konnten sich damit aber nicht durchsetzen. Es habe wenig Sinn, in den Fachausschüssen nochmals über Fragen zu diskutieren, die vom Nationalrat nach ausführlichen Vorberatungen bereits entschieden wurden, argumentierten SPÖ und ÖVP unter anderem mit Hinweis auf die beschlossene Marktordnungsnovelle, das neue Lehrerdienstrecht und die Schließung von Polizeidienststellen im Zuge der laufenden Polizeireform.

Zitat:
Die gesamten Beschlüsse des Petitionsausschusses:

[...]

    Petition Nr. 15 betreffend die Rettung des Bundesheers – Einholung einer Stellungnahme des Verteidigungsministeriums.



    Stellungnahme von: BM f. Landesverteidigung u. Sport zur Petition (15/PET) betreffend "Rettet das Bundesheer", überreicht vom Abgeordneten Mario Kunasek

    Zitat:
    Zum Ersuchen der Parlamentsdirektion vom 11. Juli 2014, Zl. 17010.0020/22- L1.3/2014, nimmt das Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport zur Petition Nr. 15 betreffend „Rettet das Bundesheer“ wie folgt Stellung:

    Die Forderung an die Bundesregierung, die ausreichende finanzielle Ausstattung des Österreichischen Bundesheeres sicherzustellen, damit auch in Zukunft alle verfassungsmäßigen Aufträge erfüllt werden können, wird im Rahmen der derzeit laufenden Bearbeitungen zum Österreichischen Bundesheer der Zukunft entsprechend berücksichtigt. Das Bundesfinanzrahmengesetz 2014 bis 2017 bietet dazu die wesentliche Grundlage.

    18.08.2014

    Für den Bundesminister:
    i.V. POLASCHEK-ZMECK



Wer hätte etwas anderes erwartet? Die Petition der IGBO, mit immerhin über 4000 Unterschriften, wird genauso im Reisswolf landen:



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BeitragVerfasst: 09. Sep 2014, 15:38 
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Beiträge: 1985
Naja es war auch wirklich nichts anderes zu erwarten.

_________________
Beordert bei 1./JgB NÖ


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BeitragVerfasst: 10. Sep 2014, 10:35 

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Georg Mader
"Am Budget ausgerichtet ..." (wehrtechnik, III/2014)



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BeitragVerfasst: 16. Sep 2014, 23:59 

Registriert: 09. Sep 2008, 22:29
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Obst MSD Johannes Nussbaumer, Kdt FüUB2, in: Der Kommunikator. Die Truppenzeitung des Führungsunterstützungsbataillon 2, Ausgabe 3/14 hat geschrieben:
Hoffentlich haben die Soldatinnen und Soldaten des FüUB2 einen für Körper und Geist erholsamen Sommerurlaub hinter sich, wo auch Zeit für die Familie, für Regeneration und Abschalten von den dienstlichen Belastungen möglich war. Denn die täglichen Meldungen in den Medien kündigen für den Herbst tiefgreifende, umfangreiche und auch schmerzliche Veränderungen für das Österreichische Bundesheer (ÖBH) an. Für das Heer, das wir heute haben, reicht das Geld nicht mehr. Daher zwingt die dramatische budgetäre Situation zu einer aufgaben- und ressourcenorientierten Neuausrichtung des ÖBH und einer damit verbundenen, unbedingt notwendigen Anpassung der gesamten Organisation. Der Generalstab plant dabei ohne Tabus und nach dem Grundsatz „Tiefe vor Breite“, die zukünftige Ausrichtung auf die militärisch einsatzwahrscheinlichsten Aufgaben. Die Umsetzung der Reform des Wehrdienstes und die Sicherstellung der Einsatzbereitschaft für Einsätze im In- und Ausland, sind dabei zu berücksichtigen.

Bei der außerordentlichen Kommandantentagung am 23. Juni 2014 in Wien, nutzte ich die Möglichkeit, dem Chef des Generalstabes, General Mag. Othmar Commenda, die „Auswirkungen der Budgetkürzungen im Verantwortungsbereich“ und den „Sachstand zur Umsetzung der Reform des Wehrdienstes“ für das FüUB2 präsentieren zu können. In diesem vorgetragenen und auch schriftlich vorgelegten Kurzbericht nahm ich zu den massivsten Auswirkungen der bisher angeordneten Maßnahmen, wie das Ausscheiden bzw. die Kürzungen bei der Instandsetzung von Teilen der Pinzgauerflotte, Puch G, 12M18, der Einschränkung des Fahrbetriebes, die Kürzung von Mehrdienstleistungen, nicht finanzierbare Neubeschaffungen und den fehlenden Mitteln zur Instandsetzung der Infrastruktur Stellung. Die Beiträge der Kommandanten werden gemäß Aussage von General Commenda zusammengefasst und in weiterer Folge in die Bearbeitungen zum ÖBH 2018, als auch bei der Setzung von Prioritäten hinsichtlich der Handhabung der äußerst knappen Budgetmittel so weit wie möglich berücksichtigt.

Obst MSD Johannes Nussbaumer, Kdt FüUB2, in: Der Kommunikator. Die Truppenzeitung des Führungsunterstützungsbataillon 2, Ausgabe 3/14 hat geschrieben:
Der Chef des Generalstabes, General Mag. Othmar Commenda hat angekündigt, dass bei den budgetbedingten Reformmaßnahmen ohne Ausnahme alle Bereiche betroffen sein werden. Damit verbundene, notwendige, unpopuläre und schmerzliche Maßnahmen könnten daher auch das FüUB2 betreffen.



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BeitragVerfasst: 17. Sep 2014, 14:47 

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Und oben angesprochene Bundesheer-Petition wurde heute offiziell beerdigt:

    Parlamentskorrespondenz Nr. 808 vom 17.09.2014
    Initiativen von Cannabis bis zur Bundeshymne

    Zitat:
    Wie geht es weiter mit dem österreichischen Bundesheer?

    Mit einem sehr aktuellen Thema beschäftigte sich eine – mehrheitlich zur Kenntnis genommene - Petition, die zur Rettung des österreichischen Bundesheers aufruft. Auch Abgeordneter Christian Höbart (F) machte sich große Sorgen um die finanzielle Ausstattung des Bundesheers, das bald nicht mehr in der Lage sein werde, die Aufgaben des Katastrophenschutzes zu erfüllen. Schuld daran sei seiner Meinung nach vor allem die "linke Reichshälfte", die das Heer wohl abschaffen wolle. SPÖ-Mandatar Hermann Lipitsch wies die Kritik vehement zurück und erinnerte daran, dass der Verteidigungsminister im Oktober ein Konzept vorlegen wird, das dann mit dem neuen Finanzminister abgestimmt werden muss.

    Zitat:
    Die gesamten Beschlüsse des Petitionsausschusses:

    [...]

      Petition Nr. 15 betreffend die Rettung des BundesheersMehrheitliche Kenntnisnahme; über den Antrag der FPÖ auf Zuweisung an den Landesverteidigungsausschuss wurde somit nicht mehr abgestimmt.



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BeitragVerfasst: 18. Sep 2014, 20:09 

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Obstlt MSD Michael Lippert, Kdt PzStbB3, in: Der Legionär. Truppenzeitung des Panzerstabsbataillon 3, 3. Ausgabe 2014 hat geschrieben:
Einsparungen beim Österreichischen Bundesheer:

In letzter Zeit häufen sich die Meldungen in den Medien über die Auswirkungen der Sparmaßnahmen beim Österreichischen Bundesheer. Immer mehr hochrangige Offiziere stellen dar, was das Bundesheer nicht mehr kann. Ich möchte ihnen hier einige Beispiele geben, welche Auswirkungen die Sparmaßnahmen beim Panzerstabsbataillon 3 haben:

Für das Vollkontingent mit 287 Rekruten stehen dem Bataillon nur zwei LKW´s für den Mannschaftstransport zur Verfügung. Mit diesen Fahrzeugen müssen die Kompanien beim Scharfschießen ständig zwischen Schießplatz und Kaserne pendeln, um alle Grundwehrdiener zum Schießen zu bringen. Für Autobusse, die den Transport übernehmen könnten, fehlt das Geld. Prüfmittel werden zurzeit nicht mehr überprüft und dürfen nicht mehr verwendet werden. Als weiteres Beispiel nenne ich das Massenspektrometer. Dieses Gerät wird für das Aufspüren von Industriestoffen (das sind Gifte, die bei Unfällen in Industrieanlagen entstehen können) benötigt. Für dieses Gerät kann zurzeit die Kalibrierung nicht bezahlt werden und somit ist diese Fähigkeit im Bataillon nicht mehr vorhanden. Diese Liste der Einschränkungen ist noch sehr lange fortsetzbar.

Trotz all dieser Schwierigkeiten, die es im Bundesheer gibt, kann ich immer noch auf ein motiviertes Kader zurückgreifen. Die Kadersoldaten aller Ebenen im Bataillon bemühen sich, selbst aus der jetzigen Situation noch das Beste herauszuholen. Sie verzweifeln nicht, sondern jeder geht immer wieder mit „Vollgas“ an seine Aufgabe heran. Dafür möchte ich mich beim Kader des gesamten Bataillons bedanken, denn das zeigt den Charakter und den guten Geist, der noch in diesem Verband herrscht.

Nur eines ist klar: die Situation muss sehr bald besser werden, denn es ist wie bei einem Bogen: man kann ihn sehr lange spannen, doch wenn er überspannt ist, bricht er. Danach gibt es aber beinahe kein Reparieren und die Leistung, die er einmal gebracht hat, wird nicht mehr möglich sein.

So hoffen wir, dass gerade in dieser unruhigen Zeit, in der wir leben, die Vernunft siegen wird und das Österreichische Bundesheer wieder die Mittel bekommt, die es benötigt, um seinen Auftrag zu erfüllen.


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BeitragVerfasst: 24. Sep 2014, 12:30 

Registriert: 09. Sep 2008, 22:29
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Obst Karl-Heinz Tatschl, Kdt JgB18, in: Das Oberland, Nummer 3 / 2014 hat geschrieben:
Alte Spuren

In meinem Leitartikel im letzten Oberland habe ich versucht, einen groben Ausblick auf die Richtung und das Ausmaß der laufenden und bevorstehenden Einsparungen im Bundesheer zu geben. Im April war noch vieles unklar, heute wissen wir zu unserem Entsetzen deutlich mehr. Die Reichweite der Einsparungen und Einschränkungen haben unsere Vorstellungen bei weitem übertroffen. Das Versprechen, bei der Truppe, also den Bataillonen und Brigaden sowie im Rahmen der Ausbildung und Einsatzbereitschaft, nicht zu sparen, wurde aus meiner Sicht nicht eingehalten und stellt sich als Lippenbekenntnis dar. Die Fortführung der Ausbildung auf „kleiner Flamme“ auf Basis der späten Neunzigerjahre des letzten Jahrtausends, nämlich zu Fuß und in Kasernennähe mit marginalem Transportraum, kann den qualitativen Ansprüchen sowohl des Kaders, als auch der uns anvertrauten Auszubildenden sicher nicht genügen.

Für die Gruppe der „Excelgläubigen“ unter uns mag die derzeit praktizierte Form der linearen Einsparung von oben nach unten ohne Bedachtnahme auf den laufenden Betrieb sicher befriedigende Zahlen ergeben, für uns, die an der Basis Dienst tun, gilt dies in keinem Fall. Der einigermaßen sichere Planungshorizont eines Bataillons erstreckt sich derzeit über maximal vier Wochen, tatsächlich sicher ist, was in der Vorwoche war.

Für einen der heurigen Kernaufträge, die Ausbildung eines Vollkontingentes im Sinne der Attraktivierung des Grundwehrdienstes, stellen diese Rahmenbedingungen eine kaum haltbare Rahmensituation dar.

Obst Karl-Heinz Tatschl, Kdt JgB18, in: Das Oberland, Nummer 3 / 2014 hat geschrieben:
Nicht nur die mögliche Bereitstellung von „Manpower“ im Bedarfsfall und verschiedene Modulausbildungen, sondern im speziellen die Infanterieausbildung bildet immer noch das Schwergewicht und die besondere Attraktivität eines Jägerbataillons. Hier musste aufgrund des Spardruckes das hohe Ziel der Verzögerung auf einen Ausschnitt, nämlich die zeitlich begrenzte Verteidigung, beschränkt werden.



Obst Karl-Heinz Tatschl, Kdt JgB18, in: Das Oberland, Nummer 2 / 2014 hat geschrieben:
Richtungsentscheidungen

Mit dieser Überschrift habe ich den Leitartikel des letzten Oberlandes beendet und die Hoffnung gehegt, dass der eingeleitete Planungsprozess zur Folgeplanung des Bundesheeres mittelfristige Richtungsentscheidungen in Gang bringen würde. Die Dinge haben sich sehr wohl entwickelt, doch leider nicht so wie es sich die Soldaten gewünscht hätten.

Mitte April wurden durch den Finanzminister die Einsparungssummen für die einzelnen Ressorts bekanntgegeben. Das Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport hat somit eine Summe von mehr als 40 Millionen Euro im laufenden Betrieb im Jahr 2014 einzusparen. Tendenz für die Folgejahre stark steigend. Nachdem die Budgetrede des Herrn Finanzministers beim Schreiben dieser Zeilen noch nicht stattgefunden hat, kann ich auf konkretere Zahlen nicht eingehen. Die bereits bekannten und die damit verbundenen Sofortmaßnahmen reichen aber aus, um ein ungefähres Ausmaß zu erkennen.

Übungen müssen verkleinert, oder gänzlich abgesagt werden. Nicht-priorisierte Lehrgänge und Seminare werden gestrichen oder in die Folgejahre verlegt. Einen großen Einschnitt, im Besonderen für unseren Verband bedeutet die überfallsartige Außer-Dienst-Stellung der beinahe gesamten Pinzgauer-Flotte mit Ende Juni 2014. Im Klartext bedeutet dies eine Reduktion unseres Fuhrparks um 70 Prozent bei gleichbleibender Auftragslage. Bei allem Verständnis für die allgemeine Ressourcenverknappung bleiben bei den betroffenen Verbänden ratlose Gesichter und verunsicherte Planer zurück, die sich naturgemäß fragen, ob die medial geäußerten Prioritäten für die Truppe doch nur Lippenbekenntnisse darstellen.

Prioritäten

In allen Planungen und Leitlinien werden die kleinen Verbände – also die Bataillone – als Kern aller weiterführenden Betrachtungen festgelegt und als Rückgrat einer zukünftigen Armee dargestellt. Gemäß den gültigen Führungsgrundsätzen müsste das aus meiner Sicht eine Verlagerung des Schwergewichtes in diesen Bereich bedeuten. Mit Stand des heutigen Tages kann ich eine solche Priorisierung nicht erkennen. Aber nachdem wir, die Truppe, nach wie vor an unsere Führung glauben, setze ich meine Hoffnung auf die im restlichen Jahr durchzuführenden Planungen. Die zu erwartenden Einschnitte werden durchaus strukturelle Maßnahmen mit sich ziehen, bis zur Stillegung von Garnisonen. Auch einer Neuausrichtung von Verbänden muss ins Auge geschaut werden. Das Wirksamwerden dieser Strukturanpassungen wurde mit dem Beginn des Jahres 2016 in Aussicht gestellt.



Beim Foto in dieser parlamentarischen Anfrage habe ich mich sofort gefragt, ob sie im BMLVS den Verstand verloren haben?



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