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Verteidigungsbudget 2014/2015 - ein neuer Negativrekord!

Landesverteidigung, Einsätze & Übungen, Sicherheitspolitik, Organisation, ...
Dr4ven
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Re: Verteidigungsbudget 2014/2015 - ein neuer Negativrekord!

Beitrag von Dr4ven » 24. Jul 2014, 23:05

Stell dir vor was man mit lediglich 30% Personalkosten und 2.7 Mrd. machen koennte.
Man kann dann pro Jahr um gut 500 Millionen einkaufen gehen.

theoderich
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Re: Verteidigungsbudget 2014/2015 - ein neuer Negativrekord!

Beitrag von theoderich » 25. Jul 2014, 00:43

Das ist das Grundproblem, wenn man die österreichische Situation anhand "vergleichbarer Staaten" kritisieren will - die Voranschlagsansätze sind in der Regel mindestens 40 % höher als hierzulande (Wenn man den Anteil am BIP betrachtet, sind sie gut doppelt so hoch; beim Anteil an den gesamten Staatsausgaben wird es dann noch abenteuerlicher - siehe Finnland.).

Übrigens gibt es zu diesem Thema auch ein Interview mit dem Leiter der Sektion I, Christian Kemperle, im "Militär Aktuell":

    “Das wird deutlich spürbar sein”

    Herr Kemperle, rund um das Bundesheer ist viel von Einsparungen die Rede. Inwiefern ist davon auch die Personalplanung betroffen?

      Da der Personalbereich den Hauptteil des Budgets ausmacht, sind wir von den Einsparungen unmittelbar betroffen. Nach unseren derzeitigen Planungen würden die Personalkosten 2015 knapp 64 Prozent des Budgets ausmachen, was so in Wahrheit aber kaum haltbar sein wird. In diesem Fall würden nur fünf bis sechs Prozent des Budgets für Investitionen zur Verfügung stehen. Das wären knapp 100 Millionen Euro, was für eine Armee vergleichweise nichts ist.

    Sie werden also um Personaleinsparungen nicht umhinkommen?

      Um uns eine größtmögliche Flexibilität für den Betriebs- und Investitionsbereich zu erwirtschaften, planen wir bis 2018 mehr als 1.000 Vollbeschäftigte einzusparen. 100 Beschäftigte kosten uns durchschnittlich vier Millionen Euro pro Jahr, bei 1.000 Beschäftigten sprechen wir also von einem Ein­sparungs­potenzial von 40 Millio­nen Euro.

    Wenn 100 Millionen Euro „vergleichsweise nichts“ sind, dann klingen 40 Millionen aber auch nur wie ein Tropfen auf den heißen Stein?

      Allerdings sprechen wir hier von laufenden Einsparungen und keinem Einmaleffekt. Jährlich 40 Millionen summieren sich über die Jahre auf eine ordentliche Summe, die dann mehr als nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist.

    Wie sollen die Personalkürzungen umgesetzt werden?

      Im genannten Zeitraum stehen rund 400 bis 500 Pensionierungen pro Jahr an. Darüber hinaus spielt uns die hohe Fluktuation unseres Personals in die Hände. Es laufen viele befristete Verträge aus, die wir teilweise nicht mehr verlängern wollen, und in Summe mit den natürlichen Abgängen werden wir diese Zahl erreichen.

    Wie sehr geht diese Personalreduktion an die Substanz?

      In der Verwaltung, wo die Einsparungen primär stattfinden sollen, wird das in jedem Fall deutlich spürbar sein – bei einem Personalverlust von 10 bis 15 Prozent in diesem Bereich reicht es nicht aus, kleine Stellschrauben zu drehen. Dort müssen wir also auch die Struktur verändern, was die Zentralleitung ebenso wie die Stäbe betreffen wird. Im Einsatzbereich wollen wir im Gegensatz dazu – vor allem im Unteroffiziersbereich – Personal aufbauen. Dadurch wird sich unser Personalverhältnis von Grundorganisation und Verwaltung zu Einsatzorganisation von derzeit 1:1,2 auf 1:1 verschieben.


stg76
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Re: Verteidigungsbudget 2014/2015 - ein neuer Negativrekord!

Beitrag von stg76 » 25. Jul 2014, 08:24

@dr4ven und theoderich: vielen Dank für die ausführliche Info :-)

henry66
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Re: Verteidigungsbudget 2014/2015 - ein neuer Negativrekord!

Beitrag von henry66 » 25. Jul 2014, 12:31

theoderich hat geschrieben:Hier ist ein Überblick über die Kostenstruktur des finnischen Militärs. Dort sind diese Kosten immerhin auf Englisch publiziert:


    Wie man an der Anmerkung unten sieht, werden dort - im Gegensatz zu Österreich - die Kosten von Auslandseinsätzen aus dem Budget des Außenministeriums bestritten. Außerdem betragen die Verteidigungsausgaben 5,1 % der gesamten Staatsausgaben - in Österreich sind es bloß 1,4 %:


    SCHWEDEN

      Das schwedische Forsvarsmakten publiziert jährlich einen Bericht, der u.a. die Kosten der Streitkräfte behandelt:


      Die Kostenaufteilung ist in der Tabelle Anslagsförbrukning samtliga anslag dargestellt, wobei der Punkt Anslag 1.1 summa die Personalkosten widerspiegelt, 1:2 Fredsfrämjande förbandsinsatser sind die Auslandseinsätze (Peace Support Operations), 1:3 Anskaffning materiel & anläggningar das Beschaffungsbudget, 1:4 Vidmakthåll materiel & anläggningar den Instandhalungsaufwand, 1:5 Forskning och teknikutveckling bezeichnet Forschung und Entwicklung und Fredsfrämjande verksamhet sind friedenserhaltende Einsätze. Außerdem bezeichnet Disponibla anslag das schwedische Äquivalent zu unserem Bundesvoranschlag und Utfall den Erfolg. Schweden hatte demnach im Jahr 2013 einen Anteil der Personalkosten von 55,38 %. Der Anteil der für Neuanschaffungen übrig bleibt ist nicht gerade berauschend hoch - 21,98 %.

    SCHWEIZ


Und um noch einen Nachbarn als Vergleichsbeispiel (Nicht als Maßstab!) vorzustellen - die Bundeswehr:


Ähnlich wie in Finnland betragen in Deutschland die Personalkosten nur 32,4 %, die Investitionen 21,4 %, während der Rest - also der Großteil des Budgets - in den Betrieb fließt.


@Theoderich - Danke für die Infos! Ich frage mich weshalb man Österreich jedesmal mit der "Großmacht" Deutschland vergleichen muss - Hab eher mal in unserer Liga nachgesehen und man staunte:
Slowenien ca: 567,- ( Berufsarmee ohne Flächenflugzeuge usw.)

Weinviertler
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Re: Verteidigungsbudget 2014/2015 - ein neuer Negativrekord!

Beitrag von Weinviertler » 25. Jul 2014, 13:56

Servus!

Slowenien ist aber ganz sicher nicht unsere Liga - hat etwas über zwei Millionen Einwohner und ist obendrein in einem Bündnis! Genau deswegen kann Slowenien seine Armee klein halten und die Luftraumüberwachung bei anderen Mitgliedern des Bündnisses einkaufen und hat deswegen keine Luftraumüberwachungsflugzeuge!


Beste Wünsche und kameradschaftliche Grüße

Weinviertler

theoderich
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Re: Verteidigungsbudget 2014/2015 - ein neuer Negativrekord!

Beitrag von theoderich » 25. Jul 2014, 15:08

Henry66 hat geschrieben:@Theoderich - Danke für die Infos! Ich frage mich weshalb man Österreich jedesmal mit der "Großmacht" Deutschland vergleichen muss


Deshalb habe ich ja folgendes geschrieben: "als Vergleichsbeispiel (Nicht als Maßstab!)". Tschechien oder die Slowakei hätten sich eher angeboten, aber dazu habe ich kein offizielles Zahlenmaterial gefunden. Ich habe nun doch noch etwas zu Dänemark aufgetrieben:


Detailliertere Informationen, auch zu früheren Jahren, gibt es hier - unter dem Stichwort Statsregnskab - Statsregnskab for XXXX - Forsvarsministeriet:


Die Personalkosten sind unter Lønninger / personaleomkostninger im Kapitel 12.21. Forsvarskommandoen og Hjemmeværnet angegeben. Sie betragen 48,4 % der Gesamtausgaben der Streitkräfte.

theoderich
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Re: Verteidigungsbudget 2014/2015 - ein neuer Negativrekord!

Beitrag von theoderich » 29. Jul 2014, 22:25

DER SOLDAT, Nr. 14/2014, 23. Juli 2014, p. 12 hat geschrieben:Offener Brief des EFK2-Pionier

    Bruckneudorf, 13. Juni 2014

Sehr geehrter Herr Dr. Fischer!

Sehr geehrter Herr Mag. Klug!


Aufgrund der momentanen Situation im Österreichischen Bundesheer fühlen wir uns verpflichtet, Ihnen diesen Brief zu schreiben.

Als Einjährig-Freiwillige befinden wir uns nun vor dem letzten Abschnitt unseres EF-Jahres, welcher mi dem EF-Kurs 1 im September 2013 seinen Anfang nahm. Dort erlebten wir Kameradschaft, haben Freundschaften geschlossen, lernten viel, kamen aber auch öfters an die Grenzen unserer körperlichen und mentalen Leistungsfähigkeit. Heute, im EF-Kurs 2, blicken wir mit Genuss auf diese Zeit zurück. Sie war zwar die anstrengendste Zeit, aber auch eine der aufregendsten in unserem bisherigen Leben.

Wir erlebten dort, wie erfüllend Grundwehrdienst sein kann und sollte. Doch dieses untragbare Budget, gegen das gerade Sie kämpfen sollten, macht es dem ÖBH unmöglich, den Grundwehrdienern eine gediegene Ausbildung zu verschaffen. Keinen Grundwehrdiener, der eine Unterkunft beziehen muss, die bereits vor einigen Jahrzehnten hätte saniert werden sollen, der nie mehr als eine Hand voll Schüsse am Sturmgewehr abgegeben und der aus Kostengründen nie eine Feldlagerwoche erleben durfte, interessiert die von Ihnen so bezeichnete "finanzielle Großwetterlage der Republik".

Wie kann es sein, dass ein Land wie Österreich mit einem Verteidigungsbudget von 0,6 % des BIP auskommen muss, wenn dieses in Ländern wie Deutschland, Schweiz oder Norwegen um bis zu mehr als das Doppelte größer ist? Ist es verantwortbar, dass Grundwehrdiener mit einer viel zu kurzen und in manchen Bereichen nur marginalen Ausbildung als Soldaten bezeichnet werden und im Ernstfall ins Gefecht geworfen werden können? Sind Sie sich im Klaren, wie die Stimmung im Kaderpersonal ist?

Die Kadersoldaten fühlen sich von der Regierung im Stich gelassen. Und darunter leiden in erster Linie die Grundwehrdiener. Die "Reform des Grundwehrdienstes" wird unter ihnen nur mit einem Kopfschütteln abgetan, denn das Einzige, was sie davon merken, ist das freie W-LAN im Soldatenheim. An dem leider einzigen Ort, an dem der Grundwehrdiener noch Kameradschaft spürt, wird zukünftig mit Mobiltelefon und Computer zusammengesessen werden. Darum fordere ich Sie auf, die Reform des Grundwehrdienstes, für dessen Erhalt das österreichische Volk sich erst entschieden hat, ernst zu nehmen und die Grundwehrdiener wieder zu richtigen Soldaten ausbilden zu lassen.

Wie schnell vermeintlich tiefer Frieden sich in eine kriegerische Auseinandersetzung wandeln kann, sehen wir derzeit in der Ukraine. Welcher der dort ausgebildeten Grundwehrdiener hätte erwartet, dass er bald bewaffneten Rebellen gegenübersteht? Und dennoch ist es passiert, ein offener Krieg scheint so nah wie schon lang nicht mehr in Europa!

Aus diesem Grund müssen Sie für unsere Armee mit ganzer Kraft einstehen und so für den Erhalt der Wehrhaftigkeit Österreichs kämpfen. In Ihrem Ministerium dienen noch viele bestens ausgebildete, professionell agierende und höchst motivierte Soldaten. Es wäre eine Schande, wenn dieses Potential, auf das Österreich stolz sein kann, wegen Budgetfragen weiterhin reduziert und vergeudet wird.

    Unterzeichnet ist der Brief von 17 Teilnehmern des EFK2-Pionier

Eine Antwort ist in Arbeit und wird durch die Sektion II des BMLVS erfolgen (Red.)

stg76
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Re: Verteidigungsbudget 2014/2015 - ein neuer Negativrekord!

Beitrag von stg76 » 30. Jul 2014, 08:16

theoderich hat geschrieben:
DER SOLDAT, Nr. 14/2014, 23. Juli 2014, p. 12 hat geschrieben:Offener Brief des EFK2-Pionier

    Bruckneudorf, 13. Juni 2014

Sehr geehrter Herr Dr. Fischer!

Sehr geehrter Herr Mag. Klug!


Aufgrund der momentanen Situation im Österreichischen Bundesheer fühlen wir uns verpflichtet, Ihnen diesen Brief zu schreiben.

usw usf



Reaktion darauf?
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theoderich
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Re: Verteidigungsbudget 2014/2015 - ein neuer Negativrekord!

Beitrag von theoderich » 30. Jul 2014, 08:20

Darauf kannst Du Gift nehmen!

em
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Re: Verteidigungsbudget 2014/2015 - ein neuer Negativrekord!

Beitrag von em » 31. Jul 2014, 11:24

Es ist richtig, das Budget für die LV bezogen auf das BIP unseres Landes ist ziemlich gering. Aber man kann es drehen und wenden wie man will, es wird in den nächsten Jahren nicht mehr Geld zur Verfügung stehen und wenn ja, geringfügige Anhebungen die "das Kraut" auch nicht fett machen. Diese Erhöhungen werden trotzdem durch unsere überzogene Personal- und Heeresstruktur aufgefressen.
Wie ich schon in meinen Beiträgen sagte, vom "BIP" kann sich der VM nichts kaufen, sondern vom tatsächlichen Budget welches zur Verfügung steht.
Wenn das ÖBH überleben und auch Anschaffungen tätigen will, muss sich das Heer den finanziellen Gegebenheiten anpassen und nicht umgekehrt und nicht zuwarten bis eventuell das BIP auf 1 oder mehr Prozent angehoben werden wird. Eines ist ebenfalls sicher, eine rigorose Anhebung unseres Budgets wird es bei keiner Regierung, egal aus welchen Parteien sich diese zusammensetzt, geben.
Ohne tiefgreifende Reduzierung von Personal (ich spreche in erster Linie von der aufgeblähten Beamtenstruktur der hohen Ränge im Ministerium und Generalstab) und Kasernen, sowie Verschlankung der Struktur wird sich nichts ändern.
Es liegt der Ball beim VM, welcher die Personal- und Heeresstruktur intern und auch gegen einige Landeshauptmänner so rasch als möglich bewältigen muss.

Dr4ven
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Re: Verteidigungsbudget 2014/2015 - ein neuer Negativrekord!

Beitrag von Dr4ven » 31. Jul 2014, 12:37

An sich halte ich das geringe Budget derzeit sogar leider für notwendig, denn ohne Druck wird sich nichts tun.

Ich kann also im Prinzip der Idee schon grundlegend etwas abgewinnen dass man unter Spardruck zuerst die Struktur verschlankt, und dann erst mehr Geld zu Verfügung stellt damit es dann auch dort ankommt wo es notwendig ist, nämlich bei der Truppe und deren Ausstattung sowie deren Infrastruktur.
Natürlich wirds auch kaum nennenswert mehr Geld geben...das ist dann das andere Problem.

Ich bin aber auch der Meinung dass man politisch ohne Weiteres gewisse Änderungen herbeiführen könnte ohne am Ende eine reine Heugabelinfanterie mit selbstverwaltenden Wasserkopf zu hinterlassen.
Ausser man hat vor eine Implosion herbeizuführen die man politisch aussitzt und den sicherheitspolitischen Gau zusammen mit einem bankrotten BMI dann dem Nachfolger 2018 überlässt, ist ja auch nicht abwegig.

Sozusagen müsste also das Bundesheer mMn einfach mal richtig gegen die Wand gefahren werden bevor sich wirklich was tut, nur wirds in Bananien wohl keinen Restart geben da der Rückhalt in Politik und bei der breiten Masse des Volkes einfach nicht gegeben ist.
Ausserdem hege ich die Befürchtung dass die im September zu erwartenden Änderungen nur weitere Lippenbekenntnisse sein werden.

Ich glaube nichts mehr was der Generalstab und der Herr BM von sich geben, bevor ich es nicht sehe, bis dahin gilt bei mir die Schuldsvermutung.

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Re: Verteidigungsbudget 2014/2015 - ein neuer Negativrekord!

Beitrag von theoderich » 31. Jul 2014, 14:07

Dr4ven hat geschrieben:Ich bin aber auch der Meinung dass man politisch ohne Weiteres gewisse Änderungen herbeiführen könnte ohne am Ende eine reine Heugabelinfanterie mit selbstverwaltenden Wasserkopf zu hinterlassen.
Ausser man hat vor eine Implosion herbeizuführen die man politisch aussitzt und den sicherheitspolitischen Gau zusammen mit einem bankrotten BMI dann dem Nachfolger 2018 überlässt, ist ja auch nicht abwegig.


Das könnte man schon. Bloß gibt es keinen Willen dazu, weder bei der Bundesregierung, noch beim Nationalrat. In der Schweiz hat das Parlament vom Bundesrat eine Budgeterhöhung für die Armee eingefordert, in Österreich werden Entschließungsanträge zur Verbesserung der finanziellen Lage des BMLVS regelmäßig entweder mit breiter Mehrheit abgeschmettert oder man lässt sie verfaulen. Und Interesse an einem neuen Dienstrecht und effizienten Strukturen hat ohnehin niemand - ein Viertel der Abgeordneten will eine solide Basis für das Bundesheer und der Rest will entweder den jetzigen Jammerzustand beibehalten bzw. noch verschlimmern oder das Militär komplett abschaffen:

    keine weiteren Budgetkürzungen im Bereich der Miliz (536/UEA)

    22.12.2010 91. Sitzung des Nationalrates: Unselbständiger Entschließungsantrag abgelehnt

    Dafür: F, B, dagegen: S, V, G (dafür Andere)



    Dringlicher Antrag der Abgeordneten Dr. Peter Fichtenbauer, Kolleginnen und Kollegen betreffend die budgetäre Zersetzung des österreichischen Bundesheeres

    Dringlichen Antrag

    Der Nationalrat wolle beschließen:

    „Der Bundesminister für Landesverteidigung und Sport wird aufgefordert, die gescheiterten Verhandlungen mit dem Bundeminister für Finanzen hinsichtlich des zu beschließenden Budgets für Landesverteidigung unverzüglich wieder aufzunehmen und für das Landesverteidigungsbudget jeweils für das Jahr 2009 und das Jahr 2010, ein Budget vonmindestens 2,86 Milliarden Euro, also mindestens 1 Prozent des BIP Österreichs, sicher zu stellen.

    Zudem soll eine Anschubfinanzierung in der Höhe von einer Milliarde Euro zur Umsetzung der Bundesheerreform bereit gestellt werden.“

    26.02.2009 14. Sitzung des Nationalrates: Entschließungsantrag abgelehnt

    Dafür: F, B, dagegen: S, V, G



    die Vorlage eines Berichts über den Zustand des Bundesheeres (112/A(E))


      Bericht des Landesverteidigungsausschusses über den Situationsbericht (III-73 d.B.) 1996 des Bundesministers für Landesverteidigung, über den Antrag 112/A(E) der Abgeordneten Hans Helmut Moser und Genossen betreffend die Vorlage eines Berichts über den Zustand des Bundesheeres

      Bei der Abstimmung hat der Landesverteidigungsausschuß mit Stimmenmehrheit beschlossen, dem Hohen Hause die Kenntnisnahme dieses Berichtes zu empfehlen.

      Der Entschließungsantrag 112/A(E) gilt als miterledigt.



Vor drei Jahren wurde durch die FPÖ ein Entschließungsantrag zur Sonderfinanzierung von Auslandseinsätzen eingebracht - bezeichnenderweise ist dieser durch den Nationalrat bis heute nicht erledigt worden. Dasselbe gilt für einen vor sechs Jahre alten Entschließungsantrag zur Erhöhung des Verteidigungsbudgets, einen ähnlichen Antrag, der vor mittlerweile 15 Jahren eingebracht wurde und einen mittlerweile vier Jahre alten Antrag zur Sonderfinanzierung von Truppenunterkünften:


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Re: Verteidigungsbudget 2014/2015 - ein neuer Negativrekord!

Beitrag von theoderich » 07. Aug 2014, 14:30

Das passt wirklich perfekt zur österreichischen sogenannten "Sicherheitspolitik":


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Re: Verteidigungsbudget 2014/2015 - ein neuer Negativrekord!

Beitrag von theoderich » 21. Aug 2014, 06:40

Offener Brief an Bundespräsident Dr. Heinz Fischer


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Re: Verteidigungsbudget 2014/2015 - ein neuer Negativrekord!

Beitrag von prefix » 21. Aug 2014, 14:18

DER KLUG-PLAN.

1. Die Eurofighter fliegen nur noch ab und zu, dann aber überraschend.
2. Die Panzer fahren, wenn ihnen überraschend Benzin gespendet wird.
3. Einer der Blackhawk-Hubschrauber erhält einen Ersatzteil. Damit kann er vielleicht fliegen.
4. Der Minister reformiert das Heer weiter. Damit wird es endgültig unberechenbar.
5. Die nächste Truppenübung findet im Rahmen des Villacher Faschings statt.
6. Der Feind ist damit völlig verunsichert und kommt - wenn überhaupt - nur noch überraschend.


Gefunden auf www.peterpilz.at - Eintrag vom 20.08.2014.

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