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ARGUMENTE FÜR EIN 'HEER WIE BISHER'

Landesverteidigung, Einsätze & Übungen, Sicherheitspolitik, Organisation, ...
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Doppeladler
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ARGUMENTE FÜR EIN 'HEER WIE BISHER'

Beitrag von Doppeladler » 09. Nov 2012, 09:44

Bereiten wir uns gemeinsam vor. Am 21. Jänner 2013 ist es zu spät. Unter diesem Motto rufen wir unsere Leserinnen und Leser auf, uns die für sie wichtigsten Argumente für die Wehrpflicht, bzw. für ein Berufsheer mitzuteilen. Jetzt seid Ihr am Wort – schreibt uns Eure Meinung! Dafür steht unser Forum, unser Facebook-Auftritt und unsere eMail-Box bereit (siehe unten).
Wir werden aus den häufigsten Nennungen und interessantesten Beiträgen eine Übersicht gestalten. In welcher Form hängt natürlich von den eingelangten Meinungen ab. Bitte haltet Euch kurz und prägnant.

Bis 5. Dezember sammeln wir Eure Wortmeldungen!

ARGUMENTE FÜR EIN 'HEER WIE BISHER'
In diesem Forum sammeln wir Fakten, die für die allgemeine Wehrpflicht sprechen. Auch Ideen, wie man dieses System verbessern kann sind natürlich willkommen, denn eine Weiterentwicklung ist immer notwendig.

Der Thread zum Berufsheer befindet sich hier: viewtopic.php?f=3&t=3068
Neben dem Forum sammeln wir Argumente auch per eMail (info@doppeladler.com; Betreff „Argumente Wehrpflicht“) und auf Facebook (http://www.facebook.com/DOPPELADLER/pos ... 4362665050)

Aktionsseite: http://www.doppeladler.com/da/oebh/argu ... ehrsystem/

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Re: ARGUMENTE FÜR EIN 'HEER WIE BISHER'

Beitrag von kuerassier » 12. Nov 2012, 15:14

Wehrpflicht und Neutralität sind die Grundpfeiler der Österreichsichen Sicherheitspolitik und fest in der Gesellschaft verankert. Sie sorgen beide dafür, dass die Sicherheit unseres Landes nicht von fremden Mächten abhängig ist.
Ein Berufsheer zieht nur solche Menschen an, denen man lieber keine Waffe in die Hand drücken möchte.

Dr4ven
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Re: ARGUMENTE FÜR EIN 'HEER WIE BISHER'

Beitrag von Dr4ven » 12. Nov 2012, 16:27

Die Wehrpflicht so wie sie jetzt ist kann auf keinen Fall so bleiben.

- man sollte nur noch 4 Einrückungstermine nutzen, aber ALLE Jungs untersuchen

- man sollte nur noch 7-8000 Rekruten im Jahr einziehen, das kann je nachdem auf Freiwilligenbasis, per Los oder mit einer Kombination daraus geschehen, dann aber MUSS man den Sold gehörig erhöhen.

- den Wehrdienst je nach Funktion auf 6 (Systemerhalter) bis 12 Monate erhöhen, Zivildienst 12 Monate damit sie wissen warum sie den Dienst an der Waffe verweigern

- Outsourcing von Teilen der Systemerhalter prüfen (auf KEINEN Fall die Wachen)

- mehr Zeitsoldaten einstellen, 4 Jahre pro Vertrag sind denke ich ein gutes Mass, man sollte es auch mind. 1 Mal verlängern können

- die Miliz MUSS wieder 2-4 Wochen im Jahr üben dürfen und müssen bei vollem Lohnausgleich, auf keinen Fall die 5000.- Jahresprämie!

- das Dienstrecht grundlegendst adaptieren und einen langfristigen Abbau der Beamten zum Ziel haben

- Offiziere ab Brigadier dürfen maximal 5 Jahre am selben Posten sitzen

- gesetzliche Regelung der Maximalanzahl von Generälen ab Brigadier

- gesetzliche Regelung dass die Personalkosten nicht 60% des Budgets überschreiten dürfen, steigen die Personalkosten, muss das Budget um diesen Anteil steigen

- Erhöhung des Budgets ab 2016 auf 3 Milliarden mit Anschubfinanzierung von 2 Milliarden über 3 Jahre verteilt (ja ich weiss dass ich träume, aber DAS wäre mindestens notwendig), danach ab 2020 3.5 Milliarden oder 1.2-1.5% des BiP.

Das wäre mein Wunschzettel ans Christkind. :)

Nikolaus
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Re: ARGUMENTE FÜR EIN 'HEER WIE BISHER'

Beitrag von Nikolaus » 12. Nov 2012, 23:59

Es tut mir leid, wenn ich mich hier gegen die Beibehaltung der Wehrpflicht aussprechen muss.

    1. Die derzeitige und mittelfristig wahrscheinliche Sicherheitslage unterscheidet sich völlig von jener, unter der die Wehrpflicht eingeführt wurde. Ein militärischer Konflikt, der eine große Mobilmachungsstärke erfordern würde, ist faktisch auszuschließen.
    2. Die zunehmende Professionalisierung des Militärwesens erfordert Ausbildungszeiten, wie sie ein Wehrpflichtigensystem in einer europäischen Demokratie nicht erbringen kann.
    3. Die heute ausgebildeten Wehrpflichtigen sind mit Masse de facto nicht mehr feldverwendungsfähig, d.h. militärisch bedeutungslos.
    4. Die Beibehaltung der Wehrpflicht ist volkswirtschaftlicher Unsinn, da sie einerseits die Ausbildung Höherqualifizierter unterbricht bzw. geringer Qualifizierte in jungen Jahren vom Arbeitsmarkt nimmt. Insgesamt nimmt die jeden Wehrpflichtigen für mindestens 8 Monate aus der Wertschöpfung heraus.
    5. Die Wehrpflicht ist nicht geschlechtergerecht. Männliche Staatsbürger haben hier einen klaren Nachteil gegenüber ihren weiblichen Mitbürgern, der durch nichts zu rechtfertigen ist.
    6. Die Beibehaltung der Wehrpflicht ermöglicht die Aufrechterhaltung des Zivildiensts, der eine substantielle Verbesserung des Rettungs- und Sanitätswesens, sowie anderer sozialer Hilfsleistungen verhindert. Ebenfalls stellt sich hier wieder die Gerechtigkeitsfrage.
    7. Die derzeitige Wehrpflicht ist ungerecht, da sich ein erheblicher Teil der Wehrpflichtigen der Wehrgerechtigkeit entziehen kann (z.B. ein großer Teil der aktiven Politiker)
    8. Die Wehrpflicht bindet im Bundesheer ohnehin sehr knappe Mittel für die Ausbildung von im Endeffekt nicht einsetzbaren Soldaten
    9. Angesichts des realen Nutzens, des fast nicht vorhandenen Bedarfs und der problematischen Gerechtigkeitslage halte ich die Wehrplicht heute für einen nicht mehr zu rechtfertigenden Eingriff in die individuelle Freiheit der männlichen Staatsbürger.

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Doppeladler
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Re: ARGUMENTE FÜR EIN 'HEER WIE BISHER'

Beitrag von Doppeladler » 13. Nov 2012, 09:18

Nikolaus hat geschrieben:Es tut mir leid, wenn ich mich hier gegen die Beibehaltung der Wehrpflicht aussprechen muss.

Niemand braucht sich hier für seine ehrlich vorgebrachte Meinung entschuldigen! Erst recht nicht, wenn er/sie sie mit Argumenten stützt.

Raveman
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Re: ARGUMENTE FÜR EIN 'HEER WIE BISHER'

Beitrag von Raveman » 13. Nov 2012, 09:19

Ich kann mich den Argumenten von Nikolaus nur anschließen. Ich spreche mich ebenfalls für ein Berufsheer aus. Sollte nach der Abstimmung das bisherige Modell bestehen bleiben, dann spreche ich mich für eine umfassende Reform, wie sie Dr4ven fordert, aus.

Meine wichtigsten Argumente gegen das bisherige Modell:

1.) Die derzeitige Sicherheitslage erfordert keine Wehrpflicht.

2.) Die Ausbildung auf komplexen Waffensystemen geht sich in der kurzen Zeit nicht aus. Abgesehen davon rüsten die GWDs kurz nach der Ausbildung wieder ab und es finden keine weiteren Übungen zur Aufrechterhaltung des Erlernten statt.

3.) Die Ausbildung von GWDs bindet Resourcen.

theoderich
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Re: ARGUMENTE FÜR EIN 'HEER WIE BISHER'

Beitrag von theoderich » 13. Nov 2012, 09:37

    1.) Der momentan diskutierte Ansatz "auf Biegen und Brechen" mit einem Kostenrahmen von 2,005 Mrd. EUR (Budget 2013) auszukommen und damit sowohl die Übergangsphase, als auch Personal, Betrieb und Investitionen danach finanzieren zu können, ist illusorisch. Im Bundesfinanzrahmen sind für 2016 nur noch Mittel von ca. 1,9 Mrd. EUR vorgesehen. Die Anschubfinanzierung für die Umstellung auf ein Berufs- bzw. Freiwilligenheer wird definitiv nicht zur Verfügung gestellt werden und ist auch durch den verbindlichen Bundesfinanzrahmen ausgeschlossen.

    2.) Es fehlen Konzepte für die Umsetzung eines Berufs- bzw.Freiwilligenheeres. Es gibt keine Gesetzesentwürfe über die diskutiert wird, niemand weiß wie Überstandspersonal abgebaut werden soll. Wie sieht ein wirksames Werbekonzept aus? Welche Maßnahmen werden getroffen, um Berufs- und Zeitsoldaten am Ende ihrer Laufbahn wieder ins Zivilleben zu integrieren? Wie gedenkt man das Problem der Pragmatisierung zu bewältigen? Welche Struktur soll ein Bundesheer nach diesem Muster haben (Von den koalitionär abgestimmten 55.000 Mann Mobstärke müsste man sich zwangsläufig verabschieden und auf maximal 15.000 - 25.000 Mann reduzieren. Damit ist die Verfügbarkeit von ca. 12.500 Mann für großflächige Assistenzen ausgeschlossen, wie auch Aufgaben der Landesverteidigung.)?

    3.) Die Rekrutierung von Personal wird mit hohen Kosten verbunden sein und birgt das Risiko, dass man die Anforderungen senken muss, um ausreichend Rekruten zu bekommen.

    4.) Beim Umbau auf ein Berufsheer sind z.B. auch Veränderungen bei der Infrastruktur der Kasernen erforderlich, deren Finanzierung derzeit keinesfalls abgedeckt ist. Durch Kasernenschließungen und -verkäufe können diese Kosten nicht kompensiert werden.

    5.) Ein Berufs- bzw. Freiwilligenheer ist für personalintensive Aufgaben wenig geeignet. Die gesetzlich und verfassungsmäßig vorgeschriebene Landesverteidigung kann nicht mehr erfüllt werden (Auch wenn diese schon heute mangels Ausrüstung und Ausbildung mehr oder weniger illusorisch ist.), ebensowenig wie Assistenzeinsätze im Rahmen der Katastrophenhilfe oder des Objektschutzes. Man müsste dazu zusätzliche Mittel lukrieren um die Budgets von Feuerwehren und Polizei aufzustocken und es ist sehr wahrscheinlich, dass dafür das Verteidigungsbudget um mehrere hundert Millionen Euro gekürzt werden würde, was zwangsläufig wieder zur Sinnfrage führt.

    6.) Mit der Umstellung auf ein Berufs- bzw. Freiwilligenheer geht mit der Miliz ein Reservoir für die Auslandseinsätze verloren. Ob eine "Freiwilligenmiliz" ausreichend Interessenten anlockt, die dann auch bleiben und sich engagieren, ist fraglich.

    7.) Der Technisierungsgrad und die Verfügbarkeit von komplexen Waffensystemen ist im ÖBH derzeit (und mangels ausreichender Budgetierung auch in Zukunft) so gering, dass mit dem aktuellen Stand an Berufssoldaten das Auslangen gefunden werden kann.

    8.) Die Aufwuchsfähigkeit im Ernstfall ist bei unzureichender Befüllung der Freiwilligenmiliz nicht mehr gegeben. Wie die Einbindung so einer Miliz in eine (wenn auch derzeit unwahrscheinliche) Territorialverteidigung erfolgen soll, ist ungeklärt.

    9.) Das zumindest bis 2016 maßgebliche "Streitkräfteprofil F2" legt keinen Schwerpunkt auf Auslandseinsätze ("Robuste" Missionen sind nur in "begrenztem, nicht durchhaltefähigem Umfang" geplant. Kampfmissionen werden völlig ausgeschlossen, die Aufmarschräume müssen bereits gesichert sein. Nur die Teilnahme an EUBG muss in jedem Fall möglich sein.), sondern auf "militärischen Schutzeinsatz" und Assistenzeinsätze zur Katastrophenhilfe, beides im Inland.

Für ein "Heer wie bisher" bin ich ganz und gar nicht. Man sollte z.B. die Einrückungstermine drastisch reduzieren (25.000 Grundwehrdiener pro Jahr einzuziehen, von denen nur ein kleiner Prozentsatz militärisch ausgebildet wird, ist sinnlos.) und gleichzeitig Mittel für den Ersatz von Systemerhaltern mit Zivilpersonal freimachen. Das wäre auch bei der Umstellung auf ein Berufs- bzw. Freiwilligensystem notwendig.

Zuletzt geändert von theoderich am 13. Nov 2012, 11:47, insgesamt 16-mal geändert.

Weinviertler
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Re: ARGUMENTE FÜR EIN 'HEER WIE BISHER'

Beitrag von Weinviertler » 13. Nov 2012, 09:39

Hallo Leute!

Der von den wehrrechtlichen Normen abgeleitete derzeitige Auftrag de Österreichischen Bundesheeres erfordert eine relativ kleine Anzahl von Soldaten für den Auslandseinsatz und eine recht große Anzahl von Soldaten für die Inlandsaufgaben Landesverteidigung, Sicherheitsaufgaben im Inneren und Katastrophenhilfe!

Mit den Finanzmitteln - welche tendenziell noch abnehmen werden -, die die österreichische Politik dem Österreichischen Bundesheer zur Verfügung stellt, kann man nach dem Umstieg auf ein Berufs/Freiwilligenheer keine ausreichenden Personalstärken für diese vier Aufgaben bereitstellen! Die Folge wäre nämlich eine Bonsaiarmee - wir wissen, das ist eine mit dem Ziel des Kleinwuchses geschnittene Pflanze!

Die Beurteilung der Rechtslage, Finanzlage und des Auftrages spricht für die Beibehaltung der Wehrpflicht! Allerdings wäre im Grundwehrdienst das Erreichen einer infanteristischen Basisqualifikation - bestehend aus Gefechtstechnik, Sport und Schießen - für jeden Grundwehrdiener zu forcieren, um eine Verwendung jedes Grundwehrdieners als Sicherungsjäger zu ermöglichen!


Beste Wünsche und viele Grüße

Euer Weinviertler

Dr4ven
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Re: ARGUMENTE FÜR EIN 'HEER WIE BISHER'

Beitrag von Dr4ven » 13. Nov 2012, 10:58

2 Dinge sind mir ad hoc noch in den Sinn gekommen, da das Argument dass der Wehrpflichtige nach seinem Dienst keinen Wert mehr im jetzigen System hat, mMn schon STIMMT.

- Es gab mal 6+2 Monate, das könnte man erweitern indem man 8+4 Monate mit vollem Lohnausgleich draus macht.

- Der Arbeitgeber muss dafür vermehrt finanzielle Anreize bekommen (niedrigere Lohnnebenkosten) oder sonstige Privilegien, speziell oder insbesondere bei Kleinbetrieben wo das fehlen des Mannes schwerer ins Gewicht fällt.

- man könnte auch darüber diskutieren die Lohnsteuer und Sozialversicherungsabgaben dieser Männer zu kürzen und ihnen somit zu einem höherem Nettogehalt verhelfen, was einer Prämie gleichkommt, dasselbe gilt dann auch für die reguläre Miliz um keine Neidgesellschaft zu fördern.

Nur weil es diese Ideen in der EU eventuell nicht so gibt, heisst das nicht dass wir hier auch Vorreiter sein könnten...ich bin kein Fan vom abschauen wenns der Andere schlechter macht.

gs
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Re: ARGUMENTE FÜR EIN 'HEER WIE BISHER'

Beitrag von gs » 13. Nov 2012, 14:38

Einen Grund für die Akzeptanz des Bundesheeres (Wehrpflicht) in der Bevölkerung kann man nicht nur bei Katastrophenhilfen, sondern auch bei BH-Veranstaltungen (z.B. Heldenplatz) insoferne sehen, dass man Aussagen von stolzen Eltern wie: "Da ist unser Bub´" hören kann. Damit wird eine persönliche Beziehung zwischen Bürgern und Soldaten aufgebaut. Bei einem Berufsheer werden die Soldaten unpersönlicher, und es könnten sich in Konfliktsituationen viel schneller Agressionen gegen das Heer aufbauen, wie das ja im vorigen Jahrhundert schon passiert ist.

Grüße gs

Weinviertler
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Re: ARGUMENTE FÜR EIN 'HEER WIE BISHER'

Beitrag von Weinviertler » 08. Jan 2013, 19:15

Hallo Leute!

Abgeleitet aus den wehrrechtlichen Quellen hat das Österreichische Bundesheer vier Aufgabenbereiche: Landesverteidigung - in Zukunft auch Cyberwar, Auslandseinsätze, Katastrophenhilfe - in Zukunft auch bei Cyberwarfolgen - und Sicherheitseinsätze im Inneren - speziell Sicherung kritischer Infrastruktur gegen Schießterror und Cyberterror.

Daraus ergibt sich, daß das Österreichische Bundesheer relativ wenige Soldaten für Auslandseinsätze - optimalerweise im Highperformancebereich - und recht viele Soldaten für die Inlandsaufgaben - Highperformancebereich toll, aber hauptsächlich Lowperformancebereich - braucht!

Mit dem Geld, das die Politik dem Österreichischen Bundesheer gibt - es wird tendenziell moch weniger werden - lassen sich niemals genug Berufs-, Zeitsoldaten oder wie man es sonst noch nennen will, finanzieren. Wünschenswert wäre natürlich eine größere Anzahl von Zeitsoldaten und Milizsoldaten mit längerer Übungszeit - aber für mehr Zeitsoldaten bedarf es eines "Gesamtpaketes" für Einstieg, Dienst und Ausstieg und für mehr Milizsoldaten mit längerer Übungszeit bedarf es eines "Gesamtpaketes" für die Vereinbarkeit mit dem Zivilberuf! Nichts - aber auch schon gar nichts - in der österreichischen Politik gibt mir Hoffnung, daß diese unabdingbaren Rahmenbedingungen, die natürlich mehr Geld als bisher erfordern, kommen!

Die fachlich richtige Umstellung einer Armee vom Wehrpflichtigensystem zum Freiwilligensystem dauert ein Jahrzehnt - denn einer anwachsenden Anzahl an Freiwilligen muß dabei eine abnehmende Anzahl von Wehrpflichtigen gegenüberstehen, om die Armee funktionsfähig zu erhalten. Nichts - aber auch schon gar nichts - lässt mich auf einen fachlich richtigen Systemwechsel durch die österreichische Politik hoffen! Zur Erinnerung - die österreichische Politik hat bis jetzt noch jede Heeresreform durch mangelnde Finanzierung vergeigt!

Das Österreichische Bundesheer würde nach der Aussetzung oder Abschaffung der Wehrpflicht eine Bonsaiarmee - Ihr wißt schon, das ist eine Pflanze mit einem Schnitt, der unnatürlichen Kleinwuchs sichern soll! Deshalb ist ein Ja zur Wehrpflicht ein Ja zu Schadensminimierung für das Österreichische Bundesheer!

Beste Wünsche und viel Grüße

Euer Weinviertler
Zuletzt geändert von Weinviertler am 09. Jan 2013, 21:59, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: ARGUMENTE FÜR EIN 'HEER WIE BISHER'

Beitrag von theoderich » 08. Jan 2013, 19:31

Gute Argumente für eine Beibehaltung der Wehrpflicht finden sich auch in der Profilvariante F2, der wesentlichen strategischen Grundlage für die nächsten Jahre:

      Streitkräfteprofil F 2

      3. Verteidigungspolitische Aufgabengewichtung

      Das Schwergewicht dieses Streitkräfteprofils liegt auf den Strategieelementen militärischer Schutzeinsatz, AssE/KatHi, Stabilisierungsoperationen und strategische Handlungsreserve sowie Antizipation. Dies geht einher mit einer Redimensionierung der Fähigkeiten in nahezu allen anderen Bereichen, speziell bei der Territorialverteidigung sowie dem Schutz vor Bedrohungen aus der Luft und in Bezug auf die bisher verfolgte generelle Ausrichtung des ÖBH auf robuste Krisenmanagementeinsätze.


      Assistenzfähigkeit

      Fähigkeitsverbesserungen für den Assistenzeinsatz zur Katastrophenhilfe, insbesondere durch den „Dual use“ militärischer Güter, sowie – mit einer moderaten Steigerung der technischen Komponente - der Erhalt der bestehenden Fähigkeiten zum Schutz sind bestimmend. Die Miliz dient der Ergänzung der Präsenzkräfte, als Rekrutierungsbasis für internationale Stabilisierungsoperationen und als Beitrag für den Expertenpool für Einsätze im Rahmen der kooperativen
      Sicherheitspolitik.


      Militärischer Schutzeinsatz

      Im Rahmen des militärischen Schutzeinsatzes stellt das ÖBH spezifische – in ressortübergreifender Abstimmung zu konkretisierende - Leistungen und Fähigkeiten zur Verfügung (z.B.: Ordnungsdienste (Militärpolizei), durchhaltefähige ressortübergreifende Führungsstrukturen und/oder ABC-Abwehr).

      Diese Fähigkeiten werden im Wesentlichen aus gegenwärtig bestehenden Strukturen abgebildet. Die Miliz ist entweder zur Verstärkung präsenter Verbände in diese eingebunden, oder es werden eigene Verbände bzw. Einheiten in ihrer Gesamtheit aus der Miliz aufgeboten.


      Internationale Einsätze

      Bei Auslandseinsätzen im multinationalen Verbund wird den Erfordernissen des Einsatzes in einem mittleren Bedrohungsbild mit einer entsprechenden Fähigkeitsverbesserung im mobilen und stationären Eigenschutz Rechnung getragen, außerdem wird die im Anlass geforderte Durchhaltefähigkeit sichergestellt. Defensive und offensive Verfahren werden auch bei Einsätzen mittlerer Intensität zum Zweck des Kampfes gegen irreguläre, infanteristische Kräfte zu beherrschen sein. In begrenztem Umfang sind für robuste Einsätze, Evakuierungsoperationen (auch in nicht-kooperativem Umfeld)) und humanitäre Operationen rasch verfügbare, mit hohen Individual und Kollektivschutz versehene Kräfte für die Erfüllung spezifischer Aufgaben in einem multinationalen Verbund vorzuhalten.

      Die Logistik für die Auslandseinsätze hat sich an der international geforderten Autarkie von 30 Tagen zu orientieren, wobei davon auszugehen ist, dass die Durchhaltefähigkeit der eingesetzten Kräfte mit Ausnahme von Evakuierungsoperationen immer im multinationalen Verbund sichergestellt wird.


      Strategieelement 4: AssE/Katastrophenhilfe

      Option A: Aufbietung der Miliz / ressourcenabhängige Verbesserung der Fähigkeiten

      Sicherstellung im machbaren Umfang unter Rückgriff auf Miliz unter aus anderen militärischen Kernaufgaben abgeleiteter Verbesserung der KatHilfe-Fähigkeiten (insbesondere ABC-Abwehr, Führungs- und Kommunikationsfähigkeit, Pionier- und Transportaufgaben, Such- und Rettungsdienst, Bevölkerungsschutz, Sanität, Schutz KRITIS, technologische Überwachung, spezialisierte Infanterie, Ausbildung)

      Strategieelement 5: Sicherheitspolizeilicher AssE

      Option C: Präsente Verbände für einfache Aufgaben

      Im Rahmen des sihpol Assistenzeinsatzes beschränkt sich das ÖBH grundsätzlich auf eher einfache Ordnungsaufgaben (z.B.: Objektschutz, Raumschutz). Hier ist ein großräumiger Einsatz der Kräfte möglich


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Re: ARGUMENTE FÜR EIN 'HEER WIE BISHER'

Beitrag von Weinviertler » 15. Jan 2013, 19:11

Hallo Leute!

Seit Sonntag gibt es glasklare Klarheit, was passiert, wenn die Volksbefragung am 20. Jänner für ein Berufsheer ausgeht! Seit Sonntag wissen wir definitiv, daß Verteidigungsminister Darabos in diesem Fall die Wehrpflicht mit 01. Jänner 2014 aussetzen will! Es wird also keine für eine fachlich richtige Umstellung auf ein Berufs-/Freiwilligenheer unbedingt notwendige mehrjährige Umstellungsphase geben!

Das bedeutet, daß das Österreichische Bundesheer mit dem dann verfügbaren Personal mehrere Jahre lang nicht die vom österreichischen Wehrrecht geforderten Leistungen erbringen kann! Nach diesen Erkenntnissen vom Sonntag ist ein Ja zur Wehrpflicht mehr denn jemals zuvor ein Ja zur Schadensminimierung für das Österreichische Bundesheer!

Beste Wünsche und viele Grüße

Euer Weinviertler

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Re: ARGUMENTE FÜR EIN 'HEER WIE BISHER'

Beitrag von Dr4ven » 15. Jan 2013, 19:54

Fairerweise muss man anmerken dass Spindelegger ganz offen sagte dass es bei der Beibehaltung der Wehrpflicht nicht mehr Geld geben wird, was ich persönlich auch nicht unbedingt motivierend fand dafür zu stimmen.

Man wählt sozusagen - und auch nach deinem Argument - also nur das geringere Übel.

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Re: ARGUMENTE FÜR EIN 'HEER WIE BISHER'

Beitrag von theoderich » 15. Jan 2013, 20:10

Dr4ven hat geschrieben:Man wählt sozusagen - und auch nach deinem Argument - also nur das geringere Übel.


Anders ausgedrückt: Man wählt, ob das Bundesheer einen schnellen Tod sterben soll (Berufsheer) oder einen langsamen (Wehrpflicht). Denn für beide Varianten ist die Finanzierung kaum bis gar nicht gegeben. In zwei bis drei Jahren ist sowieso Schluss - dann fressen Personal- und Betriebskosten 100% des Budgets. Dann hat man nur drei Möglichkeiten:

    Eine drastische Budgeterhöhung um mehrere hundert Millionen Euro (Das ist auszuschließen.).
    Eine weitere Reduktion der Mobstärke (Vielleicht auf 10.000 - 20.000 Mann. Eigentlich kann man sich heute schon nur noch ca. 25.000 Mann leisten.).
    Aufgabe der Landesverteidigung

Antworten
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