ARGUMENTE FÜR BERUFSHEER

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Doppeladler
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ARGUMENTE FÜR BERUFSHEER

Beitrag von Doppeladler » 09. Nov 2012, 09:44

Bereiten wir uns gemeinsam vor. Am 21. Jänner 2013 ist es zu spät. Unter diesem Motto rufen wir unsere Leserinnen und Leser auf, uns die für sie wichtigsten Argumente für die Wehrpflicht, bzw. für ein Berufsheer mitzuteilen. Jetzt seid Ihr am Wort – schreibt uns Eure Meinung! Dafür steht unser Forum, unser Facebook-Auftritt und unsere eMail-Box bereit (siehe unten).
Wir werden aus den häufigsten Nennungen und interessantesten Beiträgen eine Übersicht gestalten. In welcher Form hängt natürlich von den eingelangten Meinungen ab. Bitte haltet Euch kurz und prägnant.

Bis 5. Dezember sammeln wir Eure Wortmeldungen!

ARGUMENTE FÜR EIN BERUFSHEER
Hier werden alle Fakten gesammelt, die für ein Berufsheer sprechen. Nachdem es sich um eine Neueinführung handeln würde, sind alle Argumente willkommen.

Der Thread zur Wehrpflicht befindet sich hier: viewtopic.php?f=3&t=3069
Neben dem Forum sammeln wir Argumente auch per eMail (info@doppeladler.com; Betreff „Argumente Berufsheer“) und auf Facebook (http://www.facebook.com/DOPPELADLER/pos ... 293131640#)

Aktionsseite: http://www.doppeladler.com/da/oebh/argu ... ehrsystem/

Dr4ven
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Re: ARGUMENTE FÜR BERUFSHEER

Beitrag von Dr4ven » 13. Nov 2012, 10:45

Auf Grundlage folgender Fakten kommt ein Berufsheer - für mich - nicht in Frage:

- das Budget

- die derzeitige gesetzliche Lage ohne einer auch nur ansatzweise kommunizierten Lösung seitens der Politik

- das Dienstrecht ohne auch nur ansatzweise politisch kommunizierten notwendigen Änderungen daran

Das sind 3 grundlegende Totschlagargumente, ohne deren Lösungen man erst gar nicht weiterreden braucht.

Alles Andere ist gelogen, reiner Gesetzesbruch und in meinen Augen sogar Verrat am Vaterland.

innsbronx
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Re: ARGUMENTE FÜR BERUFSHEER

Beitrag von innsbronx » 13. Nov 2012, 12:28

Der Thread heißt "FÜR" und nicht "GEGEN" und wenn jetzt schon schwachsinn wie "Verrat am Vaterland" kommt, dann erübrigt sich eh die Diskussion.

theoderich
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Re: ARGUMENTE FÜR BERUFSHEER

Beitrag von theoderich » 13. Nov 2012, 12:39

Innsbronx hat geschrieben:Der Thread heißt "FÜR" und nicht "GEGEN"


      Implikationen eines Freiwilligenheeres für den österreichischen Arbeitsmarkt
      Gudrun Biffl
      2001

      Der wesentliche Unterschied zwischen dem System der Wehrpflicht und dem einer Freiwilligenarmee besteht darin, dass das Individuum, in der Regel ein junger Mann, im Fall einer Freiwilligenarmee aus individuellen Kosten-Nutzenüberlegungen den Beruf eines Soldaten ergreift. Die Höhe des Arbeitskräfteangebotes an Freiwilligen wird von den Alternativen abhängen, insbesondere von der Entlohnung und anderen Arbeitsbedingungen bei der Armee im Vergleich mit anderen Berufen. Die Möglichkeit der Berufswahl bedeutet Wettbewerb mit den Alternativen, d. h. die effiziente Nutzung von vorhandenem Personal und die laufende Verbesserung der Arbeitsbedingungen, um auch künftig Soldaten anwerben zu können.

      Im Gegensatz dazu verliert im System der Wehrpflicht der Knappheitsfaktor für eine bestimmte Komponente des Militärs an Bedeutung. Wehrpflichtige haben nur die Wahl, eine bestimmte Zeit lang Militärdienst zu verrichten oder sich für den Zivildienst zu verpflichten. Das bedeutet sowohl eine ineffiziente Nutzung des Faktors Arbeit als auch eine Verzerrung der relativen Kosten von Kapital (Technologie) und Arbeit. Daraus ist abzuleiten, dass in gewissen Segmenten eher arbeitsintensive Technologien zum Einsatz kommen statt kapitalintensiverer neuer Technologien.


      Ein internationaler Vergleich von Ländern mit einem Freiwilligenheer (USA, Großbritannien, Belgien, Niederlande) zeigt, dass die Wasser- und Luftstreitkräfte keinerlei Probleme haben, ausreichend Freiwillige zu rekrutieren, während die Landstreitkräfte zeitweise einer Knappheit an Freiwilligen gegenüberstehen. In den USA (Cooper, 1977, Crane − Wise, 1987, Canby, 1977) wurde die Verknappung des Angebotes an freiwilligen Landstreitkräften u. a. durch technologische Neuerungen bekämpft, indem etwa für einfache Arbeiten Maschinen eingesetzt wurden. Das hatte nicht nur eine Verringerung des Bedarfs an Soldaten zur Folge, sondern erhöhte gleichzeitig das Angebot an Freiwilligen, da sich der Ruf der Arbeit eines Soldaten verbesserte (weniger Schmutz und Langeweile).

      Ein wesentliches Merkmal des Systems der Freiwilligenarmee ist das Bewusstsein, dass Arbeitskräfte − insbesondere mit höherer Qualifikation − knapp sind. Das wird besonders in der Phase des Übergangs von einem System der Wehrpflicht zu einem Freiwilligenheer deutlich. Um genügend Soldaten anwerben zu können, müssen meist die Selektionsstandards gesenkt werden. Selektioniert wird mittels standardisierter physischer und psychischer Tests sowie Intelligenztests. Dabei können im Wesentlichen zwei Typen von Fehlentscheidungen getroffen werden [Die Unterscheidung der Fehlentscheidungen basiert auf Überlegungen von Becker (1971) zur statistischen Diskriminierung.]:

        • Eine Person wird infolge einer Gruppenzugehörigkeit mit hohem Tauglichkeitsgrad aufgenommen, obwohl das Individuum nicht tauglich ist.

        • Eine Person wird aufgrund einer gruppenspezifisch hohen Wahrscheinlichkeit der Untauglichkeit abgelehnt, obwohl das Individuum tauglich ist.

      Insbesondere die zweite Fehlentscheidung wird dann häufig auftreten, wenn Tests nicht berücksichtigen, dass kultur- oder schichtenspezifische Faktoren, z. B. fehlender Zugang zu guter Schulbildung, für unterdurchschnittliche Testergebnisse mitverantwortlich sein können.

      Nach Erfahrungen aus den USA sind geringe Anforderungen an die Rekruten bei der Aufnahme nicht gleichbedeutend mit einer Verschlechterung der Leistungen des Militärs. Ein gutes Ausbildungs- und Trainingsprogramm ermöglicht auch Personengruppen mit schlechter Anfangsqualifikation das Aufholen gegenüber dem Durchschnitt oder sogar den Bestqualifizierten. Indem in den USA verstärkt auch aus unterprivilegierten Schichten, ethnischen Minderheiten und Immigranten rekrutiert wurde, eröffneten sich diesen Personengruppen bessere Erwerbs- und Lebenschancen auf dem zivilen Arbeitsmarkt, d. h. ihre Reintegration in den Arbeitsmarkt nach dem Militärdienst wurde erleichtert und ihr gesellschaftlicher Aufstieg gefördert.


      Die Frage der Knappheit des Arbeitskräfteangebotes zwingt zur Überlegung, in welchem Maße bestimmte Aufgaben nur von Militärpersonal oder auch von Zivilpersonal erfüllt werden können. In einem Freiwilligenheer wie in den USA oder den Niederlanden entfallen etwa die Hälfte der Arbeitsplätze auf rein militärische Tätigkeiten, die also potentielle Kampfhandlungen involvieren. Die andere Hälfte entfällt auf unterstützende Funktionen, die prinzipiell von Zivilen übernommen werden können.

      In Österreich hingegen stellt das Zivilpersonal mit rund 9.000 Personen (2000) nur ein Drittel der rund 27.000 Beschäftigten des Verteidungsministeriums. In dieser Summe sind die Grundwehrdiener nicht berücksichtigt (1999: 32.100): Zählt man die Grundwehrdiener zum Militärpersonal, dann beträgt der Anteil des Zivilpersonals unter 20%. In allen Ländern, die von einem System der Wehrverpflichtung auf ein Freiwilligenheer übergingen, verringerte sich im Gefolge der Umstellung der Anteil des Militärpersonals zugunsten des Zivilpersonals.

      Der Wandel der Aufgaben des Militärs weg von Kriegseinsätzen hin zu Krisen- und Katastropheneinsätzen, UNO-Einsätzen usw. legt die Einführung eines Berufsheeres nahe. Für solche Einsätze wird meist militärisches Wissen verbunden mit friedenserhaltenden humanitären Qualifikationen benötigt, etwa Reparatur oder Wiederaufbau von öffentlichen Straßen, Installationen, Häusern, Wasser- und Stromversorgung, Telekommunikation usw. (Bestimmte Spezialaufgaben jedoch, wie z. B. die Bergung des verunglückten Nuklearunterseebootes Kursk in der Barentsee, können meist nicht vom Militär erbracht werden, sondern erfordern den Einsatz von Spezialisten aus der Privatwirtschaft. Solches Fachwissen in der Armee zu entwickeln, widerspräche allen Wirtschaftlichkeitsüberlegungen.). Ein achtmonatiger Grundwehrdienst reicht meist nicht aus, um diese komplexen Qualifikationen zu vermitteln.

      In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage nach dem Grad des Einsatzes weiblicher Arbeitskräfte. Dank des technologischen Fortschritts ist in relativ wenigen Bereichen oder Tätigkeiten noch körperliche Kraft eine Vorbedingung für die Aufgabenerfüllung. Am ehesten wird dies in der Infanterie der Fall sein, nicht jedoch bei den See- und Luftstreitkräften bzw. den "Support"-Diensten.


      Die Lösung des Problems der Knappheit des Faktors Arbeit im Fall eines Freiwilligenheers ist demnach nicht nur in einer Anhebung der Löhne zu suchen (gerade die Anhebung der Löhne im unteren Qualifikationssegment kann sehr teuer kommen, da sie das gesamte Lohn- und Karrieregefüge verändert), sondern in einem komplexen Reformprogramm:

        • Über technologische Neuerungen soll der relative Einsatz von Kapital zu Arbeit zugunsten des Kapitals verschoben werden (arbeitsparender technischer Fortschritt im Militär).

        • Die Aufteilung der Aufgaben auf ziviles und militärisches Personal soll zugunsten des Zivilpersonals verändert werden.

        • Investitionen in eine Erleichterung der physischen Anforderungen an die Soldaten eröffnen Möglichkeiten, vermehrt Frauen einzusetzen.

        • Ein differenziertes Aus- und Weiterbildungsprogramm kann unqualifizierten Jugendlichen eine Verbesserung der Erwerbschancen bieten.

        • Die Substitution von unerfahrenem Personal (Grundwehrdiener) durch erfahrene Arbeitskräfte ist mit Produktivitätssteigerungen verbunden, die personalsparend wirken (Binkin − Kyriakopoulos, 1980).


      Für den Dienst in einem Freiwilligenheer bewerben sich hingegen nur jene Personen, deren Opportunitätskosten geringer oder gleich hoch sind wie der Sold beim Militär. Der "Deadweight Loss" der Gesellschaft aus dem System der Wehrpflicht resultiert somit daraus, dass auch Personen mit besonders hohen Opportunitätskosten zum Wehrdienst einberufen werden.

      Die sozialen Kosten des Grundwehrdienstes sind noch höher, wenn man berücksichtigt, dass der spätere Berufseinstieg der Jugendlichen oder die Unterbrechung der Erwerbstätigkeit durch den Wehrdienst einen negativen Effekt auf das Lohnniveau haben kann. Wenn man auf dem zivilen Arbeitsmarkt den Arbeitsplatz wechselt, wird der Markt die Dauer der ersten Tätigkeit nicht als lohnrelevant im Sinne der Abgeltung von Arbeitserfahrung ansehen, wenn auf dem neuen Arbeitsplatz die zuvor erworbenen Qualifikationen nicht genutzt werden können.

      Dasselbe gilt für die während des Wehrdienstes erworbenen Qualifikationen. Im Falle einer Einführung der Freiwilligenarmee sollte deshalb im Kontakt mit den Arbeitsmarktinstitutionen, insbesondere mit den Tarifpartnern eine Anrechnung solcher Qualifikationen erleichtert werden. Eine Koordination zwischen den Institutionen des zivilen Arbeits- und Bildungssystems und dem Militär gewinnt an Bedeutung, wenn zwischen beiden Bereichen regelmäßig Arbeitskräfte ausgetauscht werden sollten.


      Das folgende Argument spricht eigentlich eher gegen ein Berufsheer:

      Wenn das Militärbudget gegeben ist, gilt kurzfristig, dass die Zahl der angeworbenen Freiwilligen mit steigendem Lohnniveau sinkt. Wenn die Kosten der Arbeitskräfte in Relation zu anderen Inputfaktoren (andere Technologie mit mehr oder anderen Maschinen) steigen, werden nach einem längeren Anpassungsprozess weniger Soldaten aufgenommen und die anderen "Produktionsfaktoren" stärker eingesetzt. Am Ende eines solchen Umstrukturierungsprozesses hat sich nicht nur die Technologie und damit verbunden die Human- und Realkapitalstruktur verändert, sondern auch die Funktionsmechanismen des Militärsystems. Kurzfristig kann jedoch bei gegebenem Budget nur der Faktor Arbeit reduziert werden, da der Kapitalstock, d. h. die Technologie, erst in einem längerfristigen Transformationsprozess geändert werden kann.

      Wenn das vorgegebene Heeresbudget nicht überschritten werden darf, können Kostensteigerungen, die mit einer Reorganisation des Heeres anfallen, nur über eine Personalreduktion aufgefangen werden. Damit ist eine Verringerung des Outputs, d. h. der militärischen Schlagkraft verbunden. Erst in einem längerfristigen Umstrukturierungsprozess, der mit der Umstellung auf eine andere Technologie verbunden ist, steigt der Output wieder.


      Die rasche Verknappung der Zahl der Jugendlichen (Grundwehrdiener sind üblicherweise 19 oder 20 Jahre alt) ab 2012 ist für das Timing einer etwaigen Heeresreform ein wichtiger Entscheidungsfaktor. Ein Wegfall der Wehrpflicht bzw. des Zivildienstes ist mit einem sprunghaften Anstieg des Angebotes von jungen Männern auf dem zivilen Arbeitsmarkt verbunden; daraus ergibt sich kurzfristig eine Zunahme der Jugendarbeitslosigkeit, und zwar nicht nur von jungen Männern, sondern auch von jungen Frauen, da auf dem Jugendarbeitsmarkt eine teilweise Substituierbarkeit besteht.

      Begleitende Maßnahmen, etwa zusätzliche Ausbildungsangebote, sind von den Arbeitsmarkt- und Bildungsinstitutionen in der Folge ebenso vorzusehen wie eine vorbereitende Information der Betriebe über die kurzfristige Ausweitung des Arbeitskräfteangebotes der Jugendlichen. Aus der Sicht des Militärs dürfte es in dieser Phase des relativen Überangebotes jugendlicher Arbeitskräfte relativ einfach sein, Freiwillige anzuwerben.

      Die Verknappung von Arbeitskräften nach dem Jahr 2012 dürfte zur Folge haben, dass nur Personen mit relativ niedrigen Opportunitätskosten freiwillig einen militärischen Beruf ergreifen. Ein differenziertes militärisches Ausbildungsprogramm, das auf die Struktur des zu erwartenden Arbeitskräfteangebotes von Freiwilligen Rücksicht nimmt (mehr Frauen und Immigranten, Personen aus ärmeren Schichten mit geringerer Schulbildung), ist ins Auge zu fassen, um eine Verknappung von Freiwilligen zu verhindern.



Zufrieden?
Zuletzt geändert von theoderich am 13. Nov 2012, 17:58, insgesamt 6-mal geändert.

Raveman
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Re: ARGUMENTE FÜR BERUFSHEER

Beitrag von Raveman » 13. Nov 2012, 12:40

...dann erübrigt sich eh die Diskussion.


Ich denke in diesem Thread sollen primär Argumente gesammelt werden.

Dr4ven
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Re: ARGUMENTE FÜR BERUFSHEER

Beitrag von Dr4ven » 13. Nov 2012, 12:54

innsbronx hat geschrieben:Der Thread heißt "FÜR" und nicht "GEGEN" und wenn jetzt schon schwachsinn wie "Verrat am Vaterland" kommt, dann erübrigt sich eh die Diskussion.


Danke für die Blumen.
Das hier ist auch keine Diskussion und wenn dir meine Aussage nicht passt, ist das eben so und du wirst das zur Kenntnis nehmen.
Es als Schwachsinn abzutun ist auch nicht zielführend, noch mehr wenn man selber offensichtlich absolut nichts beizusteuern hat - meine Wortspende war die 1. (!!) in 4 Tagen die es diesen Thread schon gibt.

Ein Minister der bestehende Gesetze nicht befolgt und die Öffentlichkeit schon mehrmals nachweislich angelogen hat, handelt eben illegal und grob fahrlässig, wenn man's ganz ernst nimmt.
Aber hier in AUT ist das alles ja nur ein Kavaliersdelikt so wie's scheint.

Aber weil du es bist, hier mein Post andersrum, eventuell gefällt das dann besser:

Ein Berufsheer kommt dann erst in Frage wenn:

- man das Budget um 30-50% erhöht

- Folgende Gesetze und die Verfassung geändert werden: Neutralität, Wehrgesetz, Beamtendienstrecht

- Ausarbeitung und UMSETZUNG einer Sicherheitsdoktrin die den Namen auch verdient und mehr als 15 Seiten beinhaltet.

gs
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Re: ARGUMENTE FÜR BERUFSHEER

Beitrag von gs » 13. Nov 2012, 14:32

Einen Grund für die Akzeptanz des Bundesheeres (Wehrpflicht) in der Bevölkerung kann man nicht nur bei Katastrophenhilfen, sondern auch bei BH-Veranstaltungen (z.B. Heldenplatz) insoferne sehen, dass man Aussagen von stolzen Eltern wie: "Da ist unser Bub´" hören kann. Damit wird eine persönliche Beziehung zwischen Bürgern und Soldaten aufgebaut. Bei einem Berufsheer werden die Soldaten unpersönlicher, und es könnten sich in Konfliktsituationen viel schneller Agressionen gegen das Heer aufbauen, wie das ja im vorigen Jahrhundert schon passiert ist.

Grüße gs

gs
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Re: ARGUMENTE FÜR BERUFSHEER

Beitrag von gs » 13. Nov 2012, 14:37

Meine vorige Wortmeldung habe ich irrtümlich unter das falsche Betreff geschrieben, es sollte eigentlich unter " Argumente für ein Heer wie bisher" stehen.

Rabe
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Re: ARGUMENTE FÜR BERUFSHEER

Beitrag von Rabe » 26. Nov 2012, 00:47

Ein berufsheer muss dem budget zugeschnitten werden!
Was braucht die insel der seeligen wirklich?

Nach ablegen der von Moskau aufgezwungen neutralitaetsluege ein schneller beitritt zur NATO.
Ein Rapid Reaction Btl auf Pandur,
ein Luftlande Btl,
ein regulaeres I-Btl,
ein mal Pi,
JaK, MP, Nachrichtendienst,
ein mal A/A, ein mal Flugabwehr, FM, Vers., 6 x Miliz,
Heeresflieger mit vorhandenem geraet.

Heilige kuehe wie die LRUE, Garde usw werden geschlachted werden muessen um das wirklich notwendige mit den zu erwarteten
'paar netsch' aufrecht zu erhalten.
Kann Oesterreich damit 'leben'?
Sicherlich da unter dem NATO schirm viel sicherheit um wehnig geld zu haben ist.
Win-win situation, fur die gegner und die raunzer.

Maschin
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Re: ARGUMENTE FÜR BERUFSHEER

Beitrag von Maschin » 26. Nov 2012, 09:12

Rabe hat geschrieben:Ein berufsheer muss dem budget zugeschnitten werden!
Was braucht die insel der seeligen wirklich?

Nach ablegen der von Moskau aufgezwungen neutralitaetsluege ein schneller beitritt zur NATO.
Ein Rapid Reaction Btl auf Pandur,
ein Luftlande Btl,
ein regulaeres I-Btl,
ein mal Pi,
JaK, MP, Nachrichtendienst,
ein mal A/A, ein mal Flugabwehr, FM, Vers., 6 x Miliz,
Heeresflieger mit vorhandenem geraet.

Heilige kuehe wie die LRUE, Garde usw werden geschlachted werden muessen um das wirklich notwendige mit den zu erwarteten
'paar netsch' aufrecht zu erhalten.
Kann Oesterreich damit 'leben'?
Sicherlich da unter dem NATO schirm viel sicherheit um wehnig geld zu haben ist.
Win-win situation, fur die gegner und die raunzer.


Richtig die LRÜ auslagern. Statt eigenen Fliegern lieber Ausländer in Zeltweg und unser Personal entlassen weil die Ausländer eigenes mitbringt und wir dürfen noch Brav Dutzende Millionen im Jahr Zahlen. Alle Fähigkeiten abbauen nur das ein Mini Berufsheer in das vorhandene Budget rein passt?
Na du bist mir einer!!

theoderich
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Re: ARGUMENTE FÜR BERUFSHEER

Beitrag von theoderich » 26. Nov 2012, 12:14

Rabe hat geschrieben:Ein berufsheer muss dem budget zugeschnitten werden!
Was braucht die insel der seeligen wirklich?

Nach ablegen der von Moskau aufgezwungen neutralitaetsluege ein schneller beitritt zur NATO.
Ein Rapid Reaction Btl auf Pandur,
ein Luftlande Btl,
ein regulaeres I-Btl,
ein mal Pi,
JaK, MP, Nachrichtendienst,
ein mal A/A, ein mal Flugabwehr, FM, Vers., 6 x Miliz,
Heeresflieger mit vorhandenem geraet.

Heilige kuehe wie die LRUE, Garde usw werden geschlachted werden muessen um das wirklich notwendige mit den zu erwarteten
'paar netsch' aufrecht zu erhalten.
Kann Oesterreich damit 'leben'?
Sicherlich da unter dem NATO schirm viel sicherheit um wehnig geld zu haben ist.
Win-win situation, fur die gegner und die raunzer.


In diesem Thread geht es eigentlich um ARGUMENTE für ein Berufsheer und nicht um irgendwelche "Nice-to-have"-Strukturpläne.

henry66
Beiträge: 7
Registriert: 16. Dez 2008, 11:17

Beschlossene Sache,

Beitrag von henry66 » 05. Jan 2013, 18:06

Die momentane PR-Show unserer beiden achso homogenen Einheitspartei, verfälscht die Wahrheiten dermaßen, dass einem wahrhaft schlecht werden könnte.
1. Mit dem Fiskalpaket wurden die Gleise in Richtung föderativen Bundesstaat gestellt.
2. Weshalb benötigt man in den Vereinigten Staaten von Europa 27 verschiedene Heere?
3. Zur Sicherung des internationalen Frachtwesens und für zukünftige die Wirtschaft sicherenden Maßnahmen, benötigen wir eine kampferprobte professionell ausgerüstete und ebenso bewaffnete Truppe - Ja Sie hören richtig! Es darf und soll auch was kosten.
4. Die heutigen Schlachten werden integriert, vernetzt und delokalisiert geschlagen, deshalb benötigt niemand irgendwelche Rekruten zum ausheben von Schützengräben usw.
5. Alles Gute hat sein Ende, ein zu langes hinauszögern blockiert die notwendigen Reformen!

Milizler
Beiträge: 1986
Registriert: 29. Jul 2008, 20:32

Re: ARGUMENTE FÜR BERUFSHEER

Beitrag von Milizler » 05. Jan 2013, 18:45

Deine Argumente sind nicht falsch, aber anscheinend lebst du in der Zukunft, Vereinigte Staaten von Europa gibt es, wenn überhaupt erst in 20 Jahren und alles deine Argumente bauen darauf auf.
Beordert bei 1./JgB NÖ

COP

Re: ARGUMENTE FÜR BERUFSHEER

Beitrag von COP » 06. Jan 2013, 11:29

Vereinigte Staaten von Europa? Der war nicht schlecht. Derzeit sieht es eher so aus, als wäre die EU mehr oder weniger schon am Ende angelangt.

Ein gemeinsames Europäisches Militär wird es nie geben. Battlegroups zähle ich nicht dazu. Es stehen hier überall viel zu viele nationale Interessen im Wege - allen voran der Verlust der eigenen militärischen Souveränität. Europa schafft es nicht einmal sich auf banale unwichtige kleine Themen zu einigen, also wie soll ein EU-Heer überhaupt möglich sein?

Ich würde ein Profiheer immer über die Wehrpflicht stellen, wenn man dafür genügend Geld in die Hand nimmt und auch für die einwandfreie Durchführung eines Katastrophenschutzes und Zivildienstes garantieren kann. Aber weder wird ordentlich Geld in die Hand genommen (eher im Gegenteil), noch kann man irgendetwas garantieren. Es würde ein Rekrutierungsproblem geben und aufgrund Personalmangels weder der Katastrophenschutz noch der Zivildienst und schon gar nicht der militärische Dienst funktionieren. Man spielt hier aufgrund parteilichen Stimmenfangs mit der Sicherheit Österreichs.

Würde man das Verteidigungsbudget auf EU-Durchschnitt anheben, dann kann man trotz Grundwehrdienst einen hervorragendes Militär aufbauen, mit dem ich so ziemlich alle Aufgabenbereiche gut abdecken kann. Unser Bundesheer inkl der Wehrpflicht gehört nur reformiert. Und zwar durch Profis und nicht irgendwelche Parteisoldaten.

Darabos hätte genügend Zeit gehabt, vernünftige Reformen durchzusetzen. Stattdessen hat er nur versucht dem Bundesheer, und somit auch Österreich, so viel Schaden wie möglich zuzufügen.

Und wenn ich jetzt an diese Werbungen in den Medien denke, stellt es mir auch gleich die Haare auf. Dafür ist Geld vorhanden, aber für Reformen nicht.

stratos
Beiträge: 181
Registriert: 21. Jun 2011, 17:34

Re: ARGUMENTE FÜR BERUFSHEER

Beitrag von stratos » 06. Jan 2013, 13:16

Egal ob Wehrpflicht oder Berufsheer....Durch die von unseren Politikern aller Coleurs über Jahrzehnte hindurch geförderte budgetäre Impotenz unseres Bundesheeres werden wir seit jeher schon vom Ausland belächelt.
Österreich ist bekannt als sicherheitspolitischer Trittbrettfahrer !!
Unser derzeitiger Minister für LV ( der Bertl ) schielt so gerne nach Schweden als Vorbild - kennt er die von denen aufgewendeten Mittel ?!
Bei den derzeitig - und hinkünftig - zur Verfügung stehenden Euros schrammen beide Modelle hart am Abgrund...
Unsere Politiker sollten versuchen, einmal EHRLICH zu sein: Wollen wir ein Heer - ja oder nein !!
Wenn ja: Finanzielle Mindestbedeckung zusichern !!
Wenn nein: Schade um die derzeitigen Gelder !!
Es ist zu wenig, immer nur am 26.Oktober jeden Jahres Lobeshymnen über das Heer zu singen......und sonst betreten zu schweigen !!

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