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Golanhöhen

Landesverteidigung, Einsätze & Übungen, Sicherheitspolitik, Organisation, ...
manfred
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Re: Golanhöhen

Beitrag von manfred » 05. Aug 2013, 08:57

Truppendienst 4/ 2013

Iasrael kritisiert Österreichs Truppenabzug scharf
Benjamin Netanyahu = Tatsache UN Blauhelmtruppe bricht in sich zusammen, und Israel kann sich nicht auf internationale Kräfte verlassen.
Nebenbei erwähnte er noch das sich sein Land nicht in den syrischen Bürgerkrieg einmischt.
( ob er das auch selber glaubt )

Der für Geheimdienste zuständige Minister Juwal Steinitz.
Wir sehen was die österreichischen Streitkräfte auf den Golan wert sind, und manchmal, wie jetzt, ist ihre Präsenz ,bei Krisen eher ein Hindernis als eine Hilfe, sagte Steinitz.

Womöglich waren einige UN Soldaten die ihren Auftrag erfüllten, ein Hindernis für seinen Geheimdienst , weil sie Tatsachen meldeten.

Major Lang und seine Kam. haben ja vermutlich auch beobachtet und gemeldet , dadurch hatte auch die Gegenseite = Echtzeitinformationen bis das eine Lenkbombe einschlug

innsbronx
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Re: Golanhöhen

Beitrag von innsbronx » 06. Aug 2013, 00:29

Was für Verschwörungstheorien.

manfred
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Re: Golanhöhen

Beitrag von manfred » 06. Aug 2013, 07:15

innsbronx hat geschrieben:Was für Verschwörungstheorien.


Die Fakten kommen immer mehr ans Licht !

Deiner Ansicht nach hat sich vermutlich Major Lang selbst in die Luft gejagt .
Warum haben die Kroaten ihre UN Truppen am Golan abgezogen ?

Kämpfer der syrischen Regierungsgegner haben keinen Nachschub , und ihre Verwundeten wurden nur aus humanitären Gründen in Israel (Golan) versorgt.
Die israelische Luftwaffe respektiert den Luftraum des Libanon und Syrien , und hat keine Angriffe geflogen. Granaten und Kriegsmaterial das von der syrischen Armee erbeutet wurde , wurde nachträglich mit israelischer Aufschrift beschriftet.

Siehe
http://www.youtube.com/watch?v=y24B8AbUteM

Deiner Ansicht nach wird die FSA nicht unterstütz und bekommt keine Waffen.
Ja möglicherweise ist das auch noch in Ordnung das Kinder zu Kriegsverbrechen angestiftet werden , von den hofierten Freiheitskämpfer , später wurde der Junge jedoch erwischt.

http://www.liveleak.com/view?i=4b7_1375557489

manfred
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Re: Golanhöhen

Beitrag von manfred » 06. Aug 2013, 15:53

Das hab ich vergessen, Truppennamen, Ortsbezeichnungen und Zahlenangaben bzw Truppenbewegungen weitermelden kann auch gefährlich werden , wenn man zwischen
2 Konfliktparteien sitzt.

http://www.profil.at/articles/0646/560/ ... akte-khiam

theoderich
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Re: Golanhöhen

Beitrag von theoderich » 26. Aug 2013, 14:43

Unser Verteidigungsminister versinkt im Fettnäpfchen - und unser Vizekanzler und (angeblicher) Außenminister tut es ihm (beinahe selbstverständlich) gleich:


Am Golan ist es schon ab dem Frühjahr 2012 gefährlich geworden - und die Politik hat sich zurückgelehnt und so getan, als ob wir "heldenhaft die Stellung halten", während sich fast alle anderen Truppensteller zurückgezogen haben.

Im November 2012 kam dann eine Drohung des Außenministers sich zurückzuziehen, wenn die UNO keine gepanzerten Fahrzeuge zur Verfügung stellen würde und im Dezember waren angeblich schon die Evakuierungspläne fertig. Am 18. März wurden die ersten Radpanzer "Pandur" per C-130K in den Nahen Osten verlegt - und durch diplomatische Schwierigkeiten wochenlang auf der israelischen Seite festgehalten.

Am 23. April 2013 empfahl der Nationale Sicherheitsrat "so lange für einen Verbleib des österreichischen UNDOF-Kontingents einzutreten, als die Mandatserfüllung sichergestellt ist und die Rahmenbedingungen, insbesondere die Sicherheit der Beobachtertruppe, dieses ermöglichen" und "eine Aufhebung als auch eine Lockerung des EU-Waffenembargos gegen Syrien weiterhin strikt abzulehnen und die EU-Mitgliedsstaaten nochmals eindringlich auf die möglichen Konsequenzen einer Aufhebung bzw. Nicht-Verlängerung für die österreichische Beteiligung an der Mission hinzuweisen". Waffenlieferungen europäischer Staaten hat es nach dem derzeitigen Wissensstand bis zu heutigen Tag nicht gegeben. Einen Angriff von syrischen "Rebellen" - d.h. nicht Regierungstruppen - gegen nicht-österreichische UN-Beobachter, der binnen kürzester Zeit von der syrischen Armee abgewehrt worden ist, hat man dann zum Anlass genommen - der Grund für den Abzug war es ganz bestimmt nicht. Etwa eineinhalb Stunden nach Bekanntwerden der Attacke wurde über die Medien schon die Entscheidung zum Ende des UNDOF-Engagements bekannt.


IGBO-Nachrichten der Interessensgemeinschaft der Berufsoffiziere, Ausgabe 03/2013 hat geschrieben:Der oder das Primat der Politik - Wenn Soldaten „zum Affen“ gemacht werden.

Der Abzug des Bundesheers vom Golan war eine rasch getroffene und im Nachhinein viel diskutierte Entscheidung der politischen Führung, welcher in diversen Boulevardblättern eine teilweise unlauter anmutende Stimmungsmache vorangegangen war.

Da dieses Jahr die Nationalratswahl stattfindet, die Opposition im Rahmen des Vorwahlkampfes sicherheitspolitische Themen nicht unberührt lassen konnte, bekamen es die Regierungsparteien scheinbar immer mehr mit der Angst zu tun und nutzten in der medial steigenden Eskalation die erstbeste sich bietende Möglichkeit zum Abzug.

Leider wurde somit in Österreich wieder einmal parteipolitisches Tagesgeschehen mit strategischer Planung vermengt und somit ein langjähriges, zuletzt international vermehrt positives Engagement zu Nichte gemacht.

Als Führungskräfte sind Offiziere aller Ebenen ausgebildet, in Extremsituationen einen kühlen Kopf zu bewahren und nach möglichst objektiven Kriterien Lösungsansätze für schwierige Entwicklungen zu finden. Während des Einsatzes am Golan wurde laufend die Lage beurteilt und mit entsprechenden Maßnahmen darauf reagiert.

Im Rahmen der vom Autor erlebten Beobachtungen kann hier gesagt werden, dass das Offizierskorps eine durchwegs positive und der Lage entsprechend angepasste Arbeit geleistet hat. Daher ist es umso trauriger, dass durch die Politiker die Abzugsentscheidung über das Kreuz ohne Rücksprache mit der militärischen Führung getroffen wurde.

Es ist fragwürdig, wenn strategische Sicherheitspolitik ohne die Einbindung der entsprechenden Fachleute dem medialen Tagesgeschehen untergeordnet wird.

Auch zu hinterfragen ist, ob die Politik ihre eigentliche Aufgabe, nämlich Entscheidungen intern und extern rechtzeitig und glaubwürdig zu kommunizieren, verabsäumt hat.

Diese Frage stellt sich sowohl bezüglich der Notwendigkeiten von Einsätzen im internationalen Verbund, was als Aufklärung über die Sicherheitsdoktrin mit den ihr innewohnenden Zielsetzungen notwendig wäre, als auch am diplomatisch außenpolitischen Parkett, wo zwar diverse Überlegungen in Richtung Abzug angedacht, teilweise konkretisiert bei der UNO in New York hinterlegt wurden, aber dennoch der Grundtenor der Standhaftigkeit vertreten wurde.

Die Entscheidung zum Abzug ist nicht das Problem, aber die Art. Es hätte sicher andere Möglichkeiten eines strukturierten Abzuges gegeben, wenn man sich mit einer diesbezüglichen Kundgebung des Willens an die entsprechenden Organe des Ressorts zur Ausarbeitung von Varianten gewandt hätte.

Die Folgen dieses Vorgehens, sowohl in Bezug auf das Bundesheer als auch auf die Außenpolitik Österreichs, werden sich vermutlich erst in einiger Zeit zeigen. Aber aus den nationalen und internationalen Diskussionen nach der Verkündung der Entscheidung der Bundesregierung ist ersichtlich, dass die hier überstürzt scheinende Vorgangsweise noch längere Nachwehen mit sich bringen wird.

Hoffen wir, dass diese professioneller als die Abzugsentscheidung behandelt werden. Und hoffen wir auch darauf, dass die Politik in Zukunft die Fachorgane des Bundesheeres in die Entscheidungsfindung mehr einbindet, als dies am Golan der Fall war.

Und hoffen wir, dass wir das Primat und nicht der Primat der Politik sind, da wir es mit unserem Einsatzwillen für Österreich nicht nur ob des Gelöbnisses sondern besonders unserer Taten und Engagements verdienen, nicht zum Affen gehalten zu werden.

Olt K. Testor, ObmStv der IGBO


IGBO-Nachrichten der Interessensgemeinschaft der Berufsoffiziere, Ausgabe 03/2013 hat geschrieben:Kommunikation als Signal für Respekt und Höflichkeit

Klug wäre es gewesen, wenn man die Entscheidung für den Abzug vom Golan nicht, wie verlautet, in den Parteizentralen sondern unter Beachtung guter Kommunikation durch die betroffenen Fachminister sachgerecht getroffen hätte.

Dann wäre neben anderen Aspekten vielleicht auch nicht übersehen worden, dass man eine dreimonatige „Kündigungsfrist“ einzuhalten hatte.

Dann bräuchte man sich vielleicht auch nicht von anderen Staaten vorwerfen zu lasssen, dass man sich schämen soll. Wie es etwa der ehemalige Außenminister Tschechiens in einem Zeitungsinterview in der Kleinen Zeitung vor einigen Wochen tat.

Klug wäre es, die Regeln der Höflichkeit zu beachten und sein Büro so zu organisieren, dass dies sichergestellt ist.
Denn Schreiben weder des SPÖ-Gemeinderatsklubs einer (schon fast ehemaligen) großen Garnisonsstadt noch des Vorstandes der IGBO einfach nicht zu beantworten wäre - gelinde ausgedrückt - unhöflich und auch politisch äußerst unklug.

Signalisierte ein derartiges Verhalten doch Ignoranz und Überheblichkeit, auch wenn es augenscheinlich völlig konträr zum sonstigen Verhalten und Auftreten des Herrn Verteidigungsministers zu stehen scheint.

Allerdings sagt schon die Bibel: An ihren Taten werdet ihr sie erkennen.

Daher rät die IGBO dem Herrn Verteidigungsminister dringend, klug zu sein und darauf zu achten, dass keinerlei Differenz zwischen seinem Handeln und dem Verhalten seines unmittelbaren Umfeldes entsteht. Um glaubwürdig sein zu können.

Nur Glaubwürigkeit sichert in der Politik langfristigen Erfolg.


IGBO-Nachrichten der Interessensgemeinschaft der Berufsoffiziere, Ausgabe 03/2013 hat geschrieben:Vereinbarungen ja, aber keine Konsequenzen bei Nichterfüllung?

Diplomatie scheint oft schwer verständlich und nachvollziehbar. Das hat die Vorgehensweise unserer Bundesregierung in der Frage des Rückzuges aus der UN-Mission am Golan ganz deutlich bewiesen.

Es stellt sich folgende Frage: Hätte Österreich dabei die eingegangene Kündigungsfrist von drei Monaten nicht eingehalten, was wäre dann passiert?

Nichts, außer dass wir vielleicht noch mehr an Vertrauen in unsere „Vertragstreue“ und „Ansehen“ verloren hätten.

Es gibt wohl eine ganze Reihe von Beispielen, wo Diplomaten - wohl im Auftrage ihrer jeweiligen Staatsführungen - internationale Vereinbarungen aushandeln, ohne gleichzeitig auch ganz klare Konsequenzen dafür zu vereinbaren, wenn diese nicht eingehalten werden.

Das mag in einzelnen Fällen akzeptabel sein.

Es kann aber nicht Ziel vernünftigen Umganges von Staaten sein, dass solche Regelungen sozusagen den Normalzustand darstellen.

Denn damit sind Willkür und Unsicherheit Tür und Tor geöffnet, wird Misstrauen statt Vertrauen gefördert und kann eine kontinuierliche Entwicklung hin zu mehr Frieden in der Welt zunehmend durch nationalistische Intentionen verdrängt werden.

Wie es auch aus den Geschehnissen in einigen EU-Mitgliedsländern durchaus erkennbar ist.

Es wäre wohl für alle besser, sich vertrauensvoll auf Vereinbarungen zu verständigen, aber auch klar festzulegen, was bei Nichteinhaltung der Vereinbarungen geschehen soll.

Politik und Diplomatie wären gut beraten, nicht nur kurzfristige oder „Schein-“ Erfolge anzustreben, sondern im Sinne der Nachhaltigkeit vernetzt zu denken und zu handeln!

Nur eine klare Sprache, hilft Missverständnisse zu vermeiden.


theoderich
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Re: Golanhöhen

Beitrag von theoderich » 02. Sep 2013, 10:59

Auszug aus SYRIEN: NCC/AUTCON spricht Klartext (Zeitschrift der Offiziersgesellschaft Steiermark, Ausgabe 2/13)

OGST: Herr Oberstleutnant, Sie waren Ende letzten Jahres in den UNDOF Einsatzraum als Gesamtverantwortlicher für das Österreichische Kontingent auf den Golan Höhen entsandt worden. Jetzt steht nach 39 Jahren der endgütlige Abzug von UNDOF bevor. Mit welchen Gefühlen und Emotionen verlassen Sie den Einsatzraum?

    Obstlt SCHNEIDER: Nach dem ersten Schock in Folge der Abzugsentscheidung habe ich mich bemüht, nicht über Gefühle und Emotionen nachzudenken. Der Fokus lag eindeutig auf der Umsetzung des Abzuges unter gleichzeitiger Aufrechterhaltung der Sicherheit der Soldaten.

    Aber natürlich war ich mit sehr viel Herzblut ein Teil dieser Mission, auch aus der Überzeugung heraus, dass wir den hier lebenden Menschen wenigstens noch ein bisschen Hoffnung geben konnten.

    Dann kommt noch dazu, dass der GOLAN, in den viele Österreicher in den vergangenen vier Jahrzehnten sehr viel persönliches Engagement investiert haben, fast ein wenig zur Heimat wurde. Wir haben die Leute und den Raum besser gekannt und verstanden als alle anderen UNDOF-Nationen und wir haben bis zu einem gewissen Grad das Vertrauen der Bevölkerung genossen – das wurde uns gerade auch in den letzten drei bis vier Wochen immer wieder gezeigt.

    Als wir Mitte Juni den ersten Heimkehrerkonvoi in gepanzerten Fahrzeugen durch KHAN ARNABE geführt haben, sind viele Bewohner am Strassenrand gestanden und haben uns fassungslos nachgesehen, weil sie nicht glauben konnten, dass die Österreicher wirklich abziehen.

    Mit welchen Emotionen ich die Mission verlasse? Es sind Enttäuschung und Wehmut, immer wieder blitzen auch kurze Momente der Fassungslosigkeit über diese Entwicklung auf. Andererseits bin ich erleichtert, dass ich bei all den überstandenen Gefahren und bei den vielen Schutzengeln, die uns bisher beigestanden haben, den Großteil der Soldaten bereits gesund nach Hause schicken konnte. Und natürlich freue ich mich auf meine Familie.

OGST: Welche Schwierigkeiten brachte der abrupte Abzug mit sich? Wie wurden diese gemeistert?

    Obstlt SCHNEIDER: Zuerst galt es, die Soldaten trotz Enttäuschung und Frustration auf diesen letzten schwierigen Auftrag, den vollständigen Rückzug unter großem Zeitdruck, einzuschwören. Dann war es natürlich eine extreme Herausforderung, den logistischen Rückbau einer fast 40-jährigen Existenz in knapp drei Wochen zu bewerkstelligen. Das wäre ohne das überdurchschnittliche Leistungsniveau unserer Logistikcrew und der professionellen Einstellung aller Soldaten nicht zu bewältigen gewesen.

    Ein Abzug ohne Ersatz bedeutet natürlich immer ein erhöhtes Risiko – für die verbleibenden Teile ebenso wie für die Abziehenden. Letztendlich ist es uns auch darum gegangen, durch den Rücklass einiger Spezialisten auf HQ-Ebene bzw. eines Instruktorenteams aus dem AUSBATT unseren Nachfolgern noch so viel Know-How wie möglich mit auf den Weg zu geben. Aus jetziger Sicht kann ich sagen, dass durch den - bis zur letzten Minute - tollen und hochprofessionellen Einsatz der AUTCON-Soldaten Schaden verhindert werden konnte, und die Mission trotz unseres raschen Abzuges nicht im totalen Chaos zurückgelassen wurde.

OGST: War der Abzug der Österreicher aus Ihrer Sicht überhaupt notwendig, wo andere europäische Nationen wie Schweiz, Irland etc. weiterhin Personal in den Einsatzraum entsenden?

    Obstlt SCHNEIDER: Ob der Abzug aus politischer Sicht notwendig war, kann ich nicht beurteilen.

    Aus Sicht des BKdt und NCC kann ich aber sagen, dass die Bedingungen immer schwieriger wurden und das Gefahrenpotential erheblich war. Es ging ja nicht um – wie in vielen Medien unter vollkommener Verkennung der Tatsachen fälschlicherweise berichtet – ein „Scharmützel um einen unbedeutenden Kontrollposten an der syrisch-israelischen Grenze am 6. Juni“.

    Wir stehen seit mehr als einem Jahr mitten in einem brutalen Bürgerkrieg und am Rande eines zwischenstaatlichen Krieges. Wir wurden konfrontiert mit Entführungen, mit der gewaltsamen Wegnahme von Fahrzeugen und Waffen. Auf einige unserer Stützpunkte wurde wiederholt bis auf wenige Meter mit schwerer Artillerie geschossen, wir wurden während Patrouillenfahrten mit Sturm- und Maschinengewehren beschossen. Täglich wurde unser Aktionsradius durch „Roadblocks“ mehr eingeengt, und an manchen Tagen mussten wir uns innerhalb weniger hundert Meter mehrmals an Checkpoints von Armeeangehörigen, aber auch von schwer bewaffneten Rebellen kontrollieren lassen. Wir sind durch Kampfpanzer überschossen worden, manchmal wurden Stützpunkte auch direkt beschossen. Dennoch hatten wir die Sache im Griff, wir haben gelernt, die Gefahren richtig einzuschätzen und wir konnten mit der Situation umgehen. Und ich habe in meinen Meldungen nach Österreich immer festgehalten, dass wir die militärische Lage nach wir vor beherrschen können!

    Was mir stets größere Sorgen bereitete, war die logistische Lage und hier vor allem die Schwerfälligkeit der (zivilen) UN-Administration. Ich habe immer wieder betont, dass die für mich größere Gefahr für den Bestand der Mission die teilweise Unfähigkeit, teilweise aber auch Unwilligkeit der UN-Administration ist, auf die Besonderheit der Lage adaequat zu reagieren. Leider ist diese Einschätzung Wirklichkeit geworden, und ich bin überzeugt, dass dieser Umstand auch zur Abzugsentscheidung beigetragen hat.


Redaktion: Das vollständige Interview mit Obstlt Paul SCHNEIDER sowie ein Exklusivinterview zum Abzug des AUTCON mit dem stellvertretenden Force Commander UNDOF, Bgdr Mag. Stefan THALLER, finden Sie ab 06.09.2013 auf unserer Homepage.



Sehr interessant. Mal etwas anderes als die Märchen, die von Politik und Medien anlässlich des Golan-Abzugs verbreitet wurden.

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Re: Golanhöhen

Beitrag von theoderich » 21. Nov 2013, 00:17

Einige Details zum Ende des österreichischen UNDOF-Einsatzes (Quelle: SKFüKdo):

    Dezember 2012:

      Entscheidung - Einsatz wird fortgesetzt.

      Gleichzeitig soll alles für den Schutz der österreichischen Soldaten getan werden (chronologisch):

        1.) Verbesserung der Sanitätsversorgung

        2.) Ende Dezember: Sani-Teams werden auf den Golan entsandt, zwecks Ausbildung in Selbst- und Kameradenhilfe

        3.) Sanitätsradpanzer "Pandur" wird eingeflogen

        4.) Radpanzer "Pandur" für eine halbe Kompanie soll auf den Golan geflogen werden. Die Fahrzeuge standen daraufhin im Libanon, durften aber nicht nach Syrien gebracht werden.

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Re: Golanhöhen

Beitrag von theoderich » 21. Jan 2014, 15:23

Parlamentskorrespondenz Nr. 21 vom 17.01.2014
Vorlagen: Finanzen

Der Abzug des österreichischen UNDOF-Bataillons von den Golan-Höhen in Syrien macht eine Entscheidung über heereseigene Geräte und Versorgungsgüter notwendig, die sinnvollerweise nicht nach Österreich zurücktransportiert werden. Eine Küche, eine Feldsanitätsstation sowie in Österreich nicht mehr verwendbare Fahrzeuge, Anhänger, Container und Einrichtungsgegenstände mit einem Schätzwert von insgesamt 166.000 € sollen im Einsatzgebiet bleiben und der UNO zur weiteren Verwendung übereignet werden. Diese Verfügung über Bundeseigentum macht eine gesetzliche Ermächtigung notwendig, die dem Nationalrat kürzlich vorgelegt wurde ( 16 d.B.)

    http://www.parlament.gv.at/PAKT/PR/JAHR_2014/PK0021/index.shtml


    Bundesgesetz, mit dem eine Ermächtigung zur Verfügung über Bundesvermögen erteilt wird

    Im Zuge des geordneten Abzuges des österreichischen UN-Bataillons in Syrien (AUTCON UNDOF) ergaben sich Anfragen durch die Vereinten Nationen zur Überlassung von Gerät. Unter Berücksichtigung des relativen Zeitwerts der in Rede stehenden Güter steht der Aufwand für eine Verbringung sowie die fragliche Wiederverwendung nach technischer Bewertung in Österreich in einem Verhältnis, dass gemessen zum gesamten Aufwand eine Neubeschaffung sinnvoller erscheinen lässt.

    Ausrüstung/ Einrichtung

      Feldsanitätsstation

      Anzahl

        -

      Zeitwert

        € 31.000,--

    Ausrüstung/ Einrichtung

      Motorschlitten (incl. Anhänger)

      Anzahl

        2

      Zeitwert

        € 4.000,--

    Ausrüstung/ Einrichtung

      Infrastruktur
        - Einrichtungsgegenstände
        - Sozialeinrichtungen/ -ausstattung

      Anzahl

        -

      Zeitwert

        € 30.000,--

    Ausrüstung/ Einrichtung

      Küche

      Anzahl

        -

      Zeitwert

        € 80.000,--

    Ausrüstung/ Einrichtung

      Gabelstapler (über 5 Tonnen)

      Anzahl

        1

      Zeitwert

        € 6.000,--

    Ausrüstung/ Einrichtung

      Anhänger HÄGGLUND (in AUT nicht mehr verwendbar und bereits ausgeschieden)

      Anzahl

        1

      Zeitwert

        0,--

    Ausrüstung/ Einrichtung

      Container

      Anzahl

        10

      Zeitwert

        € 10.000,--

    Ausrüstung/ Einrichtung

      Ferngläser

      Anzahl

        66

      Zeitwert

        € 5.000,--


    SUMME Schätzwert

      € 166.000,--


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Re: Golanhöhen

Beitrag von theoderich » 04. Mär 2014, 15:49

Ein "Pandur" des UNDOF-Kontingents bei der Verladung am Flughafen Beirut:

Bild

Quelle: Zitzler, OWm Helmut: 13er bei AUTCON 4 UNIFIL, in: 13er-Kurier. Truppenzeitung des Panzergrenadierbataillons 13. 1/2014, p. 17

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Re: Golanhöhen

Beitrag von Doppeladler » 04. Mär 2014, 17:51

Du schreibst UNIFIL bei der Quellenangabe und UNDOF in die Überschrift???

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Re: Golanhöhen

Beitrag von theoderich » 04. Mär 2014, 18:04

Weil der Titel des Beitrags genau so lautet wie in der Quellenangabe. Bei UNIFIL gibt es ja nur eine Transportkompanie des ÖBH, keine Radpanzer. Im Beitrag selbst steht nicht wortwörtlich, dass dieses Fahrzeug zur UNDOF gezählt hat, aber etwas anderes dürfte es kaum sein. UNDOF war die einzige UN-Mission, in der Österreich jemals Radpanzer eingesetzt hat (Die anderen sind bzw. waren KFOR, ISAF und EUFOR Tschad.).

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Re: Golanhöhen

Beitrag von Maschin » 15. Aug 2014, 12:37

Ein Golan-Offizier rechnet ab

Abzug vom Golan - was wirklich geschah." So reißerisch titelt nicht etwa ein Aufdeckermagazin, sondern der "Truppendienst", eine amtliche Publikation der Republik. Über die Hintergründe des umstrittenen Rückzugs des Bundesheeres vor mehr als einem Jahr gibt in dem Bericht Brigadier Stefan Thaller bereitwillig Auskunft. Er war damals zweithöchster Offizier der UN-Mission und geht im Artikel mit der Bundesregierung hart ins Gericht.
Der überraschende Befehl zum Abmarsch der Austro-Blauhelme habe die Undof-Führung schockiert, weil Verteidigungsminister Gerald Klug und der damalige Außenminister Michael Spindelegger bei ihren Truppenbesuchen zuvor noch das Gegenteil signalisiert hätten. Der "einseitige und nicht abgestimmte", weil viel zu überstürzte Abzug habe die ganze Golan-Mission und die Sicherheit in der Region gefährdet, schreibt Thaller.
Bisher hatte sich die Regierung immer darauf berufen, dass der Golan-Abzug eine militärische Entscheidung gewesen wäre. Das relativiert Thaller in seinem Artikel. Die Kampfhandlungen im Einsatzgebiet seien auch medial aufgebauscht worden.

http://www.kleinezeitung.at/nachrichten ... t-ab.story

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Re: Golanhöhen

Beitrag von theoderich » 15. Aug 2014, 12:50

Ist ein hochinteressanter Artikel. Leider sind die fünf Karten auf denen die Lageentwicklung im Einsatzgebiet dargestellt ist, in der Onlineausgabe nicht enthalten:


Dr4ven
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Re: Golanhöhen

Beitrag von Dr4ven » 15. Aug 2014, 17:21

Habs gleich rauskopiert weils eventuell nicht lange online sein könnte.

Milizler
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Re: Golanhöhen

Beitrag von Milizler » 17. Aug 2014, 19:29

Wird auch in den Medien aufgegriffen.
http://www.kleinezeitung.at/nachrichten ... ion=online
Beordert bei 1./JgB NÖ

Antworten
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