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BeitragVerfasst: 22. Mär 2012, 12:28 
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http://www.wienerzeitung.at/nachrichten ... hisch.html

Zitat:
[...]
Rüstungsland Österreich
Seit dem Noricum-Skandal Ende der 1980er Jahre ist die österreichische Rüstungsindustrie stetig geschrumpft.
"Früher hat man Kriegsmaterial produziert, heute erzeugt man Güter für den Sicherheitsbereich und für die Terrorismusbekämpfung", sagt Rudolf Lohberger, Geschäftsführer der Arge Sicherheit und Wirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) und Ex-Generaldirektor des Minenherstellers Dynamit Nobel. Die Waffenfabriken haben abgerüstet.
"Hirtenberger hat noch ein bisschen Militärgeschäft im Großkaliberbereich, aber MG-Munition und Polizeimunition sind weg und verkauft", weiß Lohberger. "Steyr Mannlicher ist mit dem Sturmgewehr AUG übrig geblieben. Steyr hat sich gut erfangen und Steyr ist, was die Pistole betrifft, technologisch wieder ganz oben." Nachsatz: "Das AUG wird im Oman, in Südamerika und in Australien eingesetzt." Auch die Firma Glock gehört zu Lohbergers WKO-Gruppe, ist aber vorwiegend im Polizeibereich tätig.

Radpanzer aus Wien
Im Wien gibt es die Radpanzerschmiede Steyr Spezialfahrzeuge (SSF) des US-Konzerns General Dynamics - noch, meint Lohberger. "General Dynamics hat drei Panzerfabriken in Europa gekauft, Santa Barbara in Spanien und Mowag in der Schweiz und das kleinste Werk ist SSF und alle machen das gleiche", erklärt der Rüstungsexperte. "Alles, was Kettenfahrzeuge betrifft, ist heute bei SSF Geschichte, das wird in Spanien gemacht."
Indes werden hierzulande von verschiedenen Kfz-Aufbauern vor allem Fahrzeuge, u. a. der Marke Mercedes G, für "Auslandseinsätze gepanzert. "Der Mercedes G geht vorwiegend an Militärs, ist aber kein Kriegsmaterial", sagt der Fachmann. Auch die Militärlaster des deutschen Unternehmens MAN, die beim Bundesheer im Einsatz sind, kommen aus dem 23. Wiener Gemeindebezirk.
"Diese MAN-Laster sind militärische Fahrzeuge, die gehen in den Export, es sind aber keine Waffen drauf", weiß Lohberger. Indes liefert die Firma Frequentis Luftraumüberwachung für den zivilen und militärischen Bereich. Und die Firma Schiebel, bekannt für Minensuchgeräte und Dronen, baut unbemannte Hubschrauber, die Kameras tragen.
"Es wurde geschrieben, auf dem Schiebel-Hubschrauber werden Raketen montiert", sagt Lohberger. "Das ist Blödsinn, man kann keine Raketen draufhängen, weil dann kann er nicht mehr abheben." Sollte man eine leichte Rakete dennoch montieren, würde der Heli beim Abschuss explodieren. Und Flugzeuge der Wiener Neustädter Diamond Aircraft werden bemannt oder unbemannt zur Grenzüberwachung eingesetzt.


So sieht übrigens ein Testflug für einen bewaffneten Camcopter aus, den es angeblich nicht gibt:
Bild


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BeitragVerfasst: 22. Mär 2012, 21:29 

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Im "Profil" gab es vor einigen Jahren einen Artikel über das schleichende Sterben der österreichischen Rüstungsindustrie:


Es stimmt zwar, dass es klassische Rüstungsbetriebe kaum noch gibt (Restbestände wären GDELS Steyr, Hirtenberger Defence Systems, Steyr Mannlicher und evtl. Rheinmetall Arges.), aber daneben existieren mehrere kleine Firmen, die wenigstens teilweise im Verteidigungsbereich tätig sind:



Zuletzt geändert von theoderich am 23. Sep 2015, 19:43, insgesamt 17-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 20. Nov 2012, 11:50 

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Die Firma Intertechnik Technische Produktionen GmbH ist übrigens im Jahr 2006 in Konkurs gegangen:

Zitat:
INTERTECHNIK Technische Produktionen GmbH in Liqu.
Industriezeile 56
4040 Linz

Rechtsform:

    Ges.m.b.H.

Status:

    inaktiv/Tätigkeit eingestellt

Kapitalisierung:

    EUR 36.336,42

Gründungsjahr:

    1997

Löschung im Firmenbuch:

    02.09.2006



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BeitragVerfasst: 27. Jan 2013, 12:48 

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Ich habe ein paar Fotos der Ende der 80er/Anfang der 90er gebauten "Pandur"-Prototypen gefunden. Hier der erste Prototyp:

Bild

Hier der zweite Prototyp mit modifizierter Hülle:

Bild

Und ein Prototyp mit erhöhtem Dach:

Bild



Zuletzt geändert von theoderich am 20. Dez 2014, 22:36, insgesamt 4-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 06. Apr 2013, 11:22 

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Vielleicht interessiert es jemanden - die letzten Entwicklungen von NORICUM:

A survey of the modern mortar (Armada International, 1. Juni 1990)


Zitat:
Then there is the so-called Salvo mortar. Perhaps more of a concept than a "special", the Austrian Noricum SM-4 120 mm Salvo Mortar consists of four 120 mm barrels mounted side-by-side and fired either in sequence or in salvo. All four barrels are carried on a wheeled vehicle such as a modified truck, or a tracked vehicle such as an M113 armoured personnel carrier. The idea is that the Salvo system could replaced artillery weapons, such as 105 mm howitzers, by combining firepower and mobility. The concept has attracted a great deal of attention but to date no orders are known to have been placed.



Round-up on IDEA '89 in Ankara; the Turkish defense industry in search of partners (Armada International, 1. August 1989)

Zitat:
The Turkish Army's requirement for 400 + state-of-the-art 155 mm howitzers provided the target for leading Western artillery specialists attending IDEA. Santa Barbara (SB 155/39), GIAT (155 TR), Noricum (GHN-45 APU) and Armscor (G5 155/45) each displayed examples of their latest systems,


Zitat:
Noricum's exhibit included its truck-mounted 120 mm four-barrelled salvo mortar, which has been trialled on a M113 for the Canadian Armed Forces.


Zitat:
Steyr and ACMAT also showed their latest truck products, Steyr stressing its success in reaching the final stages of the competition for the US DoD FMTV medium-truck programme (in partnership with US-based Steward & Stevenson).


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... und die österreichische Rüstungsindustrie am Ende des Kalten Krieges:

ASMZ, Vol.154 (1988) hat geschrieben:
Rüstungsbetriebe und ihre Erzeugnisse
(Angaben gemäss Bundesministerium für Landesverteidigung)

Waffen und Zubehör

    NORICUM Maschinenbau

      155-mm-Artilleriegeschütze
      105-mm-Panzerkanone
      Geschützkomponenten aller Art. Feuerleitung und Werkstätten
      Modernisierung von gepanzerten Gefechtsfahrzeugen und Selbstfahrlafetten

    STEYR-DAIMLER Puch AG

      Jagdpanzer KÜRASSIER
      Bergepanzer GREIF
      Pionierpanzer 4 KH 7 FA
      Schützenpanzer SAURER
      Granatwerferpanzer 1/81
      Fliegerabwehrpanzer 1 / 2.80
      Gepanzertes Radfahrzeug PANDUR
      Steyr Pistole Parabellum GB 9 mm
      Steyr Maschinenpistolen MP 69/81
      Steyr Universalgewehr
      Steyr Scharfschützengewehr
      Steyr Maschinengewehr

    Vereinigte Edelstahlwerke AG

      Granatwerfer Kaliber 60,81 und 120 mm
      Vorbearbeitete Rohre für Kanonen
      Haubitzen und rückstossfreie Panzerabwehrwaffen
      Komponenten für Land- und Seeminen

    VOEST-ALPIIME AG

      Hohlkörperfertigung
      Panzerwannen
      Panzertürme
      Panzerstahlplatten
      Geschützkomponenten

Fernmeldegeräte

    ITT Austria GmbH

      Integrierte digitale Fernmeldesysteme
      Funkeinrichtungen und Funknetze

    Kapsch AG

      Fernsprechsysteme in Analog- und Digitaltechnik
      Datenübertragungs- und Übermittlungssysteme
      Integrierte Fernmeldesysteme in Digitaltechnik

    SIEMENS AG Österreich

      Mobile und stationäre Kommunikations-, Funk und Radareinrichtungen
      Führungs- und Überwachungssysteme

Fahrzeugtechnik

    Österreichische Automobilfabrik ÖAF-GräfSt Stift AG

      Lastwagen von 6 bis 48 Tonnen Gesamtgewicht mit Hinterrad- oder Allradantrieb
      Geländegängige Mannschaftstransporter div. Gewichtsklassen
      Allrad-Radpanzer 4x4 oder 6x6

    Simmering-Graz-Pauker AG

      Plattformwagen für den Transport von Panzern und Raupenfahrzeugen

    Steyr-Daimler-Puch AG

      Mannschaftstransportfahrzeuge M4x4, M6X6 PINZGAUER
      Steyr-Diesel-LKW 4X4 und 6x6

Pioniergerät und Schiffsbau

    Österreichische Schiffswerften AG

      Patrouillenboote
      Schubboote
      Aluminium- und Kunststoffpontons

    Swoboda Traunsteinwerkstätten

      Sturmboote. Pontons
      Brückenroste für Schlauchbootübergänge

    VOEST-ALPINE AG

      Komponente für schwimmende und feste Brückenkonstruktionen

Optische Geräte

    NORMA Messtechnik, Optik Elektronik GmbH

      LASER-Distanzmessgeräte für Panzerabwehr- und Handfeuerwaffen
      Optische Zielgeräte für die Feldartillerie

    Protonic GmbH

      Richtgeräte für die Artillerie und Granatwerfer
      Periskope für den Tag-/Nachteinsatz von Panzerfahrzeugen
      Nachtsichtgeräte für diverse Waffensysteme



      Zitat:
      Noricum Maschinenbau und Handel GmbH

      Von: 16.03.1987
      Bis: 30.09.1989

      Tochtergesellschaft der VOEST Alpine AG. Das Werk Liezen führte vom16. 3. 1987 bis 30. 9. 1989 diesen Namen. Die Produktion im Werk wurde schon früher auf die Herstellung von Kanonen umgestellt, weil man sich davon gute Absatzmöglichkeiten erhoffte.

      Bei aller Problematik bei der Herstellung von Waffen, die letzten Endes immer auch zur Tötung von Menschen eingesetzt werden können, muss gesagt werden, dass die in Liezen hergestellte Kanone GH N-45 (Gun Howitzer Noricum) mit einem Kaliber von 155 mm ein technisch brillantes Meisterwerk war. Sie wurde in zwei Varianten hergestellt. Die GH N-45 A1 musste gezogen werden, während die GH N-45 APU selbst fahren konnte und dabei auf Asphalt sogar 100 km/h erreichte.

      Problematisch wurde es beim Verkauf. Hans Werner Scheidl schrieb darüber in einem Rückblick in der "Presse" vom 9. 12. 2006, Seite 30, unter anderem: Zwei Hindernisse gab's dabei: Erstens: Österreich durfte laut Staatsvertrag solche Waffen gar nicht besitzen. Aber da fand man ein Schlupfloch: Man wolle die Super-Kanone sowieso nicht besitzen - sondern nur exportieren. Aber wohin? Österreichs "Kriegsmaterialgesetz" verbot jeglichen Export an ein Krieg führendes Land. Aber nur solche Staaten brauchten die österreichische Superkanone. (Ende des Zitats).

      Versuche, die Kanonen über Drittstaaten zu verkaufen, wurden aufgedeckt und schließlich musste die Waffenproduktion überhaupt eingestellt werden.

      Quelle: Karl Hödl: Festschrift "70 Jahre Werk Liezen 1939 - 2009"
      Verfasser: Karl Hödl, 26. 10. 2009



      NORICUM -Untersuchungsausschuß Ausschussbericht (1235 d.B.)

      Zitat:
      C. Grundsatzentscheidung zum Einstieg in die Waffenproduktion

      Die Grundsatzentscheidung, sich im Bereich der Wehrtechnik verstärkt zu engagieren und insbesondere großkalibrige Waffen zu erzeugen, war nach Auffassung des Ausschusses zu wenig vorbereitet und stellt aus heutiger Sicht eine gravierende Fehlentscheidung dar. So wurden zB Marktanalysen unterlassen. Durch einen verstärkten wirtschaftlichen Druck wurden von der Verstaatlichten Industrie immer gewagtere Geschäfte abgeschlossen. Wie von Zeugen zum Ausdruck gebracht wurde, hatte sich ein Subsystem gebildet, in dem einzelne Personen ohne Rücksicht auf Gesetze, Unternehmenszuständigkeiten, Beteiligungen und Berichtspflichten tätig wurden und ihre - wirtschaftlichen - Ziele unter Außerachtlassung gesetzlicher Regelungen verfolgten. Für diese Entwicklung gibt es aber auch politische Verantwortung.

      Der Risikofaktor, daß fast 100% der Produktion in den Export gehen müßten, wird auch in einem Aktenvermerk der VOEST vom 4. April 1979 festgehalten. Aus Zeugenaussagen geht ferner hervor, daß sich die Verstaatlichte Industrie sehr wohl bewußt war, daß der Inlandsabsatz von GHN-45 kaum und wenn nur in absolut unbedeutendem Umfang angenommen werden konnte.

      Im Sinne der grundsätzlichen Überlegungen kam es schließlich über Vermittlung des damaligen Bundesministers für Landesverteidigung R ö s c h zu Vertragsverhandlungen mit der kanadischen Firma SRC-Q, die zum Abschluß zweier Lizenzverträge mit Dr. B u l l, einem Waffenhändler, dessen Firma sich in Schwierigkeiten befand und dessen Geschäftsbeziehung zu Südafrika bekannt war, im Mai und im November 1979 führten.

      Zur Vorbereitung dieser Verträge war im Bereich der VOEST nur die Frage der Staatsvertragskonformität in bezug auf die Reichweite der GHN-45 geprüft und festgestellt worden, daß derartige Überlegungen dem geplanten Einstieg -in die Rüstungsgüterindustrie nicht entgegen stünden. Bei den Überlegungen ging man im Bereich der VOEST davon aus, daß man gerade mit einer weitreichenden Kanone - die GC-45 sollte eine Reichweite von 30 km haben - gute Absatzchancen auf dem
      Weltmarkt habe. Was die Reichweite anlangte, verließ man sich jedoch in Kenntnis der für die Produktion notwendigen Investitionen ohne Überprüfung auf die vom Lizenzgeber zur Verfügung gestellten Schießtafeln; ebenso wurden die Angaben
      des Lizenzgebers hinsichtlich des möglichen Absatzmarktes ohne Überprüfung und ohne eigene Markterhebungen akzeptiert. Wie sich riachträglich herausstellte, kam es jedoch mit keinem der von Dr. B u 11 erwähnten Interessenten zu Vertragsabschlüssen.

      Was die Reichweite der GHN-45 anlangt, wurde offensichtlich zu wenig Rücksicht darauf genommen, daß das Geschütz bereits
      mit normaler Munition (ERFB) - also ohne den spiter im Ausland hinzugefügten "base-bleed Zusatz" - in bestimmten Höhenlagen, wie sie im österreichischen Einsatz gegeben wären, eine Reichweite von mehr als 30 km erzielt und damit im Widerspruch zu einer Bestimmung des österreichischen Staatsvertrages steht.


      Zitat:
      Von seiten der Verstaatlichten Industrie berief man sich bei der Grundsatzentscheidung auf das Interesse des österreichischen Bundesheeres; hiezu ist festzustellen, daß bisher keine einzige Kanone GHN-45 an das österreichische Bundesheer verkauft wurde.



      Fast Hochverrat (DER SPIEGEL 39/1987)



Scanliner launched (FLIGHT INTERNATIONAL, 7. Dezember 1985)

Zitat:
Noricum of Austria has launched a military observation variant of the HB-23 civil motorglider and named it the Scanliner. The aircraft is powered by a four-cylinder engine, can seat two, and has a large, one-piece canopy for good visibility. Noricum is said to be aiming the Scanliner at the Third World market in particular.


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Bührles Kanonendeal: Die zweite "Akte Noricum" (16. Dezember 2000)

Zitat:
Die aktuellen Ermittlungen um die Noricum-Affäre laufen auf Hochtouren. Dem WirtschaftsBlatt liegen umfangreiche Unterlagen über die Geschäfte mit den Kanonenteilen vor.

In die Affäre um den angeblich illegalen Export von Noricum-Kanonenteilen via Slowakei in den Iran kommt nun Bewegung. Wie das WirtschaftsBlatt berichtete, hat der frühere Grüne Abgeordnete Andreas Wabl am 2. Dezember 1998 der Staatsanwaltschaft Wien eine Sachverhaltsdarstellung übermittelt, die jetzt Anlass für grossangelegte Untersuchungen durch die Staatsanwaltschaft Korneuburg und die staatspolizeiliche Sondereinheit EBT sind. Wabl äusserte in seinem Schreiben den Verdacht, dass am 10. Februar 1997 von der Slowakei aus 42,2 Tonnen Ersatzteile für Noricum-Kanonen GH N-45 in den Iran geliefert wurden. Laut End-User-Zertifikat des iranischen Verteidigungsministeriums sollen es 256 Teile, verpackt in 35 Holzkisten, gewesen sein, die für den Teheran bestimmt waren. Anzeiger Wabl liess den Ermittlern auch diverse Unterlagen zukommen.


Zitat:
"Ich habe erst durch Sie von der Sache erfahren, mich hat bisher niemand angesprochen", sagt der 79-jährige Dieter Bührle zum WirtschaftsBlatt. Bührles Karibik-Firma International Technology Finance (ITF) kaufte 1994 die GH N-45-Lizenz samt Bauteil-Lager, seine Zürcher Firma T&T übernahm die Vermarktung. Gleichzeitig ist er 100-Prozent-Gesellschafter der Maschinenfabrik Liezen Systemtechnik GmbH. Den besagten Iran-Deal bestätigt der Schweizer Milliardär gegenüber dem WirtschaftsBlatt. "1997 ist eine Lieferung von unserem Lager in der Slowakei in den Iran gegangen", sagt Bührle zum WirtschaftsBlatt. "Ich sehe der ganzen Sache mit grosser Gelassenheit entgegen, denn ich glaube nicht, dass eine Umgehung der Gesetze stattgefunden hat."

Dem WirtschaftsBlatt liegen nun Dokumente vor, die mehr Licht ins Dunkel der Nachschubgeschäfte mit den Mullahs bringen. Bereits am 22. November 1995 schlossen Bührles Firma ITF und die slowakische Delta-B einen Vertrag, in dem Delta-B beauftragt wurde, "Ware" in die Slowakei unter dem Regime des aktiven Veredelungsverkehrs zu importieren und "gemäss den Instruktionen der ITF zu reexporten - Bestimmungsland Iran".

Erfüllungsfrist laut Papieren: Ende des Jahres 1996. Im Mai 1996 wurde ein weiterer Vertrag abgeschlossen.

In einer anderen Vereinbarung zwischen Bührles ITF und Delta-B, die bei der Ware (Los 4) als Zolldeklarant auftrat, heisst es: "ITF ist Eigentümerin von Halb- und Fertigfabrikaten, die in Detva lagern. Delta-B hat diese Waren im Auftrag der ITF in die Slowakei eingeführt und ... hat die Ausfuhr übernommen."

Teurer Iran-Deal

Laut vorliegenden Unterlagen soll die Delta-B dafür allein für den Import 70.000 US-Dollar, bei Ausfuhr 30.000 US-Dollar erhalten haben. Weitere "Abfindungszahlungen" in Höhe von insgesamt 500.000 US-Dollar sollten innerhalb von 18 Monaten erfolgen. Unter einer Bedingung: "Delta-B musste der ITF zusichern, dass seitens der Behörden der Slowakei gegen die ITF oder den Zolldeklaranten keine Forderungen geltend gemacht werden", die möglicherweise auf Handlungen oder Unterlassungen von Delta-B beruhen.

Ein Mitarbeiter der T&T beschwerte sich später bei einem österreichischen Spediteur, der bei den Geschäften mit an Bord war, dass die Lieferung vom slowakischen Detva nach Teheran 949.749,80 Schweizer Franken, umgerechnet rund 8,6 Millionen Schilling, gekostet habe.

Aus weiteren Unterlagen geht hervor, dass der slowakische Zoll im Juli beziehungsweise Oktober 1997 eine befristete Einfuhr von Teilen und Bestandteilen der "Militärtechnik GH N-45 sowie von Werkzeugen und Hilfsmitteln" genehmigte. Zweck der Einfuhr: Repassieren und Teilkomplementierung der Komponenten der GH N-45. "Nach Beenden der Produktionsoperationen wird das Spezialwerkzeug wieder zurück ins Ausland ausgeführt."

Was in den slowakischen Papieren auffällt, ist, dass die Karibik-Firma ITF Ltd. als Noricum Division St. Vincent, Austria, aber auch als ITF mit Sitz in Zürich bezeichnet wird.

Antrag zurückgezogen

Ob GH N-45 Ersatzteile, die in den Iran geliefert wurden, aus Liezen stammen, prüfen derzeit - laut Korneuburger Staatanwältin Sieglinde Puchner - die Ermittlungsbehörden.

Interessant ist auch, dass die Maschinenfabrik Liezen Systemtechnik GesmbH am 7. Oktober 1998 beim zuständigen Wirtschaftsministerium einen Ausfuhrantrag stellte, diesen aber mit 21. Jänner 1999 wieder zurückzog. Die genauen Gründe dafür sind nicht bekannt.

Neu ist auch, dass die Maschinenfabrik Liezen Systemtechnik laut Bührle kurz vor der Auflösung steht. Dieter Bührle sagte zum WirtschaftsBlatt: "Es bedarf nur noch einiger formeller Handlungen."


Noricum: Kanonendeal von langer Hand geplant (15. Dezember 2000)

Zitat:
Die Ermittlungen um mutmassliche illegale Exporte von GH N-45-Kanonen-Ersatzteile in der Iran laufen weiter auf Hochtouren.

Die zweitägigen Hausdurchsuchungen in der Steiermark durch die Einsatzgruppe zur Bekämpfung des Terrorismus (EBT) sind abgeschlossen. Jetzt heisst es, das sichergestellte Material zu sichten.

Dabei soll es sich unter anderem um Unterlagen aus der Maschinenfabrik Liezen Systemtechnik handeln, deren Alleingesellschafter laut Firmenbuch der Schweizer Milliardär Dieter Bührle ist.

Die Staatsanwaltschaft Korneuburg führt die Ermittlungen aber nicht nur wegen Verdachts der Neutralitätsgefährung und eines Verstosses gegen das Kriegsmaterialgesetz. "Wir ermitteln auch wegen Verdachts nach Paragraph 278a, Bildung einer kriminellen Organisation", sagt Sieglinde Puchner, Leiterin der Korneuburger Anklagebehörde. Was nach Abschluss der Untersuchungen dann wirklich angeklagt wird, stehe laut Staatsanwältin aber auf einem anderen Blatt. Puchner:"Es gilt jetzt zu verifizieren, ob diese GH N-45-Ersatzteile aus Liezen stammen." Die Staatsanwaltschaft Korneuburg ist erst seit 20. August 1999 mit dem Fall betraut. Denn die vom früheren Grün-Abgeordenten Andreas Wabl - entgegen anderen Meldungen - erst am 2. Dezember 1998 bei der Staatsanwaltschaft Wien eingebrachte Sachverhaltsdarstellung wurde wegen Zuständigekeitswirren monatelang zwischen den Justizbehörden in Wien und Linz hin und hergeschoben.

Schweizer Aufdecker

Aufgedeckt wurde diese Waffencausa aber bereits im Frühjahr 1998. Das Schweizer Nachrichtenmagazin Facts berichtete damals detailliert über den brisanten Ersatzteildeal des Schweizer Industriellen Bührle. Bührles Karibik-Firma ITF hatte 1994 die GH-N-45-Lizenz samt Lager um 180 Millionen Schilling von den Liezenern erworben. Seine Zürcher T&T Technology Trading, die angeblich die GH N-45 vermarktet, erhielt vom iranischen Verteidigungsministerium ein End-User-Zertifikat für 256 Stück Ersatzteile der 155-mm-Kanone. Abgewickelt wurde die Lieferung über das slowakische Rüstungsunternehmen ZTS IDOP Ltd., das sich verpflichtete, bis spätestens 28. Februar 1997 in den Iran zu liefern. Eine weitere slowakische Firma, die Delta B, wurde als Zolldeklarant angeheuert.

Lieferverpflichtung

In der schriftlichen Vereinbarung (11. 12. 1996) mit der ZTS IDOP Ltd., die dem WirtschaftsBlatt vorliegt, heisst es: "Das Ziel ... ist, Teile der GH N-45, die der ITF gehören und die in die Slowakei importiert wurden, aus der Slowakei zu exportieren." Am 11. Februar 1997 trafen die Kanonenteile mit einem offiziellen Zollwert von zwei Millionen US-Dollar in Teheran ein.

Dieter Bührle war bis Redaktionsschluss für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.


Iran-Connection: EBT verfolgt erneut GH N-45-Lieferungen (14. Dezember 2000)

Zitat:
Beamte der staatspolizeilichen Einsatzgruppe zur Bekämpfung des Terrorismus (EBT) und der Gendarmerie durchsuchten am Dienstag die Büros, das Lager und Gelände der ehemaligen Produktionsstätte der Kanonenhaubitze GH N-45 Noricum in Liezen. Im Visier: Die dort eingemietete Maschinenfabrik Liezen Systemtechnik GesmbH. Der Verdacht: Verstoss gegen das Kriegsmaterialgesetz. "Ja, wir führen Ermittlungen", bestätigt Sieglinde Puchner, von der zuständigen Staatsanwaltschaft Korneuburg.

Der Hintergrund: Am 3. Februar 1997 stiess der Kremser Zoll auf 20 Paletten mit auffälligen Kisten, die für den Iran bestimmt waren. Eine Begutachtung ergab, dass es sich um Ersatzteile der Noricum-Kanone handelte. Fünf Tage später wurden weitere GH N-45-Teile am Flughafen Wien-Schwechat angehalten. Neben diesen rechtlich umstrittenen Lieferversuchen, soll es aber einen weiteren Iran-Export über Pressburg gegeben haben. Andreas Wabl, Ex-Abgeordneten der Grünen, brachte 1998 eine Sachverhaltsdarstellung bei der Staatsanwaltschaft ein, die Grundlage für die jetzigen Ermittlungen sein soll. Begründung: Verdacht der Neutralitätsgefährdung und der illegalen Ausfuhr von Kriegsmaterial.

Bratislava-Connection

"Am 10. Februar 1997 wurden 42,2 Tonnen Ersatzteile der Kanone GH N-45 österreichischer Herkunft vom Flughafen Pressburg in zwei ukrainische Iljuschin-Frachtflugzeuge verladen und in die iranische Hauptstadt Teheran ausgeflogen", heisst es in der Sachverhaltsdarstellung. Ziel der 35 Holzkisten: Das iranische Verteidigungsministerium.

Laut Wabl stammte das Material von der Zürcher Firma T & T. Im Dezember 1993 hatte die Briefkastenfirma International Technic & Finance Ltd. (ITF) des Schweizer Milliardärs Dieter Bührle um 180 Millionen Schilling die Noricum-Lizenz samt Know-how und Ersatzteillager gekauft. Die Zürcher T&T - Technology Trading Ltd. Noricum Division, übernahm den Verkauf.

Der T&T-Verwaltungsrat und Aktionär Bührle - bis 1991 in der Führung des Schweizer Familienunternehmens Oerlikon-Bührle - ist laut Firmenbuch auch 100-Prozent-Gesellschafter der Maschinenfabrik Liezen Systemtechnik, die 1994 gegründet wurde.

MFL-Systemtechnik-Geschäftsführer Bernhard Moser: "Die Hausdurchsuchungen fanden statt, da die Ermittlungen im Laufen sind, möchte dazu nicht mehr sagen."


Noricum-Kanonen wieder heiss begehrt (25. August 2000)

Zitat:
Rund eineinhalb Jahre seit der letzten Lieferung nach Thailand sind die berühmt-berüchtigten Noricum-Kanonen auf einmal wieder begehrt - und das gleich doppelt: Zum einen stehen die Lizenzen für die GHN-45-Kanonen samt der Vertriebsfirma zum Verkauf. Zum anderen winken 2001 neue Aufträge aus Südostasien.

Ein Konsortium unter Beteiligung der Maschinenfabrik Liezen und Giesserei GesmbH (MFL) und der Steyr Spezialfahrzeuge (SSF) mit ihrem Chef Hans-Michael Malzacher ist laut Insidern der heisseste Kandidat für die Übernahme der Lizenzen und der Noricum-Vertriebsfirma mit dem Namen Maschinenfabrik Liezen Systemtechnik GesmbH. Beides ist derzeit noch im Besitz des Schweizer Industriellen Dieter Bührle, der sich aber vom Bereich Wehrtechnik zurückziehen will. Bührle hatte die Patente und das Know-how für die GHN-45 im Jahr 1993 erworben.


Zitat:
Die MFL Systemtechnik GesmbH wurde 1994 gegründet und war seitdem Auftragnehmer für die GHN-45-Kanonen. "Wir haben in dieser Zeit zwei Aufträge aus Thailand mit einem Gesamtvolumen von 400 Millionen Schilling abgewickelt", sagt Moser.

Produziert haben die Schweizer Firma T&T (Technology Trading), die ebenfalls zur Bührle-Gruppe gehört und die MFL. Für sie würde also die Übernahme der Vertriebsfirma und der Lizenzen Synergien schaffen.

Der Export lief ohnehin schon von Österreich aus. Unabhängig vom neuen Eigentümer führt Moser derzeit Verhandlungen mit südostasiatischen Staaten über neue Aufträge für Noricum-Kanonen. Malaysia und Thailand sind besonders interessiert. Einen Abschluss erwartet er in den nächsten Monaten. Einen kolportierten Auftrag aus Indien will Moser dagegen noch nicht bestätigen.



Hier einige Patente für einen Granatwerfer der Vereinigten Edelstahlwerke:





Zuletzt geändert von theoderich am 17. Aug 2013, 11:50, insgesamt 11-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 06. Mai 2013, 20:59 

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Pooling & Sharing und Smart Defense
Herausforderungen für Streitkräfte im 21. Jahrhundert

GAUSTER Markus: Auswirkungen von Pooling & Sharing auf das internationale Krisenmanagement und zivil-militärische Einsätze Österreichs hat geschrieben:
Der bereits etablierte Trend der Verschiebung der Forschung vom Militär zu Industrie wird sich fortsetzen. Doch bedeutet das auch ein Abgehen nationaler Interessen vom Erhalt der nationalen Rüstungsfähigkeit – vor allem bei kleineren Staaten wie Österreich. Hier ist eine Auftragsverlagerung von heimischen zu europäischen Anbietern zu erkennen.

Beispielhaft ist die Beschaffung von Mannschaftstransportkapazität bei Firmen außerhalb Österreichs, wodurch die heimische Industrie Aufträge verliert. Damit einher geht auch der Verlust der rüstungstechnischen Autarkie, die man nur sehr schwer wieder herstellen kann.
P&S geht jedoch mit der Aufgabe derselben einher und stellt Staaten vor die Perspektive, Rüstungskompetenzen abzugeben. Dies steht unter Umständen nicht im Einklang mit den verfassungsrechtlichen Bestimmungen, die den Begriff „Souveränität“ eines Staates definieren.

Im Entsendestaat präsente Rüstungsindustrie ist entscheidend für Rollenspezialisierung

Die Niederlande machten als erstes europäisches Land einen wesentlichen Schritt und gaben ihre Panzerkräfte auf. Einer der Beweggründe, warum es gerade diese Waffengattung traf, war neben dem budgetären Druck nicht zuletzt das Fehlen einer eigenen Industrie im Bereich der Panzer- bzw. Panzerkomponentenherstellung. Am Beispiel Österreich kann man Spezialisierungen auf einige wenige Bereiche der Rüstungsindustrie einschränken:

    · Herstellung von Faust- und Handfeuerwaffen mit Abnehmern in Österreich, Irland, Australien, Neuseeland etc. (Steyr Mannlicher GmbH & CO. KG) sowie die Herstellung von Pistolen für amerikanische Sicherheitskräfte (Glock GmbH);

    · Herstellung von gepanzerten Räderfahrzeugen wie den Radpanzer PANDUR, der neben Österreich auch in Slowenien und Tschechien eingeführt ist (General Dynamics European Land Systems);

    · Herstellung unbemannter Fluggeräte durch die Firmen Schiebel Elektronische Geräte GmbH, AERIE GmbH und IAT21 innovative aeronautics technologies GmbH.


GAUSTER Markus: Auswirkungen von Pooling & Sharing auf das internationale Krisenmanagement und zivil-militärische Einsätze Österreichs hat geschrieben:
Drohnen und nicht-letale Waffensysteme von steigender Relevanz für Pooling & Sharing

Zukünftig werden unbemannte Plattformen in Streitkräftestrukturen eine wesentliche Rolle spielen und z. B. kostenintensive Militärflugzeuge zumindest teilweise ersetzen – ob für IKKM-Einsätze, innerhalb der EU oder im jeweiligen Staat selbst bleibt offen. Es ist auch zu erwarten, dass die Nachfrage nach nicht-letalen Waffensystemen steigen wird. Die Entwicklung, Beschaffung und Bereitstellung solcher Fähigkeiten ist somit in P&S-Konzepte einzukalkulieren. Österreich könnte hier z. B. durch bereits vorhandenes Know-how im Bereich der Drohnenentwicklung gewisse Nischen besetzen und militärstrategische Absichten von Streitkräften mit Interessen privater Firmen bündeln. Hierbei wäre es sicher hilfreich, wenn derartige Systeme im eigenen Heer verwendet würden.



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BeitragVerfasst: 21. Mai 2013, 21:57 

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Panzer, Kanonen und Pistolen – Österreichs »geheime Industrie«, in: Eco Jahrbuch 2013

Zitat:
Eines ist bei der Waffenmesse offensichtlich: Österreichs Hersteller haben ein Problem mit sich selbst. Man will zwar am Rüstungsgeschäft gut verdienen, aber auf keinen Fall damit in die Öffentlichkeit gehen. Offenbar schämt man sich für das, was man macht. Dabei fertigen die heutigen österreichischen Produzenten längst kein richtig schweres Kriegsgerät mehr. Kampfpanzer oder Haubitzen heimischer Produktion sind auf der »Eurosatory« im Gegensatz zur ebenfalls »neutralen« Schweiz nicht zu finden. Dieser Industriezweig ist hierzulande ausgestorben. Doch nicht etwa aus moralischen Gründen oder einer strengen Neutralitätsauslegung wegen hat man darauf verzichtet. Und schon gar nicht auf freiwilliger Basis. »Der berühmte Noricum-Skandal hat stattgefunden. Ausschlaggebend war aber neben dem Skandal, dass auch die Märkte für diese Produkte aus österreichischer Sicht nicht mehr vorhanden sind«, erklärt Dr. Rudolf Lohberger. Der ehemalige Chef des Minen- und Sprengstoffherstellers Dynamit Nobel schneidet mit dem Skandal die dunkelste Geschichte der heimischen Rüstungsindustrie an. Firmen gingen in Konkurs, mysteriöse Todesfälle machten Schlagzeilen, Untersuchungskommissionen wurden eingeleitet und Gerichtsurteile gesprochen.


Zitat:
Und wie erging es dem unfreiwilligen Wegbereiter Steyr-Mannlicher? Weniger gut. Nach einem Beinahe-Konkurs im Jahr 2007 rappelt sich der oberösterreichische Produzent erst langsam wieder auf. »Wir standen sehr schlecht da. Wir hatten damals einen Umsatz von acht Millionen Euro. 2011 haben wir ihn auf 22 Millionen Euro steigern können, 2012 sind es bereits 30«, erzählt Geschäftsführer Dr. Michael Engesser. Zwei österreichische Investoren haben den Betrieb letztendlich gerettet. Mit seinen Scharfschützen-Gewehren ist Steyr bei Spezialeinheiten in aller Welt bereits gut aufgestellt. Jetzt wird mit einer eigens entwickelten Pistole auch Glock der Kampf angesagt.

Einziges Hindernis aus Unternehmenssicht: die seit dem Noricum-Skandal noch strengeren Exportkontrollen der Republik. »Es ist wohl die am besten kontrollierte Industrie Österreichs«, beteuern Branchenvertreter immer wieder. Für jede Lieferung muss angefragt werden, bei Kriegsgerät wird noch strenger geprüft. Genau unter die Lupe genommen wird neben Steyr, Glock und Hirtenberger auch die ehemalige ARGES Armaturen, die heute zum deutschen Rheinmetall-Konzern gehört und im oberösterreichischen Kaufing Handgranaten und 40-mm-Munition fertigt. Sowie die ehemalige Steyr Spezialfahrzeuge in Wien-Simmering – aufgekauft vom US-Riesen General Dynamics –, wo erst im vergangenen Juni ein neuer Prototyp für einen Aufklärungspanzer vom Stapel lief.

Diese fünf Unternehmen zählen auch zu den letzten klassischen Rüstungsproduzenten Österreichs. Ansonsten tummeln sich heutzutage Dutzende Firmen sowohl im zivilen als auch im militärischen Sicherheitsbereich herum. Die Wiener Firma Frequentis etwa stellt Kommunikationssysteme für die Flugsicherung her, liefert aber auch an das US-Militär. Schiebel aus Wiener Neustadt verkauft seine Drohnen sowohl an private Unternehmen als auch an Grenzschutz-Behörden.

Solange ein Land als »okay« genehmigt ist, liefert die Branche überall hin. Schließlich ist der internationale Wettbewerb groß. Dabei wird vergessen, wie schnell sich das Blatt drehen kann. Pakistan galt beispielsweise in den 1960er-Jahren als Tor zur westlichen Welt, war unbedenklich. Österreich vergab eine Produktionslizenz für Handgranaten. Jahrzehnte später finden sich genau diese Granaten in Konflikten und bei Terroranschlägen wieder.

So etwas könne man im Vorhinein eben nie wissen, sagt ein Manager nüchtern.



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BeitragVerfasst: 30. Jul 2013, 08:22 

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Admin: Beitrag gelöscht, da es keinen Bezug zu Österreich gab.


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BeitragVerfasst: 14. Aug 2013, 01:48 

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Vom Sprengkopf bis zum Krautkopf (17. September 2002)

Zitat:
Zur Dynamit Nobel kam Raiffeisen im Zuge einer der spektakulärsten Pleiten der steirischen Wirtschaftsgeschichte, dem Zusammenbruch des Assmann-Firmengeflechts im Jahr 1993.

Ursprünglich waren von der Dynamit Nobel Graz Granaten und Übungsmunition für das Bundesheer gefertigt worden. Eine Zeit lang beschäftigte sich der Betrieb mit der Entsorgung von fast 90.000 Minen der Schweizer Armee, die von Emmerich Assmann illegal in einem obersteirischen Bergstollen gelagert worden waren. Die Produktion von Kriegsmaterial wurde unter der Raiffeisen-Ägide aufgegeben: Heute stellt Dynamit Nobel mit 18 Mitarbeitern Schlossereiprodukte her.

Unter anderem werden Transporthalterungen für BMW-Motoren gefertigt. Zuletzt wurde damit ein Umsatz von 1,5 Millionen Euro erzielt.



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BeitragVerfasst: 21. Okt 2013, 00:01 

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Bgdr DDr. Harald Pöcher hat im Sammelband "Strategie und Sicherheit 2011" einen sehr interessanten Beitrag zum ÖBH als (Nicht-) Wirtschaftsfaktor publiziert. Hier ein paar diskussionswürdige und relevante Auszüge:

    PÖCHER Harald: Das österreichische Bundesheer als Wirtschaftsfaktor, in: PUCHER Johann / Johann FRANK: Strategie und Sicherheit 2011. Der Gestaltungsspielraum der österreichischen Sicherheitspolitik, p. 581-592

    Zitat:
    Bedingt durch das in Relation zum Bruttoinlandsprodukt niedrige Verteidigungsbudget von rund 2,1 Milliarden Euro beträgt die gesamtwirtschaftliche Nachfrage, die vom Bundesheer ausgeht, lediglich 0,74 Prozent. Es ist evident, dass von einer Nachfragekomponente dieser Größenordnung keine nachhaltigen Wirkungen auf den Wirtschaftsprozess ausgehen.

    Als Arbeitgeber beschäftigt das Bundesheer rund 0,875 Prozent aller Erwerbstätigen. Mit einem Budgetanteil von knapp unter 40 Prozent für Neu-/Ersatzinvestitionen beziehungsweise für den Betriebsaufwand und einem hohen Anteil an Rüstungsgüterbeschaffungen im Ausland ist das Bundesheer kein starker Geschäftspartner für die heimische Rüstungsindustrie. Ambivalent ist daher auch das Verhältnis des Bundesheeres zur österreichischen Rüstungsindustrie bzw. zu dem, was von dieser noch übrig ist.

    Von Bedeutung ist das Bundesheer allerdings als Anbieter von Hilfeleistung in Katastrophenfällen und als Anbieter von wehrpolitischen Veranstaltungen, beispielsweise der Air Power in Zeltweg. Deren Gesamtwert, ausgedrückt in Geldeinheiten, kann jedoch nicht angegeben werden, da das Bundesheer bei einem überwiegenden Anteil dieser Leistungen auf Grund rechtlicher Bestimmungen kein Entgelt verlangen darf. Der Werbeeffekt, den das Bundesheer durch diese Leistungen erzielt, kann ebenfalls nur schwer in Geld bemessen werden, er ist aber unzweifelhaft gegeben.

    Durch den Einsparungsdruck innerhalb der nächsten Jahre ist zu erwarten, dass der ohnehin eher als gering einzustufende Wirtschaftsfaktor Bundesheer weiter an Bedeutung verlieren könnte.


    Zitat:
    3.1 Die gesamtwirtschaftliche Dimension

      Streitkräfte benötigen für ihre Leistungserstellung die volkswirtschaftlichen Produktionsfaktoren Grund und Boden, Arbeit und Kapital. Bevor Streitkräfte aber eine Leistung erstellen können, brauchen sie finanzielle Mittel, um die benötigten Produktionsfaktoren beschaffen zu können. In einigen wenigen Fällen ist es Streitkräften auch möglich, per Gesetz über bestimmte Produktionsfaktoren zu verfügen, beispielsweise über kostengünstige Arbeit im Rahmen der Einberufung von Wehrpflichtigen. Zur Bezahlung der Produktionsfaktoren erhalten die Streitkräfte die Finanzmittel im Wege des Bundesbudgets.

      Das österreichische Bundesheer wurde bei der Zuteilung von Budgetmitteln im Vergleich zu anderen Armeen in Europa eher kurz gehalten. Erst mit dem Zerfall von Jugoslawien und der friedlichen Trennung der Tschechoslowakei sowie dem Abrüstungsprozess während der letzten 20 Jahre fällt ein Vergleich des Verteidigungsbudgets Österreichs mit dem seiner Nachbarstaaten günstiger aus, als dies noch Mitte der 1980er Jahre der Fall war. Es ist aber nicht das österreichische Bundesheer reicher geworden, vielmehr ist ein Großteil der Armeen der kleineren an Österreich angrenzenden Staaten auch unter Berücksichtigung allfälliger Kaufkraftunterschiede zwischen den Staaten signifikant ärmer geworden.

    3.1.1 Verteidigungsausgaben und Gesamtwirtschaft

      Aus volkswirtschaftlicher Sicht ist die Frage interessant, welches Gewicht die Ausgaben für die Streitkräfte innerhalb des gesamten Wirtschaftsprozesses haben. Aus diesem Grunde ist es gebräuchlich, den Bezug zu einer Größe herzustellen, in der sich die Gesamtleistung einer Volkswirtschaft widerspiegelt. Trotz gewisser Vorbehalte wird für diesen Zweck das Bruttoinlandsprodukt herangezogen. Die Verteidigungsausgaben sind ein Teil des Bruttoinlandsproduktes, ihr Anteil daran wird als gesamtwirtschaftliche Verteidigungsquote bezeichnet. Die Verteidigungsquote dient auch als Maßstab für die Bewertung der „Ability to pay“, der Belastung und Belastbarkeit einer Volkswirtschaft mit Militärausgaben. Bei einem Verteidigungsbudget im Jahre 2010 von rund 2,1 Milliarden Euro betrug die Verteidigungsquote rund 0,74 Prozent. Eine offene Volkswirtschaft ist ein komplexes Kreislaufsystem, in dem gegenläufig Güter und Geldströme zirkulieren. Die Ausgaben, die aus dem Verteidigungsbudget geleistet werden, machten in diesem Kreislaufstrom nur rund 0,74 Prozent der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage aus. Es ist evident, dass von einer Nachfragekomponente dieser Größenordnung keine nachhaltigen Wirkungen auf den Wirtschaftsprozess ausgehen.

    3.1.2 Verteidigungsausgaben und Produktionsfaktor Arbeit

      Die Streitkräfte benötigen für ihre Auftragserfüllung einen Teil der in der Volkswirtschaft verfügbaren Arbeitskräfte. Deren Einsatz erfolgt als Soldaten und Zivilbedienstete. Das Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport (BMLVS) beschäftigt im Ministerium und bei den Streitkräften [Für den Zweck der Arbeit wurde zu dem im Stellenplan aufgelisteten Ist-Personal der im Monatsdurchschnitt eingerückte Anteil der Rekruten hinzugerechnet.] im Jahr 2011 rund 35 000 Personen. Dies sind rund 0,875 Prozent aller Erwerbstätigen in Österreich. Dazu sind weiters diejenigen Arbeitskräfte in der privaten Wirtschaft zu zählen, deren Beschäftigung direkt oder indirekt von den Ausgaben für die Landesverteidigung abhängt (Rüstungsgüterproduktion, Dienstleistungen aller Art für das Bundesheer, Bautätigkeit für militärische Zwecke, Versorgung mit Verpflegung und Bekleidung). Einer Berechnung des Autors zufolge sind zu den bei den Streitkräften direkt Beschäftigten noch weitere rund 6000 Beschäftigte in der zivilen Wirtschaft zu rechnen.

      Die Ausgaben für Landesverteidigung wirken sich neben der quantitativen Komponente aber auch qualitativ auf den Produktionsfaktor Arbeit aus, denn moderne, hoch technisierte Streitkräfte stellen weit größere Ansprüche an das Personal als früher. Die während der militärischen Dienstleistung erhaltene Aus-, Fort- und Weiterbildung gewinnt daher immer mehr an Bedeutung, was schlussendlich zu einer Erhöhung des Humankapitals führt, das sowohl in den Streitkräften nutzbringend eingesetzt werden als auch den in das Zivilleben zurückkehrenden Soldaten von Nutzen sein kann. Dieser letztgenannten Erweiterung des Wissens und Könnens kommt vor allem in Freiwilligenstreitkräften eine besondere Bedeutung zu, da in dieser Wehrform ein Großteil der Soldaten nur auf eine bestimmte Zeit in den Streitkräften verwendet wird und sich danach am Arbeitmarkt eine neue Arbeit suchen muss.

      Das österreichische Bundesheer ist neben anderen Bundesdienststellen auch eine Ausbildungsstätte für Lehrlinge. Mit seinen 230 Ausbildungsplätzen ist das Bundesheer einer der größten Lehrlingsausbilder des Bundes. Nach Abschluss der Lehre verbleiben etwa 20 bis 25 Prozent der Lehrlinge im Ressort. Das Bundesheer ist aber bestrebt, den Großteil der ausgebildeten Lehrlinge im Ressortbereich zu beschäftigen.

    3.1.3 Verteidigungsausgaben und Produktionsfaktor Kapital

      Der Verteidigungsbedarf verlangt neben dem Produktionsfaktor Arbeit auch einen gewissen Anteil am volkswirtschaftlichen Kapital- und Produktionsmittelbestand. Die Verteidigungsausgaben, die in Form von Ersatz- und Neuinvestitionen für im Inland erzeugte Güter sowie für die militärische Infrastruktur aufgewendet werden, beeinflussen Höhe und Struktur des volkswirtschaftlichen Produktionsapparates. Der Verteidigungssektor einer Volkswirtschaft hat auch eine Nachfragestruktur, die ihrerseits die Produktionsstruktur bestimmt. Eine Analyse der produzierenden Wirtschaftszweige kann dabei Aufschluss geben, welcher Anteil der Produktion durch militärische Nachfrage bestimmt wird und welche Mengen der Produktionsfaktoren Arbeit und Kapital in den einzelnen Bereichen gebunden sind. Die Analyse der strukturellen Wirkungen von Verteidigungsausgaben stößt aber auf große Schwierigkeiten, da die getätigten Sachausgaben bestimmten Wirtschaftszweigen zugeordnet werden müssen, in denen durch die Ausgaben Einnahmen (Umsätze) erzielt werden. Es genügt dabei nicht nur, die direkten Effekte, beispielsweise die Umsätze, die bei der Panzerproduktion im Industriebereich Fahrzeugbau entstehen, zu berücksichtigen, sondern man muss auch die indirekten Effekte, beispielsweise die Umsätze der elektrotechnischen, optischen oder feinmechanischen Industrie berücksichtigen. Methodisch am besten geeignet wäre dabei eine Input-Output-Analyse. Für den Fall Österreich existiert keine Untersuchung, wie sich die Verteidigungsausgaben in der Produktionsstruktur der österreichischen Wirtschaft insgesamt auswirken.


    Zitat:
    3.2 Das Verhältnis des Bundesheeres zur österreichischen Rüstungsindustrie

      Die Rüstungsindustrie eines Landes hat mehr als nur eine verteidigungs- und sicherheitspolitische Funktion. Streitkräfte und die nationale Rüstungsindustrie bilden strategisch die Grundlage für die Sicherheitsvorsorge. Eng in Verbindung zu sehen mit dem Bundesheer als Wirtschaftsfaktor ist somit auch der Stellenwert der heimischen Rüstungsindustrie als Anbieter von Gütern und Leistungen für die Streitkräfte. Von Seiten der Wirtschaft wurde im Laufe der letzten 30 bis 40 Jahre die besondere Bevorzugung inländischer Unternehmen bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen im Rüstungsbereich gefordert. Von offiziellen Stellen wird diesem Ansinnen immer wieder entgegengehalten, dass eine Bevorzugung der heimischen Industrie nicht Aufgabe der Vollziehung sein kann. Die von der Industrie immer wieder geforderte strategische Zusammenarbeit erfolgt daher nur anlassbezogen und ohne langfristige Zielsetzung.

      In Österreich gibt es eine Reihe von Rüstungsunternehmen, die sich dem internationalen Schrumpfungsprozess der letzten Jahrzehnte ebenso wenig entziehen konnten wie jene anderer europäischer Staaten. Einer Information der Wirtschaftskammer Österreich zufolge können lediglich fünf Unternehmen (als Produzenten von sogenannten harten Rüstungsgütern, Waffen und Waffensysteme) der Rüstungsindustrie im engeren Sinn zugerechnet werden. Dies sind die Firmen General Dynamics European Landsystems-Steyr, Glock, Hirtenberger Defence Systems, Rheinmetall Defence und Steyr Mannlicher. Alle übrigen rund 65 Unternehmen, die hier aufgelistet werden, müssen dem Bereich der Produktion von Dual-use-Gütern zugeordnet werden.


    Zitat:
    3.3.2 Verteidigungsausgaben und direkte Beschäftigungs-, Einkommens- und Beschaffungseffekte

      [...]

      Knapp weniger als 40 Prozent des Verteidigungsbudgets stehen für Investitionen und Betriebsaufwand zur Verfügung. Damit müssen Neu- und Ersatzinvestitionen sowie der gesamte Betriebsaufwand abgedeckt werden. Eine bescheidene Summe, die im Laufe der letzten Jahre stetig geringer geworden ist und zu sparsamem Betrieb und spärlichen Investitionen zwingt. Die Beschaffungen des Bundesheeres erfolgen zu einem überwiegenden Anteil zentral durch das BMLVS. In manchen Jahren betrug dieser Anteil über 80 Prozent. Der wesentlich geringere Anteil erfolgt durch die sogenannte dezentrale Beschaffung bei den nachgeordneten Dienststellen und Kommanden.

      Einen besonderen Einfluss auf die Beschaffungstätigkeit des Bundesheeres hat das EU-Recht, insbesondere die Vergaberichtlinien, die von Österreich nach dem Beitritt zur EU 1995 in innerstaatliches Recht umgesetzt werden mussten. Der österreichische Gesetzgeber erließ hiezu ein Bundesvergabegesetz, demzufolge bei der Vergabe von Gütern und Dienstleistungen ab einem gewissen Schwellenwert grundsätzlich Bieter aus dem gesamten EU-Raum berücksichtigt werden müssen. Die prioritäre Bevorzugung von heimischen Unternehmen ist damit gesetzwidrig und nur dann zulässig, wenn Ausnahmetatbestände im EU-Recht und nationalen Recht vorgesehen sind. Eine weitere Einschränkung der Bevorzugung des nationalen Marktes wird die Umsetzung der Richtlinie für verteidigungsspezifische Güter mit sich bringen. Die Zielsetzung dieser Richtlinie ist die beschleunigte Einführung eines europäischen Rüstungsmarktes und damit eine Öffnung der nationalen Rüstungsmärkte für ausländische Bieter.
______________________

Das Modell eines "Pandur II" und die in Wien gefertigte "Mobile Test Rig" für den Scout SV auf der DSEi 2013:

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Zuletzt geändert von theoderich am 30. Apr 2014, 10:28, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 25. Okt 2013, 11:51 

Registriert: 09. Sep 2008, 22:29
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Ich habe auf der Website des finnischen Verteidigungsministeriums ein paar Informationen zur SAWI Electronic GmbH gefunden - das ist offensichtlich der direkte Nachfolger der Intertechnik Linz:

    Zitat:
    PASS - sensorijärjestelmä (Passive Sensor System)

    Bild
    KUVA 11. PASS- sensoriyksikkö.

      - maahan asennettava tiedustelu- ja ennakkovaroitusjärjestelmä

      - valmistaja Sawi Electronic (Itävalta)

      - sisältää passiivisia seismisiä ja infrapunasensoreita

      - ilmaisee havaitun liikkeen ja sen suunnan

      - järjestelmän tunnistusalgoritmit voidaan ohjelmoida tunnistamaan ihminen ja ajoneuvo

      - toisiinsa kytketyistä sensoreista muodostuu maahan peitetty valvontalinja, jonka suurin pituus 100 metriä

      - valvontalinjoista tieto välitetään radiolla päätöksentekijällä olevaan keskusyksikköön.


    PASS - sensor system (Passive Sensor System)

    Image 11: PASS-Sensor Unit

      - Ground based Reconnaissance and Early Warning System

      - Manufacturer: Sawi Electronic (Austria)

      - Includes passive seismic and infrared sensors

      - Indicates the observed motion and its direction

      - System identification algorithms may be programmed to identify the person and the vehicle

      - A series consisted of interconnected ground sensors covered in the line, with a maximum length of 100 meters

      - Control Lines: Information is transmitted by radio to a central decision maker unit.


    Zitat:
    PAIS-laukaisujärjestelmä (Passive Ignition System)

    Bild
    KUVA 13. PAIS-laukaisujärjestelmä. (kuva: SALAKKA-projektiryhmä)

      - maahan asennettava ja sensoriohjattu laukaisin

      - valmistaja Sawi Electronic (Itävalta)

      - järjestelmään voidaan liittää yksi tai kaksi erikseen laukaistavaa vaikuttavaa välinettä (esimerkiksi viuhkapanoksia)

      - järjestelmää käyttää yksittäisten panosten tai panosryhmien laukaisuun

      - sisältää 150 metriä pitkän maahan asennettavan paineaktiivisen pietsokaapelin, joka välittää kohteen ilmaisun varsinaiselle sensorille

      - sensori voidaan ohjelmoida erottelemaan ihminen ja ajoneuvo

      - laukaisu voidaan ohjelmoida toimivaksi esimerkiksi vain ajoneuvoa vastaan.


    PAIS - Ignition System (Passive Ignition System)

      - ground-mounted and sensor-controlled shutter

      - Manufacturer: Sawi Electronic (Austria)

      - The system can be connected to one or two separate ignitors of the active instrument (for example: __)

      - The system can be used with individual entrances or an input in the ignitor.

      - Includes a 150 meter long pressurized piezo cable, which transmits to the actual sensor

      - Sensor can be programmed to distinguish between a human and a vehicle.

      - The trigger can be programmed to work only against a truck.



PASS- (PASSIVE SENSOR SYSTEM)

Zitat:
Passive Sensor System

R. Zierler

Intertechnik Technische Produktionen GmbH, Linz, A

_________________

Ein paar interessante Artikel aus dem Online-Archiv der Oberösterreichischen Nachrichten:

      Oberösterreichische Nachrichten vom 26.09.1995 hat geschrieben:
      Es besteht nicht einmal Einigkeit, welche Minen als APM zu gelten haben. Die Hersteller machen diffizile Unterschiede: "Richtsplitterwaffen", die nicht vom Opfer ausgelöst werden, sondern durch Fernzündung explodieren, sollen nicht als APM gelten.

      Diese Richtsplitterwaffen werden auch in Österreich hergestellt. Dynamit Nobel und Hirtenberger erzeugen auch Panzerminen, angeblich nicht für den Export, sondern nur fürs Bundesheer. Die meisten dieser Panzerminen sollen sogar "intelligent" sein: Sensoren, die allerdings abschaltbar sind, unterscheiden zwischen Traktor und Panzer. Die Sensoren kommen aus Linz (Firma Intertechnik).


      Oberösterreichische Nachrichten vom 26.08.1994 hat geschrieben:
      Maschinenfabrik Liezen mit 500 Mill. Schulden, 200 Jobs gehen verloren

      LIEZEN. Erdrückende Altlasten aus der Zeit der Noricum- Kanonengeschäfte und dem kurzen Gastspiel des Gewerken Emmerich Assmann als Eigentümer dürften jetzt zum Konkurs der Maschinenfabrik Liezen führen: Bei 500 Millionen S Schulden sperrte die Bank Austria die Konten. Selbst wenn eine Auffanggesellschaft am Pandur-Auftrag des Bundesheeres beteiligt sein wird, gehen 200 von 600 Jobs verloren.

      "Die Verschuldung war einfach zu hoch, eine Sanierung war nicht mehr möglich", läßt der Vorstand ausrichten: Werksleiter Kurt Bischof und der Sanierer Johannes Zierer hatten beim Zusammenbruch des Assmann-Imperiums Ende 1993 die ehemalige Waffenschmiede übernommen. Bischof ist mit zwei Millionen S beteiligt, Zierer als Person mit einer Million und seine Zierer GmbH mit sieben Millionen S. Die Lizenz für die berüchtigten GHN-Kanonen, die in Liezen produziert und noch unter der Eigentümerschaft der früheren Voest in den Iran und Irak verkauft wurden, hat man mittlerweile an den Schweizer Oerlikon-Konzern abgegeben.

      Der Kreditschutzverband von 1870 meldet, sämtliche Zahlungen seien gestoppt. Es werde ein Rechtsvertreter für die Abwicklung der Insolvenz und die Gründung einer Auffanggesellschaft gesucht. Der Umsatz der Maschinenfabrik Liezen (MFL) wird vom KSV mit 950 Millionen S angegeben (1993: 984 Mill.). Von neun Liegenschaften sind sechs mit insgesamt 180 Millionen S belastet. Die Mitarbeiterzahl war von 1400 zuletzt auf 600 gesunken. Die Bank Austria bestreitet offiziell die KSV-Aussage, daß sie die Konten gesperrt habe. Sie hält eine öffentliche Hilfe bei der Sanierung für unumgänglich.

      "Das Land Steiermark springt sofort ein, wenn ein Konzept vorliegt", erklärt Wirtschaftslandesrätin Waltraud Glasnick. Sie habe sich zweimal bei der Bank Austria um Informationen bemüht und der MFL Hilfe angeboten, aber benötigte Unterlagen seien nie eingelangt. Die Fabrik ist der größte Arbeitgeber im Bezirk Liezen, der flächenmäßig größer ist als ganz Vorarlberg. Bei einer Schließung müßte man mit einer Krise auch für Handel und Dienstleister rechnen.

      "Wir haben bei Zerkleinerungsmaschinen für Baustoffrecycling einen Flop erlitten, weil es zuletzt kaum mehr einen funktionierenden Verkauf gegeben hat", erklärt Arbeiterbetriebsrat Alfred Geier. Der hohe Schuldenstand habe alle potentiellen Partner abgeschreckt.


      Oberösterreichische Nachrichten - 10.08.1994 hat geschrieben:
      LINZ (OÖN-am). Die 68 Pandur-Radpanzer, die das Bundesheer für UNO- Einsätze von der Steyr Spezialfahrzeug AG kauft, freut besonders oberösterreichische Betriebe. Von dem 520-Millionen-Auftrag, der zu mehr als 80 Prozent aus österreichischer Wertschöpfung besteht, entfallen allein 15 Prozent auf die Linzer Firma Intertechnik. "Es ist noch nichts fixiert, wir rechnen aber mit 15 Prozent Anteil", sagt Intertechnik-Geschäftsführer Erich Hainzl.

      Die Wehrtechnik-Schwester der Hainzl Industriesysteme GesmbH liefert die Elektrik, Elektronik und Hydraulik. Das Auftragsvolumen liegt bei fast 50 Millionen Schilling.

      Bitter nötig hat die Steyr Antriebstechnik (SAT) die Zulieferung an die in Wien ansässige Steyr Spezialfahrzeug AG, von der die Pandur endgefertigt werden. Auf die Panzer-Tochter der Steyr-Daimler- Puch AG kommen rund 30 Prozent des Auftragswerts.

      Wie berichtet, denkt die in Steyr beheimatete SAT mangels ausreichenden Ordereingangs an einen weiteren Personalabbau. Der Steyrer 800-Mann-Betrieb liefert Getriebe und andere mechanische Teile.

      Einen ähnlich großen Happen wie die Linzer Intertechnik bekommt die Maschinenfabrik Liezen, wo die Panzerwannen geschweißt werden. Die ehemalige Noricum-Kanonenschmiede ging aus dem Assmann-Konkurs hervor und wurde von zwei Managern übernommen.

      Hoffnung besteht für alle auf Folgeaufträge: Bis zum Jahr 2000 benötigt das Bundesheer für den Eigenbedarf 400 Stück der je knapp acht Millionen Schilling teuren Radpanzer.


      Oberösterreichische Nachrichten vom 31.03.1994 hat geschrieben:
      Bei Noricum-Prozeß erstmals ausgepackt: So waren die Waffengeschäfte kalkuliert

      LINZ. Bisher wurde über Zahlen nur unter Ausschluß der Öffentlichkeit gesprochen, denn Waffenhandel bleibt selbst bei Gericht eine höchst diskrete Branche. Jetzt legt der frühere Noricum- Verkaufschef Johann Eisenburger im Jordanien-Irak-Prozeß erstmals Kalkulationen vor, die fast unglaubliche Gewinne beinhalten. "Es steht zwar kein Kridadelikt in der Anklage, aber gezielt wird der Eindruck erweckt, als hätten wir lauter illegale Geschäfte gemacht und obendrein noch Verluste gebaut", ärgert sich Eisenburger.

      Im laufenden Prozeß geht es - wie berichtet - um den Vorwurf, 200 Kanonen mit Jordanien als Lieferadresse seien vor vornherein für den Irak bestimmt gewesen. 2,7 Milliarden S betrug der Auftragswert, 1,8 Millionen Schilling Gewinn für die Noricum und ihre Vorlieferanten im gesamten Voest-Konzern waren laut Eisenburger kalkuliert. Die Provision war mit 15 Prozent festgelegt und wurde nachträglich um 1,6 Prozent heruntergehandelt. "Mehr als 43 Millionen Schilling waren das - und was hab' ich gemacht, ich Idiot? Abgeliefert hab' ich es", ärgert sich Eisenburger.

      "Die Ernte fahren andere in die Scheune, weil wir es nicht zusammengebracht haben in Österreich", ist man auch in der Maschinenfabrik Liezen - der früheren Noricum - noch heute verbittert: Die Kanonen-Lizenz und sämtliches Produktions-Know-how mußten nach dem Assmann-Konkurs "für ein Butterbrot" an die Bührle- Gruppe in die Schweiz verkauft werden. Bührle soll jetzt jenen Auftrag über 200 Kanonen für Saudi-Arabien weiter bearbeiten, den die Noricum schon in der Tasche hatte. Bei einer Milliarde Schilling Auftragswert waren 600 Millionen S Gewinn berechnet.

      "Während uns vorgeworfen wird, der Name Noricum hätte dem Ansehen der Republik geschadet, bieten die Schweizer ihre Kanonen wieder unter Noricum an - weil die Firma einen guten Ruf hatte", zürnt Eisenburger. Die Maschinenfabrik Liezen liefert nur noch "nicht wehrtechnische Komponenten" zu, zusammengebaut werden die Kanonen im slowakischen Dubnica.

      Schönheitsfehler in Verteidigungslinie

      Einen Schönheitsfehler hat Eisenburgers Verteidigungsschlag allerdings: Von sieben angeführten Aufträgen kamen nur vier zustande, davon zwei nach Ansicht der Justiz illegal. Das größte Geschäft mit 400 Kanonen für Indien für 24 Milliarden S bei 16,5 Milliarden kalkuliertem Gewinn platzte ebenso wie die 100 Stück für Brasilien für 1,5 Milliarden bei 700 Millionen S Gewinn.


      Oberösterreichische Nachrichten vom 15.10.1990 hat geschrieben:
      Erfolgreiche Zusammenarbeit Uni-Wirtschaft

      In Linz wird die einzige rein österreichische Halbleiterentwicklung betrieben. Sie erfolgt in Zusammenarbeit von Wirtschaft und Universität. Am Institut für Festkörperphysik der Linzer Kepler- Universität erfolgt die Grundlagenforschung, die im Industriegelände angesiedelte Hainzl Industriesysteme GesmbH setzt sie in weltweit nachgefragte Produkte um.

      Das Geschäftsfeld Sensorik hat für die Hainzl Industriesysteme GesmbH einen besonderen Stellenwert. Es ist eine Marktnische, in der ein mittelständisches Unternehmen wie das Linzer Weltgeltung erreichen kann.

      Mit Hilfe der Ultravakuum-Technologie werden hochwertigste II-VI- Halbleiter hergestellt, die in der Optoelektronik als besonders sensitive Infrarot-Sensoren Bedeutung haben. Zum Einsatz kommen diese Sensoren in der industriellen Prozeßsteuerung und Fehlerdiagnose, sie ermöglichen weiters die kontaktlose Temperaturmessung und die Schadstoffmessung in der Umwelttechnik.

      Gemeinsam mit der Universität Linz wird ein Forschungsinstitut für Optoelektronik betrieben, wo anwendungsbezogen geforscht wird. Die Sensorik, bemüht sich Firmenchef Ing. Erich Hainzl zu betonen, kommt nur in zivilen Einsatzbereichen zur Anwendung. In der zu seiner Industriegruppe zählenden Intertechnik GesmbH erzeugt Hainzl elektronische und hydraulische Komponenten für "wehrtechnische" Anwendungen. Hauptabnehmer ist das Bundesheer.

      Die Hainzl Industriesysteme wurde 1965 gegründet. Unternehmensleitbild ist das Engagement in sämtlichen Wertschöpfungsstufen eines Produkts von der Forschung über die Entwicklung, die Fertigung, den Vertrieb bis zum Service. Das Unternehmen versteht sich als Problemlöser vor allem im Bereich von Hydraulik- und Elektronik-Komponenten. Jeder vierte Mitarbeiter ist ein Ingenieur. Hainzl-Aggregate und -Systeme finden sich in Sägewerken, in Skibindungen, Seilbahnen, Bahnbaumaschinen oder Kommunalfahrzeugen.

      Als einziges Fertigprodukt wird ein Kompaktbagger erzeugt. 50 der zur Zeit 400 Mitarbeiter sind mit Elektroinstallationen beschäftigt.

      Die direkte und indirekte Exportquote beträgt 70 Prozent. Vorsichtig wird internationalisiert. Seit 1987 deckt ein Vertriebs- und Servicebetrieb den Schweizer Markt ab, seit diesem Jahr ist Hainzl in der BRD im High-Tech-Zentrum Baden-Württemberg vertreten, und von einer Niederlassung in Illinois aus tastet man sich auf den USA-Markt vor.

      Die Ausbaupläne beziehen sich schwergewichtig auf die industriellen Anwendungsgebiete, vor allem die Sensorik, die wehrtechnischen Teilezulieferungen will Hainzl "den neuen politischen Rahmenbedingungen in Europa anpassen".


      Oberösterreichische Nachrichten - 08.03.1989 hat geschrieben:
      LINZ. "Wir werden nicht in die Kärntner Gemeinde Rennweg gehen." Für Reinhard Zirler, Geschäftsführer der Linzer Intertechnik GesmbH, ist die Situation verfahren. Die Elektronikfirma, die elektronische Steuerungen für Maschinen und daraus auch für den Militärbereich entwickelt, wollte nahe Rennweg eine Fabrik und nebenbei eine Testanlage für elektronisch gezündete Minen errichten.

      Prompt kämpften Bürgerinitiativen gegen den von der Kärntner Betriebsansiedlungsgesellschaft offerierten Standort. Nun wird auch der Produktionsbetrieb nicht gebaut. "Wir bekamen Alternativstandorte angeboten", bevorzugt Zirler Regionen "mit Industriegesinnung".

      Intertechnik ist eine Gründung des Linzers Erich Hainzl, Geschäftsführer der Hainzl Industriesysteme GesmbH. Die Aufgabe der Elektronikfirma ist die Entwicklung von Steuerungen. Einige Fühlersysteme - etwa elektromagnetische oder Schallsensoren - sind auch für den Militärbereich geeignet. Intertechnik beschäftigt 30 Mitarbeiter.
_______________________

Jane's Infantry Weapons 2000 hat geschrieben:
Intertechnik ATAS Automatic Target Acquisition System

Description

Compared to conventional aiming devices, the Intertechnik ATAS automatic target acquisition System for 106 mm M40 recoilless rifles significantly increases the first round hit probability against targets up to 1,000 m range by means of electro-optic measuring techniques.

The ATAS includes the following features: a telescopic day sight; telescopic night sight; laser rangefinder; three selectable operating modes for determining lead; ballistics computer and automatic sighting. The day and night telescopic sights are equipped with the same object lenses and eyepieces so as to yield the same view in all cases; all numerical values are reflected into the sight. A semi-conductor laser which is eye-safe is used in the laser rangefinder; the device can optionally be equipped with an Nd:YAG laser (not eye-safe) if required.

The ballistic computer enables the ballistic data of various types of ammunition to be stored. The type of ammunition in use can be entered into the computer by means of an external switch.

Three modes of operation to determine lead can be switch-selected. These are as follows:

    (1) Automatic measurement of target crossing speed

    In this mode the laser is automatically triggered. The computer calculates the lead and elevation based upon the ammunition in use and on the data from the rangefinder and the cross-motion scanner. It then guides the X-Y carriage of the point of aim diode to the proper position. The gunner relays the gun so that the point of aim diode rests on the centre of the target and then fires.

    (2) Manual measurement of target crossing speed

    speedThe gunner triggers the laser when the sight cross-hair is positioned on the target. The point of aim diode then lights up in the centre of the cross-hair. The gunner follows the target with the point of aim diode by means of an aim adjuster which operates on the X-carriage. The computer calculates the lead and elevation and guides the X-Y carriage of the point of aim diode into the proper position. The gunner relays the gun to place the diode on to the centre of the target and fires.

    (3) Operation with time of flight indicator

    The gunner triggers the laser when the sight cross-hair is on the target and the point of aim diode lights up in the centre of the cross-hair. The computer calculates the time of flight based on the ammunition used, and extinguishes the laser diode at the end of the calculated time. The gunner must then remember the position of the target relative to the cross-hair and traverse the gun so that the cross-hair lies in front of the target by the same distance. Elevation is adjusted according to the indicated range and the gun is fired. This system corresponds to the conventional method of aiming-off in the absence of any assistance and is, of course, open to all the usual human errors.

Specifications

    Magnification: x6
    Dioptre adjustment: ±5 dioptres
    Night vision: 2nd generation; 3rd generation optional
    Laser wavelength: 904 nm
    Range cover: 100 to 1,000 m
    Resolution: 10 m
    Power supply: 6 x 1.5 V rechargeable Ni/Cd batteries

Manufacturer

    Intertechnik GesmbH
    Industriezeile 56, Postfach 100, A-4040 Linz.

Status

    Available.



Jane's Infantry Weapons 2001 hat geschrieben:
106 mm 3.1 RAT 700 HEAT-T projectile

Development/Description

    This is a shaped-charge projectile for use with the 106 mm recoilless rifle M40A1. By careful design the internal ballistics of the weapon have been improved, increasing the muzzle velocity and thus the hit probability. The warhead is claimed to perform well against all types of armour, including laminated and reactive. In model testings a penetration of more than 900 mm in homogenous armour plate has been achieved.

    Calibre: 106 mm
    Length, with fins: 575 mm
    Shell weight: 5.7 kg
    Explosive weight: 1.1 kg Octastit
    Penetration: (homogeneous rolled armour) 900 mm static,
    700 mm in dynamic flight
    Round weight: 13.7 kg
    Round length: 1050 mm
    Muzzle velocity: 700 m/s

Intertechnik GmbH,
Industriezeile 56, Postfach 100, A-4040 Linz.

Status

In current use. In production.

Caption: 106 mm 3.1 RAT 700 HEAT-T projectile



Jane's Infnatry Weapons 2001 hat geschrieben:
RAT 700 106 mm projectile

Development/Description

This is a shaped-charge projectile for use with the 106 mm recoilless rifle M40A1. By careful design the internal ballistics of the weapon have been improved, increasing the muzzle velocity and thus the hit probability. The warhead is claimed to perform well against all types of armour, including laminated and reactive.

Calibre: 106 mm

Length, with fins: 575 mm

Weight: 5 kg

Explosive weight: 1.1 kg

Penetration: (homogeneous rolled armour) 700 mm

Intertechnik GmbH,
Industriezelle 56, Postfach 100, A-4040 Linz.

Status

    Advanced development.

Caption: RAT 700 106 mm anti-armour projectile



Jane's Infantry Weapons 2001 hat geschrieben:
LAT 500 anti-tank weapon

Development/Description

The LAT (Light Anti-Tank) 500 is a disposable shoulder-fired weapon for infantry use. It is completely self-contained and does not require any prior assembly or loading routines on the part of the user. It is provided with a shoulder rest and forward handgrip, and there are simple pop-up sights. The weapon is recoilless and may be fired from confined spaces such as rooms or pillboxes. The firing signature has been kept to a minimum.

    Calibre: 82 mm
    Overall length: 900 mm
    Total weight: 7 kg
    Weight of projectile: 1.6 kg
    Weight of explosive: 0.5 kg
    Velocity: 255 m/s
    Penetration: (armour) >500 mm; (concrete) >1000 mm

Intertechnik GmbH,
Industriezelle 56, Postfach 100, A-4040 Linz.

Status

Undergoing trials by Austrian Army. Ready for mass production.

Caption: LAT 500 launcher (above) and complete round (below)



Jane's Infantry Weapons 2001 hat geschrieben:
81 mm SMI mortar

Development/Description

    Computer-aided design and low weight alloys used in the aircraft industry have enabled Sudsteirische Metallindustrie (SMI) to keep the weight of this 81 mm mortar down to 40 kg, making it among the lightest currently available.

    The barrel is made of forged steel, reinforced at the rear end, and the lower part of the barrel is finned to assist in cooling. The breech, which holds the fixed firing pin, is screwed to the barrel and contains the ball by which the barrel is positioned on the baseplate. Two flats on the ball allow the barrel to be inserted and removed from the socket on the baseplate.

    The mounting is a new design which enables the SMI mortar to be emplaced on very uneven ground and yet be folded to a compact unit for transport. It comprises bipod, elevating gear, traversing gear, cross-levelling gear and the barrel clamp. The elevating gear is completely enclosed in a tube which forms the centre shaft of the bipod.

    Three radial ribs on the underside of the baseplate provide the strength to prevent it from buckling under firing stresses and also anchor the mortar to the ground.

    The mortar can be broken down into three manpack loads and can be carried in any suitable vehicle.

BARREL

    Calibre: 81 mm
    Weight: 12.25 kg
    Length with breech plug: 1330 mm

MOUNTING

    Weight: 13.25 kg
    Length, folded: 1000 mm
    Elevation range: 45-85º (800-1510 mils)
    Traverse range: 100 mils left and right

BASEPLATE

    Weight: 13.75 kg
    Diameter: 570 mm

OPTICAL SIGHT

    Weight: 1.3 kg
    Field-of-view: 160 mils
    Magnification: ×2.5
    Elevation range: 900 mils
    Traverse: 6400 mils

PERFORMANCE

    Weight of HE long-range bomb: 4.15 kg
    Max velocity: 300 m/s
    Max range: 5800 m
    Max pressure: 750 bar

    Accuracy: at max range, 50% of bombs fall within a zone 40 m long and 20 m wide based on the target

    Ammunition: The SMI 81 mm mortar is designed for the HE long-range bomb described below. However, it can fire all 81 mm mortar bombs of current manufacture

Sudsteirische Metallindustrie GmbH,
A-8430 Leibnitz

Status

    In current use. Available.

Equipment in Service

    Various countries have placed orders or have evaluated the mortar.

Caption: Design of 81 mm SMI mortar mounting enables mortar to be emplaced in difficult terrain


Ordnance & Munitions Forecast
Multi-Purpose Individual Munition - Archived 3/2003

Zitat:
Light Anti-Tank 500. This weapon was developed by the Intertechnik firm of Austria; subsequently, the technical data package and all rights were sold to Deutsche Aerospace/DASA. This disposable weapon, which weighs 7 kilograms (15.4 pounds), offers several warhead options and is capable of being fired from an enclosed space. Although not in the officially funded program, this weapon was promoted for the Multi-Purpose Individual Munition program. However, its weight negated any chance of procurement by the US Army. After being sold to Deutsche Aerospace/DASA in the early 1990s, this program went dormant.


Ordnance & Munitions Forecast
Landmines (Europe) - Archived 3/99

Zitat:
Austria

    Armaturen GmbH: This firm has produced two types of anti-personnel landmines - the SpM75 Anti-personnel Bounding Mine and the M80 Horizontal Anti-personnel Mine.

    Dynamit Nobel Wien: Dynamit Nobel Wien has produced the HM 1000 anti-personnel landmine, a Claymore type, and the PM 3000 Anti-tank landmine. The PM 3000 is a variable function mine which uses either pressure or electrical detonation. Both mines are in production on an as needed basis.

    Dynamit Nobel Graz: In 1993, this firm took over the former Südsteirische Metall-Industrie organization including its product line. However, for the time being, the firm's older products are still covered separately below.

    Dynamit Nobel Graz has manufactured four different directional fragmentation type landmines. The APM 19 and APM 29 are intended for anti-personnel use while the larger AVM 100 and AVM 195 are intended for armored vehicles up to the armored personnel carrier class. These landmines are in serial production on an as needed basis for domestic and (the now limited) export orders. The Giant Shotgun weapon was originally developed (as the 17/4C by Südsteirische Metall-Industrie) for engineer troops to clear barbed wire and similar obstacles. However, the weapon has considerable application for deployment as an anti-personnel or anti-vehicular landmine. The development of the Giant Shotgun is complete and it is available for production orders. The firm is also developing an offroute anti-tank mine capable of perforating up to eight centimeters (3.15 inches) of steel at 30 meters (32.8 yards). In 1996, the development was complete but no sales have been reported although some sources cite some export sales. The ATM 2000E is an advanced design anti-tank landmine using a shaped charge as the lethal device. The mine uses advanced electronics in conjunction with acoustic/magnetic sensors; it can be laid on the surface or buried. The ATM 2000E can also be command detonated; it is in production for Austria.

    Hirtenberger: In 1988, Hirtenberger started production of the ATM-6 and ATM-7 off-route anti-tank mines as well as the APM-1 and APM-2 anti-personnel landmines which are claymore type. In addition, Hirtenberger offers the HELKIR electronic fuze system which can be integrated with various directional type landmines. The firm also is manufacturing the DRAGON electronic fuze system which can be integrated with various anti-armor mines to yield an effective off-route mine.

    Intertechnik: The Intertechnik ATM 2000E Anti-tank Mine is an advanced plastic-bodied mine that uses a microprocessor-based fuzing system. The landmine is in service with the Austrian Army.

    Südsteirische Metall-Industrie: Before its take-over by Dynamit Nobel Graz, this famous firm produced several different anti-tank landmines. The Panzermine 75 Antitank Mine is a conventional plastic mine and, while out of production, is in service with the Austrian Army. The SMI 22/7C Off-route Anti-tank Mine supersedes the SMI 22/6 model. This mine has been evaluated by two potential customers. The old 20/1C, 21/3C and 21/11C mines, while no longer manufactured, remain in service in Austria as well as several other nations.


Intertechnik produzierte auch ein Minenlegesystem unter der Bezeichnung Austrian Intermittent Digger - AID 2000.


Zuletzt geändert von theoderich am 10. Jun 2017, 03:10, insgesamt 6-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 25. Okt 2013, 21:43 

Registriert: 12. Nov 2008, 18:23
Beiträge: 297
Wenn ein bisserl was wahr ist, auch kein Ruhmesblatt:
http://www.nytimes.com/2013/10/24/world ... .html?_r=0
GD hat Steyr-Feuerwehrfahrzeuge nach thailand verkauft und der Deal scheint ein wenig zu "riechen". So weit, so schlecht, geht uns grundsätzlich nichts an. Aber: Wenn von offizieller Seite ein government-to-govermnet Deal daraus gemacht wurde, war unsere Exportplattform wieder einmal ...


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BeitragVerfasst: 28. Okt 2013, 20:32 

Registriert: 28. Okt 2006, 20:59
Beiträge: 279
Intertechnik war u.a. auch der Hersteller der PzMi88 sowie der ATS 106 Radlafette für die rPAK M40.


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BeitragVerfasst: 28. Okt 2013, 21:26 

Registriert: 09. Sep 2008, 22:29
Beiträge: 20791
Und sie hat den "Panzerminenleger 90" des Bundesheeres konstruiert:





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BeitragVerfasst: 14. Nov 2013, 18:09 

Registriert: 11. Mär 2012, 03:50
Beiträge: 449
.50 BMG QCB und Daenische munition.

Vor za. 20 jahren wurde von einer Daenischen firma eine ladung fuer das .50BMG entwickelt welche
(angeblich) die leistung der patrone in die 20 mm klasse steigerd.
Kann sich jemand daran erinnern?


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