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Krone: ÖVP entwirft "Wehrpflicht NEU"

Landesverteidigung, Einsätze & Übungen, Sicherheitspolitik, Organisation, ...
theoderich
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Re: Krone: ÖVP entwirft "Wehrpflicht NEU"

Beitrag von theoderich » 20. Sep 2010, 11:40

Regierung will nun Bundesheer-Reform "ohne Tabus"

Die Kritik der "Krone" am Heeressystem zeigt Wirkung. Aus der Regierung sind am Wochenende erste Signale gekommen, eine Debatte ohne Tabus führen zu wollen. Außer Streit steht dabei lediglich die Neutralität. Mit dem Begriff einer "Wehrpflicht neu" hatte Außenminister Michael Spindelegger auch in diesem sensiblen Bereich bereits Reformwillen gezeigt.

Offiziell gibt man sich allerdings in Regierungskreisen noch sehr vorsichtig. Bundeskanzler Werner Faymann hat am Sonntag gegenüber der "Krone" erklärt, dass "die Entwicklungen in den Nachbarländern, vor allem in Deutschland, genau geprüft und beobachtet" werden.


Bundesheer darf nicht teurer werden
Für Kanzler Faymann "ist bei jeder Reformüberlegung wichtig, dass das Heer nicht teurer werden darf". Man brauche das "Budget für Bildung, Schulen und Gesundheit", so der Regierungschef. An der Sicherheitspolitik hält der Kanzler dabei freilich fest: "Als Teil eines erfolgreichen Friedensprojektes hat das Bundesheer eines neutralen Landes weiterhin besondere Aufgaben zu erfüllen, wie zum Beispiel die internationalen friedenssichernden Einsätze oder im Inland der Assistenzeinsatz und die Katastrophenhilfe nach schweren Unwettern."

Dennoch dämmert in der Regierung die Erkenntnis, dass die Debatte zur Reform ohne Tabus geführt werden muss. Nach den – in der "Krone" – bekannt gewordenen Heeresplänen aus dem Büro von Außenminister Spindelegger samt einer "Wehrpflicht neu" ist man entschlossen, spätestens 2011 ein umfassendes Reformwerk im Rahmen einer zeitgemäßen Sicherheitsdoktrin vorzulegen.



Etwas so schäbiges wie die österreichischen Medien muss man wohl lange suchen. Und eine Regierung die ebendiesen Medien so selig an den Lippen hängt, erst recht! Wie will man eine Armee mit einem Budget von höchstens knapp über 0,5 % des BIP (1,38 Mrd. Euro) überhaupt erhalten? Es gibt nur noch die Wahl zwischen einer großen Armee, die aber miserabel ausgerüstet ist, oder einer Minitruppe, der aber die gute Ausrüstung nichts nützt (die sie sowieso nicht bekommen würde), weil das Personal fehlt. Die reale Einsatzbereitschaft wäre in beiden Fällen nahezu gleich Null und ebenso wären in beiden Fällen die Soldaten die Leidtragenden. Was man mit den vielen überflüssigen Liegenschaften anstellen will, steht auf einem anderen Blatt.

P.S.: Wenn man davon ausgeht, dass für 55.000 Mann ein Budget von 1,1% des BIP erforderlich gewesen wäre, würde eine Anpassung auf 0,25 - 0,5 % des BIP eine Verringerung auf 12.000 - 25.000 Mann zur Folge haben. Realistischerweise würden dabei wohl die meisten Milizbataillone aufgelöst werden, verbunden mit Reduzierungen beim restlichen Personal.

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Re: Krone: ÖVP entwirft "Wehrpflicht NEU"

Beitrag von theoderich » 21. Sep 2010, 07:21


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Re: Krone: ÖVP entwirft "Wehrpflicht NEU"

Beitrag von theoderich » 21. Sep 2010, 10:14

Peter Pilz hat in der ZiB (no na) einen neuen bescheuerten Vorschlag gemacht (Wie üblich mit spöttischem und verächtlichem Unterton.):

Beschließen wir doch gemeinsam bis zum Ende des Jahres, dass nächstes Jahr die Wehrpflicht ausgesetzt wird. 2011 kein einziger junger Mann gezwungen wird einen sinnlosen Dienst zu machen. Und wer nach diesem wehrdienstfreien Jahr noch sagt: "Zurück zur Wehrpflicht.", dem wird sicher nicht mehr zu helfen sein.

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Re: Krone: ÖVP entwirft "Wehrpflicht NEU"

Beitrag von stg76 » 21. Sep 2010, 10:28

Tja, das mit "sinnlos" ist und wird dem gemeinen Österreicher schon ganz ordentlich reingetrichtert

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Re: Krone: ÖVP entwirft "Wehrpflicht NEU"

Beitrag von theoderich » 21. Sep 2010, 10:41

Wehrpflicht für SPÖ und ÖVP außer Diskussion

Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) rechnet bis zum Jahresende mit einer Einigung auf eine gemeinsame Sicherheitsstrategie. Für ihn ist derzeit weder eine Abschaffung noch ein Aussetzen der Wehrpflicht vorstellbar, erklärte er heute vor dem Ministerrat gegenüber Journalisten. Auch für Außenminister Michael Spindelegger (ÖVP) steht die Wehrpflicht derzeit außer Diskussion, sollte nicht eine Analyse etwas „ganz anderes“ bringen.



Und ein paar typische Kommentare im "Kurier":

Wehrpflicht stiehlt den Jungen Lebenszeit


Sparzwänge als Druck zum Nachdenken

Zuletzt geändert von theoderich am 21. Sep 2010, 10:47, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Krone: ÖVP entwirft "Wehrpflicht NEU"

Beitrag von Cyclop » 21. Sep 2010, 10:44



Wenn ich die Zahlen addiere komm ich auf eine Mehrheit für die Wehrpflicht und auf 100,5%!!! Das ist Kronenzeitung!!!

48 Prozent haben gegen die Wehrpflicht und für ein Berufsheer gestimmt.

17 Prozent der Umfrage-Teilnehmer sprechen sich für den Präsenzdienst unter der Bedingung aus, "wenn dieser auch für Frauen gilt".
35,5 Prozent meinen, die Wehrpflicht solle bleiben.
-------
52,5 Prozent für die Wehrpflicht

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Re: Krone: ÖVP entwirft "Wehrpflicht NEU"

Beitrag von theoderich » 21. Sep 2010, 10:56

Ich komme da eher auf 100%. Was du meinst ist die Tatsache, dass man die 47,8 % und 16,7 % einfach aufgerundet hat. Trotzdem ist das Endergebnis dieser sehr unobjektiven Umfrage eine Mehrheit FÜR die Wehrpflicht (Wenn man diejenigen dazuzählt, die eine Wehrpflicht für Frauen befürworten.)..

P.S.: Heute wurde vom Bundeskanzler und Vizekanzler eine neuerliche Reform der Bundesheerreform angekündigt. Pröll im Wortlaut:

Wir brauchen den Aufbruch zu einem "Bundesheer Neu" oder "Wehrpflicht Neu" mit einer Schwerpunktsetzung - einer konsenualen Regelung was die Aufgaben des Bundesheeres sein sollen, die Landesverteidigung sein soll und wie die Sicherheitsdoktrin für Österreich und auch Bedrohungsszenarien der Zukunft aussehen. Und dann wird die Frage der "Wehrpflicht Neu" - da bin ich hundertprozentig beim Bundeskanzler - erst zu bewerten sein.


Dass man die Fehler der Vergangenheit nach einer unvollendeten Radikalkur mit katatrophalen Folgen mit einer neuerlichen Radikalkur (Komplett neue Ausrichtung, weniger Geld,weniger Personal, weniger Waffen, weniger Liegenschaften, etc.) bekämpfen will, zeigt wieder einmal die völlige Orientierungslosigkeit der österreichischen Politik in Fragen der Landesverteidigung. Jede Regierung kocht ihr eigenes Süppchen und wundert sich dann, dass das Heer am Ende noch schlechter dasteht als zuvor.
Wenn diese Reform ab Ende 2011 eingeleitet wird, wird vom Bundesheer so gut wie nichts mehr übrigbleiben. Statt den Soldaten endlich das zu geben, was sie zu einer ordentlichen Auftragserfüllung brauchen (gute Ausrüstung, zeitgemäße Unterkünfte, moderne Ausbildungsinfrastruktur) werden wieder Fähigkeiten abgebaut werden (Panzer, Artillerie und wahrscheinlich auch Miliz), aber im Gegenzug keine neuen Fähigkeiten hinzukommen, weil das Geld nur noch für das Personal und den Betrieb des "Eurofighter", aber fast gar nicht mehr für den laufenden Betrieb und den Sachaufwand zur Verfügung stehen wird.

P.P.S.:
Die Diskussion um die allgemeine Wehrpflicht

Bei der Debatte um die allgemeine Wehrpflicht wird immer wieder ein Vergleich mit der Situation der deutschen Bundeswehr strapaziert. Allerdings ist die Situation in Deutschland und Österreich völlig unterschiedlich.

Deutschland ist Mitglied der Nato und in diesem Zusammenhang auch in Afghanistan im Einsatz. Österreich hingegen ist ein neutraler Staat und nicht Mitglied eines militärischen Bündnisses.

Die Auslandseinsätze der Bundeswehr und des Bundesheeres unterscheiden sich sowohl nach der Region, der Einsatzart, der Aufgabe wie auch der Tätigkeit im Einsatzraum.

Für Katastropheneinsätze steht in Deutschland das Technische Hilfswerk – eine Zivil- und Katastrophenschutzorganisation des Bundes – zur Verfügung. In Österreich hilft das Bundesheer, wenn andere nicht mehr können.

Die Bundeswehr hat in den vergangenen Jahren nie mehr als 20 Prozent der Wehrpflichtigen zum Wehrdienst einberufen. In Österreich werden alle 18-jährigen Männer, die tauglich sind und nicht Zivildienst die leisten, zum Wehrdienst einberufen.

Auch hat der Zivildienst in Deutschland eine andere Bedeutung als in Österreich. Und viele Aufgaben, die im Bundesheer von Wehrpflichtigen erledigt werden, sind in Deutschland an zivile Firmen ausgelagert.

Als Vergleichsland eignet sich vielmehr die Schweiz – und dieser Vergleich macht uns sicher.

    Mag. Michael Bauer Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport, 1090 Wien



P.P.S.: Ein Journalist des "profil" vertritt mal wieder seine Blattlinie (Nach dem Motto: Grundwehrdienst ist sinnloses Zeittotschlagen ... das Bundesheer ist immer noch auf eine Konfrontation mit dem Warschauer Pakt ausgerichtet ... und das alles beruhend auf Erfahrungen aus den 60er-Jahren und irgendwelchen Einzelmeinungen.)

Weg mit der Wehrpflicht!


P.P.S.: Hier noch einmal eine Zusammenfassung der verschiedenen Studien und "Truppendienst"-Artikel die ich in den letzten Monaten zu diesem Thema gefunden habe:


Entwicklung der Mobstärke und die Kosten eines Freiwilligenheeres:

Zuletzt geändert von theoderich am 21. Sep 2010, 17:21, insgesamt 2-mal geändert.

bs
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Re: Krone: ÖVP entwirft "Wehrpflicht NEU"

Beitrag von bs » 21. Sep 2010, 16:03

Glaubt mir, der Politik geht es nicht um die WEHRPFLICHT, die wäre nach denen sowieso schon lange abgeschafft, und das BH gleich mit.
Es geht einzig und alleine um den ZIVIELDIENST, den fällt die Wehrpflicht, gibts auch keinen Zivieldienst mehr, und unser ganzes Sozialnetz würde zusammenbrechen (glaubt man halt)!!!
Und das will sich niemand antun, den Aufschrei den es dann in der Bevölkerung gibt, wenn die billigen Zivis wegfallen.
Und Gott bewahre uns vor einer (größeren) Naturkatastrophe welcher Art auch immer, denn schon jetzt würde unser BH wahrscheinlich an seine Grenzen kommen, personell, Materialmäßig ist es sowieso schon zu spät. (ich denke nur an unsere Hubis....)
Der Militärkommandant von Salzburg hat sich getraut und mal die Wahrheit gesagt, wenn das BH einmal die Unterstützung des Landes braucht fühlt sich niemand angesprochen, doch bei einer Hilfeleistung wird sofort nach dem BH geschrien, und wie groß ist immer die Aufregung der LH wenn es heist eine Kaserne muß geschlossen werden, um zu sparen, oder das mil. Kommando des jeweiligen Landes wird aufgelöst.
Dann wird sofort mit Arbeitsplätzen und mit den wirtschaftlichen Aspekten die eine Kaserne mit sich bringt gekommen. Das das auch finanziert werden muß, das sieht niemand.

Aber das ist Österreich!!! :-(

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Re: Krone: ÖVP entwirft "Wehrpflicht NEU"

Beitrag von theoderich » 21. Sep 2010, 18:09

ÖVP tritt Grundsatzdebatte über Heer los

Ihr EU-Abgeordneter Ernst Strasser, selbst früher Zivildiener und später Innenminister, sagte dem Standard: "Die allgemeine Wehrpflicht hat sich überlebt, das Bundesheer hat nichts mehr davon."

Aufgrund der großen Zahl junger Männer, die nicht mehr wehrfähig seien oder Zivildienst leisten, erreiche das Heer nicht mehr "den Mindestdurchsatz".

Er spreche sich daher für eine "Grundsatzdebatte aus, wozu es das Bundesheer gibt, wie seine Aufgaben am besten erfüllt werden und wie die Hilfsorganisationen ihren Betrieb aufrechterhalten können", sagte Strasser.


Keine Denkverbote

Was nun die künftige Struktur des Heeres und der Wehrpflicht betrifft, wäre er für die Einführung einer neuen Heeresreformkommission. Der EU-Abgeordnete: "Man soll sich keine Denkverbote auferlegen. Die Aufgabe eines modernen Heeres für Österreich heißt erstens Krisenbewältigung, zweitens vorbereitet sein auf das, was in Europa kommen wird, eine europäische Armee, und drittens in der Uno zur Verfügung stehen." Allein daraus ergäben sich die "Suchfelder" des Heeres.

"Möglich" sei ein Berufsheer; wahrscheinlich "ein viel stärkeres Freiwilligenheer". Wohin es konkret gehen soll, will er nicht beantworten, aber "ich verwahre mich dagegen zu sagen: Das oder das geht nicht." Man brauche dann "vermutlich keine Panzer mehr, aber andere technische Dinge". Fest stehe aber: "Die allgemeine Wehrpflicht ist überkommen."


Von einem Verwandten weiß ich, wie Ernst Strasser während seiner Zeit als Innenminister im Ressort gewirtschaftet hat, deshalb halte ich von der Meinung dieses Herrn ziemlich wenig bis gar nichts.

Nachtübungen unmöglich

In seinem Ministerium und im Heer herrscht ohnehin Unsicherheit: "All jenen, deren Verständnis damit endete, dass sie EU- Battle-Group fehlerfrei buchstabieren können, möchte ich die Pflicht der Fürsorge ans Herz legen. In der Vorschrift Truppenführung steht darüber zu lesen: , Fürsorge schließt die Vorbereitung auf den Einsatz durch entsprechende Ausbildung und Ausrüstung mit Waffen und Ausstattung mit Material ein, die den Einsatzerfordernissen gerecht wird'", mahnt etwa der Kommandant des Jägerbataillons 17, Oberstleutnant Ulfried Kohm, in der Truppenzeitung Der Panther.

Er weist darauf hin, dass die Mittel schon jetzt so knapp sind, dass die Soldaten nicht mehr bei Nacht ausgebildet werden können - und die immer noch vertraulich gehandelten Sparpläne sehen weitere Kürzungen bei Überstunden vor. (cs, tom, flog, DER STANDARD, Printausgabe, 22.9.2010)



P.S.: Morgen gibt es eine Debatte im "Club 2" zum Thema Wehrpflicht. Erstaunlicherweise mit einer teilweise wirklich kompetenten Runde (Commenda, Engl, Lichal). Und mit Vertretern höchst radikaler Ansichten - man scheint aber erstmals NICHT das "Schwammerl" eingeladen zu haben, was ich als großen Fortschritt werte:

Zuletzt geändert von theoderich am 22. Sep 2010, 17:56, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Krone: ÖVP entwirft "Wehrpflicht NEU"

Beitrag von theoderich » 22. Sep 2010, 17:46

Heer hat schon jetzt zu viele Berufssoldaten

Der Chef der Bundesheer-Gewerkschaft, Willi Waldner, vom Standard darauf angesprochen, gibt ein recht unsoldatisches Motto aus: "Wer kann, der flüchtet."

Tatsache ist: Auf politischer Ebene sind in den vergangenen Jahren immer neue Reformpläne entworfen worden, auf das bestehende Personal ist dabei kaum Bedacht genommen worden. Da die Stammmannschaft des Verteidigungsressorts aus beamteten Berufssoldaten besteht, kann diese nicht beliebig verkleinert werden.

Jede Personalsparmaßnahme trifft daher unmittelbar die Truppe: Dort können kaum junge Unteroffiziere zur Aufrechterhaltung des Ausbildungsbetriebs und des täglichen Betriebes angeworben werden. Besonders verlockend sind die Karriereaussichten ohnehin nicht, räumt Waldner ein: "Wir sind nicht besonders attraktiv, wir gelten bei Leuten, die zwischen Heer und Exekutive wählen, als ein alter, verzopfter Verein - mir tut das selber weh." Um jungen Leuten in einer schrumpfenden Mannschaft Platz zu machen, müssten viele ältere gehen.

Aber das passiert längst nicht im nötige Ausmaß. Dem Standard liegen Berechnungen vor, nach denen der Personalstand von 24.400 (die laut Bundesheer-Reformkommission im heurigen Jahr im Dienst des Verteidigungsressorts sein sollten) bis 2014 auf 22.399 sinken sollte. Durch Pensionierungen (pro Jahr derzeit 800) allein könnte das nicht gelingen, denn da würde die Truppe trotzdem überaltern. Dazu kommt, dass die auch im öffentlichen Dienst geltende Hacklerregelung 2013 ausläuft



FSG GÖD: Aus für Allgemeine Wehrpflicht und weitere Reduzierung der Heeresstärke?

Zuletzt geändert von theoderich am 24. Sep 2010, 09:42, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Krone: ÖVP entwirft "Wehrpflicht NEU"

Beitrag von theoderich » 23. Sep 2010, 12:18

Ich habe gestern die Diskussion in "Club2" mitverfolgt und war, offen gestanden, positiv überrascht. Über den Diskussionsstil der Moderatorin (Deren Abneigung gegen das Militär doch recht deutlich hervortrat.) kann man streiten und die einzigen mit denen ich persönlich meinungsmäßig überhaupt nicht übereinstimme sind Herr Lackner und Frau Krenn (Die wohl vollkommen realitätsfremd ist.). Lackner schien vor allem im Sinn gehabt zu haben, das Bundesheer und die Wehrpflicht lächerlich zu machen. Karner hat sich in seiner Rolle irgendwie selbst konterkariert. Einen wirklich hervorragenden Eindruck hinterließ GenLt Commenda (Auch wenn es ein bisschen komisch wirkte, dass sich der stellvertretende Generalstabschef und der jetzige Unternehmensberater ständig duzten. Er hätte aber während der Diskussion eigentlich auch die aktuellen Bemühungen des SKFüKdo zur Attraktivierung des Grundwehrdienstes erwähnen können.). Robert Lichal, Hptm Engl, aber auch Werner Kerschbaum hatten ebenfalls gute Argumente.

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Re: Krone: ÖVP entwirft "Wehrpflicht NEU"

Beitrag von theoderich » 27. Sep 2010, 15:27

Wehrpflicht: Offiziere kritisieren Politik

"Verstoß gegen geltende Verfassung"
Anlass dieser Kritik ist die politische Debatte über die Zukunft des Bundesheeres und die Tatsache, dass im benachbarten Deutschland demnächst die allgemeine Wehrpflicht ausgesetzt werden soll. Der Milizverband fürchtet Beispielsfolgen für Österreich.

Auch hierzulande gibt es ähnliche Vorschläge, zum Beispiel von der ÖVP. Die Debatte gehe damit in die völlig falsche Richtung, heißt es dazu von den Kritikern: Laut Verfassung verfüge Österreich über ein Milizheer.

Derzeit bestehe das Milizsystem aber nur auf dem Papier, betont Erwin Seeauer, Präsident der Salzburger Offiziersgesellschaft: "Hier haben wir seit Jahren einen Gesetzesverstoß. Das Milizsystem existiert seit Jahren nicht mehr. Dazu zählen Grundwehrdienst und verpflichtende Übungen. Seit Jahren gibt es keine Volltruppenübungen mehr."


"Wehrpflicht ein Element der Demokratie"
Seine verfassungsgemäßen Aufgaben könne das Heer nur dann erfüllen, wenn die Wehrpflicht beibehalten wird, fordert Seeauer: "Das Wehrbudget müsste endlich erhöht werden. Dazu kämen Übungen für die Miliz. Diese Aufgaben können nicht mehr erfüllt werden, wenn die Wehrpflicht abgeschafft und ein Berufsheer geschaffen würde."




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Re: Krone: ÖVP entwirft "Wehrpflicht NEU"

Beitrag von theoderich » 02. Okt 2010, 14:35

Fischer für sachliche Wehrpflicht-Diskussion offen

Bundespräsident Fischer hat sich in der Diskussion über die Wehrpflicht für eine "sachliche Diskussion dieses Themas" und eine "sorgfältige Prüfung ernsthafter und finanzierbarer Vorschläge" offen gezeigt. Er nannte aber gleichzeitig auch Argumente für die Beibehaltung des Präsenzdienstes. Außerdem sei die Wehrpflicht im Artikel 9a der österreichischen Bundesverfassung verankert.

Er nehme den Hinweis ernst, "dass die allgemeine Wehrpflicht unter anderem deshalb wertvoll und nützlich ist, weil die Wehrpflichtigen ein breites Spektrum an beruflicher und schulischer Bildung in die Leistung des Präsenzdienstes und damit in die Erfüllung der Aufgaben des österreichischen Bundesheeres einbringen", sagte der Oberbefehlshaber des Heeres anlässlich der Ausmusterung am "Tag der Leutnante" an der Theresianischen Militärakademie in Wiener Neustadt.


Bevor man diese Verfassungsbestimmung mit der erforderlichen Zweidrittelmehrheit ändere, "wäre es meines Erachtens notwendig, überzeugend nachzuweisen, dass die vielfältigen Aufgaben des Bundesheeres durch ein Berufsheer ohne finanziellen Mehraufwand besser gelöst werden können als durch unser österreichisches System der ausgewogenen Mischung von Grundwehrdienern, Zeit-, Berufs- und Milizsoldaten unter Bedachtnahme auf die Neutralität", so Fischer



Österreich, militärische Themen und sachliche Diskussionen - in dieser Hinsicht muss ich unseren Herrn Bundespräsidenten, bei allem Respekt, als naiv bezeichnen.

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Re: Krone: ÖVP entwirft "Wehrpflicht NEU"

Beitrag von theoderich » 04. Okt 2010, 18:35

Wehrpflicht: SPÖ-Vorstoß für Volksbefragung

Wiens Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) prescht kurz vor der Wiener Landtagswahl mit einer Idee für eine Volksbefragung zur allgemeinen Wehrpflicht vor. Aus der SPÖ bekam er dafür Unterstützung sowohl von Verteidigungsminister Norbert Darabos als auch Bundeskanzler Werner Faymann. Häupl habe, so Faymann, seine „volle Untersützung“.

Häupl hatte gegenüber der „Kronen Zeitung“ (Dienstag-Ausgabe) erklärt, er werde in der SPÖ für eine Volksbefragung werben und Druck machen - denn „bei einem so wichtigen Thema muss man die Stimme des Volkes hören“.


Rahmenbedingungen „drastisch“ geändert
Die Rahmenbedingungen für das neutrale Österreich hätten sich in den vergangenen Jahren „drastisch“ geändert, argumentiert Häupl. Österreich liege „mittlerweile inmitten der EU und des Schengenraumes. Darüber hinaus gibt es in den meisten Ländern Europas Berufsheere“. Die Aufgaben der Landesverteidigung, des Katastrophenschutzes, des Assistenzeinsatzes, der Auslandseinsätze des Heeres und die wichtigen Aufgaben des Zivildienstes könne man „mit einem Berufsheer oder unter Beibehaltung der allgemeinen Wehrpflicht“ erfüllen - und das soll das Volk entscheiden.

Darabos will eine offene Diskussion „ohne Tabus“ führen. Alle Varianten sollten von Experten - auch internationalen aus Ländern wie Deutschland, Schweden, Finnland und der Schweiz - geprüft werden. Und „am Ende dieser Debatte soll auch eine Volksbefragung stehen"´, von deren Sinnhaftigkeit man dann die ÖVP überzeugen wolle.



Dieser Populismus ist brechreizerregend ... und wenn man dann auch noch die Indoktrinierung im Artikel dieses Revolverblättchens durchliest ....

Häupl will Volk über Wehrpflicht abstimmen lassen

Jugendliche wollen nicht "6 Monate des Lebens vergeuden"
Was bei Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht erhalten bleiben muss, steht für Häupl fest: Die grundsätzlichen verfassungsrechtlichen Aufgaben der Landesverteidigung, des Katastrophenschutzes, des Assistenzeinsatzes, der Auslandseinsätze des Heeres und nicht zuletzt die ganz wichtigen Agenden des Zivildienstes. Das könne man "mit einem Berufsheer oder unter Beibehaltung der allgemeinen Wehrpflicht, und das soll das Volk entscheiden".

Häupl selbst hat vor vielen Jahren seine Wehrpflicht abgeleistet – geändert hat sich seit damals offensichtlich nichts: So wie damals sagen auch heute viele Jugendliche laut einer "Krone"- Umfrage, dass die Wehrpflicht nicht mehr in unsere Zeit gehöre und man damit "sechs Monate seines Lebens vergeudet, in denen man schon studieren oder arbeiten könnte".


Eine Umfrage von krone.at hat ergeben, dass auch die Mehrheit der Leser gegen die Wehrpflicht und für ein Berufsheer eintritt (siehe Infobox).



mechtruppe
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Re: Krone: ÖVP entwirft "Wehrpflicht NEU"

Beitrag von mechtruppe » 04. Okt 2010, 19:41

Na, da sieht man wieder, wer in Österreich das sagen hat-die Kronenzeitung!
Denn, das die österreichische Politik kein Rückgrat hat, wurde ja immer schon bewiesen.
Aber Hauptsache, man wird von der Krone gelobt und kann sich im Populismussumpf wühlen...

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