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BeitragVerfasst: 06. Jun 2011, 09:49 

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Ist leider noch immer nicht ganz richtig:

Die Abteilungen des RD-ARWT(damals nur Bereiche), die derzeit aktuell im ARWT angesiedelt sind, hatten auch damals nichts mit Beschaffungen zu tun. Dies wurde durch die damals im RD-ARWT integrierten Systemabteilungen des heutigen ARB durchgeführt (inkl. kaufmännischer Abteilung).

Technik und Beschaffung waren immer schon getrennt.


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BeitragVerfasst: 06. Jun 2011, 10:12 

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Es steht doch folgendes im "Weißbuch":

Zitat:
[...] die entsprechenden Abteilungen aus dem Amt für Rüstung und Wehrtechnik [...]


Was die Trennung von Beschaffung und Technik anbelangt muss ich dir Recht geben. Das habe ich selbst bei meiner Recherche nicht bedacht, obwohl es offensichtlich war:

    Amt für Wehrtechnik
    Heeres-Beschaffungsamt

    Amt für Wehrtechnik
    Heeres-Materialamt

    Amt für Rüstung und Wehrtechnik
    Luftzeugabteilung
    Kommando Führungsunterstützung
    ???

    Amt für Rüstung und Wehrtechnik
    Amt für Rüstung und Beschaffung

Und als übergeordnete Stelle gibt es, wenn ich mich nicht irre, nach wie vor die "Direktion für Rüstung und Beschaffung" (ehemals Rüstungsdirektion), die vom Chef der SIII geleitet wird.

Zitat:
Direktion Rüstung und Beschaffung (DionRB)
    Abteilung Fahrzeuge, Gerät und persönliche Ausrüstung (FGP)
    Abteilung Waffensysteme und Munition (WSM)
    Luftzeugabteilung (LzA)
    Abteilung Informations- und Kommunikationstechnologie-Systeme (IKTS)
    Kaufmännische Abteilung (KA)



Wenn ich die Angaben in der Gliederung der Zentralstelle richtig interpretiere, gibt es auch Zuständigkeiten bei der Abteilung Rüstungspolitik (Gegengeschäfte), Abteilung Materialwirtschaft (Richtlinien für die Beschaffung, Angelegenheiten der Bundesbeschaffungs GmbH) und der Abteilung Bereitstellungsprojekte. Alles in allem sehr verwirrend. Da fragt man sich, wie es andere Länder zustandegebracht haben, für solche Angelegenheiten nur eine Dienststelle (BWB, armasuisse, DGA, DE&S, etc.) zu schaffen, statt eine so unübersichtliche Ansammlung von unterschiedlichen Abteilungen, Ämtern und Direktionen.


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BeitragVerfasst: 06. Jun 2011, 11:42 

Registriert: 11. Jun 2005, 18:20
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Denk doch einmal nach, das ist doch ganz einfach!

Wechselt der Minister, wechselt die Organisationsstruktur, damit alle mit der richtigen politischen Gesinnung auch nach vorner an den Trog kommen. Da kann es schon komplex werden im BMLVS!


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BeitragVerfasst: 06. Jun 2011, 12:10 

Registriert: 09. Sep 2008, 22:29
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Laut den unten angeführten Quellen läuft eine Beschaffung des BMLV normalerweise so ab:

    Zitat:
    Konzept, Konzeption

    Konzepte sind Dokumente der militärischen Planung, welche die generelle Leitlinie zur grundsätzlichen Gestaltung des Bundesheeres in seiner Gesamtheit, seiner Teilsysteme sowie funktionaler verbands- und waffengattungsübergreifender, das ÖBH in seiner Gesamtheit betreffenden Querschnittsmaterien für Frieden und Einsatz festlegen.

    Konzeption im ÖBH ist die Gesamtheit aller konzeptiven Grundlagen, bestehend aus dem militärstrategischen Konzept und allen anderen Konzepten der militärstrategischen, der operativen und der taktischen Ebene, mit den darin enthaltenen allgemeinen strukturellen und organisatorischen Ableitungen bzgl. Aufgaben und Fähigkeiten im Rahmen der voraussichtlich dafür zur Verfügung stehenden Ressourcen.

    Sie bildet die Grundlage für die Entwicklung der Heeresgliederung und der Planungsleitlinie, für die Strukturplanung und die Realisierung von Programmen und ist im Rahmen des Planungszyklus als lebende Materie in einem sich ständig verändernden Umfeld zu verstehen.


        Bild

        Zitat:
        Dabei kann bei den Planungshorizonten dieses Metaprozesses grundsätzlich von folgenden Reichweiten ausgegangen werden:

          - „Vision“, „Long-Term Vision“ ~ 20 Jahre (beinhaltet auch Forschung),

          - Militärstrategisches Konzept >10 Jahre,

          - Operativ/Taktische Konzepte >10 Jahre (periodische Überarbeitung),

          - Entwickeln der Strukturen 6-8 Jahre vor Grundsatzentscheidung,

          - Aufnahme in ein Programm 6 Jahre (2+2+2),

          - Einleitung Realisierung 4 Jahre,

          - Einleitung Beschaffung 2-4 Jahre,

          - Organisationsentscheidung 1 Jahr.


        Bild

        Zitat:
        Was ist ein Konzept?

        Konzepte sind Dokumente der militärischen Planung, welche die generelle Leitlinie zur grundsätzlichen Gestaltung des ÖBH in seiner Gesamtheit, seiner Teilsysteme sowie funktionaler verbands- und waffengattungsübergreifender, das ÖBH in seiner Gesamtheit betreffenden Querschnittsmaterien für Frieden und Einsatz festlegen. Konzepte sollen so kurz wie möglich und so umfangreich wie notwendig gehalten werden. Der Umfang richtet sich dabei nicht nach der Führungsebene, sondern nach dem Zweck eines Konzeptes. Vorgaben und Rahmenbedingungen werden durch die zuständige Abteilung Militärstrategie festgelegt. Die Konzepterstellung durch einen einzelnen Sachbearbeiter ist zu vermeiden, sondern sie hat in Form von stellenübergreifenden kompetenten Arbeitsgruppen zu erfolgen, um von Beginn an eine möglichst hohe Akzeptanz sicher zu stellen.

        Die Beifügung von Skizzen und Grafiken erhöht den Wert von Konzepten. Der Konzeptbearbeiter sollte die wesentlichen Inhalte in Form einer oder mehrerer Skizzen übersichtlich darstellen.

          Arten von Konzepten

          Internationale Konzepte sind Konzepte der EU, der NATO, der UNO oder von Staaten, die für das ÖBH beispielgebend sind und aufgrund ihrer Bedeutung in die Konzeption des ÖBH einfließen. Konzepte der strategischen Ebene sind ressortübergreifende Konzepte, die grundsätzliche Bedeutung für den Staat haben und gegebenenfalls das ÖBH in seiner Gesamtheit betreffen. Sie werden von höchster staatlicher Stelle unter inhaltsbezogener Mitwirkung des BMLV erstellt. Auf dieser Ebene gibt es häufig auch Leitdokumente ohne Konzeptcharakter, die für das ÖBH dennoch grundlegende Bedeutung haben (z.B. gesetzliche Rahmenbedingungen). Zunehmend werden derartige Konzepte auch bei der EU erstellt. Die Teilstrategie Verteidigungspolitik ist auf dieser Ebene das wesentlichste Dokument für das ÖBH.

          Das Militärstrategische Konzept (MSK) ist die gesamtheitliche Darstellung des ÖBH hinsichtlich Zweck und Aufgaben, Aufgabenfähigkeit insgesamt (Ambition ... Ambition im Sinne einer Zielsetzung ist die Summe der Fähigkeiten, die in Abstimmung mit den politischen Rahmenvorgaben und nach grober Abschätzung der voraussichtlich verfügbaren Ressourcen als erreichbar beurteilt werden.), (Einsatz-) Verfahren, Grobstruktur und Umfang für Frieden und Einsatz mit einem langfristigen Zeithorizont. Es leitet sich aus den strategischen Vorgaben ab und ist verbindliche Grundlage für die anderen daraus abzuleitenden Konzepte der operativen Ebene sowie die Fähigkeiten-/Anforderungskataloge. Das MSK wird durch entsprechende Anlagen detailliert.

          Konzepte der operativen Ebene leiten sich aus dem MSK und seinen Anlagen ab und beschreiben waffen- und truppengattungsübergreifend die Aufgaben für die im MSK festgelegten Aufgabenträger des Bundesheeres zur Erreichung der militärstrategischen Ziele.

          Operative Konzepte stellen in einem ersten Teil aufbauend auf illustrative Szenarien idealtypisch Optionen möglicher Aufgaben und/oder Verfahren innerhalb der gemäß MSK festgelegten Ambition dar, modifizieren diese in einem zweiten Teil durch eine Anpassung an die jeweilige Ressourcenlage und fassen die Ergebnisse zusammen. Sie treffen abschließend bei strukturbegründenden Konzepten erste grundsätzliche, strukturelle Ableitungen, möglichst bereits unter Bezugnahme auf (internationale/nationale) Referenzstrukturen.


        Zitat:
        Bei der Entwicklung von Konzepten sind - auf die jeweilige Ebene bezogen - ein angestrebter Zustand und geforderte bzw. erwartete Aufgaben eines Systems zu beschreiben sowie Wege, Methoden und Mittel darzulegen, wie dieser Zielzustand erreicht werden soll. Darunter sind u.a. die erforderlichen Rahmenbedingungen, Vorgaben für die Strukturentwicklung, Phasenpläne und Prioritäten zu verstehen.

        Eine Ableitung von Aufgaben zur Bewältigung verschiedener Szenarien und deren klare Darstellung ermöglichen es, allgemeine strukturelle Ableitungen zu den von den Kommanden der operativen Ebene im jeweiligen Verfahren unmittelbar geführten Elementen zu treffen. Diese Ableitungen haben auf einem hohen Abstraktionsgrad in Form von Aufgabenbeschreibungen (primär für Truppen- und Waffengattungen) zu erfolgen und sind unter besonderer Berücksichtigung
        von international üblichen Referenzstrukturen) und des eigenen Veränderungsbedarfes zu treffen. Dabei ist zu beachten, dass es in der Masse der Bearbeitungen nicht um eine völlig neue Materie geht, sondern meistens um eine Anpassung der bestehenden Systeme an neue Gegebenheiten.

        Der wesentliche Unterschied zwischen der operativen und der taktischen Ebene liegt in konzeptiver Hinsicht in der unterschiedlichen Definition der Anforderungen. Während auf der operativen Ebene Aufgaben beschrieben werden, bilden auf der taktischen Ebene Fähigkeiten die Grundlage für die Erstellung von Pflichtenheften, die in weiterer Folge den Prozess der Beschaffung auslösen.

        Im Gegensatz dazu bedeutet Fähigkeit anlassbezogen eine bestimmte Leistung ab einem bestimmten Zeitpunkt für eine definierte Zeitdauer, in einer bestimmten geografischen Entfernung, in unterschiedlichen Klimazonen und politischen Umfeldbedingungen erbringen zu können. Fähigkeiten werden durch Eigenschaften der Organisation in personeller, materieller und infrastruktureller Hinsicht für bestimmte Organisationselemente definiert.

        Die Konzeptentwicklung folgt chronologischen Schritten. Szenarien werden dabei im Anhang zum MSK umfassend dargestellt. Alle nachgeordneten Konzepte verweisen daher auf diese Szenarien und führen diese nur insofern an, als es für Verständnis und Nachvollziehbarkeit unbedingt erforderlich ist.

        Während also in operativen Konzepten waffen- und truppengattungsübergreifend zur Erfüllung der an das Bundesheer gestellten Aufgaben gedacht wird, fassen Fähigkeitenkataloge die Aufgaben der verschiedenen operativen Konzepte waffengattungsspezifisch zusammen und beschreiben dann die erforderlichen Fähigkeiten, die die einzelnen Elemente einer Waffengattung erbringen können müssen. Anforderungskataloge beschreiben parallel dazu die Anforderungen, die zur Erfüllung der Fähigkeiten auswahl- und ausbildungsmäßig auf das Personal zukommen.


    Marktbeobachtung (z.B. Firmenpräsentationen, Kontakte mit ausländischen Armeen, Besichtigungen; S II/GrpStruktOrg/StruktPl)

        Zitat:
        Die Strukturplanung regelt, veranlasst und steuert die konkrete strukturelle Entwicklung der Organisation Bundesheer. Dies bezieht sich auf die Mitwirkung bei der Erarbeitung von konzeptionellen Dokumenten und auf die planerische Umsetzung dieser Dokumente und Vorgaben zur Gliederung des ÖBH. Dies erfolgt durch konkrete Aufgabenfestlegung und einer abgeleiteten Bestimmung der Strukturen hinsichtlich Organisation, Personal (inklusive deren Ausbildung), Material- und Infrastruktur.

        Der Strukturplan liefert somit die SOLL-Werte, die in weiterer Folge mit den IST-Werten verglichen werden. Die notwendigen Erfordernisse, um den künftigen Bedarf zu decken, werden durch den zu erstellenden Investitionsplan abgebildet.


    Erstellung der folgenden Planungsdokumente

      Militärisches Pflichtenheft* (taktische, ausbildungsmäßige und logistische Forderungen; Projektabsicht; Verwendungszweck; Zeitplan bis zur Einführung; voraussichtliche Kosten; möglichst produktneutral; Basis für die Ausarbeitung der Technischen Leistungsbeschreibung)

      Technische Leistungsbeschreibung (TB) ** (Muss-Forderungen; Muss*-Forderungen; Soll-Forderungen; Insgesamt können bis zu 1000 Punkte, was 100 % entspricht, vergeben werden.)

        Konstruktive Leistungsbeschreibung (Bestimmungen, wie das Produkt beschaffen, aufgebaut und zusammengesetzt sein soll)
      bzw.
        Funktionale Leistungsbeschreibung (Leistungs– und Funktionsanforderungen)
    _________________________________________

    Genehmigung der Planungsdokumente durch den ChGStb im Rahmen des Realisierungsprogramms (Die Genehmigung erfolgt in zweimal jährlich abgehaltenen Planungskonferenzen - für diesen Vorgang müssen alle Planungen abgeschlossen und eine budgetäre Bedeckung sichergestellt sein; SII (Planung) / GrpProgBudg / ProgPl)

        Zitat:
        Insgesamt stellt die Programmplanung in enger Abstimmung mit der Finanzplanung die gesamte kurz- und mittelfristige Planung und Steuerung des Einsatzes aller Ressourcen des ÖBH (Personal, Betrieb, Investitionen) sicher. Die Programmplanung bezieht sich auf die Erstellung konkreter unmittelbar realisierbarer Programme und wird auf den Budgeterstellungsprozess abgestimmt. Die Ergebnisse der Programmplanung werden zunächst in Teilprogrammentwürfen(Ausbildungs-, Organisations-, Vorschriften-, Personal-, Betriebs-, Rüstungs-, Bau- und Forschungsprogramm) und nach einem Abstimmungsprozess zusammenführend im Realisierungsprogramm dargestellt. Das Realisierungsprogramm bildet in Verbindung mit dem Finanzplan die Basis für die Erstellung des jährlichen Budgets (Bundesvoranschlag) und wird jährlich verfügt. Das Realisierungsprogramm ist gemeinsam mit dem Finanzplan Basis für entsprechende Berichte im Rahmen der internationalen Planungsprozesse (EU, NATO/PfP, VN und OSZE).

        Die Umsetzungsplanung bezieht sich auf die konkrete Planung der Bereitstellung von Personal, Material, Infrastruktur etc. sowie der „Vollziehung“ der Änderungsnotwendigkeiten in Aufgaben und Strukturen auf Basis der Vorgaben der Programmplanung.

        Die Bereitstellungsplanung ist die Planung der aufeinander abgestimmten Bereitstellung von Personal, Material sowie Bereitstellung von verwendungsreifer Infrastruktur. Wesentliche Zielsetzung ist neben einer konkreten Beschaffungsplanung für Rüstungsgüter einschließlich der Einführungsplanung letztendlich die Zusammenführung von ausgebildetem Personal mit dem entsprechenden Material zu funktionsfähigen Organisationselementen.


    Freigabe der Beschaffung durch S II (Planung) + Bildung der Bewertungskommission ***

    Vergabeverfahren

        Das Gesetz sieht hier unterschiedliche Vergabearten vor:

        Zitat:
        Arten der Vergabeverfahren

        Arten der Verfahren zur Vergabe von Aufträgen

        § 25. (1) Die Vergabe von Aufträgen über Leistungen hat im Wege eines offenen Verfahrens, eines nicht offenen Verfahrens, eines Verhandlungsverfahrens, einer Rahmenvereinbarung, eines dynamischen Beschaffungssystems, eines wettbewerblichen Dialoges oder einer Direktvergabe zu erfolgen.

        (2) Beim offenen Verfahren wird eine unbeschränkte Anzahl von Unternehmern öffentlich zur Abgabe von Angeboten aufgefordert.

        (3) Beim nicht offenen Verfahren mit vorheriger Bekanntmachung werden, nachdem eine unbeschränkte Anzahl von Unternehmern öffentlich zur Abgabe von Teilnahmeanträgen aufgefordert wurde, ausgewählte Bewerber zur Abgabe von Angeboten aufgefordert.

        (4) Beim nicht offenen Verfahren ohne vorherige Bekanntmachung wird eine beschränkte Anzahl von geeigneten Unternehmern zur Abgabe von Angeboten aufgefordert.

        (5) Beim Verhandlungsverfahren mit vorheriger Bekanntmachung werden, nachdem eine unbeschränkte Anzahl von Unternehmern öffentlich zur Abgabe von Teilnahmeanträgen aufgefordert wurde, ausgewählte Bewerber zur Abgabe von Angeboten aufgefordert. Danach kann über den gesamten Auftragsinhalt verhandelt werden.

        (6) Beim Verhandlungsverfahren ohne vorherige Bekanntmachung wird eine beschränkte Anzahl von geeigneten Unternehmern zur Abgabe von Angeboten aufgefordert. Danach kann über den gesamten Auftragsinhalt verhandelt werden.

        (7) Eine Rahmenvereinbarung ist eine Vereinbarung ohne Abnahmeverpflichtung zwischen einem oder mehreren Auftraggebern und einem oder mehreren Unternehmern, die zum Ziel hat, die Bedingungen für die Aufträge, die während eines bestimmten Zeitraums vergeben werden sollen, festzulegen, insbesondere in Bezug auf den in Aussicht genommenen Preis und gegebenenfalls die in Aussicht genommene Menge. Auf Grund einer Rahmenvereinbarung wird nach Abgabe von Angeboten eine Leistung von einer Partei der Rahmenvereinbarung mit oder ohne erneuten Aufruf zum Wettbewerb bezogen.

        (8) Ein dynamisches Beschaffungssystem ist ein vollelektronisches Verfahren für die Beschaffung von Leistungen, bei denen die allgemein auf dem Markt verfügbaren Merkmale den Anforderungen des Auftraggebers genügen. Bei einem dynamischen Beschaffungssystem wird eine unbeschränkte Anzahl von Unternehmern öffentlich zur Abgabe von unverbindlichen Erklärungen zur Leistungserbringung aufgefordert und alle geeigneten Unternehmer, die zulässige Erklärungen zur Leistungserbringung abgegeben haben, werden zur Teilnahme am System zugelassen. Bei einem dynamischen Beschaffungssystem wird die Leistung nach einer gesonderten Aufforderung zur Angebotsabgabe von einem Teilnehmer am dynamischen Beschaffungssystem bezogen.

        (9) Beim wettbewerblichen Dialog führt der Auftraggeber, nachdem eine unbeschränkte Anzahl von Unternehmern öffentlich zur Abgabe von Teilnahmeanträgen aufgefordert wurde, mit ausgewählten Bewerbern einen Dialog über alle Aspekte des Auftrags. Ziel des Dialogs ist es, eine oder mehrere den Bedürfnissen und Anforderungen des Auftraggebers entsprechende Lösung oder Lösungen zu ermitteln, auf deren Grundlage oder Grundlagen die jeweiligen Bewerber zur Angebotsabgabe aufgefordert werden.

        (10) Bei der Direktvergabe wird eine Leistung formfrei unmittelbar von einem ausgewählten Unternehmer gegen Entgelt bezogen.

        Einladung von Unternehmen (Bietern) zur Angebotslegung
      bzw.
        1.] Veröffentlichung der Ausschreibung durch die Kaufmännische Abteilung (SIII/DionRB&ARB/KA)
        2.] Anforderung der Ausschreibungsunterlagen durch Unternehmen

        Kommissionelle Bewertung ***
          1.) Angebotsöffnung
          2.) Ausschluss von Angeboten aus formalen Gründen
          3.) Verbliebene Bieter stellen Vorführgeräte zur Verfügung
          4.) Musterprüfung der Vorführgeräte
          5.) Kosten - Nutzwert - Analyse (Vergabe von Gewichtungsprozentpunkten für Forderungen, mindestens 60 % der Gewichtung entfällt auf die Muss-Forderungen; Gewichtung der Soll-Forderungen ist variabel; Die Analyse erfolgt anhand des Bewertungskataloges der Technischen Leistungsbeschreibung.)
          6.) Erteilung des Zuschlages (an den Bestbieter nach Preis-Leistungs-Verhältnis)

        STILLHALTEFRIST (Frist in der Einsprüche geltend gemacht werden können.)

              Begleitend zu diesem Prozess erfolgt die Beratung durch die GrpRev/RevAbt A bzw. GrpRev/RevAbt B
    _________________________________________

    Lieferung an ein Heereslogistikzentrum und Technische Abnahme (Erstellung von Zubehörsätzen, etc.; ARWT)

    Firmenersteinschulung (ARWT; Lieferfirma)

    Erstellung der Technischen Dienstvorschrift (TDVBH) (ARWT/ZTPD/TeVor)


_____________________


* durch S II/GrpStruktOrg/StruktPl

** durch S III (Bereitstellung)
      1.) Auftrag an das ARWT durch die verantwortliche Systemabteilung der S III (DionRB&ARB / FGP bzw. WSM bzw. LzA bzw. IKTS), eine Technische Leistungsbeschreibung zu erstellen. In die Technische Leistungsbeschreibung werden die Forderungen des Militärischen Pflichtenheftes übernommen. Darüber hinaus ist jeder Technischen Leistungsbeschreibung ein Bewertungskatalog beigefügt, anhand dessen die Nutzwertpunkte ermittelt werden.

      2.) Sicherstellung des Budgets für die Beschaffung

      3.) Erstellung eines Akts, genannt "Einleiter zur Beschaffung" (Anzahl und Art der zu beschaffenden Güter) durch die verantwortliche Systemabteilung (s.o.)

*** Bewertungskommission

        Systemabteilung der Rüstungsdirektion (SIII/DionRB&ARB/FGP bzw. WSM bzw. LzA bzw. IKTS)
        Kaufmännische Abteilung (SIII/DionRB&ARB/KA)
        Fachabteilung des Amts für Rüstung und Wehrtechnik (z.B. ARWT/OPMT)
        evtl. Vertreter der Truppe

Exkurs:


Glossar:

    Muss-Forderungen ... Leistungen deren Erbringung für einen Bieter unverzichtbar sind. Die Erfüllung dieser Forderungen ist durch ledigliches Erreichen des vorgegebenen Wertes oder das Vorhandensein der geforderten Ausstattung gegeben. Ein Überschreiten dieser Anforderungen fließt nicht in die Bewertung ein. Bei Nichterfüllung auch nur einer Muss-Forderung ist das Angebot auszuscheiden. Bei Erreichen aller Muss-Forderungen wird ein in der TB festgelegter Punktestand vergeben.

    Muss*-Forderungen ... Leistungen die bis zu einem Mindestwert wie Muss-Forderungen zu erbringen sind, darüber hinausgehende Leistungen werden bis zu einem Maximalwert wie Soll-Forderungen behandelt. Für diese darüber hinausgehenden Leistungen werden zusätzliche Punkte vergeben. Die Punkte werden durch Interpolieren (Errechnen von Werten) ermittelt oder fix für das Vorhandensein gewisser Ausstattungen vergeben.

    Soll-Forderungen ... Leistungen deren Erbringung erwünscht ist, deren Nichterbringung aber nicht zum Ausschluss eines Bieters führt. Je nach Grad der Erfüllung werden für Soll-Forderungen Zusatzpunkte vergeben.

Quellen:

    Die schwere Pioniermaschinenausstattung der neuen PiBauKp/AuslE der Pionierbataillone
    Amtsdirektor Mjr Ing. Roland Haller, seit 1998 Referent für Pioniermaschinen & Gerätetechnik im Amt für Rüstung und Wehrtechnik


    Mehr Sicherheit in allen Höhenlagen


    Das neue Konzeptsystem des Österreichischen Bundesheeres (ÖMZ, 88. Jahrgang, Heft 2, 2/2008)


        Wissensmanagement im BMI und im BMLVS (Bund 2011/8)

        Zitat:
        IKT–Unterstützung im Planungsprozess

        Der Planungsprozess des BMLVS bestand aus der Konzeptplanung zur langfristigen, der Strukturplanung zur mittelfristigen sowie der Programmplanung zur kurzfristigen Planung und Steuerung.

        Für die einzelnen Planungsschritte wurden Informationen benötigt, die in zentralen Applikationen (wie z.B. in den Informationssystemen betreffend die Organisationspläne ORGIS II, die Logistik LOGIS, das Personal PERSIS–NT, das Ergänzungswesen ERGIS–NT) gespeichert waren. Zudem waren Informationen erforderlich, die in dezentralen Datenbanksystemen (z.B. Investitionsdatenbank, Materialstrukturdatenbank, Personalstrukturdatenbank, Militärische Pflichtenheft–Datenbank, Soll–Ist–Vergleich–Datenbank, Vorhaben–Datenbank) gespeichert waren.

        Die für den Planungsprozess notwendigen Daten waren weder innerhalb einzelner Abteilungen noch abteilungsübergreifend vernetzt. Die Datenaustauschmöglichkeit zwischen den einzelnen IKT–Lösungen der zentralen und der dezentralen Applikationen war nicht oder nur über Behelfsmittel gegeben.

        So wurden im Rahmen der Strukturplanung in der „Soll–Ist–Vergleich–Datenbank“, die als Grundlage für Beschaffungen und für die Adaptierung von Planungen diente, die Soll–Daten aufgrund der Planung aus der Materialstrukturdatenbank den Ist–Daten aus dem logistischen Informationssystem LOGIS gegenübergestellt. Zur Übertragung aus dem Informationssystem LOGIS wurden die Daten auf eine Excel–Liste gespeichert, fallweise bei erforderlichen Korrekturen händisch bearbeitet und in die Soll–Ist–Vergleich–Datenbank eingefügt.

        Diese Daten der Soll–Ist–Vergleich–Datenbank nutzten mehrere Abteilungen, die mit Agenden der Planung und Beschaffung betraut waren. Angefragte Daten aus der Soll–Ist–Vergleich–Datenbank leitete die Abteilung Strukturplanung auf dafür von ihr erstellten Ausdrucken bzw. Excel–Listen mittels Akt an die anfragenden Abteilungen weiter. Eine elektronische Weiterleitung erfolgte nicht.

        Der RH erachtete die vorhandenen IKT–Systeme zur Unterstützung einer durchgängigen Planung als wenig geeignet. Medienbrüche zwischen den einzelnen Systemen führten zu einem zeitlichen Mehraufwand und zu einer erhöhten Fehlerwahrscheinlichkeit. Er empfahl dem BMLVS, Medienbrüche im Planungsprozess zu vermeiden und die Erfordernisse des Planungsprozesses bei der Gestaltung der IKT–Landschaft zu berücksichtigen.

        Laut Stellungnahme des BMLVS seien die budgetären Mittel zur Verwirklichung der Empfehlung aufgrund der Maßnahmen zur Budgetkonsolidierung derzeit nicht vorhanden.


    Ausgewählte Beschaffungsvorgänge im BMLVS


    Weissbuch 2004


    Geschäftseinteilung der Zentralstelle


    Qualitätsmanagement-Handbuch des Amtes für Rüstung und Wehrtechnik

__________________________________________________________________________


Sitzung des Nationalrates am am 2. Feber 1995 (18/NRSITZ)

Zitat:
2. Punkt

Erklärung des Bundesministers für Landesverteidigung gemäß § 19 Abs. 2 GOG


Präsident Dr. Heinrich Neisser: Wir gelangen nun zum 2. Punkt der Tagesordnung: Erklärung des Bundesministers für Landesverteidigung gemäß § 19 Abs. 2 der Geschäftsordnung zum Thema: Verfahren bei Beschaffungen im Bundesheer.

Herr Bundesminister! Ich erteile Ihnen für Ihre Erklärung das Wort.

    16.52

    Bundesminister für Landesverteidigung Dr. Werner Fasslabend: Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren ! Anlaß für den heutigen Bericht über das Verfahren bei Beschaffungen im Bundesheer ist ein äußerst bedauerlicher Vorfall, der sich vor zirka einem Jahr zwischen zwei Abgeordneten dieses Hauses, nur wenige Meter von hier entfernt, ereignet hat und der die Anbahnung eines möglichen Provisionsgeschäftes zum Inhalt hatte.

    Auch wenn das diesem Gespräch zugrundeliegende Geschäft nie zustande kam, das in dieser Form auch nie hätte zustande kommen können, unter anderem deshalb, weil die in Rede stehende Firma gar keine Hubschrauber erzeugt, muß uns dieser Vorfall dennoch Anlaß sein, über den derzeitigen Stand der Verfahrensabwicklung beim Bundesheer Bilanz zu ziehen. Andererseits müssen wir über Vorsorgen nachdenken, die geeignet sind, derartige Vorfälle für die Zukunft auszuschließen.

    Bevor ich auf die derzeitigen Beschaffungsabläufe eingehe, möchte ich betonen, daß ich bereits unmittelbar nach meinem Amtsantritt dafür Sorge getragen habe, daß die Beschaffungsabläufe in ihrer Gesamtheit eine möglichst hohe Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Korrektheit aufweisen, und ich habe diesbezüglich auch entsprechende Reorganisationsmaßnah men gesetzt. So habe ich im Bereich der Sektion IV eine eigene Einkaufsabteilung eingerichtet, die unabhängig von den Tätigkeiten der Fachabteilung alle erforderlichen Rechtsgeschäfte in eigener Verantwortung abschließt.

    Weiters möchte ich festhalten, daß ich es mir gleich zu Beginn meiner Amtszeit zum Prinzip gemacht habe, bis zur Feststellung des Bestbieters in keiner Art und Weise in ein laufendes Vergabeverfahren einzugreifen. Ebenso habe ich es mir zum Prinzip gemacht - trotz zahlreicher Interventionen -, keine Vertreter von Rüstungsunternehmen im Zusammenhang mit laufenden Vergabeverfahren zu empfangen und Angebotsgesprache zu führen, und ich habe diese Prinzipien bis zum heutigen Tag in jedem einzelnen Fall auch eingehalten. (Beifall bei der OVP sowie Beifall des Abg. Hofmann. - Abg. Dr. Renoldner: Was ist mit Luising?)

    Hohes Haus! Ich möchte nun den konkreten Ablauf von Beschaffungen im Bundesministerium für Landesverteidigung im einzelnen darlegen. Zunächst einige allgemeine einleitende Feststellungen:

    Das Beschaffungswesen des Bundesheeres umfaßt nicht nur Güter des täglichen Bedarfs, der Einrichtung oder der einfachsten Mannesausrüstung, sondern es reicht auch bis zur VolIausstattung aller Waffengattungen mit zum Teil sehr komplexen High-Tech-Systemen.

    Das Bundesministerium für Landesverteidigung tatigt jährlich rund 6 000 Bestellungen, wozu sogar der Rechnungshof anläßlich einer Einschau positiv vermerkt hat, daß die übelWiegende Zahl der von ihm geprüften Beschaffungsfälle keinen Anlaß zur Kritik gegeben haben. Das Verfahren, nach dem die Beschaffungen des Bundesheeres durchzuführen sind, wird durch die für die Beschaffungen aller Bundesdienststellen geltenden Normen bestimmt. So sind vom Bundesministerium für Landesverteidigung vordringlich die Bestimmu ngen des GATT-Kodexes sowie die des B undesvergabegesetzes einzuhalten. Allerdings räumen beide Gesetze dem Bundesministerium für Landesverteidigung auch Ausnahmen ein:

      So sind bei Beschaffungen von Kriegsmaterial wie Waffen, Munition und Geräten und allen anderen, der nationalen Sicherheit dienenden Beschaffungen - so wie in allen anderen Mitgliedsländern auch - der GATT-Kodex und das Bundesvergabegesetz nicht anzuwenden. Für diese Fälle sowie für alle sonstigen Beschaffungen ist die ÖNORM A 2050 in der Fassung 1957 und nach Maßgabe der in den Richtlinien für die Vergabe von Leistungen enthaltenen Bestimmungen anzuwenden. Durch ein Vergabeverfahren und eine Vergabeentscheidung, die der ÖNORM A 2050 entspricht, wird auch dem Effizienzgebot der Verfassung, nämlich der Forderung nach Wirtschaftlichkeit, Zweckmäßigkeit und Sparsamkeit, entsprochen.

      In diesem Sinn versteht dies auch der Rechnungshof in seiner ständigen Prüfungspraxis. Er überprüft die Einhaltung der ÖNORM A 2050 unter dem Aspekt der Vorschriftsmäßigkeit und unter dem Aspekt der wirtschaftlichen Gebarung. Ein Vergabeverfahren nach der ÖNORM A 2050 stellt einen geordneten Wettbewerb sicher, der geeignet ist, zu einem insgesamt wirtschaftlichen Ergebnis zu führen.

    Um den genannten Normen zu genügen und um die erforderlichen Voraussetzungen zu schaffen, wurde im Bundesministerium für Landesverteidigung ein mehrphasiges Verfahren bei Beschaffungen angeordnet. Das mehrphasige Verfahren gliedert sich folgendermaßen:

      In der Planungsphase wird unter Verantwortung des Generaltruppeninspektors im Zuge der Materialstrukturplanung der Bedarf an Geräten und Rüstungsgütern nach Art und Menge erhoben und festgelegt.

      In dieser Phase werden auch die Realisierungspriorität des Vorhabens, seine Finanzierbarkeit, seine personellen, ausbildungsmäßigen, logistischen und infrastrukturellen Voraussetzungen bestimmt. Die Beschaffungsvorhaben sind in einem zehnjährigen Investitionsprogramm und in einem vierjährigen Beschaffungsprogramm enthalten.

      Ausgehend von den Forderungen an das Gerät oder Rüstungsgut werden in einem fortschreitenden Detaillierungsprozeß die erforderlichen taktischen, ausbildungsmäßigen und logistischen Eigenschaften letztlich in einem "Militärischen Pflichtenheft" zusammengefaßt. Ebenso sind in diesem Pflichtenheft die Zuordnung, Bedarfsermittlung und Zeitplanung für die Realisierung im großen aufgenommen. Dieses Pflichtenheft, die daraus abgeleitete Leistungsbeschreibung sowie der auf der Leistungsbeschreibung beruhende Bewertungskatalog sind erforderlich für die Freigabe zur Beschaffung. Mit diesen Schnittstellendokumenten geht die Verantwortung für das Vorhaben auf die Sektion IV, die Sektion für Rüstung, Beschaffung und Versorgung, über. Unter Verantwortung der Sektion IV wird sodann das erforderliche Vergabeverfahren durchgeführt, wobei der allgemeine Grundsatz gilt, daß Aufträge über Lieferungen und Leistungen nur entsprechend den Grundsätzen des freien und lauteren Wettbewerbs sowie der Gleichbehandlung der Bewerber und Bieter an befugte, leistungsfähige und zuverlässige Unternehmer zu angemessenen Preisen zu vergeben sind.

    Aus diesen allgemeinen Grundsätzen werden weitere Verfahrensgrundsätze abgeleitet:

      Zunächst das Ausschreibungsprinzip, das vorsieht, daß vorrangig das offene Verfahren nach dem Bundesvergabegesetz oder die öffentliche Ausschreibung nach der ÖNORM A 2050 zu wählen ist. Dies bedeutet, daß eine unbeschränkte Anzahl von Unternehmen öffentlich zur Angebotsabgabe aufgefordert wird.

      Nur bei Vorliegen der in den Normen genannten Ausnahmetatbestände, zum Beispiel bei gebotener Geheimhaltung, beim Bau von Munitionslagern oder bei Vorliegen von Patent- oder Markenschutzrechten, kann ein nichtoffenes Verfahren oder das Verhandlungsverfahren beziehungsweise die beschränkte Ausschreibung oder die freihändige Vergabe nach der ÖNORM durchgeführt werden.

      Weiters gehen wir nach dem Bestbieterprinzip vor, das heißt, der Zuschlag wird dem technisch und wirtschaftlich günstigsten Angebot gemäß den in der Ausschreibung festgelegten Kriterien erteilt.

      Für den Bereich des GATT-Kodex sowie des Bundesvergabegesetzes sind weiters wesentlich:

        das Gleichbehandlu ngsprinzip, wonach alle Bieter im Geltungsbereich als Inländer zu behandeln sind,

        das Publikationsprinzip, das heißt die Bekanntmachung bestimmter Vorhaben und Entscheidungen.

      Weiters sind noch anzuführen: das Informationsprinzip, die Forderung von umweltgerechten Leistungen und die Einhaltung sozial rechtlicher Bestimmungen.

    Diese Verfahrensgrundsätze bestimmen auch den Ablauf des Vergabeverfahrens. Um einen geregelten Ablauf sicherzustellen und um die für die einzelnen Phasen des Verfahrens erforderlichen Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten festzulegen, wurden von mir Richtlinien für die Beschaffung erlassen. Diesen Richtlinien sind besonders der Aktenlauf, die Federführung für einen Bearbeitungsschritt, die Mitwirkungsbefugnisse und jene Wertgrenzen zu entnehmen, bis zu welcher ein Leiter jeweils genehmigungsberechtigt ist.

    Die wichtigsten Verfahrensschritte sind:

      falls keine hinreichende MarktObersicht besteht, die öffentliche Erkundung des Bewerberkreises;

      die Ausschreibung auf Grundlage einer eindeutigen, vollständigen u nd neutralen Leistungsbeschreibung;

      Entgegennahme, Verwahrung und kommissionelle Öffnung der Angebote;

      Prüfung der Angebote grundsätzlich - das heißt nicht bei Mengenversorgungsgütern - durch eine Kommission aus Sachverständigen. Eine derartige Kommission besteht anlaßbezogen aus bis zu 20 Experten der verschiedensten Fachbereiche und Abteilungen. Ihre Arbeit erstreckt sich fallweise Ober mehrere Wochen und wird erforderlichenfalls in Klausur durchgeführt. Grundlage der Bewertung der Angebote ist der bis spätestens zur Angebotseröffnung vorliegende Bewertungskatalog.

      Der Zuschlag ist an den Bestbieter zu erteilen. Das Vergabeverfahren endet mit dem Abschluß des Leistungsvertrages.

    Wie bereits ausgeführt, ist Bestbieter jener Unternehmer, dessen Angebot gemäß den in der Ausschreibung genannten Kriterien als das technisch und wirtschaftlich günstigste Angebot eingereicht wurde. Sollte der evaluierte Bestbieter Ausländer sein, stellt sich die Frage des wirtschaftlichen Ausgleichs. Dieser ist aber, wie in weiterer Folge dargestellt, keinesfalls Gegenstand des Vergabeverfahrens im Bundesministerium für Landesverteidigung.

    Da das Bundesvergabegesetz und der GATT-Kodex bestimmen, daß Bieter aus den jeweiligen Geltungsbereichen den Inländern gleichzusetzen sind, kann ein wirtschaftlicher Ausgleich in Form von Kooperations- oder Kompensationsgeschäften nur im Anwendungsbereich der ÖNORM A 2050 angestrebt werden. (Präsident Mag. Haupt übemimmt den Vorsitz.)

    Dazu muß besonders hervorgehoben werden: Nach den auf der ÖNORM A 2050 beruhenden Richtlinien für die Vergabe von Leistungen des Bundesministeriums für Landesverteidigung ist die Einbeziehung von Gegengeschäften in die Bestbieterermittlung unzulässig, denn die ÖNORM stellt auf das Angebot und seine Effekte im Hinblick auf die ausgeschriebene Leistung oder Lieferung ab.

    Diese Feststellung gilt für alle Mitarbeiter des Bundesministeriums für Landesverteidigung: Sie sind an die generelle Weisung gebunden, mit der d ie Einhaltung der Richtlinien tür die Vergabe von Leistungen angeordnet wurde. Im Rahmen des Effizienzgebotes der Verfassung kann der Bundesminister darüber hinaus auch die volkswirtschaftlichen Aspekte miteinbeziehen. Dies wird selbstverständlich nur bei annähernder Gleichwertigkeit der Angebote möglich sein. Selbstredend ist der Bundesminister berechtigt, die Meinung anderer Stellen einzuholen, das heißt, sich des Fachwissens anderer Ressorts oder Institutionen zu bedienen.

    Über grundsätzliche Angelegenheiten der Bewaffnung des Bundesheeres - wie zum Beispiel grundsätzliche Systementscheidu ngen, so etwa über die Einfahrung von Lenkwaffen - bestimmt die Bundesregierung. In diesem Fall besteht ein zwingendes Anhörungsrecht des Landesverteidigungsrates. Daruber hinaus besteht ein Anhörungsrecht des Landesverteidigungsrates ohne rechtliche Verbindlichkeit dann, wenn ein Mitglied die Behandlung eines Themas fordert, welches ihm von grundsätzlicher Bedeutung erscheint.

    Weiters möchte ich noch auf die mit der Vergabe von Leistungen des Bundesministeriums für Landesverteidigung im Zusammenhang stehenden internen und externen Kontrollmechanismen hinweisen.

      Ressortintern ist neben der Dienst- und Fachaufsicht aller Vorgesetzten das Kontrollbüro zu nennen, welches jedes Vergabeverfahren mehrmals, vor allem nach Abschluß der Planungsphase und noch vor Abschluß des jeweiligen Leistungsvertrages, kontrolliert und im Anlaßfall die erforderlichen internen Revisionen durchfahrt. Seine Funktion und Arbeitsweise wird ausgezeichnet bewertet. Ich zitiere aus der Schlußbemerkung eines Berichtes des Rechnungshofes:

      Der Rechnungshof stellt abschließend fest, daß seiner Auffassung nach die ministernahe Stellung des Kontrollbüros in der Aufbauorganisation, d ie Festlegung des Aufgabenbereiches und dessen Erfüliung durch das Kontrollbüro einer wirkungsvollen inneren Revision entspricht, was Anerkennung verdient." - Zitatende. (Beifall bei OVP und SPO.)

    Daß bei der hohen Zahl von jahrlich etwa 6 000 Beschaffungen die Anzahl der beanstandeten Vorgange oder Verstöße gegen Normen nur äußerst gering ist, ist nicht zuletzt ein Verdienst dieses Kontrollbüros.

    Bezüglich der Rechte der einzelnen Bieter möchte ich darauf hinweisen, daß dem Bieter selbst aus der ÖNORM A 2050 grundsätzlich keine Rechte, aus dem GATT-Kodex nur Informationsrechte erwachsen.

    Das Bundesvergabegesetz hingegen bestimmt, daß ein Bieter, der sich in seinen Rechten verletzt glaubt, die in den EG-Richtlinien geforderte Bundesvergabekontrollkommission, die Gutachten und Empfehlungen abgibt, sowie das Bundesvergabeamt befassen kann. Das Bundesvergabeamt kann in ein Vergabeverfahren mittels einstweiliger Verfügungen eingreifen, rechtswidrige Entscheidungen für nichtig erklären oder feststellen, ob aufgrund einer Normenverletzung der Zuschlag nicht dem Bestbieter erteilt wurde.

    In diesem Zusammenhang ist festzuhalten, daß beim Bundesvergabeamt bisher noch kein das Bundesministerium für Landesverteidigung betreffender Rechtsfall anhängig war oder ist. Eine Analyse der in den letzten Jahren in der Öffentlichkeit diskutierten Beschaffungen von Waffen, Munitionen, Geräten oder Rüstungsgütern zeigt, daß in keinem einzigen Fall eine strafrechtlich verfolgbare Rechtswidrigkeit vorgelegen hat.

    Das wesentlichste externe Kontrollelement für Vergaben im Bundesministerium für Landesverteidigung ist der Rechnungshof, dieser prüft im Bundesministerium für Landesverteidigung - wie bei allen anderen Ressorts auch - nur nachträglich. Darüber hinaus soll nicht unerwähnt bleiben, daß bei Überschreitung bestimmter Wertgrenzen gemäß den Durchführungsbestimmungen zum Bundesfinanzgesetz das Bundesministerium für Finanzen aus gesamthaushaltsrechtlichen Gründen mitbefaßt wird.

    Nun noch einige Anmerkungen über Maßnahmen zur Vermeidung von Einflußnahmen.

    Da der Markt der Rüstungsgüter immer heftiger umkämpft wird und im Hinblick auf die hohen Auftragssummen die Methoden mancher Bieterfirmen im Vorfeld oder während einer Beschaffung offensichtlich immer aggressiver und subtiler werden, ist es weiterhin erforderlich, den Beschaffungsablauf innerhalb des Bundesministeriums für Landesverteidigung vermehrt auf diese Gegebenheit einzustellen und jede auch nur geringe Möglichkeit der Einflußnahme zu verhindern oder zumindest wesentlich zu erschweren.

    Eine der wirksamsten internen Maßnahmen wird es sein, weiterhin und in verstärktem Maße die einzelnen Phasen der Planung und der Beschaffung und die damit verbundenen Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten strikt voneinander zu trennen . Der Planungsbereich wird sich ausschließlich mit Strukturplanung, Investitionsplanung und Projektplanung bis zur Definition der taktisch-logistischen Forderungen und deren Gewichtung zu befassen haben. In der für die Beschaffung zuständigen Sektion IV werden durch die Fachabteilungen die marktgerechten Beschaffungs- und Bewertungsunterlagen zu erstellen und das entsprechende Vergabeverfahren durchzuführen sein. Diese Unterlagen beruhen auf den in den Schnittstellendokumenten beinhalteten taktisch-logistischen Forderungen.


__________________________________________________________________________

P.P.S.: Laut dem "Qualitätsmanagement-Handbuch", das online abrufbar ist, wurden ARWT und Rüstungsdirektion 2008 getrennt. Die Informationen die in der Beschreibung der Zentralstelle stehen, scheinen also gar nicht mehr aktuell zu sein.


Zitat:
Als Lieferanten des ARWT sind jene Firmen definiert, bei denen das ARWT Beschaffungen im Rahmen der Eigenversorgung durchführt


P.P.S.:
Zitat:
Durchführung von Versuchen und Erprobungen an Pionier- und Brandschutzgeräten bzw. Ausrüstung, werkstättenmäßige Mitwirkung bei der Entwicklung, Beschaffung, Produktion, Materialerhaltung von Pionier- und Brandschutzgeräten


Zitat:
Neben Systemanalysen führt die Abteilung im Rahmen von Beschaffungen die technische Bewertung von Simulations- und Ausbildungssystemen durch.




Zuletzt geändert von theoderich am 25. Okt 2014, 12:00, insgesamt 65-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 08. Jun 2011, 18:10 

Registriert: 11. Jun 2005, 18:20
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Als Lieferanten des ARWT sind jene Firmen definiert, bei denen das ARWT Beschaffungen im Rahmen der Eigenversorgung durchführt

Da sind ein paar hunder Euro im Jahr!


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BeitragVerfasst: 08. Jun 2011, 18:54 

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Glaubst Du wirklich, dass ich "Eigenversorgung" mit Volumina in zwei- bis dreistelliger Millionenhöhe verbinde?? Ein "paar hundert Euro im Jahr" halte ich trotzdem für stark untertrieben. Das liegt vielleicht maximal im vier- bis fünfstelligen Bereich.

P.S.: Der Beschaffungsablauf den ich mir aus offenen Quellen zusammengestellt habe, klingt für mich grundsätzlich plausibel. Er erklärt jedenfalls, warum viele Vorhaben nie über das Pflichtenheft hinausgekommen sind.


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BeitragVerfasst: 27. Okt 2011, 07:36 

Registriert: 09. Sep 2008, 22:29
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Beim Laboratorium in der Haidestraße (ABCUT, OPMT) hat ein Teilverkauf des Grundstücks stattgefunden. Das Problem dabei ist, dass die ganze Fläche, die früher eine Munitionsfabrik war, stark kontaminiert ist.


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BeitragVerfasst: 01. Okt 2012, 11:09 

Registriert: 09. Sep 2008, 22:29
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GZ E90023/11/00-00/KA/2012; Röntgenüberprüfung 155mm SprGr 85/oZ/sFH M1 (Nicht offenes Verfahren gemäß BVergGVS 2012)

Zitat:
IV.2.1) Zuschlagskriterien

    Niedrigster Preis X

oder

    Wirtschaftlich günstigstes Angebot


Hat das BMLV keine eigenen Kapazitäten für so eine Überprüfung?

P.S.: Das ARWT hat im Jahr 2010 eine Überprüfung des Steyr Mannlicher HS.460 bezüglich der Einstufung als Kriegsmaterial durchgeführt:

2007/03/0171

Zitat:
Das S HS .50 ist ein Scharfschützengewehr mit einer Einsatzreichweite bis zu 1500 m. Es ist als einschüssige Repetierbüchse im Kaliber .50 erhältlich. Da es über kein Magazin verfügt, aus dem die Patrone nachgeladen werden kann, muss die Patrone vom Schützen selbst eingelegt werden. Das HS .50 hat einen kalt gehämmerten, kannelierten Lauf, ein aufsteckbares Zweibein und eine Abzugssicherung. Der Rückstoß wird durch den höchst effektiven Mündungsfeuerdämpfer erheblich reduziert. Zudem ist die Waffe so konstruiert, dass die mit wenigen Handgriffen zerlegt und wieder zusammengebaut werden kann. Mit spezieller Munition kann auf 1000 m eine daumendicke Stahlwand durchschlagen werden."


Zitat:
Nach vorerst konsensualer mündlicher Rücksprache vom 10.5.2004 mit dem zuständigen Abteilungsleiter für Waffen u. Flugkörpertechnik, des ARWT, DI D, ergeht - unvorgreiflich einer allenfalls anderslautenden juristischen Einstufung (Sekt. RECHT BMLV/BM.I) - auf Basis des vorstehenden Befundes, die Empfehlung auf Einstufung des 'MEHRZWECK LANGSTRECKEN' - PRÄZISIONSSCHÜTZENGEWEHRES S -50 HS (H Sn) mit der Aufschrift 'HS Cal. 50' als 'PANZERBÜCHSE' gemäß KMG - § 1 Abschn. I, Zi. 1 lit. b) der KMG-VO und zwar sowohl in dem Kaliber .50 Browning (=12,7 x 99mm) als auch in dem Kaliber .460 S (=11,64x90mm). Folglich wären auch deren Läufe und Verschlüsse als Kriegsmaterial gemäß § 1 Abschn. I, Zi. 1 lit c) der KMG-VO einzustufen."

b) Bundesministerium für Landesverteidigung, Zl. S90930/2-RD-ARWT/MT/2004:

      "Von der Fa. S wurde eine Waffe Kal. S .460 vorgestellt. Sie soll gem. Vo zum KMG eingestuft werden.

      Daten der Waffe:
        Kal. S .460, 11,7 x 90,5
        Einzellader
        Gewicht: ca. 12 kg
        Lauf auf Kal .50 tauschbar

      Ergebnis:

      Die oa. Waffe erfüllt die Merkmale einer Panzerbüchse gem. Vo BGBl. Nr. 624/1977 § 1 Abs. 1 Pkt. B.

      Begründung:

      Nach interner Evaluierung durch RD-ARWT sind Panzerbüchsen durch folgende hinreichende Merkmale gekennzeichnet:

        Aufgelegte schultergestützte oder lafettierte Waffe

        Potenzial zur Bekämpfung gepanzerter Ziele

        Geschossenergie größer 10.000 J

      Alle 3 Punkte werden von der oa. Waffe erfüllt."

Mit Bescheid vom 24. Juli 2007 stellte die Bezirkshauptmannschaft Amstetten (BH) daraufhin fest, dass die Schusswaffe der Marke S, Modell S H Sp (HS), im Kaliber .460 S der Kategorie A des Waffengesetzes 1996 zuzuordnen ist.

Nach einer Wiedergabe des Verfahrensganges führte die BH zum Antrag der Beschwerdeführerin auf Einholung eines (weiteren) waffentechnischen Befundes samt Gutachten zunächst aus, dass das zitierte Gutachten des Amtssachverständigen des Bundesministeriums für Inneres, das der BH als Entscheidungsgrundlage gedient habe, schlüssig, widerspruchsfrei und den Denkgesetzen entsprechend sei. Einer weiteren Beweisaufnahme habe es daher nicht bedurft. Ihm sei zu entnehmen, dass Gewehre mit dem Kaliber .50 Browning mit Einzelschussvorrichtung als Panzerbüchsen anzusehen seien, wobei insbesondere auf eine Durchschlagsleistung von 25 mm Panzerstahl und mehr auf 100 m verwiesen werde.

Die gegenständliche Schusswaffe im Kaliber .460 S weise laut Gutachten denselben Patronenhülsenboden wie die Patrone .50 Browning auf; der Unterschied liege nur darin, dass sie eine statt 99 mm nur 90 mm lange Patronenhülse und einen Geschossdurchmesser statt 12,7 mm nur von 11,64 mm aufweise. Vom Amtssachverständigen werde weiters gefolgert, dass mit der Patrone .460 S auf Grund der hohen Querschnittsbelastung des Geschosses bei gleicher Geschossmasse gegenüber der Patrone .50 Browning de facto sogar noch höhere Durchschlagsleistungen gegenüber gepanzerten Zielen bei gleichzeitig geringerem Rückstoß erzielt werden könnten. Die gegenständliche Schusswaffe weise daher auch im Kaliber .460 S eine höhere Durchschlagsleistung auf als bereits bisher als Panzerbüchsen eingestufte Schusswaffen wie zum Beispiel die Panzerbüchsen Mod. 38 und 39 im Kaliber 7,92 x 94.

Hinsichtlich der Schusswaffe der Marke S, Modell S H Sp (HS) im Kaliber .460 S sei bereits mit Schreiben des Bundesministeriums für Landesverteidigung vom 4. Februar 2005 festgestellt worden, dass diese Waffe die Merkmale einer Panzerbüchse gemäß § 1 Abs 1 lit b Kriegsmaterialverordnung erfülle (aufgelegte schultergestützte oder lafettierte Waffe, Potential zur Bekämpfung gepanzerter Ziele, Geschossenergie 10.000 J).



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BeitragVerfasst: 30. Jan 2013, 12:59 

Registriert: 09. Sep 2008, 22:29
Beiträge: 20791
Melker Pioniere. Truppenzeitung des Pionierbataillons 3 hat geschrieben:
Knall auf Fall - Pioniere im Sprengdienst

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Um die Fähigkeiten in den komplexen Aufgabenbereichen des Sprengdienstes zu erhalten und laufend zu verbessern, sind stetig umfangreiche und praxisnahe Ausbildungsvorhaben abzuarbeiten.

Gemäß Auftrag Streitkräfteführungskommando wurden in den Kalenderwochen 42 und 43 vier Beobachtungstürme (je 15 Meter hoch) am Schieß- und Versuchsplatz Felixdorf, nahe Großmittel, gesprengt. Die detonative Beseitigung war aufgrund der Baufälligkeit, der aus den 40iger Jahren des vorigen Jahrhunderts stammenden Türme, dringend notwendig geworden.


Bei diesem Projekt konnten mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden. Einerseits wurde eine bestehende Gefahrenquelle am Schießplatz beseitigt und andererseits ein enormer Wissenszuwachs im Bezug auf Gebäude und Objektsprengungen gewonnen. Zusätzlich kam das neue elektronische Zündsystem zum Einsatz.

Mit der Durchführung wurden die Melker Pioniere beauftragt, die von drei Kadersoldaten aus den Pionierbataillonen 1 und 2 verstärkt wurden. Nachdem gemeinsam mit der Lehrgruppe Sperr- Sprengdienst unter dem Kommando von Oberstleutnant Walter Voglauer das Projekt geplant und Bohr- Lade- und Zündplan erstellt wurden, begannen am 15. Oktober die praktischen Arbeiten. Die größte Herausforderung stellte die Bauweise der Türme dar. Aufgrund der starken Eisenbewehrung mussten schwere Pioniermaschinen eingesetzt werden um die Bohrlöcher anzubringen. So wurde mit dem hydraulischen Abbruchhammer des Kettenbaggers zuerst die Eisenbewehrung durchschlagen und im Anschluss mit dem schweren Druckluftbohrgerät die 40 cm tiefen Laderäume angefertigt.

Für die Sprengung selbst, wurden pro Turm 24 Einzelladungen a 0,2 Kilogramm Sprengstoff (TNT) verwendet und in 10 Millisekunden Abstand gezündet. Durch diese zeitliche Verzögerung konnten die Gefahrenbereiche für Luftdruck und Splitterflug merklich reduziert werden. Aufgrund exakter Planungen, der Einsatzbereitschaft des eingesetzten Kaderpersonals, sowie der hohen Fachkompetenz der beteiligten Soldaten konnte der knappe Zeitplan gehalten und der letzte Turm am 24. Oktober, wie geplant, gesprengt werden.

Abschließend bleibt, den Stellenwert solcher praxisorientierter Projekte nochmals hervorzuheben. Für uns Pioniere ist „learning by doing“ und „training on the job“ die gebräuchlichste und zweckmäßigste Möglichkeit unser Wissen zu erweitern und entsprechend zu festigen um für Einsätze im In- und Ausland gerüstet zu sein. Pioniere wie immer!


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BeitragVerfasst: 20. Feb 2013, 19:34 

Registriert: 09. Sep 2008, 22:29
Beiträge: 20791
Institut Fliegerabwehr (MilizInfo 1/2013)

Zitat:
Luftzielschießen

Im Jahr 2009 fand ein Schießen mit der leichten Fliegerabwehrlenkwaffe MISTRAL am TüPl A statt. Industrieherdplatten stellten dabei das Ziel (Wärmequelle für den Infrarotsuchkopf) dar. Diese Platten, auf Stangen montiert, simulierten schwebende Hubschrauber, die es zu bekämpfen galt.

Bei diesem Schießen war das ARWT eingebunden, das einerseits die Qualität der Hitzequelle als Zieldarstellung und andererseits mittels Hochgeschwindigkeitskameras das Verhalten der Lenkflugkörper überprüfte. Dadurch konnten viele wissenschaftliche Erkenntnisse gewonnen werden. Das Schießen zeigte die Leistungsfähigkeit der MISTRAL mit einer Genauigkeit, wie es bis dahin bei Luftzielschießen des ÖBH nicht möglich war.



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BeitragVerfasst: 14. Jun 2013, 10:35 

Registriert: 09. Sep 2008, 22:29
Beiträge: 20791
Sachausschreibung für GZ E90016/1/0-KA/2013; Beschaffung eines Wärmebildgeräts samt Zubehör

Zitat:
Gegenstand des Auftrags: Wärmebildgerät samt Zubehör zur Bestimmung von thermischen Signaturen, Temperaturbestimmungen von Gegenständen und zu Vergleichsmessungen mit mil. Systemen; CPV-Codes: 38000000



Im technischen Kompetenzzentrum des Österreichischen Bundesheeres (28. Mai 2013)

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Überprüfung der österreichischen KFOR-Fahrzeugflotte (17. Mai 2013)

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Zitat:
Im Zuge der durch das Amt für Rüstung und Wehrtechnik im Jahre 2006 durchgeführten Gesamtevaluierung der Fahrzeugflotte des Bundesheeres wurde auch die Überprüfung der bei den Auslandskontingenten im Kosovo und in Bosnien eingesetzten Heereskraftfahrzeuge als notwendig beurteilt.

Prüfteam

Zu diesem Zweck reist ein acht Mann starkes Prüfteam unter der Leitung von Oberleutnant Andreas Gorgosilich regelmäßig in die Einsatzräume. So kann die periodische Überprüfung nach dem Paragraf 57a des Kraftfahrgesetzes, umgangssprachlich auch bekannt als "Pickerl" unter Einsatz eines mobilen Prüfstandes, durchgeführt werden.

Überprüfung der Fahrsicherheit

Zwischen 30. April und 17. Mai wurden zahlreiche Kraftfahrzeuge auf deren Fahrsicherheit überprüft. Dies ist vor allem deshalb notwendig, um die Sicherheit der Soldaten gewährleisten zu können.



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BeitragVerfasst: 19. Aug 2013, 15:49 

Registriert: 09. Sep 2008, 22:29
Beiträge: 20791
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Zitat:
Nach den Rechenschaftsberichten des Obmannes und des Kassiers und dem Gedenken an die verstorbenen Kameraden stellte ADir Ing. Vorderwinkler seine Dienststelle, das Amt für Rüstung und Wehrtechnik, Abteilung Pionierwesen, die seit einigen Wochen ihren Sitz im Haus der Via Donau am Schutzdamm in Krems hat, näher vor.



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BeitragVerfasst: 26. Feb 2014, 13:11 

Registriert: 09. Sep 2008, 22:29
Beiträge: 20791
Der Auftrag für ein neues Wärmebildgerät zur Vermessung von thermischen Signaturen ist vergeben worden:

    Österreich-Wien: Laborgeräte, optische Geräte und Präzisionsgeräte (außer Gläser)

    2014/S 029-046384

    Bekanntmachung vergebener Aufträge

    Lieferauftrag


    Zitat:
    II.1.4) Kurze Beschreibung des Auftrags oder Beschaffungsvorhabens

    Wärmebildgerät 8-12 µm (WBG 8-12 µm).


    Zitat:
    II.2.1) Endgültiger Gesamtauftragswert

      Wert: 127 670,13 EUR ohne MwSt

    Zitat:
    Abschnitt V: Auftragsvergabe

    Auftrags-Nr: 1

    Bezeichnung: Zuschlag: Wärmebildgerät 8-12 µm

    V.1) Tag der Zuschlagsentscheidung:

      9.12.2013

    V.2) Angaben zu den Angeboten

      Anzahl der eingegangenen Angebote: 3

    V.3) Name und Anschrift des Wirtschaftsteilnehmers, zu dessen Gunsten der Zuschlag erteilt wurde

      Firma FLIR Systems GmbH
      Berner Straße 81
      60437 Frankfurt am Main
      DEUTSCHLAND



Vermutlich handelt es sich dabei um eine Kamera aus dieser Produktreihe:




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BeitragVerfasst: 28. Mai 2014, 23:26 

Registriert: 09. Sep 2008, 22:29
Beiträge: 20791
Im folgenden Vortrag aus dem Jahr 2007 (leider nur als Abstract verfügbar) beschreibt der Leiter der Abteilung Explosivstoff-, Werkstoff- und Betriebsmitteltechnik im ARWT ein Sicherheitssystem zum Schutz von Munitionslagern:

    Report on the deployment of Orthochlorbenzylidenmalononitril, CS irritant gas, as a Non-Lethal-Weapon, NLW, for the Improvement of the Protection of Austrian Federal Army Property

    Zitat:
    The vast extent of this type of facility in Austria and their territorial distribution result in high personnel costs for patrols. Video security and alarm systems require an immediate, personnel-intensive follow-up by on-duty forces due to the brief duration of these crimes.

    This brevity combined with the broad extent of the sites make it difficult for the necessary reinforcements to be brought in on time. The Austrian Federal Army's solution to this problem is detecting such attacks by means of highly sensitive alarm systems and simultaneously warding off the intruders by means of non-lethal weapons.

    For this task, the NLW used involves the controlled release of CS irritant gas from automated deterrent systems. After a warning to the criminals, these systems release the maximum permissible amount of the CS irritant gas in relation to the size of the room and continue to dispense it to the maximum allowable limit against the eventuality of an exchange of air or hydrolisation. The release of CS irritant gas as a NLW extends the intervention time by approximately thirty minutes, so that forces can be alerted and deployed from a greater distance. The advantage is comprehensive protection with fewer security personnel.


Ist das wirklich eingeführt oder nur eine theoretische Lösung?
________________________________________________________

Militärgymnasiasten beim ARWT

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BeitragVerfasst: 03. Jan 2015, 20:30 

Registriert: 09. Sep 2008, 22:29
Beiträge: 20791
Die Abteilung ABCUT des ARWT betreibt seit ca. zwei Jahren ein Laboratorium in Mödling:

    Bundeskunden der BBG

    Zitat:
    Partner-Nr.

      119119


    Bezeichnung

      Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport/ABC-Wesen & Umweltschutztechnik/Mödling

    Übergeordnet

      109436

    Straße

      Straße


    PLZ

      0000


    Ort

      Ort


    letzte Änd.

      14.11.2014



    Zitat:
    ERSTELLT: 15.06.2012
    Diagnostik auf höchstem wissenschaftlichen Niveau

    Seit 102 Jahren ist das AGES-Institut für veterinärmedizinische Untersuchungen Mödling ein Zentrum der Tiergesundheit: 1910 als „k.k. Tierimpfstoffgewinnungsanstalt“ in Betrieb genommen und 1927 zur Bundesanstalt für Tierseuchenbekämpfung erweitert, wurden hier die Grundsteine für die heutige hervorragende Tiergesundheitssituation in Österreich gelegt. Das heutige Institut für veterinärmedizinische Untersuchungen ist Leitinstitut des AGES-Geschäftsfeldes Tiergesundheit: Aufgabe des Geschäftsfeldes ist die Erhaltung der Tiergesundheit, die Sicherung der vollen Leistungsfähigkeit der Tierbestände und die daraus resultierende Gewährleistung einwandfreier Lebensmittel tierischer Herkunft.

    Zitat:
    Referenzlabor und „Diagnostik Cluster“

    Mit dem neu errichteten Sektionssaal und der Gründung des Pathologiezentrums Ost sowie der Zusammenarbeit mit der niederösterreichischen Landeskliniken Holding und dem Bundesministerium für Landesverteidigung ist in Mödling ein „Diagnostik Cluster“ auf höchstem wissenschaftlichen Niveau entstanden. Bis 2015 soll zusätzlich ein Zentrum für biologische Sicherheit entstehen.

    Das Institut in Mödling ist nationales Referenzlabor für derzeit 30 Infektionskrankheiten und zuständig für die Diagnose aller infektiösen Tiererkrankungen, insbesondere zoonotischer Infektionserreger mit tierischem Reservoir (Erreger, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden können) sowie für Erreger, die den Tierbestand und Tierschutz gefährden (z. B. Tuberkulose, Brucellose, Influenza, BSE, Blauzungenkrankheit etc.).



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