VT HUNTER OPEN TACTICAL VEHICLE

9. August 2016

BUNDESHEER, NEWS

VT Hunter Open Tactical Vehicle © Janes.comDas neue Fahrzeug des Jagdkommandos? Prototyp des VT Hunter Open Tactical Vehicle auf der Eurosatory 2016 © Janes.com

Aufgrund der Zunahme der terroristischen Bedrohung und der gestiegenen Einsatzwahrscheinlichkeit sollen die heimischen Spezialeinsatzkräfte aufgestockt sowie 35 Mio. EUR in die Ausrüstung des Jagdkommandos investiert werden. “Mobilität” ist einer jener Bereiche, in die das Geld fließen soll.

Bereits seit einiger Zeit kursiert das Gerücht, das Jagdkommando könnte als Ersatz für die Aufklärungsfahrzeuge Sandviper (Puch G 290/LP SOV – Special Operations Vehicle) ein neues Fahrzeug auf Basis des Mitsubishi Pajero einführen. Auf der Rüstungsmesse Eurosatory 2016 wurde von der Valentin Tusch GmbH ein entsprechendes Fahrzeug präsentiert.

Das VT Hunter Open Tactical Vehicle des Kärntner Spezialisten für Sonderfahrzeugbau basiert auf dem aktuellen Mitsubishi Pajero (auch Montero genannt). Es soll laut IHS Jane’s bis zu 7 Personen transportieren können. Die Nutzlast kann angeblich bis zu 1,5 t betragen – ein Indiz dafür, wie stark man in die Architektur der bewährten Mitsubishi-Plattform eingegriffen hat.

Das VT Hunter ist mit einem 3,2 Liter Commonrail DI-D Turbodiesel mit 5-Stufen-Automatikgetriebe ausgestattet (Optional: 3,8 Liter V6 Otto-Motor). In der Serienversion leistet der Diesel 140 kW bzw. 190 PS und weißt ein Drehmoment von 441 Nm bei 2000 U/min auf. Der 88 Liter Tank kann bei Bedarf mit einem 60 Liter Zusatztank zur Reichweitensteigerung ergänzt werden.

Das Fahrzeug ist mit einer Ringaufnahme für ein 12,7 mm MG und mehreren Aufnahmepunkten für leichte Maschinengewehre ausgestattet. Wanne und Verglasung kann optional auf STANAG 4569 Level 1 geschützt werden. Splitterschutz sowie explosions-dämpfende Sitze sorgen zusätzlich für Schutz vor kleineren Explosionen. Des Weiteren ist das VT Hunter mit einem besonders robusten Stoßfänger, Trittbrettern mit einem Schienensystem zur Aufnahme von Kanistern; vier verschließbaren Munitions- und Waffenbehältern, einem Kabelschneider und zwei Ersatzrädern ausgestattet. Das wüstentaugliche Fahrzeug soll sich sogar mit zwei Schwimmkörpern ausrüsten lassen. Für Satellitennavigation und –kommunikation ist alles vorbereitet. Am Fahrzeug auf der Eurosatory sind auch Halterungen für Nebelgranatwerfer angebracht. Zwei Fahrzeuge können in einer C-130 Herkules transportiert werden.

Die Puch G Sandviper wurde 2007/2008 auf Basis von vorhandenen Puch G 290/LP für den Einsatz im Tschad (EUFOR TCHAD/RCA) entwickelt und noch 2008 im Tschad eingesetzt. Die Regelung der Nachfolge macht daher Sinn. Entsprechende Fahrzeugkonzepte gibt es viele – sowohl eigens entwickelte Fahrzeuge wie die Supacat HMT Reihe oder der Polaris Dagor als auch Fahrzeuge auf Basis von zivilen Geländefahrzeugen wie der Fox der belgischen Firma Jankel oder das britisch/jordanische Fahrzeug Al Thalab – beide auf Toyota-Basis. Der Mitsubishi Pajero ist eine eher ungewöhnliche Plattform. Zum guten Ruf des Fahrzeugs haben die Seriensiege der Pajeros / Monteros bei der Dakar-Rally beigetragen (auch wenn die eingesetzten Rennwagen nur mehr wenig mit der Serie gemeinsam haben).

Die Valentin Tusch GmbH hatte bereits bisher gehärtete Mitsubishi Pajero im Angebot, welche allerdings äußerlich kaum von der Zivilversion zu unterscheiden waren. Auch sonst hält sich das Kärntner Unternehmen sehr bedeckt. Mit dem VT Hunter versucht man offensichtlich in einem neuen Segment Fuß zu fassen. Es dürften auch weitere Prototypen für taktische Fahrzeuge auf Basis von zivilen Geländewagen bzw. Pick-Ups entwickelt worden sein und es bleibt abzuwarten, ob es eines dieser Fahrzeuge tatsächlich in den Fuhrpark des Jagdkommandos bzw. des Österreichischen Bundesheeres schafft.

Laut IHS Jane’s könnte das VT Hunter bei einem allfälligen Einsatz des Jagdkommandos im Mali zum Einsatz kommen. Das Bundesheer ist dort an der Ausbildungsmission EUTM MLI und der UN Mission MINUSMA beteiligt. Dem Medienbericht zufolge könnten etwa 20 Angehörige der Spezialeinsatzkräfte nach Mali verlegt werden. Kurz nach dem Erscheinen des Artikels hat sich der der Nationalrat allerdings mit dem Mali-Engagement des Bundesheeres befasst und kein Wort über einen möglichen Aufklärungseinsatz bzw. Einsatz zur “Force Protection” des Jagdkommandos verloren.

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