TRACKER UAV FÜR DAS HEER

31. Oktober 2013

BUNDESHEER, NEWS

TRACKER bei der Übung EURAD10 in Allentsteig © Doppeladler.comFranzösische TRACKER / DRAC Drohne bei der Übung EURAD10 in Allentsteig © Bundesheer

Wie bereits im Juni 2012 angekündigt, bricht das Österreichische Bundesheer in das Drohnenzeitalter auf. Die Wiener Firma Kapsch erhielt den Zuschlag zur Lieferung von sechs Drohnen-Systemen um rund 3 Mio. Euro. Es handelt sich um den Typ TRACKER von Survey Copter / Cassidian (früher EADS Defence & Security, bald Airbus Defence & Space). Diese tragbaren Aufklärungsdrohnen für den Nächstbereich (SUAV – Small Unmanned Aerial Vehicle) sind seit 2008 unter dem Namen DRAC (Drone de Renseignement Au Contact) bei der französischen Armee im Einsatz. Das System stand u.a. bereits im Kosovo und in Afghanistan im Einsatz und hat sich dort bewährt, sodass es in Frankreich zu Nachbestellungen kam.

Ein TRACKER System besteht aus den beiden Steuergeräten (Laptops), der Sender-/Empfängereinheit und drei Fluggeräten (üblich sind nur zwei UAV). In Summe werden daher 18 TRACKER Fluggeräte beschafft. Die österreichische Variante wird sich gegenüber der französischen vor allem durch die modernere Nutzlast unterscheiden. Statt wahlweise eine Farb- oder eine Infrarotkamera einzusetzen verwendet das Heer ein kombiniertes System aus dem ELOP Baukasten von Elbit Systems. Fortschritte in der Miniaturisierung solcher Nutzlasten machen es möglich, dass nun während der Mission nun vom Farb- auf das IR-Bild gewechselt werden kann.

TRACKER IM EINSATZ

Ein System mit zwei UAV kann in zwei großen Rucksäcken transportiert werden. Zur Bedienung ist ein 2-Mann-Team erforderlich. Die erste Drohne kann etwa 15 Minuten nach dem Eintreffen des Teams abheben. Gestartet wird entweder per Hand oder mit einem kleinem Katapult mit Gummi-Seilzug.

Die TRACKER arbeitet vollautomatisch. Gesteuert wird die Drohne grundsätzlich über vorprogrammierte Wegepunkte auf einer digitalen Landkarte. Diese Wegepunkte können allerdings im Flug beliebig verändert werden. Zusatzbefehle wie “diesen Punkt umkreisen” entlasten die Bedienungsmannschaft, die sich so auf die in Echtzeit übermittelten Daten konzentrieren kann. In das Flugprogramm kann man auch mit Joystick-Befehlen eingreifen, um ein schnelles Manöver durchzuführen – z.B. um ein plötzlich auftauchendes Objekt nicht aus dem Blickfeld zu verlieren. Nach einem solchen Eingriff setzt die TRACKER dann automatisch die programmierte Mission fort. Notfallprogramme ermöglichen eine schnelle Rückkehr oder eine Notlandung.

Die Drohne hat keine Laserzielerfassung oder -markierung, kann aber die Koordinaten von am Kamerabild markierten Objekten in Relation zur eigenen Position berechnen. Das TRACKER UAV ist aufgrund der zierlichen Silhouette und der geräuscharmen Motoren recht unauffällig und schwer auszumachen.

Auch Landung erfolgt vollautomatisch durch eine Bauchlandung. In der kurzen Rutschphase wirkt die Bauform der Drohne wie ein Schlitten. Die Propeller legen sich an den Doppelrumpf. Der oben aufgesetzte Sensorpod ist dabei besser geschützt als bei anderen Systemen.

IMPRESSIONEN

Das Bundesheer konnte bereits bei der Übung EURAD10 einen Blick auf die TRACKER / DRAC des französischen Übungskontingents werfen. Auch wir waren damals vorort und haben uns das System angesehen.

EINFÜHRUNG BEIM BUNDESHEER

Das TRACKER System wurde dem Bundesheer vom Wiener Konzern Kapsch angeboten. Kapsch soll sich in einem monatelangen Vergabeverfahren gegen 10 Mitbewerber aus aller Welt durchgesetzt haben. Das Unternehmen dürfte für das Programmmanagement, die Integration der neuen elektro-optischen Sensoren und für den Support zuständig sein. Ab 2014 führt Kapsch in Allentsteig die Schulungen für das Bundesheer durch.

Das TRACKER System wird bei den Aufklärungs- und Artilleriebataillonen (AAB), in der Heerestruppenschule (HTS) und beim Jagdkommando (JaKdo) eingesetzt bzw. erprobt werden. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse fließen in Folgeprojekte ein.

Bis 2018 sollen insgesamt 18 Mio. Euro in Drohnensysteme investiert werden. Demnach stehen noch 15 Mio. Euro für weitere Beschaffungsvorhaben zur Verfügung. Beschafft werden könnten weitere Tracker-Systeme, aber auch UAV in anderen Leistungsklassen. Angesichts des budgetären Rahmens sind jedoch Aufklärungsdrohnen für das mittlere Einsatzspektrum deutlich außer Reichweite.

TECHNISCHE DATEN

SurveyCopter, heute eine Cassidian Tochter, entwickelte die Drohne und das ursprüngliche Kamerasystem. Cassidian zeichnet für die Entwicklung der Kontrolleinheiten und der sicheren Daten-Verbindung verantwortlich. Ein erster Demonstrator wurde im Mai 2004 präsentiert.

TRACKER UAV

Bedienung: 2 Personen
Gewicht (Luftfahrzeug): 8,5 kg
Länge: 1,6 m / Spannweite: 3,6 m
Antrieb: zwei geräuscharme Brushless-Elektromotoren
Batterien: Lithium Polymer Akkus
Geschwindigkeit: max. 90 km/h
Einsatzdauer: 90 min
Einsatzradius: 10 km (für die Funkverbindung)
Einsatzhöhe: 100-600 m über Grund (Einsatzgipfelhöhe: max. 6.850 m)
max. zulässige Windgeschwindigkeit: 15 m/s
Nutzlast: ELOP von Elbit System: HD Farb-TV-Zoom-Kamera und IR-Kamera in einem in 3 Achsen stabilisierten Plug & Play Turm, Gewicht etwa 1 kg
Sonstiges: GPS, Verschlüsselte Datenverbindung

VIDEO

Auf Dailymotion.com ist ein sehr anschauliches Video vom Einsatz einer TRACKER / DRAC Drohne zu finden:


Le DRAC : drone de reconnaissance au contact von ministeredeladefense

Weiterführende Links:

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