STÖRCHE GEFÄHRDEN LUFTRAUMÜBERWACHUNG

7. Juni 2011

BUNDESHEER, NEWS


Die Problem-Störche am Fliegerhorst Hinterstoisser © Bundesheer

Zeltweg. Derzeit gefährden rund 25 Weißstörche die Flugsicherheit am Fliegerhorst Hinterstoisser. Da von hier aus die aktive Luftraumüberwachung und Luftraumsicherungsoperationen für das ganze Land durchgeführt werden, muss man von einer Bedrohung für die Flugsicherheit über ganz Österreich sprechen.

Die Störche finden in den regelmäßig frisch gemähten und besonders feuchten Wiesen des Fliegerhorsts zahlreiche Frösche, Schnecken und Lurche. So kommt es, dass immer mehr Vögel auf dem etwa 300 Hektar großen Gelände auf Nahrungssuche gehen. Mitverantwortlich für die “Invasion” könnten auch frühere Fütterungen durch die Bevölkerung sein. Durch diese fehlgeleitete Tierliebe ist bereits der natürliche Wandertrieb einzelner Tiere unterdrückt worden. Die Tiere mussten in der Folge über den Winter durchgefüttert werden.

Doch die Störche sind eine Gefahr für den sicheren Flugbetrieb. Von Zeltweg aus steigen die Eurofighter Typhoon nicht nur zu Übungsflügen auf, derzeit läuft auch die Luftraumsicherungsoperation für das World Economic Forum in Wien. Darüber hinaus kann jederzeit ein unidentifiziertes Flugzeug, das in den österreichischen Luftraum eindringt, einen Alarmstart auslösen. Diese Einsätze Priorität Alpha finden etwa 50mal pro Jahr statt. Sie verhindern vor allem, dass Flugzeuge wie “Geisterfahrer” ohne Funkkontakt mit der Flugsicherung über Österreich fliegen.
Auch die Flugshow AIRPOWER 11 ist von den Störchen betroffen. Eine sichere Flugshow ist bei 25 Störchen am Flugfeld nicht möglich. Doch mit steigendem Flugbetrieb wird das Flugfeld für die Vögel auch weniger gemütlich und weniger attraktiv.

Eine Kollision eines Eurofighters – oder auch eines anderen Flugzeugs – mit einem Storch könnte den Absturz des Flugzeugs und den Tod des Piloten zur Folge haben. Aus Sicherheitsgründen sind bereits Starts abgebrochen worden.

Vogelschlag bei einem Harrier. Kampfflugzeuge sind nicht nur bei Start und Landung, sondern auch bei Tiefflügen gefährdet.

LÖSUNG ZEICHNET SICH AB

Im Jahr 2010 hat ein Spezialistenteam der steirischen Landesregierung versucht, die damals noch wenigen Tiere einzufangen und umzusiedeln. Das hat allerdings nicht funktioniert. Die Vögel könnten nur mit Netzen gefangen werden, doch die Verletzungsgefahr ist groß. Überlegt wurde auch die Störche durch Köder und mit Plastik-Störchen zu anderen Futterplätzen zu locken. Nun werden in Abstimmung mit der Landesregierung und Storchen-Experten am Fliegerhorst wie auf Flughäfen üblich Maßnahmen zur Vergrämung (Vertreibung) gesetzt. Durchgeführt werden gezielte Störaktionen durch Autofahrten, Knallkörper oder Vogelscheuchen. Der Einsatz von freiwilligen Helfern und Grundwehrdienern ist vorgesehen. Gewalt soll jedenfalls weiterhin nicht angewandt werden.

GEFAHR VOGELSCHLAG

Vogelschläge sind ein ernstes Problem für die zivile und militärische Luftfahrt. Alleine die US amerikanische zivile Luftfahrtbehörde FAA registrierte in den Jahren zwischen 2006 und 2010 durchschnittlich 26 Vorfälle pro Tag! Meistens verlaufen diese Vorfälle zumindest für den Menschen und das Flugzeug glimpflich. Es gibt allerdings Untersuchungen, wonach durch Vögel bereits 54 schwere Unfälle verursacht wurden, die 276 Menschenleben forderten. 108 Flugzeuge gingen bei diesen Unfällen verloren.

  • Airliners und Business Jets – 15 schwere Unfälle, 188 Todesopfer, 42 Flugzeuge wurden zerstört.
  • Flugzeuge bis 5,700 kg – 32 schwere Unfälle, 70 Todesopfer, 56 Flugzeuge wurden zerstört.
  • Hubschrauber – 7 schwere Unfälle, 18 Todesopfer, 9 Hubschrauber wurden zerstört
    Quelle: www.int-birdstrike.org

Vogelschlag bei einem UH-60 Black Hawk der israelischen Armee. Neun Hubschrauber gingen bisher bestätigt durch Vogelschlag verloren.

Auch Österreichs Air Racer Hannes Arch hatte bereits ein Vogelschlag-Problem. Er kollidierte beim Red Bull Air Race in San Diego 2009 mit einem Pelikan:


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