UPDATE: BESCHAFFUNG NEUER PANDUR EVO

2. Januar 2017

BUNDESHEER, NEWS

MTPz/UN-A2 Pandur des Österreichischen Bundesheeres © BundesheerMTPz/UN-A2 Pandur des Österreichischen Bundesheeres © Bundesheer

+++ UPDATE vom 30.01.2017: Es wurden 34 Mannschaftstransportpanzer PANDUR EVO 6×6 bestellt. Der Kaufvertrag umfasst auch die Integration bereitgestellter Subsysteme, Ersatzteile, Schulungen sowie die erforderliche Dokumentation. Laut BMLVS ist der PANDUR EVO eine modellgepflegte Variante des bereits eingeführten PANDUR MTPz/UN-A2 mit Verbesserungen bei Schutz, Motor und Getriebe, etc. Für den Schutz der Besatzung sind auch “elektronische aktive und passive Schutzmaßnahmen” vorgesehen. Dazu kommen eine moderne Innenausstattung und Kommunikationsmittel. Es wurde jedoch auch auf hohe logistische Gleichheit mit der bestehenden Flotte wertgelegt, u.a. damit eine gemischte Verwendung möglich ist. Alle Fahrzeuge erhalten die bereits eingeführte elektronisch fernbedienbare Waffenstation WS4 Panther von ESL Advanced Information Technology.
Die Zuteilung der Fahrzeuge zu einem Verband ist noch nicht final entschieden. Das Projekt für das “Schutzupgrade” für die bestehende PANDUR-Flotte wird fortgesetzt. +++

Medienberichten zufolge bestellte das Bundesheer knapp vor Jahreswechsel 34 Radpanzer vom Typ Pandur bei GDELS Steyr und der ESL Advanced Information Technology GmbH. Als Kaufpreis werden 105 Mio. EUR kolportiert. Gegenüber dem Kurier wurde eine “modernisierte Version des Pandur I” gesprochen. Es lagen vorerst keine weiteren Informationen vor, ob es sich dabei um eine Weiterentwicklung des beim Bundesheer eingeführten Pandur I oder um dessen Nachfolgemodell Pandur II handelt, welches in Tschechien und Portugal  eingeführt wurde. Des Weiteren blieb zunächst offen, ob eine 6×6 oder eine 8×8 Version bestellt wurde und um welche Fahrzeugvariante es sich handeln soll (man kann wohl davon ausgehen, dass in erster Linie Mannschaftstransportpanzer bestellt wurden > bestätigt!).
Die Fahrzeuge sollen mit einer „leistungsfähigen Waffenstation“ ausgestattet sein, was auch nicht viel aussagt. Ferngesteuerte Waffenstationen gibt es mittlerweile in allen Größen. Die Auslieferung soll 2018 starten.

Ein wahrscheinliches Szenario ist, dass es sich beim Projekt Pandur Evo (für “Evolution”, so die derzeit im Verteidigungsministerium verwendete Bezeichnung) um eine Weiterentwicklung des ab 1996 beim Bundesheer eingeführten Pandur I 6×6 handelt > bestätigt!. Im GDELS Steyr Werk in Wien-Simmering wurden bis vor kurzem solche Fahrzeuge für Kuwait gefertigt und Folgeaufträge waren nicht in Aussicht. Der Bundesheer Auftrag kommt daher gerade gelegen. Die Pandur II Serienfertigung findet in Österreich nicht statt, daher wäre eine heimische Wertschöpfung mit großem Aufwand verbunden. Für den Pandur I 6×6 wurde eine Variante mit kurzem und langen Radstand (siehe die drei Sanitätspanzer des Bundesheeres) und eine amphibische Variante entwickelt, die die Basis des Pandur Evo sein könnten.

Auch wenn der Pandur I längst vom Pandur II abgelöst wurde: 20 Jahre Einsatzerfahrung beim Bundesheer, die Programme für Belgien, Kuwait und das AGMS Programm für das USSOCOM (Armored Ground Mobility System für US Spezialeinsatzkräfte) sowie die Entwicklung des Pandur II haben sicherlich Möglichkeiten aufgezeigt, viel mehr aus der bewährten Pandur I Plattform herauszuholen, als dies noch 1996 möglich war.
Die Bundesheer-Pandure MTPz/UN (Mannschaftstransportpanzer für UN-Einsätze) erhielten bereits ein 2004/2005 ein Upgrade auf die A1 Version mit zahlreichen Verbesserungen (Pandur MTPz/UN-A1) . Derzeit läuft die Umrüstung der Fahrzeuge auf die elektronisch fernbedienbare Waffenstation (EFWS) von ESL Advanced Information Technology (Pandur MTPz/UN-A2) sowie ein Projekt zur Entwicklung eines verbesserten Minen- und Panzerschutzes mit der RUAG.

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Weiterführende Links:

Hinweis: Das österreichische Traditionsunternehmen Steyr Spezialfahrzeuge ist heute Teil der General Dynamics European Land Systems (GDELS) und firmiert unter General Dynamics European Land Systems-Steyr GmbH


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