DER DONAUMONITOR SMS BODROG

15. März 2019

K.U.K. MONARCHIE, REPORTAGEN

SMS Bodrog © Archiv

Die SMS BODROG ist ein Monitor der k.u.k. Donauflottille. Das Schiff feuerte einen der ersten Schüsse des 1. Weltkriegs ab und nahm an zahlreichen Kampfhandlungen teil.

Die ersten Schüsse des Ersten Weltkriegs. Für das Attentat von Sarajevo, bei dem Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand ums Leben kam, machte die Donaumonarchie das Königreich Serbien verantwortlich. Als das an Serbien gerichtete Ultimatum zur Mitwirkung an der Aufklärung und Bestrafung der Hintermänner auslief, folgte am 28. Juli 1914 die österreichisch-ungarische Kriegserklärung. Die SMS BODROG war zu diesem Zeitpunkt in Zemun an der Grenze zu Serbien stationiert.

Der Beschuss von Belgrad durch die k.u.k. Donauflottille © Archiv

Am 29. Juli 2014 eröffneten die k.u.k. Donaumonitore SZAMOS, TEMES und BODROG kurz nach 01:00 Uhr nachts das Feuer auf Belgrad. Es waren die ersten Schüsse des Ersten Weltkriegs. Das war aber natürlich erst viel später klar. Ins Visier genommen wurden vor allem die Eisenbahnbrücke (Zemun), der Stadtteil samt Bahnhof Topčider und die geschichtsträchtige Festung Kalemegdan.

Stempel SMS BODROG

Intensiver Einsatz im Ersten Weltkrieg. In der Folge war die SMS BODROG in viele Kampfhandlungen auf der Donau und der Save verwickelt. 1914/15 vor allem im Raum Belgrad. Am 8./9. September 2014 wurde beispielsweise mit SZAMOS und TEMES ein Übersetzversuch serbischer Streitkräfte bei Zemun vereitelt. Operationsbasis war ab 1915 die Festung Petrovaradin in Novi Sad, Serbien.  Nach der Einnahme Belgrads im Oktober 1915 verlagerten sich die Einsätze an die rumänische Donau. 1916/17 kamen zunehmend auch Begleitschutzaufgaben dazu – sowie die Deckung des eigenen Donauüberganges bei Sistow. In den Gefechten musste die BODROG auch immer wieder Treffer einstecken.

Am 3. März 1918 wurde der Friede von Brest-Litowsk zwischen Russland und Österreich-Ungarn unterzeichnet. Am 1. April 2018 wurde die BODROG ins Schwarze Meer nach Odessa entsandt, um die Getreidelieferungen aus der Ukraine zu sichern und Begleitschutz zu leisten. Mit der sich verschlechternden militärischen Lage der Donaumonarchie wurden die Schiffe zurück auf die Donau verlegt.

Das Ende ihres ersten Lebens. Die SMS BODROG war auf dem Rückweg vom Schwarzen Meer nach Budapest, als sie am 31. Oktober 1918 bei Višnjica (Belgrad) im dichten Nebel auf Grund lief und von der österreichisch-ungarischen Mannschaft aufgegeben werden musste. Das Schiff wurde von heranrückenden serbischen Streitkräften übernommen, später geborgen und von den Alliierten nach dem 1. Weltkrieg dem neuen Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen („SHS-Königreich“) zugesprochen.

In der Werft 2018/2019

Die BODROG lebt! Das war natürlich noch längst nicht das Ende der Geschichte der BOGROG, die als SAVA unter drei verschiedenen Flaggen diente, zum zivilen Arbeitsschiff umgebaut wurde und schließlich als verwahrlostes Vorstellobjekt Verwendung fand. Der Rumpf überlebte so bis heute.

Im Jahr 2019 wurde eine aufwändige Restauration abgeschlossen. Diese Geschichte lesen Sie hier.

TECHNISCHE DATEN

Skizze S.M. Monitore TEMES und BODROG 1904

Flussmonitor mit zwei Kanonentürmen. Schwesterschiff S.M.S. TEMES (I).
Bauwerft: Danubius-Schönichen-Hartmann AG, Budapest, Ungarn
Bauplan: Oberingenieur Josef Thiel
Bauzeiten: Kiellegung 14.02.1903 | Stapellauf 12.04.1904 | Indienststellung = erste Probefahrt 02.08.1904
Technische Daten: Konstruktion 440 t
Länge 56,2 m | Breite 9,5 m | Tiefgang 1,2 m
Maschine, Kessel 2 Lokomotiv | 2 x 3 Zylinder Expans.
Maschinenleistung 1400 PSi  | 2 Schrauben
mittlere Flussgeschwindigkeit 13 kn
Bewaffnung: 2 Türme mit je 1x 12 cm L/35 in Wiegenlafette
2x Mitrailleusen 3,7 cm  – ab 1915: 7 cm Mitrailleusen statt 3,7 cm
1x Haubitze 12 cm L/10 in Mittelpivot Wiegenlafette
– ab 1915 3x MG zusätzlich
Panzerung: Gürtel 40 mm | Kasematten/Türme 75 mm | Deck 24 cm
Besatzung: insgesamt 77 Personen inkl. Offiziere
Kommandanten: 28. Juli – 12. Nov. 1914: LSl Paul Ekl | 12. Nov. 1914 – 22. Februar 1915: LSl Olaf Wulff | 13. – 22. Februar 1915: LSl Richard Funk |
23. Februar 1915: LSl Kosimus Böhm | 1918: LSl Guido Taschle

Weiterführende Links:

Die Monitore der k.u.k. Donauflottille waren traditionell nach Zuflüssen der Donau benannt: Der Bodrog ist ein 67 km langer Fluss in der Slowakei und Ungarn. Er mündet in die Theiss, die wiederum ein Zubringer zur Donau ist.

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